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Beiträge von Helga König
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Rezensionen verfasst von
Helga König
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   

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Kreuzfahrten auf der Ostsee: Urlaub an Bord - die schönsten Ziele
Kreuzfahrten auf der Ostsee: Urlaub an Bord - die schönsten Ziele
von Ralf Schröder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

5.0 von 5 Sternen Kreuzfahrten auf der Ostsee:, 16. April 2014
Ralf Schröder ist der Autor dieses reich bebilderten Buches, dessen Thema Kreuzfahrten auf der Ostsee sind. Bereits in der Einleitung hat man Gelegenheit, sich auch fotografisch ein wenig auf das einzulassen, was den Kreuzfahrer bei einer solchen Reise auf Landausflügen erwartet, so etwa das Hamlet-Schloss Kronborg im dänischen Fährhafen Helsingor oder auch die Innenstadt Danzigs, um nur zwei Orte von vielen zu nennen. Man erfährt gleich zu Beginn, weshalb Kreuzfahrten auf der Ostsee boomen. Es sind die vielen Metropolen und Hauptstädte, die man auf einer solchen Kreuzfahrt besuchen und die vielen historischen Sehenswürdigkeiten sowie das Licht, das man bewundern kann.

Die Ostsee ist ein Nebenmeer der Nordsee. Verbunden mit ihr ist sie durch Skagerrak, Kattegat und Belte. Das Binnenmeer ist noch relativ jung. Erst um 600 n.Chr. erhielt es seine jetzige Form.

Man erfährt Wissenswertes über die Wikinger und hanseatischen Kaufleuten. 1161 stattete Heinrich der Löwe die Lübecker Gotlandfahrer mit Privilegien aus. Aus diesem Bund der nach Gotland reisenden Kaufleute entstand damals die Hanse. Zu ihren besten Zeiten waren 70 Städte Vollmitglieder.

Auf der Kreuzfahrt durch die Ostsee kann man vieles entdecken, was mit den Wikingern und der Hanse zu tun hat. Darüber wird man schon im Vorfeld kurz aufgeklärt und erfährt Näheres über die Mittelalterwoche auf Gotland, um schließlich ausführlich über den Fährverkehr auf der Ostsee informiert zu werden. Dann erst lernt man Hafenstädte kennen. Zur Sprache gebracht werden Kopenhagen, Bornholm, Stockholm, Visby, Helsinki, St. Petersburg, Tallinn, Riga, Klaipeda, Danzig, Rostock und Kiel.

Anhand einer Karte kann man genau sehen, wo die einzelnen Orte liegen. Alle Orte werden sehr gut beschrieben und man hat die Chance anhand zahlreicher Fotos, sich einen visuellen Eindruck zu verschaffen. Ich könnte ins Schwärmen geraten über all das, was ich sehe.

Die Insel Bornholm begeistert mich. Sie gehört schon immer zu Dänemark. Dort kann man nicht nur eine interessante Landschaft bewundern, sondern auch "Hammerhus" besichtigen, eine der größten Burgruinen Nordeuropas. Sicher würde mich Stockholm, mehr noch Visby interessieren. Diese Stadt auf Gotland soll sich in drei Stufen aus dem Meer erheben. 44 Türme überragen die dortige Stadtmauer. Auf der Insel gibt es 92 große Kirchen, die vom 12. bis 14. Jahrhundert entstanden sind. Auch die bizarren Gesteinsformationen überzeugen mich. Die Skulpturen werden "Raukar" genannt. Hier wurde die Natur zum Künstler.

Petersburg ist gut beschrieben, auch Tallin, ein Ort, der mich ebenfalls interessiert und ich staune der Gebäude Rigas. Wunderschön ist das 1334 erstmals erwähnte "Schwarzhäupterhaus" das 1999 originalgetreu rekonstruiert worden ist.

Danzig macht mich wehmütig und ich kann die Gründe nicht nennen. Sie sind mir nicht bewusst. Die Altstadt wurde im letzten Krieg völlig zerstört, doch sie wurde von polnischen Restauratoren wieder aufgebaut. Ein Grund sich zu freuen und sich zu überlegen, ob man sich nicht mittels Schiff nach Danzig begeben sollte. Die Hanse.. ja, ja

Ein tolles Buch, das Reiselust beschert. Die kleinen Hilfen für den Kreuzfahrtalltag auf der Ostsee zum Schluss verstärken die Reiselust.

Empfehlenswert.


Abgedreht: Kunst von irreal bis surreal
Abgedreht: Kunst von irreal bis surreal
von Thomas R. Hoffmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als, 16. April 2014
die Welt des Traumes." (Salvador Dali)

Der Kunsthistoriker Thomas R. Hoffmann ist der Autor dieses Büchlein mit dem Titel "Abgedreht- Kunst von irreal bis surreal".

Gezeigt werden Werke von René Magritte, Giuseppe Arcimboldo, Hieronymus Bosch, Meret Oppenheim, Andreas Mategna, Salvador Dalí, Lucas Cranach, Max Ernst, Oskar Kokoschka, Peter Bruegel, Ernst Ludwig Kirchner, Giovanni Battista Piranesi und Erwin Wurm, die Scheinwelten repräsentieren und zum Hinterfragen der eigenen Wahrnehmung anregen.

Die seitens Hoffmann als "abgedreht" vorgestellten Werke werden alle ausführlich textlich beleuchtet.

Besonders bemerkenswert finde ich ein Gemälde von Hieronymus Bosch, das den Titel "Das Steinschneiden" trägt. Das Original hängt im Museo del Prado in Madrid. Die groteske Szene, die man auf dem Bild sieht, wird im Buch näher beschrieben. Zu Zeiten Boschs glaubte man, dass dumme Menschen einen Stein im Kopf hätten. Der gezeigte Patient auf dem Bild meint, man könne den Stein herausoperieren und damit seine Dummheit. Bosch thematisiert die Leichtgläubigkeit von Patienten gegenüber Quacksalbern. Ein abgedrehtes Bild, als formale Warnung vor Leichtgläubigkeit gegenüber Kurpfuscherei, warum nicht?

