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Rezensionen verfasst von
Helga König
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   

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Il Giardino Armonico - Music of the Italian Baroque
Il Giardino Armonico - Music of the Italian Baroque
DVD ~ Il Giardino Armonico
Preis: EUR 23,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Längst Vergessenes lebt durch diese Klänge wieder auf.,, 8. Juli 2013
Diese beeindruckende DVD zeigt die Mailänder Barock-Truppe "Il Giardino Armonica" beim Musizieren.

Die Aufnahmen sind in Sizilien und dort an verschiedenen Schauplätzen rund um Palermo entstanden. Diese Plätze wirken ungeheuer morbid und stellen insofern eine ungewöhnliche realistische Verbindung zu längst vergangenen Zeiten her.

Die Besetzung des Ensembles ist kammermusikalisch aufgebaut. Es spielen Giovanni Antonini Flöte, Enrico Onofri und Marco Bianchi die Violinen, Paulo Beschi das Violoncello, Luca Pianca die Laute und Luca Guglielmi das Cembalo.

Mittels modernster Videotechnik wird die Barockmusik für ein Publikum des 21.Jahrhunderts aufbereitet. Zu hören sind Kompositionen von Dario Castello, Giovanni Battista Spadi, Biagio Marini, Tarquinio Merula und Antonio Vivaldi. Teilweise sind es Stücke, die sehr berührend sind, hauptsächlich der wunderschönen Flötenklänge wegen. Ganz zauberhaft.

Über die einzelnen Komponisten und Werke hat man Gelegenheit sich im Begleitheft kundig zu machen.

Mich begeisterte es, das harmonische Zusammenspiel der Musiker zu sehen. Ein Konzerterlebnis dieser Art lässt diese Musik noch lebendiger erscheinen. Sie dringt aus längst zerfallendem Gemäuer, doch sie ist noch immer frisch wie zu den Tagen als sie komponiert wurde und zwar für Musiker, die problemlos zusammen spielen können und dabei dennoch die Individualität und das Können jedes einzelnen Spielers zur Geltung zu bringen vermögen. Der Zuhörer bewegt sich zwischen den Welten in einer Art Traumzeit.

Tolle Klangqualität und eindrucksvolle Bilderwelten.

Sehr empfehlenswert.


Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie
Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie
von Fritz Riemann
  Taschenbuch

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr wichtiges Buch., 7. Juli 2013
Der Psychoanalytiker Fritz Riemann (1902-1979) befasst sich in dieser tiefenpsychologischen Studie mit den Grundformen der Angst. Es handelt sich hierbei um:

1) Die Angst vor Selbsthingabe, als Ich-Verlust und Abhängigkeit erlebt;

2) Die Angst vor Selbstwerdung, als Ungeborgenheit und Isolierung erlebt;

3) Die Angst vor Wandlung, als Vergänglichkeit und Unsicherheit erlebt;

4) Die Angst der Notwendigkeit, als Endgültigkeit und Unfreiheit erlebt.

Riemann hält gleich zu Anfang seiner Studie fest, dass Erwachsen-Werden und Reifen einhergehen mit Angstüberwindung. Jedes Alter hat seine entsprechenden Reifungsschritte mit den dazugehörenden Ängsten, die gemeistert werden müssen, wenn der Schritt gelingen soll. Der Autor verdeutlicht, dass diese Ängste gleichsam organisch zu unserem Leben gehören, weil sie mit körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklungsschritten zusammenhängen.

In der Folge stellt Riemann Persönlichkeiten vor, die Angst überwertig erleben und zeigt jeweils auf, wodurch diese überzogenen Ängste in der Kindheit entstehen.

Ich erlaube mir die wichtigsten Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensmuster an dieser Stelle festzuhalten, damit die potentiellen Leser einen Überblick bekommen, worum es hier eigentlich geht.

Die schizoide Persönlichkeit

Schizoide Personen haben ein übersteigertes Empfinden hinsichtlich der Selbstbewahrung und Ich- Abgrenzung. Kennzeichnend für diesen Personenkreis ist eine übersteigerte Angst vor Nähe. Sie möchten auf niemand angewiesen und niemanden verpflichtet sein. Der Schizoide strebt überhöhte Distanz an, weil er sich dauernd in seinem Lebensraum bedroht fühlt.

Auf die Umwelt wirkt ein solcher Mensch fern, kühl, unpersönlich und kalt. Auch wenn man diese Leute schon lange kennt, kennt man sie nicht wirklich. Selbst, wenn man heute einen guten Kontakt zu ihnen haben mag, verhalten sie sich morgen so als hätten sie uns nie gesehen.

