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Rezensionen verfasst von
Piratenbraten (On the high seas)

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Costumes de scènes : A travers les collections du CNCS
Costumes de scènes : A travers les collections du CNCS
von Claude Fauque
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 35,45

5.0 von 5 Sternen Ein Wahnsinnsbuch!, 19. Februar 2015
Dieser "Katalog" (ich nenne ihn mal so, denn eigentlich ist es keiner) ist so, wie man sich das nur wünschen kann: großformatig, umfangreich, qualitätvoll produziert, ästhetisch ansprechend gelayoutet, und inhaltlich erschöpfend. Große, ganzseitige Farbfotos wechseln sich ab mit Aufnahmen von Details; es gibt Rück- und Innenansichten, Damen- und Herrenkostüme, Kopfbedeckungen, Accessoires, Zeichnungen, Entwürfe, Szenenbilder. Um bei der Theatersprache zu bleiben, ein unglaublich reicher Fundus, aus dem das CNCS (Centre national du costume de scène) da aufwartet. Nicht nur besitzt dieses Museum/Studienzentrum die größte Sammlung an Bühnen- und Filmkostümen Europas; es ist auch bekannt geworden durch regelmäßige und hochwertige Ausstellungen zu verschiedenen Themen aus seinem Bestand. Dieses Buch hier nun ist kein Katalog zu einer speziellen Ausstellung, sondern wie der Titel verspricht "a travers les collections", als quer durch bzw. ein Streifzug durch die gesamte Sammlung. So ist es nun auch möglich, Dinge zu zeigen, die man sonst nicht zeigen kann, weil sie in keine Ausstellung passen. Das ganze ist mit viel Liebe und einem Auge fürs Detail zusammengestellt. Es gibt sehr wenig Überschneidungen mit den anderen Katalogen aus dem Haus, obwohl es sich natürlich nicht vermeiden lässt, dass ein Kostüm vielleicht in zwei Büchern gezeigt wird. Es kommen ganz alte Kostüme ab ca. 1880 vor (teilweise auch älter, sofern sich etwas erhalten hat; ansonsten ist z.B. die Zeit Ludwigs XIV. durch Graphiken abgedeckt), bis hin zu modernen Stücken aus jüngsten Produktionen. Der Schwerpunkt dürfte auf den Jahren 1880 - 1980 liegen, wobei eine leichte Tendenz hin zu prunkvollen (Opern)kostümen zu erkennen ist, was aber im Gesamtmix nicht negativ auffällt. Die begleitenden Aufsätze beschreiben die Entwicklung des Theaters und des Bühnenkostüms seit der Zeit des Barock; dazu gibt es Einblicke in die Arbeit des Kostümbildners. Gegen Ende des Buches sind noch einmal die schönsten Kostüme geordnet nach Rollen abgebildet: "Die Königin", "Der Schelm", "Der jugendliche Prinz", "Die unschuldige Schöne" etc. etc., dort sieht man auch sehr schön den Wandel in der Kostümkonzeption im Lauf der Jahre.
Fazit: Ein wunderbares Buch für alle Liebhaber von schönen, fantasievollen Kostümen. Prima zum Anregungen holen, oder einfach nur zum Staunen. Der Text ist für Leser mit fortgeschrittenen Französischkenntnissen gut verständlich.


Love me Green Naturkosmetik - regenerierende Gesichtscreme für die Nacht - 15ml
Love me Green Naturkosmetik - regenerierende Gesichtscreme für die Nacht - 15ml
Wird angeboten von Love me Green
Preis: EUR 5,90

5.0 von 5 Sternen Angenehmer Duft, schöne Textur, und ohne Tierversuche, 12. Januar 2015
Ich kann mich der anderen Rezension nur anschließen. Auch ich habe die Love me Green! in einer Pink Box (ein monatliches Kosmetikabo) erhalten und war sofort hellauf begeistert. Die Creme duftet frisch, angenehm, nicht nach Plastik oder sonst so künstlich wie das Nachtcremes gerne mal haben; sie hat eine angenehme, nicht klebrige Textur; zieht schnell ein, und wenn man sie anstatt des Nachts am Tage benutzt, mattiert sie auch wunderbar. Ich habe völlig verrückte Haut mit trockenen Stellen an der Nase und den Augenbrauen, dafür gerne glänzend auf den Wangen und zu Irritationen neigend am Kinn. Mit allem kommt die Creme super zurecht. Ich trage sie oft am Tag über den Puder an der Nase auf, um ein Abflocken des Makeups zu vermeiden - wirkt wunderbar, und man sieht auch gleich frischer aus Dank des mattierenden Effekts. Die Nachtcreme wird bestimmt nicht mein einziges Produkt aus der französischen Serie bleiben. Positiv fällt auch auf, dass sie ohne Tierversuche hergestellt ist. Der einzige Mini-Nachteil ist wirklich die relativ kleine Tubengröße. Andererseits wird so auch nichts schlecht und man hat nicht ewig angebrochene Cremetöpfe herumstehen. Von mir klare Kaufempfehlung!


