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Rezensionen verfasst von
Dr. Reinhard Lahme "t 43 t" (Borgwedel SH)
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Enzos Traumtor
Enzos Traumtor
von Heinz Janisch
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fußballtraum, 26. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Enzos Traumtor (Gebundene Ausgabe)
Seit Enzo Mitglied in einem Fußball-Verein geworden ist, plagen ihn jede Nacht Alpträume, die allesamt vom Fußball und der gegnerischen Mannschaft handeln. Da mutiert der Torwart zur Krake mit tausend Fangarmen; der Fußball wird zum Kürbis, sobald Enno ihn auf die Reise schickt; die Zuschauer sind gefährliche Löwen und Krokodile, die ihn bedrohen; das Tor ist mit Brettern zugenagelt; ja: die unfairen Verteidiger bauen sogar blitzschnell eine echte, hohe Mauer auf...

Doch anders als bei wahren Alpträumen wird Enzo von den ihn bedrängenden Gedanken und Gefühlen durch ein herrliches Glückserlebnis befreit ...

Ein gelungenes Kinderbuch (ab etwa 3 Jahren). Besonders die in der Basisfarbe Grün gehaltenen Illustrationen von Evelyn Daviddi gefallen mir sehr gut.


Wie man unsterblich wird: Jede Minute zählt
Wie man unsterblich wird: Jede Minute zählt
von Sally Nicholls
  Taschenbuch

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen VERSTUMMEN, 25. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine Hauslehrerin regt Sam, einen elfjährigen Jungen, dazu an, ein Buch zu schreiben. Sam tut dies. "Es ist eine Sammlung von Listen, Geschichten, Bildern, Fragen und Tatsachen. Und es ist meine Geschichte". Das Besondere: Sam ist an Leukämie unheilbar erkrankt. Sein Tagebuch umfaßt nur einen kurzen Zeitraum vom 07. Januar bis zum 12. April. Am 14. April stirbt der Junge. Sein Buch schließt mit dem Punkt 6 der "Liste Nr. 11" : "Ihr dürft traurig sein, aber nicht zu traurig. Wenn ihr immer traurig seid, wenn ihr an mich denkt, wie könnt ihr euch dann an mich erinnern?"

Die junge Engländerin Sally Nicholls nahm mit 23 Jahren an einem Schreibseminar an der Universität teil, in dessen Rahmen ihr ein Jugendbuch gelang, das mich, der ich ein professioneller und inzwischen wohl auch hartgesottener Leser bin, zutiefst berührt hat. So tief berührt, daß ich keinen weiteren Inhalt referieren oder gar den Text analysieren und interpretieren mag, um das Grundgefühl nicht zu zerstören. Lesen Sie selbst...

Unbedingt empfehlenswert!!!


Unruhestifter: Erinnerungen
Unruhestifter: Erinnerungen
von Fritz J. Raddatz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Behutsamer Freund und Lästermaul, 24. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unruhestifter: Erinnerungen (Taschenbuch)
Ich gebe es ja zu! Die Erinnerungen des 1931 in Berlin geborenen Fritz J. Raddatz, in den 70iger Jahren stellv. Leiter des Rowohlt Verlages, von 1977 - 1985 Feuilletonchef der ZEIT, Literaturkritiker und -wissenschaftler, Essayist und Romancier, habe ich mit voyeuristischem Vergnügen gelesen. Reihenweise stutzt der Autor Lichtgestalten der vornehmlich deutschen Kulturszene auf menschlich-allzumenschliches Maß herab, indem er mit Lästerzunge auch Intimes ausplaudert. Die Zahl seiner Freunde hat er damit gewiß nicht vermehrt, wohl aber die Anzahl seiner Leser...

