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Rezensionen verfasst von
blackbox

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48:13
48:13
Preis: EUR 14,03

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fünf Alben, drei Meilensteine oder 48:13 -- die nächste Stufe, 23. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: 48:13 (Audio CD)
Kasabian sind, ohne mich weit aus dem Fenster zu lehnen, meine Lieblingsband. Ich begegnete der Musik der Briten vor 3 Jahren mit dem Album VELOCIRAPTOR und habe mich sofort in ihre extravagante, verspielte art, musik zu machen, verliebt. Mit 48:13 kommt nun der langersersehnte nachfolger des raptoren-albums, welches, wenn man ihn in den kanon der Band einordnet, nicht grade das allerbeste war -- KASABIAN (2005) und WEST RYDER PAUPER LUNATIC ASYLUM (2009) jedoch werden für immer Meilensteine der britischen Insel bleiben. VELOCIRAPTOR hatte tolle songs, aber im gesamtbild war es nicht ganz rund.
Anders als 48:13, welches jetzt im Juni 2014 das Licht der Musikwelt erblickt. Es ist durchkalkuliert, durchgestylt, elektronisch, verrückt, Tanzmaterial -- und einfach eines der besten Alben dieses Jahres, so viel kann man auch jetzt schonmal sagen.
"Bumblee" schickt einen vollkommen unvorbereitet ins Gefecht und geht erstmal richtig aber, "Stevie" legt gefühlvoll nach und das sprunghafte, von vielen nicht so gemochte, doch von mir geliebte "Doomsday" zerstört. Seite 2 beginnt mit dem 7-minüter "treat", einfach nur großartige elektronikrock-kunst, "Glass" ist wundervoll baladesk und trotzdem triphoppig, samt gerapptem outro. "Explodes" ist der einzige winzige hänger des albums, aber auch in den track kann man sich reinfinden und ihn lieben lernen. "Clouds" ist eine Hymne, mehr brauch man nicht sagen, und "eez-eh" das dancefloor-tauglichste stück der band nach "Club foot" und "Vlad the Impaler". "Bow" ist irgendwie sehr unbeschreiblich und "SPS" klingt wie ein verlorener Oasis-Song.
48:13 ist ein wunderschönes, crazy Werk von Musikern, die erkannt haben, dass sie nie "endlich ankommen" müssen, wenn sie wollen. Der Stil von Kasabian ist wunderbar wandelbar, diese band ist in keinem genre genau festgelegt und somit macht sie die abwechlungsreichste musik, die man sich vorstellen kann.
Dieses album ist was ganz großes, das warten hat sich gelohnt und für so ein werk warte ich gerne nochmal 3 Jahre. Und auf tour kommen die herren 2014 auch -- die karten sind schon bestellt!


Rob Zombies El Superbeasto
Rob Zombies El Superbeasto
DVD ~ Oliver Kalkofe
Wird angeboten von eifel-dvd-vhs
Preis: EUR 9,11

5.0 von 5 Sternen Rob Zombie's Film-gewordener Ständer, 24. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Rob Zombies El Superbeasto (DVD)
El Superbeasto hat alles, was angetrunkene Männer brauchen:
sexistische/rassistische/dummdreistlustige Sprüche im drei-Sekunden-Takt, fast schon ins hentai gehende Darstellungen weiblicher Charaktere, wunderbare musikalische Untermalung mit crazy texten ("Nazi zombies standing all around now!", "It's okay to jerk off to cartoons, the Japanese do it every day!", etc.), family-guy-mäßige leichtigkeit und eine Milliarde Prozent Selbstironie.
Mr. Zombie ist eines morgens wohl aufgewacht, auf seinen boner geguckt und dann die drehbuch-idee notiert.
Geile sache, leute! Einer der lustigsten filme, den es so gibt..


Reptile Man
Reptile Man
DVD ~ Tony Curtis
Wird angeboten von Verso29
Preis: EUR 3,00

4.0 von 5 Sternen Party-Film, 24. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Reptile Man (DVD)
Mit etwas Alkohol und guten Freunden ist der Film unglaublich unterhaltsam, ansonsten kann man ihn getrost in die Tonne kloppen. Die Effekte sind sehr trashig und wirken wie aus einem 70er-Jahre-LSD-Traum. Die deutsche Synchro macht den Film noch dümmer und witziger, Tony Curtis und alle anderen Darsteller -- die ich namentlich nicht kenne -- agieren mega-hölzern. Generell würde ich mir diesen Film vollkommen nüchtern N I E antun, aber trunken ist er richtig geil!
"Ich wünschte jede Frau hätte den Körper einer Venus, und ich einen 30cm-Schwenus!" & "Sorry steht im Lexikon zwischen Sympathie und Scheiße!" sind by the way großartige Zitate, bei denen ziemlich geile erinnerungen hochkommen!