Die Räucherapotheke für den Körper
Die Räucherapotheke für den Körper
von Annemarie Herzog
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr als Schall und Rauch...., 12. Januar 2015
Dieses Buch ist eher eine kleine Fibel oder ein etwas dickeres Heftchen, klein und handlich im Format, was es sehr praktisch als Reiselektüre macht (und damit meine ich auch die kleine Reise in den heimischen Garten). Optisch ist es hübsch aufgemacht - die vielen ansprechenden Fotos waren für mich mit ein Kaufanreiz. Es ist gegliedert in drei Teile: eine kurze Einführung mit Vorstellung der Autorin und Beginnertips zum Räuchern (z.B. wie man richtig räuchert, verschiedene Hilfsmittel, was man nicht tun soll, Gefäßtips, richtiges Anzünden der Räucherkohle etc.) Dem folgt ein alphabetisch gegliedertes Verzeichnis von Krankheiten und der von Annemarie Herzog empfohlenen Räucherkur. Man muss sich schon im Klaren sein, dass Krebs oder Schlaganfall weder durch Räuchern vermeidbar werden, noch geheilt werden können, allerdings stehe ich auf dem Standpunkt, dass Naturmedizin auch bei schweren Erkrankungen zusätzlich sicherlich nicht schaden kann. Frau Herzog gibt die entsprechenden Kräuter an, die für eine Mischung z.B. gegen Menstruationsbeschwerden benötigt werden, und schlägt jeweils die efektivste Methode der Räucherung vor (z.B. auf einem Räucherschemel, dieses Gerät war für mich auch neu). Dazu gibt es noch mantra-ähnliche "Affirmationen", die man dazu aufsagen kann, um auch auf der psychischen Ebene zu arbeiten. Der letzte Teil dann ist ein recht umfangreiches Kräuterlexikon mit Abbildungen und Hinweisen auf die beste Schnittzeit. Es geht fast ausschließlich um heimische europäische Pflanzen, Harze, Wurzeln, Hölzer und Blüten. Wer hier also Exotisches wie Kyphi etc. sucht, ist sicherlich falsch beraten.

Alles in allem macht das Werk einen stimmigen, wenn auch nicht erschöpfenden Eindruck. Sicherlich gibt es zum Räuchern mehr zu sagen, als in so ein Büchlein hineinpasst, aber das ist hier auch glaube ich gar nicht der Anspruch. Frau Herzog plant noch zwei weitere Büchlein, eines zum Räuchern für die Seele und eins zum Räuchern um Kontakt mit spirituellen Wesenheiten herzustellen; vielleicht ist da dann ja noch etwas mehr zur Geschichte des Räucherns oder verschiedene Herangehensweisen an eine Sache in unterschiedlichen Kulturen. Man wird sehen.

Vier Sterne gibt es aus einem rein persönlichen Grund: Ich mag es nicht, wenn Autoren allzusehr ins Detail über ihr Privatleben gehen. Dass Annemarie Herzog vermitteln möchte, woher sie ihr Wissen hat, ist recht und billig - aber namentliche Nennungen ihrer Enkelkinder und dass sie zu ihnen keinen Kontakt hat gehen mir zu sehr in die Privatsphäre und haben in so einem Buch nichts verloren.

