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Dr. Reinhard Lahme "t 43 t" (Borgwedel SH)
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Hesmats Flucht: Eine wahre Geschichte aus Afghanistan
Hesmats Flucht: Eine wahre Geschichte aus Afghanistan
von Wolfgang Böhmer
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dramatische Flucht, 8. Januar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Afghane Hesmat, 11 Jahr jung, wohnte in Mazar-e Sharif. Er hat miterleben müssen, wie seine liebevolle, gebildete, weltoffene Mutter starb. Sie hat ihrem Sohn mit auf seinen Lebensweg gegeben zu lernen, z.B. Arzt zu werden, um anderen Menschen helfen zu können. Sein Vater, der es als Sympathisant der Russen und, nach ihrem Abzug, als erfolgreicher Schmuggler zu Wohlstand gebracht hatte, wird von den Taliban ermordet. Hesmat muß fliehen, um eine Überlebenschance zu wahren.

Die Darstellung seiner fast einjährigen Flucht, die ihn nach vielen Um- und Irrwegen nach Moskau und über die Ukraine, die Slowakei und Ungarn schließlich bis nach Österreich führt, liest sich wie ein spannender Abenteuerroman. Sie erhält ihre besondere Dramatik dadurch, daß sie nicht der Phantasie eines Romanciers entsprungen ist, sondern der Wahrheit, zumindest aber der Wahrscheinlichkeit verpflichtet bleibt.

Der Journalist Wolfgang Böhmer hat die Geschichte von Hesmat, den er in einem SOS-Kinderdorf kennenlernte, aufgeschrieben. Das "Grundgerüst" von Hesmats Erinnerungen wurde vom Autor behutsam mit Erzählungen und Berichten anderer Menschen aus der Region und mit eigenen Erlebnissen bei Einsätzen in Afghanistan und Kabul ausgefüllt. Das Besondere an diesem Buch ist, daß der österreichische Journalist nicht der Versuchung, Hesmats Geschichte zu einer Sensationsstory aufzuplustern, erlegen ist.

Nachbemerkung: Hesmat lebt heute in Innsbruck. Eine Lehre als Elektriker hat er erfolgreich abgeschlossen. Ob er seinen und seiner Mutter Traum, Medizin oder Pharmakologie zu studieren, realisieren kann? Es ist ihm von Herzen zu wünschen.


Letzte Tänze, erste Schritte
Letzte Tänze, erste Schritte
von Volker Hage
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ZWEITVERWERTUNG, 5. Februar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Hamburger Volker Hage (geb. 1949), Literaturredakteur bei der FAZ, der ZEIT und jetzt beim SPIEGEL, ist für mich einer der wenigen guten Literaturkritiker deutscher Sprache. Er vermeidet sorgsam die leider weit verbreitete Unsitte, das zu rezensierende Werk nur als Vehikel zu eigenen, meist weitschweifig-raunend formulierten Ausführungen zu mißbrauchen. In klarer, begründender Sprache trägt er seine unmißverständliche Meinung vor. In der Tat: "Man weiß immer genau, was er sagen will" (Marcel Reich-Ranicki).

Mit "Letzte Tänze, erste Schritte" gibt Hage einen Überblick über die deutsche Literatur von 1999 bis 2007. Der Autor versammelt 46 Rezensionen zu neuen Büchern von Günter Grass ("Mein Jahrhundertbuch") über Dieter Wellershoff ("Der Liebeswunsch") und Botho Strauß ("Mikado") bis zu Pascal Mercier ("Lea"). Eingeleitet werden die Einzelkritiken durch eine 90-seitige "Chronik", in der sich der Autor in eingängiger, interessanter Weise an einer Darstellung der "Kurzen Geschichte der neuesten deutschen Literatur" versucht. Er beginnt mit der Verleihung des Literaturnobelpreises an Günter Grass; konstatiert für die 80er und 90er Jahre ein erdrückendes Übergewicht der Heroen der deutschen Nachkriegsliteratur (Böll, Grass, Kempowski, Lenz, Johnson, Walser, Wolf...), so daß nur wenige Jüngere (z.B. Süskind, Ransmayer, Schlink...) die Aufmerksamkeit auf sich lenken konnten; freut sich über das Auftauchen zahlreicher junger Erzähltalente Ender der 90er; erinnert an den Eklat, den Martin Walser mit seinem Roman "Tod eines Kritikers" heraufbeschwor; nimmt dezidiert Stellung zum Thema "Grass und die Waffen-SS" usw.

