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Beiträge von Helga König
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Rezensionen verfasst von
Helga König
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   

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Mystische Pfade am Rhein: 35 geheimnisvolle Wanderungen am Ober- und Mittelrhein. Geheime Kraftorte, dunkle Mythen, Burgen und Sagen entlang des Rheins in einem Wanderführer entdecken
Mystische Pfade am Rhein: 35 geheimnisvolle Wanderungen am Ober- und Mittelrhein. Geheime Kraftorte, dunkle Mythen, Burgen und Sagen entlang des Rheins in einem Wanderführer entdecken
von Antje Bayer
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wisse die Wege" (Hildegard von Bingen), 22. April 2014
Antje Bayer hat einen ganz besonderen Reiseführer verfasst. Sie stellt 35 geheimnisvolle Wanderungen an Ober- und Mittelrhein vor. Dabei geht die Autorin in ihrem Vorwort zunächst auf geografische Besonderheiten ein, schreibt über bedeutende Flussübergänge, auch über die klimatischen Bedingungen am Rhein, über Rheingold, Kulinarisches für die Wanderpause, über den typischen Rhein-Wein und nicht zuletzt über die Mystik des Flusses, die ihren Ausdruck in der Rhein-Romantik findet.

Zu den einzelnen Tourenbeschreibungen werden jeweils schematisierte Infos in einem grünen Schaukasten geliefert. Hier geht es um den Tourencharakter, die Orientierung, den Gipfel, den Talort, Ausgangs- und Endpunkt, Anfahrt mit dem PKW, der Bahn oder dem Bus, die Gehzeiten, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten, die beste Jahreszeit und Hinweise auf gutes Kartenmaterial. Alles kurz und knapp sowie einprägsam festgehalten.

Es werden immer Ausschnittkarten, Fotos sowie Tipps dargeboten und die einzelnen Wanderungen werden mit ihren Besonderheiten stets ausführlich skizziert. Zahlreiche der mystischen Pfade kenne ich, insofern kann ich mir über die Qualität der Beschreibungen ein Urteil erlauben. Einige wenige Pfade sind für mich noch fremd und machen mich von daher sehr neugierig.

Mit den Benediktinerinnen der Abteil St. Hildegard bin ich auf Facebook befreundet und habe mit einer der dortigen Nonnen im letzten Jahr bereits ein Interview machen können. Grund genug mich zunächst in die Beschreibung des 20. Mystischen Pfades zuerst zu vertiefen. Natürlich erfährt man, wer Hildegard von Bingen war. Die Benediktinerin, die im 12. Jahrhundert lebte, war eine bedeutende Universalgelehrte, deren Ruf als Naturforscherin noch heute bekannt ist. Die Abtei St. Hildegard mit dem Klosterweingut, dem Klosterladen und den Kunstwerkstätten gehört zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Es führt zu weite diese und weitere Wanderungen in der Rezension kurz nachzuzeichnen. Die Wandertour ist wirklich sehr bedacht gewählt.

Man sieht viel, wird von der Mystik inspiriert und darf sich zudem auf einen idyllischen Ausklang bei einem guten Glas Wein freuen.

Auch eine Wanderung zum Kloster Disibodenberg ist dabei- das ist der 13. mystische Pfad. In diesem Kloster erlebte Hildegard von Bingen einst ihre berühmten Visionen und verfasste dort auch ihr ersten theologisches Werk. Das Kloster Disibodenberg wurde im 7. Jahrhundert gegründet. Für mich ist dieser Ort einer der faszinierendsten Orte, die ich kenne. Wenn man den Meditationspfad während der Woche beschreitet und man dort kaum auf Menschen trifft, spürt man die Energie, die von dort ausgeht und fühlt sich hinterher überaus glücklich.

Besuchen möchte ich die Klosterruine auf dem Heiligenberg, vielleicht auch erneut "Burg Frankenstein" an der Bergstraße. Dort war ich in meiner Jugend oft mit dem Fahrrad unterwegs. Der Rundweg hat mancherlei zu bieten, was man sich nicht entgehen lassen sollte. Sehr gut beschrieben von Antje Bayer.

Das Buch enthält so viele beeindruckende Wegbeschreibungen, die jenen Menschen, die Mystik etwas abgewinnen, gewiss viel geben werden. Gelungen finde ich auch die Weg-Beschreibung "Weingüter und Klöster" –Auf Goethes Spuren. Schön, dass man auf die Weine von Schloss Johannisberg näher eingeht, denn die haben wir kürzlich auf meiner Website ausführlich vorgestellt.

