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Piratenbraten (On the high seas)

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The Hobbit: An Unexpected Journey (Limited Deluxe Edition inkl. 6 Bonustracks)
The Hobbit: An Unexpected Journey (Limited Deluxe Edition inkl. 6 Bonustracks)

23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Musik top, Verpackung flop, 2. Januar 2013
Ich reihe mich ein in die Riege derjenigen, die hier über die schlechte Verpackung bzw. Hülle dieser "Deluxe"-Edition klagen und möchte gleichzeitig klarstellen, dass die darauf enthaltene Musik über jegliche Kritik erhaben ist (abgesehen vielleicht einmal von der Seichtpop-Variante des genialen "Misty Mountains", doch das ist Geschmackssache und man hat sich ja mittlerweile auch daran gewöhnt, dass ein solcher, dem Durchschnitts-Hörverständnis anscheinend angepasster, seichterer Track auf fast jeden Soundtrack mit drauf muss. Ich wage immer noch zu bezweifeln, dass sich irgendein HdR-/Hobbitfan das Album dieses Tracks wegen kauft bzw. dass damit neue Fans hinzugewonnen werden können, aber nun gut).
Wer sonst als Howard Shore wäre fähig gewesen, den musikalischen Anschluss an die Herr der Ringe-Trilogie zu schaffen, beladen mit der schweren Aufgabe, sich einerseits nicht zu wiederholen, andererseits Wiedererkennungswert für bestimmte Orte und Figuren zu schaffen, das alles vor dem Hintergrund, dass hier Ereignisse vertont werden sollen, die sich weit vor dem Herrn der Ringe abgespielt haben und demnach auch entsprechend "älter" klingen müssen.
Shore hat das genial gelöst indem er bekannte Themen, z.B. die Bruchtal-Melodie oder Galadriels Thema zwar anklingen lässt, aber ganz leicht, oft nur nuanciert, Rhythmus, Intonation oder Tempo verändert. Bei den Hobbit-Themen wurden teils alte Instrumente aus dem 18. Jahrhundert verwendet, so dass diese Melodien dem Hörer zwar vertraut vorkommen, aber nicht einfach stumpf bekannte HdR-Gewohnheiten bedienen.
Dazu gesellen sich jede Menge Neukompositionen, die es hervorragend schaffen, sich in das bestehende Oeuvre einzugliedern und beim Hörer schnell wieder diese Gefühl von "daheim in Mittelerde sein" hervorrufen.
Mit dem von Richard Armitage (Thorin) und dem Zwergencast eingesungenen "Misty Mountains" liegt dann noch ein ganz besonderer Gänsehautklassiker vor, und auch die auf dieser Special Edition enthaltenen Bonustracks sind erstklassig, besonders "Dwarf Lords" sticht hier hervor.
Ärgerlich ist bei so hoher Musikqualität da umso mehr die sehr lieblose und kontraproduktive Verpackung. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass bei einem Produkt, bei dem ich die Verpackung nicht entsorge sondern im Gegenteil extra mitbezahle und diese ein (auch speziell so beworbener) Teil des Gesamtpakets ist, auch Kritik an der Verpackung sein muss und darf, wenn dazu Grund besteht. Ich verstehe daher Leute nicht, die hier diesbezügliche Rezensionen abwerten und schlecht machen, denn um "nur" die Musik zu bewerten, kann man die MP3-Version heranziehen oder die normale CD - der Punkt ist aber, dass es bei einer "Limited Deluxe Edition" einfach nicht NUR um die Musik geht.
Ich besitze die CD jetzt seit knapp 2 Wochen, habe beide Scheiben in der Zeit insgesamt je dreimal höchst vorsichtig aus der Hülle genommen und wieder hineingeschoben - und schon hat CD 1 mehrere kleinere und CD 2 einen richtig großen Kratzer, die eigentlich nur von den äußerst unpraktischen Slipcases kommen können. Es wäre ja noch in Ordnung, wenn der Schlitz zum Einschieben der CDs zur Außenseite hin befindlich wäre; dadurch dass man die Scheiben aber von innen her an der Tasche für das Booklet vorbei in einem 45 Grad-Winkel einstecken muss, sind Beschädigungen einfach vorprogrammiert.
Darüberhinaus ist die komplette Aufmachung aus Pappe ohne ein einziges stabilisierendes Tray oder Inlay auch im billigsten Verfahren hergestellt, und die dreifach zusammenklappbare Hülle hat sich bei mir durchs schiere Herumliegen schon derart verschoben, dass ich sie nur noch höchst vorsichtig zur Hand nehme.
Es kann nicht sein, dass man (zur Zeit meines Kaufs) 22 Euro für ein Produkt latzt, das man nur mit Spitzenhandschuhen anfassen kann und von welchem man sich am Besten gleich eine Sicherungskopie erstellt und lieber diese hört, um die CDs nicht mehr aus dem Schuber nehmen zu müssen.
Aus diesem Grund: 5 Sterne für die Musik, aber nur 2 für die Hülle mit der Hoffnung auf Besserung bei den nächsten beiden Filmen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 7, 2013 3:33 PM CET