"Meine Kindheit war schauerlich". Seine Mutter, eine Pariserin,verstarb kurz nach seiner Geburt. Sein Vater ("Ich wurde mehr abgerichtet als erzogen"): hoher Berufsoffizier, dann Direktor der Ufa. Seine Stiefmutter, der Vater als Animateur und Zuschauer dabei, führt ihn als knapp 12jährigen Knaben in sich und damit in die körperliche Liebe ein - keine Überraschung, daß er ab da eher seinem eigenen Geschlecht zugetan war. Seine ältere Schwester: eine wilder Person.

Raddatz ordnet die Menschen, denen er im Laufe seines langen Lebens begegnete, in klar umgrenzte Schubladen ein. Da sind zunächst die Lebensfreunde und Liebhaber, mit denen er diskret und behutsam umgeht. Allerdings: Daß er in Amsterdam eine Liebesnacht mit Rudolf Nurejew erleben durfte, hängt er sich als besonderen Orden an die Erobererbrust. Dann kommen die Menschen, denen er viel zu verdanken hat - wie z.B. sein Vormund Pastor Hans-Joachim Mund, Mary Tucholsky, Paul Wunderlich, Günter Grass oder Joachim Kaiser. Dann aber prügelt der Autor ohne Rücksicht auf Verluste drein: auf Henri Nannen ("alternder Elefant mit Hörgerät"); Siegfried Unseld ("patziger Stiesel"); Ex-Bundespräsident Walter Scheel, der ihm angesichts des Todes von seiner Frau Mildred zu fröhlich wirkt; auf Björn Engholm, Helmut Schmidt, Gräfin Dönhoff, Hans Mayer usw.

Keinerlei Verständnis habe ich dafür, daß Raddatz seinem Vomund H.-J. Mundt, der einen qualvollen Tod erlitt, in aller Öffentlichkeit "Lauterkeit", aber auch "Lotterkeit" attestiert (als untreuer Ehemann habe er ohne Wahl "herumgefickt"). Nebenbei: Der demonstrativ auf Stil bedachte Autor entgleist immer wieder einmal in Richtung Gossensprache.

Nachbemerkung: Kindische Eitelkeit zweier Literaturkritiker - Fritz J. Raddatz verweigert Marcel Reich-Ranicki die Namensnennung, weil dieser ihn in seiner berühmten Autobiographie auch nicht namentlich vorkommen ließ.


Der schmale Grat
Der schmale Grat
von Geoff Powter
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wider die Mythen-und Heldenverehrung, 21. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der schmale Grat (Broschiert)
Extrem-Abenteurer haben offensichtlich eines gemeinsam: Beinahe jeder, der sich Extremsituationen freiwillig aussetzt, schleppt irgendein gravierendes psychologisches Problem mit sich herum. Setzt dieses Problem den instinktiven Überlebenswillen und Selbsterhaltungstrieb außer Kraft, pervertiert sich der bewundernswerte Wagemut in oft tödlichen Wahnsinn.

Auf der Basis dieser Grundthese hat der kanadische Extrem-Bergsteiger, Journalist und diplomierte Psychologe Geoff Powter in "Der schmale Grat" zehn historische Abenteurer analysiert. Herausgesprungen dabei ist ein ungemein spannendes wie auch lehrreiches Buch, in dem so manche "dunklen Gründe für gefährliche Unternehmungen" aufgedeckt werden.

Der Autor gruppiert seine Protagonisten in drei Abteilungen: "Die Beladenen", die unter extrem starkem Erfolgsdruck stehen; "Die Gebeugten", die in ihrer psychischen Konstitution von einer fest verankerten Böswilligkeit geprägt sind; und "Die Verlorenen", die orientierungslos im Leben wie im Abenteuer herumstolpern.

