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Rezensionen verfasst von
Re-Aktionär (Wien)

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Lunatic Soul II
Lunatic Soul II
Preis: EUR 10,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Betörende Stille, 23. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lunatic Soul II (Audio CD)
Nachdem sich Riverside mit ihrer letzten Scheibe erfolgreich vom jenseitigen Konzept der ersten drei Alben lösen konnten und ein hochspannendes, topmodernes Prog-Meisterwerk ablegten, dessen Härtegrad deutlich in Richtung Metal schielte, lässt es Sänger Mariusz Duda mit seinem zweiten Lunatic Soul - Ausflug erneut betont ruhig angehen. Auch wenn die Musik des Albums dazu einlädt - man sollte sich hier keinen Illusionen hingeben. Lunatic Soul II klingt nicht nur wie Lunatic Soul I, es klingt auch wie etwas, das man schon vielfach in ähnlicher Form gehört hat. Das ist Genre- und Fanmusik von ihrer besten Seite. Alles schon mal dagewesen, aber vielleicht nie so konzentriert, schön und ausgewogen. Den geneigten Hörer erwarten hier ungemein stimmungsvoll Töne. Ein leichter Unterschied zum Erstlingswerk besteht allenfalls darin, dass Lunatic Soul II eine Spur kompakter und griffiger wirkt.
Wer schon immer einen Sinn für die Stille in der Musik hatte und wer fehlende Spannung nicht mit Langeweile gleichsetzt, der wird sich im Lunatic Soul - Kosmos behaglich fühlen. Wer bislang nur Riverside kannte, dem erwartet hier gewissermaßen das Fundament deren Musik. Sozusagen Riverside minus Rock- und Metalelemente. Ein typisches Drin-versinken-Album, geschaffen für leistungsstarke Kopfhörer. Unterm Strich schlagen Fans aus der Riverside/Porcupine Tree/Anathema-Ecke bedenkenlos zu.


X
X
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vollbart, 3. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: X (Audio CD)
Das selbstbetitelte Vorgängeralbum deutete bereits an, dass sich Spock's Beard auf dem Weg der Besserung befinden. X ist nun der schlagende Beweis, dass Neal Morse' Ausscheiden überwunden wurde - die Bärte musizieren wieder auf der Höhe ihres progressiven Leistungsvermögens. Mehr noch: X reicht mühelos an die Qualität der hauseigenen Klassiker heran. Die kompositorische Güte ist durchweg auf hohem Niveau und Sänger Nick D'Virgilo hat sich endgültig zu einem adäquaten Neal Morse - Ersatz gemausert. Die einzelnen Songs sind so geschmackvoll arrangiert, wie es das elegante Cover-Artwork andeutet. In der Tat kann man jazzlastigen, hochmelodischen Retro-Prog kaum besser spielen. So sind es vor Allem die ausufernden Titel, die Begeisterung hervorrufen. "Edge of the in-between", "From the darkness" und insbesondere das abschließende "Jaws of heaven" (mit seinem leider zu selten gesungenen Sahnerefrain) sind für Proggies ein sprudelnder Quell der Freude. Diesen Genrestandard kann allenfalls das aktuelle Transatlanctic-Album (The Whirlwind) halten. Und wer weiß, vielleicht weist die Mitwirkung von Neal Morse bei "The emperor's clothes" auf eine baldige Reunion hin. Dann wären Spock's Beard auch personell wiederhergestellt. X ist jedenfalls erstmal eines der Top-Alben dieses Jahres.


Recordings
Recordings
Preis: EUR 12,98

23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mittelmäßiges Hörvergnügen, 16. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Recordings (Audio CD)
I still wave at the dots on the shore
And I still beat my head against the wall
I still rage and wage my little war
I'm a shade and easy to ignore

