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Rezensionen verfasst von
Re-Aktionär (Wien)

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Fear of a Blank Planet
Fear of a Blank Planet
Preis: EUR 12,99

47 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atmosphärischer Abgesang auf die Zivilisation, 25. März 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fear of a Blank Planet (Audio CD)
Entfremdung in der Famile. Vernachlässigung Heranwachsender. Mediale Verwahrlosung. Selbstaufgabe. Pure, das Dasein bestimmende Dekadenz. Porcupine Trees neuntes Studioalbum ist eine thematische Auseinandersetzung mit den Abgründen modernen Lebens. Eine bittere Gesellschaftsanalyse voller Hoffnungslosigkeit, Tragik und Düsternis. Der Soundtrack der Unterschicht - in rein thematischem Sinne, versteht sich.
Steven Wilson scheint den Glauben an die Menschheit endgültig verloren zu haben. Die Abrechnung mit den Fehlentwicklungen der Gesellschaft ist in textlicher Hinsicht die mit Abstand ambitionierteste und interessanteste Veröffentlichung der britischen Prog-Koryphäe und seiner Mitstreiter, denen Alex Lifeson von Rush und Robert Fripp von King Crimson unterstützend zur Seite stehen.
Bei "Fear of a blank planet" handelt es sich um ein klassisches Konzeptalbum. Wie gesehen, setzt sich das Werk intensiv mit einer bestimmten Problematik auseinander. In musikalischer Hinsicht sind die Übergänge mal mehr, mal weniger fließend und alles ordnet sich der deprimierenden Grundstimmung unter. Es dominiert eine bedrohungsschwangere Atmosphäre, die nach intensiver Beschäftigung geradezu schreit. Statt der vergleichsweise sanften Melancholie in Moll früherer Alben wird "Fear of a blank planet" durch ein bitterkaltes, fast schon schroffes und beängstigendes Flair beherrscht. Man beginnt phasenweise unweigerlich zu frösteln. Inhalt und Atmosphäre gehen damit eine nahezu perfekte Symbiose ein. Wer bei einem Album gerne in die Tiefe geht, wird die ausgiebigen Kopfhörersessions mit Booklet in der Hand kaum noch erwarten können. Das Coverartwork transportiert die Stimmung übrigens sehr gut.
Anders als noch bei "Deadwing" fügen sich die härteren Passagen diesmal nahtlos ins Klangbild ein. Statt zum reinen Selbszweck existierend, wie das beispielsweise noch bei "Arriving somewhere but not here" der Fall war, wirken sie hier zur jeder Zeit songdienlich und sorgen nicht selten dafür, dass man von der nervenzerrenden Spannung erlöst wird, wie etwa im pulsierenden 18-minütigen Schwergewicht "Anesthetize, wo sie teilweise mit eine Urgewalt röhren, dass einem angst und bange werden kann. Besagtes Lied ist thematisch und musikalisch das Kernstück des Albums und zugleich eine Reminiszenz an die eigene Musik. Eine die Grenze des Erträglichen austestende Spannung, die immer wieder in grandiosen Refrains kulminiert, welche durch Wilsons weltentrückten Gesang der ohnehin eindringlichen Atmosphäre das I-Tüpfelchen aufsetzen. In "Anesthetize" finden alle Markenzeichen der Band ihren Niederschlag, so dass die anderen Songs fast schon wie Beiwerk wirken. Doch wer einmal "Sentimental" gehört hat, will vorläufig keine andere Ballade mehr hören. Ähnlich verhält es sich mit dem übrigen Material. Jedes Lied hat seine Existenzberechtigung. Nichts wirkt deplatziert oder wie ein Lückenfüller. Alle Songs strotzen vor Selbstbewusstsein. So war es schon immer bei Porcupine Tree. Man merkt einfach: diese Band hat trotz inzwischen über 20jährigen Bestehens noch viel zu sagen.
Leider fehlt "Fear of a blank planet" ein einprägsames Grundthema, das man sofort im Gedächtnis behält und ständig mit dem Album assoziiert, worunter der Wiedererkennungswert ein wenig leidet. Dennoch vergeht die Zeit wie im Fluge. Die Repeattaste leiert aus. Man kann sich einfach nicht satthören.
"Fear of a blank planet" ist die logische Fortsetzung der Entwicklungsgeschichte dieser Band, doch zugleich eine Rückbesinnung auf alte Traditionen. Es ist einerseits so psychedelisch und floydig wie einst "Up the downstair" (1993), andererseits frisch, unverbraucht und modern, wie man das von den Tools, Nine Inch Nails, Radioheads und Porcupine Trees dieser Welt eben erwartet.
Mit "Fear of the blank planet" können Porcupine Tree souverän ihre Ausnahmestellung als unangefochtene Speerspitze des New Art-Rock untermauern. Inhaltlich ambitioniert, atmosphärisch und musikalisch auf allerhöchstem Niveau.
"Fear of a blank planet" ist ein starkes, reifes, kontroverses und nachwirkendes Album geworden. An die genreübergreifende Genialität eines "In Absentia" reicht es jedoch nicht herran, was mangels Vergleichbarkeit aber nicht weiter tragisch ist. Spätestens mit diesem Album wird auch der letzte anerkennen müssen, dass Porcupine Tree die derzeit innovativste und einfach beste Band des gesamten Prog-Genres und darüber hinaus sind.


