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Rezensionen verfasst von
Catero (münchen)

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Home Away
Home Away
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 22,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Red Album, 23. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Home Away (Audio CD)
Der Meister der Roots-Rock-Gitarre, und noch mehr der Roots-Rock-Produktion, mit seinem "Red-Album"!

Red-Album??! Ja, wenn das bei den Beatles "White-Album" hieß, dann ist das sein "Red-Album" - denn genau so klingt's, genauso startet es, als wolle er ein weiteres Beatles Album kreieren. Er greift damit das auf, was er in seiner ersten Aufnahme This nahezu konsequent und kohärent durchgezogen hat - abseits seiner Arbeiten für andere, selbst einfach nur ein, wenn auch kunstvoller, Beatles-Klon zu sein.

Zum Glück gibt er das hier schon ab Track sechs, War Of Words, auf. Spätestens wenn die Miles Davis ähnliche Trompete nachtmusikalisch den Ton angibt, ist das mit einer der beatlesesquen Bachtrompeten nicht mehr zu verwechseln. Doch schwupps, Track sieben....Beatles, eine nette Ballade. Nun waren die Beatles auf ihrem White-Album ja auch eher vielfältig aufgestellt, auch hier stand einem Back In The USSR ein O Bla Di O Bla Da gegenüber, einem While My Guitar folgte ein Yer Blues - so schaut das hier auch aus....und eben immer mit diesen für seine Ohren so schönen Beatlesharmonien. Aber es gelingen ihm damit wundervolle, zu den Beatles kongeniale Pop-Songs - das muss man ihm lassen - wie die Ballade Hey Bic Sister, einfach traumhaft. Denn - er kann Songs, Pop-Songs, und die eben mit einer einzigen Einschränkung: sein übergroßes Faible - so dass selbst diese Aufnahme mit Anita O'Day in einer Klangcollage endet....

....fast zumindest, denn ein wirklicher, echter Kimbrough, sein wohl einziger bekannter Song, You Don't Know Me So Well, schließt das Ganze zum Glück kimbrough'isch im Folk-Modus und simpler Kimbrough-Stimme und -Phrasierung ab.


You Got My Mind Messed Up
You Got My Mind Messed Up
Preis: EUR 19,24

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Southern Soul Perfektion, 20. März 2014
Rezension bezieht sich auf: You Got My Mind Messed Up (Audio CD)
Ha, das kann doch unmöglich sein....es existiert bei all dem - unnötigen - Vintage-Soul-Getöse der letzten zehn Jahre á la Sharon Jones, Lee Fields etc. tatsächlich keine einzige Rezension zum Meister des Southern Souls auf amazon.de! Dabei galt er unter Kennern als die absolut größte Nummer des 60er Souls, größer als Otis Redding, mindestens an Aretha Franklin heranreichend, die ihn beide ausgesprochen schätzten. Er verfügte über ein Stimmvolumen wie...Don Van Vliet, eine Schärfe in der Phrasierung wie Otis Redding oder sogar Wilson Pickett, dabei weit differenzierter als Letzterer. Er verfügte über die passenden Studios die ihm Goldwax, sein Label, zur Verfügung stellte, entweder die Sun-Studios oder die von Hi und Stax. Er hatte eine Top-Songwritermannschaft im Hintergrund, die von George Jackson bis Dan Penn/Chips Moman und sogar Otis Redding reichte, dessen These Arms Of Mine er coverte. Er konnte sogar Country-Soul mit singenden Steels, wie auf dieser Zusammenstellung der Bonustrack My Adorable One beweist.
Und überhaupt Dan Penn....Dan Penn das ist At The Dark End Of The Street - und auch wieder nicht, denn genaugenommen ist das der Song von James Carr, sein Song - kennt man den Song, kennt man ihn von ihm, ähnlich der Sunny-Aufnahme von Bobby Hepp oder Suspicious Minds mit Elvis. Und doch ragt dieser Song, zumindest auf seiner You Got My Mind Aufnahme von 1967 nicht einmal heraus, denn hier stimmt einfach alles, Song für Song: Southern Soul der bislang unübertroffenen Art!