Ich empfehle diese neue Veröffentlichung von Volker Hage allen, die an der deutschen Gegenwartsliteratur interessiert und auf der Suche nach Lektüreempfehlungen sind. Allerdings: Es darf nicht verschwiegen werden, daß es sich hier um eine Zweitverwertung handelt! Sämtliche Einzelrezensionen und einige Passagen der Chronik sind zuvor bereits im SPIEGEL erschienen, so daß regelmäßige SPIEGEL-Leser nur wenig Neues vorfinden werden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 5, 2008 4:38 PM CET


Titten, Tiere, Tränen, Tote: Eine Boulevard-Journalistin auf der Jagd
Titten, Tiere, Tränen, Tote: Eine Boulevard-Journalistin auf der Jagd
von Kerstin Dombrowski
  Taschenbuch

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Redaktions-Püppi mit Pagenkopf, 24. Januar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Schulabschluß; Ausbildung zur Reiseverkehrsfrau; Praktikum bei der Bild-Lokalredaktion Brandenburg; Übernahme in eine Festanstellung - Kerstin Dombrowski, 22 Jahre jung, die "Redaktions-Püppi mit dem rund gefönten Pagenkopf", wird zehn Jahre lang als Boulevardjournalistin zunächst bei Bild, dann bei SAT 1 und bei RTL arbeiten. Heute ist sie ausgestiegen, arbeitet für den WDR und studiert - Psychologie...

Mit ihrem Buch "Titten, Tiere, Tränen, Tote" legt sie einen flott geschriebenen Insiderbericht über ihre bisherige Arbeit vor, die sie allerdings nicht in die zugrundeliegenden psychologischen, sozialen und politischen Strukturen einzubinden vermag.

Offensichtlich herrscht in den betreffenden Redaktionen das Prinzip "Zuckerbrot" und "Peitsche" - Lobabhängigkeit von den Chefs, erbitterte Konkurrenzkämpfe, Zickenkriege und sexuelle Anmache sind die Folge. Die Autorin beschreibt eine merkwürdige journalistische Sektenwelt, in der ein unerträglich zynisches Menschenbild vorherrscht, gepaart mit einem durch nichts gerechtfertigtes Selbstbewußtsein.

Dombrowski gibt viele Beispiele ihrer Tätigkeit preis, die weniger der Wahrheit denn der auflagenfördernden Schlagzeile verpflichtet ist. Ob sie sich, mit einem Blumenstrauß getarnt, als "Angehörige" auf eine Intensivstation einschleichen will, ob sie an einem mehrtägigen "Seminar" einer skurilen Sex-Sekte teilnimmt oder ob sie von einem als "Witwenschüttler" besonders erfolgreichen Kollegen erzählt - eine widerliche "journalistische" Arbeit wird hier offengelegt.

Die Autorin schätzt sich durchaus als empfindsamen Menschen ein. Immer wieder legt sie Wert auf die Feststellung, daß sie stets mit schlechtem Gewissen agiert habe - zehn Jahre lang? Nun ja ...

Ich empfehle die Lektüre als Einstieg in die Auseinandersetzung mit den Machenschaften des schmutzigen Boulevard-Journalismus'. Steigerung: Günter Wallraffs "Der Aufmacher". Schließlich: Heinrich Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum.

