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Top-Rezensenten Rang: 740
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Rezensionen verfasst von
Matthias Jakob Schmid (Media-Mania)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Volk Heimat Dorf: Ideologie und Wirklichkeit im ländlichen Bayern der 1930er und 1940er Jahre
Volk Heimat Dorf: Ideologie und Wirklichkeit im ländlichen Bayern der 1930er und 1940er Jahre
von Martin Ortmeier
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen Mosaikartig zeigt der Band vielfältige Aspekte auf, welche das Landleben während der NS-Zeit in Bayern prägten, 21. Juli 2016
Nein, hier geht es nicht um die große Politik, auch wenn diese zumindest die groben Richtlinien vorgab. Im Mittelpunkt des Sammelbandes steht vielmehr die einfache Bevölkerung auf dem Land, die abseits der Ballungszentren immer mehr feststellen musste, dass der Nationalsozialismus auch ihr Leben zunehmend veränderte. So wurde beispielsweise aus dem Christ- das Lichtkind und der Nikolaustag ersetzte Weihnachten als Schenktag. Allerdings griff der Nationalsozialismus andererseits auch Traditionen auf, indem dieser die auf dem Lande beliebte Tracht im Sinne der Volkstumspflege förderte. Und dort, wo sich Tradition und die neue NS-Ideologie im Wege standen, griff die ländliche Bevölkerung bisweilen zu ganz pragmatischen Lösungen, sodass schon mal das Hitler-Bild neben Kruzifix und Mariendarstellungen im sogenannten Herrgottswinkel zu finden war. Leben in Zeiten der NS-Herrschaft bedeutete aber auch, dass die Folgen des Krieges auf dem Lande Einzug hielten. Zum einen in Form von Behelfsheimen für Ausgebombte, zum anderen sichtbar an den Flüchtlingen und Zwangsarbeitern.

Immer wieder ziehen die Autoren des Bandes exemplarische Fallbeispiele heran und stellen sie mitunter ins Zentrum ihrer Beiträge wie im Falle eines Pfarrers aus dem niederbayerischen Loitzendorf. Dieser hat mit seinem Tagebuch ein beeindruckendes Zeugnis hinterlassen, welches Auskunft darüber gibt, wie die Zeit von den Menschen wahrgenommen wurde. Demgegenüber veranschaulichen die Aufzeichnungen eines in Amberg geborenen jungen Mannes, wie aus einem Pfadfinder ein treuer Vasall des Führerstaates werden konnte, der trotz seiner Kriegserlebnisse im Grundsatz linientreu blieb.

In seiner Konzeption ist der Band sehr abwechslungsreich, da dieser verschiedenste Perspektiven eröffnet, die ein buntes Mosaik des ländlichen Lebens der damaligen Zeit offenbaren. Etwas schade ist lediglich, dass die Einführung, welche dazu geeignet gewesen wäre, die vielfältigen Ergebnisse einzuordnen und zu bündeln, recht sprunghaft ausfällt. Sehr gelungen ist dagegen, dass die Aufsätze durch zahlreiche Bilddokumente unterstützt werden, die den Charakter eines Erinnerungsalbums tragen. Denn diese entstammen in vielen Fällen aus Privatbeständen oder kleinen Archiven.

FAZIT: Mosaikartig zeigt der Band vielfältige Aspekte auf, welche das Landleben während der NS-Zeit in Bayern prägten und dringt so ein in eine Welt, die sich zwischen alten Traditionen und neuen Herausforderungen bewegte.


Lese-Rechtschreibstörungen (LRS)
Lese-Rechtschreibstörungen (LRS)
von Andreas Mayer
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,99

