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Rezensionen verfasst von
AUTOPOIESIS

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Interstellar [Blu-ray]
Interstellar [Blu-ray]
DVD ~ Matthew McConaughey
Preis: EUR 8,94

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Science Fiction Orgasmus am Rande des schwarzen Lochs, 31. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Interstellar [Blu-ray] (Blu-ray)
Ja, ja, der Film hat trotz seiner Länge von knapp 3 Stunden Logiklücken, klar. Und ja, der Film schrammt knapp an dem Prädikat „perfekt“ vorbei, weil er sich eben doch einige unlogische Abläufe erlaubt. Stimmt alles. ABER: Interstellar ist auch so ziemlich der wunderbarste, inspirierendste und schönste Film, den ich seit langer Zeit gesehen habe. Was für eine emotionale Urgewalt in Wort und vor allem Bild! Christopher Nolan saugt den Zuschauer hinein in einen bisher nicht dagewesenen Trip durch Zeit und Raum, den man nicht so schnell vergessen wird.

Mit Matthew McConaughey als Cooper in der Hauptrolle sehr gut besetzt, gönnt sich der überlange Film zunächst ausreichend Zeit für die Vorstellung und Entwicklung der Charaktere, bevor wir auf eine Reise geschickt werden, die das Universum nach Einstein in gleichermaßen leicht verständlicher, gruseliger und faszinierender Art auffächert. Das Spiel mit der Relativität von Zeit und Raum wurde m.E. bisher in keinem Film so anschaulich thematisiert und gleichzeitig so packend für die Entwicklung der Protagonisten genutzt wie hier.

Ein Wurmloch relativiert die bis dato unüberbrückbar erscheinende Distanz im Raum und konfrontiert gleichzeitig mit dem Kampf gegen die Zeit bzw. die eigene Endlichkeit. Interstellar zeigt einen lautlos schreienden Kampf der Menschheit ums Überleben. Sowohl individuell als auch für das große Ganze. Und oftmals genau in der zerreißenden Mitte dieser widerstreitenden Kräfte. Die Metaphorik Nolans ist in Bilder gegossene Lyrik. Sie ist eine Verbeugung vor Großtaten wie Kubricks „2001 Space Odyssey“. Und eine Liebeserklärung an die Imagination, an die Kraft des ganz großen Kinos.

Hans Zimmer, von dem ich aufgrund seiner Omnipräsenz und dem dadurch verschuldeten Generalverdacht der Massenproduktion schon glaubte, eigentlich nichts wirklich Neues mehr erwarten zu können, veredelt den Film mit einem Soundtrack, der trotz des unerwarteten Schwerpunkts mit Einsatz einer riesigen Kirchenorgel perfekt in das Gesamtbild von Interestellar passt. Hätte man sich nicht schöner wünschen können, perfekt!

Den von einigen Kinogängern kritisierten schlechten Sound muss ich so zum Glück nicht bestätigen. Im Gegenteil, gefällt der DTS HD MA 5.1 Sound der Blu-ray und hat sehr dazu beigetragen mich über die gesamte Laufzeit voll in den Film hineinzusaugen.

On top gibt es ca. 3 Stunden sehenswertes Bonusmaterial in HD und 5.1-Sound. Unbedingte Kaufempfehlung für alle Fans anspruchsvoller Science Fiction, die keine Dokumentation, sondern einen spannenden, emotionalen und bildgewaltigen Film erwarten.


From the Very Depths
From the Very Depths
Preis: EUR 7,97

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dirty Black n Roll vom Altmeister, 2. März 2015
Rezension bezieht sich auf: From the Very Depths (Audio CD)
Aus den tiefsten Urtiefen der Hölle, irgendwo bei Newcastle, steigt Onkel Cronos 2015 empor, um mit seinem „Fallen Angels“ Line-up erneut zu zeigen, wo das Pentagramm zu hängen hat. Und verdammt nochmal, ja, das macht wirklich immer noch Spaß! Die Legions werden es Venom dankbar abnehmen, dass sie sich auch auf „From the very depths“ treu bleiben. Dirty Black n Roll vom Altmeister mit Volldampf serviert. Herrlich selbstironische Aneinanderreihungen von Metal Klischees lassen den Belzebub gelassen grinsen. Denn hier muss nichts mehr bewiesen werden. Wer Venom kauft, erwartet keine Innovationen, sondern suhlt sich in seeliger Erinnerung an die 80er Jahre und die Ursprünge des extremen Metals. Wer es einfach mal wieder old-school-mäßig krachen lassen möchte, besorgt sich dieses beste Venom Album seit „At War with Satan“. Anspieltipps: From the very dephts, Grinding Teeth, Long Haired Punks.