La femme du Directoire au 1er Empire
La femme du Directoire au 1er Empire
von Nathalie Harran
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,61

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Living History" mit hohem Anspruch, 22. März 2012
Die "La femme.."-Bücher aus der "Histoire Vivante"-Serie des Éditions Errance-Verlages (es gibt es auch noch "La femme Romaine" und "La Femme sous le Second Empire", die sich mit römischer Mode und der Krinolinenmode der 1840er-60er Jahre beschäftigen; letzteres ebenfalls von Natalie Harran) sind keine "Modebücher" im herkömmlichen Sinn. Das heißt, hier wird nicht zum x-ten Male die Geschichte der Directoiremode, verquirlt mit allerlei historischem Beiwerk und gesalzen mit einem Abriss wahlweise der Lebensläufe Napoléons und Joséphines oder der französischen Revolution serviert, sondern ein erfrischend anderer Ansatz präsentiert. Anhand von eigens nachgenähten Kleidermodellen - die zum Teil auch in Ausstellungsräumen in Malmaison oder für Präsentationen in französischen Museen Verwendung fanden - versuchen die Autorin und ihre Helferinnen, sich dem Thema Mode von der praktischen Seite her zu nähern.

Es stimmt, dass es keine direkten Gegenüberstellungen zB von Modekupfer und Reproduktion gibt, und auch die fotografierten Modelle sehen manchmal vielleicht ein bißchen zu sehr wie aus dem Katalog aus. Heißt, dem Landmädchen und der Prostituierten fehlen vielleicht der authentisch machende Dreck am Saum und der Adligen die Knitterfalten vom ewigen Sitzen; trotz allem sind sowohl die Kleider als auch die Bilder sehr schön geworden.
Zusätzlich gefällt mir, dass nicht nur das "fertige" Produkt im Großformat gezeigt wird, sondern dass es auch viele kleinere Bilder gibt, die den Ankleideprozeß zeigen: wie wird das Mieder geschnürt, wie die Strümpfe befestigt, wieviele Röcke kommen drunter, wie schließt man eigentlich so ein Empirekleid? Dazu gibt es eine Abhandlung über Schminke und Frisuren.

Zu jedem Kleid ist über mindestens 3 Seiten der Entstehungsprozeß samt historischem Hintergrund beschrieben, und hier findet man dann auch die Informationen, die einem beim Nähen weiterhelfen. Welche Schwierigkeiten kann es wo geben, welche Tricks helfen bei diesem und jenem Arbeitsschritt, wie haben die Schneiderinnen jenes Problem gelöst? Die historischen Notizen geben wichtige Hinweise zu Einordnung, Anlass, Verzierung usw. Also gerade für Leute, die auch selbst nähen, kann dieses Buch eine wichtige Hilfestellung bieten. Darüberhinaus gibt es auch genügend historische Abbildungen aus Modejournalen, die dem Leser helfen, sich ein Bild über die Zeit zu machen. Sämtliche Texte sind historisch fundiert und es wird nur nach historisch belegten Techniken gearbeitet, so dass man auch hier etwas lernen kann.

Aus dem Inhalt:

* Émilie, Jardins de Tivoli, Été 1795
* Victoire, Bouquetiére à Marseille, 1797
* Aufsatz "Le Dessous"
* Agathe, Soirée d'une Merveilleuse, 1798
* Rose, Prostituée au Palais -Royal, 1798
* Pauline Auzou, Femme peintre, Été 1799
* Amélie, Paysanne de Dauphiné, 1800
* Aufsatz: Les gravures de mode
* Alexandrine, en robe à la Mamelouk, 1805
* Flore, au bal de Saint-Cloud, 1807
* Joséphine de Beauharnais, Impératrice des Français, en tenue de Cour à la Malmaison, 1807
* Aufsatz: Manteaux, Spencers et Caracos
uvm.

Ich würde das Buch insgesamt als eine Art "Anleitung" oder "Einführung" in die Welt des "Living History" sehen, nicht unbedingt als ein Modebuch im herkömmlichen, wissenschaftlichen Sinn. Trotz allem ist diese Annäherung über echte Modelle aus Fleisch und Blut, die reproduzierte Kleider tragen, vielleicht für manch einen Laien leichter zugänglich als eine trockene Abhandlung über Empiremode. Ästethisch ansprechend sind die Bilder allemal, und auch wenn man für den Text schon relativ gut Französisch können muss, so bietet er doch wertvolle Hinweise und auch eine kurzweilige Unterhaltung. Ich freue mich bereits auf "La femme du XVIIIème siècle", das sich in Vorbereitung befindet.