....und das in Form des Originalalbums von 1967, von Kent hervorragend soundrestauriert, ergänzt um 12 Extra-Tracks - die volle Memphis-Soul-Dröhnung. Hört man sich das an, ist man erstaunt, warum das nicht, wie bei Redding, zu einer extraordinären Weltkarriere reichte. Carr produzierte noch ein zweites Album und ein paar Singels in der gleichen Machart und Qualität, dann war für Jahre Schluss.
Vermutlich war Goldwax das falsche Label für ihn, Atlantic und Stax hätten ihn professioneller aufgestellt, vielleicht war seine Stimme zu groß, zu voluminös, vielleicht war er im Sound zu sehr an das typische Midtempo-Memphis - so ein breiter Fluss fließt schließlich langsam - angebunden, ein paar druckvollere Up-Tempo-Sachen im Stil von Otis, Wilson und Sam & Dave hätte ihm sicherlich gut getan, was er durchaus konnte, wie seine Version von Sock It To Me - Baby! oder Love Is A Beautiful Thing - übrigens von Felix Cavaliere, kennt den noch einer?! - durchaus beweisen. Ich vermute aber, dass er im Ganzen einfach nicht für ein Redding-Design gemacht war....Who knows - anyway, den müssen Sie haben, und das unbedingt!

PS. Es existiert eine seltsame Analogie zu allen schwarzen Künstlern die sich in der 60er im Schnittbereich zwischen Country und Soul versuchten - so richtig groß wurde davon keiner! Allerdings spielte der Country-Anteil bei Carr eine wirklich zu vernachlässigende Rolle.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 6, 2014 10:09 AM MEST


Acquired Taste
Acquired Taste
Preis: EUR 14,23

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hart...., 20. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Acquired Taste (Audio CD)
Er ringt mir zumindest ein Lächeln ab....

....wobei sich dieses Lächeln nicht mal auf ihn und seine Musik bezieht, sondern vielmehr auf mich selbst - denn ich muss gestehen, er geht mich nichts an, obwohl er im Wesentlichen die Musik spielt, die mich eigentlich interessiert, irgendetwas zwischen Country und R'n'B mit Rockeinfluss. Was er tatsächlich bei mir auslöst ist gefühltes Desinteresse, denn er ist so dermaßen....unsexy. Wie sehr man doch selbst bei kritsch reflektierendem Rezensieren in seine eigenen Emotionalfallen tappt! Daher das Grinsen...

Steh' ich ansonsten durchaus auf und in alten, abgeschliffenen Boots, so ist das - um im Bild zu bleiben - einfach eine alte Socke, nicht mehr ganz wohlriechend, vor allem aber leicht zu ersetzen. Dabei kann's an seiner Musik nicht liegen: hier ist die sehr sorgfältig von Don Was produziert, McClinton sehr hautnah auf den alten Leib geschneidert. Auch die Songs passen, zumal sie in der Mehrzahl zusammen mit Kevin McKendree, seinem wirklich ausgezeichneten musikalischen Direktor geschrieben sind, und auch die Band überzeugt, speziell Stephen Bruton eines seiner letzten Soli spielt. Doch dann diese Stimme - eine Phrasierung wie Granit....ja, ich weiß, der kann nicht wirklich klingen, und doch ist es das, was sich assoziativ bei mir einstellt, wenn ich McClinton höre - ein bisschen wie auf Kiesel kauen, hart und unsexy eben.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 28, 2014 2:56 PM CET


Hold on Thru Sleep & Dreams (UK Import)
Hold on Thru Sleep & Dreams (UK Import)
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 20,77

