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Beiträge von Helga König
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Rezensionen verfasst von
Helga König
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   

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Hermann Hesse. Mit Feder und Farbe: Werke aus dem Nachlass Heiner Hesse
Hermann Hesse. Mit Feder und Farbe: Werke aus dem Nachlass Heiner Hesse
von Hrsg. Regina Bucher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten,,, 31. Januar 2014
oder nicht. (Hermann Hesse)

Dies ist der Katalog zur Ausstellung "Hermann Hesse -Mit Feder und Farbe- Werke aus dem Nachlass Heiner Hesse", die vom 2. Februar bis 11. Mai 2014 im Kunsthaus Stade gezeigt wird.

Weltruhm erlangte Hermann Hesse durch sein literarisches Schaffen. 1946 erhielt er den Literaturnobelpreis. Doch Hesse war auch ein sehr begabter Maler. Wie man im vorliegenden Buch erfährt, sind seine Zeichnungen, Aquarellen und Illustrationen, die er zu zahlreichen seiner Verse und Gedichten anfertigte, von bedeutender Qualität.

Hesse malte in erster Linie im Tessin, wo er sich zurückzog und inspirieren ließ von den visuellen Eindrücken. Seine Malerei war für ihn Befreiung und offenbar häufig Mittel zum Zweck.

Seinem Sohn Heiner Hesse ist es zu verdanken, dass das Andenken an seinen Vater im Hinblick auf dessen Malerei bewahrt wurde, weil er stets dessen Doppelbegabung betonte und ihn auch als bildenden Künstler etablierte.

Den Katalogseiten ist ein Essay von Ina Hildenburg mit dem Titel "Hermann Hesse und die Zeichnung. Im ‚Eifer des Festhaltenwollens‘." vorgeschaltet. Hier erfährt man, dass zu Beginn und am Ende von Hesses bildnerischem Schaffen die Zeichnung steht. Er begann 1918 seine Gedichte zu illustrieren und führte seinen beiden Begabungen auf diese Weise zusammen. Seine Tätigkeit als Aquarellmaler intensivierte er 1921. In dieser Zeit fiel ihm das Schreiben schwer. Damals begann er eine Psychoanalyse bei C.G. Jung.

Hildenburg gelingt es in ihrem Essay den Werdegang des Künstlers sehr gut zu porträtieren. Sie vergisst dabei nicht zu betonen, dass Hermann Hesse vorrangig ein außergewöhnlicher Schriftsteller war, wie man seinen Erzählungen, Gedichten und 40 000 Briefen entnehmen kann, doch dazu kommen noch 2500 Bilder, ein reicher Schatz, der in dieser Form bei keinem anderen Künstler zu finden sei, so die Essayistin.

Der Leser hat auf einer Doppelseite die Chance eine Kurzbiografie über Hermann Hesse zu lesen und kann sich dann ich die Bilderwelt vertiefen, wobei es mir seine Aquarelle angetan haben, die mir der schönen Farben wegen viel von ihm erzählen und bestätigen, was ich aus seinen Gedichten und Erzählungen vor langer Zeit schon herausgelesen habe und weshalb mich dieser Mensch so ungemein fasziniert.

Im Anschluss an den Katalogteil gibt Regina Bucher in einem Essay bemerkenswerte Einblicke in die Beziehung von Hermann Hesse und dessen Sohn Heiner. Daran an schließt sich ein Essay von Silver Hesse, der sich hier an seinen Vater Heine und seinen Großvater Hermann erinnert.

Volker Michels, der Herausgeber der ersten Gesamtausgabe von Werken Hermann Hesses in 20 Bänden sowie zahlreichen Themenbänden hat zu Ende des Buches einen sehr berührenden Nachruf auf Heiner Hesse verfasst, dem die Hesse- Liebhaber so viel zu verdanken haben.

Ein schöner Katalog zu einer Ausstellung, die ich gerne besuchen würde.

Empfehlenswert.


Die Welt von Ladurée Paris
Die Welt von Ladurée Paris
von Serge Gleizes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 45,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Voltaire über Madame de Pompadour: "Im Grunde ihres Herzens war sie eine von uns, sie förderte die Literatur,, 30. Januar 2014
sosehr sie konnte."

Dieses zauberhafte und dabei sehr informative, reich bebilderte Buch offenbart dem Leser die Welt der 1862 gegründeten Feinbäckerei Ladurée, die ihren Besuchern augenscheinlich mehr zu bieten hat als die weltberühmten Macarons, über die ich mich vor noch nicht all zu langer Zeit im Rahmen einer Rezension geäußert habe.

Öffnet man das Buch, das man mit einer Seidenschleife zubinden kann, so findet man im vorderen Buchdeckel eine aufklappbare Bühnenkulisse, die einen Eindruck von der Welt vermittelt, die dem Leser dann im Buch entgegengebracht wird.

Man lernt die Dekorationskunst des Hauses Ladurée kennen, die sich einst in drei wegweisenden Niederlassungen entwickelt hat und nun die Ladurée-Läden weltweit beeinflusst. Inspiriert ist alles von den Gestaltungsideen Madame Pompadours, Kaiserin Eugénies und von Madeleine Castaing.