Es gibt viel zu erkunden. Ein wirklich gelungener Reiseführer, den ich gerne weiterempfehle.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2014 3:09 PM MEST


Extravagante Engländerinnen: adelige Landpartie zwischen Herrenhaus, Gartenidylle und Dinnerparty
Extravagante Engländerinnen: adelige Landpartie zwischen Herrenhaus, Gartenidylle und Dinnerparty
von Luise Berg-Ehlers
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ein Kuss auf die Wange ist zur Begrüßung wirklich vollkommen ausreichend, schließlich sind wir nicht beim französischen, 19. April 2014
Militär" (Lady Diana Cooper, S.114)

Das Cover dieses Buches kannte ich bereits, denn es wird in einem Buch über Hühner, das ich im Herbst vergangenen Jahres rezensierte, auch gezeigt und hat mich des etwas eigenwilligen Motivs wegen schon damals amüsiert.

Die Autorin Luise Berg-Ehlers steht britische Aristokratinnen zwischen Herrenhaus, Gartenidylle und Dinnerpartie vor, speziell solche, die aus dem engen Korsett gesellschaftlicher und familiärer Konventionen auszubrechen versuchten.

Das Buch ist bebildert. Unter den Bildern sind auch alte Fotos zu finden, so etwa von der Gräfin Elisabeth von Arnim, deren Buch "Elisabeth und ihr Garten" ich vor langer Zeit gelesen habe. Sehr gut geschrieben und dabei informativ ist das Kapitel im vorliegenden Buch, das sich mit England als Land der Gärten und adeligen Gärtnerinnen befasst, ein Thema, das immer wieder in Gartenbüchern zu Sprache gebracht wird und diese Damen mit ihren grünen Daumen sehr sympathisch macht. Auf dem Cover ist übrigens die Herzogin von Devonshire abgebildet, eine tüchtige Dame, die aufgrund ihrer Tüchtigkeit in ihrem "farmshop" den Unterhalt ihres großen Anwesens generieren konnte.

Man lernt adelige Schriftstellerinnen und Lyrikerinnen aus England kennen, so etwa die von mir geschätzte Virginia Woolf und auch Sybille Bedford, deren Bücher mir auch sehr gut gefallen, einige davon habe ich rezensiert. Eine intelligente Autorin, die hervorragend schreiben kann.

Doch ich will nicht zu viel verraten. Wer sich über die Ladys und ihre Gepflogenheiten kundig machen möchte, wird das Buch mit Vergnügen lesen. Erwarten Sie bitte keine Yellow-Press- Nachrichten. Die finden Sie hier nicht. Ich sage nur: "sophisticated".

Empfehlenswert.


Filmrezepte: 25 Menüs inspiriert von den schönsten kulinarischen Filmen
Filmrezepte: 25 Menüs inspiriert von den schönsten kulinarischen Filmen
von Thomas Struck
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wie gut ein Koch ist, erkennt man daran, wie gut er die einfachsten Gerichte beherrscht.", 18. April 2014
Dieses Kochbuch ist außergewöhnlich, denn die 25 Menüs, die hier seitens 12 namhafter Sterne-Köche und einem ZEN-Priester zubereitet worden sind, wurden durch Filmrezepte inspiriert.

Bei den Köchen und Köchinnen handelt es sich um: Léa Linster, Christian Lohse, Sonja Frühsammer, Bobby Bräuer, Marco Müller, Cornelia Poletto, Tim Raue, Johannes King, Michael Kempf, Kolja Kleeberg, Michael Hoffmann, Edward Espe Brown und Adoni Aduriz.

Von den Filmen, die genannt werden, sind mir nur einige bekannt, nicht zuletzt "Das große Fressen" und "Der diskrete Charme der Bourgeoisie".

25 Filme werden jeweils kurz skizziert, die Protagonisten werden genannt, auch wer sie gemimt hat. Filmzitate kann man nachlesen und man erhält sehr gute Zubereitungsanleitungen zu vorzüglichen Rezepten.

Den Film "Julie & Julia" habe ich rezensiert. Das ist schon einige Jahre her, so dass ich mich an einzelne Gerichte nur bedingt erinnern kann. Cornelia Poletto hat aufgrund der Gerichte im Film, zwei tolle Rezepte entwickelt, darunter ein "Boeuf Bourguinon", das sehr raffiniert komponiert ist.