5.0 von 5 Sternen Wissenschaftlich fundiert und empirisch auf dem neuesten Stand, 10. Juli 2016
Bei der Lese- und Rechtschreibstörung handelt es sich um eine hochkomplexe, multidimensionale Störung, die nicht einfach mal so mit ein paar Übungen beseitigt werden kann. Notwendig ist vielmehr ein fundiertes Fachwissen, um die Probleme zu verstehen und ausgehend davon passende Hilfestellungen anzubieten. Entsprechend sind die Ausführungen und Hinweise des Sprachheilpädagogen Andreas Mayer eine große Hilfe für alle, die als Lehrer oder Therapeuten mit diesem Problem konfrontiert werden. Denn der Band bietet einen umfassenden Überblick zu sämtlichen Hypothesen, die rund um die Störung in der wissenschaftlichen Diskussion vorzufinden sind. An vielen Stellen greift Mayer auf empirische Befunde verschiedener Autoren zurück und stellt seine Ausführungen oder Kritikpunkte damit auf eine solide Datenbasis. Der Band, der zum Teil auch mit widersprüchlichen Befunden daherkommt, befindet sich so auf der Höhe des aktuellen Kenntnisstandes, Allerorten wird dabei deutlich, wie vielschichtig das Störungsbild ist, sodass Eingriffe das bereits angesprochene hohe Maß an Fachwissen notwendig machen. An vielen Stellen zeigt sich auch, dass sprachwissenschaftliche Vorkenntnisse zwingend notwendig sind, um sowohl den Ausführungen Mayers zu folgen als auch ein adäquates Verständnis für die Störung zu entwickeln.

Während im ersten Teil des Bandes also vor allem die theoretischen Grundlagen angesprochen werden, widmet sich der Autor im zweiten Teil zum einen den zahlreichen Diagnoseinstrumenten und zum anderen verschiedenen Übungsprogrammen wie das bekannte "Marburger Rechtschreibtraining" oder "Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi". Er stellt hier nicht nur deren Grundlagen und Aufbau dar, sondern arbeitet mit einem kritischen Blick insbesondere deren Vorzüge und Kritikpunkte heraus. Da Mayer auch hier zur Untermauerung seiner Hinweise immer wieder empirische Erkenntnisse zu Rate zieht, wirken seine Anmerkungen sehr überzeugend.

FAZIT: Der Band führt seine Leser wissenschaftlich fundiert und auf der Basis von zahlreichen empirischen Studien in das hochkomplexe Feld der Lese- und Rechtschreibstörungen ein. Mit den entsprechenden sprachwissenschaftlichen Vorkenntnissen ausgestattet erfahren sie so, was hinter der Störung steckt und wie dieser sinnvoll begegnet werden kann.


KL: Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager
KL: Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager
von Nikolaus Wachsmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschreckend und informativ zugleich!, 7. Juli 2016
"KL" - so lautete die zeitgenössische Bezeichnung für jene Lager, die nach dem Zweiten Weltkrieg unter der nun gängigen Abkürzung KZ als Inbegriff von Grausamkeit, Tod und Terror angesehen wurden. Für viele waren beziehungsweise sind sie auch gleichbedeutend mit dem Holocaust, was jedoch den Blick - bei allem Respekt vor den jüdischen Opfern - zu sehr verengt, da in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern viele andere Opfergruppen vertreten waren und auch die Funktion der Lager weit vielschichtiger waren, als dies gemeinhin angenommen wird. Genau diese differenzierte Sichtweise zeichnet Nikolaus Wachsmanns umfangreiche Abhandlung zur Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager aus und so blickt er eben auch auf die Täter, die genauso wie die Opfer nicht stereotypisiert werden können. Denn "nicht jeder Wärter beging Gräueltaten, und nur wenige waren psychisch abnorme Persönlichkeiten". Es muss vielmehr davon ausgegangen werden, dass auch deren Handeln von großen Unterschieden geprägt war.

Trotz der enormen Detailfülle und des gewaltigen Umfangs gibt Wachsmann seiner Darstellung eine klare Struktur, die sehr gut nachvollziehbar ist. Eindringlich wird diese vor allem durch die zahlreich integrierten Berichte von Zeitgenossen, die einen mal erschüttert, mal fassungslos zurücklassen. In jedem Fall geben sie Zeugnis von einem perfiden System, das sich hinter den Stacheldrahtverhauen der Konzentrationslager entwickelte. Stets ist der Leser nah dran und lernt die Menschen - egal ob Täter oder Opfer - kennen. Solche wie den SS-Mann Kurt Pannicke, ein attraktiver Mittzwanziger, ganz nach dem rassischen Ideal Hitlers, der seine Machtposition grenzenlos auskostete. Oder Odd Nansen, ein politischer Gefangener im Lager Sachsenhausen, der die Geschichte des zehnjährigen jüdischen Jungen Tommy niederschrieb, der in Auschwitz von seinen Eltern getrennt wurde und auf dem Weg nach Sachsenhausen - solche "Evakuierungen" waren eine Maßnahme der Lager-SS, um den herannahenden Sowjettruppen zu entkommen - unvorstellbares Leid miterlebte.

