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Rezensionen verfasst von
Helga König
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   

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Eyes Over Africa
Eyes Over Africa
von Michael Poliza
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 98,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Natur präsentiert Bilder, die sie Sekunden später wieder verschwinden lässt." (Uli Hauser), 17. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Eyes Over Africa (Gebundene Ausgabe)
Dieser traumhafte Bildband mit doppelseitigen Landschaftsaufnahmen des Starfotofotografen Michael Poliza bringt dem Betrachter diesen grandiosen Kontinent Afrika auf eine besondere Weise nah. Luftaufnahmen von Ägypten, Äthiopien, Tansania, Mosambik, Malawi, Sambia, Botswana, Namibia und Südafrika warten darauf, vom Betrachter bestaunt zu werden.

Auf einer Karte von Afrika im hinteren Teil des Werkes kann man sich kundig machen, wo die Aufnahmen entstanden sind. Uli Hauser berichtet davon, wie es zu der Idee kam, mit einem Hubschrauber den Kontinent zu erkunden und wie sich im Jahre 2006 der Unternehmer Stefan Breuer gemeinsam mit Michael Poliza den Traum erfüllten, in unmittelbarer Bodennähe diverse Länder Afrikas zu erkunden. Entstanden sind Bilder für die Ewigkeit, realisiert aus einer Höhe von 30, 300 und 600 Metern. Sichtbar werden geometrische Strukturen, die man nur von oben wahrnehmen kann, denn von unten sieht man ja nicht wie Bäume, Gräser und Büsche sich zu Bildern fügen. Da kann ich Uli Hauser nichts entgegen halten.

Viele Bilder in diesem Buch sind direkt von oben aus einem 90 –Grad Winkel fotografiert. Die Kunst von Poliza besteht lt. Hauser darin, das unerschöpfliche Angebot Afrikas zu sortieren und den Landschaften ein spezielles Gesicht zu verleihen. Dabei waren die Reise und die Bilder nicht der Dokumentation von Gewalt, Hunger, Armut, Not, Elend und Korruption gewidmet, sondern vielmehr der Schönheit und den Geheimnissen des Lebens. Dem Fotografen ging es darum, das beste Licht zu erhaschen, den günstigsten Winkel, Farben, Muster und Formationen.

Es ging darum, Augenblicke aufzuzeigen, Unwiederbringliches festzuhalten und genau das ist gelungen und versetzt den Betrachter in Staunen, heute, morgen, bis ans Ende aller Tage.

Die Fotos werden auf den letzten Seiten nochmals im kleinen Format gezeigt. Hier erfährt man dann in englischer Sprache ganz kurz, worum es sich im Einzelnen handelt, auch wo und wann die Bilder realisiert worden sind.

Mich beeindruckt nicht nur die Schönheit, sondern vor allem die Idee von Ewigkeit, die aus jedem der Bilder hervorscheint.

Empfehlenswert.

Traumhotels in Bayern: Originale entdecken und genießen
Traumhotels in Bayern: Originale entdecken und genießen
von Ralf Eibl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Übernachten, wo man das Heulen einer Eule vernimmt....., 17. März 2013
Ralf Eibl stellt in diesem wunderschönen Reisebildband 24 Traumhotels in Bayern vor. Diese Hotels sind folgenden Regionen zugeordnet: Unterfranken, Oberfranken, Mittelfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern und Schwaben.

Auf einer Landkarte gleich zu Beginn des Buches ist der Standort der einzelnen Hotels eingetragen. Anschließend werden diese Hotels bestens beschrieben und man erhält anhand von Fotos jeweils einen Eindruck wie diese Häuser von außen und innen aussehen. Es handelt sich dabei u.a. um Schlösser, Ritterburgen, Land- und Patrizierhäuser, die zu den so genannten "Sightsleeping-Hotels" zählen, einer Hotelmarke für anspruchsvolle Ästheten. Unter dem Leitmotiv "Das Auge schläft mit" sucht eine Jury aus Kunstsachverständigen, Designfachleuten Journalisten und Tourismusexperten die Hotels aus, die in die exklusive Kollektion aufgenommen werden.

Von den vorgestellten Hotels habe ich bislang nur das "Hotel Eisenhut" in Rothenburg/Tauber besucht, das aus vier Patrizierhäusern besteht, die allesamt im 16. Jahrhundert entstanden sind. An diesem Beispiel erkenne ich, dass man sich mit beim Porträtieren wirklich Mühe gegeben hat und auch nicht übertreibt.

Am meisten von allen präsentierten Übernachtungsmöglichkeiten interessiert mich die "Abtei Sankt Walburg" in Eichstätt. Hier schläft man hinter wuchernden Klostermauern bei Benediktinerinnen. Dabei sorgt das Interieur, eine Kombination aus alten Stilmöbeln und reduziertem modernem Design und einigen selbstgemalten Kunstwerken der Nonnen, für ästhetische Balance, (vgl.: S.113).

Sollte ich wider Erwarten in meinem Leben nochmals nach Füssen reisen- ich war als Studentin während einer Tramp-Tour durch den Allgäu vor Jahrzehnten das letzte Mal dort, dann würde ich mich gewiss im "Hotel Hirsch" einmieten. Hier überzeugt die Atmosphäre sowohl drinnen als auch draußen. Ein vortrefflicher Standort, um von dort aus die Schlösser König Ludwigs II. zu besichtigen und dessen Traumwelten auf sich wirken zu lassen.

Empfehlenswert.