Ein weiteres abgedrehtes Gemälde ist "Der Jungbrunnen" von Lucas Cranach. Das Gemälde hängt im Original im Staatlichen Museum in Berlin. Das Wunschbild passt sehr gut in unserer Zeit, in der man versucht zwar nicht mittels Bädern, so doch mittels Skalpell die ewige Jugend zu erlangen, wenn der Stein im Kopf nichts anders zulässt.

Ein interessantes Buch, das sich Gemälden auf wirklich intelligente Weise nähert. Sehr lehrreich.

Empfehlenswert.


Vom Gehorsam zur Freiheit: Biografien aus dem Widerstand
Vom Gehorsam zur Freiheit: Biografien aus dem Widerstand
von Ferdinand Schlingensiepen
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und, 15. April 2014
ganz gewiss an jedem Tag." (Dietrich Bonhoeffer)

Der Theologe und Publizist Ferdinand Schlingensiepen hat einige der Persönlichkeiten aus dem Widerstand gegen Hitler und sein totalitäres Regime persönlich gekannt.

Dieser Autor zeigt in den sechs Kurzbiografien, in welcher Weise mutige Menschen Widerstand gegen das NS- Regime leisteten. Porträtiert werden Sophie Scholl, Adam von Trott zu Solz, Helmuth James Graf von Moltke, Harald Pölchau, George Bell, Dietrich Bonhoeffer.

Wie der Theologe festhält, gibt es bei diesen Persönlichkeiten trotz unterschiedlicher Motivation, unterschiedlichem Denken und auch unterschiedlicher Vorgehensweise eine Gemeinsamkeit und diese beruht in einer christlichen Grundorientierung, die sich in tief empfundener Nächstenliebe offenbart.

Es ist mehr als nur wahrscheinlich, dass die Zivilcourage dieser Menschen auf ihrem Glauben basierte. Für denkbar halte ich dies deshalb, weil derjenige, der es mit der christlichen Nächstenliebe Ernst nimmt, auch Mut entwickelt, diese zu leben. In Zeiten totalitärer Regime erfordert Nächstenliebe mitunter große Zivilcourage, wie sie nur Menschen aufbringen, die zu wirklicher Anteilnahme fähig sind.

Ich möchte die Kurzbiografien nun nicht verkürzt darstellen. Sondern ich empfehle diese Biographien in Schulen, aber auch in Familien zu lesen und zu diskutieren. Wie Schlingensiepen so zutreffend bemerkt, haben die beschriebenen Menschen sich der Wirklichkeit ihrer Zeit ausgesetzt und das Böse in ihr erkannt und bekämpft. Genau darin besteht ihr bleibendes Vorbild und obschon diese Vorbilder aus der dunkelsten Epoche unserer Geschichte uns auf Fragen im Hier und Heute vielleicht keine Antwort geben können, zeigen sie uns doch, mit welcher Haltung man in schwersten Krisen ein Mensch bleiben kann, der sich der Vorteile und damit nicht selten des verlockenden Bösen wegen keinesfalls verbiegen lässt.

Empfehlenswert.


Alle Menschen sind gleich - erfolgreiche nicht: Die verblüffenden kulturellen Ursachen von Erfolg, plus E-Book inside (ePub, mobi oder pdf)
Alle Menschen sind gleich - erfolgreiche nicht: Die verblüffenden kulturellen Ursachen von Erfolg, plus E-Book inside (ePub, mobi oder pdf)
von Amy Chua
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Was ist anders bei Erfolgreichen?, 13. April 2014
Amy Chua und Jed Rubenfeld haben ein bemerkenswertes Buch verfasst, das sich mit den kulturellen Ursachen von Erfolg näher auseinandersetzt. Das Werk wurde aus dem Englischen von Ulrike Bischoff übersetzt.

Amy Chua, der Inbegriff einer Karrierefrau, ist die Tochter chinesischer Einwanderer. Jed Rubenfeld stammt aus einer jüdischen Familie. Beide sind Juraprofessoren in Yale, miteinander verheiratet und zählen zur amerikanischen Elite.

Das Buch bringt nicht nur den Aufstieg, sondern auch den Niedergang von Bevölkerungsgruppen zur Sprache. Dabei gehen die Autoren davon aus, dass drei Kräfte ursächlich für den Aufstieg und Erfolg der Gruppe und der Gruppenmitglieder sind. Es wird keineswegs unerwähnt gelassen, dass diese Kräfte auch pathologische Züge beinhalten. Bei dem Dreierpack handelt es ich um die Elemente: Überlegenheitskomplex, Unsicherheit und Impulskontrolle. In der modernen US-Kultur sind diese Elemente nicht enthalten, insofern ist es nicht verwunderlich, dass die erfolgreichsten Gruppen der amerikanischen Gesellschaft "auf die ein oder andere Weise Außenseiter sind." Das gilt übrigens nach meinen Beobachtungen auch in unserer Gesellschaft, wo der Leistungsgedanke leider über Bord geworfen wurde und durch Korruptionsgedanken und dergleichen mehr ersetzt worden ist.

Wie auch immer, jedes Element, so die Untersuchungsergebnisse, bringt- das ist der Preis für den Erfolg- gewisse Pathologien hervor. So ist von Neurosen unsicherer Menschen die Rede, auch von dem Moment, dass Triebversagung, die die Fähigkeit untergraben kann, das Schöne, die Ruhe und den Moment zu erleben. Dann ist da noch der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe, die Arroganz, Vorurteile etc. fördern kann.