Ansonsten gibt es aber nichts zu meckern, und ich werde demnächst mal einige der Rezepte aus dem Büchlein ausprobieren.


primavera airspray elfentraum 30 ml
primavera airspray elfentraum 30 ml
Wird angeboten von Talea Naturkosmetik
Preis: EUR 9,21

4.0 von 5 Sternen Ein Duft, flüchtig wie die Elfen..., 12. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: primavera airspray elfentraum 30 ml (Misc.)
Ich stelle mich mit meiner Rezension genau zwischen die beiden Vorrezensentinnen, denn beides ist richtig: Das Raumspray riecht sonnig, angenehm, nach "Gute Laune" (wenn man die in Fläschchen füllen könnte...). Was es mit Elfen zu tun hat, sei dahingestellt, und ich hätte es beinah nicht gekauft, da ich es nicht mag, wenn Düfte mit irgendwelchen Fantasienamen betitelt sind (wie riecht denn bitte Liebe, Heilung, Harmonie??) und man erst mühsam die Inhaltsstoffe aus winziger Schrift auf der Rückseite klamüsern muss...aber der Duft hat mich dann doch überzeugt. Orangen, Zitronen, ein bißchen rote Grapefruit...auf der Packung steht noch Frangipani, den man nur ganz ganz schwach wahrnehmen kann, und Litsea...was immer das ist. Jedenfalls riecht es gut und passt herrlich zu kreativen Stunden, allerdings - ja, es verfliegt auch sehr schnell. Ich gebe gewöhnlicherweise 3 Pumphübe in die Luft um mich herum, davon ist hier nach 10 Minuten nichts mehr vorhanden, auch nicht, wenn man den Raum verlässt und neu hereinkommt. Ein Zimmer damit also langanhaltend zu beduften dürfte ins Geld gehen. Aber Tip: Auf ein Tuch gesprüht und das im Raum aufgehängt, oder auf eine Decke/Kissen hält sich der Duft dann doch ein paar Stunden.


Primavera: Orangenblütenwasser*bio (100 ml)
Primavera: Orangenblütenwasser*bio (100 ml)
Wird angeboten von Vitabody Wellness und natürliche Pflege
Preis: EUR 12,64

1.0 von 5 Sternen Gammelige Blumenvase meets faules Heu..., 12. Januar 2015
Dies war mein erster Ausflug in Richtung Naturkosmetik und ich bin leider sehr enttäuscht. Das "Orangenblüten"wasser riecht in keinster Weise frisch oder angenehm. Will heißen: es stinkt. Der Geruch ist irgendwo zwischen gammeligem Blumenvasenwasser und feuchtem Heu, von Orange merke ich leider nichts. Mir ist natürlich klar, dass dort, wo ohne künstliche Aromen gearbeitet wird, es sicherlich nicht so intensiv riecht wie ich mir eben das bei "Orange" so vorstelle. Ich hatte aber schon einen dezidiert orangigen Duft erwartet, nicht diesen Gestank. Es kostet mich echt Überwindung, das Wasser überhaupt zu benutzen. Danach fühlt sich meine Gesichtshaut zwar frisch an, aber ob es das wert ist....

Fazit: Primavera hat gute Produkte (Raumspray, ätherische Öle) - dieses gehört leider nicht dazu.


Die Gänsemagd
Die Gänsemagd
DVD ~ Rita Nowotny
Wird angeboten von Filmexpress
Preis: EUR 27,00

4.0 von 5 Sternen Schöner Kostümfilm mit Nachgeschmack, 30. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Gänsemagd (DVD)
Die Gänsemagd, Realfilm von 1957 mit:

Rita-Maria Nowotny: Prinzessin Rosemargret
Renée Stobrawa: Königinmutter
Fritz Genschow: König
Renate Fischer: Malice, das Kammermädchen
Günter Hertel: Prinz Friedbert
Alexander Welbat: Reitbursche Hinz
Wolfgang Draeger: Reitbursche Kunz

78 Minuten, Farbe.

Eine Märchenverfilmung auf Grimm'scher Grundlage, aus der Feder von Fritz Genschow, einer Theater-, Film-, und Regiepersönlichkeit seiner Zeit. Wie auch schon in Aschenputtel, so übernimmt auch hier Genschows Frau Rita Nowotny-Genschow die Hauptrolle. Prinzessin Rosemargret soll den Königssohn aus dem Nachbarreich heiraten. Die beiden haben sich als Kinder zum ersten und einzigen Mal gesehen, erinnern sich nur noch verschwommen daran, einzig der König besitzt noch ein kleines Bildnis der Prinzessin als blondgelocktes kleines Mädchen.