Verkleiden Verwandeln Verführen - Bühnenkostüme aus der Sammlung des Österreichischen Theatermuseums
Verkleiden Verwandeln Verführen - Bühnenkostüme aus der Sammlung des Österreichischen Theatermuseums
von Ulrike Dembski (Hrsg.)
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Rundgang durch den Fundus, 22. März 2012
Hierbei handelt es sich um einen Katalog zur gleichnamigen Ausstellung 2011 in Wien - und genau so sollen Ausstellungskataloge sein!

Dieses Buch kann man lesen, ohne in der Ausstellung gewesen zu sein, und hat hinterher den Eindruck, man hat alles mit eigenen Augen gesehen. Mich hat der Katalog dann zwar auch dazu verführt, tatsächlich nach Wien zu fahren und mir die Originale anzusehen, aber wer dies versäumt hat (die Ausstellung endete im September), der kann sich getrost einfach dieses Buch kaufen. Auf 253 Seiten wird einfühlsam und gewissenhaft die Geschichte des reichen Fundus des Österreichischen Theatermuseums erläutert, der seinerzeit aus mehreren unabhängigen Theatern in einen einzigen Fundus zusammengeführt wurde und seither von der Art for Art Theaterservice GmbH verwaltet wird.
Diese Geschichte ist wechselhaft und spannend, was in fünf Aufsätzen auch immer wieder zum Tragen kommt. Darüberhinaus erfährt der Leser in diesen Aufsätzen auch viel Wissenswertes zu Theaterkostümen überhaupt, die ganz anders als zB Filmkostüme gehandhabt werden müssen.

Anschließend folgt der Katalogteil, in dem jedes, wirklich jedes Stück ausführlich beschrieben ist. Die Kostüme könnten prächtiger nicht sein. Nebst einigen modernen Exponaten, die mich jetzt nicht so ansprachen, gibt es opulente Kostüme aus diversen Produktionen, getragen von so mancher Berühmtheit: ein rosa Seidenkleid von Fanny Elßler in "Cachucha", die Uniform von Johann Nestroy als Sansquartier, ein prächtiges rotes Renaissance-Samtkleid von Charlotte Wolter als Adelheid, etliche Rokoko-inspirierte Kostüme aus dem "Rosenkavalier", Leo Slezaks Original-Lohengrinkostüme aus den 30er Jahren, Tutu und Jacke von Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew, ein Kleid aus "Elisabeth I.", das einmal Kaiserin Sisi gehört haben soll, ein ausladendes Papierkleid für eine Show von André Heller...dazu Zeichnungen, Entwürfe, Blicke in die Werkstätten undsoweiter undsoweiter.

Zu fast jedem Exponat findet sich auch eine Abbildung (nur ganz ganz wenige fehlen). Dies, zusammen mit der Tatsache, dass einige Abbildungen im Textteil nur nummeriert, aber nicht mit einem erklärenden Text versehen sind und man dann etwas mühsam hinten nachschlagen muss, ist das einzige kleine Manko, über das man aber getrost hinwegsehen kann. Als Ausgleich dafür gibt es schöne, große, scharfe Farbbilder und auch Detailaufnahmen.

Aus dem Inhalt:

* Die Aura des Originals - Die Kostümsammlung des Österreichischen Theatermuseums
* Der rote Satinstiefel der Elßler - Zu den Tanzkostümen des Österreichischen Theatermuseums
* Bühnenkostüm und Mode - Die "Unzertrennlichen"
* Zwischen handwerklicher Meisterschaft und künstlerischer Kreativität - Interview mit Annette Beaufays
* Einige Assoziationen zum Thema Kostüm

Alles in allem ein Katalog, den ich nur weiterempfehlen kann, auch wenn man die Ausstellung nicht gesehen hat. Ich würde mir wünschen, dass mehr Kataloge diesem, wenn auch ein wenig altmodischen, aber stringenten und ansprechenden Konzept folgen würden.


Creating Glamorous Jewelry with Swarovski Elements
Creating Glamorous Jewelry with Swarovski Elements
von Jean Campbell
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,60

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Durchaus auch für Anfänger, 22. März 2012
Entgegen anderer Meinungen finde ich, dass man auch als Anfänger mit null Fädelerfahrung schöne Ergebnisse mit diesem Buch erzielen kann, wenn man denn nur ein bißchen handwerkliches Geschick und Willen mitbringt. Denn auch in diesem Buch sind zu Beginn einige Grundtechniken erklärt, und darüberhinaus gibt es zu jedem Schmuckstück ein gezeichnetes Diagramm mit Fadenverlauf sowie eine ausführliche Erklärung. Klar wird man sich vielleicht mal ärgern, wenn eine Perle einfach nicht so will wie sie soll, und auch mir ist es nicht erspart geblieben, nochmal alles aufzudröseln und von vorne anzufangen. Aber ich denke, dass gerade die Designs in diesem Buch vielleicht auch einen Anreiz bieten. Ich zumindest hatte keine Lust, mit irgendwelchen simplen Ohrhängern oder einem Armband aus irgendeinem Rayher-Bastelbuch anzufangen; Zeug, das ich dann eh nie trage. Mich hat das Collier auf dem Titelbild gereizt, und mit etwas Fleiß und Mühe und Anstrengung habe ich es dann auch geschafft, ohne vorher großartige Vorkenntnisse gehabt zu haben. Den ein oder anderen Begriff, der hier nicht erklärt wird ("Double Peyote Stitch") habe ich dann halt nachgeschlagen, es gibt im Netz auch supergute Videovorlagen.... :o)