Ist der Dreipack Bestandteil einer Kultur, konzentriert sie sich tendenziell auf materiellen, konventionellen und prestigeträchtigen Erfolg, so die Autoren. Motiv ist die Unsicherheit, die sie antreibt und daraus herrührend, der Drang der Welt etwas beweisen zu müssen oder auch die Angst den Angehörigen nicht genug auf den Tisch bringen zu können, weil man ein Außenseiter ist.

Gezeigt werden in diesem Buch die kulturellen Gemeinsamkeiten der erfolgreichsten Bevölkerungsgruppen in den USA, auch ihr Werdegang über mehrere Generationen hinweg und ihre Pathologien. Interessanterweise geraten Gruppen, die es zum Dreierpackerfolg bringen, irgendwann in einen schöpferischen Zerstörungsprozess, der sie “unwiderruflich verändert“. Dies geschieht, indem sie gewissermaßen Bestandteil anderer Gruppen wird durch Heirat etc. oder aber irgendwann in der Generationenfolge die Elemente verliert. Wohl an erster Stelle die Impulskontrolle, gefolgt von der Unsicherheit. Soweit ich es beurteilen kann, ist Impulskontrolle das A und O für Erfolg, egal wo man lebt und in welcher gesellschaftlichen Gruppierung man hineingeboren ist.

Nachdem man im Einzelnen liest, welche Bevölkerungsgruppen, in den USA erfolgreich sind, werden die drei eingangs bereits genannten Elemente näher beleuchtet. Mich interessiert seit Jahren das Phänomen der "Impulskontrolle" besonders, weil ich von Kindesbeinen an beobachten konnte, dass bei Menschen, die diese kaum besitzen, ein erfolgreiches Leben nicht möglich ist. Verzichten zu können und konsequent zu arbeiten, anstelle sofort zuzugreifen und sich in die Hängematte zu legen, bedürfen einer bestimmten Grundmotivation. Dass Menschen, die seit Generationen in der Sahne hocken, diese nicht haben können, leuchtet ein.

Die Autoren nennen Forschungsergebnisse der führenden Sozial- und Entwicklungspsychologen wie Roy Baumeister sowie Carol und Angela Duckworth, wonach die Fähigkeit Versuchungen zu widerstehen- speziell der Versuchung aufzugeben, wenn eine Aufgabe anstrengend wird, entscheidend für den Erfolg ist. Tests schon bei Kindern zeigen immer wieder, dass Impulskontrolle der eigentliche Motor für Erfolg darstellt.

Für den Fortschritt, so die Autoren, ist die Impulskontrolle, möglicherweise das wichtigste Element. Menschen mit Dreierpackkonstellation, die Gruppen mit Dreierpackkonstellationen entstammen, werden in der Regel ermuntert oder auch gedrängt, hart zu arbeiten und nach oben zu streben, Menschen mit Dreierpackkonstellation ohne Gruppenrückendeckung können hingegen nur aus ihren eigenen Ressourcen schöpfen oder erfahren sogar Verachtung ihrer Gruppenmitglieder, wenn jenen der Biss zum Erfolg fehlt.

Bill Gates, Zuckerberg und Steve Jobs zählen zu den schwerst arbeitenden und auch getriebensten Menschen ihrer Generation, urteilen die beiden Yale-Professoren. Ihr Erfolg sei nur möglich, weil sie viel arbeiten und Fähigkeiten leben, die notwendig sind, um so erfolgreich zu sein.

Die Autoren sind sich sicher, dass es in den USA auf Dauer keine erfolgreichen Gruppen, wie im Buch beschrieben, mehr geben wird, sondern nur noch erfolgreiche Individuen.

Für Einzelwesen, die für ihren Erfolg überdurchschnittlich viel arbeiten, wird es zukünftig nicht einfacher werden, so meine Vermutung, weil Neid und Missgunst ihrer Mitmenschen dafür sorgen werden, dass sie noch mehr Impulskontrolle aufbauen müssen. Was hier allerdings hilft ist Resilienz. Diese sollte man als erfolgsorientierter Mensch täglich üben, um "sein Ding" durchzuziehen.

Sehr empfehlenswert.


»Seit heute, aber für immer«: Die schönsten Liebesgedichte (insel taschenbuch)
»Seit heute, aber für immer«: Die schönsten Liebesgedichte (insel taschenbuch)
von Elke Heidenreich
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen »Seit heute, aber für immer«, 12. April 2014
.../die Liebe ist eine Sandpflanze/die im Feuer dient/und nicht verzehrt wird-/.. (Nelly Sachs, S.29),

Die Liebesgedichte in diesem Buch wurden seitens Elke Heidenreich und André Heller ausgewählt. Dabei war Heidenreich für die Auswahl der Gedichte von Lyrikerinnen und Heller für die Auswahl der von Lyrikern verfassten Gedichte zuständig. Obschon ich bereits viele Liebesgedichte gelesen habe, fand ich in der vorliegenden Gedichtsammlung dennoch zahlreiche Verse, die ich noch nicht kannte. Dass mich dies erfreute, will ich nicht unerwähnt lassen.

Wenn man gerade nicht verliebt ist, liest man Liebesgedichte anders, möglicherweise analytischer als zu Zeiten, in denen das Herz wild schlägt und sind wir voller Sehnsucht, sprechen uns andere Verse an, als zu Zeiten, in denen man seine junge Verliebtheit lebt und wiederum andere, wenn Kummer ansteht, weil eine Liebesgeschichte dem Ende zugeht und Trauer angesagt ist.