Doctor Sleep: Roman
Doctor Sleep: Roman
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück ..., 4. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Doctor Sleep: Roman (Gebundene Ausgabe)
King hat es also gewagt. Nach gut 40 Jahren Autorenkarriere hat er seine zweite Fortsetzung geschrieben. Die Erste liegt mit Das schwarze Haus schon wieder einiges an Zeit zurück.
Klar, er hat mit dem Dunklen Turm auch eine sich immer fortsetzende Reihe begonnen, aber diese zählt als Saga. Ein einzeln stehender Roman, der dann nach einiger Zeit fortgesetzt wird -- das hat King eher selten gereizt.

SHINING ist ohne Frage sein bekanntester Roman. Jeder halbwegs belesene Mensch kennt das Buch zumindest vom Namen her, immer wieder wird es als einer der besten Horror-Romane überhaupt deklariert und durch die geniale (wenn auch überhaupt nicht werkgetreue) Verfilmung von Stanley Kubrick mit Jack "crazy" Nicholson in der Hauptrolle wurde die Story um das Overlook Hotel, den kleinen Jungen Danny mit den übernatürlichen Fähigkeiten und den Niedergang eines eingeengten Möchtegern-Schriftstellers unsterblich.

DOCTOR SLEEP (Herrgott, bin ich froh, dass Heyne den Titel nicht geändert hat!) setzt nun ein paar Jahre nach SHINING ein. Danny wohnt mit seiner Mutter weit weg vom Overlook. Er hat immer noch die Gabe des Shinings, was sich auch daran zeigt, dass er immer noch die Frau aus Zimmer 217 in seinem Badezimmer sehen kann.
Schnell wird Dannys Kindheits abgearbeitet, das ganze liest sich dann doch etwas langweilig. Aber es ist nett, dass King hier nicht einfach alles überspringt. Er führt gekonnt langsam in den Roman ein -- so, wie es bei ihm ja meistens ist.
Danny als junger Erwachsener ist dann nicht mehr so ein netter Zeitgenosse. Der Leser durchleidet mit ihm bestimmte Episoden aus seiner schweren Alkoholsucht, bis er sich dann den Anonymen Alkoholikern (AAs) anschließt -- denen King ja selbst seit ewigen Zeiten angehört. Und so lesen sich diese Passagen wie Werbung ... aber ich für meinen Teil kann King das nicht übel nehmen. Er war selbst Alkoholiker, er weiß wie man sich da fühlt. Und er will einfach nur beschreiben, was für eine tolle Rettung ihm durch die AA-Treffen erfahren ist.
Es tritt noch ein zweiter Handlungsstrang auf. Es geht um alte Rentner, die stilvoll in ihren Wohnmobilien durch die USA cruisen. Aber diese Leute sind keine normalen Menschen. Sie sind süchtig nach einer übernatürlich anmutenden Droge namens Steam, die man Toten gewonnen wird -- aber nicht irgendwelchen Toten, sondern nur Toten, die das Shining innehatten.
Zu guter letzt gesellt sich noch ein Handlungsstrang dazu, der sehr schnell mit dem von Danny verwebt wird. Danny wohnt jetzt in einer Kleinstadt in New Hampshire und ist aufgrund seines Shinings zum DOCTOR SLEEP geworden, der alte Menschen hinüber ins Reich der Toten begleitet, wie man so schön sagen könnte. Nahe der Stadt wohnt eine kleine Dame namens Abra. Sie hat ebenfalls das Shining, aber sehr viel stärker als Dan, und vielleicht sogar sehr viel stärker als alle anderen Menschen mit Shining auf der ganzen Welt. Deshalb werden die Steam-Rentner (die sich Wahre Knoten nennen) auf sie aufmerksam und machen Jagd auf sie.
Abra braucht Hilfe, und so baut sie mental durch ihr Shining eine Verbindung zu Danny auf ...