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Americana vom feinsten, 18. März 2014
Ein reichliches Maß an Entspanntheit und Melancholie kennzeichnet seine Aufnahmen, selbst dort noch wo er, wie in American Lie, die politischen Umstände der späten Bush-Ära geiselt. Stoll Vaughan gehört zu dieser Generation des Übergangs, der nicht gar so arg Begabten, derjenigen, die mit Bob Dylan, Townes Van Zandt, Bruce Springsteen und John Mellencamp im Gepäck musikalisch aufwuchsen - und manche mit dem Blues. Seine Zeitgenossen und Brüder im Geiste tragen solche Namen wie Kevin Gordon, Kevin Montgomery, Greg Trooper undundund...alles Namen denen man zugestehen muss, dass sie es eigentlich ganz gut gemacht haben, nicht genial, aber ganz gut. Nur so richtig geschafft, so dass man von Aufnahme zu Aufnahme sorglos ins Studio gehen könnte, hat es von denen keiner. Die meisten tingeln, betreiben Aufnahmen-Fundraising oder haben die leerlaufende Erfolgsmaschinerie irgendwie ganz abgestellt - und hin und wieder verkaufen sie ein Stück Musik als Downloadst. So eben auch Stoll Vaughan.

2004 zu Beginn seiner Laufbahn wird er in LA von Mike Wanchic produziert, der auch die Dobro und eine B3 beisteuert. Wanchic ist im Hauptberuf der Gitarrist von John Ex-Cougar, was er aber nicht weiter einfliessen lässt. Im Gegenteil gönnt er Vaughan reichlich individuellen Freiraum, um das umzusetzen, was ihm Angelegenheit ist: ausgezeichneten Singer-Songwriter-Rootsrock der weitestgehend verhaltenen Sorte, meist im Moll-Modus aber auch mit starken Instrumentalstimmen, wie die E-Gitarre von Carl Broemel oder eben Wanchic selbst. Die Songs sind überzeugendes Songwriterhandwerk, die Stimme Vaughan's, seine Phrasierung etwas verschleppt, was immerhin für Eigenwilligkeit und Charakteristik sorgt. Doch verschleiert diese Art der Beschreibung die Qualität dessen, was es da zu hören gibt, denn das ist insgesamt stimmiges Americana-Musik-Land, das dort beschrieben wird, eben in dunklen BIldern, in schwarzen Scherenschnitten vor mildbraunem Hintergrund - wie es das Cover zeigt. Das Cover zeigt aber auch einen Künstler im Anzug über Weste....mit Cowboystiefeln. Vielleicht beschreibt das den andauernden Misserfolg Vaughans, vielleicht war er zu wenig radikal, wie all die genannten seiner Generation, vielleicht gab es zuviele geistige Väter, ein zu umfangreiches Schielen darauf es zu vielen Parteien recht zu machen....

Das aber - die Aufnahme Hold On Thru Sleep & Dreams - ist jedenfalls eine Sache die, in der richtigen Stimmung aufgelegt, gelassen und melancholisch in Haltung und Stimmung, Dich für vierzig Minuten gut begleitet, Dich nie im Stich lässt, sowas wie ein Bruder, ein guter Freund - auch in ihrem Nachhall Americana vom feinsten.


Fairfield Halls Live 1970
Fairfield Halls Live 1970
Preis: EUR 49,06

5.0 von 5 Sternen Schulbandrockkonzert, 17. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Fairfield Halls Live 1970 (Audio CD)
Alles was man schon immer auf einer Schulfete hören wollte! Da spielt die schuleigene Abiturientenband - bestehend aus denen, die nicht im Leistungskurs Musik sind! of course - die sich nicht einigen kann, ob man nun dem Gitarrensound Dave Davies' oder doch lieber den Songs und Sound Bob Dylan's den Vorzug geben soll - und sich dann irgendwie auf Sonny Bono einigt...und Jerry Lee Lewis in seinen zugedröhntesten Momenten. Zudem ist nicht klar wer die Keyboards übernehmen darf, um wie Jerry Lee oder Matthew Fisher zu klingen, also spielt man einfach beides - gleichzeitig. Der Gitarrist hat dann doch die Kinks-Schallplattensammlung seines alten Herren inhaliert, so wie der Sänger eben die Songs und die Stimmfärbung Dylans - und der Musiklehrer sagt, wenn ihr schon sch...klingt, dann spielt einfach laut, dann hörts eh keiner! 'Ferocious' nennt es der Covertext...

