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Dr. Reinhard Lahme "t 43 t" (Borgwedel SH)
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Polarexpeditionen: Forschungsreisen in Arktis und Antarktis
Polarexpeditionen: Forschungsreisen in Arktis und Antarktis
von Martyn Bramwell
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Polar-Expeditionen: Gelungene Einführung, 11. Januar 2012
Erstaunlich und unverständlich: keine einzige Rezension mit Bewertung bisher?

Autor Martyn Bramwell und die Illustratorinnen Marje Crosby-Fairall und Ann Winterbotham haben eine anschauliche und zugleich informative Einführung in die Welt der Forschungsreisen in die Arktis und die Antarktis erarbeitet. Einige Beispiele: Sir John Frankling, der zwischen 1819 und 1822 rund 9000 km der kanadischen Arktisküste erforschte und als bald 60jähriger noch einmal aufbrach, um die Nordwestpassage zu finden. Am 26. Juli 1845 wurde er zum letzten Mal lebend gesehen, im April 1848 ist er wohl gestorben. Vermutlich war eine Bleivergiftung die Ursache seines und seiner Mannschaft Tod. Oder: Fridtjof Nansens legendäre Driftfahrt mit seiner "Fram" ins Nordpolarmeer 1893 - 96 und, mit Hjalmar Johansen zusammen, sein Marsch bis auf knapp 400 km an den Nordpol heran. Apropos Nordpol: Waren Robert Peary und sein afroamerikanischer Freund Matthew Henson 1909 die ersten, die den Nordpol zu Fuß erreichten? Oder war es schon 1908 sein Landsmann Frederick Cook, wie dieser behauptete? Oder war es in Wahrheit erst der Brite Walter William Herbert 1969? Der Wettlauf zum Südpol zwischen dem Sieger Roald Amundsen (14.12.1911) und Robert Scott (16.01.1012) mit tragischem Ausgang fehlt ebenso wenig wie Ernest Shackletons gescheiterte Durchquerung der Arktis 1914 - 16 mit der an ein Wunder grenzenden Rettung aller Teilnehmer. Und noch vieles mehr...

Ein großartiges Jugendbuch auch für Erwachsene aus der Reihe GESCHICHTE ERLEBEN, bestens geeignet als Einstieg in dieses hochspannende Thema. Bedauerlich nur, daß keine weiterführende Literatur genannt wird. Es ist zu hoffen, daß der Gerstenberg-Verlag möglichst bald eine Neuauflage dieses verdienstvollen Buches plant.


Rahn schießt... Tor, Tor, Tor. Die besten Bilder der Fußball WM 1954
Rahn schießt... Tor, Tor, Tor. Die besten Bilder der Fußball WM 1954
von Wolfgang Fuhr
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,54

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fußball-WM 1954: Sammler-Leidenschaft, 7. Januar 2012
Paul Schinnerling aus Offenburg kannte Sepp Herberger und Fritz Walter persönlich. Er hat die Fußball-WM 1954 in der Schweiz selbst miterlebt. Vor allem aber war er ein leidenchaftlicher Sammler von Photographien, die in einer wie auch immer gearteten Beziehung zu der WM 1954 stehen. In 40 Jahren gelangten über 2500 Photos von 35 Photographen in seinen Besitz, so daß er über das weltweit größte Bildarchiv zum Thema "Fußball-WM 1954" verfügte. Der kleine, aber ungemein rührige AGON SPORTVERLAG aus Kassel hat dieses Archiv nach dem Tod Schinnerlings erworben, so daß sein Verlagsleiter Wolfgang Fuhr einen wunderbaren Bildband zusammenstellen und herausgeben konnte. Die Schwarz-Weiß-Bilder unterschiedlichen Formats sind turnierchronologisch angeordnet (Türkei 4:1, Ungarn 3:8, Türkei 7:2, Jugoslaweien 2:0, Österreich 6:1, Ungarn 3:2), wobei das Finalspiel natürlich einen besonders breiten Raum einnimmt. Das Geschehen rund um den Fußballplatz wird von Bildern aus der Vorbereitungsphase (die Dassler-Wunderschuhe!) und vom Siegeszug quer durch Deutschland eingerahmt. Ob es Zufall ist, daß der Herausgeber kein einziges Photo, auf dem ein DFB-Offizieller abgebildet bist, ausgewählt hat? Wohl eher nicht...

Ein Kleinod für jeden Fußballfreund!


