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Rezensionen verfasst von
Meiko Richert "richertmeiko" (Berlin)
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Die Vermessung der Welt (Deutsche Grammophon Literatur)
Die Vermessung der Welt (Deutsche Grammophon Literatur)
von Daniel Kehlmann
  MP3 CD
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großartiges Buch, gekürzte Lesung, 21. September 2015
Gleich vorweg: Ich liebe "Die Vermessung der Welt". Fast schon ein klassischer Abenteuerroman, voller witziger kultureller und philosophischer Anspielungen. Da ich das Buch schon kannte, hatte ich mir nun auch noch das Hörbuch der Deutschen Grammophon besorgt. Der Vortrag von Ulrich Matthes hat mir gut gefallen. Durch seine leicht distanzierte Sprechweise vermittelt er die eigenwilligen Dialoge sehr gut. Ein Sprecher kann nicht jedermanns Sache sein, ebenso kann ein Text nicht jedermanns Geschmack treffen. Die Synthese Kehlmann-Matthes ist aber aus meiner Sicht zu 100% gelungen. Leider ist dieses als "ungekürzte Lesung" beworbene Hörbuch in Wirklichkeit alles andere als ungekürzt. Wenn man das Buch parallel mitliest, fallen immer wieder ganze Passagen oder sogar Seiten auf, die für die Lesung weggelassen worden sind. Das ist etwas schade und ich denke, darauf hätte man in jedem Fall hinweisen müssen. Wer also auf ungekürzte Texte Wert legt, der könnte mit diesem Hörbuch eine Enttäuschung erleben. Für das Buch klare 5 Sterne, für die Kürzung leider 1 Stern Abzug.


Alter schützt vor Scharfsinn nicht
Alter schützt vor Scharfsinn nicht
von Agatha Christie
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Vom Abschiednehmen..., 29. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als ich "Postern Of Fate" (so der anspielungsreiche Originaltitel) mit 16 das erste Mal gelesen habe, habe ich es gehasst. Inzwischen, 25 Jahre später, gefällt es mir richtig gut; ich liebe die leise Melancholie, dieses Gefühl des Abschiednehmens, dieses Schwelgen in Erinnerungen. Schließlich war es Agathas letzter Roman, und das Wissen darum schimmert zwischen den Zeilen immer wieder durch. Sicherlich kein großartig komponierter Krimi (nach modernen Maßstäben wahrscheinlich überhaupt kein Krimi), aber für mich ein Buch, das ich immer wieder gern in die Hand nehme. Und obwohl ich es schon dreimal gelesen habe, vergesse ich die Auflösung immer wieder, sodass sogar noch ein bisschen Spannung für mich übrig bleibt. Bei "Mord im Orientexpress" oder einigen anderen Klassikern passiert mir sowas nie. Halte ich hier aber für keinen Nachteil. Daher trotz all der Mängel, die das Buch haben mag, von mir rein subjektive und liebevolle 4 Sternchen.