Dead Reckoning
Dead Reckoning
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 34,99

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alles beim Alten, 24. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Dead Reckoning (Audio CD)
Threshold sind die wahrscheinlich zuverlässigste Band des Progressiven Metals. Seit Jahren nur Schmuckstücke. Wobei das Attribut "progressiv" nur bedingt zutrifft, da die Band seit jeher auf allzu komplexe Songstrukturen zwecks Eingängigkeit verzichtet sowie auf schuheausziehende Refrains setzt. Diese Markenzeichen finden auch auf "Dead Reckoning" ihre Bestätigung. Änderungen im Soundgewand sucht man bis auf ein paar dezent eingesetzte Crowls vergeblich. Und das ist auch gut so, denn nichts hätte wohl fatalere Auswirkungen, als wenn Threshold ihren über die Jahre perfektionierten, unvergleichlichen Stil plötzlich über den Hauf werfen würden, um sinnlos herumzuexperimentieren, was in den meisten Fällen sowieso nur nach hinten losgeht. Deswegen kann man festhalten: Threshold waren Threshold sind Threshold und werden immer Threshold sein. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Band eines Tages noch mal überrascht. Insofern könnten böse Zungen durchaus von Stillstand und Stagnation sprechen, was selbst von Fans nicht ganz zu leugnen ist. Allerdings bewegt sich dieser "Stillstand" seit nun mehr fast einem Jahrzehnt auf derart hohem Niveau, dass es vollkommen egal ist, dass sämtliche seitdem erschienene Alben im Wesentlichen gleich klingen. Natürlich hat sich an dieser Tatsache auch auf "Dead Reckoning" nichts geändert. Nach spätestens drei Hördurchgängen bekommt man Lieder wie "Slipstream", "Elusive" und "Pilot in the sky of dreams" nicht mehr aus dem Kopf. Allerdings lässt das Album die ganz großen Momente, wie sie noch auf "Subsurface" (das ich als das bisherige Meisterstück der Band ansehe) vorzufinden waren (man denke etwa an den schon biblisch zu nennenden Sahnerefrain von "The art of reason"), vermissen. Insofern reiht sich "Dead Reckoning" relativ unauffällig in die Riege der bisherigen Ausnahmealben ein, ohne dem thresholdschen Schaffen abermals die Krone aufzusetzen. Macht aber nichts. Bei Threshold ist man immer auf der sicheren Seite. Hier weiß man einfach, was man bekommt und ist über das Ergebnis nie enttäuscht. Deswegen kann es für alle Fans nur eine eindeutige Kaufempfehlung geben!


Paraworld
Paraworld
Wird angeboten von Rare-Games
Preis: EUR 79,95

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ultimative Strategiespiel für Dinofans, 24. Februar 2007
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Paraworld (Computerspiel)
Leider musste die Produktionsfirma des Spieles inzwischen ihre Pforten schließen, da sich "Paraworld" nicht besonders gut verkauft hat, was ich persönlich überhaupt nicht verstehen kann. Bereits die oberflächlichen Schauwerte haben internationales Format: die Grafik ist schon rein technisch eine Wucht. Durch das detailverliebte Design ist zudem der so genannte Aquariumeffekt sehr hoch - man hält immer wieder inne und bestaunt die hübsche Spielwelt. Außerdem läuft das Ganze auch auf betagteren Rechnern mit akzeptabler Geschwindigkeit.