Sensationell, ich weiß das, ich war Zeuge. Die traten 1970, im eigenen Gymnasium in Frankfurt, nämlich ganz genau so auf....ein Sound wie ein Brett! Hier auch, und hier gibt's gleich zwei Schulfeten - auch wenn die zweite vom schwedischen Rundfunk aufgezeichnet wurde: Fairfield Halls, Croyden und Concerthuiset, Stockholm - nachdem sie zuvor in Frankfurt üben durften. Dennoch soll es Leute geben die nach dem Besuch eines ihrer 70er Konzerte ein für alle mal an's klassische Streichquartett verloren gingen...

PS. Für etwas, das vierundvierzig Jahre lang als untaugliche Eight-Track-Aufnahme galt, klingt das Fairfield-Konzert wirklich erstaunlich gut, schließlich war es ja, bei allen misslichen Umständen, mit den Pye-Mobile-Recording-Studio aufgenommen worden - und vermittelt letztlich einen tiefergehenden Einblick darin, wie diese von ihren Fans so sehr geliebte Truppe in ihren Start-Up Jahren - übrigens auch im Studio - tickte...anders eben als andere Bands: ferocious.
PPS. Die Stockholm-Aufnahmen gab's schon mehrfach, übrigens auch von Angel Air - seltsame Veröffentlichungspolitik.


In the Cool
In the Cool
Preis: EUR 23,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Northern-R'n'B, 15. März 2014
Rezension bezieht sich auf: In the Cool (Audio CD)
Das gleich vorweg - da Einzige, das hier stört, ist Pieta Browns immer zerdehnte, schleppende Stimme. Um die herum ist Bo Ramsey nämlich mit seiner wie immer exzellenten Gitarrenarbeit und im Produktionstuhl gezwungen das gesamte Arrangement der Aufnahme so aufzubauen, dass sie nicht abstürzen kann. Das bedeutet, es darf nicht zu schnell werden, bei der wirklich alles verschleppenden Phrasierung, und zu groovy darf's auch nicht sein, bei dem geringen Stimmumfang und der schmalen Beweglichkeit. Was dann dabei herauskommt ist eine sehr milde Form des Iowa-Rootsrock, so quasi durch die Iowa-typischen Maisfelder verweht, sehr entspannt, sehr verhalten, auch dann wenn Ramsey mal zu 'nem twangenden Intro ansetzt, wie in Ring Of Gold oder die Pferde das countrytraben anfangen wie in This Old Dress. Rollig, mit ausfühlichen E-Gitarren-Solo wird's zwischendrin auch, und mit Tears Won't Do Any Good gibt's sogar ein bisserl R'n'B - so in der Sun-Studio-Form, hier übrigens wirklich mit cool groovender B3 von Kevin McKendree (Delbert McClinton, Lee Roy Parnell). Und damit wird's dann geradezu offenohrig: das Ganze ist ja tatsächlich zumindest in Teilen in den Ardent Studios, Memphis, TN aufgenommen - na sowas!
Denn letztlich bleibt mir die Idee verschlossen, die zu dem CD-Titel "in the cool" inspirierte - das kann sich nur auf den zweiten Produktionsstandort und dessen vorherrschendes Klima beziehen: Minneapolis, MN.


Godsend
Godsend
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 107,95

5.0 von 5 Sternen Rootsrock pur, 15. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Godsend (Audio CD)
Eine Lektion in Rootsrock - nichts anderes sind diese 11 Will Kimbrough Aufnahmen, die zwischen 1994 und 2002 in kleinen Clubs, noch kleineren Studios, Wohnzimmern etcetera, von Musikern aus dem Freundes- und Kollegenkreis Kimbrough's, in Form von Proben, Demos oder einfach so aufgenommen wurden. Die Songs stammen weitgehend von ihm, sind zwischen Blues, gegen Ende der Aufnahme, und dazu gehört auch Neil Youngs Motorcycle Mama, und krachenden Roots-Rock-Gitarren in den ersten fünf Songs angesiedelt. Zum Ausklang gibt's dann auch noch den Country-Folker Blue Moon Of Kentucky von Bill Monroe.