Powter beschäftigt sich u.a. mit Berühmtheiten wie Meriwether Lewis, dem Eroberer der amerikanischen Wildnis; mit dem in diesem Zusammenhang fast unvermeidlichen Robert Falcon Scott und seiner Niederlage gegen Roald Amundsen im Wettlauf um den Südpol; mit Solomon Andrée, der den Nordpol mit einem Ballon erreichen wollte. Fast interessanter noch fand ich die mir bis dato nicht geläufigen Abenteurer wie z.B. Donald Crowhurst, der als Wochenendskipper die Welt umsegeln wollte; oder die Bergsteiger Aleister Crowley, Earl Denman (anrührend!) und Maurice Wilson.

Geoff Powter versteht es, die zumeist aberwitzigen Abenteuergeschichten aus betont subjektiver Perspektive brillant zu erzählen.

Unbedingt empfehlenswert!

Nachtrag: Powters Abqualifizierung von Claudio Corti, dem einzigen Überlebenden der Eiger-Katastrophe 1957, ist nicht auf dem neuesten Stand - vgl. Cortis Ehrenrettung von Daniel Anker u.a. in "Conti-Drama".


Der Coach: Roman
Der Coach: Roman
von John Grisham
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

5.0 von 5 Sternen Football in Messina, 20. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Coach: Roman (Taschenbuch)
John Grisham, Erfolgsautor in Sachen Justiz-Thriller, war in seiner Jugend Quarterback der Southaven Chargers. Da wundert es nicht, daß er seine Football-Leidenschaft in zwei Romane (neben dem hier zu besprechenden "Der Coach" noch "Touchdown, vgl. dort) umgesetzt hat.

Neely Crenshaw, 34, kehrt nach 15 Jahren erstmals wieder in seine Heimatstadt Messina zurück. Er war dereinst der Footballspieler mit der Nr. 19, ausgezeichnet mit dem Ehrentitel "All-American" als bester Spieler der Highschool-Liga - "ein vergessener Held, dessen Licht nur kurz geleuchtet hatte"; genauer: nur drei Spielzeiten lang. Eine irreparable Knieverletzung zwang den zu großen Hoffnungen berechtigenden Jungprofi bereits das Karriereende auf, bevor sie so recht begonnen hatte. Jetzt lebt er in der Nähe von Ontario, macht in Immobilien, ist geschieden, wirkt unglücklich und uneins mit sich. Noch immer ist es ihm nicht gelungen, mit seiner Footballvergangenheit abzuschließen.

Crenshaw ist zurückgekehrt, weil Eddie Rake, der legendäre Coach des Footballteams, im Sterben liegt. 34 Jahre lang hat er die Mannschaften zu größtem Erfolg geführt und damit Messina dazu verholfen, aus der provinziellen Bedeutungslosigkeit ins nationale Rampenlicht zu treten. Rake ist ein Charismatiker. Wer mit ihm als Spieler zu tun hatte, wurde von ihm sein Leben lang geprägt. Dabei waren seine Anforderungen und Methoden durchaus umstritten. So zwang er die ihm anvertrauten Jugendlichen zum "Spartan-Marathon" genannten Langlauf bis zum Zusammenbruch. Oder er ordnete den "Tribünen-Lauf" an, bei dem einer seiner Spieler tot zusammenbrach... Aber er war auch der erste Coach, der einen Schwarzen zum Kapitän ernannte oder der einem unter seinem Schwulsein leidenden Jungen dazu ermutigte, zu sich selbst zu stehen...

Zwischen Neely Crenshaw und Eddie Rake lastet ein dunkles Geheimnis, das hier natürlich nicht aufgedeckt werden soll. Wie dem auch sei: Als Crenshaw abreist, ist sein alter Coach gestorben - und er kann sich nun endlich auf sein Leben nach dem Football einlassen.

John Grisham hat mit routinierter Feder einen unterhaltsamen Sportroman geschrieben, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Die mir fremde Ideologie des Gewinnens um jeden Preis, die eine Niederlage nicht anerkennend zu akzeptieren bereit ist, wird vom Autor ausgehebelt, indem er sich Coach Eddie Rake zum Ende seines Lebens hin für sein arges Fehlverhalten mit schlimmen Folgen entschuldigen läßt.