Performativität und Medialität Populärer Kulturen: Theorien, Ästhetiken, Praktiken (German Edition)
Performativität und Medialität Populärer Kulturen: Theorien, Ästhetiken, Praktiken (German Edition)
von Marcus S. Kleiner
  Taschenbuch
Preis: EUR 49,99

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen pop, 17. Dezember 2014
kleiner marcus. mindestens 2 Sterne wert. gute papierqualität. grün/gelbes cover. für fans von perfomativität ein muss. boing boom tschak boom


Gesammelte Gedichte: 1954 - 2006
Gesammelte Gedichte: 1954 - 2006
von Robert Gernhardt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gernhardt weckt Gedanken und inspiriert, 20. Mai 2014
Robert Gernhardt war (und ist und bleibt für den Lesenden für alle Zeiten!) ein Wissenschaftler, ein Suchender, Kenner der Materie, Feinschmecker, Kritiker, Poet, Prolet... Er war eitel, sensibel, grob und doch sehr fein. Mal Handwerker, mal Künstler. Gernhardt ist alles in einem. Und doch ist er am Ende des Tages nicht der Größte seiner Zunft. Trotz aller Wertschätzung dann letztlich doch kein Hesse oder Rilke.
Warum eigentlich nicht? Er beherrscht jeden Stil, weiß zu allem etwas zu sagen bzw. zu dichten. Und genau das beschreibt das Problem, das Defizit. Gernhardts Stil ist es, sich auf keinen eigenen Stil festlegen zu lassen. Oder zu können, oder zu wollen. Droht hier ein Konflikt? Wohl fünf oder sechs mal habe ich dieses schöne, in Leinen gebundene Buch im Buchhandel in der Hand gehabt. Immer versucht, es zu kaufen. Und zunächst doch immer wieder zurück ins Regal gestellt. Beim Durchblättern haben sich immer wieder wahre Juwelen offenbart. Aber leider auch lyrischer Schrott. Als Produkt seiner ewigen Suche nach dem aktuellen Zeitgeist, den der Dichter seiner Meinung nach aufzusaugen und in besagtem Medium zu verarbeiten hätte. Dabei bleibt jedoch Vieles so begrenzt bedeutend und höchstens temporär interessant, dass es schon bald niemanden mehr interessieren wird. Aber: Es bleiben die besagten Schätze, die den Leser reichlich beschenken werden!
Gernhardt provoziert. Mal ordinär, mal verspielt. Oft gekonnt, manchmal erbärmlich. Er weckt Interesse und weckt Gedanken. Ja, er inspiriert. Die Frage bleibt: Brauchen wir einen Lyrik-Wart wie Gernhardt?
Die Antwort muss aus künstlerischer Sicht und aus Prinzip gegen seine selbstverliebte Kritik selbstverständlich Nein lauten. Und doch wird er vermisst. Sehr sogar. Seine lebendige Meinung, seine Expertise. Dieses Buch gehört in jede feine Bibliothek. Ich hoffe, daran lässt diese Kritik keinen Zweifel. Ich werde es immer wieder kaufen und vielen Freunden schenken.

PS: Um die eigentliche Berufung Gernhardts als Kritiker zu verstehen, empfehle ich zusätzlich den Titel "Was das Gedicht alles kann: Alles". Hier zeigt sich der Meister in seiner wahren Profession!