Als Dauerbegleiter fungiert der ohnehin ewige Dauerbegleiter Tommy Womack - das macht's erheblich scharfkantiger. Die Songs, die sich über eine Zeitspanne von acht Jahren erstrecken, weisen eindeutig keine zeitliche Differenzierbarkeit auf bei dieser Art der Produktion - zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Mikro - und doch erinnert es natürlich an die große Rootsband der fühen Neunziger: greifen Kimbrough, seit über zwanzig Jahren inzwischen einer der führenden Roots-Gitarristen und -Produzenten im Americana-Land, und Womack in die Saiten, dann schließt das nahtlos an die letzen Aufnahmen Uncle Tupelos an. Und Blues konnten die natürlich auch.

Vermutlich funktioniert sowas nur auf diese dermaßen authentische Art und Weise in wirklich wurzelnahen Genres, in Stilen, die sich überhaupt nie von ihren Wurzeln entfernt haben, also Country, Folk, Blues und eben dieser Art des Reduktionsrocks. Doch hier funktioniert es auch in seiner Rauheit, ja Grobschlächtigkeit, geradezu perfekt, man wüsste wirklich nicht, wo man etwas abschleifen oder gar etwas hinzufügen sollte - was sich damit aber genaugenommen einer Bewertung in Sternchenform entzieht!


Better days (1991)
Better days (1991)

3.0 von 5 Sternen Hybrid-Springsteen, 14. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Better days (1991) (Audio CD)
....und so braucht's tatsächlich geschlagene sieben Songs, dass Southside Johnny endlich nach Southside Johnny & the Asbury Jukes und vor allem R'n'B klingt, denn vorher klingt's hier nur nach dem Stadionrock des Herrn Springsteen, und noch mehr dem des Herrn Van Zandt, aus deren 80er Jahre-Sound-Analen.

Dass das so ist, hat selbstverständlich seinen Grund, nein, Gründe - denn Produktion: Steve Van Zandt; Songwriting von 8 von 11 Songs: Steve Van Zandt; Second Lead Vocal: Bruce Springsteen; Musiker: die halbe E-Street Band; Horn Arrangements: Steve Van Zandt - selbst Balladen klingen dann wie Stadion-Gebrülle. Da kann der kleine Johnny sich reinhauen wie er will, das geht einfach in diesem übermächtigen Sound unter, unter und unter - klingt nur noch wie ein mittelprächtiger Springsteen, der ein paar Songs, die er vermutlich unter eigenem Namen niemals hätte veröffentlichen wollen, aus den Jahren seines Schaffens vorgekramt hat, die ich definitiv ausgelassen hab....!


Rattle Their Chain
Rattle Their Chain
Preis: EUR 18,25

5.0 von 5 Sternen Americana-Dandy, 14. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Rattle Their Chain (Audio CD)
Ja was ist denn das jetzt???! Hat er jetzt den Soul entdeckt?! Zumindest geht es mit E-Piano-Intro soul-groovend los .....und irgendwie auch so weiter - und auch wieder nicht...

....denn so ab Track drei wird der Country systematisch entwickelt, integriert: in R'n'B-Country, Folk-Country, Country-Soul, Soul-Country, Walzer-Country, Country-Folk, dezentem rollenden Honkytonk-Country - und Blind Faith-Country-Soul. Denn das, was da in Weird Winter das Intro und das Grundthema abgibt, das ist mal original Can't Find My Way Home von Steve Winwood und auch wieder nicht...

Was Brian Wright hier zaubert ist sowas wie die Zaubertüte des Alternative Americana....ja, was eigentlich? Alles halt und alles ganz zauberhaft, eine einziger großer Zylinder und man darf von Song zu Song gespannt sein, was er jetzt wieder hervorsimsalabimt - zauberhaft ist es in jedem Fall! Zauberhaft waren auch schon seine drei Aufnahmen zuvor, doch hier jongliert er auf einmal mit 10 Bällen - um mal im Zirkusbild zu bleiben. Waren auf der schon sensationellen House On Fire-Aufnahme die Schwergewichte auf Blues und Folk eingestellt - oder beides - so kombiniert er hier eben primär Country und R'n'B....ohne alles andere zu vernachlässigen.