Das soll als Handlungsabriss erstmal genügen.
In dem Roman geht es um Tod und alles, was damit zu tun hat. Das ist eine recht bedrückende Thematik, zugegeben. Aber King behandelt das Thema, wann immer es im nicht grade kurzen 700-Seiten-Schinken auftaucht, mit gleichen Teilen an Respekt und Leichtigkeit.
Der Roman ist -- wie ja schon eigentlich für einen Roman des unangefochtenen Horror-Maestros unserer Zeit -- unglaublich gut geschrieben. Er ist packend, fesselt von der ersten Seite an und lässt einen bis zum Ende echt nicht mehr los. Woran liegt's? Nun, wenn man SHINING gelesen hat, gleicht DOCTOR SLEEP einem wohligen Nachhausekommen. Man ist endlich wieder mit Danny vereint, den man ins Herz geschlossen hat, und kann mit ihm neue Abenteuer erleben. Der erwachsene Danny ist eine großartig vielschichtige Figur, das Steam die vielleicht beste King-Erfindung der letzten 20 Jahre, die Leute vom Wahren Knoten so anders und skurril -- Rentner in Wohnmobilien, wer wittert da schon die Gefahr? Und doch: sie ist da! -- dass es einfach total Spaß macht, dieses Buch zu lesen.
Der Stil hat es in sich. Ob es jetzt um die
(Zucka)
Einschübe geht, die inneren Monologe und super beschriebenen Gedankengänge der Charaktere oder um interessante intellektuelle Dialoge zwischen Danny und Abra -- alles sitzt perfekt. King weiß nach 40 Jahren ganz klar, wie er seine zusammengeklaubten, teils sogar selbsterfundenen sprachlichen Mittel einsetzen muss, um einen Hammer-Roman abzuliefern. Und hier tut er es nach allen Regeln der Kunst!

Wirklich Horror ist DOCTOR SLEEP dabei jedoch nicht. Es bleibt bei einem mysteriösen, übersinnlichen ... Thriller.

Fazit:
Ein wirklich großes Altwerk des Meisters des Horrors. Einmal mehr hat mich King total überzeugen können.
Und dafür, dass ich das Buch schon vor 2 Monaten gelesen hab, konnte ich mich echt noch sehr gut an den Inhalt erinnern ;) Da muss die Story schon verdammt gut für sein ...

9/10 Punkten


Tunnel Vision - EP
Tunnel Vision - EP

5.0 von 5 Sternen Überragend!, 30. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Tunnel Vision - EP (MP3-Download)
Wirklich eine tolle Stoner-Platte, viele langezogene, düster-menlancholische Psychedelic-Passagen, aber teilweise auch richtige Brecher-Riffs. Macht wirklich Spaß, ich glaube, von dieser Band haben wir noch so einiges zu erwarten – mich dürstet nach mehr, aber sie sind ja noch jung …


Flames of Fame
Flames of Fame
Preis: EUR 5,55

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Okay, aber kein zweites Liberty of Action!, 12. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Flames of Fame (Audio CD)
Jaja, ich weiß, es ist ein ganz gutes Album. Aber es ist nicht das, was man erhofft und erwartet hatte. Nach dem genialen Vorgänger LIBERTY OF ACTION, einer 15 Tracks andauernden Hit-Reise durch die Höhen und noch höheren Höhen des modernen Cowboy-Rock.
Das Album bietet ganz bestimmt den ein oder anderen Übersong, der einfach super zu Bosshoss passt, zum Beispiel mein Albumfavorit DO IT, der ja auch schon die erste Single war. Der Song geht ins Blut, lässt tanzen, auf und ab hüpfen und eignet sich sicher perfekt für Liveauftritte der Band. Das Rhodes-Piano ist was neues und macht total Spaß.
Auch WHATEVER (Titel sicher nicht absichtlich bei Cro geklaut), EASY TO LOVE YOU und GOD LOVES COWBOYS kann man super hören. Doch grade die balladesken Stücke wirken sehr gekünstelt und der Folk-Punk-Ausflug A LITTLE MORE MORE MORE ist total daneben gegriffen.
Das Album ist letztendlich halt der Nachfolger eines Album, das man nicht toppen kann. Es sind auch nur Künstler, jeder macht mal Fehler. Die Coolness ist irgendwie ein bisschen weg, ich vermisse besonders die Schnelligkeit und Rockeinflüsse, hier gibt es sehr sehr viel mehr Country-Einflüsse.
Es ist okay, immer noch ein gutes Album, aber man muss es nicht haben. Und es ist nichts zum rauf und runter hören. Die drei, vier guten Songs am besten in eine Playlist mit dem LIBERTY-Album legen, dann hat man am meisten davon!