Oma, erzähl mal: Das Erinnerungsalbum deines Lebens
Oma, erzähl mal: Das Erinnerungsalbum deines Lebens
von Elma van Vliet
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Freundliche Aufforderung zur Erinnerungsarbeit, 28. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Merkwürdig: Ein Geschenkbuch, das die Beschenkte zur Erinnerungsarbeit auffordert und das diese nach getaner Arbeit dem Schenkenden zurückgeben soll? Und doch: eine glänzende Idee der Niederländerin Elma van Vliet, die nicht weniger als die Aufforderung an alle Großeltern beinhaltet, sich der eigenen Biographie zu vergewissern und sie an die folgenden Generationen weiterzugeben. Das Buch "OMA, ERÄHL MAL!" nimmt dabei, wie sein Pendant "OPA, ERZÄHL MAL!" (vgl. dort) eine anregende und helfende Funktion ein.

Der autobiographische Komplex wird in verschiedene Rubriken aufgefächert, zu denen jeweils zahlreiche Fragen gestellt werden. Zu Beginn einer jeden Rubrik stimmen kleinformatige Schwarz-Weiß-Bilder auf das Thema ein. Zur Auflockerung werden einige Texte amüsanter Art, wie z.B. Renate Schmidts Erinnerungen an ihre Muma, Liselotte Pulvers Schulerinnerung oder die Beschreibung eines Waschtags noch ohne Waschmaschine, eingeschoben. Schließlich wird jeweils eine Doppelseite für einzufügende Photos, Erzählungen und Erinnerungen freigelassen.

Idee: Man sollte dieses sehr stabil eingebundene Buch als Anregung für Erzählabende mit den Enkelkindern nutzen. Eine erarbeitete und mit Sicherheit dann auch ausgeweitete Fassung sollte man eher als Erinnerung vererben.

Nachtrag: Ein Vergleich der beiden Großelternbände ergibt leider, daß sie offensichtlich zu schnell gestrickt wurden, so daß Nachlässigkeiten, auch Ärgernisse festzustellen sind. Sie gehen eindeutig zu Lasten der OMA. Wieso sind z.B. OPAS "häufig wunderbare Geschichtenerzähler", während den OMAS dies nicht zugestanden wird (Vorwort S.5)? Warum haben nur OPAS "Hobbys", währenddessen sich OMAS um den "Lebensstil" kümmern, der den OPAS anscheinend abgeht? Weshalb wird den OPAS leidenschaftliche, nicht nach der Vernunft fragende Liebe (Erich Fried, Was es ist) zugestanden, während die OMAS "dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten" sollen (Hilde Domin, Nicht müde werden)? Daher: 1 Punkt Abzug. Dennoch:

Empfehlenswert.


Opa, erzähl mal: Das Erinnerungsalbum deines Lebens
Opa, erzähl mal: Das Erinnerungsalbum deines Lebens
von Elma van Vliet
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Freundliche Aufforderung zur Erinnerungsarbeit, 27. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Merkwürdig: Ein Geschenkbuch, das den Beschenkten zur Erinnerungsarbeit auffordert und das dieser nach getaner Arbeit dem Schenkenden zurückgeben soll? Und doch: eine glänzende Idee der Niederländerin Elma van Vliet, die nicht weniger als die Aufforderung an alle Großeltern beinhaltet, sich der eigenen Biographie zu vergewissern und sie an die folgenden Generationen weiterzugeben. Das Buch "OPA,ERZÄHL MAL!" nimmt dabei eine anregende und helfende Funktion ein.

Der autobiographische Komplex wird in folgende Rubriken aufgefächert, zu denen jeweils zahlreiche Fragen gestellt werden: Über Familie und Verwandtschaft; Über das tägliche Leben; Über Ausbildung und Beruf; Über die Familiengründung; Über Hobbys und Freizeit; Über wichtige Momente und Ereignisse; Über Lebensweisheiten und wichtige Erfahrungen. Zu Beginn einer jeden Rubrik stimmen kleinformatige Schwarz-Weiß-Bilder auf das Thema ein. Zur Auflockerung werden einige Textbeiträge amüsanter Art, z.B. von Willy Millowitsch, Hans Joachim Kuhlenkampff, Niki Lauda, aber auch das berühmte Liebesgedicht "Was es ist" von Erich Fried, eingeschoben. Schließlich wird jeweils eine Doppelseite für einzufügende Photos, Erzählungen und Erinnerungen freigelassen.

