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Herr Odes "hdpi"

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Der letzte Weynfeldt
Der letzte Weynfeldt
von Martin Suter
  Broschiert
Preis: EUR 11,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der letzte Suter, 28. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Weynfeldt (Broschiert)
Herr Suter wirft in einer erschreckenden Regelmäßigkeit Bücher auf den Markt, dass man sich als Leser fragen muss, was es denn wohl alles so interessantes zu erzählen gibt. Liest man dann hinein in seine Bücher, stellt man sehr schnell fest, dass Qualität eben nur selten mit Quantität einhergehen kann. Der 'Weynfeldt' ist dabei ein ganz besonders trauriges Beispiel in der Büchervita dieses Schreiberlings. Selten habe ich ein Buch gelesen, das sprachlich wie inhaltlich so nichtssagend ist. Der Stil ist zwar charmant unprätentiös, gewährleistet per se aber noch keinen Lesegenuß. Hinzu kommt eine Geschichte, die von Anfang bis Ende banal und vorhersehbar ist. Null Inspiration, null Einfallsreichtum - gewürzt mit minimalem Witz. Aber NULL multipliziert mit ganz wenig, ist immer noch NULL. Dreihundert Seiten Belanglosigkeit. Letztendlich bleibt keine einzige Szene dieses Buches im Gedächtnis haften. Einzig das Gähnen bleibt einem noch eine Zeit lang wie ins Gesicht gemeißelt. Zeitvergeudung par excellence. Wer unbedingt Lebenszeit verbrennen möchte, sollte ein Nickerchen machen. Das ist ergiebiger.


Liebeswahn
Liebeswahn
von Ian McEwan
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bestenfalls als Gute-Nacht-Lektüre geeignet, 8. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Liebeswahn (Taschenbuch)
McEwan wird nachgesagt, er sei ein guter Schriftsteller, und sicherlich geben ihm die Verkaufszahlen seiner Werke zumindest in finanzieller Hinsicht recht. Sprachlich, inhaltlich und erzähltechnisch konnte mich aber auch 'Liebeswahn' nicht mal ansatzweise überzeugen. Dafür wirkt die Geschichte auf mich einfach zu sehr konstruiert und in ihrer Hinführung auf eine finale Eskalation gewollt. Als Leser wusste ich stets, was mich erwartet. Schlimmer noch: Ich hatte meist das Gefühl, dass es McEwan am schriftstellerischen Format fehlt, auch mal leise Zwischentöne anzuschlagen. Stattdessen muss es immer großes Kino sein. Man nehme nur die missglückte Eröffnungsszene des Ballondramas. Die Entschleunigung der Darstellung und Extrapolation von Raum und Zeit mittels einer maßlos detailgetreuen Darstellung der szenischen Entwicklung wirkt unglaublich selbstgefällig und dem ''Event'' nicht angemessen. Zudem raubt der minutiös berichtende Charakter dem Leser eine primäre Lesefreude, nämlich die Eigenkreativität subjektiven Kopfkinos. Noch dazu ist dieses Stilmittel 'literarischer Bullet-Time' unglaublich abgegriffen. Immerhin bleibt McEwan sprachlich durchschnittlich und unauffällig, so dass man nicht auch noch von stilistischen Sperenzchen genervt wird.

Solchen formulierungswütigen Bestandsaufnahmen stehen dann wiederum psychologisch zu kurz gegriffene Andeutungen und Analysen gegenüber, die zwar ein müßig Popcorn mampfendes Fernsehpublikum zufriedenstellen mögen, nicht jedoch einen halbwegs interessierten und noch nicht dem Tiefschlaf anheim gefallenen Leser, welcher eben nicht bei simpler Nennung des Begriffs 'Clerambault-Syndrom' in ehrfürchtige, kopfnickende Schockstarre fällt. Auch die im Anhang nachgeschobene Studie hierzu ist doch etwas mager und kann nicht verbergen, was der Geschichte per se fehlt: Glaubwürdigkeit.