Touchdown
Touchdown
von John Grisham
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Team-Player, 19. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Touchdown (Gebundene Ausgabe)
Wer einen Roman von John Grisham in den Händen hält, erwartet unwillkürlich einen spannenden Thriller des Erfolgsautors aus dem Justizmilieu. An Football in Italien als Thema dagegen wird er gewiß nicht denken. Doch genau darum geht es in "Touchdown".

Rick Dockery, 28, amerikanischer Footballprofi, liegt mit seiner dritten schweren Gehirnerschütterung im Krankenhaus. Er ist keineswegs ein Star. Im Verlauf von 6 Jahren wurde er in 8 Teams als Ersatzmann des Ersatz-Quarterbacks herumgereicht. Die wohl letzte Aktion des für diesen harten Sport viel zu weichen, ängstlichen Profis aus der dritten Reihe: Er schaffte es, notgedrungen eingesetzt, mit drei katastrophalen Fehlpässen (Interceptions) die Meisterschaft binnen 11 Minuten zu verspielen. Ende der Laufbahn? Als Sportlehrer Kindern z.B. das Volleyballspielen beibringen? Nein, soweit ist Dockery noch nicht.

Er heuert in Italien, genauer: in Parma an. Vertrag für 5 Monate, 15 000 €, kleines Auto, Wohnung. Der Autor läßt den noch immer recht unbedarften amerikanischen Sportler durch die Konfrontation mit der italienischen Lebensweise und der Kultur, die Grisham ganz offensichtlich selbst sehr schätzt, zum nachdenklichen, reifen, erwachsenen Mann heranreifen. Zunächst geriert sich Dockery nur als Primadonna auf Tauchstation und Durchreise, den seine aus Freizeitsportlern zusammengesetzte Mannschaft nicht weiter interessiert. Die erwarteten Erfolge bleiben aus. Zum Glück erkennt er spät, aber gerade noch rechtzeitig genug, daß auch er nur als Teamplayer Erfolg haben kann. Die "Parma Panthers" gewinnen den Italienischen Super Bowl, Rick Dockery kassiert seine vierte Gehirnerschütterung - und findet die Liebe seines Lebens.

John Grisham hat mit routinierter, leichter Feder einen gefälligen Sport-und Unterhaltungsroman geschrieben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Schmerzgrenzen: Unterwegs mit Ärzte ohne Grenzen
Schmerzgrenzen: Unterwegs mit Ärzte ohne Grenzen
von Petra Meyer
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Helden der Gegenwart, 18. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es gibt sie noch, die Helden der Gegenwart! Damit meine ich nicht irgendwelche Film-, Schlager- oder Sportstars, sondern Menschen, die meist fernab der Öffentlichkeit als Samariter der heutigen Zeit humanitäre Hilfe in vielfältiger Form leisten. Sie setzen sich dabei furchtbarem Leid aus, das Menschen anderen Menschen zufügen. Oder sie kämpfen gegen die schlimmsten Heimsuchungen der Menschheit in Form von Seuchen und Hungersnot. Dabei riskieren sie immer wieder ihr eigenes Leben oder überschreiten ihre eigenen Kraftgrenzen bis hin zum physischen und / oder psychischen Zusammenbruch.

Die Journalistin Petra Meyer, die 12 Jahre lang die Öffentlichkeitsarbeit der deutschen Sektion von "Ärzte ohne Grenzen" verantwortete, erzählt in "Schmerzgrenzen" die Erlebnisse von sieben Helfern, die im Rahmen der Organisation im Einsatz waren. Dabei geht es um das sog. "Marburg-Fieber" in Angola; um die psychologische Betreuung von Kindern in Kolumbien, deren Eltern vor ihren Augen ermordet wurden; um Kriegschirurgie in Sierra Leone; um den Kampf gegen HIV / Aids; um abgelehnte Hilfe im Irakkrieg; um Unterernährung und Hungerstod in Niger; oder um Vertriebene im Sudan. Stets hat die Autorin dabei die persönliche Situation und Reaktion der porträtierten Helferinnen und Helfer im Blickfeld, wobei sie die Grenzen der gebotenen Diskretion an keiner Stelle überschreitet. Ausführungen zu den Themen "Trauma", "Burnout" und "Unabhängigkeit" beschließen den Band.

