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Rezensionen verfasst von
Andre Schuder (Augsburg)
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Metaepitome
Metaepitome
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 14,87

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Renaissance des traditionellen Prog-Rocks, 8. September 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Metaepitome (Audio CD)
In letzter Zeit wurde dem klassischen Prog-Rock durch den so genannten New-ArtRock zunehmend der Rang abgelaufen. Selbst etablierte Prog-Größen wie Porcupine Tree haben ihren Sound teilweise derart radikal verändert, dass man ihn kaum noch dem ursprünglichen Prog zuordnen kann.
Die Finnen Overhead widersetzen sich diesem Trend. Auf ihrem zweiten Studioalben finden sich zwar auch neuartige Prog-Elemente wieder, aber im Kern spielt die Band einen Stil, der sich irgendwo zwischen Rush und Pink Floyd verorten lässt. Dabei gelingt Overhead das Kunststück, nicht wie eine dreiste Kopie oder ein lauwarmer Aufguss zu klingen, sondern traditionelle Elemente mit Spielfreude und Geist zeitgemäß zu präsentieren. Die wahre Faszination aber entfaltet das Album durch sein intensives Flair, das fast schon New-Age-Charakter hat, den Hörer augenblicklich packt und nicht mehr entkommen lässt.
Bereits der Opener und Titeltrack schöpft aus dem Vollen. Das 20-minütige Epos baut eine subtile Fantasyathmosphäre und wartet ebenso mit traumhaft-elegischen Passagen, wie mit himmlischen Refrains, tollen Melodien und treibendem Gitarrenrock auf. Der Sänger stellt unter Beweis, dass er über ein ausgeprägtes, sehr variables Organ verfügt. Zwischendurch finden sich immer mal wieder eingestreute Zitate von Pink Floyd bis Saga. Einen dermaßen in sich geschlossenen, ausgeglichenen und dynamischen Longtrack habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gehört. Ein absoluter Suchttitel. Und so geht es weiter. "Warning: Ending (without warning)" wuchtet sich zwischenzeitlich zu einem Bombastrocktrack allererster Kajüte ein, wird aber jäh von sanften Pianoklägen und wundervollem Gesang in nüchternere Bahnen gelenkt, bevor das Ganze wieder von vorne loslegt. Der krachende Chorus hätte ruhig noch öfter wiederholt werden dürfen.
Spätestens bei "Point of view" ist klar, vor viel Ideenreichtum und kreativem Potenzial diese Band sprüht. Hat man anfangs noch den Eindruck, einen lupenreinen Retro-Hit vor sich zu haben, folgen alsbald himmlische Gitarrensoli, die von einem an den Vorgängertitel erinnernden Refrain abglöst werden. So viel Abwechslung in einem nur fünfminütigen Lied zu verarbeiten, das muss man erstmal schaffen. Gestreckt hätte man aus "Point of view" ein Epos machen können, das dem Titeltrack in Nichts nachstünde.
"Butterfly's Cry" ist jenes Lied, das gekonnt wie nie die Brücke zwischen Retro-Prog und New-ArtRock schlägt. Moderne Gitarren paaren sich mit altmodischen Keyboardklängen. Stakkatoähnlicher Gesang kulminiert in eingängigen Refrains. Als wären die neuen Porcupine Tree in ihre eigene Vergangenheit gereist und hätten unterwegs Spock's Beard mitgenommen. Schlichtweg grandios.
Das große Finale "Dawn" zieht zum Schluss nochmal alle Register. 16 Minuten Prog-Rock vom Feinsten. Das Fundament bilden psychedelische Klänge, die entfernt an Pink Floyd erinnern. Der Gesang hat etwas mystisches. Man meint der Zeremonie eines Eingeborenenstammes, das seinen Gott huldigt, beizuwohnen. Und der Refrain ist einmal mehr zum Dahinschmelzen schön. Vielleicht ist der Song zum Ende etwas zu lang geraten, aber besser zu lang als zu kurz, nicht wahr?
Ist der letzte Ton verklungen, wird man sich nicht dem Drang entziehen können, die Repeat-Taste zu betätigen. Schon lange gab es kein Album mehr, in das man so tief eintauchen konnte wie in "Metaepitome". Wem es nach ständigen Innovationen und schwer durchzuschauenden Songstrukturen düstert, der sollte vielleicht Abstand nehmen, wer aber Interesse am traditionellen Prog-Rock im modernenen Gewand hat, sich auf eine spirituelle Reise durch faszinierende Klanglandschaften entführen lassen möchte und sein Gehör dabei nicht überanstrengen will, für den dürfte an diesem Album nur schwer ein Vorbeikommen sein. Abseits aller Trends vermögen Overhead die Begeisterung für den klassichen Prog-Rock neu zu entfachen. Ein Meisterwerk!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 27, 2010 10:22 AM MEST