Ich habe nach einem Ausdruck für diese Art der Musik gesucht: unter den jungen Songwritern des Americana Landes gibt es eine beliebig große Zahl, die so ziemlich alles Mögliche beherrscht, die klingen wie der oder wie jener oder jenes, aber neben Parker Millsapp ist Brian Wright einfach derjenige, der einfach klingt wie er selbst - selbstreferenziell. Wer könnte das schon von sich sagen?! Und doch drängt sich dabei eine Eigenschaft in den Vordergrund, die zunächst kein eigentliches musikalisches Kriterium darstellt: Dandytum. Auch das gab's schon, ich denke da nur Gavin Friday oder, etwas moderner, Micah P. Hinson, an den Wright tatsächlich stimmlich sehr erinnert...oder auch Willy DeVille, mit dem er nichts gemein hat. Immerhin zeichnet die alle eine Gemeinsamkeit aus - jeder von ihnen ist anders!

PS. Zwei beteiligte Musiker seien explizit hervorgehoben: David Immerglück, der Gitarrist der Counting Crows, von John Hiatt und auch Camper Van Beethoven bzw. Cracker, der einen ungemein intelligenten charakteristischen Gitarrensound beisteuert. Und Brother SAL (Sal Leonardo), der mir erst einmal gar nichts sagt, der aber für einen eleganten, dichten Keyboardsound sorgt - zusätzlich zu den dezenten E-Piano-Solopassagen...und dem groovenden Soulfeeling! Wer einen Eindruck von ihm gewinnen will, dem seien seine Songs Scenes On Sunset oder A Good Hearted Man auf youtube empfohlen - übrigens auch mit Brian Wright (1.) und David Immerglück (2.) an der Gitarre.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2014 4:32 PM CET


Remember The Sun
Remember The Sun
Preis: EUR 14,93

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reifung, 13. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Remember The Sun (Audio CD)
Manche Dinge brauchen offensichtlich eine gewisse Zeit der Reifung - das muss kein Weinkeller sein, ein CD-Regal reicht manchmal schon. Für mein Verhältnis zu Pieta Brown gilt das in jedem Fall. Bis einschließlich ihrer Shimmer Aufnahme war es jedenfall für mich so, dass mir die Ohren zuklappten, wenn ich nur ihre Lucinda-Williams-Stimme hörte, diese stark verhaltene, gedehnte und immer leicht nölig klingende....das ging jahrelang gar nicht. Nach Shimmer war auch Schluss mit weiteren Anschaffungen. Mit weggelagerten CDs und verschlossenen Ohren war es jedenfalls völlig unmöglich zu registrieren, wie feinnervig und ausgewogen ihre Musik sein kann - speziell auf dieser, ihrer dritten Aufnahme.
Dass dies so dermaßen feinnervig klingt, liegt sicherlich zum einen an Pietas Songs: das startet mit leichtgängigem Country, der generell den Grundton abgibt, immer präsent ist, rockt tatsächlich im dritten Song schwer los, was eher selten stattfindet, eben nur dieses eine mal, und erreicht seinen Climax bereits im dazwischenliegenden zweiten Song Innocent Blue - einem Soultitel! tatsächlich Soul - sehr dezenter Groove, getragen von einem exzellenten E-Piano (Ricky Peterson) und der sehr minimalistisch punktgenau gespielten E-Gitarre Bo Ramsey's. Bo Ramsey - der Meister aller E-Gitarren-Gangarten und eben auch, wie hier, der Produktionsregler. Klasse bekommt er das hin, das sitzt Song für Song, klingt vordergründig sehr verhalten, nutzt aber so alles mögliche, reicht vom Blues-Folk ihres Vaters, über Country, Folk und Rock'n'Roll bis eben zu dem bereits geschilderten Soul-Einfluss.

Und hat man sich erst einmal ihrer Art der Stimm-Phrasierung geöffnet - sie ist arg begrenzt, zugegeben - dann geht das: die Songs machen es einem leicht, die lichte Stimmung auch, und Bo Ramsey fügt selbstverständlich (s)eine völlig eigene Dimension hinzu, macht es zu einem runden Ganzen.


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