Es ist schon dreist, wie McEwan seinen Joe Rose hier instrumentalisiert, um immer wieder laienhafte Exzerpte pseudowissenschaftlicher Themen zu platzieren. Auch wenn dadurch die mediokre Profession des Protagonisten untermauert werden sollte/könnte, empfand ich diese Ausführungen darüber hinaus als nichtssagend und die zugegebenermaßen sehr simple Handlung streckend.

Letztendlich sind dann selbst die Szenen, die durch ihre Bizarrerie komisch wirken sollen (z.B. die Episode um den Waffenkauf), aufgrund ihrer altmodisch und bemüht 'freakigen' Art nur eines: Anbiedernd. Wie oft haben wir solche Szenen schon in schlechten Filmen gesehen? Zu oft! Die Typen, die Szenen, die Handlung... alles Schema F. Wie langweilig.

Was bleibt denn nun übrig von diesem Buch? - Fast nichts. Denn nicht nur das Trauma eines solchen Unfalls wird - bis auf das Küchengequatsche - wirklich tiefgründig beleuchtet. Genauso verhält es sich mit der Beziehung und dem Liebeswahn. Die Aktionen der Figuren bleiben nicht nachvollziehbar. Und wenn die Beziehung so gut war, wieso fällt dann alles so schnell in sich zusammen? ... Und ist der Schritt unseres kühlen Rationalisten Joe Rose wirklich so zwingend, dass er sich nach dem vermeintlichen Anschlag dazu genötigt fühlt, über den Kontakt eines uralten 'Freundes', den er zwanzig Jahre nicht gesehen hat, eine Waffe zu kaufen? - Na, Hauptsache es wird dann auch noch damit herumgeballert... Gähn. Eine gute Gute-Nacht-Lektüre. Mehr nicht. Das ist mir immerhin einen Stern wert.


Conan
Conan
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 32,97

3.0 von 5 Sternen Der Tod ist billig in Hyboria, 7. September 2013
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Conan (Videospiel)
Ein bisschen Mitleid hatte ich dann schon mit dem legendären Barbaren, denn in diesem trashigen NoBrainer Slasher aus dem Jahr 2007 sieht sein virtuelles Ich eher wie eine abgehalfterte Transe aus. Die Zeit geht eben an niemandem spurlos vorüber. Deswegen wirken heutzutage nicht nur die Charaktermodelle in Conan etwas erbärmlich, sondern generell spart das Game an grafischer Pracht. Da sehen selbst die GoW-Teile aus der PS2-Ära besser aus.

Grafik ist aber bekanntlich nicht alles, und Conan spielt sich dafür erfrischend oldschool-derbe. Barbarisch primitiv hackt, schlägt und metzgert man sich fröhlich durch äußerst geradlinige Level, in denen immer wieder dieselben strunzdummen Gegner ohne Rücksicht auf eigene Verluste auf einen zustürmen. Das macht zunächst wirklich Laune und hat B-Movie-Flair. So levelt man sich mühelos nach oben und lernt für die verschiedenen Waffen (einhändige Waffen mit Schild, Zweihänder, Doppelschwerter, usw.) jede Menge gemeiner Kombos, z.B. den Juwelenschnitzer, bei dem man einem Gegner zuerst in den Unterleib tritt, bevor man den strauchelnden Knilch danach mit dem Zweihänder durch einen erbarmungslosen Finisher massakriert.

Auch wenn die bescheidene Anzahl verschiedener Gegner und die schlauchigen Levels wenig Abwechslung versprechen, so ist diese doch durch die verschiedenen Tötungsarten geboten, die Conan zur Verfügung stehen. Nicht nur können diverse von Feinden fallengelassene Waffen verwendet werden, sondern auch anderweitige Umgebungsdetails lassen sich zum Aufspießen und Köpfen usw. der Gegner nutzen. Mit Gore und Brutalität wird in der unzensierten Fassung zu keiner Sekunde gespart.

Besonders willkommen waren mir die vollbusigen Jungfrauen, die man immer wieder befreien darf. Meistens kläglich festgebunden und nur mit einem kleinen String bekleidet, wollen diese nach der Befreiung sofort ihre Zuneigung für unseren Barbaren unter Beweis stellen. Doch oftmals hört man dann ihre erschreckten Ausrufe: Wo sind meine Kleider? - Tja. Nicht nur der Tod ist billig in Hyboria.