Beim Hören von "Buying new soul" stellt man sich - wie so oft bei Porcupine Tree - die Frage, wie schön ein Lied eigentlich noch sein kann. Allein hierfür und für die Langfassung von "Even less" lohnt sich für Fans der Erwerb des lange vergriffenen B-Seiten-Albums "Recordings". Insgesamt gesehen kann ich den positiven Einschätzungen jedoch nicht beipflichten. "Recordings" entstand während der Aufnahmen zu "Lightbulb sun" und "Stupid dream". Verglichen mit den beiden Alben kommt das vorliegende Werk meines Erachtens deutlich schlechter weg. Abseits der beiden genannten Highlights gibt es leider wenig Spannendes zu entdecken. Das Album besteht zum Großteil aus viel Gewaber, kann wenig Akzente setzen und birgt so gut wie keine nennenswerte Idee und Originalität. Die meisten Lieder schweben unerkannt an mir vorbei, was sie - wohlwollend formuliert - als Hintergrundmusik für konzentriertes Arbeiten prädestiniert. Bemerkenswert ist allerdings der vermutlich extremste Qualitätskontrast, der jemals zwischen zwei aufeinanderfolgenden Liedern herrschte: dem wunderbaren "Buying new soul" und dem Beinah-Totalausfall "Access denied". Gerade ist dieser betörend schöne Song vorbei, wird man bereits von dem Auftakt des Nachfolgesongs unangenehm aus der Verträumtheit gerissen. Speziell der Refrain ist so dermaßen daneben, dass es Steven Wilson eigentlich nicht ernst gemeint haben kann. Verhaltene Kritik habe ich allerdings auch an der Langfassung des normalerweise unantastbaren "Even less" vorzubringen. Ich finde, die verlängerte Spielzeit kommt dem Titel nicht wirklich zugute. Es wirkt dadurch auf mich etwas langatmig. Insofern gefällt mir die "Stupid dream" - Version besser.
Unterm Strich kann ich "Recordings" im Vergleich zu den regulären Alben leider nur gesundes Mittelmaß bescheinigen. Für Fans mag sich der Kauf lohnen, alle anderen brauchen es jedoch ebensowenig wie "Metanoia" und "Nil Recurring".
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 3, 2013 10:35 AM CET


Der Gefangene
Der Gefangene
von John Grisham
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Chronik eines Niedergangs, 3. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Gefangene (Gebundene Ausgabe)
Würde es sich bei "Der Gefangene" um einen Roman mit Realitätsanspruch handeln, man würde die hier beschriebenen Ereignisse als unglaubwürdig abkanzeln. Dieses Buch lässt einen entsetzt, fassungslos und wütend zurück. Es bleibt die ernüchternde Erkenntnis: Ron Williamson wurde nicht exekutiert, aber schleichend hingerichtet. "Der Gefangene" ist nicht zuletzt die Chronologie einer gescheiterten Existenz sowie eine schonungslose Schilderung psychischen Verfalls und sozialen Abstieges. Das Buch erzählt in dokumentarischem Tonfall, wie ein Aufgebot an Unfähigkeit, haarsträubenden Versäumnissen, bewussten Lügen und falsch verstandenem Eifer systematisch ein so hoffnungsvoll begonnenes Leben zerstörte. Grisham gelingt es trotz des sachlichen Schreibstils auch die emotionalen Aspekte nicht zu vernachlässigen. Man leidet mit Ron Williamson, durchlebt sein Martyrium und entwickelt zügellosen Hass - vor allem auf einen sich für unfehlbar haltenden Staatsanwalt namens Bill Peterson, der seine Machenschaften unglaublicherweise auch heute noch ausüben darf.
"Der Gefangene" ist ein Tatsachenbericht über einen beisspiellosen Justizskandal. Er zeigt, wie fehleranfällig ein von Menschen geschaffenes System sein kann, wenn seine Mitglieder ihrer Verantwortung nicht oder nur unzureichend nachkommen. Grisham macht es dem Leser mit dem etwas zähen Anfang nicht einfach, aber ab einem gewissen Zeitpunkt gerät man unweigerlich in die Sogwirkung der tragischen Entwicklung. "Der Gefangene" ist ein Werk, das man als spannend und packend bezeichnen würde, wenn das aufgrund seines Wahrheitsgehaltes nicht so zynisch wäre.