Der Loulou. Zweitausendeins Edition Film 302
Der Loulou. Zweitausendeins Edition Film 302
DVD ~ Isabelle Huppert
Wird angeboten von Zweitausendeins
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Leichtigkeit des Seins ist im Rückblick mehr als nur trügerisch., 17. März 2013
Dieser Film stammt aus dem Jahre 1980. Der Hauptdarsteller Gérard Depardieu war noch jung und sah hinreißend sexy aus. Insofern war er die Idealbesetzung für den charmanten Herumtreiber Louis. Depardieu meint im Hinblick auf die Arbeitsweise des Regisseurs Maurice Pialat, dass dieser ein Maler sei. Der vorliegende Film gibt Depardieus Analyse Recht. Pialat ist für seinen nahezu dokumentarischen Stil seiner Spielfilme und für seine überaus schnörkellose Erzählweise bekannt, erfährt man im Begleitheft zur DVD. Genau das bestätigt dieses 100 Minuten andauernden Werk.

Nelly (Isabelle Huppert) lebt mit André (Guy Marchand), einem gutsituierten Besitzer einer Werbeagentur zusammen und arbeitet auch in dessen Firma. Wie in der ersten Szene des Films bereits deutlich wird, handelt es sich bei André um einen sehr eifersüchtigen Mann, der sich Nelly gegenüber aufgrund seiner Eifersucht bösartig und brutal verhält. Er schlägt sie in der Disco, weil er ihr unterstellt, dass sie mit Loulou geflirtet habe. Im Zuge der Auseinandersetzung verlässt André die Disco. Nelly bleibt, flirtet nun tatsächlich mit Loulou und landet mit ihm im Bett. Sie ist fasziniert von seinen Fähigkeiten als Liebhaber.

Nelly verliebt sich in den sorglosen Loulou, der keiner geregelten Arbeit nachgeht und als Kleinkrimineller sein Leben bestreitet. Sie verlässt André und damit die bürgerliche Sicherheit und begibt sich in ein Milieu, in dem andere Gesetze gelten als in ihrem bisherigen Umfeld. Nelly verzichtet auf die intellektuelle und kulturelle Welt, die ihr André geboten hat, weil sie Loulou und die neue Welt mit einer Art von Freiheit in Verbindung bringt, die ihr zunächst verlockend erscheint.

Als sie schwanger wird, wird sie unsicher. Wird die Vernunft über die vermeintliche Liebe siegen?

Der Film beinhaltet sehr gute Milieustudien. Der Zeitgeist der 1970er Jahre ist unverkennbar. Untreue, Sex und Schwangerschaftsabruch sind die Hauptthemen, die in die Filmhandlung eingebracht wurden. Wer in der damaligen Zeit jung war, weiß um die scheinbare Leichtigkeit des Seins, die heute wie ein bizarrer Traum anmutet. Das Trugbild besagter Leichtigkeit wird in Pialats Film deutlich, wenn man sich diese heute mit großem Abstand anschaut.

Empfehlenswert.

Heirate dich selbst: Wie radikale Selbstliebe unser Leben revolutioniert - Mit CD
Heirate dich selbst: Wie radikale Selbstliebe unser Leben revolutioniert - Mit CD
von Veit Lindau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

58 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer sich selbst heiraten möchte, sollte sich zunächst einmal lieben lernen., 17. März 2013
Das neue Buch von Veit Lindau handelt von der Selbstliebe, die die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Leben ist. Der Autor unterstreicht gleich zu Beginn, dass die Qualität der Beziehung zu einem selbst der Schlüssel zu allem verkörpert, was man erlebt. Eine Person, die sich nicht mag, gestaltet nach Ansicht von Lindau unerfüllte Beziehungen, wird häufiger krank als andere und erlebt mehr Stress als notwendig. Ein solcher Mensch kämpft um und in seiner Arbeit, verbiegt sich für Geld und wenn er es besitzt, dann vermag er es nicht wirklich zu genießen, (vgl. S. 24). Die Krankheit der Selbstablehnung erschafft zynische Welten und strafende Götter. Da hat der Autor wahrlich Recht. Welche Auswirkung der innere Krieg der Selbstablehnung hat, erfährt man gleich zu Beginn der Buches und auch, dass es die Krisen sind, die uns zwingen, uns selbst so anzunehmen, wie wir wirklich sind.

Im Prolog erklärt Lindau, dass man unter "radikaler Selbstliebe" versteht: sich entschlossen auf die Wurzeln seines eigenen Wesens zu besinnen, selbst dann, wenn offenbar alle versuchen, uns davon abzulenken, (vgl.: S.30). Das radikale Ja zu sich selbst zieht zahlreiche positiven Folgen nach sich. Lindau schlägt vor, sich gewissermaßen selbst zu heiraten und möchte dabei den Lesern keineswegs einen selbstsüchtigen Akt vorschlagen, sondern durch ein Gelübde, das er sehr gut formuliert hat, den Menschen, der bereit ist zu diesem radikalen Ja, zu helfen, sich daran zu erinnern, dass man keinem Menschen auf dieser Welt mehr Macht über sich geben soll, alles loslässt, was uns schadet und nicht gut tut. Das zwei Seiten umfassende Ehegelübde sollte man meines Erachtens jeden Tag gleich früh morgens lesen, bis man vom Textinhalt restlos durchdrungen ist.

Selbstliebe hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern ist die Voraussetzung dafür, dass man seine Nächsten wirklich lieben kann.