Fazit:
Conan spielt sich wie ein B-Movie. Die Handlung, die Kulissen, die Akteure… alles trashig. Auch wenn die Action nicht gerade fordernd ist, hat es mir dann aber doch Spaß gemacht. Vor allem nach einem nervenaufreibenden Arbeitstag mit einer Flasche Bier auf der Couch. Ein NoBrainer, den ich all denjenigen empfehlen kann, die sich immer mal wieder gerne eine hirnlose Schlachtplatte reinziehen, und denen Grafik UND ALLES ANDERE nicht so wichtig ist.


Fiese Kerle?: Unterwegs mit Aufreißern. Ein hautnahes Experiment.
Fiese Kerle?: Unterwegs mit Aufreißern. Ein hautnahes Experiment.
von Clarisse Thorn
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenn die Biologie zum Game wird..., 9. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Spätestens mit dem großen Erfolg von 'Die perfekte Masche' ist die PUA-Szene auch in Deutschland im Mainstream angekommen. Da verwundert es schon ein bißchen, dass es im deutschsprachigen Raum nicht allzu viele und v.a. qualitativ gute Bücher zu diesem Thema gibt. Clarisse Thorns 'Fiese Kerle?' kann diesbezüglich leider auch keine positiven Impulse setzen. Hauptproblem ihrer 'Studie' ist, dass sich ihr Experiment wie eine verschwurbelte Melange aus PUA, BDSM und Feminismus liest. Es fehlt aber an Struktur, analytischer Herangehensweise und einer zumindest ansatzweise wissenschaftlichen Fundierung (z.B. im Sinne einer seriösen sozialpsychologischen Interpretation).

Zugegeben: Thorns subjektive und stets selbstreflektierende Herangehensweise liest sich durchaus sympathisch, leider verbleibt alles im experimentellen, unausgegoren Verquasten. So gewinnt man u.a. den Eindruck, PUA würde sich stets auch irgendwie zu Feminismus und (eingeschränkt) BDSM positionieren (müssen). Dies sind aber lediglich die Interessensschwerpunkte der Autorin. Hinzu kommen von Thorn aufgestellte Kategorisierungen, z.B. im Hinblick auf verschiedene PUA-Typen, die nur aufgrund von Thorns eigenen Erfahrungen in einer lokal eingeschränkten Szene begründet werden, ... oder abgeleitete Interpretationen aus persönlichen Affären mit Pseudo-PUAs, die dann wiederum für Generalisierungen herhalten müssen.

'Fiese Kerle?' kann zwar dennoch durchaus einen Einblick in die Szene geben, die Perspektive ist aber m.E. bestenfalls als schräg zu bezeichnen. Gerade die massive Einbindung der zugegebenermaßen dämlichen Termini Technici für strategische Aufriss-Strategien zeichnet ein äußerst artifizielles Bild der PUA-'Community'. Dabei mag man dann schon mal den Fokus verlieren, um was es eigentlich geht: Es geht nämlich schlichtweg darum, Frauen erfolgreich anzuquatschen und abzuschleppen. Moral hin oder her. Das Abschleppen ist primär das Ziel. Ein mancher mag nun denken, dass das doch nicht so schwer sein kann. Bisschen dumm daher labern und dann Hose runter. Alles easy, usw... Aber einige Menschen haben nun mal Probleme damit. Eigentlich sind diese Personen die relevante Zielgruppe in den PUA-Seminaren. Aber es gibt auch andere, die solche Techniken ebenfalls nutzen wollen, um noch erfolgreicher im Hinblick auf die Abschlepp-Quote zu werden, usw... Nicht zu unrecht stellt Thorn hier die Frage, inwiefern es sich dann um Manipulation handelt, die nur dazu betrieben wird, Frauen auszunützen und ein Spiel (The Game) zu spielen.