Ein Drama in den Lüften: Erzählungen aus luftigen Höhen (Taschenschmöker aus Vergangenheit und Gegenwart)
Ein Drama in den Lüften: Erzählungen aus luftigen Höhen (Taschenschmöker aus Vergangenheit und Gegenwart)
von Jules Verne
  Broschiert
Preis: EUR 8,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein weiteres schönes Buch aus der Reihe „Dornbrunnen Taschenschmöker“, 7. Juli 2015
Leider hat Amazon schon wieder Rezensionen zu verschiedenen Artikeln mit der gleichen Bezeichnung zusammengeworfen, was ein falsches – und leider negatives – Bild auf das vorliegende Buch wirft. Daher hier eine kurze Richtigstellung:
„Ein Drama in den Lüften: Erzählungen aus luftigen Höhen“ ist ein Buch aus dem Verlag Edition Dornbrunnen und enthält neben der Titelgeschichte von Jules Verne zusätzlich noch Erzählungen von Emilio Salgari, Karl May und zwei anonymen deutschen Autoren. Was auf den ersten flüchtigen Blick wie eine etwas seltsam anmutende Zusammenstellung wirken könnte, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als äußerst faszinierende Idee, denn Herausgeber Sven-R. Schulz hat hier verschiedene Werke zusammengestellt, die alle auf der gleichen Grundidee beruhen: einer katastrophal verlaufenden Ballonfahrt. Bei der Erstausgabe des Buches ist der Herausgeber noch von der Annahme ausgegangen, dass die später von May, Salgari und Co. veröffentlichten Geschichten mehr oder weniger von Jules Verne inspiriert worden sind. Weitere Recherchen haben dann später allerdings sogar noch ältere Texte nach dem gleichen Grundmuster zutage gefördert, sodass nach aktuellem Forschungsstand davon ausgegangen werden muss, dass sich auch Jules Verne nur auf ältere Quellen gestützt hat. Heute würde man vielleicht von Plagiat sprechen, doch im 19. Jahrhundert ist man offenbar wesentlich lockerer mit geistigem Eigentum umgegangen als heute. Die neu aufgefundenen Quellen und Geschichten werden voraussichtlich in einer Neuauflage des Buches berücksichtigt werden. Bis dahin bleibt „Ein Drama in den Lüften“ eine äußerst interessante und lesenswerte Stoffsammlung.
Erwähnenswert ist außerdem die liebevolle Gestaltung der Bücher. Die Bücher erscheinen in der Standardausgabe (Reihentitel „Dornbrunnen Taschenschmöker“) als illustrierte Taschenbücher mit einheitlichem Erscheinungsbild, können aber direkt über den Verlag auch als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag und Lesebändchen bestellt werden. Hier merkt man einfach, wie wichtig dem Herausgeber das Medium Buch ist. Es geht hier nicht darum, die nächste Kindle-Kopie der gesammelten Werke für 99ct unters Volk zu bringen; vielmehr geht es um das Buch als Kulturgut und Sammlerobjekt.


Sämtliche Werke (71 Titel in einem Buch) - Vollständige deutsche Ausgaben: Reise um die Erde in 80 Tagen + Reise nach dem Mittelpunkt der Erde + Die geheimnisvolle ... dem Meer + Der Kurier des Zaren + viel mehr
Sämtliche Werke (71 Titel in einem Buch) - Vollständige deutsche Ausgaben: Reise um die Erde in 80 Tagen + Reise nach dem Mittelpunkt der Erde + Die geheimnisvolle ... dem Meer + Der Kurier des Zaren + viel mehr
Preis: EUR 0,99