Zunächst erhält man Einblicke in die Gemächer der Madame de Pompadour und erfährt Wissenswertes über die dortige Innenarchitektur, aber auch wer diese Dame war und welche breitgefächerten, kulturellen und intellektuellen Interessen sie hatte. Voltaire sagte nicht grundlos über sie: "Im Grunde ihres Herzens war sie eine von uns, sie förderte die Literatur sosehr sie konnte."(Zitat: S. 26).Man lernt des Weiteren die Prachtentfaltung im 19 Jahrhundert der Kaiserin Eugénie kennen,die zu ihrem persönlichen Gebrauch nicht nur die schönsten Louis-seize-Möbel aus dem Garde-Meuble und sogar aus dem Louvre holte, sondern sich auch welche aus ihrer Privatschatulle kaufte, (vgl.: 113). Auch über Madleine Castings wird man bestens informiert, um sich dann ausgiebig mit zahlreichen Textportraits berühmter Manufakturen näher befassen zu können.

In meinen Augen sind hier die vielen Sachinformationen wirklich hervorragend dargeboten, so etwa über die Manufaktur Zuber, die 1797 gegründet wurde. Von dort kommen die schönsten Tapeten der Welt, auch Bordüren, Vorhangstoffe, Lederdrucke, Wandfarben, Bodenbeläge etc.. Vorgestellt auch wird die Porzellan-Manufaktur Sèvre, die einst von Madame de Pompadour gegründet wurde und die berühmte lothringische Kristallmanufaktur Baccarat, die nicht nur Gläser, Vasen und Lüster kreiert, sondern übrigens auch Flakons für edle Düfte.

Tafelsilber von Christofle ist ein weiteres Thema und Porzellan aus Limoge. Es werden neben den Textinfos immer auch viele Bilder gezeigt, um einen visuellen Eindruck von all den schönen, edlen Dingen zu erhalten, beispielsweise von Kristallgläser von Saint-Louis oder auch von Wedgwood-Porzellan. Alles atemberaubend schön und sehr inspirierend.

Ein gelungenes Buch für alle, die sich an handwerklicher Höchstleistung erfreuen können.

Die Einblicke in den Salon Champs- Elysée in Paris, die man in diesem Buch erhält, machen mich extrem neugierig. Das muss man einfach gesehen haben. Deshalb auch steht es ganz oben auf meiner Besichtigungsliste beim nächsten Paris-Besuch.

Sehr empfehlenswert.


Alles Gemüse!: Genussvolle Desserts mit Gemüse
Alles Gemüse!: Genussvolle Desserts mit Gemüse
von Julie Andrieu
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Experimentierfreudige., 29. Januar 2014
Diesem Rezeptbuch konnte ich etwas Außergewöhnliches entnehmen: Desserts mit Gemüse. Solche Kreationen gibt es nicht sehr oft in Kochbüchern.

Die Französin Julie Andrieu wartet mit 30 Rezepten für Gemüse-Nachspeisen auf, die sie in die Rubriken:
Leicht und Luftig
Knackig und Knusprig
Stärkend und Belebend
untergliedert.

Sie begründet im Vorwort ihre Experimentierfreude mit Gemüse als Zutat für Dessert u.a. damit, dass der hohe Wassergehalt beispielsweise Gebäck saftig macht und ganz neue, unwiderstehliche Geschmackserlebnisse auf den Weg gebracht werden können.

Die Desserts werden alle visualisiert. Mitgeteilt wird stets für wie viele Personen ein Rezept gedacht ist, auch wie lange die Zubereitungs- und Backzeit andauert. Die Rezeptbeschreibungen sind gut und ausführlich.

Für Hobbyköche, die Neuem, Außergewöhnlichem und Raffiniertem gegenüber aufgeschlossen sind, ist das Buch eine wahre Fundgrube.

Ich finde die Rezepte besonders interessant für Drei-Gänge-Menüs, in denen ein bestimmtes Gemüse dann in allen drei Gängen vorkommen kann. Fenchel ist in dieser Beziehung am geeignetsten.

Hervorheben möchte ich die Rezepte für "Karamellisierter Fenchel mit Cassata-Eis", "Avocado-Ingwer-Parfait" und den "Karottenkuchen im Wasserbad mit Walnüssen".

Nicht jedes Gemüse eignet sich natürlich für solche Experimente. Erbsen sind eher dazu da, um auszutesten, ob die Tischpartner eine französischer Prinz ist, der sich für "Tarte- Tatin mit Vanille-Auberginen" begeistern könnte.

Empfehlenswert.


Mit der Flöte Durch 5 Jahrhunderte
Mit der Flöte Durch 5 Jahrhunderte
Wird angeboten von text_und_toene
Preis: EUR 9,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Sie (die Flöte) zähmt den Geist und dringt mit einem so anmutigen Ton in die Ohren ein,, 29. Januar 2014
dass sie Befriedung und Ruhe in alle Regungen trägt bis in die Seele hinein." (Plutarch)

Diese CD enthält zwanzig zauberhafte Musikstücke namhafter Komponisten, unter diesen Bach, Chopin, Rimskij-Korsakow und Johannes Brahms.