Inwiefern Menschen miteinander interagieren, welche Symbole, Gesten und Zeichen sie geben/austauschen, ist dabei kein neues Thema in der Psychologie/Sozialpsychologie/Soziologie. Schade, dass Clarisse Thorns Experiment hier lediglich an der Oberfläche verbleibt. Generell liest sich 'Fiese Kerle?' eher als ein endlos gestreckter Internet-Blog. Das mindert die Glaubwürdigkeit und Aussagekraft im Hinblick auf eine kohärente Entwicklung von Thesen und Argumenten. Stattdessen geht es kreuz und quer. Letztendlich verbleibt die Thematik im Belanglosen. Die Aufzählung der unterschiedlichen PUA-Techniken mit ein bisschen verquirlter persönlicher BDSM-Erfahrung und Sex-Sperenzchen ist dann doch zu wenig. Und dies ist das Schlimmste, was geschehen kann, dass man sich nämlich beim Lesen bereits die Frage stellt: Wieso soll ich mir das überhaupt antun? Was wird eigentlich vermittelt, das auch nur ansatzweise interessant und weiterführend ist?

Letztendlich scheitert Thorn am eigenen Anspruch. Im Untertitel bezeichnet sie ihr Werk als 'hautnahes Experiment'. Als solches betrachtet ist es sicherlich nett zu lesen. Ein Erlebnisbericht oder ein Roman wäre hier angebrachter gewesen. Aber was bleibt übrig, abgesehen von der stets subjektiven Willkür ihrer Ausführungen? Persönliche Einflüsse mögen in ihren Kontexten die Wirkung zeigen, die man sich erhofft. In diesem Fall entsteht leider ein sehr zwiespältiges Bild, das lediglich einzelne Fragen im Rahmen der PUA-Thematik aufwerfen kann, ohne jedoch seriöse und glaubwürdige Antworten zu liefern.


Slowenien: 53 Touren zwischen Julischen Alpen und Adriaküste. Mit GPS-Daten
Slowenien: 53 Touren zwischen Julischen Alpen und Adriaküste. Mit GPS-Daten
von Evamaria Wecker
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Slowenien erleben, 7. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Slowenien mag den meisten wohl eher als Durchreiseland Richtung Kroatien bekannt sein. Ein Blick auf die Karte verdeutlicht dann aber schnell, was dieses relativ kleine Land v.a. für Bergsteiger und Wanderfreunde für Schätze bereit hält. Die Julischen Alpen und der Triglav Nationalpark, der Karst, die Karawanken, die Steiner Alpen... Da weiß man zunächst gar nicht, wohin man sich wenden soll!

Entsprechend den verschiedenen Gebirgszügen gibt es neben dem hier von Evamaria Wecker im Bergverlag Rother im Juli 2013 neu herausgebrachten Wanderführer auch noch andere Tourenbücher, die für eine Planung der Wanderungen und Bergtouren hilfreich sein können. Zum Beispiel sind ebenfalls bei Rother die Wanderführer für die Julischen Alpen und die Karawanken/Steiner Alpen erschienen, und bei Bruckmann gibt es in 'Die Königstouren der Ostalpen' gegen Ende des Buches drei königliche Pflichttouren, die sich fortgeschrittene Bergsteiger nicht entgehen lassen sollten.

Den komplettesten Überblick gibt uns nun aber dieser Tourenführer 'Slowenien', der 53 Touren beinhaltet, und diese in bewährter Rother-Qualität darbietet: Gesamteinschätzung der Tour (1-3 Sterne), Schwierigkeit (blau, rot, schwarz), Gehzeiten, Höhenunterschiede, Anforderungen, Einkehrmöglichkeiten, Varianten, zusätzliches Kartenmaterial, usw.... Natürlich sind die Gehzeiten und die Schwierigkeit stets mit subjektiver Note zu werten, allerdings werden die unterschiedlichen Einschätzungen stets begründet und schwierigere Stellen konkret benannt. Zudem begrüße ich die Sterne-Wertung bzgl. Gesamteinschätzung, weil es bei der Vielzahl der Touren oftmals schwer fällt, sich zu entscheiden, v.a. wenn man das erste Mal in Slowenien unterwegs ist.

