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Franzen
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Geist und Kosmos: Warum die materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist
Geist und Kosmos: Warum die materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist
von Thomas Nagel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

10 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts Neues, 31. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich hatte mich für die deutsche Fassung von "mind and cosmos" vormerken lassen, weil ich mich seit vielen Jahren damit befasse und selbst (für mich) darüber schreibe, dass im Kosmos Gestaltungen wirksam sind, die durch unser bisheriges naturwissenschaftliches Denken nicht zu ergründen sind. Von dem Buch erwartete ich Aufklärung darüber, welche Rolle subjektive Entscheidungen in der Evolution spielten, also im weitesten Sinne geistige Prozesse. Beispiele gibt es genug: Der Tiktaalik Fisch, der vor ca. 300 Millionen Jahren vor gefräßigen Großfischen in seichtes Gewässer auswich und in Jahrmillionen in den Vorderflossen Ansätze von Gelenken ausbildete, die ihn für den späteren Landgang befähigen konnten; Der Quastenflosser, der vor 350 Millionen Jahren bereits starke Vorderflossen ausgebildet hatte, es aber vorzog, in der Tiefe zu verbleiben, weil er durch die einzigartige Sogwirkung seines großen Mauls genug Nahrung fand; das wolfgroße Säugetier, das vor 50 Millionen Jahren aufgrund von Klimaveränderungen keine Nahrung mehr an Land fand und sich entschloss, Nahrung im Wasser zu suchen – woraus letztlich der Wal entstanden ist.
Diese und viele andere Lebewesen in der Evolution hatten eine „Idee“, „wollten“ etwas oder entwickelten eine Neigung. Nichts davon in dem vorliegenden Buch. Enttäuschend! Die abstrakt rationalistische Form der Darstellung mag für ein Oberseminar Philosophie geeignet sein. Für den durchaus kundigen Leser ist sie eine Zumutung. Der Informationswert ist gleich Null. Sätze, wie: „Die Idee, dass ein komplexes Subjekt des Bewusstseins aus minimalen protomentalen Elementen aufgebaut sein könnte, die irgendwie gleichzeitig zu einem Organismus und einem Selbst vereint werden“ findet man in ähnlicher Weise dutzendfach. Sie zeigen das Dilemma des Autors, der als Rationalist gegen die Rationalität der Naturwissenschaft anschreibt. Zentrale Begriffe, wie „Bewusstsein“ oder „Vernunft“ bleiben undefiniert bzw. werden offenbar von dem Autor romantisch überhöht, auch wenn er nichtmenschlichen Tieren Bewusstsein zugesteht (worauf er aber nicht weiter eingeht!).
Nagel ist von dem Sendungsbewusstsein getragen, ein neues wissenschaftliches Zeitalter einzuläuten, in welchem die Naturwissenschaften um mentale Prozesse erweitert werden. Da verbietet es sich anscheinend, auf Vordenker hinzuweisen. Und es gab große, Schopenhauer z. B., der in seinem Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ genau dieses Thema, Geist und Kosmos, aufgreift und anschaulich darlegt, dass Naturwissenschaft, Philosophie, Kunst usw. sich in der Welt der Vorstellung bewegen, während die wirklichen Prozesse sich ihrer Vorstellungskraft entziehen. Er nennt letztere etwas unglücklich den „unbewussten Willen“. Bei Schopenhauer werden bewusste und unbewusste, vernünftige und scheinbar unvernünftige Prozesse klar unterschieden. Das ist kein Dualismus, sondern eine philosophische Arbeitsgrundlage, die Nagel rationalistisch – also mit Schopenhauers Begriff im Bereich der Vorstellung - nicht überwinden kann.
Nagels Räsonnieren auf höchster Abstraktionsebene ist in dieser Angelegenheit kein Fortschritt, sondern durch die Überhöhung von „Vernunft“ und „Bewusstsein“ ein Rückschritt. Es lohnt nicht, das Buch zu lesen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 6, 2013 11:35 AM CET


Mein lieber Löwenzahn
Mein lieber Löwenzahn
von Martin Fuchs
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Eindrucksvolle Bilder, schöne Texte, 14. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mein lieber Löwenzahn (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch schon mehrfach verschenkt und immer freudige Feedbacks bekommen. Die Bilder sind einfach herrlich. Sie zeigen den Löwenzahn in seiner Schönheit, in seiner Vergänglichkeit und in seiner unvergleichlichen Durchsetzungskraft. Die Texte begleiten die Bilder sehr gelungen.