Musikstücke wie etwa Jules Massenets "Mèditations de Thais" wollte man einst nicht nur in Konzertsälen hören, sondern auch zuhause im Wohnzimmer nachspielen als noch kein Radio, CD-Player oder YouTube erfunden waren. Es gab Komponisten, die Transkriptionen schon selbst von Anfang an im Blick hatten. Die Stücke, die für die CD ausgewählt wurden, sind im Original allerdings überwiegend nicht für Querflöte komponiert worden.

Durch die Flötenklänge muten viele Werke wie Vogelgezwitscher an, das natürlich angenehm berührt, besonders an Sonntagen, wenn man sich entspannen möchte und völlig auf die Musik einlässt.

Dargeboten werden die zauberhaften Stücke von der Flötistin Junko Ukigaya und der Pianistin Miyuki Motoi. Ukigaya gab im Alter von 15 Jahren ihr erstes Flötenkonzert, studierte Kunst und Musik in Tokyo, lebt seit 1978 in Deutschland, wo sie seit 1983 als Solistin und mit verschiedenen Kammermusik-Ensembles im In-und Ausland konzertiert. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass sie im Schloss San Sanssouci in Potsdam vor dem japanischen Kaiserpaar spielte. Die preisgekrönte Pianistin Miyuki Motoi begleitet die Flötistin am Klavier.

Das Zusammenspiel der beiden Musikerinnen ist aufgrund der beeindruckenden Harmonie ein Fest für Ohren und darüber hinaus natürlich auch für die Seele, die sommerliches Glück empfindet, dass lange nach dem Hören noch anhält.

Beste Klangqualität. Empfehlenswert.


Genießen mit George Sand: 80 köstliche Rezepte
Genießen mit George Sand: 80 köstliche Rezepte
von Pascal Pringarbe Muriel Lacroix
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Unser Leben heißt Liebe, und nicht mehr lieben heißt nicht mehr leben." George Sand (1804 - 1876),, 28. Januar 2014
"Ich habe viele Arten der Liebe kennengelernt: die Künstlerliebe, die Liebe als Frau, als Schwester, als Mutter, die Liebe zu Gott, die Dichterliebe und was weiß ich nicht alles. Manch eine Liebe ist noch am gleichen Tag, an dem sie das Licht der Welt erblickt hatte, gestorben, ohne sich demjenigen zu offenbaren, der sie erweckt hatte. Manch eine hat mein Leben zur Qual gemacht und mich in eine Verzweiflung gestürzt, die dem Wahnsinn nahe war. Einer anderen zuliebe führte ich jahrelang in der Abgeschiedenheit ein völlig dem Metaphysischen zugewandtes Leben. Mit alledem habe ich es wirklich ernst gemeint." (George Sand)
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Genießen mit George Sand ist ein sehr schöner Bildband mit 80 Rezepten für Gerichte, die diese berühmte, französische Salonnière ihren Gästen einst servieren ließ. Die Rezepte wurden für das vorliegende Buch allerdings etwas modernisiert.

Auf den Weg gebracht haben dieses Kleinod die Radio-Moderatorin Muriel Lacroix, die 2011 die letzte Erbin von George Sand kennenlernte, der Koch Pascal Pringarbe und der Food-Fotograf Philippe Asset. Das Geleitwort hat Christiane Sand geschrieben, die darauf hinweist, dass es sich bei dem vorliegenden Werk um eine vollständig überarbeitete Ausgabe ihres vor 25 Jahren bereits erschienenen, aber mittlerweile vergriffenen Buches handelt.

Die berühmte Salonnière George Sand empfing auf Schloss Nohant und dort am Familientisch viele berühmte Musiker, Maler und Schriftsteller. Sie galt als wacher, schöpferischer Geist. Schriftsteller besuchten sie, um sich ihre Meinung einzuholen, wenn sie gerade neue Romane oder andere Schriften verfasst hatten. Sand war aber auch die Urheberin heutiger Essenseinladungen. Die Gerichte, die sie ihren Gästen präsentierte, waren eine Mischung aus Innovation und Tradition. Diese Gerichte lernt man im Rahmen des bemerkenswerten Buches kennen, das neben den sehr gut erklärten Rezepten, immer wieder auch Textpassagen und Bilder enthält, nicht nur von den Gerichten, sondern auch von Schloss Nohant und nicht zu vergessen von George Sand.

In den Textpassagen erfährt man Wissenswertes über das Leben dieser französischen Intellektuellen, liest auch, dass sie ihren Hausangestellten gute Arbeitsbedingungen bot, damit die Gäste stets perfekt bewirtet werden konnten. Es ist natürlich interessant zu erfahren, wen sie alles auf Nohant empfing, nicht zuletzt den Musiker Frédéric Chopin, der sich zwischen 1839 und 1846 sehr häufig dort aufhielt und hier den größten Teil seine Werke schuf.