Die Touren umfassen sowohl gemütliche Wanderungen als auch Ziele für ambitionierte Bergsteiger. Durch Vorschläge aus dem Gesamtgebiet Sloweniens kann man sich ein vollumfängliches Bild machen und die Planung entsprechend danach ausrichten. Der Fokus auf Slowenien und nicht nur einen einzelnen Gebirgszug bringt es natürlich mit sich, dass man ggfs. einiges an Wegstrecke als Anfahrt einplanen muss, ja nachdem wo man seinen 'Stützpunkt' hat. Zudem fehlen aufgrund der Beschränkung auf das Land Slowenien die Touren in den westlichen (italienischen) Julischen Alpen, die ebenfalls beeindruckend sind (z.B. Jôf di Montasio oder Jôf Fuart, etc.).

Trotz der 53 Touren - eine zunächst groß erscheinende Anzahl - mögen dem einen oder anderen auch hier wieder wichtige Touren fehlen. Slowenien hat in dieser Hinsicht wahrlich viel zu bieten. Natürlich gibt es auch immer wieder diverse Varianten, die Berge zu besteigen. Allein auf den Triglav führen mehr als ein halbes Dutzend Wege, die auch noch miteinander kombinierbar sind, sofern man Aufstieg und Abstieg als Rundtour plant. Eine Aufzählung aller dieser Möglichkeiten ist im Rahmen so eines Wanderführers nicht machbar. Geht man eine ganze Reihe der Tourenvorschläge und vielleicht auch noch Touren aus anderen Führern, wie ich es z.B. gemacht habe, so stellt man fest, dass die einzelnen Vorschläge mit Bedacht gewählt worden sind. Anspruch und Genuß halten sich bei den Touren je Schwierigkeitsgrad angenehm die Waage.

Der Führer ist aktuell und beinhaltet - nach eigener Einschätzung und nachdem ich damit nun einige Zeit in Slowenien unterwegs gewesen bin - alle relevanten Fakten. Einzig fehlte mir der Hinweis, dass die Gondel auf den Kanin seit dem Vorfall im letzten Jahr bislang nicht mehr in Betrieb genommen worden ist. Somit ist diese Tour (3) zumindest von der slowenischen Seite aus (Alternativroute über Sella Nevea) so nicht zu bewerkstelligen. Dass man sich im Hinblick auf Betriebszeiten von Bahnen und auch im Hinblick auf zusätzliches Kartenmaterial als eigenverantwortlicher Wanderer/Bergsteiger noch selbst Gedanken machen sollte, versteht sich m. E. aber von selbst.


Die Schöne des Herrn
Die Schöne des Herrn
von Albert Cohen
  Broschiert
Preis: EUR 24,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine verhängnisvolle Affäre für Fortgeschrittene, 31. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Schöne des Herrn (Broschiert)
Die Liebe fällt uns an wie ein Fieber. Und so plötzlich verläßt sie uns auch wieder. Unausweichlich und unweigerlich. Vielleicht kann man sich in eine Freundschaft retten. Mit Vertrauen, Verständnis, füreinander da sein und so. Albern. Aber zumindest bisschen regelmäßigen Sex könnte man dann noch ohne großen Aufwand haben, wenn die Leidenschaft erst mal nachläßt. Nett. Letztendlich bleibt aber nur der gnadenlose Alltag, der alles zerrüttet und noch das letzte Interesse zermalmt. Liebe per se ist auf lange Zeit hinaus nicht überlebensfähig. Sie nutzt sich ab, reibt sich auf im stürmischen Vernichtungskrieg um die eine Sache. Und so muss sich das Zusammenleben zwangsläufig über die Zeit hinweg verändern, sofern man mit dem Partner zusammenbleibt. Viele mögen das nicht wahrnehmen, weil sie im Lauf der Zeit Kinder in die Welt setzen, um sich von dem eigenen Elend abzulenken. Oder andere Dinge werden vorgeschoben: So genannte (gemeinsame) Interessen, Karriereplanungen, 'Selbstverwirklichung'. Aber was bleibt denn nun übrig von der Leidenschaft, der Liebe, der kompletten Krisis, in der man sich befindet, wenn man sich frisch verliebt und Witterung der neuartigen Pheromone aufgenommen hat, die einen bedingungslos anzuziehen scheinen, die einem das Hirn durch den Fleischwolf drehen, und einen völlig auf diese eine und einzige Person einschießen lassen, die zur Angebeteten wird?