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beinahe komplett. Super mit kleinen Macken, 29. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin begeistert, so eine "komplette" Jules Verne-Sammlung für nur 99 Cent zu finden. Zuerst einmal ein herzliches Dankeschön dafür. Mir persönlich gefällt es sehr gut, alle Titel handlich in einer einzigen Sammlung zu haben, anstatt viele Einzeltitel auf den Kindle laden zu müssen.
Was einige Käufer bemängeln, die "Rechtschreibung von 1880", ist natürlich vollkommen in Ordnung, und vielleicht sollten die Anbieter hier nochmal gesondert darauf hinweisen, damit es nicht immer wieder zu langen Gesichtern kommt. Alle Texte sind, soweit ich es überblicke, der Erstausgabe des Verlags A. Hartleben, Wien / Pest / Leipzig entnommen, und die ist nun einmal in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gestartet. Damals schrieb und formulierte man einfach anders! Bei dieser Hartleben-Ausgabe ist das Urheberrecht bereits abgelaufen und nur deshalb kann man die Werke kostenfrei oder sehr günstig anbieten. Neue Bearbeitungen oder Neuübersetzungen gibt es ja auch, da zahlt man dann aber entsprechend andere Preise. Kleinere Fehler, die beim Einscannen entstanden sind, passieren natürlich immer mal, aber so schlimm finde ich sie nun auch wieder nicht. Da gibt es so manch aktuelleres Werk, das schlampig lektoriert worden ist, und in dem sich dann auch die Fehler häufen, selbst bei Bestsellern wie Stephen King.
Ein kleines Manko ist, dass ein Buch der Hartleben-Reihe fehlt, und zwar Michel Vernes "Das Reisebüro Thompson & Co."
Für die Bezeichnung "Sämtliche Werke" fehlen aufgrund der Urheberrechtsproblematik allerdings die erst in jüngerer Zeit publizierten "Das erstaunliche Abenteuer der Expedition Barsac", "Onkel Robinson", "Der Weg nach Frankreich", "Reise mit Hindernissen nach England und Schottland" und "Paris im 20. Jahrhundert". Dass diese nicht mit dabei sind, ist vollkommen verständlich und nachvollziehbar; das Fehlen des "Das Reisebüro Thompson & Co." ist allerdings etwas schade; vielleicht kann der Roman in einer aktualisierten Ausgabe dieses Ebooks noch nachgereicht werden. Das i-Tüpfelchen wären nun vielleicht noch die Originalillustrationen gewesen, aber wie groß wäre die Datei dann geworden? Naja, von diesen beiden Kleinigkeiten abgesehen, bin ich sehr zufrieden!


Shion
Shion

5.0 von 5 Sternen Genial, abwechslungsreich, Mucc!, 18. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Shion (Audio CD)
Ein grandioses Album einer der vielseitigsten Bands, die ich bisher hören dufte! Es geht rhythmisch-elektronisch mit dem Intro "Suion" los, bevor das Album dann mit "Fukurouno Yurikago" (etwas verhalten, aber rockig und durchaus ohrwurmverdächtig) regulär beginnt. Mit "Nuritsubusunara Enji" folgt dann für mich schon der erste große Höhepunkt des Albums: Es geht musikalisch in den Hardcore-Bereich, steigert sich aber in einen wirklich unvergesslichen Refrain. "Fuzz" startet absolut mitreißend mit seiner Mundharmonikamelodie, die leider nur ganz am Anfang des Songs zu hören ist. Aber - lieber Himmel - was für ein Anfang! Allein diese ersten 45 Sekunden sind den Albumpreis wert!
Das nachfolgende "Game" geht in eine ganz andere Richtung, ist etwas langsamer, sehr ergreifend, etwas Dark Wave, etwas Shoegaze... ein Song, der mir wirklich ans Herz gewachsen ist und der auch den Goths unter uns gefallen dürfte. "Chiisana Mado" ist eine bombastische Ballade mit Orchesterbegleitung, irre berührendem Gesang, einfach genial. Es folgen weitere wunderbare Stücke, die zwischen Rock, Hardcore und sogar Dance ("Sorawasure" könnte auch ein guter Anime-Opener sein) pendeln, bis "Libra" das Album dann auf schönste Weise ausklingen lässt. "Libra" fasziniert von der ersten bis zur letzten Minute durch seine einfallsreiche Instrumentierung und Melodik. Alles in allem: Danke für dieses schöne, niemals langweilig werdende Album, Mucc. Es ist schwer, die Melodien wieder aus dem Kopf zu bekommen, wenn sie sich einmal festgesetzt haben.
Kurz noch eine Bemerkung zur Optik der CD (ich habe hier die günstige CD-R (?) Pressung von Universal Music International (18. Januar 2013, ASIN: B00B2VWQTY) erworben, die leider das japanische Original in keinster Weise adäquat abbildet. Das "Cover" ist echt ein Witz, man hat einfach das Foto des Originalcovers auf einen Standardhintergrund geklatscht und sich noch nicht mal die Mühe gemacht, die weißen Seitenstreifen zu entfernen. Liner-Notes o.ä. gibt es natürlich auch nicht, Null, Nada. Na egal, ab ins Regal, Mucc höre ich sowieso fast nur über Kopfhörer.