Auch Honoré de Balzac und der Maler Eugène Delacroix verbrachte längere Zeit auf diesem Schloss, ferner Gautier und Flaubert, um nur einige der Persönlichkeiten zu nennen, die zu den Gästen zählten. Über deren Aufenthalt gewinnt man einen guten Eindruck und liest auch von dem umfangreichen Briefwechsel des Liebespaares George Sand und Frédéric Chopin. Man lernt die große Intellektuelle mit den vielen auch häuslichen Neigungen sogar als Großmutter kennen und freut sich, eine Frau mit bewundernswerter Altersweisheit entgegengebracht zu bekommen, die mit heiterer Gelassenheit dem Tode entgegenging, nicht zuletzt, weil sie ein wirklich interessantes, selbstbestimmtes Leben geführt hat.

Für kulinarisch Interessierte ist es natürlich überaus spannend, zu erfahren, welche Speisen sie und ihre Gäste einst genossen haben. Die 80 Rezepte sind sehr gut erklärt und die Zutaten problemlos zu beschaffen. Die Zubereitungszeit wird immer genannt und auch erwähnt, für wie viele Personen das jeweilige Rezept gedacht ist.

Die "Königinpasteten" wird nicht mit Kalbfleisch gefüllt, sondern mit Hahnenkämmen und Champignons. Die "Bouillabaisse" wird so zubereitet wie noch heute in Südfrankreich. Der "Hase à la royale" wird mit 10 Gramm schwarzem Trüffel aromatisiert und das "Omelette mit Flusskrebsen" wird mit Bio-Eiern hergestellt.

Ich möchte jetzt nicht alle 80 Gerichte hier auflisten, sondern stattdessen nur versichern, dass sehr gute, nachkochbare Rezepte darauf warten, Liebhaber im Hier und Jetzt zu finden. Sehr gut ist das Rezept "Mit Sauce Mousseline überbackene Austern", auch die "Seezunge auf normannische Art" (mit Muscheln zubereitet) lohnt es auszuprobieren, um in Erfahrung zu bringen, was man auf Nohant goutierte.

Was nun brasilianisch an den "Rinderfilets in Madeirasauce oder auf 'brasilianische Art'" sein soll, ist mir noch unklar, jedenfalls ist das Rezept harmonisch konzipiert. Dazu ein Glas Rotwein und man wähnt sich auf Nohant, mit wem auch immer parlierend. Das gilt auch für die "Sieben-Stunden-Lammkeule", die mit Madeira und Cognac zubereitet wird. Die Desserts werden gewiss auch schon zu Zeiten der großen Gastgeberin für Begeisterung gesorgt haben, denn sie bestechen durch Raffinesse.

Ein gelungenes Buch, das ich gerne weiterempfehle, weil George Sand sich nicht nur in ihren schriftlichen Zeugnissen offenbart, sondern auch in der Art wie und womit sie ihre Gäste bewirtete.


20.Jubiläums-Operngala F.d.Aids-Stiftung
20.Jubiläums-Operngala F.d.Aids-Stiftung
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großen Hörvergnügen.Durch den Kauf dieser CD unterstützt man die Arbeit der Deutschen AIDS-Stiftung,,,, 27. Januar 2014
Diese CD beginnt mit der Ouvertüre zu Lohengrin von Richard Wagner, gespielt vom Orchester der Deutschen Oper Berlin.

Präsentiert wird die 20. Jubiläums-Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung von dem Künstler Max Raabe, der zwischen den dann folgenden schönen Arien sehr kurzweilig kommentiert.

Dem Begleitheft sind Grußworte von dem regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit und von Jean-Claude Juncker, dem Premierminister Luxemburgs, des Weiteren von den Initiatoren Dr. Alard von Rohr und Alfred Weiss, vom Vorstand der Deutschen Aids-Stiftung Dr. Christoph Uleer und Dr. Ulrich Heide, um nur einige zu nennen, zu entnehmen, die dem Leser eine Idee davon geben, worum diese Stiftung sich konkret kümmert.

So liest man, dass sich die Aidspräventionsarbeit mit etwa 80. Tausend Menschen nahezu verdoppelt hat und ungefähr doppelt so hoch ist, wie noch vor ungefähr 15 Jahren. Wichtig ist Aufklärung und diese wird vielerorts getätigt. Die festliche Operngala dient als ein gesellschaftliches Forum, welches seit 20 Jahren konkret humanitäre Hilfe leistet.

Durch den Kauf dieser CD unterstützt man die Arbeit der Deutschen AIDS-Stiftung.

Die Mitwirkenden im Dienste der guten Sache werden allesamt vorgestellt und auch porträtiert. Zu hören sind ganz wundervolle Arien unterschiedlicher Komponisten von hervorragenden Interpreten vorgetragen.

Sehr gute Klangqualität. Überzeugen Sie sich mittels der Hörbeispiele auf Amazon.

Empfehlenswert.