Diesen traurigen Abstieg zur Hölle beschreibt Albert Cohen meisterhaft. Tief und wahr und über weite Strecken hochgradig faszinierend. Schonungslos und bis zur Schmerzhaftigkeit und Selbstaufgabe werden alle Lächerlich- und Sinnlosigkeiten der Liebesblödigkeit und dem, was von ihr übrig bleibt, durchexerziert. Quasi Liebe in Isolationshaft. Dabei überrascht Cohen immer wieder durch die Tiefgründigkeit seiner Analysen, die nicht selten en bloc in dieses gewaltige Romanwerk eingebunden sind. In mitunter endlos scheinenden Monologen, die er seinen Haupfiguren in die Feder diktiert, werden emotional bedingte Erwartungen, Oberflächlichkeiten, anthropologisch geprägte Verhaltensmuster und sozialpsychologische Motive desavouiert. Ein faszinierendes und herausforderndes Meisterstück!

Natürlich bleibt zu bedenken, dass Albert Cohen vor dem Hintergrund einer anderen Zeit geschrieben hat. Das Werk erschien ursprünglich 1968. Die Handlung ist in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Damals war Ehebruch noch ein ganz anderes 'Vergehen'. Heutzutage ist Fremdgehen längst Understatement. Polygamie. Polyamorie. Ja, und? Es muss schließlich gelebt werden. Nichts darf ausgelassen werden. Wäre auch schlimm, wenn man etwas verpasst bei all den Optionen und nur einem Leben. Und fast alle sind bereit. Wäre ich im Neandertal geboren, würde ich schließlich auch meinen Instinkten folgen, also was soll falsch daran sein? Zigtausend Jahre Evolution lassen sich nun mal nicht leugnen. Da ist schon eine andere Lockerheit vorhanden als noch vor 50-100 Jahren. Vor diesem Hintergrund mag Cohens Botschaft und die Art und Weise, wie sie vermittelt wird, altbacken wirken. Auch die schwüle Erotik, die sich aus einigen anstößigen Äußerungen 'von früher' ableiten läßt, und die in gewisser Weise auch titelgebend ist, wird nicht allen Lesern so zugänglich sein. Altbacken, prähistorisch, langweilig. Vielleicht. Die Problematik ist aber eine stets aktuelle, die jeder kennt, der schon mal wie blöde in jemanden verliebt/verleibt gewesen ist, und plötzlich merkt, dass der Knalleffekt nachläßt und er einer ephemeren Sache verlustig gegangen ist.

Noch dazu ist Cohens Werk grandios durchkonstruiert. Zunächst war ich z.B. verwundert ob der primär theoretisch aufgearbeiteten Verführung der 'Schönen'. Doch diese seitenlange Rede von Solal, dem Herrn, ist Dreh- und Angelpunkt der späteren Exzesse des Untergangs und den sadomasochistischen Ansätzen einer Dekonstruktion aller erster Güte. Gibt er sich zu Beginn des Buches und im Rahmen seiner schwelgerischen Rede noch als, wenngleich auch leidender, so doch allwissender Macho, so wird er sich gegen Ende hin selbst zum Opfer, das der eigenen Haut und Anschauung nicht entfliehen kann. Trotz der theoretisch-abstrakten Größe in der manipulativen Verführungsrede. Die Abwärtsspirale kann nicht durchbrochen werden, auch wenn alles erkannt wird, denn etwas anderes fehlt, und dies ist leider nicht im Rahmen ein und derselben Beziehung repetitiv einholbar: Neue, frische Gefühle der Andersartigkeit. Da mag der nackte Affe zu Beginn noch so viele Salti geschlagen haben. Ist die Verzückung erst mal dahin, läßt sich von der restlichen heißen Luft, die noch kommt, nicht mal mehr ein Ei hart kochen.