Ghost Reveries
Ghost Reveries
Preis: EUR 13,83

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichten aus der Gruft, 6. September 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ghost Reveries (Audio CD)
Opeth wiedervereinigen ihren Sound, der mit den letzten beiden Studioalben noch seine Aufsplittung fand. "Ghost Reveries" stellt damit eine Rückbesinnung auf glorreiche Zeiten des "Blackwater Park"s dar. Aber bei "Ghost Reveries" handelt es sich um viel mehr als nur ein Relikt aus vergangenen Tagen. Nachdem sich Bandleader Akerfeldt lange genug den Einfluss seines Freundes und Mentors Steven Wilson von Porcupine Tree ausgesetzt hatte, wodurch untypische Alben wie "Damnation" entstanden, ist es nun an der Zeit den Weg alleine fortzusetzten. Opeth gewinnen auf diesem Album ihrem Sound ganz neue Facetten ab. Crowling wird ganz bewusst nur an den Stellen eingesetzt, an denen es der Düsterstory zugute kommt. Ingesamt dominiert der cleane Gesang, was absolut positiv zu bewerten ist, da Akerfeldt so gut singt wie selten zuvor. Der größte Fortschritt ist aber dem Sound anzumerken. Immer wieder überraschen Opeth mit stark psychedelischen Passagen, bittersüßen Melodien und Orientalistik-Einsprengseln, wodurch das Album förmlich in sich ruht, und nur an bestimmten Stellen in brutale, aber immer zweckdienliche Death-Metal -und Crowling-Exzesse ausartet. Mein persönliches Albumhighlight ist das überragende "Reverie/Harlequin forest" - eine famose Verquickung sämtliche Opeth-Trademarks, mit ausgezeichneter Gesangs -und Gitarrenarbeit.
Für Prog-Freunde ist an "Ghost Reveries" somit kein Vorbeikommen, und man kommt wohl auch nicht umhin, das Werk als das ausgereifteste, schlichtweg beste, Album der Bandgeschichte zu bezeichnen.


Back to Times of Splendor
Back to Times of Splendor
Preis: EUR 7,97

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das jüngste Gericht, 22. August 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Back to Times of Splendor (Audio CD)
Disillusion. Ein passender Name. Einerseits, weil sich sämtliche artverwandte Bands wie blutige Anfänger vorkommen müssen, andererseits, weil sich Prog-Fans keine Illusionen darüber machen sollten, was sie hier geboten bekommen. Zwar spielen Disillusion Prog-Metal, aber der Thrash-Anteil überwiegt deutlich. Das Album wirkt von der ersten bis zur letzten Minute wie ein alles hinwegfegender Sturm. Ideal um sich mal wieder die Ohren durchzupusten. Doch trotz des dominanten Thrash-Faktors offenbart das Album, wie es im Prog nun mal üblich ist, mit jedem Hördurchgang neue Facetten, die sich allerdings wegen der leichten Wischi-Waschi-Produktion nur ganz allmählich entfalten. Man sollte schon geübte Prog-Ohren und eine gute Anlage besitzen, damit die hintergründigen Melodien, Tempowechsel usw. im Thrash-Gewitter nicht völlig absaufen.
Trotzdem ist "Back to times of splendor" eines der unglaublichsten Debütalben, die der Metal in den letzten Jahren so hervorgebracht hat. Und selbst wenn es nur Thrash-Metal wäre, würde die versammelte Konkurrenz immer noch verdammt alt aussehen.