Natürlich gibt es Lyriker und Lyrikerinnen, die uns von der Chemie her näher stehen. In meinem Fall sind es die Dichterinnen Else-Lasker-Schüler, Mascha Kaléko, Ricarda Huch und Rose Ausländer, die in diesem Gesichtsband gottlob mit zahlreichen Liebesgedichten vertreten sind. Bei den Dichtern im Buch schätze ich Rilke und Pablo Neruda am meisten und bedaure, dass man Tagore nicht mit in die Auswahl genommen hat.

Es führt zu weit, alle Dichter und Dichterinnen hier aufzulisten oder gar die Titel der ausgewählten Liebesgedichte. Bevor man sich in diese vertieft, sollte man die Nachworte von Heller und Heidenreich lesen. Ich nenne Heller zuerst, weil dessen Nachwort nicht am Ende des Buches steht , sondern die ausgewählten Gedichte von Heidenreich abschließt. Wie er schreibt, hat ihn in seinem Leben kaum etwas mehr interessiert als die innersten Gedanken und Bilder besonderer Frauen. Er resümiert, dass die Liebesgedichte der Frauen im Buch als Einblicke in Anrufungen, Lobpreisungen, Glücksephorien, Selbsterniedrigungen, Trauerhymnen, Wutbeschwörungen und anderes Flüstern und Schreien zu begreifen sind, das zu lesen eine wunderbare Bereicherung sei. Diese Meinung teile ich völlig. Elke Heidenreich schreibt in ihrem Nachwort zu den Versen der Dichter und kommt zum Ergebnis, dass Lyriker seltener von ihrer Verlassenheit schreiben. Männer möchten halt letztlich als Helden gelten. Die meisten jedenfalls.

Wie immer, wenn ich einen Gedichtband rezensiere, will ich eines der Gedichte zitieren. Es ist kein heiteres Liebesgedicht, aber es vermittelt ein Gefühl, das jeden am Ende einer Liebesbeziehung erwarten kann und daran erinnert, dass man schöne Stunden voller Achtsamkeit genießen sollte. Nichts dauert ewig, was bleibt ist das gezeichnete Ich.

Nicht alle Schmerzen.

Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen
sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
Und während Tage und Jahre verstreichen,
Werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, als wenn nichts wäre,
Sie scheinen geronnen wie Schaum,
Doch Du spürst ihre lastende Schwere
Bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
Die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle
Da blüht nichts mehr.
Ricarda Huch, Seite 128.

Sehr empfehlenswert

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Die Vermessung der Liebe: Vertrauen und Betrug in Paarbeziehungen
Die Vermessung der Liebe: Vertrauen und Betrug in Paarbeziehungen
von John Gottman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

5.0 von 5 Sternen Die Vermessung der Liebe, 12. April 2014
Autoren dieses bemerkenswerten Buches sind der Psychologieprofessor John M. Gottmann und die Journalistin Nan Silver. Das Werk wurde aus dem Amerikanischen von Cathrine Hornung übersetzt.

Nach langjährigen wissenschaftlichen Untersuchungen seitens Gottmann hat der Paarexperte herausgefunden, dass Vertrauen das A und O einer Beziehung ist und die Basis für langandauernde Liebesbeziehungen darstellt. Vertrauen wirkt stressreduzierend, weil es uns erlaubt, auch mit unvollständigen Informationen gelassen umzugehen.

Ziel des Autors ist es, Paaren dabei zu helfen, eine glücklichere Beziehung anzusteuern und Langzeitbeziehungen besser zu verstehen.

Gleich zu Beginn des Buches haben Paare die Chance ihr Vertrauensniveau mittels eines Tests auszuloten. Bei Paaren, die in der Lage sind, auch während eines Streits immer wieder in eine freundliche Gesprächszone zu wechseln und damit bindungsreparierend handeln, sind Streitgespräche weniger destruktiv und können zu konstruktiven Ergebnissen führen. Probleme entstehen, wenn verbohrt gemauert wird, dann sinkt das Vertrauensniveau rapide.

Sogenanntes "Flooding" verhindert bei Auseinandersetzungen, dass Reparaturmaßnahmen greifen und sich im Streit die Wogen glätten. Männer scheinen aufgrund ihrer männlichen Vorfahren weitaus intensiver Kampf-oder Flucht-Reaktionen aufzuweisen als Frauen und im Streit weitaus irrationaler zu handeln. Wenn Männer mit ihren Frauen streiten, spüren sie archaische Gefahr und ticken so als hätten sie ein "blutrünstiges Raubtier" (S.56) und nicht eine "wütende Partnerin" (S.56) vor sich.

Die fünf Schritte, die in die "Mausefalle" (Begriff der Autoren) führen, werden ausführlich erläutert. Mausefalle will sagen, dass die Beziehung entweder jahrelang vor sich hindümpelt, weil sie zerrüttet ist oder man sich trennt. In solchen kaputten Beziehungen wechseln sich Schweigen und lautstarke Auseinandersetzungen ab. Die meisten Therapeuten versuchen solchen Paaren bessere Kommunikations- und Verhandlungsfertigkeiten mit an die Hand zu geben, doch das scheint nicht zu genügen. Um was es eigentlich geht, ist das Vertrauen wieder aufzubauen.

Wo kein Vertrauen mehr da ist, muss es Ursachen hierfür geben. Die Autoren beleuchten verschiedene Arten des Betrugs. Vertrauensbruch entsteht keineswegs nur durch sexuelle Untreue, von der im Buch ausführlich die Rede ist, sondern es gibt viele andere Kriterien, die das Vertrauen zerstören, so etwa solche, bei denen sich ein Partner nur bedingt für die Beziehung einsetzt, auch nicht sexuelle Affären pflegt, (z.B. mit seinem Hobby), wenn man sich als Geheimniskrämer erweist, ein Bündnis gegen den Partner schmiedet, kalt und abwesend reagiert, respektlos, ungerecht und selbstsüchtig handelt und Versprechen nicht einhält.