Ein beeindruckendes Werk. Nicht immer leicht zugänglich, doch wenn man sich darauf einläßt, hält es einen leidenschaftlich gefangen wie eine frische Liebe. Aber auch die 900 Seiten hat man einmal durch, und so ein Ende kann sowohl tröstlich als auch befreiend sein, man muss es nur zulassen.


Julische Alpen - Alpi Giulie: Wanderkarte mit Aktiv Guide, alpinen Skirouten und Radrouten. GPS-genau. 1:25000
Julische Alpen - Alpi Giulie: Wanderkarte mit Aktiv Guide, alpinen Skirouten und Radrouten. GPS-genau. 1:25000
von Collectif
  Landkarte
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zweiseitiger Druck, 30. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Karte erfüllt die Erwartungen, die man derzeit an aktuelle Kompass-Karten stellen darf. Sauberer, übersichtlicher Druck, korrekte Beschriftungen, dazu wetter- und reißfest. Hier gibt es nichts zu bemängeln, daher 5 Sterne. Allerdings sei der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, dass die Karte hinten und vorne bedruckt ist. D.h. auf einer Seite befinden sich die kartographischen Angaben der Julischen Alpen mit Fokus auf den Triglav Nationalpark (der Druck erfolgte hier hochkant mit Kranjska Gora und Gozd Martuljek im Norden und Stara Fuzina im Süden), auf der anderen Seite befindet sich die Karte für den westlichen Teil der Julischen Alpen: Ganz im Westen der Montasch und im Osten als Begrenzung Zapodnem, im Süden Bovec. Diese Aufteilung auf Vorder- und Rückseite ist natürlich auch dem Maßstab geschuldet (1:25.000). Wer nun Touren geht, die direkt an der Schnittstelle der beiden Kartenausschnitte liegen, oder wer sich ein Gesamtbild einer Tour machen möchte, bei der die Anfahrtswege aus Slowenien zur Montaschgruppe etc. berücksichtigt werden sollen, wird von der Handhabung her Probleme haben, da die Karte immer wieder gewendet werden muss. Für so einen Fall sei als Ergänzung die F&B 141 empfohlen, die im Maßstab 1:50.000 den gesamten Bereich abdeckt.


Die Unermesslichkeit
Die Unermesslichkeit
von David Vann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Rentier Rudolf verloren im ewigen Eis, 25. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Unermesslichkeit (Gebundene Ausgabe)
Etwas schwach ist es schon, was uns David Vann hier vorlegt. Zum einen ist es nicht verwunderlich, dass die Natur in Alaska rau ist. Diese Begebenheiten auf eine sich im Scheitern befindliche Beziehung bzw. Ehe zu projizieren, ist nicht gerade originell sondern vielmehr platt und abgedroschen. Hätten Gary und Irene mal ein Gartenhäuschen im Erdinger Moos gezimmert... vor lauter Trivialität würde nichts bleiben von diesem Buch. Aber: Wir befinden uns in Alaska. Es stürmt. Es ist kalt. Der Winter kommt früh. Aha. Und die Ehe läuft schlecht. Nochmal Aha! Welche Ehe läuft bitte nicht schlecht? Da bedarf es keines Hüttenprojekts. Subtil ist was anderes. Zum anderen: Wer David Vanns 'Im Schatten des Vaters' kennt, ahnt schon auf den ersten Seiten, wohin das alles laufen muss. Die Geschichte wird so psychologisch flach, ideenlos und vorhersehbar erzählt, dass ich mich beim Lesen ernsthaft fragte, wieso man nicht Vann-Filme am Sonntag Abend anstatt dieser unsäglichen Pilcher-Lausemädchen-Schmonzetten zeigt. Wie auch immer: David Vann kann sicher unterhaltsam schreiben, sofern man sich an den Naturbeschreibungen per se erfreuen möchte. Alles, was darüber hinaus geht, ist mir leider zu ungenügend ausgearbeitet. Die Figuren wirken wie Schablonen (damit meine ich auch alle Nebenfiguren, allen voran Midlife-Crisis-Jim mit seiner sexy Groschenheft-Romanze), die Konflikte bleiben im Ansatz stecken (man denke an die simple Instrumentalisierung von Irenes toter Mutter - schade, dass sie nicht noch aus dem Jenseits gesprochen oder ein Sätzlein in den Sand bzw. Schnee geschrieben hat), und die Eskalation der Geschichte mag an und für sich schrecklich sein, wird hier aber derart plump dramatisch inszeniert, dass das Ende in der Tat für den Leser grausam ist. Manchmal darf es eben auch etwas weniger sein.