Der Soundtrack hätte ebenso gut zu Steven Spielbergs "Jurassic Park" gepasst. Er ist pompös und nistet sich sofort im Ohr ein. Die Steuerung ist intuitiv; geht so leicht von der Hand wie schon lange in keinem Strategiespiel mehr. Mit dem Armycontroller haben sich die Entwickler zudem ein innovatives Bedienungselement ausgedacht, das die Handhabung der Einheiten kinderleicht macht. Dennoch verzettelten sich die Macher nicht in unnötigen Experimenten, sondern verpassten dem Spiel im Kern einen traditionellen Strategieunterbau, so dass sich "Paraworld" vor Allem auch an Leute richtet, die nach einem klassischen Strategiespiel suchen.

Was "Paraworld" aber wirklich von der Masse der Echtzeitstrategiespiele abhebt, ist sein unverbrauchtes Szenario. Wer die Nase voll hat von Orks, dem 2. Weltkrieg und Science-Fiction und sich zudem für Prähistorisches begeistern kann, wird dieses Spiel lieben. Es ist den Entwicklern hervorragend gelungen das innovative Szenario voll auszuschöpfen. Die Missionen sind stets abwechslungsreich gestaltet und fordern vor Allem auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad die ganzen Fähigkeiten des Strategiespielers. Und selbst wenn eine Mission nach dem standardisierten Muster "Basis bauen, Gegner vernichten" konzipiert ist, kommt zu keiner Zeit Langeweile auf, weil es einfach verdammt viel Spaß macht, eine Basis aus dem Boden zu stampfen und nach und nach die Spielwelt zu besiedeln bzw. befrieden. Auch als reines Aufbauspiel hätte "Paraworld" meiner Ansicht nach hervorragend funktioniert.

Die Story gewinnt durch die Einbindung facettenreicher Charaktere und undurchsichtiger Handlungen an Spannung. Die Geschichte führt die in einer fremden Welt gestrandeten Abenteurer von Insel zu Insel auf der Suche nach einer Möglichkeit nach Hause zurückzukehren. Es wurde hervorragend verstanden die Spannungsschraube immer wieder ein Stück anzuziehen, so dass die einzelnen Missionen/Inseln immer dramatischer werden. Außerdem wird die Story durch toll fotographierte Zwischensequenzen und Tagebucheinträge ansprechend präsentiert.

Alles in Allem ein gameplaytechnisch sehr ausgereiftes, optisch fantastisches und frisches Spiel, das sich Strategen nicht entgehen lassen sollten. Wirklich schade, dass die Entwickler dicht machen mussten. Somit wird es wohl auch leider nichts mit einem Addon.


Gothic 3
Gothic 3
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 14,95

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ende Legende, 19. Februar 2007
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Gothic 3 (Computerspiel)
Gothic I und II (inklusive Addon) sind Meisterwerke des Rollenspielgenres. Ihre unvergleichliche Atmosphäre zieht bis heute Millionen abenteuerhungrige Rollenspielfans in den Bann. Selten waren Spiele suchterzeugender.

Fans der Serie verziehen den Machern in der Hoffnung, dass sich Entwicklungsgeschichte nicht wiederholt, selbst die anfänglichen Unzulänglichkeiten des zweiten Teiles, was vor Allem daran lag, dass hinter all den technischen Fehlern und Gameplaybugs eben doch ein tolles Spiel steckte, das sämtliche Stärken des Vorgängers konsequent ausbaute und sinnvolle Ergänzungen vornahm.

Für Teil III gilt das leider nicht mehr. Ich möchte es den Lesern dieser Rezension ersparen, ein weiteres mal die unzähligen Schnitzer im Gameplay sowie die technischen Macken aufzuzählen (die trotz einiger Patches immernoch massenhaft vorhanden sind), zumal ich es viel gravierender finde, dass auch das eigentliche Spiel den Erwartungen nicht ansatzweise gerecht wird. Auf der Habenseit kann Gothic III im Prinzip nur zwei Punkte für sich verbuchen: die Größe der Spielwelt und die beeindruckende Grafik, die mit dem großen amerikanischen Konkurrenten Oblivion mithalten kann. Die optische Qualität wird allerdings dadurch relativiert, dass das Spiel nur auf absoluten High-End-Rechnern einigermaßen flüssig zum Laufen zu bringen ist. Die Ankündigung, dass jeder, der Oblivion flüssig spielen konnte, auch mit Gothic III keine Problem haben wird, erwies sich als unhaltbares Wunschdenken. Aber im Grunde ist das nur bezeichnend für die dilletantische Programmierung, die die Entwickler zu verantworten haben. Den Quellcode dieses Spiels kann man jedenfalls in den digitalen Mülleimer verfrachten.