Die Seele der Welt: Von der Weisheit der Religionen
Die Seele der Welt: Von der Weisheit der Religionen
von Frédéric Lenoir
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wenn unser Herz mit der Weltseele im Einklang ist, kann schon eine Kleinigkeit es tief bewegen: ein Lächeln, eine sich, 26. Januar 2014
öffnende Blüte, eine Wolke am Himmel, der Blick eines Unbekannten auf der Straße.(...)Dann liebt es die Welt den Kosmos, das Leben."(...) Wenn die Liebe in unserem Herzen wurzelt, verändert sie unsere Art zu leben, ja, zu sein." (S.95/96)

Autor dieses Buches ist einer Frédéric Lenoir, einer der renommiertesten Soziologen Frankreichs, der sich zudem als Philosoph, Religionskritiker und Schriftsteller einen Namen gemacht hat.

Sieben Weise aus unterschiedlichen Gegenden der Erde folgen einem inneren Ruf in ein abgeschiedenes tibetanisches Kloster, in dem der 12 jährige Tenzin lebt. Die Weisen möchten dem Knaben die Essenz ihres Wissens weitergeben, weil sie vermuten, dass eine große Naturkatastrophe bevorsteht und die meisten Menschen auf der Erde dahingerafft werden. Tenzin soll ihr Wissen an die Überlebenden weiter vermitteln.

An sieben aufeinanderfolgenden Tagen sprechen die Weisen über die großen Menschheitsfragen, die der Autor als die sieben Schlüssel der Weisheit bezeichnet. Zunächst loten sie dabei den Sinn des Lebens aus.

Hier liest man zu Beginn Sätze wie: "Eine Vielzahl der Übel in der Welt rührt daher, dass viele Menschen, die über Macht und Reichtümer verfügen, sich niemals die Frage nach der wahren Bedeutung ihres Dasein gestellt haben." Dann werden die Konsequenzen aus diesem Verhalten beschrieben und später auch festgehalten: "Denn, der Mensch, der nicht weiß, dass er zwei große Gaben besitzt, wird immer unglücklich sind. Und diese Gaben sind die Klarheit des Geistes, die ihn frei macht und die Güte des Herzens, die ihm Glück schenkt."

Die Weisen, die nicht nur aus unterschiedlichen Gegenden stammen, sind auch religiös sehr verschieden geprägt, doch man bemerkt, dass ihre Grundweisheiten sich in keiner Weise widersprechen. Alle wissen, dass das Geheimnis und der Schlüssel aller Weisheit letztlich in der Liebe zu finden ist und wissen ferner, dass man Glück nicht in äußeren Umständen suchen sollte. Dies begründet der Autor auch gut nachvollziehbar.

Es ist unmöglich all die Erkenntnisse, die man in diesem Buch vermittelt bekommt, im Rahmen einer Rezension aufzulisten. Eine Sentenz möchte ich an dieser Stelle zitieren, weil man sich diese immer wieder vor Augen halten sollte: "Wir alle sind mehr oder weniger Gefangene unserer Ängste, unserer Triebe, unseres Charakters, unserer Gewohnheiten, unserer Emotionen. Sie bestimmen über einen Großteil unseres Handelns, unserer Entscheidungen. Wir sind Slaven unserer selbst, daher sind wir auch die Einzigen, die uns aus diesem inneren Gefängnis befreien können." (S.77) Genau so ist es.

Die Weisen philosophieren natürlich auch über die Liebe, die die bedingungslose Hingabe fordert, eine "Hinneigung zum anderen, die zur Ursache tiefer Freude wird",(S.91) Vielleicht einer der zentralsten Sätze im Buch ist nachstehender:"Die Liebe verankert uns und öffnet uns das ganze Universum." (S.97) Genau darum geht es.

Ob nun die fiktiven Weisen im Buch oder andere Philosophen und Theologen, immer wieder sind die Botschaften aller um Erkenntnis Bemühten sehr ähnlich. Im Grunde wissen wir ja alle alle, dass wir Gerechtigkeit und auch Demut kultivieren müssen, auch Mäßigkeit, die Zufriedenheit und vor allem die Dankbarkeit, wissen es auch dann, wenn all die Weisen nicht zur Stelle sind. Wir müssen nur in uns hineinhören.

Wie wissen, wie wichtig es ist, achtsam im Hier und Jetzt zu leben und wir wissen, dass nur die Liebe uns vor dem Dunkel auf Erden schützt. Wir wissen es seit Tausenden von Jahren und doch mangelt es uns nicht selten an Mut, in allem, was wir tun, stets die Liebe zum obersten Gebot zu machen und das, obschon wir wissen, dass nur die Liebe uns und die Welt retten kann. Fast scheint es so, als ob der ein oder die andere gar nicht gerettet werden will. Warum auch immer. Vielleicht aufgrund mangelnden Vorstellungsvermögens, dass man Wissen auch in Handlung umsetzen kann und Wissen nur so sinnstiftend ist...

Lesenswert.


Paganini/Solozobova
Paganini/Solozobova
Preis: EUR 20,28

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Tüchtigen werden beneidet, den Talentierten wird geschadet und die Genies werden gehasst." (Niccolo Paganini), 26. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Paganini/Solozobova (Audio CD)
Diese CD enthält traumhafte Klänge von Niccoló Paganini (1782-1840). Das in Genua geborene Musik-Genie gilt als der größte Komponist seiner Zeit. 1813 debütierte er erfolgreich an der Mailänder Scala und gab 1818 sein erstes Konzert im Ausland, konkret in Wien. Nahezu alles, was Paganini spielte, komponierte er selbst.