Dungeon Siege II
Dungeon Siege II

13 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Demoeindrücke, 8. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Dungeon Siege II (Computerspiel)
Alle Interessierte mit schnellem Internetanschluss sollten sich schleunigst die mit rund 1,4 GB gigantische Demo ziehen, welche durch 4 Kapitel des 1. Aktes führt und einen umfassenden Einblick in die (jetzt vorhandene) Spielmechanik des Nachfolgers zum interaktiven Bildschirmschoner liefert.
Im Vergleich zu Teil 1 scheint sich nämlich einiges getan zu haben. Am auffälligsten ist, dass der Story und dem Drumherum mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die Spielwelt ist bevölkert von den verschiedensten, miteinander im Clinch liegenden Rassen; ständig trifft man auf NPC's, die einem Aufträge erteilen und abseits der potenziell spannenden Haupthandlungen gilt es viele optionale Nebenquests zu bestehen. Im Gegensatz zu Teil 1 wandert man also nicht mehr durch eine x-beliebige Fantasywelt und folgt der vorhersehbaren, unspannenden Klischeestory mit der Tiefgründigkeit eines Oger-Egos.
Auch das Gameplay wurde spürbar aufpoliert. Endlich gibt es einen Fertigkeitenbaum, anhanden dessen man sich Diablo 2 - like seinen individuellen Charakter heranzüchten kann. Die Kampfsteuerung ist zwar immer noch sehr, sehr einfach gehalten, aber wenigstens gibt es diverse Spezialfähigkeiten, die man nach einiger Aufladzeit einsetzen kann und unter den Gegnern mächtig aufräumen. Hinzu kommen einige Schreine, die temporär bestimmte Eigenschaften verbessern, Mana -und Lebensenergiequellen uvm. Fakt ist, dass das Gameplay einen wesentlichen Schritt in die bessere Richtung gemacht hat.
Die Grafik basiert auf der gleichen Engine, aus der alles rausgeholt wurde. Sicherlich kann sich die Grafik nicht mit den Referenzen messen, aber durch die vielen Details und schönen Effekte ist sie allemal auf einem zeitgemäßen Stand.
Auch Sound und Musik scheinen direkt vom Vorgänger übernommen worden zu sein.
Demo-Fazit: Auch von Dungeon Siege 2 sind höchstwahrscheinlich keine neuen Akzente fürs Genre zu erwarten, aber Gamplay -und Inhaltsverbesserungen sorgen für ein spürbar besseres Spielgefühl als im ersten Teil.


Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde (DVD-ROM)
Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde (DVD-ROM)
Wird angeboten von Ihr-Heimkino-
Preis: EUR 92,98

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schlaf in Mittelerde, 30. Juli 2005
Trotz der besten Lizenz, die es wohl jemals gab und geben wird, und trotz hoher Wertungen in der Fachpresse, kann ich Herr der Ringe - Fans das Spiel nur bedingt und Strategie-Fans das Spiel überhaupt nicht empfehlen.
Die Stärken liegen ganz klar bei der Umsetzung der Filmlizenz. "Schlacht um Mittelerde" ist bzw. sind die Filme zum Nachspielen. Athmosphärisch gibt es deswegen auch rein gar nichts auszusetzen, weshalb jedes Wort darüber zu viel ist.
Ausführlichere Bemerkungen sollte man aber dem Gameplay widmen. Und zwar um vor dem Spiel zu warnen. Denn hinter der perfekt umgesetzten Lizenz verbirgt sich eine Strategie-Mogelpackung sondergleichen. Das Gameplay lässt sich wohl am besten mit "Strategie light" beschreiben. Zwar sind sämtliche rudimentäre Funktionen und Elemente des Stategiegenres enthalten, aber darüber hinaus gibt es praktisch nichts erwähnenswertes. Höchstens in negativer Hinsicht. Hier wäre der Basisbau ein gutes Beispiel. Ich weiß nicht, was sich der Hersteller dabei dachte, aber in dieser Art ist der Aufbaupart eine Beleidigung für jeden Strategen. Standort der Basis, Anzahl der Gebäude, Ausrichtung etc. ist alles vorgegeben. Dem Spieler bleibt nur noch, das entsprechende Feld anzuklicken und das gewünschte Gebäude bauen zu lassen. Das ist leicht, das ist komfortabel, aber das ist leider auch schrecklich langweilig.
Ganz und gar rückständig ist auch das Missiondesign. Abgesehen von den Storymissionen lautet das Ziel stets "Vernichte alle Gegner", zuzüglich marginal varriierender Bonusziele.
Wenn es zum Kampf kommt, hat man es quasi mit dem Gegenteil des Basisbaus zu tun. Was dort schon zu leicht und automatisiert war, lässt einem hier zu wenig Kontrolle. Vor Allem die Heldenbedienung artet in Stress aus. Mittem im Gefecht mit regulären Truppen und dem ein oder anderen Helden die Spezialfähigkeiten einzusetzen, verkommt zu hektischem Rumgeklicke. Eine Pausefunktion mit Befehlsmöglichkeit hätte hier wahre Wunder gewirkt.
Des weiteren kann man die KI nur als zweckmäßig bezeichnen, die Wegfindung ist verbesserungsbedürftig und Balancing-Probleme zwischen Einheiten, Missionen etc. gibt es auch noch. Details würden wohl den Rahmen sprengen.
Technisch geht das Spiel in Ordnung, wobei Sound und Musik bessere Eindrücke als die Grafik hinterlassen. Speziell das Figurendesign ist viel zu kantig, zudem wirkt alles wie eine Miniatur-Ausgabe des Herr der Ringe - Universums von Peter Jackson. Die Zwischensequenzen in Spielegrafik sind auch nicht besonders spektakulär.
Alles in Allem ein zweischneidiges Schwert. Wer schon immer in die Ring-Welt eintauchen und mit seinen Helden in die Schlacht ziehen wollte, dürfte damit glücklich werden. Wer sich aber neben viel Herr der Ringe - Athmosphäre auch noch ein gutes Strategiespiel erhofft, sollte sich den Kauf zumindest zum Vollpreis zweimal überlegen.