Auf der Reise ins Nachbarland fällt Rosemargret einer List ihrer Kammerjungfer zum Opfer, allerdings: Besonders listig muss man ohnehin nicht sein, um die leicht naive Prinzessin auszutricksen. Der Grundgedanke ist folgender: Um zu testen, ob der Prinz Rosemargret wirklich noch liebt, wo er sie doch nur einmal gesehen hat, tauschen die beiden Frauen Kleider und Rollen, in der Hoffnung, Prinz Friedbert werde die richtige Braut von sich aus wiedererkennen. Die Kammerfrau hat natürlich ganz andere Intentionen, lässt Rosemargret schwören, niemandem etwas von dem Tausch zu erzählen, sonst werde sie ihrerseits behaupten, die Prinzessin habe den Prinzen betrügen wollen. Und da fängt das dünne Eis dann auch an. Betrügen? Inwiefern denn? Die einzige, die sich wissentlich oder unwissentlich bei diesem Tausch betrügt, ist Rosemargret selbst. Das wird ihr denn auch schnell klar, als Malice (so wird es in sämtlichen Quellen geschrieben, ich verstehe allerdings eher "Marliese". Selbstverständlich ist der sprechende Name Malice = Bosheit aber passender), als Malice also keine Anstalten macht, das ganze Täuschungsmanöver wieder aufzulösen. Schwupps gibt sie sich als Prinzessin aus und angelt sich den Prinzen, der zwar etwas verdattert ist, aber gute Miene zum bösen Spiel macht. Die einzigen, die schnell merken dass da etwas faul ist, sind der Gänsehirte Kürtchen und der König. Währenddessen leidet Rosemargret als Gänsemagd vor sich hin, klagt ihrem Fallada ihr Leid, duldet aber ansonsten still vor sich hin. Selbst als sowohl Kürtchen als auch der König ihr beinahe schon das Geheimnis aus der Nase ziehen wollen, beruft sie sich auf den geleisteten Eid, den sie halten zu müssen glaubt. Erst mit einem Trick gelingt es dem König dann, die Wahrheit ans Licht kommen zu lassen - und noch bei der Hochzeit gibt Rosemargret das bescheidene Dummchen, das lieber schweigt, als den offensichtlich falschen Anschuldigungen entgegenzutreten. Natürlich geht aber am Ende doch alles gut aus; sie bekommt ihren Prinz und die Kammerfrau wird bestraft, die beiden Sidekicks Hinz und Kunz sorgen auch noch für ein paar Lacher, und dann ist es schon vorbei.

Alles in allem kommt "Die Gänsemagd" nicht an Genschows andere Filme heran. Zwar hält sich das Drehbuch sehr nah an die Grimm'sche Vorlage, allerdings schießen sich manche Motive selbst ins Aus - wie die Gänsemagd, die mit einem Wort das ganze Blendwerk zu ihren Gunsten auflösen könnte, oder Fallada, dem eigentlich lediglich eine dekorative Rolle zukommt. Während er ja im Original maßgeblich zur Aufklärung der Sache beiträgt, bekommt er hier drei Zeilen Text, zwei davon als mittels Tricktechnik eingeblendeter Pferdekopf, und das wars. Auch die im Märchen sehr grausame Bestrafung der falschen Prinzessin wird zwar großspurig erwähnt, am Ende dann aber milde fallen gelassen (verständlich, da es kindgerecht sein muss; andererseits hätte man die ganze Erwähnung dann aber weglassen können).

Rita Genschow glänzt in demütig-leidenden Rollen. Das Aschenputtel paßt perfekt, die Gänsemagd ist nicht so wirklich eine ihrer Glanzleistungen. Im Gegensatz dazu spielt Renate Fischer als Malice (auch bekannt als Stiefschwester Trulla aus Aschenputtel) hervorragend. Auch der König fällt positiv auf, der Prinz bleibt dagegen eher blaß, und die beiden Nebenfiguren Hinz und Kunz sind einfach nur überflüssig.

Positiv fallen dagegen die Kostüme auf. Sämtliche Darsteller sind prächtig ausgestattet, allein das Brautkleid ist schon ein kleiner Prinzessinnentraum.

Eines allerdings stört massiv. Malice, die allerhöchstens eine Größe 38/40 trägt, wird durchweg als "dick", "die dicke Prinzessin" etc. etc. bezeichnet und Scherze auf Kosten ihrer Figur gemacht. Dabei hat Renate Fischer eine Traumtaille und wäre mir niemals als "dick" vorgekommen. Sicherlich ging man damals weniger "politically correct" an Dinge wie Gewichtsprobleme etc. heran, aber in einem Kinderfilm beständig solche Äußerungen zu hören, ist schon relativ harter Tobak, zumal der Film gerade Mädchen in einem dafür empfänglichen Alter anspricht. Ich bin beleibe kein Freund von nachträglichen Änderungen und Glattschleifungen an altem Kulturgut, aber hier hätte man der Zielgruppe wegen doch mal eine Ausnahme machen sollen.