Idee: Ich werde dieses sehr stabil eingebundene Buch als Anregung für Erzählabende mit meinen bisher sieben Enkelkindern nutzen. Eine von mir erarbeitete und mit Sicherheit auch ausgeweitete Fassung würde ich ihnen lieber als Erinnerung vererben.

Empfehlenswert.


Schlau in null Komma nichts!: Die spannendsten Fragen der Naturwissenschaft einfach erklärt
Schlau in null Komma nichts!: Die spannendsten Fragen der Naturwissenschaft einfach erklärt
von Robert Dinwiddie
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Naturwissenschaftliche Fragen für Laien, 17. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Verschämt gestehe ich ein: Als Philologe, noch dazu mit humanistischem Abitur, sind meine marginalen naturwissenschaftlichen Kenntnisse weitgehend verschüttet. Das ärgert mich schon lange, sehr sogar. Was tun? Lernen natürlich. Aber wie? Zufällig stieß ich auf Robert Dinwiddies "Schlau in Null Komma Nichts. Die spannendsten Fragen der Naturwissenschaft einfach erklärt". Das Wort "einfach" machte mir Mut. In der Tat: "Einfach" sind die Ausführungen zwar nicht, wohl aber verständlich und nachvollziehbar für jeden Laien, der des Lesens kundig ist. Also auch für mich.

Die Intention des Londoner Autors ist, dem Leser Kenntnisse über die wissenschaftlichen Grundlagen bei oft kontroversen Themen wie z.B. Ursachen des Klimawandels, Stammzellenforschung, Tierversuche oder Endlagerung des Atommülls zu vermitteln bzw. etwaig vorhandenes Wissen zu vertiefen. Überzeugend dabei ist, daß die Fakten und Argumente für konträre Positionen möglichst objektiv, unaufgeregt unterbreitet werden, so daß sich der Leser seine eigene Meinung bilden kann.

Das Werk deckt natürlich nicht den Bereich der gesamten Naturwissenschaft ab. Dinwiddie beschränkt sich auf 9 Kapitel: 1. Materie, 2. Energie, 3.Weltall, 4. Ursprünge, 5. Erde, 6. Umwelt, 7. Gesundheit, 8. Genetik, 9. Physik.

Das Buch enthält über 400 farbenfrohe Illustrationen, Bilder, Diagramme, Schritt-für-Schritt-Bilderfolgen und Cartoons. Sorgsam wurde darauf geachtet, daß die Textteile nicht zu ausufernd dargeboten werden. Fachbegriffe werden nur dann eingeführt, wenn dies unumgänglich ist - ihre Bedeutung wird sofort in Klartext-Kästchen erläutert. Zum besseren Verständnis verwendet der Autor gern Alltagsanalogien, die zunächst befremdlich wirken mögen, letztlich aber in ihrer Anschaulichkeit überzeugen. Beispiel: ein hart gekochtes, durchgeschnittenes Ei als Demonstration des Erdaufbaus - Schale/Kruste, Eiweiß/Mantel, Dotter/Kern.

Gibt es denn gar nichts zu bemängeln? Doch. Das mitunter arg klein geratene Schriftbild strengt an. Und: Ärgerlich finde ich die despektierliche Verlagsentscheidung, den Autorennamen nur in kleiner Schrift an versteckter Position zu nennen. Das hat ROBERT DINWIDDIE nicht verdient.

Ein gelungenes, ein lehrreiches Buch.


TALK DON'T RUN - Sportstars im Kreuzverhör
TALK DON'T RUN - Sportstars im Kreuzverhör
von Paul Kimmage
  Broschiert
Preis: EUR 14,80

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Bock zum Gärtner, 17. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Merkwürdig: Die Sammlung "TALK DON'T RUN. Sportstars im Kreuzverhör" in der vorzüglichen Übersetzung von Thaddäus Zobel liegt seit über 1 1/2 Jahren vor, ohne daß bis heute jemand eine Rezension geschrieben hat. Unverständlich. Dabei ist der Ire Paul Kimmage zumindest in den sportinteressierten Kreisen kein Unbekannter mehr, seit er 1990 seine Autobiographie "Raubeine rasiert" vorlegte. Der ambitionierte Profi-Radrennfahrer, der es immerhin als Domestik zu zwei Teilnahmen an der Tour de France brachte, legte mit ihr eine Aufsehen erregende Dopingbeichte ab und katapultierte sich damit aus der bis heute unter dem Gesetz des Schweigens agierenden, dopingverseuchten Gilde der Radprofis hinaus. Zugleich aber bedeutete sie für ihn das Startsignal für seine zweite Karriere - nunmehr als Sportjournalist, der seit 2002 in der "The Sunday Times" für die großen Interviews mit berühmten Sporstars zuständig ist. Die 35 besten (auffallend: nur 3 Frauen) aus den Jahren 2002 bis 2009 quer durch zahlreiche Sportdisziplinen sind hier versammelt:

Tennis (Anna Kournikova, Boris Becker, Jimmy Connors, Rafael Nadal, John McEnroe, Maria Sharapova, Novak Djokovic, Pete Sampras); Fußball (Peter Schmeichel, Tony Adams, Patrick Vieira, Stan Collymore, Sir Geoff Hurst, Teddy Sheringham, Sir Bobby Robson); Formel 1 (Nigel Mansell, Flavio Briatore, David Coulthard, Eddie Jordan, Jenson Button, Sir Jackie Stewart); Radsport (Greg Lemond, Jonathan Vaughters, David Millar, Allen Lim, Christian Vandevelde, Team Garmin); Golf (Bernhard Langer, Severiano Ballesteros, Nick Faldo); Snooker (Ronnie O'Sullivan); Leichtathletik (Haile Gebrselassie); Apnoe-Tauchen (Tanya Streeter); American Football (Joe Namath); Darts (Phil Taylor).

Kimmage ist ein leidenschaftlicher Menschenbeobachter, der sich weniger für die jeweilige Sportdisziplin als für deren Matadoren interessiert. Mit provozierenden Fragen, die manchmal leider auch Schamgrenzen überschreiten, versucht er, das meist professionell eingeübte Rollenspiel seiner Gesprächspartner aufzubrechen, um einen Blick auf ihren Persönlichkeitskern werfen zu können. Er will z.B. wissen, welche Dämonen sie antreiben, welche Freuden sie empfinden oder welche Ängste sie schütteln. Seine Interviews sind nie nur ein Frage-Antwort-Spiel. Sie sind vielmehr Wettkämpfe, verbale Wortgefechte. Dabei schert der Autor sich nicht um vorgegaukelte Scheinobjektivität, sondern er pflegt bewußt eine radikale Subjektivität, indem er sich selbst - und keineswegs immer zu seinem Vorteil! - offen in diese Wort-Matches einbringt. Dabei kann es ihm durchaus passieren, daß er z.B. durch Anna Kurnikova oder Rafael Nadal ausgebremst wird. Novak Djokovic treibt sogar seine Spielchen mit dem Autor, den das Gefühl beschleicht, daß ihm der Tennnisstar einen Bären aufbindet.

Wie dem auch sei: Paul Kimmage ist nie langweilig, denn es gelingt ihm , jedes Interview zu einer interessanten,spannenden Biographie-Geschichte auszuweiten.

Eine großartige Anthologie. Unbedingt empfehlenswert.


Golf - Das Buch
Golf - Das Buch
von Thomas Lötz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Golfwundertütenmischung, 7. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Golf - Das Buch (Gebundene Ausgabe)
Erstaunlich: Im Gesamtpaket der Jahr für Jahr massenhaft erscheinenden Sportbücher nehmen die Publikationen zum Golfen eine herausragende Stellung ein. Offenbar beschäftigen sich die Golfer auch jenseits der Driving Range und des Golfplatzes intensiv mit ihrer Leidenschaft. Es ist jedoch gar nicht so leicht, aus dem Wust von Veröffentlichungen einzelne herauszufiltern, die aufgrund ihrer Qualität ohne Bedenken auch als willkommenes Geschenk verwendet werden können.