Zukunftsmarkt Asien: Die Entdeckung der asiatischen Märkte
Zukunftsmarkt Asien: Die Entdeckung der asiatischen Märkte
von Marc Faber
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,90

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vergangenheit und Zukunft der Wirtschaftsentwicklung, 18. Juli 2005
"Zukunftsmarkt Asien" ist das mit Abstand beste Buch zum Thema Wirtschaft, das ich jemals gelesen habe. Zwar ist der Titel etwas irreführend, da sich Faber zum größten Teil eher mit Wirtschaftstheorie -und Geschichte beschäftigt, aber dieses Wissen ist unabdingbar um die wirtschaftlichen Zusammenhänge der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im großen und kleinen Maßstab zu begreifen. Auch wenn die Sprache leicht verständlich ist und selbst der Laie guten Zugang findet, sollte man gewisse Grundkenntnisse für die Lektüre des Buches mitbringen. Begriffe wie Inflation, Deflation usw. tauchen immer wieder auf, sind sozusagen das Fundament des Buches. Wenn einem das fehlt, braucht man das Buch gar nicht erst in die Hand zu nehmen.
Fabers Buch ist auch und in erster Linie eine Abrechnung mit Irrtümern, Massenwahn und Gruppenzwang sowie blindem Vertrauen in selbsternannte Experten etc. Er spricht sich unter anderem ganz klar gegen die Hold-and-Buy-Strategie bei der Investition in Wertpapiere aus, indem er aufzeigt, dass auch die Wirtschaft einem Lebenskreislauf unterliegt und mit Hilfe geschichtlicher Tatsachen belegt, dass eine aufstrebende Volkswirtschaft früher oder später ihrer eigenen Größe Tribut zollen muss und anderswo (etwa im Zuge neuer Technologien etc.) durch andere Volkswirtschaften verdrängt wird. Der Glaube an eine ewig florierende Wirtschaft ist damit entgültig überholt.
Was man von dem Buch nicht erwarten sollte, sind konkrete Invesitionsvorschläge. Wer meint, Faber würde zum Beispiel Aktien bestimmter Unternehmen vorschlagen, der irrt gewaltig. Viel mehr bespricht er umfassendere Marktsegmente wie etwa Rohstoffe und Immobilien. "Zukunftsmarkt Asien" appelliert an den Verstand, die Weitsicht und Verantwortung des Einzelnen; deckt die gesamte Bandbreite der Wirtschaftsgeschichte ab, gibt leicht verständlichen Wirtschaftsunterricht und prophezeiht Trends und Gefahrenherde der Zukunft ohne sich effektheischender Panikmache und paranoider Verschwörungs -und Weltuntergangsstimmung anzubiedern. Marc Fabers Buch ist damit ein hervorragender Reiseführer durch die Irrwege des Kapitalismus.