Nachbemerkung: Ohne Leser gäbe es z.B. eine Bild-Zeitung nicht. Was also treibt Millionen Menschen dazu, sich tagtäglich manipulierte "Wahrheit" in Sensationsaufmachung zu kaufen?
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 17, 2009 12:30 PM CET


Wandern
Wandern
von Frank Gerbert
  Taschenbuch

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wandern mit Knopf im Ohr, 23. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Wandern (Taschenbuch)
Vorab: Ich schätze die Reihe "Kleine Philosophie der Passionen" sehr, denn sie bietet oft die Darstellung einer Leidenschaft aus bewußt persönlich gehaltener Perspektive. So auch das Buch des in München arbeitenden Journalisten Frank Gerbert, der sich dem Wandern als Versuch "eines saturierten deutschen Mittelstandsbürgers, ein wenig Wildnis und Abenteuer in sein Leben hineinzubekommen", verschrieben hat.

Zwar lernte der Autor als Kind und Jugendlicher die Freuden (und Qualen) des Familienwanderns z.B. im Schwarzwald oder auf der Seiser Alm kennen. Doch hinderte ihn dies nicht daran, beim Militär als Fußkranker bald die Heimreise antreten zu dürfen - um später das Wandern wieder für sich zu entdecken. Gerbert zeigt humorvoll auf, welche Schwierigkeiten sich beim Ehepaar-Wandern während z.B. einer Alpenüberquerung ergeben können; warum er das Mehr-Tages-Wandern dem Tagesausflug vorzieht; was einen Glückszustand ("Flow") beim Wandern auslösen kann; warum er sich in Zukunft in den Mittelgebirgen doch wohl lieber auf ein Fahrrad setzen wird... Höhepunkt des Büchleins ist für mich der witzige Dialog zweier erfahrener Wanderstiefel, zu denen sich bisher ungenutzte Artgenossen gesellen, die auf ihren ersten Einsatz warten.

Wenn ich als Norddeutscher demnächst wieder einmal in den Dolomiten auf-und abwandere, werde ich sorgsam darauf achten, ob ich nicht einem gut 50-Jährigen begegne, der auf seine Mucke nicht verzichten mag, so daß er mit einem MP3-Player um den Hals samt Sportkopfhörern einherkommt - das könnte Frank Gerbert sein, mit dem ich gern eine Runde plauschen würde.

Nichts zu monieren? Doch! Auch wenn ich kein Mitglied bin: Billig, ungerecht, wenn nicht arrogant sind seine Auslassungen zum Deutschen Wanderverband (Mitglieder ca. 600 000), von dessen zahlreichen Aktivitäten immerhin auch er profitiert. Und: Die Provinz = "das Zurückgebliebene, Mittelmäßige" - ach ja...


Zidanes Melancholie
Zidanes Melancholie
von Jean-Philippe Toussaint
  Broschiert
Preis: EUR 6,00

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zidane im Poeten - Himmel, 16. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Zidanes Melancholie (Broschiert)
Jeder Fußballinteressierte erinnert sich an die 109. Minute des WM-Finales im Berliner Olympiastadion zwischen Frankreich und Italien: Zinédine "Zizou" Yazid Zidane, Sohn algerischer Einwanderer, aufgewachsen mit seinen drei Brüdern und seiner Schwester in einem Problemviertel Marseilles, dreimaliger Weltfußballer des Jahres, wird nach einer Kopfnuß, die er seinem italienischen Gegenspieler Marco Materazzi verpaßte, vom Platz gestellt. Unrühmliches Ende einer einzigartigen Karriere, für das man erst dann Verständnis aufbringen konnte, als sein italienischer Widerpart zugab, Zidane zutiefst beleidigt zu haben, indem er seine Schwester als "Nutte" beschimpfte.

