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Rezensionen verfasst von
Jupiter (Hamburg)

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Das verborgene Wort: Roman
Das verborgene Wort: Roman
von Ulla Hahn
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Spur der Steine, 19. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort: Roman (Taschenbuch)
Hildegard Palm entstammt einer katholischen Arbeiterfamilie in einem rheinischen Dorf. Hart geht es in dieser Familie zu und nur der Großvater vermittelt dem Mädchen positive Emotionen - und er erzählt ihr die Geschichte von dem "Himmelstein", der vor langer Zeit auf die Erde gefallen und in viele Teile zersprungen sei. Jeder dieser Buchsteine kann jetzt Geschichten erzählen, die die Enkelin vom Großvater erfährt. Die Liebe zum Lesen, zur Literatur ist geweckt, und für Hildegard eine Welt außerhalb des engen Elternhauses erschlossen. "Denn mit Schreiben und Lesen fängt das Leben erst an".
Man muss sich schon an den rheinischen Dialekt gewöhnen, der im Roman sehr dominant ist. Doch die Mühe lohnt sich, denn schließlich ist es der Dialekt, der einem die enge, kleine, bigotte Welt erschließt, die den Hintergrund in diesem klassischen Entwicklungs- und Bildungsroman bildet. Hildegards Weg ist steinig, sie wird verlacht, und sie macht es sich und anderen auch nicht leicht. Aber als Leser begleitet man gern eine zunächst zaghafte, später energische und kämpferische Figur auf ihrem Start ins Leben.


Die Augen eines Mörders
Die Augen eines Mörders
von Antonio Muñoz Molina
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen fesselnd, 19. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Augen eines Mörders (Taschenbuch)
Ach, wie öde sind doch viele Krimis! Ganz anderes bekommt man hier geliefert. Ein Kommissar mit einer sehr fragwürdigen Biografie, offenbar hat er unter dem Franco-Regime Spitzeldienste geleistet, ermittelt in einer ihm fast fremden Stadt in einem Fall von außergewöhnlicher Brutalität. Ein Mann hat ein zehnjähriges Mädchen brutal misshandelt und dann erstickt. Dies ist sicher ein Vorgehen, dass auch am härtesten Ermittler nicht spurenlos vorbeigehen wird. Doch in diesem Fall wird die Suche nach dem Täter zu einer allumfassenden Aufgabe für den Ermittler. Das Bild des toten Mädchens, des gequälten, geschundenen Körpers verfolgt ihn so sehr, dass auch der Leser sich auf den ersten fünfzig Seiten immer wieder die entsprechenden Schilderungen vor Augen führen muss. Das ist quälend, fast nicht zum Aushalten, aber eben doch sehr, sehr gut gemacht. Und auch alle anderen Verwicklungen, in die der Kommissar im Lauf der Handlung noch verstrickt werden wird, amouröse wie biografische, werden ebenso detailliert in einer angemessenen klaren und doch hochrangig poetischen Sprache beschrieben. Der Sog, den dieser Roman entfaltet, wächst mit jeder gelesenen Seite - und wer Spannung mag und dabei nicht auf sprachlich ausgefeilte Texte verzichten möchte, der ist hier hundertprozentig richtig aufgehoben.


Denn ihrer ist das Himmelreich
Denn ihrer ist das Himmelreich
von Kjetil Try
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grübeln und Spekulieren, 8. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Denn ihrer ist das Himmelreich (Taschenbuch)
Mit Kjetil Try gibt es einen neuen Autor zu entdecken, der ganz unspektakulär, aber dafür um so packender einen ungewöhnlichen Befund präsentiert:
Drei Säugetiere verschwinden im winterlichen Oslo: ein Schauspieler, eine Nonne und ein Esel. Man findet nur ihre Eingeweide (jedenfalls fast vollständig). Außerdem wird einem betrunkenen Stadtstreicher ein Bein amputiert, sein Hund verschwindet ebenfalls. Kommissar Rolf Lykke stellt sich natürlich zunächst die Frage nach dem Zusammenhang dieser Vorfälle. Außerdem ist der Erwartungsdruck der Öffentlichkeit immens, die Presse läuft fast Amok, was sich nicht gerade positiv auf die Laune seiner Chefin auswirkt.
Trotz des spektakulär wirkenden Plots handelt es sich bei "Denn ihrer ist das Himmelreich" (auch ich möchte mich den Verächtern dieses Titels anschließen) um einen ganz klassischen, ja fast altmodischen Krimi - und das ist gut so! Langsam wird das Innenleben des Kommissars präsentiert, Stück für Stück kann man als Leser die Verwicklungen der Handlung fast staunend verfolgen. Es gibt keinen Blutrausch und keine irren Jagden, dafür viel zu Grübeln und zu Spekulieren. Und am Ende erwartet einen eine glaubhafte Lösung in allerbester traditioneller Krimi-Manier.
Eine willkommene Abwechslung angesichts des momentanen Hypes um Fitzek und andere, die nicht gerade mit Glaubwürdigkeit ihre Leser fangen.