Das Bild ist erwartungsgemäß nicht in glatter HD-Optik, die Tricktechnik wird so manchem vorsintflutlich erscheinen - dennoch bekommt der Film seiner liebevollen Inszenierung, der hübschen Kostüme und Kulissen und des Nostalgiefaktors wegen 4 Sterne.


Aschenputtel
Aschenputtel
DVD ~ Various
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Mein absolutes Lieblingsputtel :-), 28. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Aschenputtel (DVD)
Aschenputtel, Realfilm von 1955. Regie: Fritz Genschow. Mit:

Rita-Maria Nowotny - Aschenputtel (Margret)
Renée Stobrawa - Gute Fee
Änne Bruck - Stiefmutter
Renate Fischer - Stiefschwester Trulla
Fritz Genschow - Vater
Rüdiger Lichti - Der Prinz
Werner Stock - Quirliquax der Hofnarr

78 Minuten, Farbe.

Ein Film, den ich aus Kinderzeiten (1980er Jahre) noch vom Fernsehen kenne, wo er einige Male lief und einmal dann auch mitgeschnitten wurde. Endlich auf DVD zu haben, so dass das alte VHS-Band dann in den wohlverdienten Ruhestand gehen darf. Eine wundervolle Verfilmung, die ich nach wie vor sehr gerne sehe und den "Drei Haselnüssen" bei Weitem vorziehe. Aber der Reihe nach.

Fritz Genschow ist eine Schauspieler-Persönlichkeit der 1950er Jahre, aktiv am Theater, beim Film, und schließlich auch als Regisseur, worin er am erfolgreichsten sein sollte. Dieser Mann hat nun eine Eigenheit: Zum Einen besetzt er seine Filme fast ausschließlich mit denselben Schauspieleren - seine Frau Rita, geborene Nowotny, ist hier als Aschenputtel, in Die Gänsemagd als Gänsemagd zu sehen und taucht auch in weiteren seiner Filme auf - und spielt auch selbst mit; zum Anderen verändert er im Gegensatz zum Originalmärchen einige Handlungsstränge, fügt Figuren hinzu oder erfindet ganz neue Nebenhandlungen. Das muss man mögen; als Kind hat es mich nicht gestört, als Erwachsener ist man da vielleicht kritischer.

Zwei solcher Neuerungen sind also hier die Baumfrau Urla, die die Rolle der Patin und Guten Fee übernimmt; die andere ist die des Wurzelmanns Quirliquax, eines verspielten Naturwesens, das gerne Schabernack mit den Böse treibt, die Guten aber unterstützt. So auch das arme Mädchen Margret, eine wohlhabende aber bescheidene Kaufmannstochter, die ihre Mutter nach langer Krankheit verloren hat und deren Vater oft auf Reisen ist. Ein Trost sind ihr da die vielen Bediensteten des Hauses, mit denen sie freundschaftlich verbunden ist, und die unzähligen Tiere, die zur Hofhaltung gehören. Eines Tages bringt der Vater eine neue Mutter mit nach Hause, die ihrerseits zwei Töchter hat, Ulla und Trulla. Das Trio fängt schnell an, in Abwesenheit des Vaters die gute Margret zu schikanieren und als billige Arbeitskraft auszunutzen, während sie das Geld mit vollen Händen hinauswerfen. Vom Vater wünschen sie sich Schmuck und Kleider als Geschenke, während Margret sich lediglich ein Reis vom ersten Baum wünscht, das den Vater auf der Reise streift. Dieses pflanzt sie auf der Mutter Grab, und zum Glück ist da die Baumfrau, die Patin, die den Zweig schnell zu einem großen Baum wachsen lässt.

An diesen wendet sich Margret auch, als der Prinz vom weißen Schloß, der schon lange eine Prinzessin sucht, einen Ball geben lässt. Zuvor hatte Quirliquax ihm im Traum Aschenputtel erscheinen lassen, in die der Prinz sich sofort verliebt. Da nun die Stiefmutter den Ballbesuch verboten hat, ruft Aschenputtel die Tauben zu Hilfe, um ihr die Linsen aus der Asche zu lesen. Anschließend geht sie zum Baum, sagt das berühmte Sprüchlein und erhält postwendend "Gold und Silber" in Form eines prunkvollen Kleides, Schuhe und einer Krone. Die Baumfrau verwandelt eine Nuss in eine Kutsche und Hund, Gänse und Ziegen in Bedienstete und auf geht es zum Ball.