Axis: Roman
Axis: Roman
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Woran wir uns nicht mehr erinnern können, das müssen wir wiederentdecken“, 7. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Axis: Roman (Kindle Edition)
Von den vielen negativen Kritiken sollte sich ein potentiell interessierter Leser nicht abschrecken lassen, sondern den Roman einfach selbst lesen und sich dann ein eigenes Urteil bilden. Ich gebe zu, ich habe aufgrund der schlechten Kritiken lange gezögert, die „Spin“-Fortsetzung zu lesen. Ich bin froh, es dennoch getan zu haben, sonst wäre mir ein wunderbar geschriebenes Buch entgangen.

Das größte Problem habe ich eigentlich mit dem Klappentext. Hier hat der Heyne Verlag eindeutig Mist gebaut, denn mit dem Verweis auf eine Expedition zu den Weltennetzwerken werden beim Leser Erwartungen geschürt, die das Buch natürlich nicht erfüllen kann. Denn es findet keine Expedition statt! Wenn überhaupt, dann begleiten wir die Protagonisten des Buches auf einer Reise in den Westen des Planeten Äquatoria. Eine Reise, an deren Ende jeder etwas anderes für sich erhofft: die Beantwortung vieler offener Fragen über das Verschwinden von Lise Adams‘ Vater, Kommunikation mit den Hypothetischen, Erleuchtung, die Bewältigung einer in die Brüche gegangenen Beziehung etc. Man kann schon erkennen, worauf das hinausläuft: Wilson bietet mit seinem Roman keine Standard-SF. Stattdessen geht es ihm um das Innenleben seiner Figuren, und ich finde, das ist ihm wirklich gelungen. Die bereits angesprochene Reise in den Westen von Äquatoria läuft dabei auf mehreren Ebenen ab, die Schauplätze wechseln immer wieder zwischen den handelnden Personen hin und her, bis sie schließlich zusammentreffen und die Reise gemeinsam beenden. Ein anderer Rezensent hat das Buch – nicht einmal unpassend – als Roadmovie bezeichnet. Dem kann ich zustimmen: Diese Roadmovie-Elemente finden sich ja in allen 3 Teilen von „Spin“ wieder. Und wenn wir ganz ehrlich sind: Diese Elemente sind nun mal ein wichtiger Bestandteil der SF oder Fantasy. Könnten wir uns Frodo und Sam ohne ihre Reise nach Mordor vorstellen? Professor Lidenbrock und Axel ohne die Reise zum Mittelpunkt der Erde?

„Axis“ ist anders als „Spin“, da es die Ereignisse nicht in einem großen zeitlichen Rahmen erzählt, sondern sich diesmal auf einen relativ kurzen Zeitraum beschränkt. Dabei wird ein kurzes aber prägnantes Licht auf die Entwicklungen in der Post-Spin Ära geworfen. Eine wichtige Rolle spielen der beängstigende Ascheregen, der über Äquatoria niedergeht, die Vierten und vor allem das Ministerium für Genomische Sicherheit (MfGS), deren Machenschaften ein mulmiges Gefühl in der Magengegend zurücklassen. Mehr möchte ich inhaltlich gar nicht andeuten, denn das Buch lebt davon, dass viele Fragen erst nach und nach geklärt werden. Würde man zu sehr ins Detail gehen, würde man die eine oder andere Überraschung verderben. Ich kann also jedem Leser nur raten, sich vorher nicht zu genau über den Inhalt des Romans zu informieren: Das Buch möchte selbst erlesen und entdeckt werden.

Die Fragen, die der Roman aufwirft, werden dabei befriedigend beantwortet. Wir erfahren auch eine Menge Wissenswertes über das (vermeintliche) Wesen der Hypothetischen. Das große Rätsel, das uns "Spin" zurückgelassen hat, wird noch nicht bis ins Detail gelöst, doch ich hoffe, dass wir am Ende von "Vortex" mehr wissen.


