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Rezensionen verfasst von
Philipp Fahlteich (MUC)

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Firestorm
Firestorm
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 21,91

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Orchestral Black Metal at its Best, 18. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Firestorm (Vinyl)
"Tvangeste" bedeutet eine russische "Black Metal"Gruppe mit starkem klassischen Einfluss, bestehend aus Michael "Miron" Chirva (voc), dessen Ehefrau Naturelle Chirva (keys), Nikolay Kazmin (guit), Victoria Koulbachnaja (keys, flute), Vanoe Mayoroff (bass), sowie Ekaterina (vio), Olaa (fem. voc) und Cezar "Czarek" Mielko (drums), welche nicht als offizielle Bandmitglieder angeben, jedoch im Booklet angeführt werden. Desweiteren wird "FireStorm" vom "Baltic Symphonic Orchestra" und dem "Prussian Chamber Chor" unterstützt.

Textlich widmen sich "Tvangeste" der preußischen Geschichte. Dies jedoch in weniger aufklärendem als wütendem Sinne, der sich gegen einstige Übergriffe auf den Landstrich richtet.

Bereits das Geigen-Intro beginnt mit einer wundervoll, sich wiederholenden und irgendwann durch Solistin Ekaterina ergänzten Melodie, die das Flair winterlicher Sonnenaufgänge hervorruft. "Under the Black Raven's Wings" wird, passend zum Titel, mit dem Ruf eines Rabes eingeläutet und zeigt alle Merkmale der Band auf:

Sänger Mirons krächzendes, teilweise histerisch heiseres Organ, das stellenweise gar in Dani Filth'sche Gefilde rückt, klassische Klavier- und Streichermelodien, Chor-Einlagen, druckvolle Gitarrenwände, Double-Baselastiges Schlagzeug und alles in allem viel Abwechslung. Was während der knapp 6 Minuten geschieht, erlebte ich bisher nirgends annähernd so passend und wohlklingend. Gar eine Sängerin höherer Stümmgefilden teilt sich Zeilen mit Miron.

"Birth of the Hero" startet noch klassischer, was am zahlreicheren Einsatz des Kammerchores zu merken ist, hingegen aber auch wütender, eindringlicher. Im Gegensatz zum sonstigen Verfahren werden hier mehrere Teile wiederholt, was aber der Abwechslung keinerlei Abbruch beschert.

Das vierte Stück, "Fire in Our Hearts", bietet einen quasi-Refrain, der keiner ist, da er lediglich einmal stattfindet und Gruppenkrächzen im wohlklingendsten Stile liefert. Die Geigen untermalen hierbei den Gesang passend und klassisch geht es auch nach knapp einer Minute weiter, wenn der Flöte ein Solo-Part erlaubt wird.

Zu "Perkuno's Flame" steuert Miron erstmalig intensiv hysterischen Gesang, der fern an Harpyien und ferner an genannten Frontmannes der Mannen um "Cradle of Filth" erinnert. Klavier und Geigen verwachsen zu einer Einheit, und wieder folgt nach - diesmal etwas mehr als - einer Minute ein Solo-Part (letzteres Instruments), welcher vom Rauschen des Meeres zum Träumen bittet, bevor Orchester und Schlagzeug die Idylle unterbrechen und die Gitarren schier sanft ins nächste Kreischgewitter und einen Melodieumbruch leiten. Sekunden später sieht man sich im Zimmer eines klassischen Komponisten, der eben sein neues Stück am Klavier preisgibt.

Das manchem evtl. bereits aus der "Legacy" bekannten "Godless Freedom" beginnt mit gewohntem Gitarrensturm und dem Kammerchor, der dem Sänger nach wenigen Sekunden das Feld räumt und erneute Hysterien dieses entfesselt. Während Schlagwerk und Stromfresse durch feindliche Linien preschen, fallen vor allem das verträumte Klavier, sowie Solo-Parts der Teil-Sängerin auf bis der Gifpel des Feuerberges mit einem letzten Kampfschrei der Krächztruppen fällt.