Zurück zum Buch. Der Sinn von "Glamorous Jewelry" ist, bekannte und berühmte Schmuckstücke aus Film & Fernsehen nachzuarbeiten. Es ist also weniger die eigene Kreativität gefragt - natürlich kann man die Stücke immer auch mit anderen Farben etc. nacharbeiten, allerdings fokussieren sich die Anleitungen tatsächlich darauf, so nahe wie möglich ans Original heranzukommen. Da das Buch von Swarovski gesponsort wurde und dementsprechend ausschließlich mit Swarovksi Elements gearbeitet wird, sollte man sich vorab drauf einstellen, einen größeren Geldbetrag im Perlenladen zu lassen.....das Resultat ist dann aber auch entsprechend atemberaubend. Sämtliche Designs haben einen edlen, exklusiven Look und nicht dieses, wie ich finde, manchmal etwas billige Kaugummiautomatenaussehen, das Fädelschmuck schnell mal bekommen kann.

Die Texte sind verständlich geschrieben, die Zeichnungen klar und verständlich, die Bilder scharf und darüberhinaus auch ästhetisch, das ganze Layout wirkt einheitlich und durchdacht, so dass man sich auch schnell im Buch zurechtfindet (Auf schwarzem Hintergrund ist ein großes Schwarzweißbild des jeweiligen - ausnahmslos weiblichen - Stars mit dem Schmuckstück der Anleitung vorausgestellt, ein kleiner Text dazu erläutert, wo und wann der Schmuck getragen wurde). Die Autorin macht auf mich einen kompetenten Eindruck.

Einige Beispiele aus dem Inhalt:

* Audrey Hepburn - Breakfast at Tiffany's Ohrringe
* Greta Garbo - Romance Ohrringe
* Marlene Dietrich - Kismet Ohrringe
* Elizabeth Taylor - Apple Blossom Armband
* Marilyn Monroe - Armband
* Vivien Leigh - Halskette
* Mae West - Halskette
* Hedi Lamarr - Ziegfield Girl Halskette & Ohrringe
* Grace Kelly - To catch a thief Halskette
* Zsa Zsa Gabor - Halskette (Coverphoto)
uvm.

Alles in allem ein wunderbares Buch, das zu kaufen sich auf alle Fälle lohnt.


Nureyev: The Life (Vintage)
Nureyev: The Life (Vintage)
von Julie Kavanagh
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fünf mit Einschränkung, 8. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Nureyev: The Life (Vintage) (Taschenbuch)
Im Moment ist dies die aktuellste und wohl umfangreichste Nureyev-Biographie, die erhältlich ist, weswegen ich mich nach langer Suche schließlich auch für dieses Buch entschieden habe. Julie Kavanagh hat es im Auftrag der Nureyev Society geschrieben, so daß es auch ein bißchen den Anstrich einer "offiziellen" Biographie hat, was ja eigentlich nut gut sein kann - bedeutet das doch immerhin, dass hier nicht ein Autor einfach aus Privatvergnügen vor sich hin schreibt, sondern dass so etwas auch geprüft und gegengelesen wird, bevor es in Druck geht. Und so ist "The Life" auch ein dicker Wälzer vom Format der Bibel geworden, was aber nicht weiter Wunder nimmt, wenn man sich mal ansieht, wieviel Arbeit und Recherche Julie Kavanagh in diese Biographie gesteckt hat.