Lindau erörtert in seinem Buch sechs Tugenden der Selbstliebe:

1. Befreie Deinen Geist
2. Fühle alles
3. Mach Dich glücklich
4. Erkenne Deine Werte
5. Sei Dir in Deinen Taten treu
6. Erwache

Der Autor schreibt zunächst über uns schadende hypnotische Glaubenssätze, die aufgelöst werden müssen. Im gesamten Buch kommen Übungen auf den Leser zu, deren Aufgabe darin besteht, die Selbstliebe zu fördern. Lindau möchte den Leser zu einem Experiment einladen, den Geist von jeglicher Zensur zu befreien. Ihm geht es darum, dass wir unsere inneren und äußeren Kriegsschauplätze genau anschauen, um zu einer entspannenden Beziehung mit uns selbst zu gelangen. Dabei stellt er im Buch immer wieder Fragen, auch was diese Problematik anbelangt. Eine dieser Fragen lautet: "Wie sabotierst Du Dein Glück?"
Man lernt mittels einer Übung unseren inneren Frieden zu finden und unserem Unterbewusstsein diesbezüglich einen eindeutigen Auftrag zu erteilen. Hierzu hat der Autor ein kluges Friedensritual ausgearbeitet.

Bei der zweiten Tugend geht es darum, die Kraft seiner Gefühle zu befreien, weil es für den Selbstwert wichtig ist, in einem ruhigen, entspannten Kontakt mit unseren eigenen Gefühlen zu sein. Lindau listet acht Punkte auf, in denen er zeigt, dass sie auf zahlreichen Ebenen eine Schlüsselrolle einnehmen.

Wie der Autor sehr zutreffend analysiert, ist der Schmerz des Auf-Uns-Zurückgeworfenseins sehr schwer auszuhalten, aber Alleinsein ist eine wichtige Erfahrung, denn man lernt mit bestimmten Gefühlen umzugehen, wenn man sich bewusst für ein vorübergehendes Alleinsein entscheidet und man macht sich unabhängig von anderen. Man muss auf dem Weg zur Selbstliebe lernen, sich zu spüren und auch achtsam für jeden Moment zu werden. Wer achtsam ist, spart Energie, unterscheidet Wesentliches von Unwesentlichem. Lindau hebt nicht grundlos hervor, dass alle erfolgreichen Menschen, die er kennt, sich durch eine starke Gegenwärtigkeit auszeichnen und hundertprozentig bei dem sind, was sie tun, (vgl.:S. 85).

Der Autor schreibt über emotionale Unfreiheit, in deren Folge wir Gefühle unterdrücken oder uns in ihr verlieren und erläutert auch, was geschieht, wenn wir unseren emotionalen Innenraum öffnen. Man lernt die eigene emotionale Achillesferse (Angst, Ohnmacht und Schmerz) bewusst anzuschauen und kann mittels einer Übung seine emotionale Intelligenz schulen.

Im Rahmen der Vorstellung der dritten Tugend, lernt man seine essentiellen Bedürfnisse zu verstehen und intelligent zu erfüllen. Dabei erläutert Lindau zunächst einmal, was Bedürfnisse sind und wie sie in uns wirken. Der Autor lässt nicht unerwähnt, dass wir, sofern wir einen Menschen verstehen möchten, uns nicht davon ablenken lassen sollten, was er tut, sondern uns fragen sollten, weshalb er es tut. Es geht darum, zu ermitteln, welches essentielle Bedürfnis er gerade zu stillen versucht, (vgl.: S.129).

Wer seine Bedürfnisse besser versteht, lernt viel dazu, nicht nur besser auf sich zu achten und sich und anderen rascher zu verzeihen, sondern vieles mehr. Das macht Lindau in seinem Buch deutlich. Sich zu lieben, ist kein destruktiver Egoismus, sondern eine Chance für eine entspannte Beziehung mit unserem Umfeld.

"Erkenne Deine Werte" heißt die vierte Tugend. Hier geht es darum, durch eine klare Ethik seine Selbstachtung zu stärken. Selbstachtung entsteht nämlich dann, wenn unsere Handlungen mit unseren Werten übereinstimmen, (vgl. S.147). Als Gründe für den Selbstverrat nennt Lindau: Unwissenheit, fehlende Umsetzung und Angst. Mittels einer sehr guten Übung lernt man sich über die eigene Ethik klar zu werden und in der Folge mit Wertkonflikten umzugehen.

Bei der fünften Tugend geht es darum, unsere innere Wahrheit in äußere Realität zu verwandeln. Hier lernt man u.a. Zweifel in Vertrauen umzugestalten, die eigene Kreativität zu befreien und sich zu zeigen. Des Weiteren, sich in Bewegung zu setzen, sich nicht mehr durch eigene Schuldgefühle lähmen zu lassen und zu guter Letzt ein aktiveres Leben anzustreben.

"Erwache" nennt Lindau die sechste Tugend. Hier geht es darum zu erkennen, wer man tatsächlich ist. Dieses Erkennen setzt ein Ja zur spirituellen Ebene in uns voraus, denn hier akzeptiert man, mit der unbewegten Stille in uns zu verschmelzen, dem Ort an dem unsere Würde unantastbar ist, wo man ganz man selbst und frei ist, sofern man sich radikal bejaht hat mit all seinen Untiefen und seinen Gaben.