Ein erschütterndes, ein notwendiges Buch, das jeden dazu aufruft, in seinen Möglichkeiten ebenfalls zu helfen.


Und das Meer gab seine Toten wieder
Und das Meer gab seine Toten wieder
von Robert Brack
  Broschiert
Preis: EUR 13,90

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Historischer Kriminalfall, 17. Februar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Norddeutschland 1931/32. Therese Dopfer und Maria Fischer, Kriminalpolizistinnen aus Hamburg, werden am Strand von Pellworm tot aufgefunden. Offizielle Todesursache:Selbstmord. Selbstmord? Josephine Erkens, engagierte Leiterin der noch nicht lange eingerichteten Abteilung "Weibliche Kriminalpolizei", wird vom Dienst suspendiert. Die "International Association oft Policewomen" entsendet die britische Kriminalbeamtin Jennifer Stevenson in die Hansestadt, um Licht in den dubiosen Fall zu bringen, der sich mittlereile zu einem handfesten Polizeiskandal ausgeweitet hat. Ihre Recherchen führen sie rasch hinein in politisch und ideologisch motivierte Intrigen vor dem Hintergrund der aufdämmernden Nazi-Zeit. Bald muß sie um ihr eigenes Leben fürchten. Rückhalt und Unterstützung findet sie nur bei Klara Schindler, einer kommunistischen Reporterin der "Hamburger Volkszeitung", und ihren Freunden. Zwischen den beiden so gegensätzlichen Frauen entwickelt sich eine besondere Beziehung.

Der Journalist Ronald Gutberlet schreibt unter den Pseudonymen Robert Brack und Virginia Doyle erfolgreiche Kriminalromane. In "Und das Meer gab seine Toten wieder" rollt er einen historisch verbürgten Fall auf, der bis heute nicht aufgeklärt worden ist. Ihm gelingt dabei eine spannende, schnörkellose, atmosphärisch dichte Erzählung, deren Glanzpunkte für mich die auf Pellworm spielenden Passagen sind.

Bleibt zu hoffen, daß dieser Kriminalroman dazu beiträgt, daß sich die Hamburger Polizei ihrer eigenen Vergangenheit stellt.


fußballbekloppt!: Autobiographie
fußballbekloppt!: Autobiographie
von Reiner Calmund
  Gebundene Ausgabe

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Laber - Calli, 10. Januar 2009
Ohne Zweifel:Man muß den Mann mögen, denn er schwadroniert ohne Rücksicht auf Verluste über Gott und die Welt, vor allem natürlich die Fußballwelt, keineswegs sich selbst dabei schonend. Die Rede ist von Ex-Fußballmanager Reiner Callmund, der zum 60. Geburtstag seine Autobiographie vorgelegt hat, die er als eine "Zwischenbilanz" verstanden wissen möchte.

Aufgewachsen ist er dort, "wo malocht und Dreck gefressen wird", also im Braunkohle-Revier (Brühl-Heide, dann Frechen). Schule, Lehre als Groß-und Handelskaufmann, Bundeswehr, BWL-Studium, nebenbei auch Trainer und als freier Mitarbeiter für den Lokalsport schreibend, bald in den Diensten von Bayer 04 Leverkusen 25 Jahre lang "ein Leben auf der Überholspur" führend. Als seine ihn kennzeichnenden Leidenschaften listet er auf: REDEN FUßBALL ESSEN REISEN. Da bleibt kein Raum mehr für seine Familie, so daß er erst bei und mit seiner dritten Ehefrau etwas mehr zur Ruhe gekommen zu sein scheint.