III the Rommel Chronicles
III the Rommel Chronicles
Preis: EUR 19,96

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Martin van Wüstenfuchs im dritten Bullets Akt, 26. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: III the Rommel Chronicles (Audio CD)
Kurz und knapp: Das dritte Scheibchen der niederländischen Kriegsberichterstatter Hail Of Bullets wird niemanden enttäuschen, der die Vorgängeralben mochte. Wie immer hat sich Van Drunen Mühe mit den Texten gegeben und versetzt sich diesmal in die Rolle von Wüstenfuchs Rommel, für dessen offensichtliche Bewunderung er viele Fragen beantworten werden muss. Aber das ist sicherlich einkalkuliert und wird, da politisch niemals ernsthaft mit rechtem Gedankengut assoziiert, dem Geschichten erzählenden Death Metal Opa Martin leicht fallen, da wie immer gut recherchiert und vorbereitet.

Musikalisch berechenbar und wenig Neues bietend, kann mich das Album trotzdem begeistern, da es noch keiner Band jemals besser gelungen ist, die Szenarien des Zweiten Weltkriegs so passend zu vertonen. Und das gibt man sich dann auch gerne in einer dritten Auflage, wenn es so überzeugend rüberkommt.

Kein Riff, kein Solo zu viel. Immer genau richtig dosiert, ballern die Bullets ihren Weg frei und sollten damit auch den verdienten Sold einfahren. Schade, dass dem ansonsten sehr gut Deutsch sprechenden Martin bei dem gesprochenen Text in Death of a field marshal ein grammatikalischer Fehler unterläuft, der dem abschließenden Moment des Albums etwas den epischen Moment kaputt macht.

Trotzdem: Unaufhaltbar und innerhalb des Genres konkurrenzlos gut! Kaufen oder zum Wehrdienst verpflichten lassen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 14, 2014 11:13 PM CET


Sherlock Holmes: Spiel im Schatten [Blu-ray]
Sherlock Holmes: Spiel im Schatten [Blu-ray]
DVD ~ Robert Downey Jr.
Wird angeboten von dvd-schnellversand
Preis: EUR 8,88

16 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Miese Blu-ray-Umsetzung von Warner Bros, 5. Mai 2012
Warner vergeigt leider mal wieder die Blu-ray-Umsetzung eines Blockbusters. Die Bildqualiät dieser Blu-ray ist des Mediums nicht würdig, entspricht höchstens DVD-Qualität! Bei direktem Vergleich mit dem Vorgängerfilm deutliche Verschlechterung. Verrauschtes und unscharfes Bild, das nicht mit bewusst gewähltem Filmkorn als Stilmittel entschuldigt werden kann. Auf meinem Philips 8000 Player incl. neuestem Firmware Update ca. 40 nervige Filmruckler während der zwei Stunden Spielzeit. Das macht keinen Spaß mehr! Kein Wendecover! Kein HD-Ton in Deutsch, sondern nur der DVD-Standard Dolby Digital 5.1. Inakzeptabel für eine solch große Produktion im Jahr 2012! Kurz: Enttäuschung auf der ganzen Linie. Schade, da der Film an sich gute Momente hatte... HIerfür würde ich nicht nochmal Geld ausgeben. Finger weg!
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 27, 2012 9:43 PM MEST


Deathhammer (Limited Edition)
Deathhammer (Limited Edition)
Preis: EUR 25,44

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kneel, you dogs!, 4. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Deathhammer (Limited Edition) (Audio CD)
Asphyx anno 2012 feiern. Und zwar vor allem sich selbst! Womit? Mit gutem Recht! Denn das neue Album 'Deathhammer' ist genau das, was der Titel verspricht, die Vollbedienung jener old school Elemente, die sie seit nunmehr 25 Jahren auf ihre stets wachsende Anhängerschaft loslassen. Eine Lehrstunde für alle, die den Kern dessen, was Death Metal seit seinen Ursprüngen Mitte der 80er Jahre ausmacht, erfassen möchten.