Nun aber zu meinem Hauptkritikpunkt, der in vielen Rezensionen und Kritiken ein wenig zu kurz kam: Gothic III hat keine Seele. Man muss es leider so deutlich sagen. Man möchte kaum glauben, dass das Spiel die selben Leute, die hinter Teil 1 und 2 standen, entwickelt haben. Gothic III wirkt technisch, steril und kalt. Auf oberflächliche Schauwerte wurde dieses Mal offensichtlich mehr wert gelegt und dabei fast alles was Gothic zu Gothic machte, über Bord geworfen oder zumindest vernachlässigt. Anscheinend wurde ein Großteil der Entwicklungszeit für die Programmierung der Grafikengine vergeudet, so dass keine Zeit mehr war, eine packende Story und spannende Quests auszudenken, geschweige denn umzusetzen. Das Spiel lässt den Spieler zwar mehr Freiheiten als die Vorgänger, aber das hat die nachteilige Auswirkung, dass man sich ziemlich allein gelassen und anders als in den Vorgängern nicht mehr als Teil der Spielwelt fühlt. Das Schicksal der Welt ist einem schnurzpiepegal, weil man keine (persönliche) Bindung zum Spiel aufbaut. Die Quests beschränken sich meist auf relativ simple "hole dies, erledige das" - Aufgaben. Die kleinen Geschichten, die die Nebenmissionen in den Vorgängern erzählten, sind zur Seltenheit geworden. In Gothic III erfüllen sie fast ausschließlich den Zweck Erfahrungspunkte zu sammeln.

Die in den ersten beiden Teilen detailreich gesponnene, facettenreiche und vor Allem spannende Hauptstory findet in Teil 3 keine würdige Fortsetzung. Einzelheiten möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, es kann schließlich sein, dass es trotz dieses Quasi-Verisses noch jemand durchspielen will.

Das Einzige, was in Gothic III Atmosphäre erzeugt, ist die Grafik und der zugegebenermaßen fantastische Soundtrack, was für diese einst große Spieleserie jedoch deutlich zu wenig ist.

Was gibt's noch zu sagen? Das Kampfsystem ist miserabel (stupides Gekloppe), die künstliche Intelligenz bewegt sich auf Hauptschulniveau, die Steuerung ist gewöhnungsbürftig. Alles Dinge, die man verschmerzen könnte, wenn man alles in allem das Gefühl hätte einen würdigen Gothic-Teil zu spielen. Dieses Gefühl stellt sich jedoch nicht ein. Und selbst wenn man es aus dem Gothic-Kontext reißt und mit Oblivion vergleicht, bleibt nur ein bestenfalls durchschnittliches Rollenspiel übrig.

Trotzdem kann man den Entwicklern Respekt zollen. Und zwar dafür, wie man eine eigentlich sichere Sache so dermaßen vergeigen kann. Das ist schon große Kunst. Wenigstens wurde inzwischen zugegeben, dass man sich übernommen hat und mit dem Resultat selbst nicht zufrieden ist. Einsicht soll ja der erste Weg zur Besserung sein. Schade nur, dass die Gothic-Reihe wohl abgeschlossen ist und es keine zweite Chance mehr gibt einen würdigen dritten Teil zu entwickeln.


Boys and Girls in America
Boys and Girls in America
Wird angeboten von MasterDVD_1
Preis: EUR 13,67

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Let's have a party!, 19. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Boys and Girls in America (Audio CD)
Vorschusslorbeeren sind ja gerade im Indiegenre oftmals vergiftet. Sie werden einer Band massenhaft in Form von euphorischen Kritiken in den Rachen geschmissen, was oftmals in Magenkrämpfen und schlimmen Durchfall endet.