Beziehungen bestehen nicht zuletzt auch aus Verpflichtungen, die die Paare immer wieder aufs Neue abstimmen sollten. Wie das funktioniert, zeigen die Autoren sehr gut, z.B. indem sie Worte auflisten, die Gefühlszustände zum Ausdruck bringen und die man in Gesprächen mit dem Partner nutzen sollte, um positive oder negative Gefühllagen verbalisieren zu können. Verdeutlicht wird wie man sich einander zuwendet, kognitive und emotionale Reparaturen vornimmt und große als auch kleine Konflikte bewältigt.

Wie man lernt, erneut wieder zu vertrauen, wird auch sehr gut erläutert und zum Schluss wird auch noch klar dargelegt, von wem man besser die Finger lässt.

Aufrichtigkeit, Offenheit, Zuverlässigkeit, ethisches Handeln und Loyalitätsbeweise sind die Basis guter Beziehungen, weil sie Vertrauen schaffen. Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte besser keine Beziehung eingehen..

Sehr empfehlenswert.


Eidesbruch: Ärzte, Geschäftemacher und die verlorene Würde des Patienten
Eidesbruch: Ärzte, Geschäftemacher und die verlorene Würde des Patienten
von Michael Imhof
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

5.0 von 5 Sternen Eidesbruch, 11. April 2014
"Wo das Bewußtsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken. Das Fortschreiten zur entwickelten Inhumanität ist dann nur noch eine Frage der Zeit."
(Albert Schweitzer).

Dr. med. habil. Michael Imhof ist selbstständiger Gutachter für medizinische Behandlungsfehler. Zuvor war er an der Chirurgischen Universität Würzburg tätig und dort auf Tumorchirurgie spezialisert.

In seinem neuen Buch "Ärzte, Geschäftemacher und die verlorene Würde der Patienten" bestätigt er all das, was ich schon seit langem vermute. Geldgier, Korruption und Habsucht hat zu den ethischen Dammbrüchen in der Medizin geführt. Wie sich diese darstellen, thematisiert Dr. Imhof u.a. in seinem Werk, das sich nicht für Muse-Stunden eignet.

Der Autor hat sein Buch in drei große Teile untergliedert
It from bit: Innenansichten der modernen Medizin
Die sieben Todsünden der modernen Medizin
Die moderne Medizin- ein Abgesang und ein Aufruf

Ich muss zugeben, dass ich zunächst zögerlich den ersten Teil des Buches gelesen habe, weil ein sehr guter Studienfreund derzeit schwer an Krebs erkrankt ist und ich von dem entsetzt bin, was ich bei Imhof lese. Weltweit erkranken jedes Jahr etwa zehn Millionen Menschen an Krebs. Imhof schreibt, dass sich bis 2030 die Zahl auf 26 Millionen erhöhen soll und dann 17 Millionen Menschen im Jahr an Krebs sterben. Noch immer gebiete die Macht dieser Krankheit Demut. Nach wie vor werden die Patienten zum Großteil mit Medikamenten behandelt, die nicht wirksam sind. Nicht selten sind die Patienten hinterher kränker als zuvor. Es sei das unüberschaubare komplexe Zusammenspiel von oftmals Hunderten von Mutationen, die die Biodynamik des Tumorwachstums und insofern auch sein mögliches Ansprechen auf eine spezifische Therapie bestimmen, (vgl.: S.25).

Dr. Imhof schreibt nicht nur über die Sprachlosigkeit der modernen Medizin und über den Menschen im dortigen neuen Weltbild, sondern bringt sehr dezidiert die sieben Todsünden der modernen Medizin zur Sprache, dabei beginnt er mit der Kommerzialisierung von Krankheit und Leiden und zeigt wie das Krankenhaus als Profit Center agiert. In deutschen Krankenhäusern herrscht Wettbewerb, Ökonomisierung und Gewinnsteigerung. Ursache hierfür ist das DRG-System. Was darunter zu verstehen ist, wird im Buch genau erläutert. Aus Zeitgründen sind Ärzte nicht in der Lage, sich ein Gesamtbild über die Krankheit zu verschaffen. Anstelle von einer individuellen Ermittlung eines Zustandes des Patienten treten Datensammlungen, die nur fragmentarisch die Einzelsymptome abbilden, auf. Das Gesamtbild aber bleibt unklar. Die Patientenbeziehungen sind ökonomisch gestaltet. Die Realität des Patienten findet jenseits des Geschäftes weder Raum noch Sinn, (vgl.: S.74).

Es ist bedauerlich, dass man nicht auf alles in diesem faktenreichen Buch im Rahmen der Rezension eingehen kann, so etwa auf die Hygieneskandale als Folge von Budjetierungszwängen. Gier herrscht allerorten. Die Rede ist von Goldgräberstimmung in der Krebsmedizin. Selbst Krankenhausapotheken fallen durch stark erhöhte Rechnungen für privat versicherte Krebspatienten auf. Man liest von 90 % Zuschlagsregelung, aber auch den unverschämten Beutezügen der Pharmaindustrie. Der Gesundheitsökonom Karl Lauterbach schreibt Deutschland sei der "Pharmamülleimer Europas", (S.101), woran ich nach der Lektüre dieses Buches keinen Zweifel mehr habe.

