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Rezensionen verfasst von
Andrea Sandow
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Ich will leben: Ein russisches Tagebuch 1932-1937
Ich will leben: Ein russisches Tagebuch 1932-1937
von Nina Lugowskaja
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alltag im stalinistischen Rußland der 30er Jahre, 17. März 2006
Ich fand es beeindruckend, wie dieses Mädchen heranwachsen musste und dabei doch noch ein Kind war, das aber oft schon mit dem Ernst der Erwachsenen das Leben reflektiert. Der Einblick in den russischen Alltag in dieser Zeit scheint sehr authentisch und zugleich erschütternd.


Geld oder Leben
Geld oder Leben
von Birgit Vanderbeke
  Gebundene Ausgabe

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Humorvoller Tiefgang, 5. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Geld oder Leben (Gebundene Ausgabe)
Ihre Bücher sind Programm, jedenfalls für mich, ihr atemloser Schreibstil lässt mich nur so durch die Zeilen hecheln, am liebsten lese ich ihre Bücher am Stück in einem Rutsch durch. Auch dieses hat mir wieder sehr gefallen. Humorvoll lässt die Protagonistin ihre Kindheit, die Übersiedlung aus der DDR in die Freiheit des Westens, ihre Freundschaften, den Zerfall ihrer Familie, die Beziehung zu Hänschen Hohmann und die Gründung einer eigenen Familie, rükblicken Revue passieren. Immer aus dem Blickwinkel des Geldes und der Einstellung dazu, auch hier gelingt ihr wieder der Spagat, auf witzige und unterhaltsame Weise ein Thema aufzubereiten, das philosphischen Tiefgang hat. Gesellschaftskritisch nimmt sie die Maßstäbe, die gesetzt werden, unter ihre Lupe. Mit wenigen Worten schafft sie es, alltägliche und jedem bekannte Situationen sehr realistisch zu beschreiben. Woran glaubt der Mensch?, ist die zentrale Frage und die Ich-Erzählerin, und das ist wieder so Vanderbeke-typisch glaubt an ihre Kletterpflanze und an ihre Großmutter, während viele ihrer Freunde an das Geld glauben...


Hauke Haiens Tod
Hauke Haiens Tod
von Robert Habeck
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der "moderne" Schimmelreiter, 4. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Hauke Haiens Tod (Taschenbuch)
Natürlich denkt man zuerst an den Schimmelreiter, da ich den als Schullektüre sehr mochte, war ich gespannt, was für neue Erkenntnisse in diesem Roman auf mich warten würden. Irgendwie war ich dann schon leicht irritiert, dass die Handlung in unsere heutige Zeit verlegt wurde, aber genial gemacht. Ich habe unheimlich viel Spaß an diesem Buch gehabt, anfangs spielt es noch in Hamburg, dann aber nur in Ostfriesland, wenn man diese Landschaft mag, dann mag man auch dieses Buch. Es ist die Geschichte von Wienke, einer jungen Erwachsenen, die in einem Heim für Betreutes Wohnen lebt und ein Waisenkind ist, sich auf die Suche nach ihren Wurzeln macht, dabei kommt schnell heraus, dass sie gar nicht Elisabeth Schmidt heißt, sondern Wienke Haien, die angeblich während der Sturmflut mit ihren Eltern, Hauke und Elke, ertrunken ist. Das Ganze wird dann wie ein Krimi aufgerollt. Der ehemalige Knecht, Iven, der bis zur Sturmflut auf dem Hof der Haiens angestellt war und Wienke damals rettete, ihr den falschen Namen und sie in ein Kinderheim gab, stellt sich ebenfalls seiner verdrängten Vergangenheit. Gemeinsam kehren sie in das Schicksalsdorf zurück und rollen Stück für Stück die Ereignisse in der Sturmflutnacht wieder auf.
Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen, mich herrlich amüsiert und ein bisschen in Urlaubserinnerungen, schöne Nordseeimpressionen, geschwelgt.