Hände weg von diesem Buch!
Hände weg von diesem Buch!
von Jan van Helsing
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,00

18 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Aufforderung bitte Folge leisten!, 10. Juli 2005
Ja, der Mensch ist leicht manipulierbar. Das hat Herr van Helsing richtig erkannt. Ein guter Marketingstratege ist er zudem auch noch. Auch ich habe mich von dem Titel und dem Einbandtext verleiten lassen und für diesen Murks Geld ausgegeben. Schande über mich.
Was in dem Buch steht ist größtenteils leider nicht mehr als der gleiche esoterische Mist, den viel zu viele Leute kaufen. Die umfangreichsten Kapitel befassen sich mit Wiedergeburt und Fähigkeiten wie zum Beispiel dem Löffelverbiegen. Das ist also die große Wahrheit, die das Leben des Lesenden verändern soll. Nein, das ist sie wohl eher nicht. Was man dem Buch zugute halten kann, ist der Spannungsfaktor. Die Geschichten sind teilweise wirklich spannend und zugegebenermaßen in sich schlüssig. Denkt man aber in größeren Zusammenhängen tun sich Widersprüche auf. Zum Beispiel bei der angeblichen Wahrheit über die Herkunft des Menschen wird die natürliche Evolution fast völlig ausgeklammert. Mehr als einmal beschlich mich der Eindruck, das Buch sei eigentlich nur an religiöse, engstirnige Fanatiker gerichtet und nicht für den aufgeklärten, säkularen Menschen gedacht.
Ein grundsätzliches Problem im Umgang mit diesen Verschwörungs-Hokuspokus ist die mangelnde Nachprüfbarkeit. Natürlich kann keiner mit Sicherheit sagen, Van Helsing hätte Unrecht, wenn er die Behauptung aufstellt, die Illuminaten hätten (mal wieder) die Herrschaft über die Welt, würden eine neue Weltordnung anstreben und die Menschen mit Hilfe von Strichcodes und den Massenmedien (die natürlich bei sowas auch immer gerne als vermeintliches Machtinstrument hinzugezogen werden) kontrollieren. Wer kann das schon zweifelsfrei widerlegen? Aber gerade das ist ja der Punkt. Eben WEIL man nicht das Gegenteil beweisen kann, versuchen Leute wie van Helsing mit solchen Behauptungen bei leichtgläubigen Menschen Kasse zu machen. Genauso gut könnte die "Matrix"-Theorie wahr sein. Aber daran glaubt ja auch keiner bzw. nur die wenigsten. Also wieso schenken die Menschen gerade diesen Märchen hier so viel Glauben?
Nun ja, das Buch wird jedenfalls keinerlei Effekt auf ihr Leben haben, es sei denn natürlich Sie glauben den Schmu...


Catch Without Arms
Catch Without Arms
Preis: EUR 7,97

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefangengenommen, 23. Juni 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Catch Without Arms (Audio CD)
Dredg ist die Band der Stunde. Nach dem eher progressive orientierten Vorgängerwerk legen Dredg mit ihrem dritten Output das etwas andere Sommeralbum vor. Schwebende, losgelöste Melodien, über denen die farbenprächtige Stimme des Sänger Gavin Hayes thront, zeichneten bereits ihr Meisterwerk "El Cielo" aus. Bei "Catch without arms" kommt dem Gesang noch erheblich stärkere Bedeutung zu, wodurch der Sound der Band nur gewinnen kann, zumal die Songstrukturen nun klarer und nachvollziehbarer sind und somit dem himmlischen Hörerlebnis nichts mehr im Wege steht. Und obwohl einzelne Songs mehr denn jeh im Mittelpunkt stehen, funktioniert "Catch without arms" auch als Gesamtwerk wunderbar. Herausragend sind aber in der Tat vor Allem Wundersongs der Marke "Bug Eyes", "Catch without arms", "Sang real" und "Matroshka".
Ganz klar, an Dredg ist in diesem Jahr kein Vorbeikommen.