Mangels des Nahkontaktes entsteht eine krankhafte Eigenbezüglichkeit, wahnhafte Einbildungen und Wahrnehmungstäuschungen. Das Gefühlshafte bleibt bei solchen Menschen oft unterentwickelt.

In der Liebe wird der Partner nur als "Sexualobjekt" gesehen, das der Befriedigung der Sinne dient, darüber hinaus allerdings nicht interessiert. Wenn die Gefühlskälte weiter fortgeschritten ist, kann es geschehen, dass auf den Partner unverarbeitet Hassgefühle und Rachehaltungen unbewusst projiziert werden, die einer ursprünglichen Person in der Kindheit gegolten haben.

Schizoide Personen reagieren beim Überschreiten ihres Schutzkreises- ihrer imaginären Grenze - durch andere mit Panik, die in wilden Angriff umschlägt. Der Angst folgt die Aggression.

Schroffheit, plötzliche verletzende Schärfe, eisige Kälte, Unerreichbarkeit und sekundenschnelles Umschlagen von Zuwendung in feindselige Ablehnung sind die häufigsten Ausdrucksmöglichkeiten der Aggression.

Riemann zeigt an Beispielen schizoide Erlebnisweisen auf, wobei er darauf hinweist, das schizoides Verhalten ein geisteskrankes Verhalten ist.

Gefühlsabläufe und Verstandeserfahrungen laufen gleichsam getrennt, verschmelzen nicht zu einheitlichem Leben. Mit wachsendem Autismus verliert der schizoide Mensch immer mehr das Interesse an der Welt und den Menschen. Die Schwerstgestörten machen sich selbst zum Maßstab aller Dinge. Dies kann zu größenwahnsinniger Überheblichkeit und Selbstvergottung führen. Ethik und Moral sind für Schizoide fragwürdig.

Nicht selten entwickeln diese Menschen eine "Herrenmoral", für deren Angehörige andere Regeln gelten als für in ihren Augen "Schwache".

Menschen mit stark schizoider Struktur leiden nicht an ihrem Wesen, sondern sie fühlen sich gesund. Oft ist es ihr Umfeld , das lernen muss sich abzugrenzen, um psychisch nicht auf der Strecke zu bleiben.

Die depressive Persönlichkeit

Dieser Personenkreis hat Angst ein eigenständiges Ich zu werden. Den Depressiven quält die trennende Kluft zwischen Ich und Du. Alleingelassenwerden und Verlassenwerden kann ihn in tiefe Depression und Verzweiflung stürzen. Um sich vor Verlustängsten zu schützen, müssen diese Personen lernen viel Eigenständigkeit und Unabhängigkeit zu entwickeln. Distanz bedeutet für den Depressiven Bedrohung. Um anderen uneingeschränkt nahe sein zu können unterdrücken diese Menschen gerne Kritik und Zweifel am Nächsten. Ihr Persönlichkeitsbild weist überwertig Tugenden, wie etwa Bescheidenheit, Überangepasstheit, Unterordnung bis zur Selbstaufgabe, im Extremen masochistisches Hörigkeitsverhalten auf.

Für sich selbst fordern diese Personen nichts. Riemann lässt den Leser wissen, dass es kennzeichnend für Depressive ist, dass sie schwer etwas merken können, schnell vergessen, oft Lernschwierigkeiten haben und nicht selten teilnahmslos und müde erscheinen. Aggression bei Depressiven äußert sich in Jammern, Klagen und Lamentieren. Aggression und Angst vor Liebesverlust führen oft zu Selbsthass und zur bewussten und unbewussten Selbstbestrafung und Selbstzerstörung. Auch hier macht Riemann das Krankheitsbild an Beispielen deutlich.

Depressive versetzen sich in die Situation des anderen. Sie identifizieren sich mit ihm soweit, dass sie den eigenen Standpunkt und die eigenen Interessen darüber weitgehend vergessen. Da sie zu wenig Eigenimpulse und Eigenwünsche haben, die sie den Wünschen anderer entgegensetzen können, unterliegen sie den Impulsen und Wünschen anderer. Immer sind sie gewohnt die Erwartungen anderer zu erfüllen. Wenn ein solcher Mensch sich für alles verantwortlich fühlt, geschieht dies nicht aus Größenwahn, sondern aus fehlender Ich-Stärke, die ihn mehr den anderen leben lässt als sich selbst. Dies kann bis zur völligen mentalen Selbstaufgabe führen.