Das Buch macht neugierig auf die Filme, die beschrieben werden, neugierig auch auf die Köche, von denen man mehr erfahren möchte, vor allem aber neugierig auf die Umsetzung der Rezepte am heimischen Herd. Die Rezepte sind so unterschiedlich wie die Filme, von denen hier die Rede ist. Der Monat April enthält noch ein "R". Muschel dürfen also noch unbedenklich zubereitet werden. Insofern lockt das Rezept für "Sylter Muscheleintopf" dazu kreiert zu werden. Der Sylter Koch Johannes King hat ein wunderbares Rezept entwickelt, das man unbedingt nachkochen sollte, noch bevor der Mai beginnt.

Ganz zum Schluss werden die Sternköche- Köche und der ZEN- Priester kurz porträtiert, so das man bestens im Bilde ist.

Wer zu Ostern einen "Kaninchenrücken St. Stephano" zubereiten möchte, sollte sich sputen, denn Kaninchen sind derzeit ähnlich wie die Feldhasen im Einsatz... Zur Erinnerung: Sie legen Eier, bunte, hartgekochte.

Vielleicht sollte man sich dann doch lieber mit "Warmem weißer Spargel mit brauner Butter" anfreunden. Das Rezept finden Sie auf Seite 142.

Sehr empfehlenswert.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2014 4:29 PM MEST


Die größten Rätsel der Kunst
Die größten Rätsel der Kunst
von Éléa Baucheron
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Jede Zeit ist eine Sphinx, die sich in den Abgrund stürzt, sobald man ihr Rätsel gelöst hat", sagt Heinrich Heine. Und wie, 18. April 2014
verhält es sich mit den Rätseln der Kunst?

Éléa Baucheron und Diane Routex haben dieses spannend zu lesende Buch auf den Weg gebracht, das sich mit den größten Rätseln der Kunst befasst.

Wie man zu Beginn dieses außergewöhnlichen Buches liest, spricht Kunst Menschen bekanntermaßen auf unterschiedliche Weise an. So vermögen Kunsthistoriker, Kunstfreunde oder auch nur Betrachter ihr Wissen ins Spiel bringen, gleichwohl können sie aber auch ihren eigenen Gefühlen und Eindrücken folgen, wenn sie dem Werk gegenüberstehen. Wie so treffend bemerkt wird, gibt es nicht den einen Weg, um Kunst zu begreifen und zu lieben. Man müsse akzeptieren, dass man den Sinn eines Werkes niemals ganz ergründen könne und lernen, seine rätselhaften Seiten zu schätzen.

Die gezeigten 36 Kunstwerke sind in vier Abschnitte untergliedert und den Begriffen Schicksal, Identität, Erschaffung und Bedeutung zugeordnet. Bevor man zu den einzelnen Werken, die im Buch alle abgelichtet sind, Wissenswertes zu den unter der Oberfläche jeweils verborgenen Mysterien erfährt, liest man stets zuvor etwas zum Oberbegriff und erfährt sogleich zum Oberbegriff Schicksal, dass ein Kunstwerk sein Schicksal nicht in der Hand habe. Es sei Zufällen, der Geschichte und schließlich den Menschen unterworfen, die die Macht haben, es zu erschaffen und zu zerstören. Aber nicht nur den Kunstwerken, sondern auch das Leben verschiedener Künstler und Modelle bleibt rätselhaft, wie die Beispiele zeigen.

Die Identität von Künstlern und Modellen kann ebenfalls problematisch sein und man folgt neugierig den textlichen Ausführungen zum Lächeln der Mona Lisa, deren Lächeln seitens Leonardo da Vinci erfunden wurde. Es symbolisiert das Flüchtige, Vergängliche. Das Rätsel entpuppt sich als persönliche Reflexion.

Bemerkenswert, was man zum Thema Erschaffung im Vorfeld erfährt. Hat der Künstler diese geheimnisvolle Macht tatsächlich? Was alles ist notwendig dazu? Wie schließlich verhält es sich mit der Bedeutung? Es gibt Werke, die für ein spezifisches Publikum bestimmt sind. Hier wird u.a. auf Albrecht Dürers "Melencolia" verwiesen, ein Kupferstich mit einer Fülle von Details, der die Interpretationen nicht einfach macht. Es ist ein Werk eines Intellektuellen für Intellektuelle mit breitgefächertem Detailwissen, das sich auf Aristoteles bezieht und wahrlich zum Nachdenken anregt.