Hier ist eins: "Golf" von Gerald Kleffmann und Thomas Lötz, erschienen in der "Süddeutsche Zeitung Edition". Die beiden versierten Sportjournalisten haben sich zusammengetan, offenbar ihre prall gefüllten Zettelkästen ausgeleert und durcheinandergewirbelt, ohne mir erkennbare innere Ordnung 254 kurze Notizen zusammengestellt, in eine hübsche, solide Verpackung gehüllt -

und mit diesem abenteuerlichen Verfahren eines der besten Golfbücher geschrieben, das ich als vom Golfvirus befallener Leser kenne. In kunterbunter Golfwundertütenmischung wechseln sich golfhistorische Informationen, Anekdoten, Hinweise zum Golf in der Literatur, im Film und in der Musik, Kuriositäten, Greenfeekosten in USA (bis 500 Dollar) und Deutschland (bis 135 Euro), Auskünfte zu den Profitouren, Porträts berühmter Golfer (z.B. "Bobby" Jones, der 1930 den Grand Slam gewann und dennoch stets Amateur blieb), St. Andrews an der schottischen Ostküste als Mekka aller Golfer, die abgelegensten Plätze der Welt (Himalaya z.B.) etc. pp.

Trotz der Einschränkung, daß die immer wieder eingestreuten Auszüge aus den offiziellen Golfregeln nur störend wirken und daß die arrogante Verlagsunsitte, ein Werk "Das Buch" (vergleichbar mit "Die Biographie") zu betiteln, Unwillen erregt:

Unbedingt empfehlenswert.


Kaiser von Amerika: Die große Flucht aus Galizien
Kaiser von Amerika: Die große Flucht aus Galizien
von Martin Pollack
  Gebundene Ausgabe

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auswanderer, 7. Dezember 2010
Der Österreicher Martin Pollack, Slawist und Historiker, früher Redakteur und Korrespondent in Wien und Warschau für den SPIEGEL, heute freier Autor und Übersetzer, der u.a. auch durch die Herausgabe und Übersetzung hervorragender polnischer Reportagen "Von Minsk nach Manhattan" (vgl. Rezension) bekannt wurde, hat unter dem Titel "Kaiser von Amerika" eine beeindruckende literarische Sozialreportage vorgelegt.

Galizien, Ende des 19. Jahrhunderts: Viele Hungerjahre und epidemisch sich ausbreitende Krankheiten haben dazu geführt, daß die Lebenserwartung der Galizier auf unter 30 Jahre abgesunken ist. Der Autor breitet akribisch zahlreiche Fakten aus, die sich fast unter der Hand zu einer Sozialgeschichte ausweiten. Es kann nicht verwundern, daß sich in dieser schrecklichen Notsituation der Wunschtraum vom gelobten Paradies Nordamerika, in dem sich ein guter Kaiser freundlich um seine Untertanen kümmert, massenhaft verbreitet. Noch weniger aber überrascht es, daß die zahlreichen Auswanderungswilligen oft schon zu Hause in die Hände von Verbrechern gerieten, die ihnen das mühsam zusammengekratzte Geld für die Überfahrt und den Neustart listig abluchsten. Immerhin:In einem Prozeß 1888 wurden viele deswegen Angeklagte verurteilt.

Pollack zeichnet zahlreiche Fallbeispiele auf, die er in mühsamer Archivarbeit herausgefiltert hat. Allein 1888 waren es über 500 000 Menschen, die ihr Glück in Nordamerika suchten - und beim Eisenbahnbau, in den Bergwerken oder in der Schwerindustrie landeten. Von einer gelungenen Aus-und Einwanderung weiß der Autor nur als verwunderliche Ausnahme zu berichten.

Ein bitteres Buch, das kompetent Auskunft gibt über den Zusammenhang von menschlicher Bösartigkeit und menschlicher Not. Es erinnert mich übrigens stark an die Tetralogie "Roman von den Auswanderern" des großen Schweden Vilhelm Moberg.


Das Buch der Tagebücher: Ausgewählt von Rainer Wieland
Das Buch der Tagebücher: Ausgewählt von Rainer Wieland
von Rainer Wieland
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Montag Ich. Dienstag Ich. Mittwoch Ich., 6. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Unter dieser Überschrift, die signalisieren soll, daß das Tagebuch eine ganz besondere Form des subjektiv-intimen Schreibens ist, gibt der Herausgeber Rainer Wieland eine knappe Einführung in die populäre Schreibgattung, in der sich viele Menschen zumindest schon einmal versucht haben. Die Anthologie "Das Buch der Tagebücher" versammelt 174 Autoren aus mehr als 500 Jahren, vom Logbuch von Kolumbus (Oktober 1492) bis zum Eintrag im Weblog (Dezember 2007). Der Leser stößt auf eine kunterbunte Mischung von Menschenbeobachtern, Klatschmäulern, Reisenden, Nabelbeschauern, Aphoristikern, Misanthropen oder auch Erotikern und Eckermännern. Allesamt bieten sie, ob gewollt oder nicht, Einblicke in ihr Privates.