Auf dem Ball selbst sorgt Quirliquax wieder für allerlei Verwirrungen, es kommt zum Tanz mit dem Prinzen und, weil ihm die fremde Prinzessin entschwindet, als er sie allzu neugierig ausfragt, am nächsten Tag zu einem zweiten Ball. Natürlich geht am Ende alles gut aus, der Schuh paßt, die bösen Schwestern bekommen ihre gerechte Strafe (von der Mutter allerdings keine Rede mehr) und das Aschenputtel heiratet den Prinzen.

Man muss Rita Genschows etwas süßlich-naive Art mögen. Zum Aschenputtel passt es sehr gut. Der Dialog findet zu 99% in Reimform statt, auch das muss man mögen. Als Kind hat es mich nicht gestört, es erschwert auch das Verständnis nicht. Genschow mag Gesangseinlagen. Derer gibt es etliche, von den Schwestern, von den Dorfmädchen, von Quirliquax und anderen Figuren. Meistens stören die Lieder den Erzählfluß nicht wirklic h - wiederum: man muss es halt mögen. An einigen Stellen gibt es eine Erzählerstimme zur Einführung oder Überleitung. Die Kulissen und vor allem die Kostüme sind wunderschön, lassen sich auf keine genaue Zeit festnageln, aber sind auch keine billig-Faschings-Märchenkostüme wie leider so oft in modernen Verfilmungen. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg sehr hoch.

Eine Besonderheit ist, dass vieles in Genschows Filmen im Freien stattfindet, so z.B hier die Bälle. Sie sind aber schön inszeniert und fügen sich in die anderen Kulissen harmonisch ein (das Schloss des Prinzen ist z.B. das Schloss auf der Pfaueninsel in Berlin). Von der Umsetzung her vermischt die Verfilmung die "Cendrillion"-Version von Perrault (Gute Fee) und die Version der Brüder Grimm mit dem wundertätigen Bäumchen, den Tauben und den Linsen.

Alles in allem ein charmantes, schönes Aschenputtel, an das meiner Meinung nach keine Verfilmung, die davor oder danach gekommen ist, heranreichen kann. "3 Haselnüsse" ist schön und hat Zauber, aber ist halt irgendwie ein ganz eigenständiges Märchen. Nicht umsonst wurde die Genschow'sche Version in den USA mit einem Filmpreis ausgezeichnet und gilt auch heute noch als erfolgreichste reale Märchenverfilmung - vielleicht grade dank der etwas naiven Inszenierung.


Schneewittchen
Schneewittchen
DVD ~ Elke Arendt
Wird angeboten von schnuppie83
Preis: EUR 10,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über 50 Jahre alt und immer noch das beste Schneewittchen, 28. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Schneewittchen (DVD)
Schneewittchen - Realfilm von 1955 mit:

Elke Arendt (Schneewittchen)
Adele "Addi" Adametz (Böse Königin)
Renate Eichholz (Gute Königin)
Niels Clausnitzer - Prinz Edelmut
Dietrich Thoms - Jäger
Zita Hitz - Franziska
Erwin Platzer - Der kleine Mohr
Kindertanzgruppe Suse Böhm - Die 7 Zwerge

74 Minuten, Farbe.

Ich kenne dieses Schneewittchen aus meiner Kindheit (1979er Jahrgang), als es im Fernsehen lief. Bis heute ist es meine Lieblingsverfilmung dieses Märchens, und bis vor kurzem habe ich immer noch das verstaubte alte VHS-Band geguckt. Umso besser, dass es diesen Film nun auf DVD gibt; zwar mit einem leicht seltsamen Cover mit Cartoongestalten, aber immerhin digital und restauriert.