Soweit die bekannten Fakten. Der belgische Schriftsteller, Regisseur und Photograph Jean-Philippe Toussaint entwickelt daraus ein 25seitiges Kabinettstückchen poetischer Überhöhung. Der banale, wenn auch zornaufgeladene Kopfstoß Zidanes wird zu einer "Geste" außerhalb jeder Ästhetik und Moral, die seine völlige Übereinstimmung mit dem Augenblick signalisiert. Dabei kämpfen zwei Strömungen in seiner Seelenbrust miteinander: die Gewißheit über das unaufhaltsame Verrinnen der Zeit, die Melancholie des unmittelbar bevorstehenden Karriereendes und der unbewußte Widerstand dagegen durch einen nicht akzeptierbaren Abgang versus das Verlangen danach, fluchtartig seiner Fußballzeit entfliehen zu können. Übrigens: Für die aufmerksamen Beobachter im Stadion fand die "Geste" gar nicht statt, denn niemand hat etwas gesehen ...

Der Literat Toussaint treibt sein poetisches, sprachschönes Spiel mit dem Fußballpoeten Zidane. Ein großes Lesevergnügen!

Nach der Lektüre aber sollten wir Zidane wieder aus dem Poetenhimmel befreien, in den er nicht gehört: Es war seine 15. rote Karte; im Champions-League-Spiel gegen den HSV (2000) flog er vom Platz, weil er Jochen Kientz mit einem Kopfstoß niedergestreckt hatte ...


Bildgeschichte des deutschen Fußballs
Bildgeschichte des deutschen Fußballs
von Thomas Metelmann
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Fußball - Kunstwerk, 16. Januar 2008
Bücher über Fußball überschwemmen regelmäßig den Sportbuchmarkt - vor allem natürlich dann, wenn ein Großereignis wie eine WM oder ein EM ansteht. Es ist gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten und vor lauter Spreu den Weizen zu entdecken. Eine freudige Botschaft kann ich jedoch verkünden: Der I. Band der geplanten Trilogie "Bildgeschichte des deutschen Fußballs", für die der Sportphotograph Thomas Metelmann und der Sportjournalist Hans Vinke verantwortlich zeichnen, liegt vor. Sämtliche Photographien des Bandes "Die deutschen Meisterschaften 1947 bis 1963" wurden von Otto Metelmann, dem Vater des Herausgebers, geschossen. Otto Metelmann war ohne Zweifel von 1947 bis zu seinem frühen Tod 1970 der bedeutendste deutsche Sport-Bild-Journalist, bei dem auch ein Sven Simon sein Handwerk erlernte. Das erste Bild zeigt eine Szene aus dem Oberligaspiel (1947) HSV gegen SC Victoria - der ob seines Hammers gefürchtete Erich Ebeling läßt Torwart Ludwig "Luden" Alm alt aussehen. Auf dem letzten Bild schießt Uwe Seeler das 3:0 im DFB-Pokalfinale 1963 gegen Borussia Dortmund.

Alle Photographien dieses Bandes sind schwarz-weiß gehalten. Sie vermitteln auf fast dramatische Weise die unglaublich dichte Atmosphäre auf dem Spielfeld wie auch auf den Rängen. Die begleitenden Texte von Hans Vinke zeichnen sich durch genaue Kenntnisse der Fußballhistorie und durch eine sympathische Zurückhaltung im Sprachton aus - nirgends laufen die Texte Gefahr, sich vor die Bilder zu schieben.

Ein Fußball - Kunstwerk!

Gespannt bin ich darauf, ob die für März und September 2008 angekündigten Bände II und III dieses Niveau halten können - die Meßlatte liegt hoch.

Hinweis: Viel Vergnügen hat es mir bereitet, die Biographien der handelnden Akteure auf den Bildern im "Spielerlexikon 1890 - 1963" von Lorenz Knieriem und Hardy Grüne (vgl. Rezension) nachzulesen - eine Doppelvergnügen für jeden Fußballfreund!