Der Zeitmaschine (Translated)
Der Zeitmaschine (Translated)

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sagt mal, wollt Ihr mich verscheißern?, 28. Dezember 2013
Ich hatte mich eigentlich gefreut, endlich mal eine deutsche Übersetzung von Wells' Werken für den Kindle bei Amazon zu finden, nur um dann feststellen zu müssen, dass es sich hier offenbar um eine ganz, ganz üble automatische Übersetzung handelt. Schlimm, wie inzwischen mit literarischem Weltkulturerbe umgegangen wird, und schlimm, dass Amazon solches Unwesen auch noch unterstützt, indem solche Machwerke tatsächlich kostenpflichtig angeboten werden.

Auszug gefällig? "Unsere Stühle, wobei seine Patente, umarmte und streichelte uns anstatt vorgelegt saß auf, und es war, dass luxuriöse After-Dinner-Atmosphäre, wenn Gedanken durchstreift anmutig frei von den Fesseln der Präzision."

Wie man sieht, handelt es sich hier nicht mehr um deutsche Sprache, sondern um wahllos aneinandergeklatschte Worte, wie sie der Google Translator oder andere Errungenschaften unserer Zeit gelegentlich ausspucken.

Jeder professionelle Übersetzer und jeder Liebhaber guter Bücher darf sich angesichts solcher Machenschaften verschaukelt vorkommen. Und es handelt sich bei diesem eBook keineswegs um einen Einzelfall: unter "M Angelo" finden sich weitere schlimme Vergehen an der Weltliteratur. Mark Twain, Nietzsche, Dickens, Austen und viele andere Autoren mussten schon daran glauben. Die Autoren sind seit langem tot und können sich nicht mehr wehren, aber müssen wir als Kunden jeden Mist schlucken?

So nicht!


Elvis Sonnigen Bär
Elvis Sonnigen Bär
Preis: EUR 1,02

1.0 von 5 Sternen Bitte?, 25. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Elvis Sonnigen Bär (Kindle Edition)
Was bitte schön soll denn das sein? Ein englischer Text, von einer Software automatisch übersetzt? Hier reicht schon die kurze Leseprobe; solche "Texte" überhaupt zum Kauf anzubieten überschreitet bereits die Grenze zur bodenlosen Frechheit.


Der Weg nach Frankreich (Taschenschmöker aus Vergangenheit und Gegenwart)
Der Weg nach Frankreich (Taschenschmöker aus Vergangenheit und Gegenwart)
von Sven-R. Schulz
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine weitere Lücke in der Sammlung geschlossen, 6. Februar 2013
Als Mitte 2012 bekannt wurde, dass „Der Weg nach Frankreich“ endlich auch in deutscher Sprache erscheinen sollte, war das schon eine kleine Sensation für die Freunde des französischen Autors Jules Verne. Denn obwohl die gewaltige Romanreihe „Voyages Extraordinaires“ in Deutschland nahezu vollständig vorlag, klaffte in ihr mit dem bislang nie übersetzten „Chemin de France“ noch immer eine schmerzliche Lücke. Bis 2012, denn so lange sollte es nach der Erstausgabe von 1887 dauern, bis sich ein deutscher Verlag fand, der gewillt war das Buch zu veröffentlichen. Über die Gründe dieser langen Verzögerung ist im Vorfeld viel gerätselt worden, und verschiedene Ansätze zur Klärung liefert das Nachwort des Vorsitzenden der deutschen Jules Verne Gesellschaft, Bernhard Krauth. Möglicherweise lag es tatsächlich an der als nicht Verne-typisch eingestuften Handlung des Buches (ein historischer Stoff ohne phantastische oder futuristische Elemente) oder an der deutschfeindlichen Sprache Vernes, der hier wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt und alles Deutsche als hässlich, arrogant und hinterhältig zeichnet. Diese überzogene Darstellung von Nationalitäten oder fremden Kulturen ist jedoch ein sehr typisches Zeitphänomen und gleichzeitig ein Stilmittel, das Verne immer wieder einsetzte, sei es gegenüber Engländern, Juden oder eben uns Deutschen. Übersetzte und hierzulande immer wieder neu aufgelegte Beispiele, wie „Die 500 Millionen der Begum“, gibt es im Œuvre des großen Phantasten jedoch genug, so dass dieser Ansatz nicht ganz befriedigen kann. Vielleicht ist der Roman auch ganz einfach übersehen worden, wie es kurze Zeit später mit „Cäsar Cascabel“ noch einmal geschehen sollte, der vermutlich durch ein Versehen nicht bei Hartleben erschienen war, sodass sich ein anderer Verlag die Veröffentlichungsrechte sichern konnte. Welche Theorie auch immer zutreffend sein mag: In jedem Fall scheint der Roman auf die eine oder andere Weise als ungeeignet oder unerwünscht eingestuft worden zu sein, was dazu führte, dass er schließlich vergessen und nie übersetzt wurde.