Noch immer schmerzt ihn sein unrühmlicher Abgang in Leverkusen 2004. Vehement verweist er darauf, daß der Vorwurf inkorrekten Geschäftsgebarens längst vom Tisch ist, auch wenn er konstatieren muß, daß in seinem Fußballmetier "immer hart an der Grenze der Legalität" gearbeitet wird bzw. gearbeitet werden muß, wenn man Erfolg haben will.

Die für mich interessantesten Passagen des Buches sind Calmunds zahlreiche, oft warmherzige Personenskizzen (Trainer, Spieler,Vorstandsmitglieder) und seine zumeist recht witzig vorgetragenen Anekdoten. An einer Stelle allerdings hätte ein guter Lektor eingreifen müssen, denn daß der Autor seine Tochter mit seiner ersten Frau im Opel Rekord 1200 zeugte und daß seine Tochter daher eine "Haifischschnauze" wie der Opel habe, sprengt die Grenzen der gebotenen Familien-Diskretion. Und: Mußte es wirklich sein, daß er, mit BILD-Leuten im Gefolge, das Grab seines Vaters aufsuchte, der als Fremdenlegionär 1954 im Indochinakrieg gefallen war?

Aber so ist der "Calli" Reiner Clamund eben. Und so mögen wir ihn ja (fast) alle.

Ein sehr unterhaltsames Fußballbuch. Was will man mehr.


Heiner Brand - Auf meine Art
Heiner Brand - Auf meine Art
von Frank Schneller
  Gebundene Ausgabe

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein knorriger Typ, 9. Januar 2009
Als Spieler 6 x deutscher Meister, 4 x Europapokalsieger, Weltmeister. Als Trainer 3 x deutscher Meister, Europameister, Gewinner der Silbermedaille in Athen, Weltmeister im eigenen Land. Fürwahr, eine stolze Bilanz.

Die Rede ist vom Handballer Heiner Brand, einem der wenigen bedeutenden Sportlerpersönlichkeiten in Deutschland, unverwechselbar in seiner knorrigen, ehrlichen, mitunter auch kauzig wirkenden Art Marke "Dackelblick mit Schnauzbart in rückenlädiertem Gang".

Seine Autobiographie, die er mit Hilfe des Sportjournalisten Frank Schneller zu Papier gebracht hat, besticht durch den häufigen Perspektivenwechsel, der keine Langeweile aufkommen läßt. Das Buch setzt ein und endet mit jeweils einer spannenden Reportage des WM-Finales 1978 in Kopenhagen (Deutschland - Rußland 20:19) bzw. der WM 2007 in Deutschland. Zwischen diesen beiden Großereignissen finden sich lebendige Beschreibungen vieler weiterer Spielhöhepunkte, so daß sich fast beiläufig eine Geschichte des deutschen Handballs von 1972 bis heute ergibt.

Doch nicht etwa eine Aneinanderreihung von Spielberichten erwartet den sportinteressierten Leser. Anrührend ist z.B. das Kapitel über Brands Freund Joachim Deckarm und seinen Gegenspieler Lajos Panovic, der nach dem furchtbaren Zusammenprall nie mehr Handball spielte. Brand wagt auch Außenblicke auf seine Person, indem er zahlreiche Wegbegleiter, aber auch seine Familie um Beiträge bat.

Fazit: Heiner Brand ist nicht der naheliegenden Gefahr erlegen, sich zur kantenfreien Handball-Ikone zu stilisieren bzw. stilisieren zu lassen. So wagt er es z.B. durchaus, gegen die mächtige Bundesliga-Lobby zu Felde zu ziehen. Ihm ist eine authentische Biographie gelungen, die ich uneingeschränkt zur Lektüre empfehle.


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