Gerade durch dieses Einweben persönlicher Sichtweisen umgeht Wachsmann, dass seine Darlegungen vom Leser als allzu abstrakt wahrgenommen werden, was gerade angesichts der Thematik nur allzu gut ist. Denn erst die Eindrücke von Beteiligten und Zeugen machen all das Leid, Unrecht und den ganzen Terror deutlich. Nicht selten bleibt der Leser wie bereits angedeutet verstört zurück und kann gar nicht glauben, dass Menschen anderen Menschen Derartiges antun können.

Bei aller Emotionalität, welche den Band prägt, vergisst Wachsmann den wissenschaftlichen Anspruch nicht. Denn dieser rückt ausgehend von der umfangreich eingearbeiteten Forschungsliteratur so manche gängige Erkenntnis zurecht, wie zum Beispiel die Rolle der Berufsverbrecher. Auch zeigt der umfangreiche Anmerkungsapparat sowie das Quellen- und Literaturverzeichnis, wie intensiv Wachsmann die Thematik erschlossen hat.

FAZIT: Ein eindrucksvoller Band, in dem Nikolaus Wachsmann die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager umfassend, differenziert und vor allem auf eine berührende Art und Weise darlegt. Erschreckend und informativ zugleich!


Kompetenzorientierte Unterrichtsplanung
Kompetenzorientierte Unterrichtsplanung
von Jeanette Heißler
  Broschiert
Preis: EUR 32,95

4.0 von 5 Sternen Vielversprechendes flexibles Planungskonzept für den kompetenzorientierten Unterricht, 29. Juni 2016
Wer kompetenzorientiert unterrichten will, der muss auch kompetenzorientiert planen - so lautet das Credo der beiden Autorinnen. Oder anders gesagt: Ein linearer Stoffverteilungsplan ist nicht in der Lage, die Komplexität eines kompetenzorientierten Unterrichts abzubilden, geschweige denn spontane Modifizierungen vorzunehmen, ohne dabei das gesamte Planungskonstrukt über den Haufen zu werfen. Daher schlagen Jeanette Heißler und Petra Hiebl Matrizen vor, die das angestrebte Wissen und Handeln bei den Planungsentscheidungen in Einklang bringen und dadurch gewährleisten sollen, dass einzelne Komponenten gleichmäßig berücksichtigt und verknüpft werden. Eine Stärke des vorgestellten Modells liegt sicherlich in seiner Offenheit, da sich die Matrizen nicht nur für die langfristige Planung eignen, sondern auch für einzelne Sequenzen oder Unterrichtsstunden. Im Rahmen einer solchen Einzelstunde bieten die Matrizen den Vorteil, dass herkömmliche Artikulationsstufen entfallen, sodass Lehrkräfte die Unterrichtselemente wie Bausteine je nach Bedarf variieren und anordnen können. Die bisher starren Verlaufsschemata werden so zugunsten einer erhöhten Flexibilität aufgelöst.

Im Zuge dieser Veröffentlichung wurde das Konzept, welches dem KMK-Projekt "for.mat" entstammt und vor allem naturwissenschaftlich orientiert war, so umgearbeitet, dass dieses nun für alle Fächer anwendbar ist. Insgesamt lässt sich zwar bei den Beispielen des Bandes durchaus noch eine gewisse Mathematiklastigkeit beobachten, allerdings gibt es eben auch Beispiele zu anderen Fächern wie Kunst oder Musik. Ob dabei jedoch die fachspezifischen Besonderheiten und vor allem entsprechende fachdidaktische Konzepte ausreichend berücksichtigt werden, sei einmal dahingestellt, wie das Beispiel Geschichte zeigt. Denn die dort vorgeschlagenen Perspektivierungen enthalten zwar fachspezifische Schlagworte wie "Alterität" oder "Wandel", wirken jedoch in ihrer Auswahl recht wahllos, da beispielsweise die zentralen geschichtsdidaktischen Prinzipien der "Multiperspektivität" und "Kontroversität" nicht mit einfließen.

