Profil für stundenhotel > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von stundenhotel
Top-Rezensenten Rang: 980.526
Hilfreiche Bewertungen: 145

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
stundenhotel (Hamburg)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2
pixel
normalzeit: Gedichte
normalzeit: Gedichte
von Gerald Fiebig
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen super, 23. März 2004
Rezension bezieht sich auf: normalzeit: Gedichte (Broschiert)
und geil und spitze und knorke und formidabel
sind worte, die in diesem buch nicht vorkommen, aber dieses buch kommt in diesen worten vor.
kaufen, ihr!


Das Lieblingsspiel.
Das Lieblingsspiel.
von Leonard Cohen
  Broschiert

17 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lord of Song?, 21. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Das Lieblingsspiel. (Broschiert)
Der Mann, der in guten Wohnzimmern zum Abend singt, hat diesen wunderbaren Roman geschrieben. Nicht verfilmbar, kaum nacherzählbar, aber wunderbar poetisch und traumhaft innig.
Liebe in wunderbaren Tellern, in riesigen Portionen serviert. Kein Kitsch!


Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet: Erzählungen
Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet: Erzählungen
von Anna Gavalda
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

4 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen nee nee, 20. November 2003
Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich zwei, drei Rezensionen gelesen haben, die mich neugierig machten und die was Gutes versprachen.
Nachdem ich es jetzt gelesen habe, muss ich sagen, ich bin enttäuscht. Okay, die Geschichten sind spritzig bis witzig erzählt, laufen im charmanten Plauderton dahin, aber die Pointen sind meist platt, manchmal sogar sehr platt.
Ist wahrlich nicht mein Geschmack, aber das ist Goethe auch nicht. Frauenliteratur im kabarettistischen Sinne?


Jazz Gedichte
Jazz Gedichte
von Jens Gerlach
  Gebundene Ausgabe

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen simpel, 4. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Jazz Gedichte (Gebundene Ausgabe)
ja, sehr simpel.
es werden im die biografien verschiedener jazzgrößen aus der ersten hälfte des 20. jahrhunderts mal besser, mal schlechter, mal gereimt, mal ungereimt wiedergegeben. und dabei wird auf das zurückgegriffen, was man eh schon weiß. ich hätte mir dabei ein bisschen wagemut gewünscht.


Palaver. Junge Schweizer Autoren
Palaver. Junge Schweizer Autoren
von Simon Christen
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen den hohen Bergen, 21. Oktober 2003
So. Ein Buch, das schön ist.
Und ein Buch, das auf der Nasenspitze Fliegen verscheucht, weil die Augen in die Buchstabenreihen hineinleuchten.
Die Schweizer Jungautoren haben etwas aufgeschrieben, das sich zu lesen lohnt.
Und die Imhof ist auch drinnen...


erinnerungen an die 90er jahre
erinnerungen an die 90er jahre
von Gerald Fiebig
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer von uns kann sich nicht irren, 24. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: erinnerungen an die 90er jahre (Taschenbuch)
„der himmel ist der bildschirmschoner gottes"
Meine Telefonrechnung war immens hoch letztens, weil ich alle möglichen Leute anrief, um ihnen zu sagen, wie verdammt gut und plausibel dieser Satz ist. Er stammt aus Gerald Fiebigs neuem Buch „erinnerungen an die 90er jahre".
Und? Ist dieser Satz etwa fettgedruckt, doppelt unterstrichen oder himmelgroß in Schriftgröße 10 000 im Buch zu finden? Nein! Er steht da als ein wundervoller von vielen wunderbaren Sätzen:
„die vorführerin schenkt dir zum abschied ein / standbild"
Wie viel Zärtlichkeit in diesem Satz liegt; mehr gibt es höchstens noch in einer warmen weichen Hand. Und der Verführer schenkt dir laufend solch standhafte Sätze:
„im rauschen / einer leitung / ohne nummer / singt der abgemeldete / regen sein lied"
Welchen Gesichtsausdruck mag der Herr Fiebig wohl aufgehabt haben, während und nachdem er diesen Satz zu Papier gebracht hat? Fragt mich nicht, er muss wahnsinnig gewesen sein. Wahnsinnig schön.
Anfangs hab ich das Buch nachts eingesperrt, weil ich schlicht und einfach Angst hatte, die monströsen Bilder Fiebigs würden mir die Luft und vielleicht auch noch die Nase wegbeißen, während ich schliefe.
Das Erstaunliche an Gerald Fiebigs Gedichten ist der durch und durch originäre Standpunkt, den der Erzähler einnimmt; das muss ein sehr geheimer Ort sein, noch niemand sonst hat von dort berichtet. Ich wähle den Begriff ‚Erzähler' im übrigen ganz bewusst, denn in diesen manchmal herben und fast immer hochkonzentrierten Texten werden uns oftmals Dinge erzählt, wegen denen das Zählen erst erfunden wurde: zum Luftanhalten. In diesen Sätzen erfährt man viel über sich selbst, weil man mit ihnen nachdenken kann.
Gerald Fiebig schreibt so messerscharf, als käme er aus Solingen. Dabei kommt er aus Augsburg. Das ist die Stadt Bertolt Brechts; und auch die Stadt Roy Blacks. Ganz in weiß kommt Fiebig daher
zum Schlachten.
Er kennt die Worte beim Namen und ich weiß, er mag sie auch - wenn es aber sein muss, dann staucht er sie zusammen wie jeder gute Vater
landsverräter; denn Fiebig schreibt über manche der hiesigen Hässlichkeiten, als käme er selbst aus einem schöneren Land; vielleicht gar von einem anderen Planten, so als sähe er alles „wie stumme bilder vom mond / durch die scheibe [seines] funkstillen raumhelms" („postkarten vom mond").
Da trägt ein anderes Gedicht einen Titel, der in manch einem Band anderer Autoren schon das beste Gedicht wäre: „augenlied, küchenohr". Was für ein schöner Kanon; das kann ich einen Tag und eine Nacht lang in meinem Kopf singen und das Lächeln bleibt.
Der unglaublichste Text des Buches aber ist meiner Meinung nach der, der „besuche" genannt wird. Nimm alle Romane, die du jemals gelesen hast, press die Essenz heraus, lass diese dann durch die Luft schwirren, stell dich darunter und versuch, allein auf der Welt zu sein. Du wirst dich fühlen wie ein Wunder. Oder auch so, als würdest du um halb vier Uhr morgens aufwachen und verkehrt herum im Bett liegen. Oder denk an einen Sonntagnachmittag im Regenfall. Und dann riechst du, als wärst du da draußen gewesen. Dabei sitzt du im Mutterlaib und bereitest dich darauf vor, das Geheimnis des Lebens zu vergessen. Aber jetzt kommst du damit nicht mehr durch, denn Gerald Fiebig hat es aufgeschrieben. „besuche" heißt der Text auf den Seiten 33 bis unendlich. Wenn du die Seite herausreißen und einen Flieger daraus falten würdest, er würde um die ganze Welt fliegen.
Gerald Fiebig selbst war auch viel unterwegs: er war in Portugal, in den Dummköpfen von Werbestrategen, in Trance, in Sorge, in Gefahr, in großer Form. 49 texte sind dabei herausgekommen. Il faut être absolument moderne!
Gerald Fiebig hat ein Buch geschrieben, das „erinnerungen an die 90er jahre heißt" . Mehr konnte er nicht tun. Legionen, macht euch auf!


Seite: 1 | 2