In Lindaus sechstem Kapitel, in dem er über die Königsdisziplin sehr klug philosophiert, habe ich einen Gedanken gefunden, den ich abschließend zitieren möchte: "Die Würde des Menschen beginnt da, wo wir uns über Gier, Angst und Groll erheben und uns gestatten zu lieben. Es ist die Angst, die verhindert, dass wir wie die großzügigen Könige fühlen und handeln, als die wir geboren wurden." (Zitat. S. 277)

Diesem wunderbaren Buch ist eine CD beigegeben, deren Spielzeit 75 Minuten andauert. Die Texte stammen von Veit Lindau, der mit einer äußerst angenehmen Stimme drei Meditationen vorträgt, die den Titel haben:

-Das Große Herz
-Der stille Bergsee
-In Liebe baden

Mittels dieser Meditation kann man das, was man im Buch gelesen hat, täglich vertiefen und seinen Bund mit sich selbst immer wieder erneuern. Dieser Bund macht uns frei und kreativ und entspannt unsere Beziehungen zu anderen Menschen ganz ungemein.

Empfehlenswert.

Warum Achterbahn fahren attraktiver macht und Schokolade vor Falten schützt: Beauty-Tipps für eine unwiderstehliche Ausstrahlung
Warum Achterbahn fahren attraktiver macht und Schokolade vor Falten schützt: Beauty-Tipps für eine unwiderstehliche Ausstrahlung
von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Vor allem der Geruch nach Grapefruit lässt Frauen um sechs Jahre jünger erscheinen,....", 16. März 2013
Prof. Dr. Michaela Axt- Gadermann hat ein Buch verfasst, das ich mit viel Neugierde in den letzten Stunden gelesen habe. Sie erteilt in ihrem Ratgeber Beautytipps für Frauen und Männer auf der Grundlage neuester Erkenntnisse der Wissenschaft. Nein, es handelt sich nicht um eine dröge formulierte Wissenschaftsschwarte, sondern um ein knackig geschriebenes Buch für Personen, die auch noch im Alter von 90 optisch attraktiv sein möchte. Wünsche dieser Art sind völlig legitim und lassen sich durchaus altersadäquat umsetzen.

Die Autorin thematisiert zunächst Erkenntnisse aus der Attraktivitätsforschung, erläutert wenig später die Begriffe "Schönheit" und "Attraktivität" und begründet, weshalb ein Makel einen Menschen letztlich erst wirklich attraktiv macht. Axt- Gadermann schreibt u.a. über die Farbe Rot und entsprechende Untersuchungen, weil es genau diese Farbe ist, die Männer und Frauen in den Augen der Betrachter wesentlich attraktiver erscheinen lässt. Bereits der Einsatz von roten Accessoires scheint hier Wunder zu bewirken.

Frauen nach ihrem 40. Lebensjahr sollten eher ihr Normal- als ihr Idealgewicht halten, weil kleine (!) Fettdepots verjüngend wirken. Der Grund hierfür ist der Östrogenspiegel, der durch diese Minipölsterchen angehoben wird und für vollere Lippen, eine straffe Haut und für dichtes Haar sorgt, (vgl.: 28).

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen verbessert Obstverzehr das Aussehen der Haut und Grapefruitduft scheint offenbar beim gegenüber den Eindruck zu erwecken, man sei um Jahre jünger als man es tatsächlich ist. Die Autorin nennt übrigens zahlreiche Damen- und Herrendürfte mit Verjüngungsaromen.

Axt-Gadermann singt u.a. ein Loblied auf Bitterschokolade, weil diese ähnlich wie Rotwein die Ausbildung von Falten verzögert. Die Gründe für dieses Phänomen nennt sie natürlich auch.

Dass Nikotin und ein Zuviel an Sonne schneller altern lassen, wissen wir bereits, doch Axt-Gadermann erwähnt es trotzdem, denn offenbar muss man es immer wieder predigen bis es auch in Hintertupfingen oder anderenorts nachhaltig angekommen ist.

Weshalb Körperspannung für eine schönere Ausstrahlung unterstützend wirkt, bleibt auch nicht unerwähnt und wie wichtig für ein gutes Aussehen die richtigen Proportionen sind ebenfalls. Die magische Zahl heißt hier 0,7.

Axt-Gadermann schreibt über die Notwendigkeit von Bewegung für ein jugendliches Aussehen und auch darüber, dass man sein biologisches Alter messen lassen kann. Bewegung ist der Faktor, der den Telomerabbau bremst und auf diese Weise für ein niedriges biologisches Alter sorgt. Telomere sind übrigens die Zellmarker des biologischen Alters, (vgl.: S.53).

Dem Leser wird sehr schnell klar, dass die Wissenschaftlerin mittels ihres Buches Leser davon überzeugen möchte, dass weder Lifting noch Botox notwendig sind, um attraktiv zu bleiben. Die richtigen Nahrungsmittel und viel Bewegung, der Verzicht auf lange Sonnenbäder, Nikotin, ein Zuviel an Alkohol und Süßigkeiten wirken Wunder, neben innerer Ausgeglichenheit sowie Entspannung und natürlich ausreichendem Schlaf.

Das Risiko für Übergewicht steigt um 70%, wenn man weniger als vier Stunden schläft und bei sechs Stunden liegt es noch um 23 % höher, (vgl.: S.65). Wer einen hohen Karotinspiegel im Blut hat, sieht deutlich jünger aus und weist weitaus weniger Falten auf, (vgl.: S.68) und wer häufiger lacht, regt seinen Stoffwechsel an. Wer zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, bekommt schneller Falten. Wasser ist das A und O, um das Austrocknen der Haut zu verhindern. Dies sind nur einige der vielen Tipps in diesem wunderbaren Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.

Gefallen haben mir dabei auch die hübschen Illustrationen, die Farbgestaltung und die Merkkästen aber auch die Tabellen. Dass Espresso die Haut glättet, finde ich besonders erfreulich, da diesem Getränk meine besondere Zuneigung gilt.