In jedem Fall erweist sich jedoch das dargelegte Grundsystem als sinnvoll, sodass Lehrkräfte und Fachdidaktiker einerseits zwar entsprechende Anpassungen vornehmen müssen, andererseits aber zumindest ein praktikables Planungsinstrument erhalten. Entsprechende Modifikationen sind zudem schon allein deswegen notwendig, da sich die Begrifflichkeiten in den kompetenzorientierten Lehrplänen je nach Bundesland unterscheiden, sodass die zahlreichen Beispielmatrizen des Bandes nur eine Orientierungsfunktion besitzen.

Interessant erscheint auch das auf das Angebot mittels eines Freischaltcodes eine Online-Version des Buches sowie weitere Materialien zu erhalten. Allerdings ist dazu eine Registrierung als Premium-Mitglied notwendig, was nach vier kostenlosen Wochen kostenpflichtig wird.

FAZIT: Der Band stellt ein vielversprechendes flexibles Planungskonzept für den kompetenzorientierten Unterricht vor, welches sowohl für lang- als auch für kurzfristige Unterrichtsvorbereitung genutzt werden kann.


Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit
Kaiser Wilhelm II. und seine Zeit
von Friedl Brunckhorst
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

4.0 von 5 Sternen Breitgefächert und mosaikartig, aber ohne inhaltliches Gesamtkonzept, 25. Juni 2016
Die vierzehn Beiträge des Bandes zeichnen ein vielschichtiges Bild des wilhelminischen Zeitalters, in dem der Kaiser natürlich höchstpersönlich die Hauptrolle einnahm. Denn dieser wirkte gerade aufgrund der extensiven Ausnutzung der "neuen" Medien nahezu omnipräsent. Doch ist es ein Kennzeichen des Bandes derartige gängige Deutungsmuster kritisch zu hinterfragen, indem zum Beispiel auch die "Grenzen und Fallstricke der kaiserlichen Bildmacht" aufgezeigt werden. So relativiert der Band manche gängige Ansicht wie die kaiserliche Technophilie, die auf weitaus weniger Fachwissen fußte, als dies bisher angenommen wurde. Zugleich zeigt sich aber auf der anderen Seite, dass der Kaiser durch aktive Einflussnahme den technischen Fortschritt auch mitbestimmte. Ein Vorzug des Bandes ist sicherlich - wie oben bereits angedeutet - der perspektivenreiche Zugang, der neben der politischen Dimension auch wirtschaftshistorische, gesellschafts-, kunst-, technik- und erinnerungsgeschichtliche Aspekte eröffnet.

Anzumerken ist dem Band in jedem Fall sein universitärer Hintergrund, was zum einen in den speziellen Fragestellungen seinen Ausdruck findet, zum anderen aber auch in dem gehobenen Sprachduktus, der in den schwächeren Momenten vereinzelt in nichtssagenden Verklausulierungen verkommt. Bisweilen mäandern die Ausführungen auch etwas ziellos umher wie in Helmut Börsch-Supans Darlegungen zur "Malerei in Deutschland 1871 bis 1914", der scheinbar wahllos zwischen den Künstlern Adolph Menzel, Anton von Werner und Lovis Corinth sowie einigen anderen mehr umherspringt. Vielleicht ist dies auch das Grundproblem des Bandes, da auch die vierzehn Beiträge bei aller Vielfalt etwas zusammengewürfelt erscheinen und eine größere inhaltliche Gesamtausrichtung vermissen lassen. Unter "Wilhelm II. und seine Zeit" lässt sich eben viel fassen. So greift der Band mosaikartig einzelne thematische Aspekte auf, die im Einzelnen interessante Perspektiven eröffnen, ohne dabei den Anspruch zu verfolgen, die wilhelminische Epoche als solche umfassend zu darzulegen.

Aufgrund der zahlreichen qualitativ hochwertigen Abbildungen, die neben zeitgenössischen Aufnahmen auch die architektonischen Hinterlassenschaften der wilhelminischen Ära ins Bild rücken, ist der Band jedoch in jedem Fall sehenswert.