Ein gelungenes Buch, sehr empfehlenswert


Zeigerloser Weg: 61 Haiku über Frauen
Zeigerloser Weg: 61 Haiku über Frauen
von Dagmar Tollwerth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Versteckte Seele,/ in Briefen behütet, zieht/ sie von Hand zu Hand" (Dagmar Tollwert), 18. April 2014
Dieses bemerkenswerte Buch der Lyrikerin Dagmar Tollwerth enthält 61 Haikus über berühmte Frauen, dazu jeweils eine Tuschezeichnung der gerade mittels eines Haikus beschenkten Persönlichkeit und zudem auch immer ein Kurzportrait.

Die Westfälin Dagmar Tollwerth ist die Tochter einer portugiesischen Mutter und eines deutschen Vaters. Die Tuschzeichnungen stammen aus der Feder der koreanischen Kunststudentin Yun Nam.

Damit Sie einen Eindruck gewinnen, wem Tollwerth im Buch Ihre Haikus widmet, werde ich einige Persönlichkeiten hier nennen. Zuvor aber möchte ich kurz mitteilen, was man unter einem Haiku versteht.

Diesbezüglich zitiere zwei Sätze aus Wikipedea und verweise auf den entsprechenden Artikel "Haiku", wo Sie Näheres erfahren können: "Haiku ( jap 俳句, dt. "Schauspielergedicht"; Plural: Haiku, auch: Haikus) ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die heute weltweit verbreitet ist. Das Haiku gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt.“

Die Textporträts sind ebenso vortrefflich gelungen wie die Tuschezeichnungen und die Haikus zeigen, dass die Lyrikerin in ihrem Metier eine Meisterin ist. Bevor ich einige Damen, wie angekündigt nenne, hier ein Haiku, das Bozena Nemcová, einer tschechischen Literatin gewidmet ist, die ich übrigens bislang noch nicht kannte.

"Im tiefen Dunkel
weist die Poesie den Weg
zu den schönen Stern."

Liest man die Kurzbiografie, so erkennt man den Zusammenhang zum Leben Nemcovás sofort.

Im Buch geht es um Persönlichkeiten wie Ricarda Huch, Camille Claudel, Käthe Kollwitz, Elke Lasker–Schüler, Franziska zu Reventlow, Mascha Kaléko, Sophie Scholl, Anne Frank...

Sophie Scholls und Anne Franks Biographie kennen viele. Doch nicht nur deshalb hebe ich die beiden ihnen gewidmeten Haikus hervor. Diese Haikus möchte ich hier zitieren, weil sich in ihnen der Mut der beiden Frauen verdichtet und für jeden sensiblen Menschen spürbar wird.

Sophie Scholl, ermordet von den Nazis:
"Weißes Rosenblatt
Fällt in den Lichthof, ein Tag,
herrlich zum Gehen."

Die Jüdin Anne Frank, starb im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus
"Die Kastanie
Überdauert das Lächeln
Sie blüht Jahr für Jahr"

Alle Persönlichkeiten in diesem Buch sind unbeirrt ihren Weg gegangen und verdienen es deshalb mit Gedichten und Blumen geehrt zu werden. Schön, dass Dagmar Tollwerth sich dieser Aufgabe so vortrefflich gewidmet hat.

Empfehlenswert.


Stern Portfolio No.74 Tim Flach - Evolution (Fotografie)
Stern Portfolio No.74 Tim Flach - Evolution (Fotografie)
von Tim Flach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Doch der Mensch kann immer noch nicht selbst fliegen", 17. April 2014
Der grandiose Bildband "Evolution" zeigt Werke des britischen Fotografen Tim Flach. Zu Beginn des Buches schreibt der stern-Artdirector Johann Erler erläuternd, dass es zwei Möglichkeiten gäbe, Tiere abzulichten und zudem zwei Arten von Tierfotografen unterwegs seien, die Tierwelt bildlich festzuhalten. Wie diese zu erkennen sind, lässt Erler den Leser wissen und auch, dass Tim Flachs Bilder den Respekt vor der Schöpfung dokumentieren.