Empfehlenswert.

Leben wie in der Toskana - Wie man Einfachheit, Warmherzigkeit und Leichtigkeit für sich entdecken kann
Leben wie in der Toskana - Wie man Einfachheit, Warmherzigkeit und Leichtigkeit für sich entdecken kann
von Martin Bauer (Übers.)
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Man braucht Menschen, um Menschen beizubringen Mensch zu sein." (Ferene Máté),,, 15. März 2013
Dieses Buch habe ich gestern während meinen Zugfahrten Frankfurt- Leipzig- Frankfurt gelesen. Die derzeit verschneite Landschaft ließ in mir vor der Abfahrt spontan den Wunsch aufkommen, etwas über das sonnige Italien in Erfahrung zu bringen.

Der in Ungarn geborene Autor Ferene Máté lebt seit 20 Jahren in der Toskana. Dort hat er seinen Traum von einem eigenen Hauses mit Weinberg verwirklicht. Ein wenig erinnert mich der Inhalt des Buches an das, was Peter Mayle in seinen Büchern über die Provence schreibt und doch ist es anders, weil Maté in seinem Buch nicht nur Beobachtungen festgehalten hat, sondern sich überlegt, was er für sich Positives aus seinen Beobachtungen ziehen kann. Es geht ihm also um Erkenntnisgewinn.

Bei allem ist der Text federleicht verfasst, insofern die ideale Reiselektüre. Ob der Autor die Bewohner dort, eventuell nicht doch zu sehr durch die rose Brille sieht, will ich ihm nicht unterstellen. Schön, wenn es ein Volk dieser Art tatsächlich gibt, das sich durch eine solch mitmenschliche Mentalität auszeichnet. Máté lobt die Lebensqualität der Toskaner: "das gemächliche Tempo, den Frieden, die Schönheit, den sozialen Zusammenhalt und die Küche," (S.14) und stellt zunächst Betrachtungen über den Umgang mit der Zeit und der Qualität der Dinge an. Dabei erklärt er die Gelassenheit der Menschen dort mit der Gegebenheit, dass sie von uralten Gebäuden und Jahrhunderte alter Kultur umgeben sind und von einer Landschaft, die sich im Laufe der Zeiten kaum verändert hat. Diese Interpretation hat mir gefallen. Ich denke, sie trifft auch genau den Kern und lässt den Umkehrschluss zu, dass es die Unstetigkeit in allen Belangen des Lebens ist, die uns Mitteleuropäer so wenig gelassen erscheinen lässt.

Máté schreibt zum Thema Gesundheit und ist davon überzeugt, dass das italienische Gesundheitssystem neben der Ernährung dafür sorgt, dass die Menschen dort bis ins hohe Alter fit sind. In seinem Buch beschreibt er das Leben und die Lebensgewohnheiten der Toskaner mit viel Liebe, beschreibt das Landleben und die Freude an Gartenarbeiten. Die Gärten der Toskana gedeihen nicht bloß deshalb so prächtig, weil die Menschen ein genetisch verankertes Bedürfnis zum Harken haben: Gemüse wecken nämlich eine echte Leidenschaft, so Ferené Maté (vgl.: 157).

Wie wichtig familiäre Bande für das seelische Wohlergehen sind, lässt der Autor auch nicht unerwähnt und wartet zum Schluss mit Beschreibungen der kulinarischen Besonderheiten der Toskana auf. Wie Leser von Toskana-Kochbüchern und vor allem Reisende wissen, kocht man in dieser Region sehr schlicht und ursprünglich. Knoblauch, Olivenöl, Brot und Tomaten spielen eine tragende Rolle.

Ferene Máté macht in seinem Buch unmissverständlich klar, dass das Geheimnis für ein glückliches Leben durch die Liebe zu den Menschen und zur Natur bestimmt wird. Nicht die Gier soll im Vordergrund stehen, sondern der soziale Zusammenhalt. Immer häufiger werden Stimmen laut, die dies verkünden, doch alle bleiben ungehört. Leider.

Empfehlenswert.

Gartenexpertinnen und ihr grünes Wissen
Gartenexpertinnen und ihr grünes Wissen
von Kristin Lammerting
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wahre Leidenschaft bis hin zur Obsession machen aus Gartenfrauen echte Gartenexpertinnen." (Kristin Lammerting),,, 13. März 2013
Dieses wunderschöne und dabei sehr informative Gartenbuch, in dem Gartenexpertinnen und ihr Wissen mittels informativer Texte der Biologin Kristin Lammerting und bezaubernder Fotos von Ferdinand Graf von Luckner uns Gartenfreunden nahe gebracht werden, beginnt mit einem einleitenden Essay der Autorin, in dem sie zunächst die rhetorische Frage beantwortet, wie eine Frau zur Gartenexpertin oder gar zur Gartenbotschafterin wird.

Lammerting erinnert an die großen Gartendamen Englands, allen voran Gertude Jekyll, deren Schicksal ihr den Weg von der Malerin zur professionellen Gartengestalterin bahnte. Über 400 Gärten hat sie kreiert und ihre Ideen blieben uns in mehr denn 1000 Beiträgen für Zeitschriften und in ihren 13 Büchern erhalten. Auch über Vita Sackville-West und all die anderen berühmten Britinnen weiß Lammerting Wissenswertes zu berichten, bevor sie sich Deutschlands Gartenbotschafterinnen zuwendet.

Sie porträtiert in der Folge: Bettina Gräfin Bernadotte, Brigitte Röde, Victoria von dem Busche, Sabine Reber, Angelika Ertel, Petra Pelz, Heike Boomgarden, Anja Maubach, Ute Wittich und schreibt schlussendlich auch über sich selbst.