FAZIT: Ein breit gefächerter Band, der viele interessante Perspektiven eröffnet und so mosaikartig einzelne Steinchen zu einem besseren Verständnis Wilhelms II. und der von ihm geprägten wilhelminischen Epoche hinzufügt, ohne dabei jedoch ein inhaltliches Gesamtkonzept zu münden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2016 8:37 PM MEST


Böse Leute: Kriminalroman
Böse Leute: Kriminalroman
von Dora Heldt
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

3.0 von 5 Sternen Ein unterhaltsamer "Kriminal"-Roman, der eben mehr "unterhält" als dass er fesselt, 15. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Böse Leute: Kriminalroman (Taschenbuch)
Mit "Böse Leute" wechselt Dora Heldt nur scheinbar ihr Metier. Natürlich ist der Roman auf den ersten Blick ein Kriminalroman, in dem eine Einbruchsserie auf der Insel Sylt aufgeklärt werden soll. Doch allein schon das Setting setzt weniger auf einen spannenden Kriminalfall als auf eine komisch-heitere Ermittlertätigkeit, bei der eine Rentnertruppe um den Altkommissar Karl Sönnigsen die einheimische Polizeiarbeit gehörig aufmischt. Denn nicht selten beginnt diese ihre Ermittlungen mit einem Schluck Eierlikör. Und auch trotz der Erfahrung Karls kommen sie nicht ohne Improvisationen aus, sind doch die drei Bekannten aus dem örtlichen Chor, Onno, Charlotte und Inge, waschechte Amateure. Zumindest Zeit haben sie alle, da sich Karls Frau gerade auf Kur und Inges Mann mit Bruder Heinz, der wiederum der Mann von Charlotte ist, bei Inges Nichte befinden, welcher sie beim Wohnungsumbau zur Hand gehen. Einzig Onno ist ein wenig mehr im Stress, weil er sowohl für den örtlichen Kochwettbewerb üben muss als auch mit der Zeugin Helga Simon anbandelt.

Nicht nur hier, auch sonst spielt das Zwischenmenschliche eine wichtige Rolle, allen voran Karls Zwist mit seinem Nachfolger Peter Runge. Sina Holler, die Tochter des toten Einbruchsopfers Jutta Holler, die nach dem Ende einer lukrativen Affäre vor dem existenziellen Aus steht, sucht dagegen Trost bei der verheirateten Gelegenheitsliebschaft Torben Gerlach. Und Rike, die älteste Freundin von Onnos Tochter Maren, scheint endlich einmal mit einem Mann Glück zu haben, während Maren selbst ihre "Fortbildungsaffäre" Robert wider Erwarten im Sylter Polizeirevier antrifft, da dieser die Sylter Polizei über die Sommermonate im Zuge des sogenannten "Bäderersatzdienstes" verstärkt.

So überspielen diese zwischenmenschlichen Befindlichkeiten bisweilen den Fall. Sicher sind die genannten Personen auf die ein oder andere Weise ein Bestandteil der Krimihandlung, richtig voran bringen diese "Nebenschauplätze" die Geschichte jedoch nicht. Daher bleiben die möglichen Täter beschränkt und der Leser ahnt schon recht früh, in welche Richtung das Ganze gehen wird.

FAZIT: Ein unterhaltsamer "Kriminal"-Roman, der eben mehr "unterhält" als dass er fesselt.


Studienhandbuch Filmanalyse: Ästhetik und Dramaturgie des Spielfilms
Studienhandbuch Filmanalyse: Ästhetik und Dramaturgie des Spielfilms
von Benjamin Beil
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

4.0 von 5 Sternen Erfüllt in einer nüchternen Darstellungsweise seinen Zweck, 13. Juni 2016
Im Gegensatz zu anderen Handbüchern der Filmanalyse beschränkt sich dieser Band allein auf die Analyse des Filmes selbst. Unberücksichtigt bleiben hingegen soziologische oder kommunikationstheoretische Ansätze sowie Hinweise zur Funktion und zum Anwendungsgebiet der Filmanalyse. Der Band präsentiert folglich nur das notwendige Instrumentarium, um die Darstellung und Dramaturgie eines Filmes zu durchleuchten. Auch wenn viele Elemente auch auf Dokumentarfilme übertragbar sind, so geht der Band weiterhin explizit nur auf Spielfilme ein.