El Ombú. Südamerikanische Erzählungen
El Ombú. Südamerikanische Erzählungen
von W. H. Hudson
  Broschiert
Preis: EUR 16,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pampas - Geschichten, 30. Dezember 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rätselfrage: Wie kann es sein, daß ein in London lebender, englischsprachiger Schriftsteller als argentinischer Nationaldichter gilt, nach dem sogar ein Andengipfel benannt wurde?

Auflösung: W.H.Hudson (1841 - 1922), ein Freund von Joseph Conrad, wurde auf einer Farm ca. 10 Meilen von Buenos Aires entfernt geboren. Seine Eltern stammen aus England und Irland. Sie wanderten zunächst nach Nordamerika aus, bevor sie sich in Argentinien niederließen. Eine Art "rheumatisches Fieber" hinderte Hudson daran, seinem Traumberuf als Gaucho nachzugehen. So wurde er zum Natur-und Tierbeobachter, vor allem zu einem auch in der Fachwelt anerkannten Ornithologen. Nach dem Tod seiner Eltern zog es ihn 1874 nach London. Der Grund dafür ist unbekannt, ja: rätselhaft. Er litt dort zunächst bittere Not - und wurde zum Schriftsteller, indem er damit begann, seine argentinischen Erlebnisse und Erfahrungen aufzuschreiben.

In der Titelgeschichte "EL OMBÚ" seiner südamerikanischen Erzählungen lauschen wir Nicandro, einem alten Gaucho, der uns mit spannenden Pampas-Geschichten vom Anfang des 19. Jahrhunderts unterhält. Z.B. lernen wir den "Weißen Hengst" Don Santos Ugarte kennen, einen stolzen, hochfahrenden Mann, der mit vielen Frauen der Umgebung, nur nicht mit seinen drei Ehefrauen, "Kinder des Windes" zeugte. Ugarte wird zum Mörder und muß dafür auf ungewöhnliche Weise büßen... Ein Mann und Mensch "ohnegleichen" dagegen ist Valerio de la Cueva, dessen Mut und Gerechtigkeitssinn von einem Vorgesetzten mit 200 Peitschenhieben geahndet wird, an denen er ein paar Tage später stirbt. Viele Jahre später macht sich sein Sohn Bruno auf den Weg, um seinen Vater zu rächen...

Die beiden anderen in dieser Ausgabe versammelten Geschichten "Marta Riquelme" und "Pelino Vieras Geständnis" handeln von einem Jesuiten und seiner verbotenen Liebe zur schönen Marta bzw. von einem geflohenen Gefangenen, der seine Frau getötet haben soll...

W.H. Hudson ist ein großer Meister der Erzählkunst auf Weltliteraturniveau. Daher: unbedingte Lektüreempfehlung! Besser noch: Lesen Sie die Erzählungen einer geneigten Zuhörerschaft vor!!


Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs 8. Spielerlexikon 1: 1890 - 1963
Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs 8. Spielerlexikon 1: 1890 - 1963
von Hardy Grüne
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,00

5.0 von 5 Sternen 2,5 kg Fußballgeschichte, 29. Dezember 2007
Unglaublich! Die freien Fußballpublizisten Lorenz Knieriem und Hardy Grüne haben 5 Jahre lang recherchiert, gesichtet, zugeordnet, ausgewählt und geschrieben, bis sie den schon lange angekündigten I. Band des "Spielerlexikons 1890 - 1963" veröffentlichen konnten. Dieser unfaßbaren Sisyphusarbeit, die keinen wirklichen Abschluß finden kann, gebührt großen Respekt.

Über 12 000 Namen von deutschen Fußballspielern werden aufgeführt - von der reinen Namensnennung mit Anzahl der Spiele für den jeweiligen Verein bis zum Mehrspalter bei Berühmtheiten wie Sepp Herberger, Fritz und Ottmar Walter, Helmut Rahn usf. Das fast 2,5 kg schwere Werk im D4-Format ist dreispaltig angeordnet. Jede der über 400 Seiten wird von einer schmalen Bildleiste mit Spielerphotos begrenzt.