Lammerting ist es gelungen, von jeder der einzelnen Damen ein beeindruckendes Porträt zu kreieren, das die Individualität dieser Gartenbotschafterinnen sichtbar werden lässt. Dabei ist Gräfin Bernadotte beispielsweise der vielschichtige Dialog von Kunst, Mensch und Natur besonders wichtig. Darin offenbar besteht das Geheimnis der Insel Mainau. Die Autorin schreibt von den Inselspaziergängen mit der Gräfin, die der Ansicht ist, dass jeder Garten eigentlich eine Insel sei und deren Wunsch darin besteht, dass sich in einem Garten alle Menschen wohlfühlen sollen. Dass die Mainau ein Bienenparadies ist, bleibt auch nicht unerwähnt und man erfährt viel über die Besonderheiten der Garteninsel, auch über die Gartengeheimnisse der Gräfin, so etwa ihre Kniffe für die Ansiedlung von Schmetterlingen.

Gartengeheimnisse plaudern alle porträtierten Gartenexpertinnen aus, auch die von mir sehr geschätzte Viktoria von dem Busche, deren Gartenbücher ich gerne lese und die nicht grundlos bereits mehrfach den Deutschen Gartenbuchpreis erhalten hat. In den Gesprächen, die Kristin Lammerting mit den Damen geführt hat, sagt Katharina von Ehrens "Wer wissen möchte, welche Pflanzen in einer Gegend besonders gut wachsen, der möge alte Friedhöfe besuchen. Dort sind die Pflanzen zu finden, die sich bereits über mehrere Jahrhunderte entwickelt haben – oftmals auch besondere Pflanzen, die sonst selten verwendet werden", (Zitat: S.88). Ein ungewöhnlicher Tipp, den ich aber zu schätzen weiß, denn ich kann solchen Besuchen viel abgewinnen, neben der Stille auch die Erkenntnis alles Endlichen.

Dieses Buch zu lesen und die schönen Fotos zu betrachten, bereitet Freude. Dabei hat mir der Gartentraum von Petra Pelz besonders gut gefallen: "Wogende Grasfelder mit sich im Herbst färbenden Baumgruppen und ein Himmelbett mittendrinn; zu diesem Ort führt ein Holzsteg." (Zitat: S. 116).

Empfehlenswert.

Danke für die Einladung
Danke für die Einladung
von Hanns-Josef Ortheil
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Carl von Holtey über Goethe: "Der Genuß des Weines belebte sichtlich seine Sprechlust und steigerte die Fülle,, 13. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Danke für die Einladung (Gebundene Ausgabe)
seines Ausdrucks.." (S.63)

Dass Romancier Hanns-Josef Ortheil kulinarischen Dingen nicht abgeneigt ist, verbirgt er in seinen Romanen nicht, insofern war ich auch nicht überrascht nun ein neues Buch mit dem Titel "Danke für die Einladung" von ihm zu entdecken. Darin befasst er sich ausgiebig mit dem Thema Gastlichkeit und dem Zauber der Hingabe, die ein guter Gastgeber zu verbreiten vermag.

Eingangs bereits vergisst er keineswegs zu erwähnen, dass auch ein Gast seine Pflichten hat. Eine dieser Pflichten besteht darin, ein kleines Geschenk mitzubringen. Ortheil ist davon überzeugt, dass sein neues Buch ein ideales Gastgeschenk ist. Dieser Meinung schließe ich mich nach der Lektüre gerne an.

Das Buch beinhaltet Geschichten, Erzählungen und Überlegungen rund um die Einladung und ist in sechs Abschnitte unterteilt. Diese tragen die Überschriften:
Das Gastmahl
Große Tafel
Bei Goethe zu Gast
Ideale des Tafelns
Das Liebesmahl
Gastgeberfreuden

Neben den Überlegungen Hanns-Josef Ortheils, die jeden Abschnitt einleiten, hat man Gelegenheit themenbezogene Texte von Homer, P. Ovidus Naso, Petronius, Theodor Fontane, Thomas Mann, Marcel Proust, di Giuseppe Tomasi di Lampedusa, Caroline Schlegel, Wilhelm Grimm, Friedrich Förster, Carl Holtey, Immanuel Kant, Antonius Anthus, Eugen van Vaerst, Michael Tournier, Julian Barnes, Wäis Kiani, Robert Gernhardt und auch von Ortheil zu lesen.

Der Autor schreibt beispielsweise über die Geburt der frugalen Küche, die auf Philemon und Baucis zurückgeht und durch Schlichtheit besticht. Die Eheleute verzichteten auf Diener, wischten den Tisch mit Minze ab, bevor ihre Gäste kamen und servierten in erster Linie Produkte aus dem Garten. Die beiden waren allerdings wohl eher in der Antike die Ausnahme, denn man verbindet damalige Essgepflogenheiten häufiger mit den opulenten Tafeln eines Trimalchio, die der Schriftsteller Petronius in seinem Text "Das Gastmahl des Trimalchio"( S.23ff) festgehalten hat.

Ortheil erinnert an die bürgerliche, große Festtags-Tafel in seiner Kindheit bei seinen Großeltern, die er als "schwachen Abglanz" der großbürgerlichen Tafeln des neunzehnten Jahrhunderts begreift. Die von ihm näher beschriebene Festtags-Tafel war wohl in den späten 1950er und frühen 1960ern in allen bürgerlichen Familien ähnlich (nichts ging, ohne Markklößchensuppe) und veränderte sich erst allmählich. Reisen in den Süden, aber auch in das Elsass sorgten für eine neue Speisevielfalt, nichs nur wenn Gäste kamen. So meine Bebobachtung.