Die zwanghafte Persönlichkeit

Dieser Personenkreis hat eine übergroße Angst vor Vergänglichkeit. Dadurch kommt es zum starren Festhalten an Überkommenem auf allen möglichen Gebieten. Tradition, familiärer, gesellschaftlicher, moralischer, politischer, wissenschaftlicher und religiöser Art führen nicht selten zu Dogmatismus, Konservatismus, Prinzipien, Vorurteilen und zu verschiedenen Formen von Fanatismus. Je starrer diese vertreten werden, desto intoleranter sind diese Menschen anderen gegenüber, die sie angreifen oder auch nur eine Frage stellen. Je mehr diese Personen an altem festzuhalten suchen, um so mehr empfinden sie die Angst vor Vergänglichkeit. Das hartnäckige Zwingenwollen und Bändigenwollen der Gewalten des Lebens ist hier typisch.

In einer Liebesbeziehung will der Zwanghafte seinen Partner nach seinem Willen formen.

Geld, Pünktlichkeit, Sparsamkeit, Machttrieb, Pedanterie und Starre lassen solche Beziehungen verkümmern. Das Liebesleben ist insgesamt erosfeindlich.

Aggressionen sind hier zwanghaft, weil sie mit Machtwillen verbunden sind. Die Aggressionen der Zwanghaften dienen der Macht und die Macht der Aggression. Formen der Aggression sind Verschlagenheit, hinterhältige- feige , versteckte Aggression, die aus dem Hinterhalt zuschlägt. Auch hier erhält man wieder lebensgeschichtlich Hintergrundinformationen.

Perfektionismus, Unduldsamkeit gegenüber anderen, die sich zu diktatorischen und dogmatischem Verhalten vertiefen sind bezeichnend.

Die hysterische Persönlichkeit

Dieser Personenkreis hat Angst vor dem Unausweichlichen, vor der Notwendigkeit und vor der Begrenztheit unseres Freiheitsdranges. Grenzüberschreitendes Erleben zieht ihn an. Platzangst, Staßenangst, die Angst sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten , auch Tierphobien sind im Grunde verschobene Ängste. Die Angst, die dahinter steht, ist die Angst vor Freiheitsbeschränkung.

Hysteriker sind in ihren Liebesbeziehungen leidenschaftlich, intensiv und fordernd. Sie sind Meister der Erotik, der Verführung, des Flirts und der Koketterie. Diese Menschen sind genussfroh, phantasiereich und verspielt. Treue ist ihnen nicht so wichtig, zumindest die eigene nicht. Heimliche Liebschaften haben einen besonderen Reiz für sie und geben ihrer romatischen Fantasie freien Raum. Das Bedürfnis bestätigt werden zu wollen nimmt bei diesen Menschen überwertige Formen an. Ihr Narzissmus, ihre Eigenliebe bedarf immerwährender Bestätigung. Einen Partner benötigten sie vor allem , damit dieser sie ihres Charmes, ihrer Schönheit, ihrer Bedeutung und sonstiger Vorzüge versichert. Schürzenjäger und Männerverbraucherinnen( so die Worte Riemanns!) sind typische Hysteriker.

Aggressionen leben Hysteriker in der Intrige aus. Abwertungen eines anderen bis hin zur Vernichtung kommen seiner ausgeprägten Rachehaltung entgegen. Flammende Entrüstung, pathetische Gesten und leidenschaftliche Anklagen sind typische Aggressionsäußerungen.

Auch hier wieder werden lebensgeschichtliche Hintergründe aufgezeigt.

Das zentrale Problem hysterischer Persönlichkeiten ist, dass sie die Identität mit sich selbst nicht finden.

Problematisch ist, dass scheinbar ergänzende Persönlichkeitsstrukturen oft eine instinktive Anziehung aufeinander ausüben, weil sie durch den Gegentyp zur Ganzheit zu gelangen beabsichtigen. Der Schizoide ahnt von der Liebesfähigkeit des Depressiven, seiner Opferbereitschaft, seinem Sich-Selbst-zurückstellen, seinem einfühlenden Sich-bemühen. Er ahnt die Erlösung aus seiner Isolation,die Möglichkeit am Partner etwas nachzuholen. Anderseits fasziniert den Depressiven am Schizoiden, dass dieser etwas lebt, was er nicht zu leben wagt. Zudem spürt er hier jemand, der seine Liebesbereitsschaft dringend braucht. Im Zusammenleben spitzen sich dann allerdings Abhängigkeits- und Unabhängigkeitsdrang dramatisch zu. Es folgt endloses Missverstehen.