Nach langer Vorbereitungszeit initiierte der deutsche Jules Verne Club in den letzten Jahren eine deutsche Übersetzung durch Gudrun Hermle. Für die Clubmitglieder gab es im Herbst 2012 dann endlich eine wunderbar gestaltete, gebundene Ausgabe, die optisch und haptisch an die klassischen Hartleben-Ausgaben erinnern sollte.
Die erste deutsche Ausgabe für den Buchhandel besorgte Sven-Roger Schulz mit seiner Edition Dornbrunnen in enger Zusammenarbeit mit dem Jules Verne Club. Der Verlag ist Freunden des französischen Phantasten bereits mit dem Sammelband „Der Humbug“ (ISBN 9783943275001) äußerst positiv aufgefallen. „Der Weg nach Frankreich“ liegt nun seit Ende 2012 in einer sehr ansprechenden Taschenbuchausgabe vor, die sämtliche Illustrationen der französischen Erstausgabe reproduziert und im Gegensatz zur Clubausgabe sogar noch einen etwas umfangreicheren Anmerkungsapparat enthält. Eine gebundene Ausgabe soll zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen, allerdings wird diese Ausgabe dann wohl ausschließlich über die Verlagswebseite zu beziehen sein.

Inhaltlich hat Andreas Fehrmann den „Weg nach Frankreich“ bereits recht ausführlich dargestellt, deshalb möchte ich mich nur auf einige wenige Eindrücke beschränken. Der Roman beschreibt die Flucht einer französischen Familie aus Deutschland zu Beginn des Revolutionskrieges im Jahre 1792. Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive des Rittmeisters Natalis Delpierre geschildert, der aus einfachen und relativ ungebildeten Verhältnissen stammt, was sich auch in seiner Sprache widerspiegelt – einfache und kurze Sätze bestimmen das Bild. Damit erzeugt Verne ein sehr authentisches Bild, das glücklicherweise auch in der flüssigen Übersetzung erhalten bleibt. Wie bei Jules Verne üblich, beginnt der Roman recht gemächlich, steigert aber die Spannungskurve gegen Ende zusehends. Sicher ist es richtig, dass die Thematik des Buches ein klein wenig untypisch für Verne erscheint, allerdings hat der Autor in seinem umfangreichen Gesamtwerk immer wieder historische Themen verarbeitet, z.B. in „Die Familie ohne Namen“, „Mathias Sandorf“ oder „Der Archipel in Flammen“.