Mit dem Handbuch erhalten Benutzer ein umfangreiches Nachschlagewerk, in dem sämtliche relevante technische und narrative Mittel eines Spielfilmes definiert und näher präzisiert werden. Veranschaulicht wird dies immer wieder durch entsprechende Filmbeispiele, die sowohl älteren als auch jüngeren Datums sind. Bisweilen finden sich dazu auch Schwarz-Weiß-Abbildungen, um das filmische Bildinventar verdeutlichen. Dennoch schadet es nicht, den einen oder anderen Film auch gesehen zu haben, um den Ausführungen besser folgen zu können. Ob auch "cineastisch Interessierte" wie in den Vorbemerkungen angegeben eine Zielgruppe sind, sei einmal dahingestellt, da die Ausführungen trotz der erwähnten Beispiele sehr nüchtern und trocken präsentiert werden. Hier ist dem Band doch anzumerken, dass dieser eben nicht populärwissenschaftlich ausgerichtet ist, sondern auf Vorlesungen Jürgen Kühnels basiert, der von 1977 bis 2009 an der Universität Siegen Theater-, Literatur- und eben auch Filmwissenschaft gelehrt hat. Für wissenschaftlich Arbeitende erfüllt das Handbuch jedoch so in jedem Fall seinen Zweck als umfangreiches Nachschlagewerk. Denn hier erhalten diese in gebündelter Form einen gut nachvollziehbaren Überblick über die vielfältigen ästhetischen und dramaturgischen Gestaltungsmittel eines Spielfilms. Was der Nutzer dabei aber vermissen wird, ist ein Stichwortverzeichnis, um Begriffe bei Bedarf schnell zu finden. Zumindest wurden jedoch zentrale Fachbegriffe im Text fett hervorgehoben.

FAZIT: Ein nüchtern dargelegtes Handbuch, das abgesehen vom fehlenden Stichwortverzeichnis als umfangreiches Nachschlagewerk für das filmische Instrumentarium bei Spielfilmen genutzt werden kann.


Am Rande des Römischen Reiches: Ausflüge zum Limes in Süddeutschland
Am Rande des Römischen Reiches: Ausflüge zum Limes in Süddeutschland
von Suzanna Matesic
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Ein hervorragender Begleiter, um dem Limes in Süddeutschland einen Besuch abzustatten, 30. Mai 2016
Wer sich in Süddeutschland auf die Spuren des Limes macht, braucht einen genauen Blick und viel Vorstellungsvermögen. Oder einfach den vorliegenden Band, der einen hervorragenden Überblick vermittelt. Denn in diesem befinden sich neben kompakten Informationen zu entsprechenden Fundstellen auch zahlreiche Karten, Pläne, Luftbilder, Magnetogramme sowie Fotografien von Überresten, die einen Besuch vor Ort ideal unterstützen. Aber auch Interessierte, welche die Orte selbst nicht aufsuchen können, erhalten so ein lebendiges Bild von diesem großartigen Bauwerk - zumal sich zu Beginn des Bandes verschiedene kürzere Aufsätze zur Geschichte des Limes sowie zu Heer, Kastellen, Wachttürmen oder auch zu den wissenschaftlichen Methoden "Geomagnetik" und "Airborne Laserscanning" befinden. Für wissenschaftsorientierte Leser sind zudem die Literaturangaben am Ende des Bandes ein Gewinn, da diese hier für jeden einzelnen Fundort separat aufgelistet werden. So ist es ein Leichtes, weitergehende Informationen zu recherchieren.