Entsprechend verhält es sich zwischen zwanghaften und hysterischen Persönlichkeiten. Auch hier enden Beziehungen in der Regel in Auseinandersetzungen.

Gegensätzliches stößt sich am Ende ab, wenn nicht die Bereitschaft zur Erkenntnis und Reifung beidseitig vorhanden ist.

Sehr empfehlenswert!


Masters of the Modern Age 1: Music from the Time O
Masters of the Modern Age 1: Music from the Time O
Preis: EUR 16,33

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar!, 2, 2. Juli 2013
Die vorliegenden drei CDs nehmen für sich in Anspruch, in der Kunst nachvollziehbare Einflüsse mit phantasievollen musikalischen Entsprechungen zu erforschen.

Van Gogh war ein großer Wagner-­Verehrer, Degas liebte das Ballett und das Theater und Cezanne wird von Komponisten repräsentiert, die wie er in seinen Gemälden bei aller Originalität – eine analoge "Schüchternheit und Zurückhaltung" aufweisen.

Um diese drei Maler geht es also und um die jeweilige Musik in jener Zeit, die ihnen und ihrer Malerei zugeordnet werden. Gefallen hat mir nicht zuletzt die Zuordnung verschiedener Stücke, wie etwa George Bizets Carmen Suite No.1, die natürlich wunderbar zu Degas Ballettbildern passt.

Über die Musik in seiner Zeit und den Maler Degas, sogar eine seiner Skulptur sowie über seine Lebensdaten und natürlich die Stücke auf der CD und deren Komponisten wird man im Begleitheft bestens aufgeklärt und so wird auch bei den anderen beiden CDs, die Cezanne und Van Gogh gewidmet sind, verfahren.

Für mich, die ich mich seit ewigen Zeiten mit Kunst und klassischer Musik befasse, sind diese CDs überaus inspirierend. In Gesprächen mit Künstlern erfahre ich sehr oft, dass sie während ihres künstlerischen Schaffens Musik hören und die gehörten Klänge sich gewissermaßen in Farbe und Form verwandeln.

Der Zeitgeist bedingt stets ein Zusammenspiel von allem. Ohne Frage. Völlig aus seiner Zeit herauszufallen, gelingt nur einem Einsiedler, wenn überhaupt. Heute Vormittag war ich in Frankfurt bei der Eröffnung einer Ausstellung im Städel Museum. Der dort gezeigte Künstler- Hans Thoma- verkehrte im Hause Wagner und seine Bilder korrespondieren mit den Klängen dieses Komponisten, übrigens weit mehr als die Bilder Van Goghs, die ich eher mit Kompositionen von Emmanuel Chabrier in Verbindung bringen würde, trotz Van Goghs Affinität zu Wagner.

Drei wunderbare CDs, die zum Nachdenken und Nachempfinden anregen.


Flötenkonzerte
Flötenkonzerte
Preis: EUR 10,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hier kann man sich ein Bild von der technischen Vielfalt dieses Künstlers machen., 2. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Flötenkonzerte (Audio CD)
Die Aufnahmen der Flötistin Mary Oleskiewicz und dem Ensemble Concerto Armonico unter der Leitung von Miklós Spányi entstanden nach eingehender Recherche der Aufführungspraxis in Sanssouci. Hier waren Fortepiano und Fagott obligatorisch Bestandteil der Basso ­Continuo­ Begleitung.

Über den Ungarn Spányi wird man im Begleitheft kurz aufgeklärt. Aufklärung erfährt man auch über Mary Oleskiewicz und das Conterto Armonico Budapest.

Der Barockmusiker Johann Joachim Quantz (1697-1773) war der innovativste und produktivste Komponist und Instrumentenhersteller im Hinblick auf Flöte. Hauptveranstaltungsort für seine Konzerte war der Königliche Palast von Sanssouci. Auftraggeber war Friedrich der Große, der bekanntermaßen selbst Flöte spielte und auch komponierte.

Fast 300 Flötenkonzerte stammen aus der Feder von Quantz. Auch die vier hier erstmals eingespielten Flötenkonzerte, die über einen Zeitraum von fünf Jahrzehnten entstanden sind, zeigen die große technische Vielfalt dieses feinsinnigen Künstlers.