Jochen Siemens schreibt in seinen Schlussbetrachtungen, dass Flachs Bild-Botschaft jene sei, dass der Bauplan der Natur objektiv ein anderer sei als der, den wir Menschen daraus machen und erklärt dies dann auch näher. Folgt man dem Wunsch Flachs, so soll man seine Fotos als Weg begreifen, unsere Haltung und Verantwortung gegenüber der Natur zu thematisieren.

Der Fotograf will nicht nur als Naturschützer und Biozentrist verstanden werden. Sein Werk ist Dokumentation der Evolution. Dabei hat Flach die meisten Tiere in Zoos und artgerechten Tiergehegen, doch auch einige in seinem Studio in London fotografiert. Seine Technik besteht darin, das Umfeld abzudunkeln. Seine Tierbücher sind eine Fortsetzung der Naturgeschichte in der Tradition von Aristoteles aber auch von Brehm.

Der Fotograf wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Wenn man die Bilder gesehen hat, weiß man auch weshalb.

Tiere des Wassers, der Erde, der Luft, Tiere mit Charakter, auch solche des Gefühls werden dem Betrachter nahegebracht. Am Ende sieht man ein Kind, das dem Betrachter den nackten Rücken zeigt. Das Kind wirkt beschämt. Das Kind sind wir, sofern wir zur Scham fähig sind, aufgrund dessen, was wir den Tieren in all den Jahrhunderten zugemutet und auch angetan haben.

Ob nun eine auf einer Doppelseite abgelichtete Grasnatter oder aber der scharfsinnige Schafshirtenhund, genannt "ungarischer Puli" oder auch die liebesbedürftigen Bonobo, jedes Tier zeigt, das wir auf dieser Erde Lebewesen unter Lebewesen sind und nicht die Krone der Schöpfung.

Empfehlenswert.


Kreuzfahrten auf der Ostsee: Urlaub an Bord - die schönsten Ziele
Kreuzfahrten auf der Ostsee: Urlaub an Bord - die schönsten Ziele
von Ralf Schröder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf." (Oscar Wilde), 16. April 2014
Ralf Schröder ist der Autor dieses reich bebilderten Buches, dessen Thema Kreuzfahrten auf der Ostsee sind. Bereits in der Einleitung hat man Gelegenheit, sich auch fotografisch ein wenig auf das einzulassen, was den Kreuzfahrer bei einer solchen Reise auf Landausflügen erwartet, so etwa das Hamlet-Schloss Kronborg im dänischen Fährhafen Helsingor oder auch die Innenstadt Danzigs, um nur zwei Orte von vielen zu nennen. Man erfährt gleich zu Beginn, weshalb Kreuzfahrten auf der Ostsee boomen. Es sind die vielen Metropolen und Hauptstädte, die man auf einer solchen Kreuzfahrt besuchen und die vielen historischen Sehenswürdigkeiten sowie das Licht, das man bewundern kann.

Die Ostsee ist ein Nebenmeer der Nordsee. Verbunden mit ihr ist sie durch Skagerrak, Kattegat und Belte. Das Binnenmeer ist noch relativ jung. Erst um 600 n.Chr. erhielt es seine jetzige Form.

Man erfährt Wissenswertes über die Wikinger und hanseatischen Kaufleuten. 1161 stattete Heinrich der Löwe die Lübecker Gotlandfahrer mit Privilegien aus. Aus diesem Bund der nach Gotland reisenden Kaufleute entstand damals die Hanse. Zu ihren besten Zeiten waren 70 Städte Vollmitglieder.

Auf der Kreuzfahrt durch die Ostsee kann man vieles entdecken, was mit den Wikingern und der Hanse zu tun hat. Darüber wird man schon im Vorfeld kurz aufgeklärt und erfährt Näheres über die Mittelalterwoche auf Gotland, um schließlich ausführlich über den Fährverkehr auf der Ostsee informiert zu werden. Dann erst lernt man Hafenstädte kennen. Zur Sprache gebracht werden Kopenhagen, Bornholm, Stockholm, Visby, Helsinki, St. Petersburg, Tallinn, Riga, Klaipeda, Danzig, Rostock und Kiel.

Anhand einer Karte kann man genau sehen, wo die einzelnen Orte liegen. Alle Orte werden sehr gut beschrieben und man hat die Chance anhand zahlreicher Fotos, sich einen visuellen Eindruck zu verschaffen. Ich könnte ins Schwärmen geraten über all das, was ich sehe.