So nicht, Europa!: Die drei großen Fehler der EU
So nicht, Europa!: Die drei großen Fehler der EU
von Jochen Bittner
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr lesenswertes Buch, 14. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin durch den Auftritt des Autors in einer Talk Show auf das Buch aufmerksam geworden. Ich habe es bis zur letzten Seite mit großem Interesse gelesen. Der Autor führt mit journalistischer Leichtigkeit in die komplexe Thematik Europa ein. Ich habe jetzt einen Eindruck, was die Beamten der Kommission, die Kommissare, die Präsidenten, das Parlament leisten - und was nicht. Hängen geblieben ist mir vor allem der Eindruck, dass die entsandten Vertreter in Brüssel bemüht sind, gute Ergebnisse für Europa abzuliefern, weil sich daran ihre Tätigkeit bewerten lässt. Der Warnung des Autors, dass Europa sich nicht zu einem Imperium entwickeln sollte, pflichte ich vollkommen bei. Es kommt nicht auf die Größe an! Ich empfehle jedem, das Buch zu lesen, damit Europa nicht als abstraktes "Diktat aus Brüssel" im Kopf bleibt, sondern als Prozess des Zusammenwachsens. Gefehlt hat mir der Aspekt der Kultur.


Der Wert des Lebens: Die historische und die biologische Evolution der Moral
Der Wert des Lebens: Die historische und die biologische Evolution der Moral
von Lothar Albert
  Taschenbuch
Preis: EUR 34,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mensch, ein L E B E W E S E N !, 25. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir das Buch spontan gekauft, weil mich der Titel: "Der Wert des Lebens" angeregt hat - und ich wurde nicht enttäuscht! Das Buch ist spannend und verständlich geschrieben - für einen Wissenschaftstext nicht selbstverständlich. Lothar Albert trägt das aktuelle Wissen über die evolutionären Verbindungen von nichtmenschlichen Tieren und Menschen anschaulich zusammen. Es ist ja nicht jedem klar: Tiere können denken! Sie haben Meinungen und können auf vorsprachlicher Basis über richtig und falsch entscheiden. Von diesen grundsätzlichen Untersuchungen zum aktuellen Wertfühlen eine Brücke zu schlagen, ist nicht leicht - Albert gelingt es im Schlusskapitel, indem er den Begriff der leiborientierten Moral wiederfindet in Gemeinschaftsformen der Jugend, dem Fantum. Bereits in seinem faszinierenden Buch "Jugendkultur und Schule" hatte er die Events und die Körperkultur der Techno-Jugend der 90er Jahre als bahnbrechende Wandlung im Selbstgefühl der Heranwachsenden brilliant gekennzeichnet.
Das vorliegende Buch enthält kompaktes Wissen über die menschliche Entwicklung. Ich werde es in Kürze - abschnittsweise - noch einmal lesen.


Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers
Der Fisch in uns: Eine Reise durch die 3,5 Milliarden Jahre alte Geschichte unseres Körpers
von Neil Shubin
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein eunglaubliche Geschichte, 1. Juli 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine ganz hervorragende Darstellung der Evolutionsbiologie und Paläontologie, verständlich geschrieben und voller interessanter Zusammenhänge von der Urzelle über Vielzeller, Würmer, Fische, Wirbeltiere bis zum Menschen. Wir erfahren, dass wir bestimmten Würmern, Fischen, vor allem dem Haifisch viel Genetisches verdanken, das heute noch sichtbar ist, sich nur anders entwickelt hat. Ich habe das Buch Freunden zu lesen gegeben und ebenfalls begeisterte Rückmeldung bekommen. Aber Achtung! Nicht jeder interessiert sich für diese Zusammenhänge. Ich habe auch einem befreundeten Genforscher das Buch geschenkt. Er war begeistert. Also: Lesen!


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