Während ich die CD hörte, schaute ich mir einen Bildband über Schloss Sanssouci an und hatte den Eindruck, dass durch die Klänge den Fotos Leben eingehaucht wurde. Eine bemerkenswerte Erfahrung.

Empfehlenswert.


Glück im Alter: Zu Besuch bei 21 glücklichen Menschen im Alter von 65 bis 95 Jahren
Glück im Alter: Zu Besuch bei 21 glücklichen Menschen im Alter von 65 bis 95 Jahren
von Andreas Kumpf
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "In der Einfachheit des 'Erlebnisglücks' liegt das Potential zum Alltagsglück." (Dr. Andreas Kumpf),, 25. Juni 2013
Im vergangenen Jahr haben einige Rezensenten zum vorliegenden, reich bebilderten Buch ausführliche Rezensionen verfasst und mich neugierig auf den Inhalt gemacht. Der Psychologe Dr. Andreas Kumpf war zu Besuch bei 21 glücklichen Menschen im Alter von 65 bis 95 Jahren erfährt man auf dem Cover. Darüber zu lesen, fand ich spannend, denn mir sind in meinem bisherigen Leben leider nicht immer nur zufriedene, glückliche alte Menschen begegnet, sondern auch zutiefst verbitterte, die ihrem Umfeld die Hölle bereitet haben.

Bevor ich zu lesen begonnen habe, betrachtete ich zunächst die Fotos der Menschen, die Dr. Kumpf besucht hat. Es fällt auf, dass alle 21 Personen einen herzlichen, gütigen Blick ihr eigen nennen und deshalb überaus sympathisch wirken.

Die Lebenswege sind höchst unterschiedlich, wie man den Texten entnehmen kann. Einfach war das Leben der einzelnen Personen auch nicht immer. Es führt zu weit, die Geschichten im Buch gekürzt wiederzugeben. Man lernt übrigens immer nur die Vornamen und das Geburtsdatum der Personen kennen und freut sich, wenn die über 90 jährige Dorothea sich mehr Mitgefühl von Mensch zu Mensch wünscht.

Für den 73 jährigen Richard bedeutet Glück mit allen im Frieden zu leben und der 81 jährige, sehr reflektierte Hans, ein überzeugter Europäer, weiß, dass man loslassen muss, um immer wieder glücklich sein zu können.

Kommunikation sei wichtig für das individuelle Glück, meint der heute 74 jährige Horst und stets aufs Neue liest man, dass es ein Glück sei, Dankbarkeit und Freude zu empfinden. Hermine, die mittlerweile über 90 Jahre zählt, ist überzeugt, dass das Wichtigste für ein glückliches Leben die Liebe und ein offenes Herz sei.

Es macht so viel Freude in das Gesicht eines uralten Menschen zu schauen, dessen Augen immer noch leuchten. Im vorliegenden Buch darf man solche Menschen kennen lernen. Sie vermitteln dem Leser eine Botschaft: Werte Deine Gegenüber nicht ab, sondern beginne sie zu respektieren, dann kehrt die Liebe und das Glück in Dein Herz ein, dann wirst Du kein zänkischer, verbitterter alter Mensch, dem alle aus dem Weg gehen und der irgendwann abgeschoben wird.

In Zeiten der Selbstsucht, der Missgunst und des Neides sollte mancher Zeitgenosse dieses Buch genau studieren, denn es zeigt an Beispielen Wege auf, dass es auch anders geht.

Auf den letzten Seiten hat man die Chance, sich mit Überlegungen zum Glück im Laufe des Lebens auseinanderzusetzen zu setzen. Hier auch liest man, was die wahre Essenz des Glücks im Alter ist. Diese übrigens können Sie der Kopfzeile entnehmen.

Empfehlenswert.


Bunte Blüten, blaue Schwerter: Meissener Blumenmalerei: Motive und Geschichten
Bunte Blüten, blaue Schwerter: Meissener Blumenmalerei: Motive und Geschichten
von Erika Büttner
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jede Blume besitzt ein Geheimnis. Die Meissener Blumenmaler vermögen es zu lüften.,, 25. Juni 2013
Dieses reich bebilderte Buch von Erika Büttner befasst sich mit der Malereigeschichte, aber auch mit der gegenwärtigen Arbeit der Meissener Porzellan-Manufaktur. Dort sind insgesamt 160 Blumenmaler damit beschäftigt, unterschiedliche, zauberhafte Blüten auf das feine Weiß des Meissener Porzellans zu malen. Noch heute gibt es typische Blumenmalerfamilien, wo seit Generationen dieser Beruf ausgeübt wird.