American Slang
American Slang
Wird angeboten von Assai-Sent2u
Preis: EUR 9,60

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Altmodischer Rock mit Spaßgarantie, 23. Juni 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: American Slang (Audio CD)
Nur 5 Jahre und 3 Alben haben die Jungs von der Ostküste gebraucht, um vom Geheimtipp zum stadionfüllenden Act zu avancieren. Dass der Nachfolger des Meisterwerks "The '59th sound" die Massenmarktambitionen untermauert, war zu erwarten. The Gaslight Anthem spielen Musik, die nur schwer zu kritisieren ist. Rauchige Working-Class-Atmosphäre, melancholischen Töne und raumgreifenden Hymnen vereinen sich auf "American Slang" erneut zu einem Potpourri des modernen Klassik-Rocks (falls es diese Genre geben sollte). Es wäre angemessener gewesen, wenn Brian Fallon & Co. bereits mit dem überragenden "The '59th sound" durchgestartet wären, denn "American Slang" nimmt sich im direkten Vergleich unspektakulärer aus. In der Tat erweckt das Album den Eindruck vom viel beschworenen Dienst nach Vorschrift. Ausnahmesongs wie "Old white lincoln" oder "Meet me by the river's edge" finden sich hier nicht. Ähnlich gestrickte Lieder wie "The Boxer" und "Old Haunts" können nicht ganz deren Gewichtsklasse erreichen. Zwar ist das Niveau durchgehend hoch, aber Begeisterungsstürme werden nur in wenigen Momenten entfeselt, was allerdings nicht daran liegt, dass das Album unzugänglicher ist, wie es in manchen Kritiken zu lesen ist. Die Riffs und Hooklines sind eben nur nicht ganz so effektiv, die Melodien nicht ganz so unwiderstehlich. Die gebündelte Energie des Vorgängers vermag "American Slang" nicht zu entfalten. Großartig ist die Platte trotzdem, weil sie einmal mehr dieses eigentümlich intensive Flair aus purer Lebensfreude und Nachdenklichkeit aufweist. Nach spätestens zwei Hördurchgängen wähnt man sich im Auto sitzend, die Sonne im Gesicht, Fenster runter, Lautstärkepegel rauf. Freie Fahrt - wohin auch immer.