Das "Buch der Tagebücher" verwendet selbst die Form eines Diariums vom 01. Januar bis zum 31. Dezember. Jeder Monat wird mit einer schönen Faksimilekopie eines handschriftlichen Tagebucheintrags begonnen: Goethe, Kafka, Robert E. Scott, Alexander von Humboldt, Harry Graf Kessler, Victor Klemperer, Theodor W. Adorno, Charles Darwin, Samuel Pepys, Joseph Goebbels, Walter Kempowski und Anne Frank. Es bietet sich an, z.B. das Jahr 2011 Tag für Tag mit der entsprechenden Lektüre in diesem voluminösen Werk zu erleben.

Damit nicht genug: Alle Autoren werden in einem Anhang vorgestellt. Weiterhin listet der Herausgeber, der nur Zitate aus veröffentlichten Tagüchern aufgenommen hat, alle verwendeten Diarien auf, so daß eine vertiefende Beschäftigung mit einzelnen Autoren erheblich erleichtert wird. Ein Register der Tagebuchautoren schließt den Band ab - hier allerdings wäre die Angabe von Seitenzahlen nützlicher als der Hinweis auf Tagesdaten gewesen.

Ein prächtiges Geschenkbuch, mit dem man andere und / oder sich selbst bestens erfreuen kann.


Faszination Fördenland: Der Zauber einer einmaligen Ostseelandschaft
Faszination Fördenland: Der Zauber einer einmaligen Ostseelandschaft
von Jürgen Rust
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschönes Fördenland, 13. Januar 2010
Ich bekam das großformatige Buch zu Weihnachten geschenkt. Schon beim ersten Durchblättern merkte ich bald, daß ich als "Einheimischer", der seit mehr als 30 Jahren an der Schlei wohnt, bisher noch längst nicht alle Facetten meiner näheren Lebenswelt entdeckt habe. Wie anregend muß der von Jörg Rust initiierte Band "Faszination Fördenland" erst für Urlauber sein, die ihre kostbarste Jahreszeit gern im Norden der Republik verbringen.

Das Buch besticht zunächst durch eine Vielzahl von gelungenen Farbaufnahmen, die den Eindruck von Textlastigkeit gar nicht erst aufkommen lassen. Der Schriftteil ist zweigeteilt. Das Redaktionsteam (grüne Überschriften) beschäftigt sich in einzelnen Artikeln kundig mit der Landschaft und ihren Menschen von der Flensburger bis zur Kieler Förde; mit Flensburg, Glücksburg, Angeln, Kappeln und Arnis; mit der Schlei, Schleswig, Schwansen, Eckernförde, den Hüttener Bergen; schließlich mit Kiel und der Probstei sowie einem verschämten Ausblick auf die schöne Nachbarin Holsteinische Schweiz. Daneben findet sich eine Vielzahl von Selbstdarstellungen, die an ihren blauen Überschriften zu erkennen sind (Hotels, Restaurants, Städte, Dörfer, Schlösser, Museen, Wellness-Oasen, Reiterhöfe usw.). Natürlich handelt es sich hier um möglichst elegant-freundlich formulierte Artikel zum Zwecke der Eigenwerbung. Doch kann man als Leser davon ausgehen, daß das Angepriesene auch wirklich existiert.

Zu meinem Erstaunen mußte ich feststellen, daß offensichtlich nicht alle, die guten Grund hätten, auf sich aufmerksam zu machen, die Gelegenheit dazu ergriffen haben. So hat es z.B. das berühmte, idyllisch an der Großen Breite der Schlei gelegene Internat "Landerziehungsheim Louisenlund" versäumt, seine besondere pädagogische Ausrichtung darzulegen. Oder: Nur zwei Golfclubs (Benniksgaard und GC an der Schlei) nehmen die Gelegenheit wahr, ihre traumhaft gelegenen Golfplätze vorzustellen. Es fehlen: Glücksburg, Stenerberg (Kappeln), Uhlenhorst (Dänischenhagen), Havighorst und Kitzeberg (Kiel).

Es ist dem erstaunlich preisgünstigen PRACHTBAND zu wünschen, daß er bei einer Neuauflage noch um einige Beiträge erweitert werden kann.

Sehr empfehlenswert als Geschenk oder zur Eigeninformation.


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