Schon in der Antike liebte man es, sich mit Blumendekor zu umgeben und so blieb es in allen Zeiten. Wen wundert dies, wo doch ihr Anblick an die Natur, die Gärten, die Farben und den Duft dort erinnern, der so ungemein inspirierend sein kann.

Man erfährt Wissenswertes über die Zeichenschule der Manufaktur, die die Grundbedingung für Porzellanmalerei darstellt. Wer sie besuchen möchte, sollte zwei Voraussetzung mitbringen: Die Liebe zur Schönheit der Natur und das Talent diese zu Papier und später aufs Porzellan zu bringen. Gegründet hat die Schule von Prinz Xaver von Sachsen im Jahre 1764. Damals wurde die Verantwortung für die Ausbildung der Dresdner Akademie übertragen. Im 18. Jahrhundert dauerte die praktische Ausbildung der Blumenmaler übrigens noch sechs Jahre. Seit den 1950er Jahren des letzten Jahrhunderts ist die Lehrzeit auf zwei Jahre begrenzt worden.

Aufgeklärt wird man über den Beginn der europäischen Blumenmalerei durch Gregorius Höroldt (1696-1775), der einst königlicher Hofmaler war und man erfährt auch Wissenswertes zum berühmten Bildhauer Johann Joachim Kaendler (1706-1775), der 1730 in die Manufaktur kam. Diesen beiden Künstler verdankt die Manufaktur die Porzellangestaltung der frühen Jahre.

Über das erste Meissener Blumendekor und die dann folgenden wie etwa Nelken, Vergissmeinnicht und Tausendschönchen liest man Erhellendes und auch, dass die Blumen der alten Meissener Dekore in der Umgebung von Meissen zuhause sind.

Die spektakuläre Tulpengeschichte bleibt nicht unerwähnt und man liest Aufschlussreiches über die Manierblumenmalerei, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand. Auf einer Doppelseite des Buches kann man sich dann alle Manierblumen anschauen, unter ihnen Kornblumen und Akelei, die ich besonders zu schätzen weiß.

Bei der Erläuterung zu den einzelnen Dekor-Stilen wird auch die "Meissener Rose" natürlich nicht vergessen, die durch ihre Schlichtheit und Brillanz besticht.

Über die Blumensprache, die naturalistische Blumenmalerei und die Wiesenblumen auf dem Meissener Porzellan kann man sich im Buch ebenso kundig machen, wie über die Dekore im 20. und im 21. Jahrhundert.

Alles sehr spannend zu lesen und auch zu betrachten.

Wer sich für Meissener Porzellan interessiert, wird reichlich Freude an diesem Buch haben und zu begreifen lernen wie viel Arbeitszeit und künstlerisches Können sich in jedem der Objekte verbirgt. Dass es dieses Porzellan nicht umsonst gibt, versteht sich von selbst.

Empfehlenswert.


"Stern Spezial Fotografie. Ehemals: ""Portfolio""": Stern Portfolio No. 71 Yousuf Karsh (Stern Fotografie)
"Stern Spezial Fotografie. Ehemals: ""Portfolio""": Stern Portfolio No. 71 Yousuf Karsh (Stern Fotografie)
von Yousuf Karsh
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer wirklich gute Porträtfotos bewundern möchte, sollte sich diese Bilder anschauen.,, 23. Juni 2013
Dieser Bildband zeigt Werke von Yousuf Karsh, einem der renommiertesten Fotografen des 20. Jahrhunderts, die mich unendlich begeistern. Wenn es möglich wäre, würde ich diesem Buch 100 Sterne geben.

Jochen Siemens berichtet auf den letzten Seiten des Bandes Wissenswertes über den Künstler, dessen Porträtaufnahmen namhafter Persönlichkeiten verdeutlichen, wozu ein Starfotograf in der Lage ist, wenn er neben umfassendem handwerklichen Können, dazu noch in der Lage ist, die unterschiedlichen Facetten der Seele seines Modell jeweils bildlich zu erfassen. Der gebürtige Armenier hat 1941 Winston Churchill die Zigarre weggenommen als er ihn ablichtete und damit eine der größten Fotografien des 20. Jahrhunderts realisiert.