Wahrscheinlich wird jeder Fußballfreund, der in die Jahre gekommen ist, seinen persönlichen Zugang zu diesem Werk finden. Meiner z.B.: Unser Nachbar in meiner Heimatstadt Göttingen war mehrere Jahre mein Idol Helmut Bachert, ein Riese von Gestalt und harter Ausputzer bei Göttingen 05...

Diese "Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs" ist ein Pflichtbuch für jeden Verband, jeden Verein und jeden an Fußballgeschichte Interessierten.


Was geht, Eintracht Braunschweig?: 67 Interviews mit legendären Fußballern
Was geht, Eintracht Braunschweig?: 67 Interviews mit legendären Fußballern
von Christian Göttner
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Braunschweiger Löwen, 28. Dezember 2007
Ich bin ein Sportliebhaber durch und durch, somit auch ein Fußballfan. Und doch: Was geht mich Eintracht Braunschweig an? Schließlich kann ich mich nicht für jeden deutschen Fußballverein interessieren.

Mein Zugang zu dem hier anzuzeigenden Buch ist biographischer Natur. Als Jugendlicher verzweifelte ich als Fan meines Heimatclubs Göttingen 05 an den fantastischen Paraden des legendären Braunschweiger Torwarts Hans Jäcker. Dieser Glatzkopf war ein Teufelskerl. Jahrzehnte später lernte ich Peter Kaack, wichtiges Mitglied des Meisterteams von 1967, in seiner Heimatstadt Neumünster beim Tennis- und Golfspiel kennen und schätzen.

Also: Der Journalist Christian Göttner hat 67 (welch' Mystik der Zahlen!) Interviews mit ehemaligen Spielern von Eintracht Braunchweig versammelt und jeweils knappe biographische Informationen beigefügt. Die Textblöcke werden durch zahlreiche, z.T. leider arg bunte Porträtaufnahmen aufgelockert. Der aufmerksame Leser weiß nun, daß unser aller Fußballheld Helmut Rahn bei der WM 1954 nur eine Ersatzlösung war, denn er nahm den Platz eines gewissen Karl-Heinz "Bube" Hellwig ein, der sich auf ziemlich dämliche Weise während einer Bahnfahrt verletzte. Und was hat der Münchener Ur-Bayer Paul Breitner mit Braunschweig am Hut? Gespielt hat er dort (1977/78) - und noch heute ist er Mitbesitzer eines Restaurants in der Stadt.

Pflichtlektüre für alle Braunschweiger Fußballfans - nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Artemis & Winkler Literaturkalender 2008
Artemis & Winkler Literaturkalender 2008

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stimmiger Literaturkalender, 28. Dezember 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieser Literaturkalender kommt wuchtig daher. Man benötigt einen kräftigen Nagel, um das gewichtige Spiralbuch an der Wand aufhängen zu können.

Aufbau: Jeweils ein Blatt für eine Jahreswoche. Thema: ein literarischer Klassiker (international). Auf der linken Senkrechtleiste (Porträtbild!) finden sich Kurzinformationen zur Biographie und zum Werk des Schriftstellers. Die untere Querleiste enthält die Tagesangaben der Woche mit Geburts-oder Todesdaten zahlreicher Poeten. Der Hauptteil des jeweiligen Wochenblattes besteht aus einem großen, gemalten, aber auch photographierten Bild in hervorragender Druckqualität, in das ein Zitat des betreffenden "Wochendichters" zum Nachdenken einmontiert ist.

Der Kalender setzt mit Jakob Wassermann ein und endet mit Rainer Maria Rilke.

Ein großartiger, in sich stimmiger Literaturkalender, den man mit Sicherheit über das Jahr hinaus aufheben wird. Bestens geeignet auch als Geschenk für einen Literaturfreund.


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