Für's Erste.

Das vorletzte und wie "Fire in Our Hearts" ebenso teilweise Albentitelprägende Stück "Storm" nehmen Trauerschwälle des Orchesters in Empfang, um das über 7minütige Lied einzuläuten. Wieder erklingen Chöre, Solistinnen, Geigen und wieder stellt sich dem eine "Metal"Wand gegenüber, die Frontkreischer Miron in den Rachefeldzug führt. Diesmal wird man stellenweise gar verblüffend intensiv an Herrn Shagrath aus "Dimmu Borgir" erinnert, der ebenso des Öfteren sein Organ computer-technisch verändern und im Hintergrund Geigen und zuletzt der Chor eine "Horror"typische Atmosphäre aufbauen lässt. "Love and respect your friends - and let your enemies ..." - man erinnert sich an das, was die Vorderseite des Booklets spricht - "... DIE!".

"Tears will Wash Off the Blood from My Sword" bietet neben eines recht langen Namens Unterhaltung en masse. Da rufen Chöre zu letzter Hoffnung, da hämmern Instrumente und Sänger synchron, da schließt eine Stimme, wie sie eines unterirdischen Märchenerzählers sein könnte, diese CD ab, während man zuletzt die Melodie des Intros wieder aufgreift - nannte ich in diesem Schrieb bereits "Rhapsody"? - und zum Drücken des "Repeat"Knopfes zwingt. Der Kreis-Effekt.

Fazit: Vor Ideen strotzendes "Orchestral Black Metal"Werk, das Fans von "Dimmu Borgir" und "Therion" ansprechen könnte. Lediglich die Eingängigkeit leidet etwas.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2013 12:48 AM MEST


Lost Horizons
Lost Horizons
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungene Symphonic Metal-Alternative, 18. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Lost Horizons (Audio CD)
Bereits das dritte Projekt läutet Luca Turilli mit "Dreamquest" ein, doch heuer ist der geneigte Hörer wachsam, wenn er das Genre hört, dem sich der Italiener diesmal verschreibt: Symphonic Metal, Electro Symphonic Metal, wie er es nennt, allerdings trifft das nur teilweise zu. Da Mr. Turilli diesmal das Keyboard anstatt der E-Gitarre übernimmt, fällt das Ganze dementsprechend gewichtig aus. Im Großen und Ganzen stimme ich aber weniger dem Begriff "Electro" zu; dazu überwiegt das Klassische, Orchestrale und letzten Ends Opernhafte, zu dem die noch unbekannte Sängerin "Myst" einen großen Teil beiträgt. Diese Mezzo-Sopranistin hält sich durchweg zwar meist auf Pop-Pfaden, doch hier und da schlägt das wahre Volumen ihrer Stimme durch und schafft mithilfe der gewaltigen Chöre, der stampfenden Riffs und den verzierenden Tastenspielereien eine Atmosphäre, die der "Within Temptation"s auf ihrem aktuellen Langspieler ebenbürtig ist.

Herauszuheben sind hierbei der Opener "Virus", der alle Geschütze auffährt, von treibenden bis melancholischen Stellen alles biete und trotz der (teilweise haarscharf vor der Überlastung stehenden) Effekthascherei stets Ohrwurm-tauglich bleibt sowie die zwei Balladen "Dolphin’s Heart" und das spanische "Sospiro Divino", das gar gänzlich dem "Opern"-Genre zuzuschreiben ist. Aber auch der Rest der knapp einstündigen CD mit ihren 12 (das Intro ausgeschlossen) Titeln weist kaum Durststrecken auf. Als einziges Manko wäre lediglich die Wiederholung der Refrains zu bemängeln, die meist zwar zugunsten des (gern gesehenen) Ohrwurmes in angemessener Zahl fuß, teilweise aber über die Strenge schlägt (Beispiel: "Energy") und wirkt als wöllte man die Spielzeit in die Länge ziehen.

Alles in allem eine mehr als verdiente 4 v. 5.


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