Ohne ihn jetzt zuviel loben zu wollen, weil es halt mein Lieblingsfilm ist - aber dieses "Schneewittchen" ist definitiv eine auch heute noch herausragende Produktion, die eigentlich das Prädikat "Wertvoll" verdient. Gedreht wurde auf Schloss Neuschwanstein, und sowohl Kulissen, Kostüme als auch Schauspieler sind allererste Güteklasse. Elke Arendt ist ein glaubhaftes, schönes, bescheidenes Schneewittchen, dem man die Prinzessin ohne zu zögern abnimmt; sie ist auch weder zu alt noch zu jung für die Rolle, sondern einfach zeitlos klassisch. Die böse Königin, die auch gleichzeitig eine Hexe ist, wird von Addi Adametz sehr glaubhaft verkörpert. Sympathisch spielt auch Dietrich Thoms als Jäger mit Wallebart; und die Figur der neugierigen Zofe Franziska, die dem Jäger später aus der Patsche hilft, ist eine nette und bereichernde Erfindung. Auch Prinz Edelmut ist ein gefälliger Prinz, zwar mit seltsamem Haarschnitt, aber das ist nunmal der Geist der Zeit. Immerhin gibt es zwischen ihm und Schneewittchen auch zu Anfang etwas Interaktion, so dass die Liebe später nicht aus heiterem Himmel kommt: Er reist extra an, weil er von ihrer Schönheit gehört hat und sie sehen möchte. Leider darf auf Befehl der Königin niemand zu ihr, so dass er ihr durch den Jäger eine Halskette "für die Schönste im ganzen Land" überbringen lässt; eh klar wer das dann hört und die Kette für sich einkassiert....

Die Zwerge schließlich sind lustig, drollig, glaubhaft. Sehr offensichtlich von kleinen Kindern gespielt, aber mir ist das als Kind nicht aufgefallen, und wenn, dann hätte es mich auch nicht gestört. Es gibt einige Lieder bzw. Singstellen in dem Film; z.B. das Zwergenlied "Trip-trap, trip-trap, bergauf bergab", und auch Schneewittchen singt des Öfteren bei der Arbeit. Es nimmt dies aber nicht überhand und passt sich auch sinnvoll in den Film ein (ich hasse nichts mehr, als wenn plötzlich und unvermittelt in nutzlosen Gesang ausgebrochen wird).

Der Film ist mit Liebe ausgestattet, auch Kulissen, Kostüme und Musik passen hervorragend zusammen. An einigen Stellen gibt es eine Erzählerstimme, die einführt, überleitet oder abschließt, aber nie stört. Insgesamt hält sich die Verfilmung sehr nahe an das Original der Gebrüder Grimm, ohne aber das grausame Ende der bösen Königin in rotglühenden Schuhen aufzugreifen (diese wird stattdessen von einem Blitz bei einem Unwetter im Wald erschlagen; man sieht aber nichts Explizites, kein Blut etc.).

Wer also eine liebevolle Schneewittchenverfilmung abseits gängiger, nerviger Disneyklischees sucht, sollte es mal mit diesem hier versuchen. Für Jung und Alt ein Vergnügen - ich habe den Film auch schon des Öfteren mit Grundschülern angesehen, und jedes Mal positive Rückmeldung bekommen.

Viel Spaß beim Schauen!

P.S.: Wer sich vielleicht Geld sparen möchte, oder Märchen-Fan ist; dieses Schneewittchen ist auch in einer Box zusammen mit 4 anderen Märchen erhältlich: Es war einmal ... 5 Märchen der Gebrüder Grimm (5 DVDs)


Die andere Seite des Waldes
Die andere Seite des Waldes
von Tim von Lindenau
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Bilderreise in den Wald, 21. Oktober 2014
Ich habe mir wohl etwas anderes von diesem Buch erwartet; jedenfalls war ich sehr erstaunt, dass es mehr Bilder als Text gibt. Die Bilder allerdings sind von ausgezeichneter Qualität sowohl aus ästhetischer als auch technischer Sicht. Es hat sich jemand Gedanken ums Layout gemacht und nicht ein Foto quer über den Buchfalz mit breiten weißen Randstreifen positioniert. Sehr löblich. Alles in allem also eher ein Bild- denn ein Leseband, mit stimmungsvollen Fotos aus dem Wald. Gewünscht hätte ich mir allerdings ein wenig mehr Anekdoten aus von Lindenaus Waldleben. Zwar gibt es zwei, drei Geschichten dazu, die allerdings eher knapp und allgemein ausgefallen sind. Da muss doch mehr passiert sein, muss es doch mehr zu erzählen geben von einem, der lange Zeit im und ausschließlich vom Wald gelebt hat? Trotz allem ist das Büchlein empfehlenswert, um einmal eine halbe Stunde oder länger in den Wald zu entwischen und die schönen Bilder auf sich wirken zu lassen.