„Der Weg nach Frankreich“ ist ein (etwas routiniert verfasster) Abenteuerroman aus der Feder Jules Vernes, der zwar nicht ganz in der Liga seiner großen Klassiker mitspielt, aber dennoch solide Unterhaltung bietet. Dem selbst auferlegten Anspruch des Autors nach Wissensvermittlung wird das Buch gerecht, indem es wie nebenbei die Menschen und Gepflogenheiten einer längst vergangenen Epoche wiederauferstehen lässt. Endlich ist eine weitere Lücke im Werk Jules Vernes geschlossen, und dafür kann man allen Beteiligten einfach nur dankbar sein.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 20, 2013 5:25 PM CET


Der Mann im braunen Anzug
Der Mann im braunen Anzug
von Agatha Christie
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Buch gut, Übersetzung unbefriedigend, 5. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann im braunen Anzug (Taschenbuch)
"Der Mann im braunen Anzug" erschien 1924 und ist damit eines der ersten Bücher, die Lady Agatha veröffentlicht hat. Normalerweise mag ich persönlich mehr ihre späteren Werke, dieses Buch hat mir aber aufgrund der "exotischen" Schauplätze und der spannenden Erzählweise doch sehr gut gefallen.
Inhaltlich ist es damit auf jeden Fall empfehlenswert, allerdings muss ich hier einmal auf die Qualität der deutschen Übersetzung eingehen.

Ich habe das Buch erst in deutscher und danach in englischer Sprache gelesen und leider muss ich sagen, dass in der Übersetzung viele gute Szenen ruiniert wurden. Ganze Absätze wurden sinngemäß zusammengefasst und die im Original wirklich sehr spritzige Sprache der Autorin wurde grundlegend entschärft. Das Ergebnis liest sich streckenweise wie eine Nacherzählung.

Hier einmal ein Beispiel vom Beginn des 20. Kapitels.

Original:

I drove to the hotel. There was no one in the lounge that I knew. I ran upstairs and tapped on Suzanne's door. Her voice bade me "come in." When she saw who it was she literally fell on my neck.
"Anne, dear, where have you been? I've been worried to death about you. What have you been doing?"
"Having adventures," I replied. "Episode III of The Perils of Pamela'." I told her the whole story. She gave vent to a deep sigh when I finished.
"Why do these things always happen to you?" she demanded plaintively. "Why does no one gag me and bind me hand and foot?"
"You wouldn't like it if they did," I assured her. "To tell you the truth, I'm not nearly so keen on having adventures myself as I was. A little of that sort of thing goes a long way."
Suzanne seemed unconvinced. An hour or two of gagging and binding would have changed her view quickly enough. Suzanne likes thrills, but she hates being uncomfortable.
"And what are we all doing now?" she asked.

Übersetzung:

Ich fuhr zum Hotel, rannte die Treppe hinauf und klopfte an Suzannes Tür. Als sie mich erkannte, fiel sie mir um den Hals. «Anne, meine Liebe, wo hast du gesteckt? Ich war zu Tode erschrocken, als du nicht ins Hotel zurück- kehrtest. Was hast du angestellt?»
Hastig erzählte ich ihr die ganze Geschichte.
«Und was sollen wir jetzt tun?», fragte sie.

Man kann das Buch an beliebiger Stelle aufschlagen und dabei die deutsche/englische Fassung vergleichen - es finden sich fast überall solche "Zusammenfassungen", bei der leider auch der ganze Sprachwitz von Frau Christie über Bord gegangen ist. Warum nur? War das die Entscheidung der Übersetzerin (Margret Haas), oder hat hier der ehemalige deutsche Verlag herumgepfuscht? Hier muss dringend eine aktualisierte und moderne Übersetzung her. Der Fischer Verlag hat ja auch einige der Neuübersetzungen des Scherz Verlags im Programm, die allesamt sehr gelungen sind.

Fazit: Ein wunderbares Buch - im Original. 5 Sterne würde ich für einige der großen späteren Romane von Agatha Christie reservieren, wie "Tod auf dem Nil" oder "16 Uhr 50 ab Paddington", daher 4 solide Sterne für das englische Original und leider ein Stern Abzug für die altbackene deutsche Übersetzung.


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