Schänderblut
Schänderblut
Preis: EUR 4,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hardcore-Kannibalen-Porno in gut!, 11. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Schänderblut (Kindle Edition)
Wuchtigkeit, das ist es, womit man »Schänderblut« wohl am besten beschreiben kann.
Es ist ein zerstörendes Buch, voller widerlicher Szenen und purem Hardcore, es folgt Vergewaltigung auf kannibalistische Gedanken auf perversen Sex auf traumatisierende Kindheitserinnerung.
Und doch hat der Roman Handlung, und das satt. Es geht um Joe, der als Jugendlicher von einem Mann verschleppt, missbraucht und gefoltert wurde. Als einziges der Opfer des Mannes kam er frei und überlebte. 15 Jahre später studiert Joe, und er merkt, dass er kannibalistische Neigungen besitzt. Er fängt an, seine Triebe zu erforschen und stößft auf eine Underground-Kultur voller Fetisch, Willigkeit und Härte. In einem Club für wirklich schlimme Sexualgelüste trifft er dann eine wunderschöne Frau, die er für seine Seelenverwandte, seine große große Liebe hält. Doch sein Hang zum Kannibalismus wird immer stärker und ausschweifender, und schon bald ist es nicht mehr einfach, der Frau nicht weh zu tun.
Joe glaubt, dass er durch das Freikommen von seinem damaligen Peiniger ein Gen in sich trägt, dass ihn zum Serienkiller und brutalen Schlächter macht. Er erforscht dies wissenschaftlich und sieht nur einen Ausweg: er muss zu seinem nun in einer Anstalt lebenden Vergewaltiger - und diesen umbringen-
White schreibt diese Geschichte mit schonungsloser Härte und enormer Geschwindigkeit auf knapp 300 Seiten locker runter. In der Kürze liegt hier die Würze, man fühlt sich in keinem Kapitel zu lange aufgehalten, es geht Schlag auf Schlag.
Das Wichtigste ist, das White die Psyche des Serienkillers und die des Kannibalen sehr sehr gut beschreiben kann. Er versetzt sich tief in Joe hinein, tut seine kompletten, tiefen Abgründe auf. Er ist ein durch und durch böser Charakter, aber trotzdem für den Leser schon fast (nur fast!!) sympathisch, da er wenigstens versucht, seinem Schicksal ein Ende zu setzen und er wirkliche Liebesgefühle für die »Dame seines Lebens« entwickelt und sie nicht einfach nur schlachten und vögeln möchte.

Fazit:
Ein gutes Buch, hart und erschütternd, in manchen Szenen sogar etwas too much (bsp. als Joe in einem Swingerclub einen Mann beschneidet und ihm einen bläst, Mann, da hab ich mich fast übergeben ...), aber ansonsten
TOP!