Sie hat samt und sonders Zeitgenossen Rudolf Nureyevs ausfindig gemacht, Freunde, Bekannte, Mitstudenten, Briefpartner, Tanzpartner, Zufallsbegegnungen...ich glaube, niemand, der dem Tänzer jemals begegnet ist und ein paar Worte gewechselt hat, ist hier ausgelassen worden. Sogar ehemalige Nachbarn in Ufa und in dem kleinen Dorf, in dem Rudolf aufgewachsen ist, hat sie ausfindig gemacht und befragt. Es muss wahnsinnig viel Zeit und Aufwand gekostet haben, mit all diesen Leuten zu sprechen und dabei auch das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.
Zwar gelingt ihr das nicht immer (manches Mal wird unvermittelt jemand zitiert oder jemandes Aussage wiedergegeben, die nicht unbedingt imminent wichtig fürs Thema ist), doch in den meisten Fällen macht gerade das den Charme des Buches aus. Hier hat nicht einfach jemand aus einer der vielen Biographien abgeschrieben und stur bekannte Fakten aufgekocht; sondern hier wurde sich die Mühe gemacht, auch einmal viele Dinge richtig zu stellen, die so nicht gewesen sind oder gewesen sein können (gerade Nureyev selbst in seiner Autobiographie rückt sich gerne ja mal in ein positiveres Licht). Als Leser fühlt man sich, um einen abgedroschenen aber wahren Satz zu benutzen, "mittendrin statt nur dabei", als würde man selbst all diesen Leuten begegnen und mit ihnen sprechen. Dabei ergeben sich oft erstaunliche Einblicke, nicht unbedingt nur zum Thema Nureyev sondern auch überhaupt in die ganze (Künstler)szene des Paris und London der 60er Jahre, wobei einige der Aussagen auch in dieser Hinsicht wichtige Dokumente sind...immerhin haben die meisten Leute, die Nureyev damals kannten, inzwischen ein reifes Alter erreicht und man weiß nicht, wie lange sie noch zu Wort kommen können.

Das Buch besteht aber keineswegs nur aus Wiedergaben von Zitaten. Julie Kavanagh schreibt spannend und einfühlsam, mitreißend und trotzdem anschaulich und nicht übertrieben.
Man merkt aber auch, dass ihr das passiert ist, was viele Schriftsteller schlicht "die Krankheit" nennen: ihr Sujet hat sie gefangengenommen, sie hat sich schlichterdings selbst ein bißchen in Nureyev verliebt, was darin resultiert, dass sie ihn allzugern in Schutz nimmt oder sein bekanntermaßen cholerisches Temperament irgendwie zu verteidigen weiß. Das ist aber ein für den Leser nicht unangenehm auffallender, eher ein zum Schmunzeln anregender Zug, der eigentlich nur beweist, dass der Tänzer auch nach dem Tod nichts von seinem Charme verloren hat.

Eine Sache dagegen stört mich allerdings schon. Julie Kavanagh versucht meiner Meinung nach zu sehr, die Homosexualität Nureyevs in den Vordergrund zu stellen. Nicht penetrant, eher irritierend und nicht sachlich genug. Das beginnt mit ganz frühen Zitaten von Jugendfreunden, die davon "nichts bemerkt" haben wollen, mit den schlüssigen Argumenten, dass Rudolf sich "nicht wie ein Homosexueller bewegt" habe (?!), geht weiter über eine Aufzählung aller schwulen Männer, die sich in Paris in Rudolfs Dunstkreis befunden haben (wozu interessiert das den Leser, wenn keiner dieser Männer eine weitere Rolle in Nureyevs Leben spielt? Ist Homosexualität etwa ansteckend? Dass zu dieser Zeit und vor allem in liberalen Künstlerkreisen viele Menschen ihre Sexualität neu entdeckt und definiert haben, ist bekannt - und wenn nicht, so gäbe es andere Mittel und Wege, dem Leser die damalige Zeit plastischer vor Augen zu führen), und gipfelt in irgendwelchen völlig sinnlosen Aussagen ehemaliger Kompaniekollegen, dass Nureyev versucht habe, in deren Bett zu kommen, was von diesem dann postwendend schon damals bestritten wurde und ergo die Erwähnung solcher Episoden für den Leser zu nichts führt.

Kavanagh versucht, wie ich finde, insgeheim jeden Teil von Rudolfs Talent, Ausstrahlung, Genie, Kraft und Charme irgendwie auf die Homosexualität zurückzuführen bzw. fast schon umgekehrt, einen Schluss draus zu ziehen: Wer so aussieht, tanzt, lacht und flirtet, der muss eigentlich schwul sein. Dass Nureyev Männern (und Frauen!) zugetan war, ist kein Geheimnis; dass er lange Jahre mit einem Mann zusammen war, auch nicht (im Verhältnis kommt Erik Bruhn dann auch viel zu wenig zu Wort). Ich habe keine schlüpfrigen Details aus der Beziehung erwartet, auch kein verschämtes Verschweigen...aber Kavanaghs Umgang mit dem Thema zeigt, dass anscheinend doch immer noch eine Reihe alter Klischees über Homosexuelle exisitieren, die ich in der heutigen Zeit eigentlich für ausgeräumt gehalten hatte; gerade wo eben auch Rudolf Nureyev seiner Zeit ein Beispiel dafür war, dass es schlußendlich doch völlig egal ist, welche Sorte Mensch - männlich oder weiblich - man liebt.

Für diesen etwas ungeschickten Umgang und für die stellenweise Überschwänglichkeit würde ich zu gern einen halben Stern abziehen, da das hier aber nicht möglich ist, gebe ich die volle 5 mit oben genannten Einschränkungen.
Trotz allem ist dies nämlich meiner Meinung nach eine Biographie, die ihrem Titel "The Life" auch gerecht wird.