Sehr schön beschrieben hat Ortheil die Ess-Gepflogenheiten im Hause Goethe in Weimar. Der Dichter hatte nahezu täglich Gäste aus aller Welt und schätzte damals schon die italienische Küche. Mich erstaunt sein Weinkonsum eigentlich nicht, denn er lässt fröhliche Tafelrunden schließen. Seine intellektuelle Leistungsfähigkeit wurde nicht beeinträchtigt. Das hat er hinlänglich dokumentiert. Offenbar brauchte sein Geist den Stoff, um sich kreativ entfalten zu können.

Wilhelm Grimm schreibt über seine Erfahrungen als Gast bei Goethe: "Er war ungemein splendid, Gänseleberpasteten, Hasen und dgl. Gerichte. Er war noch freundlicher, sprach recht viel und invitierte mich immer zum Trinken, indem er an die Bouteille zeigte und leise brummte, was er überhaupt viel thut; es war sein sehr guter Rotwein und er trank fleißig, beßer noch die Frau…",(S. 61).

Ortheil schreibt auch über die neue Wissenschaft, die im 19. Jahrhundert entstand. Man nannte sie "Gastrosophie". Es handelte sich um vernünftige Überlegungen, was man essen und trinken sollte, dabei sollen Immanuel Kants Reflexionen über "die gute Mahlzeit" eine Art Gründungsurkunde dieses Nachdenkens sein, die – und das unterstreicht Ortheil – "zum Glück nicht aus reiner Theorie hervorging, sondern sich vor allem in die Praxis von Kants eigenen Tischgesellschaften anlehnte," (S.67).

Mit großem Interesse habe ich Immanuel Kants Text "Eine gute Mahlzeit in guter Gesellschaft" gelesen, dem ich in vieler Hinsicht zustimme. Ich liebe Tischgespräche und finde sie auch stets sehr belebend.

Hanns- Josef Ortheils Text "Vom Vergnügen, Kutteln zu kochen" sollte man sich nicht entgehen lassen. Sein Schriftstellerkollege Cees Nooteboom kocht übrigens ebenfalls gerne diese gewöhnungsbedürftige Speise, davon schreibt er in einem seiner Texte, soweit ich mich erinnern kann.

Kutteln aß ich erstmals bei Franz Keller im Rheingau und war überrascht wie gut diese schmecken. Sie selbst zuzubereiten, hätte ich unüberwindliche Berührungsängste, ähnlich jenen, wenn ich einen lebenden Krebs ins kochend heiße Wasser setzen sollte. Dann lieber ein Gastmahl a la Philemon und Baucis ....

Ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle.

Brockhaus Baustilkunde: Das Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart
Brockhaus Baustilkunde: Das Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart
von Wilfried Koch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Worin unterscheidet sich eine "Fischblase" von einem "Fünfblatt"?, 12. März 2013
Vor mir liegt das Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart des Autors Wilfried Koch. Es handelt sich dabei um die 31. aktualisierte Auflage. Für Kunstinteressierte ist dieses Buch überaus nützlich, denn es enthält:

2800 Architekturzeichnungen des Verfassers und mehr als 50 Verbreitungskarten, einen Sonderteil zu ausgewählten und trendbebilderten Bauwerken der modernen Architektur, ein alphabetisches Bildlexikon, zugleich Sachregister zu 1100 Stichwörtern, einen fünfsprachigen Cross-Glossar und des Weiteren ein ausführliches Orts- und Personenregister.

Das Buch ist in die Großabschnitte unterteilt: Sakralbau, Burg und Palast, Bürger- und Kommunalbauten, Stadtentwicklung, Stil und Trend, Bildlexikon, Polyglott-Anhang der Lexikon-Begriffe sowie Orts- und Personenregister.

Auf den Seiten 62ff wird man beispielsweise über die karolingische Baukunst näher aufgeklärt. An der Spitze der wenigen erhaltenen Baudenkmäler rangiert die Aachener Pfalzkirche, deren Zentralbau allerdings nach byzantinische-ravennatischem Vorbild errichtet wurde. Auf einem Schwarz-Weiß-Foto sieht man die sog. Torhalle im Klostervorhof in Lorsch, die um 800 erbaut wurde. Lorsch habe ich schon öfter besucht und bin immer wieder sehr fasziniert von diesem uralten Sakralbau und dem Anwesen, das sich daran anschließt. Ein Ort absoluter Stille.

Die unzähligen Erläuterungen in diesem Buch zu so vielen historischen Bauwerken, u.a. zu den Kaiserdomen Mainz, Speyer und Worms machen es zu einer Fundgrube für an Architektur interessierte Reisende, selbst dann, wenn bestimmte Reisen schon länger zurück liegen.

Die Abbildungen zu gotischen Sakralbauten haben mir verdeutlicht, wie wenig ich doch weiß, denn die Bauweise in den einzelnen Epochen ist vielschichtiger als ich bislang annahm. Was weiß man schon über die Hallenkirchen in der deutschen Spätgotik? Was wissen wir über die Schlusssteine in bedeutenden Kirchen aus jenen Tagen? In der Schule wurde nur wenig vermittelt und so können wir Bürger- und Kommunalbauten ähnlich wie die Sakralbauten aus vergangenen Zeiten ebenfalls nur bedingt einordnen.