Der charmante Fotograf soll die Fähigkeit besessen haben, sich mit seinen Gegenübern zu verbünden, sich in die Person und deren Bedeutung hineinzuversetzen. Ich möchte an dieser Stelle nicht die Betrachtungen von Jochen Siemens nacherzählen, sondern nur erwähnen, dass Karsh sich das Handwerk der großen Fotografie in Schritten angeeignet hat, die sich ergänzt haben und seine große Kunst aufbauten. 1933 eröffnete er sein eigenes Studio in Ottawa. Der Durchbruch kam mit Churchills Bild. Zwei Jahre später hat er dann den Auftrag erhalten, vierzig führende Politiker, Militärs, Künstler, Schriftsteller sowie die zukünftige Queen Elisabeth II. zu fotografieren. Die Karriere des armenischen Weltfotografen war nicht mehr zu bremsen.

Immer mehr perfektionierte er seine psychischen Porträts. Eine Auswahl (70 Fotos) dieser beeindruckenden Bilder hier bewundern zu dürfen, freut mich wirklich sehr. Über 15 000 Porträts hat er abgelichtet und es soll so gut wie keinen Schurken oder Bösen gegeben haben. In solchen Personen fand er nicht, was er suchte. Er liebte das äußerlich und innerlich Schöne und das Nachdenkliche. Das macht mir diesen Fotografen ungemein sympathisch.

Eines meiner Lieblingsbilder zeigt Albert Einstein, 1948. Die Abgeklärtheit und Güte, die man in seinem Gesicht sofort erkennt, macht diesem Mann einfach liebenswert. Neben dem Foto von Einstein habe ich mich besonders in das Bild Frank Lloyd Wright verliebt, der als größter amerikanischer Architekt aller Zeiten gilt. Ein feiner Mensch mit ganz edlen Gesichtszügen.

Ein tolles Bild, das Leonard Bernstein 1985 am Klavier zeigt, ließ mich lange verweilen und auch das Porträt Albert Schweitzers, 1954. Da ich ein Faible für wirklich sehr gut aussehende Frauen habe und mich an deren Anblick schon als kleines Mädchen besonders erfreute, haben mich einige Fotografien hier im Bildband überaus fasziniert, nicht zuletzt das Porträt der schönen Ingrid Bergmann, 1946, ein weiteres von Anna Magnani, 1958, dann die junge Elisabeth Taylor, 1946 und natürlich Brigitte Bardot, 1958. Alle haben das gewisse Etwas, das Ausdruck einer schönen Seele ist.

Last not least möchte ich das Foto von Nelson Mandela, 1990 erwähnen, dessen Seele offenbar ausschließlich aus Liebe besteht.

Fotos von Yousuf Karsh sind Ausdruck des Guten, Wahren und Schönen, dem sich alle Menschen verpflichtet fühlen sollten.

Sehr empfehlenswert.


"Stern Spezial Fotografie. Ehemals: ""Portfolio""": Stern Portfolio No. 72 Mario Sorrenti
"Stern Spezial Fotografie. Ehemals: ""Portfolio""": Stern Portfolio No. 72 Mario Sorrenti
von Mario Sorrenti
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr viel Schönes, aber auch gewöhnungsbedürftig Bizarres,, 22. Juni 2013
Der vorliegende Bildband enthält Fotos des Fotografen Mario Sorrenti. Jochen Siemens erzählt zu Ende des Buches dessen Geschichte. In den 90er Jahren war der schöne Italiener ein Männermodel. Doch er wollte Fotograf werden und lernte in New York im Studio von Giorgia Fiori mit der Kamera umzugehen. Er traf auf die junge Kate Moss. Die beiden wurden ein Liebespaar. Seine hübsche Freundin hielt er mit der Kamera fest und übte sich dabei im Fotografieren.

Siemens schreibt, dass Sorrentis Blick dichter am sinnlichen Empfinden einer neuen Generation war als der anderer Fotografen. Wie man erfährt, macht das schwer Greifbare die besondere Qualität dieses Fotografen aus. Sorrenti übersetzt offenbar mit seiner Arbeit die Begehrlichkeit in Bilder. Dies soll in einem atemberaubenden Tempo geschehen.

Einige der Fotos sind motivisch etwas bizarr, andere geradezu paradiesisch. Ich denke da an die Nackte im Blütenmeer. Ein tolles Bild. Zu der Frau, deren Unterkörper an Wäscheklammern befestigt wurde, fällt mir nichts ein. Ich fühle deren Schmerz und bin verärgert. Offenbar scheint es Gründe zu geben, weshalb die nur mit einem Slip bekleidete Dame getrocknet werden soll. Diese Gründe würden mich dann schon interessieren.