Dieser Violinvirtuose revolutionierte die Kunst des Geigenspiels, entwickelte fantastische Spieltechniken und Fähigkeiten, die man damals noch nicht für möglich hielt. Eingeführt hat er die Springbogentechniken und die linkshändig gespielten Pizzicati.

Paganini vermochte nicht nur Geige zu spielen, sondern beherrschte nahezu alle anderen Saiteninstrumente, doch es war ein geradezu übermenschliches geigerisches Talent, das ihn weltberühmt machte.

Bewunderer Paganinis waren u.a. die Musik-Genies Chopin und Liszt aber auch Berlioz.

Auf der CD zu hören ist u.a. Paganinis Violinenkonzert Nr. 1 op.6. Hier zeigt er seine technische Meisterschaft. Geschrieben hat er das Konzert in Es-Dur. Die Orchesterpartien hielt er in Es-Dur und die Solostimme in D-Dur. Dabei gab er die Anweisung, die Geige einen Halbton heraufzustimmen, so dass sie in ES-Du erklingt.

Neben dem Violinenkonzert sind auf der CD die Caprices für Violine Solo Op. 1 und "Nei cor piu non mi Sento" zu hören. Das zuletzt genannte Werk beinhaltet sämtliche in den Capricce vorgeführten Spieltechniken. Zudem sind ausgiebig linkshändig gesetzte Pizzicati eingesetzt worden.

Zu hören ist die Soloviolinistin Maria Solozobova mit dem Philharmonischen Orchester Kapstadt unter Leitung von Nicholas Cleobury.

Die Russin Maria Solozabova hat bereits in den besten Konzertsälen der Welt gespielt und sie gastierte als Solistin und Kammermusikinterpretin bei den bedeutendsten Festivals der Welt. Die überaus talentierte Geigerin besuchte das Moskauer Musikgymnasium "Gnessin" für hochbegabte Kinder und studierte später am berühmten Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und an der Hochschule für Musik in Zürich bei Prof. Z. Brom. Ihr Spiel wird seitens Ursula Kloyer –Heß als mitreißendes Zusammenwirken von kraftvoller Virtuosität und spontaner Gestaltungsfreude mit warmer Klangschönheit, Eleganz und großem interpretatorischen Tiefgang skizziert. Dieser Charakterisierung stimme ich gerne zu.

Sehr gute Klangqualität. Empfehlenswert.


Dem Leben Sinn geben: Von der Lebenskunst im Umgang mit Anderen und der Welt
Dem Leben Sinn geben: Von der Lebenskunst im Umgang mit Anderen und der Welt
von Wilhelm Schmid
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Mit dem Verlust der Sensibilität aber verliert der Mächtige die Werte, die ihn so weit gebracht haben., 25. Januar 2014
Das Schwinden jeglicher Ethik höhlt die Macht von innen aus, bis ihr etwas von außen entgegenschlägt, das schlimmer ist als aller Hass: Verachtung, die moralische Niederlage ist besiegelt." (Zitat S.259)

Der Philosoph Prof. Dr. Wilhelm Schmid befasst sich in diesem Buch mit Sinnfragen. Diesen nähert er sich in fünf großen Abschnitten, denen stets zahlreiche Kapitel zugeordnet sind, in denen das jeweilige Thema des Abschnitts facettenreich ausgelotet wird.

In besagten Abschnitten geht es um nachstehende Betrachtungen:
Von der Liebe in der Familie
Von der Liebe zu Freunden
Von der Liebe zu Feinden
Von der Liebe zu Wesen und Dingen, zur Welt
Von der Liebe zum Leben und einem Darüberhinaus

Gleich zu Beginn liest man den Satz "Ein sinnerfülltes Leben ist ein Leben in Beziehung", hält inne und geht dann vielleicht nochmals einige Zeilen zurück, um abermals den Satz "Es scheint das Zueinanderhin zu sein, das Menschen mit Sinn erfüllt, das Voneinanderweg ruft Klagen über Sinnlosigkeit hervor" zu lesen. Ein mutiger Satz in Zeiten der Vereinzelung, in denen Menschen aufgrund von Egoismen ihre Partner, ihre Familien, ihre Freunde ohne große Bedenken verlassen oder sich mit allen Kräften gegen die Gemeinschaften stellen, wenn sie glauben, dass dies ihnen Vorteile brächte und dieses Handlungsmuster zum modernen und einzig richtigen Lifestyle hochstilisieren.

