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Rezensionen verfasst von
Richard K. Breuer (Wien)
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Seide
Seide
von Alessandro Baricco
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein leichter Stil!, 23. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Seide (Taschenbuch)
Als ich die ersten Zeilen von "Seide" las, war ich völlig hin und weg. Noch nie zuvor hatte ich in einem Roman solche lyrische Einfachheit gelesen. Es packte mich. Inspirierte mich. Viel, sehr viel habe ich diesem Büchlein zu verdanken, wenn gleich ich sagen muss, dass es gegen Ende schwächer wird. Aber was macht es schon? Die erste Hälfte spottet jeder nüchternen Beschreibung. Genialste Schreibeskunst, vor der man sich nur verneigen kann!


Der Junge: Eine afrikanische Kindheit
Der Junge: Eine afrikanische Kindheit
von J.M. Coetzee
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

4.0 von 5 Sternen Gelungene Erzählung aus vergangenen Tagen!, 23. Februar 2008
Ja, das Buch ist wirklich gelungen. Gut geschrieben. Respekt. Was mich vielleicht ein wenig störte war, dass die ganze Zeit von "Afrikaans" geredet, es aber nicht erklärt wurde. Dass diese die ehemaligen Holländer, sprich Buren sind, kann man sich freilich zusammen reimen. Dass diese aber "dunkler" als die Engländer sind, nun, das verblüffte mich. Kann das Buch getrost empfehlen. Ja, manchmal sehnt man sich nach ein bisserl Abgeschiedenheit, wie es sie auf einer Farm in Südafrika gibt, bzw. gegeben hat.


Eine Nacht mit Lolita: Begegnungen mit Büchern und Menschen
Eine Nacht mit Lolita: Begegnungen mit Büchern und Menschen
von Rick Gekoski
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spritziges Lesevergnügen, 23. Februar 2008
Ja, wunderbar süffig und spritzig zu lesen. "Lehrreich" ist es auch (wenn man wissen möchte, wie viel man hinblättern müsste, wollte man Kafkas Manuskript kaufen). Angloamerikanische Autoren sind klar im Vorteil, wenn es um witzig-ironisch-verspielte Kommentare geht. Würde sich ein deutschsprachiger Autor trauen, den folgenden Satz zu schreiben, ohne anmaßend und präpotent daherzukommen?

"Wenn Sie Enid Blyton lieber als Tolkien mögen, ist das für mich in Ordnung. Wenn Sie glauben, sie sei eine bessere Schriftstellerin als Tolkien, sind Sie entweder ein argloses Kind oder ein Trottel."

Leider ist das Büchlein wahrlich kurz - da hilft auch die schön gebundene Ausgabe nicht drüber hinweg. Aber wie ich gerade gesehen habe, gibt es noch ein weiteres Buch von Gekowski zu diesem Thema. Werde ich mir besorgen.


Marie Antoinette: Bildnis eines mittleren Charakters
Marie Antoinette: Bildnis eines mittleren Charakters
von Stefan Zweig
  Sondereinband
Preis: EUR 12,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragendes Portrait, 23. Februar 2008
Bis ins Kleinste recherchiert, sehr akribisch setzt sich Stefan Zweig mit der Seele, dem Charakter von Marie-Antoinette auseinander. Dabei versucht er mit viel Einfühlungsvermögen und psychologischem Scharfsinn die leeren (nicht überlieferten) Stellen mit seinen Überlegungen zu füllen. Darüber kann man natürlich geteilter Meinung sein - für meinen Teil waren seine Überlegungen nachvollziehbar. Empfehlenswert.


Joseph Fouché: Bildnis eines politischen Menschen
Joseph Fouché: Bildnis eines politischen Menschen
von Stefan Zweig
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterhafte Spannung!, 23. Februar 2008
Wahrlich, das Buch ist spannender als alle Kriminalgeschichten zusammen. Im Besonderen der Abschnitt der französischen Revolution, der von Stefan Zweig als Duell zwischen Robespierre und Fouché beschrieben wird. Meisterhaft!


Die Tatsachen: Autobiographie eines Schriftstellers
Die Tatsachen: Autobiographie eines Schriftstellers
von Philip Roth
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Faszinierende Autobiographie!, 23. Februar 2008
Mit Philip Roth kam ich das erste Mal vor ein paar Wochen - mit dem dünnen Büchlein "Die Prager Orgie" - in Kontakt. Und da mir diese wahrlich amüsante Erzählung gefallen hat, widmete ich mich seiner Autobiographie.

Der "gewöhnlichen" Selbstbeschreibung stellt Roth einen Prolog voran. Darin schreibt er seinem Protagonisten aus vergangenen Erzählungen einen Brief, in dem er ihm das "Manuskript" der Biographie zuschickt und ihn bittet, Stellung zu nehmen. Im Epilog wird der Kreis geschlossen und der fiktive Protagonist antwortet auf diesen Brief.

Als unbedarfter Roth-Leser ist der Prolog und der Epilog nicht gerade lesenswert - zu viele Querverweise auf alte Bücher werden da lang und breit strapaziert. Aber die Autobiographie selbst hat mich fasziniert, hat mich nicht losgelassen. Sie ist gut und spannend geschrieben, von einer hübschen Offenheit, aber zu kurz, zu schnell werden manche Themen abgehandelt. Manchmal würde ich gerne mehr erfahren. Vermutlich ist das dem unstillbaren Durst des lesenden Voyeurs zu verdanken.

[immerhin "verdanke" ich Mister Roth den kurzfristigen Verlust eines Gemäldes. Als ich im Zug saß, neben mir das gerade gekaufte Gemälde, und in seiner Autobiographie las, da vergaß ich alles um mich - und stieg wenig später aus - ohne dem Bild. Gottlob wurde es nach zwei Wochen "gefunden".]


Die Prager Orgie: Ein Epilog
Die Prager Orgie: Ein Epilog
von Philip Roth
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,90

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Empfehlung!, 23. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Prager Orgie: Ein Epilog (Taschenbuch)
Bis dato hab ich nichts von Philip Roth gelesen, kannte ihn nur vom "Hörensagen" und versuchte mich mal an einem dünnen Bücherl von ihm. Anfänglich wurde ich nicht recht warm (obwohl ich jetzt nicht verstehe, warum), nahm es zur Hand, blätterte rein, legte es wieder weg. Aber nach dem ersten Kapitel kam ich dann doch in die Geschichte, die Seite um Seite immer bizarrer und (vor allem) witziger wurde! Das hätte ich dem Mister Roth nicht zugetraut.

In einem (XING-)Forum wurde er der "Altherrenfantasien" bezichtigt - das vorliegende Buch schrieb er vor etwa zwanzig Jahren, da war der gute Roth über 50. Aber seine Fantasien sind nicht von schlechten Eltern. Immerhin darf er sich rühmen, auf einer Seite öfters das Wort f***n geschrieben zu haben, als andere in einem ganzen Roman. Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) ist es pointiertes Amüsement. Und in Prag der 70er spielt es nebenbei.

Kann ich nur empfehlen.
[habe begonnen, seine Autobiographie zu lesen]


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