Die alte Göttin und ihre Pflanzen: Wie wir durch Märchen zu unserer Urspiritualität finden
Die alte Göttin und ihre Pflanzen: Wie wir durch Märchen zu unserer Urspiritualität finden
von Wolf-Dieter Storl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Märchenreise durch eine andere Welt, 21. Oktober 2014
Ich bin "Storl-Neuling" und dies war mein erstes Buch des Autors. Ich habe es einfach mal gekauft, da mir die Aufmachung gefiel und ich auf der Suche nach etwas über Heilpflanzen war. Optisch kommt das Buch sehr ansprechend daher: ein gelungenes Titelbild, leicht lesbare Schriftart sowie den Text rahmende Illustrationen laden zum Schmökern ein; das Papier fühlt sich nicht billig an und das Format ist trotz der Seitenzahl handlich, so dass man es auch mal an ungewöhnliche Leseorte (Wald, Badewanne) mitnehmen kann.

Nun ist es ja heutzutage so, dass man gerne und schnell als esoterischer Spinner abgestempelt wird, wenn man irgendeine Meinung außerhalb der gängigen Normen kundtut, zumal wenn diese mit Naturreligionen, Schamanismus, geistigen Reisen oder -wahlweise- mit jedem ein bißchen zu tun hat. Wolf-Dieter Storl tut dies mit Gusto und einer gehörigen Portion Spaß an der Sache. Sein Schreibstil ist dabei leicht, flüssig, an den richtigen Stellen witzig (oder auch ernst), an ganz wenigen Punkten dann doch ein wenig "too much", worüber der sympathische Stil des Autors aber schnell hinweghilft. Immerhin soll man als Leser ja auch nicht alles einfach blind schlucken, sondern zur Meinungsbildung angeregt werden. Das schafft Storl mit Links.

Ob man nun seiner Meinung (eine Theorie ist es nicht ganz) über das Matriarchat zustimmt oder nicht, Fakt ist, dass der provokante Ansatz zum Nachdenken anregt. Auch mir ging der in der "Szene" vorherrschende Drang hin zu einer "Urgöttin" oder "Großen Göttin" manchmal gehörig auf die Nerven, denn zur Erschaffung und Zeugung von Dingen gehören nun einmal einfach zwei. Ein wenig zu kurz kommen meiner Meinung nach die Heilpflanzen, jedoch sind diese auch nicht das große Thema des Buches. Interessant zu sehen ist, was Storl in punkto Märchen an "Urwissen" aufdeckt, speziell da, wo bestimmte Sujets auch international in verschiedensten Kulturen zum Zuge kommen. Der Bogen wird dabei immer wieder zu den Kelten und Germanen geschlagen, deren Kultur Storl besonders am Herzen liegt. Gewiss, für jemanden, der sich bereits ein wenig in diese Richtung informiert hat, kommt da nichts Neues: Dass keltische/"heidnische" heilige Tage dem christlichen Kalender einverleibt und mit römisch-katholischem Rahmenwerk verbrämt wurden, ist allgemein bekannt.

Und doch findet sich auch hier noch so manches neues Detail, welches zwar Spekulation bleiben muss da es noch keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, welches bei genauerem Betrachten aber genau in die Lücke des Puzzles passt. Eine solche Aussage, die mich zum Stutzen brachte, war - kurz gefaßt - Storls Argumentationskette, dass in Zeiten, als die Menschen die Natur noch schätzten und mit Respekt behandelten, auch Naturkatastrophen wesentlich weniger drastisch ausfielen als das heute der Fall ist. Dabei untermauert er das mit durchaus seriösen Studienergebnissen, die zeigen, dass Schadstoffausstoß und Luftverschmutzung nur marginal mit dem Kern des Problems zu tun haben. Ich persönlich habe immer das Problem, dass solches Gedankengut beim Lesen dann im Kopf wunderbar und richtig, hingeschrieben in einer Rezension aber dann doch wie esoterisches Geschwurbel klingt. Trotz alledem ist Wolf-Dieter Storl kein verblendeter Esoteriker oder verschrobener Waldkauz, sondern versteht es durchaus, zwischen "aufgeklärter" und "anderer" Sichtweise zu vermitteln.

Alles in allem ein Buch, das ich in jedem Fall weiterempfehlen würde, eventuell auch an Einsteiger in die Materie.


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