Auf Reisen sieht man viele oft imposante Gebäude, kann die Epoche zwar benennen, in der diese entstanden sind, doch zumeist war es das dann auch schon. Ich liebe es aber, alles was ich sehe, benennen zu können. Dieses Buch hilft Gebäudeteile konkret zu bezeichnen und vor allem die Architektur wirklich zu verstehen.

Empfehlenswert.

Wo die Welt am schönsten ist: 30 unentdeckte Reiseziele
Wo die Welt am schönsten ist: 30 unentdeckte Reiseziele
von Herbert Ypma
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das, was wirklich schön ist, zeichnet sich durch makellose Schlichtheit aus.,, 12. März 2013
An einem trüben, verschneiten Märztag wie heute ist es für mich stets ein großes Glück, wenn ich ein schönes Reisebuch aus einem Bücherregal ziehen kann und mich zumindest mittels eines solchen Bildbandes gedanklich in wärmere Regionen begeben darf. Zuviel Kälte und Lichtmangel machen mich depressiv.

In diesem traumhaften Bildband von Herbert Ypma mit dem neugierig machenden Titel "Wo die Welt am schönsten ist", der bei National Geografic veröffentlicht wurde, werden 30 unentdeckte Reiseziele vorgestellt, die in Frankreich, Italien, Marokko, in Indien, Thailand, Mexiko, auf Bali und anderswo auf dieser Welt lokalisiert sind.

Wie Ypma im Vorwort unterstreicht, ist sein Buch kein Ratgeber für Billigreisen. Die vorgestellten Hotels und Resorts sind unentdeckte Juwelen, die sehr preiswert sind, Orte von denen man träumt und die der Autor trotz aller Bedenken Dritter nicht unter Verschluss halten möchte, weil er überzeugt ist, dass man Wissen teilen muss. Dieser Ansicht schließe ich mich an.

Was den Leser erwartet, sind sehr gute Beschreibungen der fokussierten Orte und fantastische Bilder. Das dritte Reiseziel im Buch ist das "Chateau de Massillan" in der Provence, eine Burg aus dem 12. Jahrhundert, die von leuchtenden Feldern gelber Sonnenblumen und Lavendel umgeben ist. Über dieses Chateau erfährt man Wissenswertes und hat die Möglichkeit sich einen visuellen Eindruck zu verschaffen, sowohl von der Außenanlage als auch vom Ambiente der Räumlichkeiten, die von der Designerin Birgit Israel gestaltet worden sind und genau meinen Geschmack treffen, aufgrund der schlichten Eleganz.

Einer meiner bislang unerfüllten Reisewünsche ist Portifino in Italien. Dass es dort noch einen unentdeckten Ort gibt, hat mich schon etwas überrascht. "Albergo da Giovanni" ist ein Kloster aus dem 16. Jahrhundert in einer versteckten Bucht bei Portefino. Die Familie der Köchin bereitet dort seit 400 Jahren Mahlzeiten zu. Besagtes Kloster liegt verborgen in einer Bucht der geradezu vertikal ins Mittelmeer stürzenden Hänge des südlichen Alpenkamms. Vom Wasser aus kann man es nicht sehen und über Land ist es nicht erreichbar. Es muss wundervoll dort sein. Sollte mich mein Weg doch noch nach Portofino führen, dann ganz gewiss in dieses Kloster. Dort nämlich wird man ganz offensichtlich nicht abgezockt und darf seinen Traum insofern vergnügt leben.

Als Frankreich-Fan entzückt mich natürlich auch "Le Manoir", ein Haus auf einer wenig bekannten Insel direkt vor der Cote d `Azur. Die Insel liegt vor der Küste von Hyéres und ist eine Schwester von Porquerolles. Iles de Hyères wurde u.a. von Jean Cocteau in seinem Werk begeistert beschrieben und muss, schenkt man Ypma Glauben, ein Ort der Ruhe sein. Das Haus, in dem man seine Ferien verbringen kann, verspricht romantische Schönheit. Die Strände sollen verborgen liegen und da sie nur über steile, zerklüftete Pfade erreicht werden können, wird ihr Besuch umso reizvoller.

Ach ja, da ist auch noch "Le Sènèchal" auf der Ile de Ré. Dort würde ich gerne für immer leben. Auf der Insel wohnen Fischer und Bauern. Hier soll es alte Steingebäude, antike Dorfplätze und unberührte Dünen geben und u.a. ein gemütliches Hotel, dass der Autor gut beschreibt. Warum, also in die Ferne schweifen? Zumal es dort noch eine weitere traumhafte Übernachtungsmöglichkeit gibt. Ypma bezeichnet "La Baronnie" auf der Ile de Ré als die herrlichste Pension in ganz Frankreich. Die Beschreibung und die Bilder überzeugen....

... und doch würde ich gerne auch das "Atelier Sul Mare" auf Sizilien für einige Wochen bewohnen, es handelt sich um ein Hotel ohne Zimmer, stattdessen gibt es dreidimensionale Kunstinstallationen, in denen man schlafen kann. Die Gästezimmer wurden von elf Künstlern zu Kunstwerken umgestaltet.

Das Weingut Marianne in Stellenbosch in Südafrika darf man auch nicht verpassen. Die Beschreibung und die Fotos überzeugen ebenfalls. Bei einigen Gläsern Wein kann man dort weiter überlegen, ob man sich lieber auf den Weg Mexiko machen möchte oder stattdessen am unberührten Strand von Kerales in eine Welt eintauchen will, die an ein orientalisches Märchen erinnert. Das Leben kann schön sein, wenn uns Fortune eine gute Freundin ist.

Empfehlenswert.

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