Aber es gibt auch Ausnahmefälle. "The Hold Steady" ist ein Ausnahmefall. Die Emporkömmlinge aus New York wurden im Vorfeld als legitime Erben von Bruce Springsteen gehandelt. Und in der Tat klingt die fünfköpfige Truppe wie der Boss zu seinen besten Zeiten.

Dabei ist der auf "Boys and girls in America" zu hörende Sound nicht mal orginell oder spektakulär. Aber es handelt sich um traditionellen Rock 'n' Roll im besten Sinne. Dieses Album ist im Grunde eine musikgewordene Party. Es schlägt zwar hin und wieder ruhigere Töne an aber im Großen und Ganzen macht es einfach nur Spaß. Wem also der Sinn nach unkompliziertem, eingängigem Rock steht -> zugreifen!


The Art of Navigating By the Stars
The Art of Navigating By the Stars
Preis: EUR 17,35

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The art of writing a masterpiece, 16. Februar 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Art of Navigating By the Stars (Audio CD)
Leider fand das Album in meinen persönlichen Jahrescharts 2005 keinerlei Beachtung, weil ich es erst Anfang 2006 für mich entdeckte. Rückwirkend verdrängte es meinen bisherigen Spitzenreiter jedoch von seiner Position.

Der Grund weshalb ich bei Erscheinen keinerlei Notiz davon nahm, liegt einfach darin, dass ich die Band bereits für tot hielt, schließlich ließen sie bis zu diesem Zeitpunkt volle acht Jahre nichts von sich hören.

Ich möchte aber gerne glauben, dass die Genese von "Art of navigating by the stars" all die Jahre in Anspruch genommen hat, denn hier stimmt schlichtweg alles. Jede Note, jeder einzelne Ton scheint perfekt aufeinander abgestimmt. Kein überflüssiger Ballast, keine progtypischen Instrumentalexzesse, sondern pure technische Brillanz auf der einen und eine überirdische Atmosphäre auf der anderen Seiten. Hinzu kommt die wunderbar cleane Stimme des neuen Sängers - selten haben Gesang und Musik so eindrucksvoll miteinander harmoniert.

Das vielleicht überraschendste ist das völlige Fehlen eines Keyboards. Den weitaus meisten Progkapellen fällt zu Erzeugung einprägsamer Melodien nur Tastengeklimpere ein, wodurch die Melodien zwar durchaus angenehm, oftmals aber auch angestaubt und altbacken rüberkommen. Sieges Even haben das nicht nötig. Trotz oder gerade weil die Instrumentierung im Vergleich zu Schwergewichten wie "Scenes from a Memory" (Dream Theater) beinah minimalistisch wirkt, lässt sie viel Freiraum zur Entfaltung magischer und stets zeitgemäß klingender Melodien.

Mit "The art of navigating by the stars" ist Sieges Even ein moderner Klassiker gelungen, der seinen artifiziellen Anspruch nicht nur propagiert, sondern lebt. Ein zu jeder Sekunde sehnsuchtsvoller Reigen unvergesslicher Momente, die noch lange nachwirken. Für mich eines der Top-10-Alben progressiver Musik.


Blackfield II
Blackfield II

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen - Ohne Worte -, 13. Februar 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blackfield II (Audio CD)
Natürlich ist Steven Wilson der größte lebende Musiker, aber zum Gelingen von "Blackfield II" hat er im Gegensatz zu Teil 1 nur einen vergleichsweise geringen Beitrag geleistet. 7 von 10 Lieder stammen allein aus der Feder Aviv Geffens, was der blackfieldschen Musik deutlich zugute kommt. Ging Teil 1 noch als "Steven Wilson featuring Aviv Geffen" durch und konnte man den Anteil des Israelis kaum heraushören, weshalb das Werk nicht ganz zu Unrecht von vielen als "Porcupine Tree light" bezeichnet wurde, präsentiert sich "Blackfield II" deutlich spannender und abwechslungsreicher, was selbstverständlich mitnichten bedeutet, dass auf ausschweifende, verblüffend einprägsame Melodiebögen verzichtet werden muss. Ganz im Gegenteil. Man höre nur das gottgleiche "End of the world" - für mich schon jetzt der Song des Jahres. Unbedingt als Single auskoppeln! Vor diesem übermächtigen Wunderlied verblasst der Rest des Albums beinah. Aber "Once", "1000 people", "Miss U", "This killer" und "Epidemic" sind viel zu grandios, um vernachlässigt zu werden. Ausfälle? Durchschnitt? Nicht auf diesem Album!
Für dieses Meistwerk braucht es entweder sehr viele Worte (um der Genialität gerecht zu werden) oder kein einziges (weil jeder Versuch, die Genialität zu beschreiben, unweigerlich scheitern muss). Am angemessensten ist wohl nur eines: kaufen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 31, 2008 11:27 AM MEST