Im unmittelbaren Windschatten von Pionieren wie Possessed und Death, waren Asphyx von Anfang an dabei und wurden nie müde, das Ideal des aus Prinzip simplen Stils in seiner ursprünglichsten und bewusst primitiven Art zu pflegen. Kein Experiment zu viel, kein Lob auf konservative Death Metal-Werte zu wenig. Uptempo im Wechsel mit lavazähen Doom-Passagen. Unabhängig vom jeweils aktuellen Sänger immer mit kaputter Stimme und tiefem Gegrunze und hysterischem Gekreische gekrönt. Dabei war der Name Asphyx immer mehr als die Summe seiner Teile. Kein Mitglied, selbst Gründer und Urviech Bob Bagchus, schaffte es, auf jedem unter dem Banner Asphyx laufenden Album vertreten zu sein. Dennoch wurde der Fan niemals enttäuscht. Wo Asphyx draufsteht, ist auch Asphyx drin. Nicht mehr und nicht weniger.

Wer also bereits das 2008 erschienene Comeback-Album 'Death... the brutal way' im Schrank stehen hat, kauft sich 'Deathhammer' nur deshalb, weil er neues Material nach der altbekannten Formel erwartet. Und wird mit Sicherheit nicht enttäuscht. Sofern in diesem Kontext von der Terminologie gestattet, gelingt Asphyx mit dem unter drei Minuten dauernden Titeltrack sogar so etwas wie ein Hit! 'Deathhammer' feiert sich selbst und demütigt alle Wannabes mit der Einfachheit seiner um sich schlagenden Argumente. Kniet nieder, ihr Bauern, die Holländer sind da! 'Deathhammer' ist ein Fest auf die alten Zeiten und die Tatsache, von den Protagonisten ins Hier und Heute gerettet worden zu sein.

Ein weiterer sich selbst feiernder Höhepunkt ist das bereits von der Split Single mit den finnischen Doom-Hoffnungsträgern Hooded Menace bekannte 'We doom you to death'. Der Chorus ist ein Death/Doom-Traum, wie man ihn sich wünscht. Die Botschaft: Wir walzen alles nieder, was sich in den Weg zu stellen wagt. Gefährlich nah an Manowar-mäßiger Death-to-false-Metal-Attitude, kann man es Van Drunen & Co trotzdem irgendwie nicht übel nehmen, dass sie die Früchte ihrer ein viertel Jahrhundert dauernden Treue gegenüber ihrer Musik ernten möchten. Phrasenschwein hin oder her: This album is as true as it gets.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich in jedem Fall noch schnell die limitierte Erstauflage mit Bonus-CD sichern. Fünf Extra-Tracks, wobei neben einer Gänsehaut verursachenden deutschsprachigen Version von 'Der Landser' u.a. auch eine Coverversion von Ur-Einfluss Celtic Frost (Os Abysmi Vel Daath, vom Monotheist-Album) enthalten ist. Wie gesagt, Vollbedienung!

Bow down to the Deathhammer!


Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 [Blu-ray]
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 [Blu-ray]
DVD ~ Daniel Radcliffe
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 19,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schande, Warner, Schande, 20. Dezember 2011
Was für eine Frechheit. Warner beleidigt erneut das kaufende Publikum. Auf meinem Philips 8000 incl. aktuellem Firmware Update leider nicht anzusehen, da ständige Filmruckler. Blu-Ray, das vermeintliche High-Tech-Medium wird von Warner offenbar systematisch vor die Wand gefahren. Nach diesem erneuten Fehlkauf habe ich beschlossen, keine Warner-Produkte mehr in der ersten Generation zu kaufen.


Doctrine
Doctrine
Preis: EUR 16,99

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wo die Sonne des Geistes tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten, 11. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Doctrine (Audio CD)
23 Jahre nach dem Debüt-Album 'Malleus Malleficarum': Das Death Metal Genre hat seine Grenzen längst ausgelotet. Schneller, härter, tiefer; alles tausendfach gehört. Was kann uns also eine neue Pestilence-CD bieten?