Die Insel Bornholm begeistert mich. Sie gehört schon immer zu Dänemark. Dort kann man nicht nur eine interessante Landschaft bewundern, sondern auch "Hammerhus" besichtigen, eine der größten Burgruinen Nordeuropas. Sicher würde mich Stockholm, mehr noch Visby interessieren. Diese Stadt auf Gotland soll sich in drei Stufen aus dem Meer erheben. 44 Türme überragen die dortige Stadtmauer. Auf der Insel gibt es 92 große Kirchen, die vom 12. bis 14. Jahrhundert entstanden sind. Auch die bizarren Gesteinsformationen überzeugen mich. Die Skulpturen werden "Raukar" genannt. Hier wurde die Natur zum Künstler.

Petersburg ist gut beschrieben, auch Tallin, ein Ort, der mich ebenfalls interessiert und ich staune der Gebäude Rigas. Wunderschön ist das 1334 erstmals erwähnte "Schwarzhäupterhaus" das 1999 originalgetreu rekonstruiert worden ist.

Danzig macht mich wehmütig und ich kann die Gründe nicht nennen. Sie sind mir nicht bewusst. Die Altstadt wurde im letzten Krieg völlig zerstört, doch sie wurde von polnischen Restauratoren wieder aufgebaut. Ein Grund sich zu freuen und sich zu überlegen, ob man sich nicht mittels Schiff nach Danzig begeben sollte… Die Hanse.. ja, ja.

Ein tolles Buch, das Reiselust beschert. Die kleinen Hilfen für den Kreuzfahrtalltag auf der Ostsee zum Schluss verstärken die Reiselust.

Empfehlenswert.


Abgedreht: Kunst von irreal bis surreal
Abgedreht: Kunst von irreal bis surreal
von Thomas R. Hoffmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als, 16. April 2014
die Welt des Traumes." (Salvador Dali)

Der Kunsthistoriker Thomas R. Hoffmann ist der Autor dieses Büchlein mit dem Titel "Abgedreht- Kunst von irreal bis surreal".

Gezeigt werden Werke von René Magritte, Giuseppe Arcimboldo, Hieronymus Bosch, Meret Oppenheim, Andreas Mategna, Salvador Dalí, Lucas Cranach, Max Ernst, Oskar Kokoschka, Peter Bruegel, Ernst Ludwig Kirchner, Giovanni Battista Piranesi und Erwin Wurm, die Scheinwelten repräsentieren und zum Hinterfragen der eigenen Wahrnehmung anregen.

Die seitens Hoffmann als "abgedreht" vorgestellten Werke werden alle ausführlich textlich beleuchtet.

Besonders bemerkenswert finde ich ein Gemälde von Hieronymus Bosch, das den Titel "Das Steinschneiden" trägt. Das Original hängt im Museo del Prado in Madrid. Die groteske Szene, die man auf dem Bild sieht, wird im Buch näher beschrieben. Zu Zeiten Boschs glaubte man, dass dumme Menschen einen Stein im Kopf hätten. Der gezeigte Patient auf dem Bild meint, man könne den Stein herausoperieren und damit seine Dummheit. Bosch thematisiert die Leichtgläubigkeit von Patienten gegenüber Quacksalbern. Ein abgedrehtes Bild, als formale Warnung vor Leichtgläubigkeit gegenüber Kurpfuscherei, warum nicht?

Ein weiteres abgedrehtes Gemälde ist "Der Jungbrunnen" von Lucas Cranach. Das Gemälde hängt im Original im Staatlichen Museum in Berlin. Das Wunschbild passt sehr gut in unserer Zeit, in der man versucht zwar nicht mittels Bädern, so doch mittels Skalpell die ewige Jugend zu erlangen, wenn der Stein im Kopf nichts anders zulässt.

Ein interessantes Buch, das sich Gemälden auf wirklich intelligente Weise nähert. Sehr lehrreich.

Empfehlenswert.