Fabulous Story of Fashion (Usborne Young Reading)
Fabulous Story of Fashion (Usborne Young Reading)
von Katie Daynes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 5,80

5.0 von 5 Sternen Nett nicht nur für Kinder..., 8. März 2012
Ich habe mir das Büchlein eigentlich allein wegen des Covers bestellt, weil mir die farbigen Illustrationen so gut gefielen. Und ich wurde auch vom Rest nicht enttäuscht. Auf 64 Seiten wird, in für Kinder leicht verständlichem Englisch und immer begleitet von liebevollen, aussagekräftigen Bildern, die Geschichte der Mode von der Steinzeit bis ins 21. Jahrhundert präsentiert. Man begegnet einem frierenden Jäger im Neolithikum, der sich wünscht, auch einen Pelz zu haben wie das Mammut; man trifft die alten Ägypter, Griechen, Römer, mittelalterliche Edeldamen und Ritter, Elizabeth I., Ludwig XIV. und Marie Antoinette, die Flapper Girls der 20er Jahre....
Die Bilder stellen gut dar, was im Text erklärt ist (z.B. die Verwendung des purpurnen Streifens an der römischen Toga) und beinhalten manchmal auch den ein oder anderen augenzwinkernden Seitenhieb (<--- "Fashionable Roman Woman" "Envious Slave" --->). Natürlich kann dabei nicht jeder Aspekt und jede Zeit in der Geschichte der Mode angesprochen werden; es ist ja für Kinder. Gefallen hat mir dabei aber, dass durchaus Fachbegriffe verwendet werden ("Farthingale", "Robe à la Française", "Passementerie") und auch Namen erwähnt werden, die man jetzt nicht unbedingt in einem Kinderbuch erwartet (Rose Bertin). Alles in allem ein nettes Geschenk für Kinder, um Interesse an Mode und Geschichte auf die etwas andere Art zu wecken, oder ein bereits vorhandenes Interesse zu vertiefen. Könnte ich mir auch gut zum Vorlesen vorstellen. Und mir gefallen nach wie vor die Illustrationen einfach gut :)


New Year's Eve in St.Petersburg
New Year's Eve in St.Petersburg
DVD ~ Waléry Gergiew
Preis: EUR 32,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsener Spaß, 7. März 2012
Rezension bezieht sich auf: New Year's Eve in St.Petersburg (DVD)
Auf dieser DVD wird dem geneigten Zuschauer der Mitschnitt einer Silvestergala von 2006 aus dem Mariinsky-Theater in St. Petersburg präsentiert. Bereits auf dem Cover wird mit dem Namen des Star-Dirigenten Valery Gergiev geworben - und gerade das ist das Hauptproblem dieser DVD.
Live mag die Präsenz des Großmeisters durchaus ein Erlebnis der besonderen Güteklasse gewesen sein; auf DVD funktioniert das jedoch nur bedingt, und speziell bei mehrmaligem Ansehen nicht. Die ersten 23 Minuten nämlich bekommt man nichts anderes zu sehen als Gergiev im Orchestergraben, bei der Vorbereitung und dann beim Dirigieren des Prologs. Das bedeutet, erstmal eine gute halbe Stunde fast dieselbe Kameraeinstellung, kein Geschehen auf der Bühne (man bekommt die Bühne nicht einmal zu sehen)...nichts. Gergiev mag ein begnadeter Dirigent sein, aber ich hatte die DVD wegen des Ballettmaterials gekauft, wo man als Fan doch schon lange genug auf neues Material aus dem Mariinsky oder Bolshoi hatte warten müssen.
ENDLICH schwenkt die Kamera dann auf die Bühne und man bekommt den Beginn des 3.Aktes von "Dornröschen" zu sehen, in solider Ausführung sowohl tänzerisch, choreographisch (man folgt der fantastischen Rekonstruktion Sergej Vikharevs nach Marius Petipas 1890er Original) als auch ausstattungstechnisch....nur um nach ca. 5 Minuten WIEDER von einem Schwenk in den Orchestergraben unterbrochen zu werden! Es vergehen nochmals ca. 7-8 Minuten, ehe man dann den 3. Akt weiter - und diesmal ohne Unterbrechung genießen darf bis...jaha, nicht zum Ende.
Denn vorher unterbricht Gergiev die Aufführung, um in Russisch und dann nochmal in schwerem Englisch "a special surprise" anzukündigen. Diese Überraschung ist dann eine recht unvermittelte Präsentation von Fokines "Sterbendem Schwan" (makellos getanzt von Uliana Lopatkina), bevor es dann wieder mit Akt 3, Sleeping Beauty weitergeht, der wiederum unterbrochen wird von...
....NEUJAHR...
.....man sieht also Gergiev und sämtliche Darsteller, samt Nachwuchssängern und Würdenträgern des Mariinsky beim Sektanstoßen, wozu die Klänge von Rossinis "Il Viaggio a Reims" ertönen (de facto dieselbe Melodie wie Tschaikovskys "Apotheose" bei Dornröschen, die zurückgeht auf "Vive Henri IV", die alte französische Hymne). Dieses Bruchstück der Reise nach Reims wird auf dem Backcover der DVD auch noch gesondert beworben, ist aber eigentlich als eigene Performance überhaupt nicht erkennbar.
Alles in allem also eine recht schale Mixtur mit zuvielen seichten Stellen (namentlich diejenigen, wo nur die Musiker bzw. der Dirigent zu sehen sind) und insgesamt eigentlich eine verschenkte Chance, das Dornröschen endlich in neuerer russischer Montur zu zeigen. Den sterbenden Schwan hätte man dann ja als Bonus zugeben können. Dafür gibt es eine relativ umfangreiche Bildergalerie zu sämtlichen Balletts im Mariinsky-Repertoire, die einzeln anwählbar sind.
Ich verstehe nicht, warum für eine solche Gala so ein kruder Mischmasch gewählt wird. Man hätte immerhin noch berühmte Highlights aus verschiedenen Balletten nehmen können, aber ein ganzer Akt, eine Szene und ein nur rudimentär erkennbarer Auftritt verbunden durch viel Blick auf Gergiev - das guckt man sich dann doch nur einmal an. Abgesehen davon stimmen im Abspann auch nicht einmal die Namen: Daria Pavlenko wird als Florine geführt, die aber tatsächlich von Julia Bolshakova getanzt wird.
Schade drum.