Earth 2160
Earth 2160
Wird angeboten von Rare-Games
Preis: EUR 9,95

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Erdlinge kommen, 12. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Earth 2160 (Computerspiel)
Invasion vom Mars war Gestern. Was sollten die Marsianer auch invasieren? Die Erde gibt's ja schließlich nicht mehr. Die überlebenden Erdbewohner hauen sich nach der Ankunft auf dem roten Planeten natürlich gleich wieder die Köpfe ein. Nacheinander schlüpft der Spieler dabei in die Rolle eines Helden, mit dem man die Kampagne der jeweiligen Partei bestreitet. Interessanterweise wird dabei eine übergreifende Geschichte erzählt, die verschiedene Blickwinkel auf den selben Sachverhalt bietet und mit der man gut und gerne an die 100 Stunden beschäftigt ist.
Durch die konsequente Einbindung der Helden ins Spieldesign kommen ausgeprägte Rollenspielelemente zum tragen. Nachdem man seinen Protagonisten Waffen und Rüstung verpasst hat darf man mit ihm Sonderaufträge erledigen, bei denen er sich zum Beispiel als Bombenleger betätigen darf. Sobald der Held das Zeitliche segnet ist die Mission vorbei, also sollte man ihn behüten wie den eigenen Augapfel.
Die reguläre Kriegsführung zeichnet sich vor Allem durch ein rigoros umgesetztes Schere-Stein-Papier-Prinzip aus, wohinter sich dahinter nichts anderes verbirgt, als dass nur spezielle Einheiten -bzw. Waffentypen gegen andere Einheiten -und Waffentypen wirklich effektiv sind. In der Praxis ist deswegen eine ausgewogene Einheitenzusammenstellung notwendig. Etwas ad absurdum wird dieses System allerdings dadurch geführt, dass der jeweilige Gegner keine große Gefahr mehr darstellt, wenn man erst mal das richtige Mittel gegen ihn gefunden hat (was nicht allzu schwierig ist). Dann nämlich zerfliegen die meisten Feindheiten schon nach 1 - 3 Treffern. Desweiteren lässt der Schwierigkeitsgrad meiner Erfahrung nach selbst auf "Schwer" zu wünschen übrig. Wenn man einigermaßen versiert im Umgang mit Echtzeitstrategiespielen ist (vielleicht sogar die Vorgänger bereits gespielt hat) wird man in so gut wie keiner Mission wirklich vor Herausforderungen gestellt, zumal kaum Angriffe auf die eigene Basis durchgeführt werden. Ingesamt ist die Gegner-KI nicht sehr wehrhaft und scheint in manchen Missionen nicht existent, da keine nennenswerten Truppenbewegungen zu verzeichnen sind.
Gameplaytechnisch trumpt Earth 2160 zwar mächtig auf, aber nette Spielerein wie das Konstruktionsmenü sind eigentlich recht überflüssig, da man, nachdem man alles Verfügbare erforscht hat, sich sowieso immer die mächtigsten Einheiten zusammenbastelt. Nichts desto trotz kommt dadurch etwas Abwechslung ins Spiel, wenn einem die KI schon nicht beschäftigt.
Das Missionsdesign zeichnet sich durch vielfältige Aufträge und so manche Überraschungen aus, allerdings fehlt es etwas an Dramatik. Große Adrenalinschübe bleiben aus.
Sehr gut ist es den Designern gelungen, die Unterschiede zwischen den Parteien herauszuarbeiten. Vor Allem der Basisbau gestaltet sich grundlegend anders. Aber auch bei der Kriegsführung muss man von Fraktion von Fraktion umdenken. Die größten Unterschiede zu den "normalen" Kriegsparteien bestehen wohl bei den geheimnisvollen Aliens...
Fast uneingeschränkt genial ist die technische Qualität des Spieles. Die Steuerung könnte komfortabler nicht sein, der Soundtrack nicht passender und die Grafik nicht bombastischer. Wenn man eines ohne Übertreibung sagen kann, dann das Earth 2160 Alles im Strategiesektor und Vieles in anderen Genres optisch in den Schatten stellt. Angefangen von den mit Bumpmapping verzierten Texturen über die plastischen Landschaften, die geschmeidigen Animationen bis zu den vielen, vielen Details und der Gestaltung der Einheiten/Gebäude usw. ist das alles von atemberaubender Qualität, zumal die Marsumgebung gekonnt in Szene gesetzt wurde, weshalb es auch athmosphärisch kaum etwas auszusetzen gibt. Nur der ein oder andere fehlbesetzte Sprecher und holprige Dialog fällt hin und wieder akustisch etwas ab. Störender sind da schon die in zwar wunderschöner Spielegrafik inszenierten Zwischensequenzen, die aber ansonsten bis auf wenige Ausnahmen erschreckend inspirationslos geraten sind (hier hätte man fachkundige Regieunterstützung zu Rate ziehen sollen).
Ein Sonderlob verdient sich das Spiel bzw. dessen Entwickler/Publisher für die Ausstattung. Kein fingernageldickes Handbüchlein mit den notwendigsten Informationen, sondern eine umfassende Earth 2160 - Enzyklopädie. Keine schlichte DVD-Hülle, in der man nur CD und Beipackzettel findet, sondern eine hochwertige Verpackung mit aufklappbaren Cover und Hologrammaufkleber, in der es neben dem Handbuch, ein Poster mit sämtlichen Technologiebäumen sowie die CD-Hülle (Digi-Pack mit Soundtrack-CD!) und als besondere Beigabe einen Bewegungsmelder, der bei Bewegung blau zu blinken beginnt, vorzufinden gibt, dessen praktische Verwendung man allerdings in Frage stellen darf.
Wie sich Earth 2160 im Multiplayer schlägt, kann ich nicht beurteilen, da ich eher Solist bin. Für diese ist das Spiel die Strategie-Vollbedienung, wenn es auch hier und da kleiner und größere Mängel gibt, die per Patch verbessert werden sollten. Alles in Allem nicht ganz die erhoffte Gameplayreferenz, aber dafür die Schönheitskönigin des Genres. Und das ist doch auch was.


