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Rezensionen verfasst von
Norman Sickinger "Norman" (Stuttgart)
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High Hopes in Low Places
High Hopes in Low Places
Preis: EUR 19,10

5.0 von 5 Sternen The longer the better..., 24. August 2010
Rezension bezieht sich auf: High Hopes in Low Places (Audio CD)
Zwischen "The Sick's Sense" und dem aktuellen Longplayer liegen genau 735 Tage. 735 Tage, die der Band Zeit gegeben haben einen würdigen Nachfolger zum ohnehin grandiosen Backkatalog in die Regale zu stellen. Die Rahmenbedingungen passen. "High Hopes In Low Places" entstand wie der Vorgänger im Münchner Weltraumstudio unter der Regie von Corni Bartels. Bereits auf "The Sick's Sense" hat sich der einstige Pop-Produzent als Glückgriff erwiesen und verpasst "High Hopes In Low Places" abermals ein grandioses Soundgewand, in die sich die zehn Songs kleiden.

END OF GREEN stehen mit "High Hopes In Low Places" vor dem verflixten siebten Album. Eine Tatsache gleich vorweg, die Sieben erweist sich für die Band als Glückszahl. Das lässt sich bereits Anfang Mai bei einer Prelistening erahnen, zu der die Band geladen hatte. Deutlich wird bei diesem ersten Höreindruck auch, dass END OF GREEN ihren Sound neu definiert haben und abermals Grenzen aufweichen.

"High Hopes In Low Places" rückt dennoch die Einstiegshürde für den Hörer deutlich nach oben und gestaltet sich wesentlich sperriger als ein erster Hördurchgang vermuten lässt. Genau hier liegt der Stolperstein für den Eintritt in eine neue musikalische Vielschichtigkeit von END OF GREEN. Eben diese raschen, unvorbereiteten Hörgänge im Plattenladen sind die einzige Gefahr, der sich dieses geheimnisvolle Ungetüm stellen muss.

Jeder, der dem Album Zeit und vor allem Ruhe widmet, wird Mal für Mal überrascht von den unzähligen, teils richtungweisenden Arrangements, die sich tief im Inneren dieses Highlights verbergen. Egal ob rockig verspielt wie "Under The Sway", erdig direkt wie "Slaves" oder monumental wie "Tie Me A Rope While You're Calling My Name", "High Hopes In Low Places" frisst den Hörer förmlich auf. Nicht zuletzt das erneut in neuen Facetten erstrahlende Organ von Michelle Darkness zieht den Kreis enger und lässt nach einigen Hördurchgängen kein Entrinnen zu. Lediglich das aus den Urzeiten der Band stammende und bisher unveröffentlichte "Starlight" mag nicht ganz in das Gesamtbild passen, tut dem eindrucksvollen Gesamteindruck aber keinen Abbruch.

Gekonnt positioniert zwischen doomigen Selbstmordsalven und straighten Rocknummern liefert "High Hopes In Low Places" ein musikalisches Erlebnis, das deutlich macht, wie erwachsen und eben vielschichtig diese Band anno 2010 klingt und sich nicht mehr mit einem kurzen Höreindruck fassen lässt. Gönnt man sich die notwendige Einhörzeit, wird man mit einem musikalischen Highlight des Jahres belohnt. Als besonderes Schmankerl darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Erstauflage als limitierte Doppel-CD erscheint. Auf dem zweiten Silberling hat es sich die Band zu Aufgabe gemacht alte Klassiker in die Gegenwart zu katapultieren. Lasst Euch überraschen, das Experiment ist gelungen.


The Sick's Sense (Ltd.ed.)
The Sick's Sense (Ltd.ed.)
Preis: EUR 18,87

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ziel ist erreicht!, 22. August 2008
Rezension bezieht sich auf: The Sick's Sense (Ltd.ed.) (Audio CD)
"Denn Musik, die nicht berührt, ist Zeitverschwendung." Mit dieser Einschätzung der Band endet deren persönliche Beschreibung von "The Sick's Sense" und beginnt dieses Review. Eine bessere Vorlage hatte es nicht geben können, selten waren knapp 60 Minuten musikalischer Selbstoffenbarung so gehaltvoll und schmerzhaft offen.

War "Dead End Dreaming" der hochklassige Versuch, sich durch kommerzielle Gothic-Wegweiser in die Zukunft führen zu lassen, macht "The Sick's Sense" schonungslos kehrt, zurück auf den steinigen Pfad der Realität. Abseits eines inszenierten Glitter-Images entdeckt sich die Formation abermals neu und zelebriert ein Album auf der Überholspur, das einem gewaltigen Sommergewitter gleicht, dem nach kurzer Zeit die Sonne wieder seine zerstörerische Macht entreißt.

END OF GREEN vertonen mit "The Sick's Sense" auf ihre ureigene zynische, manchmal viehisch direkte Art die Tragödien und Freuden des alltäglichen Lebens und verzichten dabei gezielt auf unnötigen Pathos. Nie war ein Album der Herren derartig direkt, poppig und trotzdem so unvorhersehbar traditionell. Im einen Moment glaubt man sich auf einer Welle aus lichten 80er Pop und Rock'n'Roll-Elementen, um im nächsten Moment von einer dunklen Woge aus wuchtigen Riffs und bis dato ungehörten Growls erfasst zu werden, die einen bedrohlich nah an dunkle Abgründe treibt.

"The Sick's Sense" ist in jeder Hinsicht eine Herausforderung geworden, die dem Hörer viel Aufmerksamkeit abverlangt und gleichermaßen mit Kompositionen der absoluten Extraklasse belohnt. END OF GREEN haben es geschafft und stellen einen der ausgewogensten und ideenreichsten düsteren Rockkracher der letzten Jahre in die Regale. Die Konkurrenz wird es schwer haben, diesem Bollwerk etwas entgegensetzen zu können. Ich gehe gar noch einen Schritt weiter und behaupte, dass die Göppinger mit diesem Album einen Sound geschaffen haben, der "The Sick's Sense" zu einem Klassiker werden lässt. "Welcome to the new green ' END OF GREEN!"

Als Bonus wird die Erstauflage in einer limitierten Version mit einer zusätzlichen Akustikscheibe erscheinen. Diese ist im Rahmen einer Session zu den Aufnahmen von "The Sick's Sense" in den Münchner Weltraum Studios entstanden.


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