Tschaikowsky - Sleeping Beauty
Tschaikowsky - Sleeping Beauty
DVD ~ Alina Cojocaru
Preis: EUR 31,57

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Dornröschen mit bestem König überhaupt!, 7. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Tschaikowsky - Sleeping Beauty (DVD)
Ich kann ganz ehrlich die 2-Sterne-Rezension zu dieser DVD nicht verstehen bzw. vielleicht auch einfach nicht nachvollziehen, was diesen Rezensenten so stört, denn für mich ist dies einfach nur das bis dato beste Dornröschen, das derzeit auf DVD zu haben ist - knapp gefolgt vom Kirov, aber dass das Royal Ballet nochmal in einer ganz anderen Preisklasse spielt (zumindest was westliches Ballett angeht), steht eh nicht zur Debatte.
Wer Opulenz mag, der ist hier an der richtigen Adresse. Von allem gibt es übergenug: Kostüme, Bühnenbild, Gestik, Mimik, Tanz...
Letzterer ist bis in die Fußspitzen perfekt ausgeführt, was eigentlich auch kein Wunder ist, denn es tanzen einige der besten Tänzer, die das Royal Ballet zu bieten hat. Ganz besonders die beiden Principal Dancers Alina Cojocaru und Frederico Bonelli und die Fliederfee Marianela Nuñez sind hervorzuheben, allerdings möchte ich an dieser Stelle auch ein besonders lobendes Wort an Christopher Saunders aussprechen, der den absolut perfektesten König Florestan abgibt, den ich je gesehen habe.
Alina Cojocaru hält die Balance beim Rosen-Adagio geradezu mit Leichtigkeit, und Frederico Bonelli fällt in der Jagdszene durch Vitalität und jugendliche Kraft positiv auf. Das Royal Ballet hält sich recht streng an die Vorgaben Petipas, und so gibt es auch hier längere Pantomime-Sequenzen, die die Handlung erklären und die die russischen Ballettkompanien gerne mal rauslassen, da in Russland jedes Kleinkind die Handlung kennt. Es gibt Ballettfans, die diese Pantomime nicht so toll und geradezu veraltet finden; mich hat sie jetzt hier nicht besonders gestört.
Für mich gehören ja die Kostüme immer ganz stark mit zum Eindruck, den eine Aufführung bei mir hinterläßt; und die Kostüme hier sind mit die schönsten, die je in einer Aufführung zu sehen waren, besonders die der Feen und der Königin. Auch das Bühnenbild ist schlichtweg atemberaubend, speziell das Boot der Fliederfee.
Alles in allem kann ich dieser Aufführung einfach nur 5 Sterne geben, denn auch "handwerklich", sprich an den technischen Details der DVD, finde ich nichts auszusetzen. Sollten wirklich mal öfter die Füße nicht im Bild gewesen sein, so ist mir das nicht negativ aufgefallen, und gerade bei so einer Produktion, bei der auch das Bühnenbild eine große Rolle spielt, muss eben auch dieses öfter mal durch Totalaufnahmen zur Geltung kommen.
Insgesamt eine glatte Kaufempfehlung.