Octavarium
Octavarium
Preis: EUR 7,97

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Umschwung, 7. Juni 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Octavarium (Audio CD)
Mal wieder definiert sich die Band neu. Wenn Dream Theater eines sind, dann auf jeden Fall Meister im Umorientieren.
"Octavarium" hat bis auf 2, 3 Ausnahmen (vor Allem die treibenden "Panic Attack" und "The root of all evil") und kaum noch etwas mit dem ultraharten Vorgängeralbum "Train of thought" gemein. Auch kann man keinerlei deutliche Vergleiche zu einem anderen Album der Band ziehen. Irgendwie ist von jedem etwas dabei. Die Melodien von "Images and words" (siehe: "These walls"), die Abwechslung von "Scenes from a memory" (siehe "Sacrificed sons"), die orchestralen Klänge von "Six degrees of inner turbulence (CD2)" (siehe: "Sacrificed sons", "Octavarium"( und der angesprochene Härtegrad von "Train of Thought".
Dream Theater vereinen auf "Octavarium" alle Elemente, die sie bisher ausprobiert haben und gewinnen ihren Sound trotzdem noch neue Facetten ab. Und zwar dahingehend, dass das Werk wesentlich offener, positiver und teilweise auch poppiger wirkt. Ein "I walk beside you" hat man so noch nicht von Dream Theater gehört. Höchstens von U2. Wäre es eine U2-Single, sie wäre höchstwahrscheinlich sehr erfolgreich.
Frickelorgien gibt es in dem Sinne keine. Zumindest keine, die nervend auffallen. Sämtliche Instrumentalexzesse fügen sich in die Songs ein. So im Paradebeispiel eines ausführlichen Longtracks "Octavarium", wobei dieser überlange Titeltrack nicht die Klasse eines "A change of seasons" erreicht.
Dream Theater präsentieren auf ihrem 8. Studiooutput einmal mehr progressiven Metal auf hohem Niveau. Bis auf "The answer lies within" gibt es keinen Ausfall zu vermelden. Im Gegenzug fehlt allerdings auch ein richtig herausragendes Highlight. Einer dieser Momemente, bei denen man aufhorcht und das Album sofort ins Herz geschlossen hat, fehlt meiner Meinung nach. "Octavarium" vermag daher keine emotionale Bindung herzustellen, wie das bei "Images and words" und "Scenes from a memory" der Fall war. Allerdings ist auch weit entfernt von seelenloser Technikmasturbation. Ein Zwischending. Weder Geniestreich noch Mittelmaß. Irgendwo dazwischen reiht sich das Album qualiativ gleichberechtigt neben Werken wie "Awake" und "Six degrees of inner turbulence" ein.
Ein klein wenig beschleicht einem der Eindruck, die Band hätte alles erreicht, was man im Prog-Metal musikalisch erreichen kann. Es bleibt die Frage, wo die Band eigentlich noch hin will. "Octavarium" zeigt sich überzeugend aber unentschlossen. Man darf gespannt sein, was die Band noch in petto hat. Gewöhnlicherweise müsste mit dem nächsten Album nach einer "nur" sehr guten CD ein Meisterwerk erscheinen. Bis dahin bleibt "Octavarium" eine gelungene Neuentdeckung der eigenen Musik.


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