Abgehandelt wird Habsucht am Beispiel von Anwendungsbeobachtungen, auch an den Maßlosigkeiten der Vorstandsetagen. Von Korruption ist die Rede, der eigentlichen Pest der letzten 15 Jahre in unserem Land, von gefälschten Studien, Betrugsfällen, auch von Organspendeskandalen und nicht zuletzt von überflüssigen Operationen. So sollen beispielsweise 85% der operativen Eingriffe bei Patienten mit Rückenbeschwerden nicht notwendig sein. Auch Deutschlands Orthopäden habe die Operationswut heimgesucht. All dass und die vertuschten Behandlungsfehler bestätigen meine Skepsis im Hinblick auf die Götter in Weiß, denen ich nach Möglichkeit aus dem Weg gehe, trotz utopischer Krankenkassenbeiträge.

Über den Mangel an Mitleid, auch über Hochmut und Machbarkeitswahn und den absurden Traum der ewigen Jugend medizinisch erzeugen zu können, schreibt der Autor ebenfalls packend.

Ein Buch, das wütend macht und aufrüttelt. So kann es nicht weitergehen. Umdenken ist angesagt. Die Gier höhlt alles Systeme der Gesellschaft aus, nicht nur unser Gesundheitssystem.

Empfehlenswert.


Kein Titel verfügbar

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Sie wissen wollen wie Psychopathen ticken und wie Sie sich erfolgreich gegen solche Widerlinge abgrenzen können., 11. April 2014
Die in Paris praktizierende Psychoanalytikerin und Familientherapeutin Marie -France Hirigoyen befasst sich in diesem Buch mit dem Phänomen der seelischen Gewalt im Alltag und verdeutlicht, dass diese von Seiten perverser Narzißten an ihren Partnern, Kindern, auch ihren Arbeitskollegen ausgelebt wird und die Opfer krank macht. Hirigoyen versucht die Betroffenen zu ermutigen, ihrer eigenen Wahrnehmung zu trauen und sich zur Wehr zu setzen.

Den Aggressor benennt die Therapeutin als narzißtischen Perversen. Gemeint ist damit eine Person, die unter dem Einfluss ihres großartigen Ichs, versucht, eine Bindung an ein zweites Ich aufzubauen, indem sie insbesondere mit der narzißtischen Unversehrtheit des anderen den Kampf aufnehmen, um ihn zu entwaffnen. Sie getrauen sich auch heran an die Eigenliebe des anderen, an sein Selbstvertrauen, seine Selbstachtung und an seinen Glauben an sich selbst. Zeitgleich versuchen sie glauben zu machen, das Band der Abhängigkeit zwischen dem anderen und ihnen sei unersetzlich und es sei der andere, der sich darum bemühe.

Es fällt auf, dass solche Menschen nicht nur durch Größenideen gekennzeichnet sind, sondern auch eine extrem egozentrische Einstellung, einen Mangel an Einfühlung und Interesse für ihre Mitmenschen- so sehr sie andererseits nach deren Bewunderung und Anerkennung gieren-. Narzißtische Perverse empfinden starken Neid auf andere, die etwas haben, was sie nicht haben, und sei es einfach bloß Freude am Leben.

Die Psychoanalytikerin konstatiert, dass es diesen Menschen nicht nur an Gefühlstiefe fehlt, sondern ihr Gefühlsleben auch nur mangelhaft differenziert ist, die Emotionen rasch aufflackern, aber ebenso rasch wieder verschwinden. Besonders fällt das Fehlen echter Gefühle von Traurigkeit, Sehnsucht und Bedauern auf. Das Unvermögen zu echten depressiven Reaktionen ist ein Grundzug der narzißtischen Persönlichkeit.

Die Autorin zeigt nun wie narzißtische Perverse über ihre Herrschsucht und über mittelbare und unmittelbare Gewalt ihren Lebenspartner aber auch ihre Kollegen am Arbeitsplatz und Menschen anderswo zu destabilisieren suchen, indem sie herabwürdigen, diskreditieren, isolieren, schikanieren, den anderen zu Fehlern verleiten, oder sexuell belästigen.

Bei Menschen mit diesem Charaktermuster muss die Liebe stets gespalten sein und umgeben von Hass. Quälen ist die Art ihre Beute nicht loslassen zu wollen, wenn es der Partner geschafft hat, sich zu entfernen. Je stärker der Machttrieb, desto größer ist der heimliche Groll und die Wut. Der narzißtisch Perverse will durch seine Machenschaften den anderen an sich zweifeln lassen. Dazu sind ihm alle Mittel recht; hinterhältige Anspielungen, Lügen, Ungeheuerlichkeiten etc.

Ein solch gestrickter Aggressor verweigert stets die unmittelbare Kommunikation, um aus dem Hinterhalt anzugreifen und sein Opfer, wo er nur kann, als Versager abzustempeln.

Noch schlimmer, wenn der Aggressor ein solches Verhalten gegenüber wehrlosen Kindern gegenüber ausübt. Solche Kinder benötigen in der Folge dringend therapeutische Hilfe, weil Kinder, welche Opfer von perversen Aggressionen sind, einen toten Kern in sich tragen, der eine Spirale der Zerstörung in Gang setzt, die sich später im Erwachsenenalter auslebt.

Sobald ein Opfer widersteht und versucht sich aufzulehnen, weicht die Böswilligkeit einer erklärten Feindschaft. Nun beginnt die Phase der seelischen Zerstörung, die man als Psychoterror bezeichnen kann.

Beim perversen Handlungsablauf ist nicht bloß das Ringen um Macht im Spiel, sondern vor allem der Genuss, den anderen wie ein Objekt, genauer wie eine Marionette zu behandeln.

Der Aggressor zwingt sein Opfer in die Position der Ohnmacht, um ihn dann ungestraft zu zerstören. Für ihn ist jetzt das Opfer nur noch ein lästiger Gegenstand, dessen Eigenständigkeit verneint wird. Das Recht auf Gefühl oder Gemütsbewegung wird ihm nicht mehr zugestanden.