Die Kernintention des Bandes besteht jedoch darin, mit entsprechenden Hinweisen eine Begehung vor Ort zu ermöglichen und mit fachkundigen Informationen zu begleiten. Dazu dienen nicht nur die präzisen Beschreibungen der Fundstellen, sondern auch entsprechende Hinweise, was alles wo vor Ort besichtigt werden kann. Hilfreich sind hier sicherlich auch die oben bereits erwähnten Pläne, die mit modernsten technischen Darstellungsmethoden immer wieder einen guten Überblick der Bebauung rund um den Limes, beispielsweise zum Straßenverlauf oder angrenzenden Kastellen, liefern. Schade ist jedoch, dass in den Beschreibungstexten selbst keine Verweise auf bestimmte Planelemente, zum Beispiel mit Hilfe von Ziffern oder Buchstaben in Klammern, gemacht werden, was die Verknüpfung der Informationen mit den vor Ort befindlichen Gegebenheiten nochmals erleichtert hätte. Dagegen wurden zumindest in den einleitenden Texten Orte, die später näher beschrieben werden, mit einem Stern gekennzeichnet.

Beeindruckend und qualitativ hochwertig sind vor allem die im Band enthaltenen Abbildungen, insbesondere die Luftbildaufnahmen, welche auf geradezu erstaunliche Weise zeigen, wie der Limes nach wie vor das Landschaftsbild - oder besser die Geländebeschaffenheit - beeinflusst.

FAZIT: Ein hervorragender Begleiter, um dem Limes in Süddeutschland einen Besuch abzustatten. Mit modernsten technischen Veranschaulichungsmethoden und kurzen prägnanten Beschreibungen wird so eine Begehung vor Ort zielführend unterstützt. Und auch anderweitig Interessierte erhalten so einen anschaulichen Vor-Ort-Eindruck.


Albertos verlorener Geburtstag: Roman
Albertos verlorener Geburtstag: Roman
von Diana Rosie
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Ein herzergreifender Roman, 27. Mai 2016
Tief liegt die Staubschicht über Albertos Kindheit. Nicht nur dass inzwischen 65 Jahre vergangen sind und die eine oder andere wichtige Person verstorben ist, nein, es ist auch die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs, die mit einem "Pakt des Vergessens" belegt ist. Doch es ist wohl die Hartnäckigkeit des siebenjährigen Enkels, welche den Großvater schließlich an die richtigen Orte und zu den entscheidenden Personen führt, um die Erinnerungen in Gang zu bringen. Am Ende steht schließlich ein fast unfassbares "Familien"-Geheimnis.

Nicht nur hier, sondern gerade auch im ersten Drittel des Romans taucht der Leser in jene Zeit ein, in der Spanien zerrissen war, in der Republikaner und Nationalisten erbittert gegeneinander gekämpft haben, in der auch die Vorherrschaft der katholischen Kirche in Gefahr geriet, sodass viele Geistliche einen "teuflischen" Pakt mit den Faschisten um Franco eingingen. Mit zunehmender Dauer gewinnt die persönliche Lebensgeschichte Albertos jedoch die Oberhand, bis letztlich am Ende dieser zeitliche Hintergrund nochmals eine Rolle spielt. Diana Rosie erzählt dies alles mit viel Fingerspitzengefühl und schafft immer wieder herzerwärmende Momente, die zunächst auf den Großvater Alberto und seinen Enkel Tino beschränkt sind, später aber auch auf andere Beziehungen erweitert werden. Aber keine Angst: Rosie weiß diese Momente gut zu dosieren und bewegt sich dort, wo es eben noch nicht ins Schmalzige abgleitet.

Der Roman selbst zeichnet sich vor allem durch eine raffinierte Erzählstruktur aus. Denn zwischen der eigentlichen Erzählhandlung in der Gegenwart, befinden sich Zwischenkapitel, die in chronologischer Form rückwärts immer mehr von der Vergangenheit preisgeben. Aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven entfaltet sich so jene Zeit, in der Apu - so der im Roman geläufige Kosename für den Großvater - aufgewachsen ist. Diese Erzählweise führt dazu, dass sich auch der Leser ständig auf der Suche nach Apus Vergangenheit befindet, da er die einzelnen Informationen gedanklich in einen Zusammenhang bringen muss. Nach gut zwei Dritteln droht die Geschichte schließlich etwas auszutrudeln, als Alberto beispielsweise in einem Gespräch mit seiner Kindheitsfreundin Mimi die Rechercheergebnisse, die dem Leser schon bekannt sind, rekapituliert. Letztlich holt die Geschichte hier jedoch nur kurz Luft, um dann das eigentliche Geheimnis um Albertos Geburtstag zu lüften.