Patrick Mameli, einzige Konstante im Projekt Pestilence, hat seinen Platz in der Geschichtsschreibung extremer Musik längst erarbeitet und selbstverständlich auch verdient. Messen lassen muss er sich heute aber an seinen eigenen früheren Glanztaten sowie der oben gestellten Frage, was eine Death Metal Band 2011 überhaupt noch Neues zu bieten haben kann. Mameli versucht die Extreme, und damit leider auch die Klischees, weiter bis an ihre Grenzen auszuquetschen. Schneller? Ja, auch Doctrine hat wieder einige Blast Speed Parts. Eher überflüssig und bei Morbid Angel seit 20 Jahren als Trademark weitaus besser perfektioniert. Härter? Ja, Mamelis Vocals sind auf dem neuen Album tatsächlich die besten, die er je aufgenommen hat. Innerhalb des Spektrums relativ facettenreich, kreischt und grunzt er sich durch das Album und versteht es, mit den limitierten Möglichkeiten bestmöglich zu spielen. Gefällt. Tiefer? Ja, die beiden Gitarristen lassen sich von Ibanez endorsen und hacken jetzt auf 8 Saiten über das Griffbrett. Kann man machen, muss man aber nicht. Nicht nur vom grundsätzlichen Anspruch, sondern auch audiotechnisch fehlt mir bei der Produktion insgesamt dennoch die Tiefe. Apropos Tiefe: Bassist Thesseling hat einen schönen Fretless-Sound und weiß an der ein oder anderen Stelle zu glänzen, bei 'Deception' sogar mit einem kurzen und geschmackvollen Solo. Die Produktion von Doctrine ist ingesamt kristallklar und an dem ewigen Vorbild Death orientiert, ohne deren in besten Zeiten eingefangene Brutalität wirklich replizieren zu können. Live wird aber auch der beste Musiker wie immer bei dieser Art von Musik im Soundmatsch untergehen. Perlen vor die Säue... Positiv darf in diesem Kontext auch erwähnt werden, dass sich die Selbstverliebtheit von Mameli, der sich in aktuellen Interviews wieder gerne als Amadeus des Death Metal darstellt, zum Glück nicht in Form von ausschweifendem Gitarrensoli-Gedudel niederschlägt. Im Gegenteil, halten sich beide Gitarristen diesbezüglich angenehm zurück.

Pestilence sehen sich gerne als jazzinspirierte, technische Band. Aber ein paar Jazz Fusion CDs im Schrank zu haben, macht einen natürlich noch nicht zum Jazzmusiker. Und auch kurze Ausflüge abseits von 4/4 Rhythmen lassen Doctrine immer noch Lichtjahre davon entfernt sein, in irgendeiner Weise etwas mit Jazz zu tun zu haben. Es wäre deshalb begrüßenswert, wenn die Niederländer nicht ständig versuchen würden, sich in Interviews in dieses Licht zu stellen. Technisch anspruchsvoll? Inmitten der Lärmbands, die sich unter dem Deckmantel vorgetäuschter Extremität auf den Markt drängen, sind Pestilence eine Oase der Hoffnung. Aber: wo die Sonne des Geistes tief steht, werfen eben auch Zwerge lange Schatten. Innovativ ist das Ganze dadurch jedoch leider noch lange nicht.

Auf einzelne Songs einzugehen lohnt sich im Detail nicht, da außer dem rundum gelungenen 'Sinister' keine Nummer richtig heraussticht. Und trotz aller Kritik kann Doctrine Spaß machen, wenn einem der Sinn nach einer aggressiven Ladung Death Metal steht und man es nicht bis zum nächsten Monat erscheinenden Morbid Angel Album abwarten kann. Referenzwerke und Empfehlungen für interessierte Neueinsteiger bleiben ansonsten die Klassiker aus der Hochphase von Pestilence und der Death Metal Bewegung allgemein, 'Consuming Impulse' und 'Testimony of the Ancients'. Starke 3 Punkte.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 2, 2012 9:51 PM MEST


Deth Red Sabaoth (Ltd.Digi)
Deth Red Sabaoth (Ltd.Digi)
Wird angeboten von Media Hessen
Preis: EUR 18,10