Das Opfer versteht in der Regel zunächst nicht, was geschieht und fühlt sich allein, angesichts der Aggression. Wie immer unter perversen Verhältnissen herrschen Feigheit und Entgegenkommen in der Umgebung, die ihrerseits fürchtet Zielscheibe des Aggressors zu werden. Perverse Manipulatoren ertragen nicht den geringsten Widerspruch gegen ihre Macht und verwandeln konfliktäre Beziehungen in Hass, die nicht selten sogar die Zerstörung des Partners zum Ziel haben.

Im Kapitel "Die perverse Beziehung und die Protagonisten" zeigt die Autorin, dass es dem Aggressor stets darum geht zunächst zu verführen, anschließend zu beeinflussen, schließlich die Macht zu ergreifen und dem anderen damit jegliche Freiheit zu nehmen. Dabei entwickelt sich die perverse Verführung, indem man die Beschützerinstinkte des anderen ausnützt.
Man versucht die Wünsche des anderen auszuschalten und all seine Eigentümlichkeiten zu beseitigen. Mit der Zeit findet das Opfer seine Widerstandskraft und seine Widerspruchsmöglichkeit aufgerieben. "Er büßt jede kritische Fähigkeit ein."Beginnt das Opfer nach Liebe und Anerkennung zu betteln, löst es bei dem narzißtisch Perversen Hass und Sadismus aus.

Der Aggressor verweigert die unmittelbare Kommunikation. Werden direkte Fragen gestellt, weichen Perverse aus. Diese Form der Nichtkommunikation findet sich auf allen Äußerungsebenen. Wenn Perverse mit ihren Opfern sprechen, ist die Stimme kalt und ausdruckslos. Die Klangfarbe bekundet, selbst für den neutralen Beobachter, Hintergedanken, unausgesprochene Vorwürfe, verschleierte Drohungen.

Auch bei heftigem Wortwechsel wird der Ton nicht lauter, "der andere soll sich ruhig aufregen, was ihn nur destabilisieren kann."

Lüge, Sarkasmus, Spott, Verachtung, auch der Gebrauch von Paradoxen, das Herabsetzen, das Trennen um besser herrschen zu können, dem anderen seine Herrschaft aufzwingen sind Ziele des narzißtisch Perversen.

Wie sich diese Verhaltensmuster im Einzelnen darstellen, erläutert die Psychoanalytikerin im Buch ausführlich.

Das Buch habe ich 2009 rezensiert. Ich halte es noch immer für eines der wichtigsten Psychologiebücher, die je geschrieben worden sind.


Wirtshäuser: Eine Kulturgeschichte der Salzburger Gaststätten
Wirtshäuser: Eine Kulturgeschichte der Salzburger Gaststätten
von Gerhard Ammerer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 35,00

5.0 von 5 Sternen Wirtshäuser: Eine Kulturgeschichte der..., 9. April 2014
"Doch wie auch immer, Wirtshaus ist dort, wo der Gast sich «zu Hause» fühlt." (Zitat, S.207)

Gerhard Ammerer und Harald Waitzbauer haben in Mitarbeit von Jutta Baumgart eine hochinteressante Kulturgeschichte der Salzburger Gaststätten verfasst.

Der Ort Salzburg interessiert mich schon seit langem. Deshalb auch habe ich einige Bücher über Salzburg gelesen und rezensiert. Dort war ich natürlich auch bereits. Gespeist habe ich gut. Der kredenzte Veltliner schmeckte vorzüglich.

Das vorliegende Buch umfasst 12 Kapitel und beginnt thematisch mit der Betrachtung der Entwicklung von der privaten Gastfreundschaft hin zur kommerziellen Herberge. Zunächst wird man über die Gepflogenheiten von Wallfahrern und Händlern im Hinblick auf Herbergen und Schenken informiert. Im Mittelalter entwickelte sich parallel zu den Hospizen mit der Zeit eine professionelle Gastronomie. Sie beruhte in erste Linie auf den weiträumigen Handelsaktivitäten. Nicht mehr nachvollziehen lässt sich, wo das älteste Wirtshaus der Stadt lokalisiert war, aber man weiß, dass mit zunehmender Kommerzialisierung Herbergswirte auch die Funktion von Maklern übernahmen, für Gäste Geschäfte vermittelten oder auch Waren zu treuen Händen einlagerten.

In dem reich bebilderten Buch liest man über Weinimporte und selbst erzeugtes Bier im Mittelalter in Salzburg, auch über gesetzliche Regulierungen, über Professionalisierung und fiskalischen Zugriff, den die Gaststätten entwickelten sich zunehmend zu nicht unbedeutenden Orten, konkret zu kommunikativen, wirtschaftlichen und politischen Zentren der Stadt. Aufgeklärt wird man über Gäste, Wirte und Lokalitäten in der Frühen Neuzeit, auch über Salzburger Gaststätten in der Reiseliteratur des 18. Jahrhunderts und man erfährt, dass in Salzburg trotz der massiven Krisenerscheinungen im letzten Viertel dieses Jahrhunderts, gleichwohl eine trink- und feierfreundliche Atmosphäre herrschte. Weshalb Gaststätte multifunktionale Orte waren erfährt man anhand von Beispielen auch , ja sogar über der Erwerb eines Gasthauses, die Kaufpreise, Schulden und Einnahmen wird man aufgeklärt, zudem über die Wirthaushaltung und gastronomische Festkultur. Gezeigt werden u.a. Speisepläne für vormalige Hochzeitsgesellschaften, dann auch wird man über festliche Zunftzusammenkünfte unterrichtet sowie über Tanzveranstaltungen und kann sich in die Salzburger Tanzordnung von 1794 vertiefen.