Scarsick
Scarsick
Preis: EUR 30,04

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Kunst des Kontroversen, 21. Januar 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Scarsick (Audio CD)
Eines muss man der Band lassen: sie beherrscht wie kaum eine andere das Spiel mit den Erwartungen. Schon "Be" verstörte einen Großteil der Kritiker, deren Lieblinge Pain of Salvation einst waren. Unter Fans wurde dem Werk jedoch die Anerkennung zuteil, die es verdient. Inzwischen gilt "Be" neben "Remedy Lane" zu Recht als eines der Meisterwerke des schwedischen Quartetts. Ob diesen Status auch bald "Scarsick" für sich beanspruchen kann, kann zu diesem frühen Zeitpunkt natürlich noch nicht gesagt werden. Die Parallelen zu "Be" sind allerdings bereits erkennbar, auch wenn "Scarsick" eine gänzlich andere Richtung einschlägt. Auch "Scarsick" bekam bis zur Veröffentlichung dieser Rezension von der Masse der so genannten professionellen Kritiker eher zurückhaltende, teils vernichtende Beurteilungen. Und selbstverständlich ist auch "Scarsick" wesentlich besser als der dadurch vorauseilende Ruf. Es handelt sich hier um die Abstand eingängigste Veröffentlichung der Diskographie. Zwar beschäftigen sich die Texte wie eh und jeh mit kritischen und wenig fröhlich stimmenden Themen, aber die musikalische Umsetzung hat sich radikal gewandelt. Mit Ausnahme des melancholischen "Kingdom of loss" und des vertrackten "Enter rain" zeugt die Musik anno 2007 von einer unbekümmerten Losgelöstheit und Einfachheit, die man der Band gar nicht zugetraut hätte. Insbesondere "America" und "Disco Queen" werden alteingesessene Fans und Progpuristen einigermaßen ratlos zurücklassen. Man wird (sofern man es nicht bereits getan hat) Gildenlöw & Co. eine Verleugnung ihrer selbst, Anbiederung an den Mainstream und sonstige sinnentleerte Unterstellungen machen. Potenzielle Hörer sollten sich davon jedoch nicht beeindrucken lassen, sonst verpassen sie eines der Highlights des noch jungen Jahres. Vielleicht kein Meilenstein wie "Remedy Lane" aber definitiv den Kauf wert!


Frag Mutti
Frag Mutti
von Bernhard Finkbeiner
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

54 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Lieber Mutti fragen!, 18. Dezember 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Frag Mutti (Taschenbuch)
Ich erwarb dieses Buch vor einigen Monaten in dem naiven Glauben, ihm hilfreiche Tipps für die Bewältigung meines ersten eigenen (Studenten-)Haushaltes entnehmen zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht, denn als Ratgeber ist das Buch schon aufgrund seiner katastrophalen Unübersichtlichkeit nicht zu gebrauchen. Um mal kurz was nachzuschlagen, weil man nicht weiter weiß, ist das Buch absolut untauglich. Des Weiteren halten sich die Autoren viel zu sehr mit Nebensächlichkeiten (z.B. Kochrezepte) auf und dramatisieren gewisse häusliche Tätigkeiten. Man bekommt beim Lesen den Eindruck, als handele es sich beispielsweise beim Putzen um eine Wissenschaft für sich, die man nur mit viel Konzentration, Eifer und Organisationstalent verstehen und bewältigen könne. In der Praxis ist Staub wischen, Saugen und Bad reinigen allerdings das Einfachste von der Welt. Selbiges gilt für die Selbstversorgung, das Organisieren von Parties, Mülltrennung usw. - alles Dinge, die jeder normale Mensch quasi automatisch erledigt. Das Buch richtet sich daher wohl eher an so genannte Messies, die schon mit der Bewältigung ihres Alltags hoffnungslos überfordert sind.
Über den Humor kann man natürlich geteilter Meinung sein. Mir entlockte er höchstens ab und an ein Schmunzeln, weshalb auch der Unterhaltungswert des Werkes (für mich) nicht besonders hoch ist.
Mein Fazit lautet daher, dass das Buch eigentlich niemand braucht, der sich nicht eingestehen will, dass er nicht in der Lage ist, sein alltägliches Leben auf die Reihe zu kriegen. Und im Fall des Falles sollte man eben doch mal Mutti fragen. Das kostet nichts und ist wesentlich schneller in die Tat umzusetzen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 29, 2011 5:52 PM MEST