FAZIT: Ein herzerwärmender Roman um einen kleinen Jungen und dessen Großvater, die auf der Suche nach dessen Geburtstag nicht nur mit seiner eigenen Kindheit, sondern auch mit der schmerzlichen Geschichte eines ganzen Landes konfrontiert werden.


Umweltgeschichte lehren und lernen (Buch und CD): Keine Katastrophe
Umweltgeschichte lehren und lernen (Buch und CD): Keine Katastrophe
von Dietmar von Reeken
  Sondereinband
Preis: EUR 29,80

4.0 von 5 Sternen Zeigt das Potenzial, wie umweltgeschichtliche Ansätze in den Geschichtsunterricht integriert werden könnten, 20. Mai 2016
Mit diesem Band könnte es gelingen, umweltgeschichtliche Ansätze in den Geschichtsunterricht zu integrieren. Denn dieser bietet eine Fülle an Anknüpfungspunkten, um Umweltgeschichte weniger als zusätzlichen Ballast, sondern als sinnvolle Ergänzung in die prall gefüllten Lehrpläne zu hieven.

Gerade im ersten Teil finden sich dazu die notwendigen theoretischen Überlegungen, um Chance und Perspektiven, aber auch die Grenzen des Ansatzes auszuloten. Obwohl es sich bei den fünf Aufsätzen um unveränderte Nachdrucke handelt, sind diese unverzichtbar und müssen nach wie vor als notwendige Grundlage dienen, da bisher nur wenig einschlägige geschichtsdidaktische Veröffentlichungen zum Thema erschienen sind. Während Paul Leidingers "Umwelterziehung im Geschichtsunterricht" (1987) so etwas wie der didaktische Startschuss ist, bietet Bernd-Stefan Grewes "Umweltgeschichte unterrichten" einen profunden aktuellen Überblick zum Thema.

Immer wieder klingt bei den einzelnen theoretischen Beiträgen an, dass es darum geht, falsche Vorstellungen aufzubrechen, nach denen Umweltgeschichte allein eine Katastrophengeschichte sei. Dies öffnet den Blick und ermöglicht Umweltgeschichte als eine Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur zu begreifen und somit Aspekte wie Landwirtschaft und Ernährung sowie beispielsweise den Umgang mit der Ressource Holz ins Bewusstsein zu rücken. An vielen Stellen zeigen die Autorinnen und Autoren des Bandes auch fächerintegrierende Ansätze auf, was gerade angesichts des begrenzten Stundenbudgets des Geschichtsunterrichts sinnvoll ist. Neben Kunst und Deutsch kommen dabei insbesondere naturwissenschaftliche Fächer in Betracht.

Für Praktiker sind sicherlich die vorgestellten Unterrichtsbausteine im letzten Teil des Bandes am spannendsten. Sämtliche Vorschläge gewinnen durch die Herstellung von Gegenwarts-, Lebenswelt- und Zukunftsbezügen eine aktuelle Dimension und dürften daher für Schüler sehr motivierend sein. So gut diese praktischen Ansätze in ihrer Konzeption auch sein mögen, kostet es Lehrende Überwindung sich dort einzuarbeiten, da die Zusammenstellung der didaktischen Erläuterungen recht unübersichtlich wirkt. So werden innerhalb der Vorschläge die einzelnen Module grafisch nur wenig voneinander abgegrenzt. Wer jedoch die zum Buch erhältliche CD mit passgenauen Unterrichtsmaterialien erwirbt, findet zumindest dort jeweils am Beginn einer jeden Sequenz eine entsprechende Übersicht der Materialien. Außerdem enthält diese eine immense Fülle an differenzierenden Bild- und Schriftquellen samt Arbeitsaufträgen, die vielfältige Denkprozesse anstoßen.

FAZIT: Der Band zeigt mit seinen unterschiedlichen Ansätzen, wie es gelingen könnte umweltgeschichtliche Themen in den Geschichtsunterricht zu integrieren. Um das Potenzial jedoch für die Praxis voll auszuschöpfen, ist in jedem Fall ein Erwerb der zum Buch erhältlichen CD mit zahlreichen Arbeitsmaterialien empfehlenswert.


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