Onkel Toms Hütte, Berlin
Onkel Toms Hütte, Berlin
von Pierre Frei
  Taschenbuch

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen spannende frauengeschichten, 3. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Onkel Toms Hütte, Berlin (Taschenbuch)
Im Sommer 1945 halten brutale Frauenmorde die Berliner Kripo und amerikanische Besatzungszone, in der Nähe des U-Bahnhofs Onkel Toms Hütte, in Atem. Alle Frauen haben eines gemeinsam, sie sind blond, deutsch und arbeiten im Dienstleistungsbereich für die amerikanischen Besatzer. Alle Frauen fangen nach dem Krieg gerade wieder an, neuen Mut zu schöpfen und ein neues Leben zu beginnen. Von jeder gefundenen Leiche wird die Lebensgeschichte erzählt. Die zum Teil sehr unter die Haut gehen, es wird erzählt, wie sie mitten im Leben stehen, während das Dritte Reich zu erblühen beginnt, völlig unpolitisch, ignorieren sie komplett die neuen braunen Machthaber, bis sie mit dem System in Konflikt geraten und das, weil sie menschlich sind. Sie wachsen über sich hinaus, treten mutig aus ihrem unpolitischen Schatten und zeigen Courage. Es sind Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, wobei es der Autor hervorragend versteht, deren Leben realistisch darzustellen. Er fängt auch gut, die dann folgende, Nachkriegszeit ein, so wie man es aus Erzählungen von Verwandten kennt, der Schwarzmarkt, Jugendliche, die sich für Essen und neuesten amerikanischen Chic und Musik interessieren. Eingebettet in einen Krimi hat das Buch Spannung, Minuspunkte gibt es für die Sprache, da holpert es doch so manches Mal und oft werden auch Klischees nicht ausgelassen.


Tod im Sommer
Tod im Sommer
von William Trevor
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen beklemmend und traurig, 3. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Tod im Sommer (Taschenbuch)
Thaddeus hat seinen etwas heruntergekommenen Landsitz nie verlassen, sein Erbe und seine lieblose Kindheit halten ihn an diesem Ort. Als er heiratet und mit dem Vermögen seiner Frau endlich die finanziellen Sorgen los ist, weiß er aber auch, dass er nicht in der Lage ist zu lieben. Eine Ehe die auf Basis der Vernunft geschlossen wurde und doch harmonisch verläuft. Kurz nach der Geburt der kleinen Tochter, kommt die Mutter und Ehefrau durch einen Unfall ums Leben. Der Witwer und seine Schwiegermutter beschließen, ein Kindermädchen einzustellen und da tritt Pettie auf, ein schmuddeliges Mädchen mit einem gefälschten Zeugnis, bewirbt sich um die Stelle und wird wie alle anderen abgelehnt. Aber Pettie verliebt sich in Thaddeus, eigentlich ist sie noch ein Kind, im Heim groß geworden, hat auch sie nie wirkliche Liebe kennen gelernt und sucht nun nach einem Weg in dieses Haus und Thaddeus seine Aufmerksamkeit zu erlangen.
Es sind alles tragische Figuren, der Roman ist traurig und die Handlungen basieren auf Verzweifelungen. Ein Todesfall zieht andere nach sich und es werden Lebensläufe erzählt beziehungsweise angedeutet, die das Muster der Verhaltensweisen erklären.
Als die Schwiegermutter beschließt das Enkelkind selbst aufzuziehen und zu Thaddeus ins Haus zieht, nimmt das Unglück seinen Lauf, denn Pettie ist ständig auf Beobachtungsposten und eines Tages entführt sie das Baby, ihr Plan, den Vater des Kindes davon zu überzeugen, dass die Großmutter zu alt für die Beaufsichtigung des Kindes ist, läuft schief...
Und dann ist da noch Albert, ein Freund aus dem Kinderheim von Pettie, der in seiner Einfalt nur Gutes will, ungeliebt und ausgenutzt, schafft er Licht in das Dunkel der Geschichte.
Es ist der Stil Trevors, der den Leser immer nachdenklich zurücklässt, erst am Ende des Romans wird die ganze Tragik bewusst.