Im ersten Abschnitt hat mir der Beitrag "Liebe und Erziehung: Anleitung zu einem sinnerfüllten Leben" besonders gut gefallen, vielleicht deshalb, weil mir schon immer klar ist, dass eine liebvolle Erziehung die Grundlage eines sinnstiftenden Lebens ist. Erziehung benötigt Beziehung, keine Gleichgültigkeit, so der Autor. Wer lieblos erzieht, stößt auf Ablehnung. Es ist gut, dass Schmid nicht unerwähnt lässt, dass Beziehung Berührung braucht, nicht nur körperliche, sondern auch seelische. Der Philosoph verweist in diesem Zusammenhang auf Joachim Bauer und zitiert aus dessen Buch "Prinzip der Menschlichkeit": Versuche Kinder ohne emotionale Zuwendung, sondern ausschließlich 'rational" oder 'vernünftig' zu erziehen, haben schwere seelische Beeinträchtigungen zur Folge." Auch geistige Berührung durch Austausch von Gedanken und Ideen ist notwendig, wenn Erziehung funktionieren soll. Kinder zu ermutigen, Selbstvertrauen zu entwickeln, lässt diese aufblühen. Wer ewig nur kritisiert und nörgelt, lässt sie dahinwelken und untergräbt deren Kreativität.

Über Geschwisterliebe und Geschwisterhass denkt der Autor nach und sieht auch hier die Notwendigkeit, sich bewusst um eine liebevolle Beziehung zu bemühen. Eltern sollten sich früh um Verteilungsgerechtigkeit, was die Zuwendung anbelangt, bemühen, damit die Beziehungen der Kinder untereinander nicht vom Neid geprägt werden.

Es ist erstaunlich wie viel psychologisches Wissen Schmid in sein gesamtes Buch eingearbeitet hat und wie klar es für ihn ist, dass die gelebte Liebe in allen Belangen die Grundvoraussetzung für ein sinnstiftendes Leben darstellt. Warum begreifen dies eigentlich nur so wenige Menschen?

Mittlerweile wissen ja nicht wenige Personen, wodurch wir Resilienz erlangen können, die wir für ein erfolgreiches Leben benötigen und doch ziehen viele keine Konsequenzen aus diesem Wissen. Schon sehr seltsam.

Unmöglich, an dieser Stelle die vielen guten Gedanken zu skizzieren, besonders auch zur Freundschaft, aber auch zur Feindesliebe. Interessant sind hier die Frage "Bedürfen Menschen des Bösen?" und die Betrachtungen zum Thema "Von der Sinnlosigkeit, siegen zu wollen." Wie Recht doch B. Gracián hatte als er feststellte: "Ein niederträchtiger Sieg ist kein Ruhm, vielmehr eine Niederlage."

Es ist schön, dass Schmid u.a. auch verdeutlicht, dass die Liebe zu den Künsten aller Art und Büchern in jeder Form Teil einer Kunst des Liebens darstellt, aber auch die Liebe zu den Wissenschaften, die sehr viel zur Kulturgeschichte beiträgt, dazugehört. Die Kunst zu lieben, das beherzte Engagement verleiht dem Leben Sinn. Liebe sollte uns bei allem, was wird tun, durchströmen, dann ist das Leben nicht mehr sinnentleert. Einfach ausprobieren.

Sehr lesenswert.


Schönheit
Schönheit
von Anselm Grün
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Schönheit wird die Welt retten." (Dostojewski), 24. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Schönheit (Gebundene Ausgabe)
Vor langer Zeit habe ich ein sehr gutes Buch von Umberto Eco gelesen, das den Titel "Die Geschichte der Schönheit" trägt. Nun, fast 10 Jahre später las ich erneut über "Schönheit", allerdings aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachtet, der mit meinem eigenen sich vollkommen deckt. Der Benediktinermönch Dr. Anselm Grün deutet im Untertitel seines Buches bereits an, wohin seine gedankliche Reise bei seiner Schönheitsbetrachtung geht. Er begreift sie als neue Spiritualität der Lebensfreude. Bei dieser Spiritualität steht Gnade im Mittelpunkt, aber nicht das eigene Tun. Man nimmt das Schöne wahr und spürt, dass es uns guttut und heilend auf uns wirkt, so Pater Anselm. Jeder kennt dieses Gefühl, wenn er umgeben ist von einer schönen Landschaft, ein schönes Bild betrachtet oder harmonische Klänge vernimmt oder auch einen schönen Menschen sieht, dessen Augen Wärme ausstrahlen. Um Schönheit wahrzunehmen, bedarf es allerdings eines liebevollen Blickes, bedarf es der Achtsamkeit und auch der Ehrfurcht, so der Theologe.

Pater Anselm nähert sich des nicht unkomplizierten Themas, indem er zunächst das Schöne bei Dostojewski beleuchtet. Dort erscheint es vor allem in dem Roman "Der Idiot". In diesem Zusammenhang hat den Benediktinermönch der Gedanke, dass die Schönheit die Welt retten werde, nicht mehr losgelassen. Wie der Autor nach ausgiebigen Dostojewski-Studien ermittelt hat, war für den russischen Schriftsteller Schönheit das Gegenteil von Nützlichkeit. Dostojewski war überzeugt, dass ohne Schönheit der Mensch in Schwermut verfalle. Er begriff die erlösende Tat Jesu in dessen Handlung, Schönheit in die Seelen der Menschen zu setzen.