Die Arena
Die Arena
Preis: EUR 9,99

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stark, hart, spannend, 6. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Arena (Kindle Edition)
Die Handlung in groben Zügen möglichst schnell wiederzugeben ist sehr sehr schwer, da der Roman mit über 1200 Seiten doch einiges an Geschichten, Nebengeschichten, Wichtigkeiten und Nichtigkeiten zu bieten hat. Vielleicht soviel:
Ein unsichtbares Kraftfeld senkt sich über die Kleinstadt Chester's Mill, Maine. Elektronische Gerätschaften gehen in ihrer unmittelbaren Nähe sofort kaputt, niemand kann sie durchdringen und das Städtchen ist vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Was zur Folge hat, dass die langsam aber sicher erste Gefahren in der Einwohnerschaft auftreten: es gibt einen Brand, die Vorräte werden immer knapper und die dunklen Geheimnisse, von denen es genügend bei den Menschen von Chester's Mill gibt, kommen nach und nach ans Licht. Die früher so kultivierten Menschen kämpfen nur noch ums Überleben, denn es gibt keine Hoffnung, dass die Kuppel (der Dome, wie sie ihn oft nennen) jemals wieder verschwindet.
Auf die immense Seitenzahl verteilt treten natürlich immer wieder Indizien dafür auf, was die Kuppel sein könnte. Es wird viel spekuliert, und natürlich kommt man am Ende auch dahinter. Doch die Kuppel ist eigentlich nur ein MacGuffin - ein Aufhänger ohne sehr große Bedeutung -, den King dazu nutzt, zu beschreiben, wie die Bestie Mensch in Ausnahmesituationen handeln kann. Das wahre Gesicht der Gesellschaft zeigt sich, für das eigene Überleben würde jeder alles nur erdenkliche tun, sei es noch so furchtbar und der modernen Denkweisen nach verwerflich.
Kings Schreibstil ist wunderbar flüssig, man schwebt nur so über die Seiten. Ich habe den zugeben schon recht riesigen Batzen Die Arena in etwa einer Woche verschlungen, und ich hatte weiß Gott viel zu tun mit Arbeit und allem sonst. Für King nimmt man sich Zeit, es ist jedes Mal ein Glücksgefühl, sein Werk wieder in der Hand zu halten und weiter einzutauchen in den Sumpf der psychischen Abgründe.
Das ist es, was diesen Roman zum Horror macht: Die psychischen Aspekte. King beschreibt unerbitterlich, das fängt schon in einer der ersten Szenen damit an, dass er unglaublich kühl und trocken einen Muttermord schildert, ja, ihn fast schon normal und sinnvoll darstellt. Ohne lachhaftes Übertreiben hätte kein Autor das hingekriegt, doch ihm gelingt es. Es lastet schwer auf dem Leser, doch schon geht es weiter.
Die Story ist schnell und spannend, trotz der Länge. Die immense Anzahl der Charaktere - die manchen Leuten schon ein wenig zu viel werden könnte - bietet unglaublich viel Stoff für kleine Nebengeschichtchen, alle sind gut ausgearbeitet und kein Charakter ist zu viel, keiner zu unwichtig, so dass man sagen könnte: »Hey, den hättest du aber auch weglassen können, Stephen ...«
Die Auflösung dann hat zu Recht die Leserschaft gespalten, doch sie ist konsequent und - das muss man ihr lassen - so crazy, dass sie schon wieder total genial ist. King ist kein Plotter, er schreibt drauflos, und wenn Sie sich als Autor so in eine Story verstrickt hätten, müssen Sie sich jetzt die Frage stellen: »Hätte ich einen anderen Ausweg gefunden?«
Ich, für meinen Teil, nicht.

Fazit:
Ein wirklich guter Roman, schrabbend an der Meisterwerk-Grenze, aber so ganz dafür gereicht hat's dann doch nicht. 8/10 Punkten, hat mir sehr gefallen.


Era Vulgaris
Era Vulgaris
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Josh Homme's Spielkind-Album, 6. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Era Vulgaris (Audio CD)
Era Vulgaris macht einfach nur Spaß. Es ist kein Epos wie Songs for the Deaf und kein cooles Stückwerk wie Rated R, es ist liegt etwa mittig zwischen diesen beiden. Mit der Musik trauen sich Homme und Mannen noch mal etwas weiter hinaus, verlassen die Stoner-Wurzeln fast vollständig und fabrizieren Elektro-geschwängerten Alternative-Rock.
Ob mit kranken Schredderorgien wie in »Misfit Love«, ungewöhnlichen Rythmen und Riffs wie »I'm Designer« oder »Battery Acid«, schnellen Brechern wie »3's and 7's« & »Turnin' on the Screw« oder schönen Balladen wie »Make it with Chu« (auch wenn der Text nicht grade balladesk, sondern eher schweinzisch ist, aber Homme singt die Zeilen über den Geschlechtsakt so gefühlvoll, dass es für nicht-Englisch-Kenner wie ein wunderbares Liebeslied klingt - was es in gewisser, besonderer Weise auch ist) und »Suture up your Future«, die Queens schaffen es mal wieder, zauberhaftes auf CD zu bannen und dem Hörer daran teilhaben zu lassen, welche musikalischen Meister sich hier zusammengetan haben, um sich gegenseitig die Ehre zu erweisen.
Warum also nur 4 Sterne? Nun, weil ERA VULGARIS trotz der grenzenlosen Spielfreude und den wirklich coolen Nummern - was die meisten sind - merkt der Fan doch, dass es weitaus besseres im Backkatolog dieser Gruppe gibt. Nichts toppt das geniale göttliche Songs of the Deaf, das neuere Like Clockwork wirkt auch ausgeglichener und wärmer. ERA VULGARIS wäre für viele viele Bands ein Meilenstein, aber nicht für die Queens, die können es auch besser.