Metro 2033 (uncut)
Metro 2033 (uncut)
Wird angeboten von games.empire
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viel Luft nach oben, 25. April 2010
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Metro 2033 (uncut) (Computerspiel)
Im weitverzweigten Tunnelsystem der Moskauer Metro lauern im Jahr 2033 bösartige Bestien, magisch anmutende Anomalien - und jede Menge dummer Menschen. Einmal mehr steht KI in einem Computerspiel für "keine Intelligenz". Die taktische Feindesfinesse erschöpft sich darin, Deckung zu suchen. Ansonsten stecken sie in schöner Regelmäßigkeit, fast wie das Pendel einer Wanduhr, ihr Köpfchen samt Oberkörper hevor, so dass man ihrem dämlichen Dasein recht schnell ein Ende setzen kann. Noch schneller geht's, wenn man trotz stürmischen Vorgehens nicht bemerkt wird. Nicht selten kommt es vor, dass die menschlichen Widersacher einem den Rücken zukehren. Obwohl es das Leveldesign meist zulässt, pirschen sich die Kontrahenten auch nicht von der Seite oder von hinten heran. Angesichts dieser Totalausfälle war es vermutlich eine bewusste Entscheidung seitens der Entwickler, in das Spiel keine Lehnen-Funktion einzubauen. Zum Schießen muss man somit immer seine Deckung aufgeben, wodurch man selbst zur Zielscheibe wird. Das macht die Feuergefechte zumindest auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad auf eine künstliche Art und Weise einigermaßen anspruchsvoll. Shooter-Veteranen sollten gar nicht erst auf den niedrigeren Stufen anfangen - sie werden unterfordert sein. Zu dieser Beschreibung passt zwar nicht, dass es ein paar Frustmomente geben kann, aber die haben ihre Ursache entweder im Speichersystem (immer nur an vordefinierten Stellen), an der zahlenmäßigen Überlegenheit der Feinde oder darin, dass die beste Vorgehensweise nicht auf Anhieb ersichtlich ist.
Genauso wie die künstliche Intelligenz präsentiert sich auch das Gameplay als recht rückständig. Hin und wieder kann man sich hinter stationäre Geschütze klemmen oder ein Knöpfchen drücken, aber in der Regel ballert man sich geradlinig durch die U-Bahn-Schächte. Zwar bietet das Spiel grundsätzlich auch die Möglichkeit, sich schleichend durch bestimmte Levelabschnitte bewegen, allerdings lohnt sich das nicht. Erstens ist die gesamte "Levelbevölkerung" auch dann alarmiert, wenn man jemanden lautlos ausschaltet (eine weitere merkwürdige KI-Macke) und zweitens fungieren getöte menschliche Gegner als Munitionslager. Und da Munition im Spiel nicht nur verschossen wird, sondern auch als Währung dient, würde man sich das Leben nur unnötig schwer machen, wenn man sie nicht niederstreckt. Es empfiehlt sich übrigens, die Militärmunition nicht als Währung einzusetzen, sondern zu verschießen, da sie deutlich effektiver ist. Wo man mit herkömmlichen Kugeln schon mal bis zu 10 Treffer braucht, ist das Ziel bei der Verwendung von Militärmunition schon bei weniger Treffern außer Gefecht gesetzt. Einkaufen muss man ohnehin nicht unbedingt, da die Schießprügel, die man im Spielverlauf findet, völlig ausreichen.
Die Story des Spiels basiert auf den gleichnamigen Roman. Ich frage mich allerdings, ob dieser genauso wenig zu erzählen hat. Ausgangssituation ist, dass man Hilfe für die Rettung seiner Heimatstation holen muss. Dazu sucht man die "Hauptstadt" bzw. den Hauptbahnhof der Metro, ein Ort namens Polis, auf - wo man sich enttäuschenderweise nicht länger aufhalten darf. Ich will an dieser Stelle nicht verraten, wie es danach weiter geht, aber im Grunde ändert sich im Anschluss außer dem Zielort nichts.
Warum ist Metro 2033 trotz Designschwächen und Minimalhandlung empfehlenswert? Weil es atmosphärisch einfach grandios ist. Zwar entpuppt es sich nicht als der beworbene Horrorshooter, aber das unverbrauchte Szenario wurde sehr authentisch und überaus bedrückend eingefangen. Gerade an der verseuchten Oberfläche wird Kampf mit den Feinden und kostbarer Atemluft schon beinah physisch spürbar. Metro 2033 ist so ein Spiel, bei dem man dank seiner dichten Stimmung alles um sich herum vergisst. Wer die Hürden des Gameplays nimmt, wird sich der Sogwirkung des Szenarios nicht mehr entziehen können. Großen Anteil daran hat neben der beeindruckenden Grafik auch die dank zahlreicher Skriptsequenzen sehr cineastische Inszenierung. Metro 2033 ist eher ein interaktiver Film - aber somit ist immerhin für Unterhaltung gesorgt.
Die vielfach bemängelte kurze Spielzeit konnte ich übrigens nicht nachvollziehen. Ich war ohne übertrieben langsam zu sein gute 12 Stunden unterwegs. Für einen Shooter im mittleren Preissegment ist das absolut ok.
Fazit: Metro 2033 richtet sich an Spieler, für die Stimmung und Schauwerte wichtiger sind, als ein ausgeklügeltes und abwechslungsreiches Gameplay. In diesem Bereich müssen sich die Entwickler bei einer etwaigen Fortsetzung allerdings gewaltig steigern.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 2, 2010 3:33 PM MEST