Sehr gelungen ist das Kapitel über den verzögerten Siegeszug des Kaffeehauses in Salzburg. Hier entstand im Jahre 1700 das erste Kaffeegewölbe in der Goldgasse, dem bis 1800 weitere Cafès folgten. In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhundert wurden Kaffeehäuser innerhalb der sich ausbildenden bürgerlichen Öffentlichkeit zu den wichtigsten Treffpunkten als auch zu den Stätten der gehobenen Unterhaltung und Kommunikation, (vgl.: S.85). Man konnte im Kaffeehaus ohne nennenswerte ständisch-elitäre Barrieren freimütig über persönliche, literarische oder über politische Ereignisse diskutieren. Zum Modegetränk wurde der Kaffee in der Aufklärungszeit, weil er die Konzentration und die Leistungsfähigkeit steigerte und das Getränk insofern dem rationalen Diskurs zuträglich war, (vgl.: S.85)

Über Konkurrenz und Konflikte und die schwierigen Jahrzehnte des ausgehenden 18. Jahrhunderts wird man unterrichtet. Hier geht es nicht zuletzt um die Revolutionsängste und das Gasthaus als potentieller Unruheherd.

Es folgen bemerkenswerte Betrachtungen zu Gaststätten und ihrer Kundschaft in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hier dann erfährt man nicht zuletzt mehr über Künstler und Touristen im Biedermeier und von dort führt die Zeitreise in punkto Gaststätten in Salzburg bis ins Hier und Heute. Beeindruckend neben den Texten sind die vielen alten Bilder, Fotos und Speisekarten. Alles spannend zu lesen und insofern empfehlenswert.


Dresden & Sächsische Schweiz - Zeit für das Beste: Highlights - Geheimtipps - Wohlfühladressen
Dresden & Sächsische Schweiz - Zeit für das Beste: Highlights - Geheimtipps - Wohlfühladressen
von Katharina Rögner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Dresden & Sächsische Schweiz, 9. April 2014
In Dresden war ich schon mehrmals. Das vorliegende Buch der Autorin Katharina Rögner und des Fotografen Ernst Wrba mit 50 Highlights, Übersichtskarten und Detailplänen und speziellen Autorentipps haben mich allerdings erneut dazu motiviert, Dresden und vor allem dann auch die Sächsische Schweiz zu besuchen.

Die Taschenbuch-Reiseführer von Bruckmann schätze ich sehr, weil sie übersichtlich gestaltet sind und sich als ein wirklich idealer Reisebegleiter offenbaren.

Auf der Innenseite des vorderen Buchdeckels erwartet den Leser eine Stadtkarte von Dresden. Es folgt das Inhaltsverzeichnis, bevor die Top Ten der Sehenswürdigkeiten kurz erläutert werden. Den Zwinger hätte ich auch an die erste Stelle gestellt, nicht zuletzt weil dort mehrere Museen von Weltruf beherbergt sind.

Der Reiseführer ist in die
Rubriken Altstadt- Historisches Zentrum
Rund um die Altstadt
Neustadt Dresdner Norden
Entlang der Elbe
Die Sächsische Schweiz
Rund um Dresden
untergliedert.

Vorgeschaltet ist diesen reich bebilderten Rubriken ein sehr kurzweilig zu lesendes Porträt der Stadt und der Sächsischen Schweiz, das in der rhetorischen Frage endet: Warum Dresden? Die Frage wird ausgiebig und überzeugend beantwortet. Nimmt man den ersten und den letzten Satz dieser umfangreichen Antwort, dann bleiben die Sätze "Dresden ist wie eine schöne Frau mit Charme" und "Dresden enttäuscht selten" als essentielle Merksätze übrig. Grund genug, um sich in diese Stadt aufzumachen, um zu schauen, ob diese Werbeslogans zutreffen.

Nach einem kurzen Steckbrief über Dresden, kann man sich einen historischen Überblick verschaffen. Dann beginnt der Stadtrundgang, der sehr gut beschrieben ist. Es folgen Infos und Adressen zu Restaurants, Übernachtungsmöglichkeiten, zu Aktivitäten und andere Tourismusinformationen. Der Zwinger ist vortrefflich ausgeleuchtet, das gleiche gilt für die Semperoper, die ich ähnlich wie den Zwinger bereits besucht habe. Sehr gut auch ist die Beschreibung des "Grünen Gewölbes". Hier habe ich mich gefreut, dass man doppelseitig den "Thron des Großmoguls" bewundern kann. Eine grandiose Arbeit.

Im Hotel Taschenbergpalais habe ich bereits gewohnt. Sehr gut beschrieben von der Autorin, kann ich einen Besuch dort nur empfehlen. Die Küche ist übrigens exzellent, das Ambiente traumhaft schön.

Perfekt vorgestellt wird die Frauenkirche, auch das Coselpalais und viele andere Sehenswürdigkeiten in der Altstadt, aber auch rund um diese gibt es bemerkenswerte Highlights, die man sich nicht entgehen lassen sollte, so etwa den "Große Garten", die 147 Hektar umfassende grüne Lunge der Stadt. Soweit ich dies beurteilen kann, ist alles Wesentliche im Hinblick auf die Neustadt Dresdner Norden gut abgehandelt worden, unbedingt sehenswert ist der "Kunsthof“ und auch die "Pfunds Molkerei“.

Neugierig macht mich die Rubrik "Entlang der Elbe", so etwa eine Radtour nach Blasewitz, aber auch sehr gute Beschreibungen von Schlössern wie Pillnitz. Besuchen möchte ich irgendwann auch noch die Sächsische Schweiz, natürlich dort auch Burg Stolpen, in der Gräfin Cosel lange Jahre inhaftiert war. Eine faszinierende Frau von großer Intellektualität.

Die Reiseinfos zu Dresden A-Z und der kleine Sprachführer runden den Reiseführer gekonnt ab.

Empfehlenswert.


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