Spock's Beard
Spock's Beard
Preis: EUR 19,11

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachgewachsen, 22. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Spock's Beard (Audio CD)
Als Neal Morse die Band verließ fielen die so gestutzen Bärte in ein tiefes Loch. Mit Neal Morse ging nicht nur der Frontmann und die Stimme der Band, es ging der Geist des beardschen Prog-Rock, welcher den Stil der Band über Jahre hinweg definierte und sie als eine der renommiertesten Prog-Gruppen an der Genrespitze etablierte. Mit "Feel Euphoria" und "Octane" versuchte man die alten Zeiten hinter sich zu lassen, neue Wege zu beschreiten, eine neue Spielart des eigenen Prog-Rock zu finden. Bisher gelang dies nur bedingt und es stand zu befürchten, dass die Band aus ihrer Identitätskrise nicht mehr herauskommt. Nach vier Jahren des musikalischen Dahinvegetierens scheint man sich nun endlich von Neal's Weggang erholt zu haben, denn mit dem selbstbetitelten 9. Studioalbum erfinden die Bärte zwar den Prog-Rock nicht neu, legen aber ihr mit Abstand bestes Werk seit "Snow" vor. Natürlich fehlt (mir) nach wie vor die charismatische Stimme des ehemaligen Sängers, aber Nick D'Virgilio macht seine Sache ausgesprochen gut. Es sind jedoch die teils elegischen, teils verblüffend rockigen Kompositionen, die den eigentlichen Reiz des Albums ausmachen. Mit "On a perfect day" wurde ein passender Opener gewählt, der sanft und nachdenklich in das Album einführt. "Is this love" rockt ordentlich die Hütte, könnte Progpuristen jedoch deutlich zu einfach gestrickt sein. Mir gefällts. Das erste als Anspieltipp prädestinierte Highlight wartet mit "All that's left" auf. Ich will keinen Hehl daraus machen, dass mir in Sachen Prog schon immer eher die ruhigeren Sachen zusagten. Schwelgerische Kompositionen wie "All that's left" sind es, die mich mit ihrer unwiderstehlichen Melodieführung in einen melancholischen Glückszustand versetzen. In ähnlichen Gefilden bewegt sich auch das mit einigen rockigen Einsprengseln versehene, elfminütige "With your kiss". Nach dem recht einfallslosen "Sometimes they stay, sometimes they go" wartet mit "The slow crash landing man" die zweite Ballade des Albums. Dazu nur zwei Worte: Gänsehaut pur! Deutlich rockiger geht das anschließende "Wherever you stand" zu Werke, bevor es mit "Hereafter" wieder balladesker wird. Beide Lieder wissen in ihrem eigenen Stilkosmos zu gefallen, stellen aber keine Highlights des Albums dar. Ganz anders das nun folgende Ereignis. Die Titel 10 - 13 sind unter der Überschrift "As far as the mind can see" zusammengefasst, stellen also einen über 4 Einzelstücke verteilten, ingesamt ca. 16 Minuten andauernden Longtrack dar, der es in sich hat. Wobei "es" schlicht und ergreifend alles meint, was man sich von einem beardschen Song mit Überlänge nur wünschen kann: Ohrwurmrefrains, ausgeprägte Jazzanleihen und natürlich erhabene Melodien Kurzum: mit "As far as the mind can see" haben Spock's Beard den vielleicht besten Longtrack ihrer Karriere gezaubert.

"Rearragend" beschließt schließlich gut gelaunt und rockend ein herausragendes Werk, mit dem sich Spock's Beard eindrucksvoll zurückgemeldet haben. Der Bart ist wieder dran. Mögen die Haare weiterhin sprießen.


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