The Wicked Symphony/Angel of Babylon
The Wicked Symphony/Angel of Babylon
Preis: EUR 30,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Große Klasse, aber keine neuen Klassiker, 13. April 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tobias Sammet's All-Star-Projekt Avantasia feiert in diesem Jahr sein 10jähriges Bestehen. Sammet beschenkt sich selbst und seine Fans mit gleich zwei neuen Alben, welche die auf "The Scarecrow" begonnene Story um einen Außenseiter auf Selbstfindungstrip abschließen. Die hier besprochene Doppel-CD-Box beinhaltet neben den beiden hochwertig verarbeiteten Alben ein kleines Buch ("The wicked trilogy - A photographic documentary") mit einem Interview sowie Illustrationen und Erläuterungen zum Tourgeschehen und zum Aufnahmeprozess. Daran werden sich vor Allem die weiblichen Fans ergötzen, schließlich gibt es hier noch mehr Hochglanzbilder vom Edguy-Sonnyboy zu sehen, als ohnehin schon in den beiden Booklets abgedruckt sind.
Musikalisch stellt das CD-Duo eine Rückbesinnung auf die glorreichen Zeiten der Metal-Opern dar, ohne allerdings deren Klasse zu erreichen. Anno 2010 geht es wieder epischer zu, was Fans der ersten Stunde freuen dürfte. Die Songs sind opulenter arrangiert, werden durch die farblose Produktion aber etwas zu stark gebremst. Das hat zur Folge, dass Longtracks wie "The wicked symphony" und "Stargazer" ihr Potenzial auch nach mehrmaligem Hören nicht voll entfalten. Die Instant-Hits kommen dagegen kraftvoller über den Äther. Insbesondere "Scales of justice", die Single "Dying for an angel" (mit Scorpions-Sänger Klaus Meine) sowie "Rat race" und "Down in the dark" können überzeugen.
Im direkten Vergleich entpuppt sich "Angel of Babylon" als das deutliche interessantere Werk, was vor Allem dem größeren Abwechslungsreichtum zuzuschreiben ist. So sind zum Beispiel "Symphony of life" und "Death is just a feeling" (intoniert von Jon Oliva) im Avantasia-Kosmos eher ungewohnt. Auch den schönsten Refrain des Komplettpakets gibt's auf "Angel of Babylon" zu hören, nämlich im abschließenden "Journey to Arcadia". Das weckt dann schon beinah nostalgische Erinnerungen an die zahlreichen großen Momente der beiden Klassiker aus den Jahren 2001 und 2002.
Unterm Strich eine gelungene Zusammenstellung, die uns Tobias Sammet hier präsentiert. Rein musikalisch hätte eine einzige CD wahrscheinlich mehr Sinn gemacht, ihre Daseinsbereichtigung haben aber beide Alben. Wer keine Offenbarung erwartet, wird seinen Spaß haben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2010 2:39 AM MEST


Zugzwang
Zugzwang
von Ronan Bennett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Mischung aus Thriller und Schachfaszination, 2. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Zugzwang (Taschenbuch)
Einen spannenden Thriller mit der Faszination des Schachspiels zu kombinieren, daran haben sich schon viele Autoren versucht und sind gescheitert. Letztlich wirkte die Analogie zu gewollt und aufgesetzt, was der Glaubwürdigkeit einen deutlich Abbruch tat. In Ronan Bennetts Werk fügt sich das Spiel der Könige nahtlos ein, was nicht zuletzt der Einbettung in das brisante historische Szenario zu verdanken ist. Verschiedene Gruppierungen konkurrieren um die Vorherrschaft im Zarenreich und der Protagonist - ein unscheinbarer Psychiater - wird vom einfachen "Bauern" zur entscheidenden Figur im teils blutigen Gerangel um die Macht.
Was "Zugzwang" allerdings wirklich von vergleichbaren Werken abhebt, ist die sprachliche Finesse. Das Buch ist einfach unglaublich gut geschrieben. Selten zuvor ist mir eine derart präzise, klare und dennoch kraftvolle Sprache untergekommen - zumal in einem Thriller, die meiner Erfahrung nach oft etwas unter ihrem relativ spröden Stil leiden.
Mit "Zugzwang" werden somit gleich vier Zielgruppen bestens bedient: Sprachliebhaber, Schachfreunde, Thrillerbegeisterte und Geschichtsinteressierte.