Alchemie und Mystik. Das hermetische Museum.
Alchemie und Mystik. Das hermetische Museum.
von Alexander Roob
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Kraft des Gedankens ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst; sie ist aber der Ursprung, 15. April 2014
für die sichtbaren Veränderungen im Leben der Menschen. (Leo Tolstoi)

Wie man den Klappentext bereits entnehmen kann, liefert dieses Handbuch einen Überblick über die umfangreiche Tradition der Alchemie, von mittelalterlichen Holzschnitten bis hin zu Illustrationen William Blakes. Gezeigt wird das gesamte Universum von okkultem Wissen, so etwa Hieroglyphen der Kabbalisten, Symbole der Rosenkreuzer aber auch der Freimaurer und erläutert wird wie eng diese mit frühen wissenschaftlichen Medizinillustrationen, mit Chemie, Optik und Farbenlehre verbunden sind.

Nach einen ausführlichen Einleitung wird man mit einer mir bislang unbekannten Bilderwelt vertraut gemacht, die ich durch die Erläuterung höchst spannend zu erforschen finde. So erfährt man Wissenswertes über die Sphärenmusik, die auf den griechischen Philosophen Pythagoras zurückgeht. Dieser war überzeugt, dass die ganze Welt aus Harmonie und Zahl bestünde. Sowohl die mikrokosmische Seele wie auch das makrokosmische Universum seien nach idealen Proportionsverhältnissen zusammengefügt. Dies lasse sich in einer Tonfolge ausdrücken, (vgl.: S.84). Anhand von Graphiken hat man die Chance, mehr über diese Lehre der Welt-Musik zu erfahren.

Interessant auch die Betrachtungen zur Stufenleiter, wobei ich die Jakobsleiter Blakes besonders bemerkenswert finde. Bei ihm ist sie an die Anatomie des Ohres geknüpft, dessen Gehörgänge er "die sich endlos wandelnden spiraligen Aufstiege zu den Himmeln der Himmel nennt." ( S.257).

Beeindruckend sind des Weiteren der philosophische Baum und das philosophische Ei, die göttliche Geometrie, das Rad und schließlich die Signaturen in den Handflächen.

Ein außergewöhnliches Buch. Empfehlenswert.


Vom Gehorsam zur Freiheit: Biografien aus dem Widerstand
Vom Gehorsam zur Freiheit: Biografien aus dem Widerstand
von Ferdinand Schlingensiepen
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und, 15. April 2014
ganz gewiss an jedem Tag." (Dietrich Bonhoeffer)

Der Theologe und Publizist Ferdinand Schlingensiepen hat einige der Persönlichkeiten aus dem Widerstand gegen Hitler und sein totalitäres Regime persönlich gekannt.

Dieser Autor zeigt in den sechs Kurzbiografien, in welcher Weise mutige Menschen Widerstand gegen das NS- Regime leisteten. Porträtiert werden Sophie Scholl, Adam von Trott zu Solz, Helmuth James Graf von Moltke, Harald Pölchau, George Bell, Dietrich Bonhoeffer.

Wie der Theologe festhält, gibt es bei diesen Persönlichkeiten trotz unterschiedlicher Motivation, unterschiedlichem Denken und auch unterschiedlicher Vorgehensweise eine Gemeinsamkeit und diese beruht in einer christlichen Grundorientierung, die sich in tief empfundener Nächstenliebe offenbart.

Es ist mehr als nur wahrscheinlich, dass die Zivilcourage dieser Menschen auf ihrem Glauben basierte. Für denkbar halte ich dies deshalb, weil derjenige, der es mit der christlichen Nächstenliebe Ernst nimmt, auch Mut entwickelt, diese zu leben. In Zeiten totalitärer Regime erfordert Nächstenliebe mitunter große Zivilcourage, wie sie nur Menschen aufbringen, die zu wirklicher Anteilnahme fähig sind.

Ich möchte die Kurzbiografien nun nicht verkürzt darstellen. Sondern ich empfehle diese Biographien in Schulen, aber auch in Familien zu lesen und zu diskutieren. Wie Schlingensiepen so zutreffend bemerkt, haben die beschriebenen Menschen sich der Wirklichkeit ihrer Zeit ausgesetzt und das Böse in ihr erkannt und bekämpft. Genau darin besteht ihr bleibendes Vorbild und obschon diese Vorbilder aus der dunkelsten Epoche unserer Geschichte uns auf Fragen im Hier und Heute vielleicht keine Antwort geben können, zeigen sie uns doch, mit welcher Haltung man in schwersten Krisen ein Mensch bleiben kann, der sich der Vorteile und damit nicht selten des verlockenden Bösen wegen keinesfalls verbiegen lässt.

Empfehlenswert.


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