Es tanzen:

Alina Cojocaru ... Prinzessin Aurora
Frederico Bonelli... Prinz Florimund
Marianela Nuñez ... Fliederfee
Genesia Rosato ... Carabosse
Alastair Marriott... Catalabutte
Christopher Saunders... König Florestan
Elizabeth McGorian... Königin
Gary Avis ... Französischer Prinz
Ricardo Cervera ... Gestiefelter Kater / Kavalier der Kristallfee
Lauren Cuthbertson... Zaubergartenfee
Sarah Lamb ... Florine
Iohna Loots ... Rotkäppchen
José Martin ... Blauer Vogel/ Kavalier der Singvogelfee
Isabel McKeekan ... Kristallfee / Comtesse
Natasha Oughtred... Kätzchen / Singvogelfee
David Pickering ... Der Wolf


Tschaikowsky, Peter - Schwanensee
Tschaikowsky, Peter - Schwanensee
DVD ~ Pavel Salikov
Preis: EUR 22,39

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kunst kommt von Können...., 24. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tschaikowsky, Peter - Schwanensee (DVD)
Insgesamt eigentlich eine gelungene Aufführung, bei der alles stimmt. Nur leider, leider, stimmt dafür bei der DVD so einiges nicht. Zu Anfang geht es ja eigentlich noch. Im Vorspann etwas störend ist nur die dicke, verschnörkelte gelbe Schrift, in der bereits zu Beginn *sämtliche* Namen über den Bildschirm laufen, von Solotänzern bis zu Leuten hinter den Kulissen; dabei Nachnamen in Großbuchstaben, so dass man sie kaum entziffern kann. Der erste Akt beginnt auch noch ganz gut - doch dann beginnt die Kamera urplötzlich, völlig unbegreifliche Schwenks und Zooms zu machen; es wird ran- und wieder weggefahren, ein schneller Schnitt folgt auf den anderen, Perspektiven wechseln von extremer Großaufnahme zur Totalen von irgendwo schräg oben, so dass man irgendwann dem Tanzgeschehen bzw. der Handlung gar nicht mehr folgen kann und es einem fast schon schwindlig wird.
Es scheint, als wüssten sowohl die Schnitttechniker als auch die Kameraleute überhaupt nicht, was sie da tun. Ich persönlich finde es immer extrem störend, wenn man bei Tänzern die Füße nicht sehen kann. Speziell in einer halbnahen oder amerikanischen Kameraeinstellung beim Pas de Deux wirkt es extrem seltsam, wenn man die Füße nicht sehen kann. Es sieht fast aus als hätten die Tänzer irgendwelche Zuckungen. Und gerade bei den berühmtesten Stellen, zB dem Solo des weißen Schwans, wird dann extrem aufs Gesicht gezoomt, so daß die leicht angestrengte Mimik der Prima Marina Rzhannikova schnell übersteigert wirkt.
Überdies beherrscht das Kamerateam auch einfach sein Handwerk nicht. Abgesehen davon, dass gerne mal wahllos irgendwo in den Background gezoomt wird, sind diese Bilder dann oft sekundenlang einfach unscharf. Darüberhinaus bekommen wir so interessante Details zu sehen wie die Achselhöhle einer Corps-de-Ballet-Tänzerin, ein Detail der Rückseite von Rothbarts Kostüm (wer braucht schon das Solo, das dieser gerade tanzt, in seiner Gesamtheit...) oder den durchsichtigen Netzeinsatz am Kostüm der Schwanenkönigin. Joh...
Insgesamt drei Sterne dafür, dass das sicherlich eine schöne Aufführung gewesen ist, allerdings ist diese DVD rein handwerklich eigentlich eine Frechheit.


Tschaikovsky: Sleeping Beauty
Tschaikovsky: Sleeping Beauty
DVD ~ Yulia Makhalina
Preis: EUR 32,74

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eins der besten, 23. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tschaikovsky: Sleeping Beauty (DVD)
Diese Inszenierung von "Sleeping Beauty" ist neben der des Royal Ballet (Tschaikowsky - Sleeping Beauty) eine der besten, die es derzeit auf DVD zu sehen gibt. Von den Solotänzern über das Corps, die Choreographie, die Tanztechnik und die Bühnenausstattung ist alles perfekt. Nebenrollen wie König und Königin wirken glaubhaft und die Soloparts, vor allem Larissa Lezhnina als Aurora und Farukh Ruzimatov als Prinz Desiré sind einfach nur ein Augenschmaus. Ein bißchen schade ist, dass es halt eine Aufführung von 1989 und die Qualität dementsprechend nicht so gut ist, wie man das heutzutage gewohnt ist. Auch die Kostüme sind vom Stil her nicht so *ganz* mein Fall; man hat sich für Kostüme im Stil des 17. Jahrhunderts entschieden, was ich persönlich nicht ganz so glücklich finde (speziell Catalabutte sieht ein wenig komisch aus in seiner übergroßen Perücke und den Musketierstiefeln). Alles in allem aber auf jeden Fall eine Version, die man gesehen haben muss.

Es tanzen:

Vadim Guliayev...Carabosse
Larissa Lezhnina...Prinzessin Aurora
Yulia Makhalina...Fliederfee
Farukh Ruzimatov...Prinz Desiré


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