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Evil Elvis is back!, 4. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Deth Red Sabaoth (Ltd.Digi) (Audio CD)
So ziemlich jede Danzig-Kritik, die in den vergangenen zehn Jahren geschrieben wurde, beginnt mit einem Rückblick auf die Rick Rubin-Jahre der frühen Neunziger, dem anschließenden Bruch mit dem Original Line Up sowie dem damit einhergehenden vermeintlichen Stilwechsel. Warum bloß tun wir uns so schwer mit dem kreativen Verlauf der Danzig-Solo-Karriere? Nun, sicherlich aus vielerlei Gründen, wobei der entscheidendste die Tatsache sein dürfte, dass es sich ganz einfach lohnt, das jeweils aktuelle Werk in den Kontext des bisherigen Schaffens zu stellen und zu analysieren, ob es sich nun um eine Rückkehr zu den Wurzeln, ein neues Experiment, die künstlerische Offenbarung schlechthin, oder doch nur um eine aufgewärmte Suppe mit einem vermeintlich altersschwächelnden Frontman handelt. Denn Danzig zu kritisieren macht Spaß! Danzig provoziert die Kritik wie kaum ein anderer. Der Schinkengott verlangt viel von seiner Zuhörerschaft, macht es den Fans und sich selbst oft nicht leicht.

In Zeiten, in denen die Musikindustrie schwere Verluste hinzunehmen hat und nur wenige Produktionen ihre Kosten einzuspielen vermögen, werkelt Glenn Danzig unbeirrt vor sich hin und ist sich nicht zu schade, Platten zu veröffentlichen, deren garagenmäßige Produktionen nicht wenige Kritiker vernichtende Urteile ob des Anspruchs und der Zurechnungsfähigkeit des ehemaligen Evil Elvis fällen ließ. Zugegeben, manches von dem, was uns in den letzten Jahren an Danzig-CDs beschert wurde, hat den Charakter von Demos aus Glenns Garage. Aber und genau das ist es, was zumindest mir so einen unglaublichen Spaß bereitet hat! Keine Hochglanzproduktionen, kein Anbiedern an den Markt. Stattdessen immer wieder Hoffnung weckende Lebenszeichen aus der Kreativwerkstatt des Höllenmeisters. Mal mehr, mal weniger gelungen.

Man hatte sich an dieses ambivalente Danzig-Gefühl schon irgendwie gewöhnt, als mit Deth Red Sabaoth in 2010 auf einmal das Hammeralbum schlechthin auf uns los gelassen wurde. Ein Knaller von allerfeinster Güte, der wirklich alles bietet, was man sich von einem Danzig-Album wünschen kann. Die kompositorisch stärksten Danzig-Songs seit How the Gods Kill werden mit einer Spielfreude präsentiert, wie man sie den alten Herren kaum noch zugetraut hätte.

Die Produktion ist im Vergleich zu anderen Metal-Scheiben dieser Tage erneut auf einem eher unterklassigen Niveau, so jedenfalls der erste und vom Konzept der Objektivität getriebene Eindruck. Aber was ich schon oben als gewissen Reiz im Danzig-Sound zu beschreiben versucht habe, findet auf Deth Red Saboath seine bisherige Vollendung. Vordergründig soundtechnische Schwächen entpuppen sich nach einigen Hördurchläufen als liebgewonnene charakterliche Eigenschaften.

Songperlen wie Hammer of the Gods, The Revengeful und das von einer einfachen aber effektiven Double Bass vorangetriebene Rebel Spirits machen einfach nur Spaß, hat man doch den Eindruck, Danzig in einem kleinen Rehearsal-Studio bei Demo-Aufnahmen beobachten und zuhören zu dürfen. Der Zuhörer wird Zeuge einer echten Band-Leistung, das Album klingt sehr live eingespielt. Der Altmeister heult den Mond wieder so herrlich an, wie man es früher von ihm kannte, flirtet mit seinem Image als Evil Elvis und wirft als Chefkoch des Ganzen munter Zutaten von den Doors, Led Zeppelin, Black Sabbath und Slayer in einen Topf, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Und genau das macht Deth Red Saboath so unglaublich stark. Dieses Album klingt authentisch, organisch und vollkommen unverkrampft. Die unbeschwerte Coolness von Ju Ju Bone, die tonnenschweren Riffs wie z.B. in Night Star Hel sowie Mitgröhlhymnen der Marke Deth Red Moon vermischen sich zu einer Melange, die dieses Album für mich zu einem der absoluten Highlights des Jahres 2010 macht. Long live Evil Elvis!


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