Das wirklich Schöne bringt unsere Seele in Bewegung, so Pater Anselm, es bricht uns innerlich auf und lässt uns erkennen, was unser wahres Wesen ausmacht. Der Mönch reflektiert Platon und Kant im Hinblick auf deren Schönheitsbegriffe und lässt nicht unerwähnt, dass die Theologie das Schöne oft vernachlässigt hat. Dies aber bedeutet nach seiner Ansicht, "dem Sein nicht gerecht zu werden, der Schöpfung Gottes nicht gerecht zu werden". Es ist notwendig hinter die Dinge zu blicken, um überall das schöne innere Wesen zu erkennen, das Hoffnung in unser Leben bringt. Es führt zu weit, hier den gesamten philosophischen Exkurs wiederzugeben, doch Thomas von Aquin möchte ich nicht unerwähnt lassen, für den die Dinge schön sind, weil Gott sie selbst ins Dasein ruft und sie aufeinander hin ordnet und sammelt. Deutlich wird, dass der Mensch eine offene Grundhaltung benötigt, um entspannt das Schöne zu schauen und dass die Philosophie und Theologie des Schönen schlussendlich zu einer kontemplativen und mystischen Spiritualität führen.

Man erfährt in der Folge u.a. Näheres zur Schönheit Jesu Christi im Lukasevangelium und auch über die Schönheit der Schöpfung. Pater Anselm fühlt sich, wenn er durch die schöne Natur wandert, geborgen, weil er, wie er hervorhebt, nicht bewertet. Der Mönch beklagt, dass manche Menschen Schönheit nicht wahrnehmen, sondern sie hingegen nur benutzen und missbrauchen. Darin liegt ihre eigentliche Schuld. Er resümiert: "Gegenüber der ausbeuterischen Sicht der Natur braucht es die kontemplative Schau, um die Schönheit der Natur wahrzunehmen. Es braucht ein Auge, das fähig ist zu staunen und ein offenes Herz. Dann tut die Schönheit der Schöpfung unserer Seele und unserem Leib gut." (Zitat. S.69).

Pater Anselm belässt es nicht bei diesen Reflektionen, sondern stellt auch Überlegungen über die Schönheit der Sprache an und präsentiert dem Leser speziell die schöne Sprache Friedrich Hölderlins, für dessen Verständnis des Schönen die Zusammengehörigkeit des Heiligen und Schönen notwendig war. Man erfährt hier die vier Aussagen, die Hölderlin vom Schönen machte und liest auch, dass dieser Dichter in seinen Gedichten in uns die Sehnsucht nach der Liebe wecken will, damit wir in allem, was wir betrachten, Gott selbst finden, (vgl.: S.74).

Auch die Schönheit in der Musik ist Pater Anselm viel Betrachtung wert. Das hat mich speziell begeistert und auch, dass er Mozart erwähnt, der bewusst schöne Musik komponierte. Sein Ziel war es, dadurch das Traurige, die Enttäuschung, den Schmerz und auch das Böse im Menschen zu verwandeln,(S. 84ff). Was man hier durch Pater Anselm erfährt, ist wirklich überaus erkenntnisreich im Hinblick auf Mozart. Der sensible Zuhörer spürt ja Mozarts Absicht in all seinen sphärischen Klängen, selbst dann, wenn er von diesbezüglichen Aussagen Mozarts noch nichts gehört hat.

Die Schönheit darstellender Kunst und auch der Architektur und die Verwandlungskraft schöner Bilder kommen ebenfalls zu Sprache. Pater Anselm kann ich bei allem nur zustimmen, auch was die folgenden Gedanken anbelangt, insbesondere zur wahren Schönheit des Leibes, die aus der Seele kommt. Ein kaltes abwesendes Gesicht, kann niemals schön sein, denn es strahlt keine Liebe aus. Das sehe ich auch so. Schön ist ein Leib dann, wenn er durchseelt ist.

Sieben Haltungen einer Spiritualität der Schönheit erörtert der Benediktinermönch zum Schluss und erläutert Haltung und Übung im Hinblick auf:
Schauen
Genießen
Dankbar empfangen
Sich von der Schönheit heilen lassen
Die eigene Schönheit entdecken
Kontemplation und Einswerden mit dem Schönen
Die Welt und das Leben gestalten

Natürlich schafft man es nur, das Schöne wirklich zu erblicken, wenn man weder mit gierigen noch missgünstigen Augen schaut und über das Äußere hinweg tief in die Seele blickt. Dann erkennt man, das von Gott Gewollte. Die Liebe, das Licht, das Wärmende, das wir alle brauchen, um Freude empfinden zu können.

Zum Ende noch ein Zitat von Pater Anselm, das mit dem Zitat in der Kopfzeile korrespondiert und dieses verständlich macht: "Gott ist die Urschönheit, die uns fasziniert. Diese Urschönheit strahlt in allem Schönen auf, das wir in dieser Welt wahrnehmen. Und sie leuchtet in unserer schönen Seele auf." (Zitat, S. 172)

Gott ist die Liebe und es ist die Liebe, die uns alle retten wird.

Sehr empfehlenswert.


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