Sehr gut finde ich die Fotomontage(?) einer Frau, die ein junges Gesicht aber uralte Arme und Hände hat. Das scheint ein Seitenhieb auf den Facelifting-Hype zu sein. Gut gemacht.

Am schönsten sind die Bilder, auf denen man Kate Moss bewundern kann. Gelungen auch sind das Aktfoto von Milla Jovovich und ein wirklich süßes Foto von Winona Ryder.

Einige Motive finde ich sehr, sehr abgründig und kann ihnen nichts abgewinnen. Fotografisch sind diese schrägen Bilder perfekt, aber sie stoßen inhaltlich bei mir auf Ablehnung. Dies gilt besonders für die Nackte, deren Haut mit einem Bindfaden eingeschnürt wird. Ihren Schmerzenschrei hört man aus dem Foto heraus. Schrecklich. Der künstlerische Wert bleibt mir verborgen.

Aber beurteilen Sie bitte selbst.


Werke fur Violine und Violoncello
Werke fur Violine und Violoncello
Preis: EUR 9,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Duo-Werke erfordern ein Miteinander. Vielleicht sind sie deshalb heute in Zeiten des Ohneeinander so selten geworden.,, 20. Juni 2013
Diese bemerkenswerte CD enthält Werke für Violine und Violoncello aus Ungarn. Waren Duos einst sehr beliebt, sind diese heute nahezu vergessen. Durch Friedemann Eichhorn und Alexander hat man nun Gelegenheit sich mit Duo-Werken für die oben genannten Instrumente ausgiebig zu befassen.

Zu hören sind Kompositionen Zoltán Kodály, Mátyás György Seiber, Miklós Rósza, Zoltán Székely, György Sándor Ligeti und Béla Bartók.

Über die Komponisten und ihre Duo-Werke kann man sich im Begleitheft ausgiebig informieren. Bela Bartók schrieb beispielsweise 44 Duos für Violinen und komponierte mit Vorliebe dissonant, bitonal, kanonisch und in Umkehrungen. Man hat die Chance diverse dieser Kompositionen auf der CD zu hören, die sich als vielfarbige Aphorismen erweisen, deren Temperament ganz unmittelbar zur Geltung kommt.

Über die Interpreten Dr. Friedmann Eichhorn und Prof. Dr. Alexander Hülshoff wird man ausgiebig unterrichtet und begreift, nachdem man deren Vita kennengelernt hat, weshalb die beiden auf so vortreffliche Weise die Werke der ungarischen Komponisten vorzutragen in der Lage sind.

Sehr gute Klangqualität.

Empfehlenswert.


Land of Shadows (+ Bonus DVD)
Land of Shadows (+ Bonus DVD)
Preis: EUR 19,35

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klänge, die sich in die Seele bohren., 20. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Land of Shadows (+ Bonus DVD) (Audio CD)
Diese Kassette enthält eine DVD und eine CD. Hier kann man den Leadtönen der Jazzpianistin Julie Sassoon lauschen und sie auf der DVD bei ihrem Spiel beobachten. Dort versinkt sie geradezu in ihr Klavier, um die verborgenen Klänge aus der Tiefe zu holen. Bert Noglik meint im Begleitheft, sie reihe die Klänge einzeln auf, fädele sie zu Ketten, bündele sie zu Tontrauben und lasse sie dann wieder in die Stille entgleiten. Dem kann ich nur zustimmen.

Die Pianistin thematisiert mit "Land of Shadows" ihre biografischen Erfahrungen. Dabei steigt sie hinab in die Bereiche des Un- und Unterbewussten und meditiert im Medium der Klänge, tiefer und tiefer, Schicht um Schicht. Man muss diese Musik alleine hören, sich völlig darauf einlassen, dann erspürt man die Geschichten, die Sassoon vielleicht selbst nur erahnt.

Die Pianistin mit jüdischen Wurzeln ist in Manchester geboren, studierte klassische Musik und Malerei an der Universität von Lancaster sowie postgradual Jazz-Piano und indische Violine am Leeds College of Music. Sassoon lebt seit 2009 in Berlin. Mit ihrer Musik erzählt sie auch etwas über ihre Vorfahren, die Wertheimers, die einst im Schwarzwald ansässig waren, bis die Nazis sie ins Konzentrationslager verschleppten.

Ihre Musik sind letztlich Klänge der Nachdenklichkeit und der Hoffnung, die die Basis kreativen Tuns ist.

Empfehlenswert.


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