Dem Rad in die Speichen fallen - Die Lebensgeschichte des Dietrich Bonhoeffer
Dem Rad in die Speichen fallen - Die Lebensgeschichte des Dietrich Bonhoeffer
von Renate Wind
  Taschenbuch

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen informativ, aber ein bisschen zu nüchtern, 18. Februar 2004
Die Lebensgeschichte des Dietrich Bonhoeffers wird hier in sachlicher und nüchterner Form erzählt, besonders interessant und vollkommen neu für mich persönlich, war die Geschichte der evangelischen Kirche zur Zeit des Dritten Reiches, ich habe gar nicht gewusst, dass die Hitler so ergeben und deshalb innerlich sehr zerstritten waren. Dramatisch finde ich die Hinrichtung Bonhoeffers kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, ein paar Tage später, wäre er frei gewesen. Er selbst wird als sehr aufrichtig und mutig geschildert, ein Mann mit Zivilcourage, der sich immer wieder mit den Glaubensfragen auseinandersetzt und auch als Christ lebt.


Im Federhaus der Zeit: Roman
Im Federhaus der Zeit: Roman
von Birgit Bauer
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein eindringlicher und sehr gut recherchierter Roman, 12. Februar 2004
Schon allein den Titel finde ich ausgesprochen schön und habe mich dadurch zum Lesenwollen animieren lassen. Parallel werden hier zwei Kindheiten erzählt, von Mutter und Tochter. Die sich ständig abwechselnden Passagen zeugen von erschreckender Ähnlichkeit. Während die Mutter ein sogenanntes Lebensbornkind ist und deshalb von vornherein viel Ablehnung und später Scham verspürt, während des Krieges in verschiedenen Heimen aufwächst, geht es ihrer Tochter Lisa in den sechziger Jahren nicht viel anders. Ebenfalls verbringt sie ihre ersten Kinderjahre in einem Heim und ist unglaublicher Kälte und Repressalien ausgesetzt. So nach und nach wird die Geschichte aufgedröselt. Die Mutter findet erst Ruhe und eine gewisse Ordnung in ihrem Leben, als sie kurz vor Ende des Krieges zu einer wohlhabenden Pflegefamilie nach Stralsund kommt. Hier wird sie zwar durch die Frau des Hauses auch noch immer schikaniert und bloßgestellt, aber doch erfährt sie auch viel Liebe und Anerkennung. Sie wächst heran, die Russen marschieren ein, die DDR wird gegründet und irgendwann will sie wissen, woher sie kommt.
Später flüchtet sie nach Westdeutschland und hier versucht sie mit ihrer, aus einem Heim entführten Tochter, sich ein Leben aufzubauen. Lisa leidet unter den wenigen Informationen, die sie zur Familie bekommt, sie stellt später dann die Nachforschungen an und ist es auch, die irgendwann sich und ihre Mutter versteht.
Von diesem Buch war ich wirklich sehr beeindruckt, es steckt viel drin, neben der wirklich gut recherchierten lokalpolitischen Geschichte, sind viele Schilderungen in dem Buch, die sehr unter die Haut gehen und am Ende wird all das Gelesene in Frage gestellt, gerade, was die Kindheit der Mutter betrifft, was ist wahr und was hat sie sich alles ausgedacht. Lange nach der Wende fährt Lisa nach Stralsund und stellt entsprechende Nachforschungen an und der Leser bleibt neugierig und nachdenklich zurück, weil es kein rundes Bild zum Abschluss gibt und irgendwann kommt man drauf, das genau dies beabsichtigt wurde.
Kann ich unbedingt empfehlen und ist garantiert ein Buch, was ich ein weiteres Mal lesen werde.