Fazit:
Trotzdem toll, sollte jeder mal gehört haben. Man muss dem Album die Zeit lassen, sich zu entfalten, aber wenn es dann mal geglückt ist, hat seine rege Freude an den tollen Songs!


BIGHEAD - Ein brutaler, obszöner Thriller
BIGHEAD - Ein brutaler, obszöner Thriller
Preis: EUR 4,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Zenit aller Backwood-Geschichten, 6. Oktober 2013
Edward Lee ist ein kranker Mensch, das muss man einfach mal so sagen. Er schreibt durchtriebene, sexuell anzügliche, brutale, verschrobene, gewaltverherrlichende Geschichten. Und ist damit sehr, sehr erfolgreich,
Dank dem wunderbaren Festa-Verlag jetzt auch in Deutschland, denn 2012 sind 4 Titel von ihm erschienen, 2013 folgten 2 weitere, und 2014 soll es wieder so einiges geben. Der Mann hat in Amerika Kultstatus, wird als King of Extreme Horror titulliert. Und ich als Horrorfan habe da natürlich erstmal zugegriffen, um mir das Werk des angeblichen Großmeisters mal genauer anzusehen.
Was zuerst auffällt ist die Sprache des Buches. Denn viele Passagen (etwa ein drittel des Romans) sind au der Perspektive Bigheads geschrieben. Und diese Sprache ist einfach abstoßend. Sie ist grammatikalisch ein Graus, sie ist voller Fäkalbegriffe und sehr schwer lesbar, zumindest zu Beginn. Doch mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür, was Lee hier will und man lässt sich darauf ein - sollte man zumindest, denn ansonsten kann man das Buch gleich gegen die Wand schmeißen. Denn auch die beiden anderen Hinterwädler, die fröhlich mordernd ihre Kreise ziehen, haben einen eigenen Erzählstil für sich gepachtet, und der ist recht ähnlich, wenn auch nicht ganz so schlimm wie der der Bighead-Stücke.
Die Story um das mutierte Monster ist sehr simpel. Es gibt in der Story aber trotzdem tiefgründige Charaktere, so zum Beispiel der dauerverärgerte Pfarrer, der eine Schwäche für Alkohol hat und nur an Sex denkt. Grade in den Szenen mit ihm merkt man, das Lee ein richtig guter Schriftsteller ist, nur halt nicht immer.
In Bighead setzt er größtenteils auf Schockmomente. Und auch diese Kunst beherrscht EL, was er da an Gedärmen, Vergewaltigungen, Zerstückelungen, abartigen Morden und bestialischen Schlachtfesten abliefert, geht auf keine Kuhhaut.
Doch alles ist im Rahmen des Erträglichen, mit einem guten Magen und Erfahrung als Horrorleser hält man das schon aus. Nur in einer Szene geht Lee zu weit, nämlich in der, in der er den Missbrauch eines alkoholkranken Vaters an seinen beiden Kindern schildert, als sei es ein freudiger Luststreifen. So etwas muss nicht sein!
Ansonsten ist grade das Ende das I-Tüpfelchen auf der Geschichte, so was geiles sieht man selten, hier beweist EL nochmal so richtig Mut!
Generell ist das Buch ein Beweis dafür, dass es immer wieder Leute gibt, die mit Spaß an der Sache alle Grenzen überschreiten. Und Lee geht weiter, als sich je jemand gewagt hat, er hintergeht den guten Geschmack nicht nur, er sticht ihn kaltblütig ab und pflanzt seinen Samen in ihn, damit aus dem Toten eine neue Gestalt erstehen kann, die mit kräftigen Zügen hinten den Horizont des machbaren Maßes an Brutalität schwimmt und ... genug des Sinnbildes.

Fazit:

Toll, der Zenit aller Backwood-Stories, ein Buch, das man sich trauen muss, aber man wird dafür belohnt!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 8, 2013 6:28 PM MEST


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