Snowfall on Judgment Day
Snowfall on Judgment Day
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Referenzwerk des modernen Prog-Metals, 30. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Snowfall on Judgment Day (Audio CD)
Zwar hatte mich das letzte Dream Theater - Album nicht enttäuscht, sondern im Gegenteil so gar positiv überrascht, allerdings änderte "Black clouds & silver linings" auch nichts daran, dass der Prog-Metal für mich persönlich seit ein paar Jahren in der Krise steckte. Auf mich hatte es den Eindruck, als würde sich das Genre im Kreis drehen und jede Band entweder bei sich selbst oder bei anderen klauen. Wirklich Herausragendes habe ich jedenfalls schon lange nicht vernommen.
Es musste 2009 und fast der gesamte Januar 2010 vergehen, bis ich - getrieben von dem Wunsch, endlich mal wieder begeistert zu werden - Redemption für mich entdeckte. Ein kurzes Reinhören auf der Myspace-Seite der Band brachte bereits die Erleuchtung. Kurz darauf war "Snowfall on judgement day" auch schon bestellt. Seit einigen Tagen hat sich das Album nun in meinem CD-Laufwerk festgesetzt und wird dort mindestens überwintern.
Ich würde keinesfalls so weit gehen, die Musik Redemptions als Neuerfindung des Prog-Metal-Genres oder auf ähnlich übertriebene Weise zu beschreiben. Letztlich kommen die Töne hier auch "nur" aus Gitarren, Keyboards und Stimmbändern. Dennoch wirkt "Snowfall on judgement day" auf mich deutlich frischer und unverbauchter als alles, was ich in den letzten Monaten und Jahren im Prog-Metal-Bereich gehört habe. Außerdem höre ich hier dieses Selbstverständnis und diese Leichtfüßigkeit heraus, die vielen Bands abhanden gekommen ist. "Snowfall on judgement day" macht einen geradezu entspannten Eindruck; es klingt, als hätten sich die Songs quasi von selbst geschrieben. Überflüssige Soloeskapaden finden sich hier ebenso wenig wie sinnentleertes Gefrickel. Die Homogenität des Gesamtwerks und die Hörbarkeit des Songs stehen immer im Vordergrund. "Snowfall on judgement day" ist einfach ein Paradebeispiel dafür, was entstehen kann, wenn alle Bandmitglieder offenkundig hundertprozentig auf einer Wellenlänge liegen. Noch habe ich mich mit der Band nicht eingehend genug beschäftigt, um jemanden bestimmten hervorheben zu können - dass jedoch der Sänger eine Meisterleistung abliefert, wird schon beim Probehören des Albums niemanden entgehen.
Und welche Songs dieses grandiosen 70-Minüters sind nun besonders zu empfehlen? Wen betörendes Pianospiel ähnlich leicht beeindruckt, wie mich, wird "Black and white world" lieben lernen. Refrain-Fetischisten kommen vor Allem bei dem fantastischen "Walls" und "What will you say?" auf ihre Kosten. Wer nichts dagegen hat, wenn sich die Melodie auch mal den harten Gitarren unterordnet, hält sein Ohr zum Beispiel an "Peel". Und wer es gerne eine Spur epischer mag, dürfte mit dem Rausschmeißer glücklich werden.
Fazit: Redemption haben mein Best-Of 2009 nachträglich gehörig aufgemischt und mir mit diesem Album ein Stück weit den Glauben an den Prog-Metal zurückgegeben. "Snowfall on judgement day" ist aufregend, rasant, spannend und höchst vergnüglich. Müßig zu erwähnen, dass das hier ein Pflichtkauf für Genrefans ist!


Der Weg in den neuen Kalten Krieg
Der Weg in den neuen Kalten Krieg
von Peter Scholl-Latour
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erhellend, beeindruckend, subjektiv, fragwürdig, 23. Januar 2010
Es dürfte nur wenige lebende Personen geben, die so "im Saft stehen" wie Peter Scholl-Latour. Der altgediente Journalist hat die ganze Welt bereist und hat in den vielen Jahrzehnten seiner Laufbahn einen derart immensen Wissens- und Erfahrungsschatz angehäuft, dass man ganze Lexika damit füllen könnte. Es gibt allerdings auch kaum jemanden, der sich seines Wissensvorsprungs so bewusst zu sein scheint und seine Überlegenheit unverblümt zur Schau stellt. Das fängt bei seiner mit Fachbegriffen durchsetzten Sprache an und endet bei einer offenkundigen Verachtung der westlichen Hemisphäre sowie Lobpreisungen aufstrebender Kulturkreise wie China. Das hat mitunter groteske und (angesichts der Tatsache, dass Scholl-Latour über einen durchaus meinungsbildenden Einfluss verfügt) auch gefährliche Blüten zur Folge. Wer einen Tyrannen und Massenmörder wie Mao ernsthaft als große Gestalt bezeichnet, muss sich fragen lassen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Zudem bleibt das vorliegende Sammelwerk die Erklärung schuldig, was nun genau unter dem "neuen Kalten Krieg" zu verstehen ist.
Wer Scholl-Latour liest, schärft seinen Blick für Aspekte, die in der öffentlichen Berichterstattung oft unter den Tisch fallen. Man gewinnt neue Erkenntnisse und fühlt sich zum Schluss informierter. Allerdings sollte man angesichts der Wort- und Wissensgewalt des Autors nicht sein eigenes kritisches Denken aufgeben.


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