Die Insel des zweiten Gesichts: Aus den angewandten Erinnerungen des Vigoleis
Die Insel des zweiten Gesichts: Aus den angewandten Erinnerungen des Vigoleis
von Albert Vigoleis Thelen
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Don Vigos Vermächtnis, 22. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Werk des Vigoleis ist - ähnlich wie seine Briefwechsel - eine schier unfassbare Entdeckung für jeden, der an Sprache und Literatur Freude hat. Allein die genialen Eröffnungsepisoden mit der Anreise auf die mallorquinische Insel und den ersten Tagen auf derselben machen schnell klar, was der unterirdischen Mainstream-Gegenwartsliteratur so bitterlich fehlt: Charisma, Ideenreichtum und Fabulierkunst, welche sich eben nicht mittels Möchtegern-Schreibe, Pseudo-Exhibitionismus, Primitiv-Humor und tumben Intellektualismen selbst desavouieren. Albert Vigoleis Thelen hingegen enttäuscht den Leser über die knapp 900 Seiten in keiner Zeile. Mit jedem Satz ist lesbar, spürbar, erfahrbar, dass hier ein ganz großer und zu jederzeit souveräner Schriftsteller am Werk ist. Für mich ist 'Die Insel' ein unerhofftes literarisches Großereignis zum Niederknien, vielleicht wirklich ein Jahrhundertwerk, dem nur ganz wenige andere Werke Paroli bieten können.


Südtirol West. Vinschgau - Meran - Kalterer See. 52 Touren zwischen Stilfser Joch und Sterzing - mit Meraner Höhenweg: Vinschgau - Meran - ... ... Joch und Sterzing mit Meraner Höhenweg
Südtirol West. Vinschgau - Meran - Kalterer See. 52 Touren zwischen Stilfser Joch und Sterzing - mit Meraner Höhenweg: Vinschgau - Meran - ... ... Joch und Sterzing mit Meraner Höhenweg
von Gerhard Hirtlreiter
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorbildlicher Führer, 27. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das hier aktuell in der 3. Auflage vorliegende Rother-Wanderbuch hat mich im Juli 2012 bei einer Vielzahl von Bergtouren bis weit über die 3.000er Marke im 'westlichen Südtirol' begeleitet, und auf die teils sehr konkreten Angaben zu Anforderungen, Schwierigkeit und Variationsmöglichkeiten war stets absolut Verlaß. Über Zeitangaben läßt sich natürlich streiten, da am Berg ein jeder sein eigenes Tempo geht. Wer ein bisschen im Gebirge herumkommt, wird dann schon wissen, wie lange er etwa für eine bestimmte Anzahl von Höhenmetern benötigt. Mir kommt es hingegen v.a. auf konkrete Hinweise zu Streckengestaltung und evtl. mitzuführender Ausrüstung an. Gerade wenn es ins hochalpine Gelände geht, will ich wissen, ob die Route über einen Gletscher führt und ich ggfs. Steigeisen, Klettersteigausrüstung oder ein Seil benötige, wobei auch hier die aktuelle Wetterlage evtl. nochmal bei einem Hüttenwirt erfragt werden sollte. Für die Normalwege werden diese Informationen vom Autor jedenfalls zufriedenstellend geliefert. Auch im Hinblick auf etwaige Umwelteinflüsse (z.B. Felssturz bei der Hochwilde) punktet der Führer dank der aktuellen Auflage. Und abschließend nicht zu vergessen: Die Auswahl der Touren, die für ein so umfangreiches Gebiet sicherlich nicht leicht gefallen ist, zeigt, dass der Autor ein Gespür für ansprechende Unternehmungen hat. Stimmungsvolle Bilder runden dieses Büchlein ab und machen Lust, sofort wieder die Stiefel zu schnüren und auf einen Berg zu kraxeln.


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