Durst: Roman
Durst: Roman
von Michael Kumpfmüller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

8 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Warnung!, 12. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Durst: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein ungeheuerliches Buch, ich weiß nicht, warum es den Weg auf meinen Weihnachtswunschzettel fand. Abgestoßen und angezogen, gleichzeitig, las ich dieses Buch. Ich kann mich noch genau erinnern als die Schlagzeilen eines Sommers durch sämtliche Medien gingen, eine junge Mutter hatte ihre zwei kleinen Söhne allein in der Wohnung gelassen und das über mehrere Tage, eingesperrt in ihrem Zimmer mit ein paar Tetrapacks Orangensaft. Es stimmt, ich habe mich damals oft gefragt, was geht in so einer Frau vor. Kumpfmüller hat eine Art Protokoll über diese Tage geschrieben, ganz bewusst auf die Namen der Kinder verzichtet und nur aus der Sicht der Mutter wird es erzählt, ihr Tagesablauf, ihre ständigen Unsicherheiten und Versagensängste, ihre lieblosen Liebschaften, alles sehr deprimierend und wirklich furchtbar, ein Buch, was man besser nicht lesen sollte...


Halbschwimmer: Erzählungen
Halbschwimmer: Erzählungen
von Katja Oskamp
  Gebundene Ausgabe

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gelungenes Stück DDR-Geschichte, 12. Februar 2004
Mit diesem Buch habe ich mir selbst eine gelungene Überraschung bereitet und mich beim Lesen sehr gut unterhalten. Verschiedene Kurzgeschichten, aber alle miteinander verknüpft, berichten vom Erwachsenwerden und das mal wieder im DDR-Alltag, aber dieser ist so absolut normal dargestellt, das fand ich richtig toll. Wir haben zum Beispiel in der Schule nie Russisch-Raum oder Sprachlabor gesagt, es war das „Russischkabinett" und das gab es auch für Physik und Chemie, den Ausdruck habe ich total vergessen, geht aber auch in den Geschichten unter. Diese handeln von der Beziehung zu den Eltern, Vater ist hochrangiger NVA-Offizier und Mutter Schuldirektorin, von den Liebschaften, die Protagonistin steht auf ältere Männer und von Kindheitserinnerung. Besonders zu Herzen ging mir die Geschichte über den Aufenthalt bei den Großeltern, weil solche Ferientage auch zu meinen schönsten Erinnerungen zählten.
Die Autorin ist 1970 geboren und ich glaube, die muss ich mir merken!


Kein Himmel über Berlin: Eine Kindheit
Kein Himmel über Berlin: Eine Kindheit
von Helga Schneider
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr authentisch geschrieben und unter die Haut gehend, 12. Februar 2004
Die Autorin von ï¿Laß mich gehenï¿ beschreibt hier ihre Kindheit, nach dem ihre Mutter sie und ihren Bruder verließ, um als Aufseherin im KZ zu arbeiten. FÃr Helga beginnt eine Odyssee: fÃr kurze Zeit findet sie Geborgenheit bei der Großmutter, dann heiratet ihr Vater erneut und sie und ihr Bruder leben bei der Stiefmutter. Diese schließt den niedlichen kleinen Peter sofort in ihr Herz, wÃhrend sie Helga nur Strenge und KÃlte angedeihen lÃsst. SpÃter gibt sie das MÃdchen erst in eine Anstalt, dann in ein Heim fÃr Schwererziehbare. Zum Ende des Krieges kehrt Helga zur Stiefmutter und deren Familie zurÃck, dort wartet auf sie, ein Dahinvegetieren im Keller. Berlin steht unter Dauerbombardements, alle Bewohner leben gemeinsam unter unglaublichen Bedingungen im Keller des Hauses. Die Handlung ist aus der Sicht des Kindes geschrieben, neben den schrecklichen Kriegsereignissen, leidet Helga unter dem Liebesentzug. In einem kurzen Ausblick setzt sich diese unertrÃgliche Situation fÃr ein Kind auch in den ersten Nachkriegsjahren fort.
Nun reizt mich natÃrlich ihr anderes Buch ï¿Laß mich gehenï¿, was ja die Auseinandersetzung mit ihrer leiblichen Mutter und die Fortsetzung ihres Lebens zum Inhalt hat.


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