Winter in Maine: Roman
Winter in Maine: Roman
von Gerard Donovan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Metapher auf die Einsamkeit, 26. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
Vorweg eine Warnung: Dies ist kein Roman für Moralapostel, denn "Winter in Maine" tut nicht mehr und nicht weniger, als seinen Lesern einen Blick in die Seele eines Mörders zu verschaffen. Dabei ist der Roman kein Krimi, so wie auch in Schirachs "Verbrechen" keine Krimikurzgeschichten stehen, sondern Psychostudien. Hier lernen wir den 51jährigen Julius Winsome kennen, der in einer Wildhütte in Maine lebt, wo es im Winter wahrlich einsam ist. Aber lonesome Winsome hat Gesellschaft, denn es umgeben ihn sein treuer Hund Hobbes und über 3000 Bücher, von denen ihm die Shakespeare-Ausgaben die liebsten sind. Es geht in diesem Roman also auch um die ganz große Literatur und damit um das ewig Wahre, das sie enthält.
Doch zunächst bricht die Realität in diese melancholische Idylle mit großer Wucht ein. Hobbes, der treue Gefährte des Helden, wird erschossen und das nicht zufällig, wie Winsome annehmen muss. Mit dem Tod des Hundes gerät das mühsam aufrechterhaltenen innere Gleichgewicht des Helden aus dem Takt. Er erinnert sich an den Verlust der ehemals geliebten Frau Claire, die ihm vor vielen Jahren einen Polizisten vorgezogen hat, und sinnt nach dem Tod des Hundes auf Rache. Den Beginn seines Feldzuges markiert ein simples Schild, das er in der nächsten Kleinstadt aushängt: "HUND ERSCHOSSEN, Hinweise an J. Winsome, Postfach 271, Fort Kent". Mit einem alten Gewehr vollzieht Winsome dann seine Rache an einigen Jägern, die sich seiner Hütte nähern. Bevor sie sterben konfrontiert Winsome sie mit der Frage: "Hast Du meinen Hund erschossen?"
Doch darum geht es in diesem Roman eigentlich gar nicht. Es geht vielmehr um Kälte, innere wie äußere, die die Seele eines Menschen deformieren kann, und es geht um die Frage, wann und ob der Einfluss von Sprache und Poesie, der ja allgemein als klärend und erhebend empfunden wird, durch die brutalen Erlebnisse des wirklichen Lebens relativiert werden kann. Eine Frage, die sich dem Leser um so dringlicher stellt, als der ganze Roman eine einzige Sprachhymne ist, ein Lesegenuss von Anfang bis Ende.


Öland: Kriminalroman (Öland-Reihe, Band 1)
Öland: Kriminalroman (Öland-Reihe, Band 1)
von Johan Theorin
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen melancholisch, 3. November 2009
Johan Theorin macht es sich schwer. Die Protagonisten in seinem Erstlingsroman sind eine psychisch kranke Frau mittleren Alters mit einem beginnenden Alkoholproblem und ihr gebrechlicher Vater, der seit einiger Zeit in einem Seniorenheim lebt. Die beiden sind alles andere als Lichtfiguren, und so läuft die Handlung auch nur sehr schleppend an. Der Vater ruft die Tochter an, um ihr zu sagen, dass man ihm anonym eine Kindersandale zugeschickt habe. Die Tochter möchte aber auf keinen Fall an das Verschwinden ihres kleinen Sohnes vor 20 Jahren erinnert werden. Jan ist damals allein in die weite Ölandische Landschaft gelaufen und nie wieder aufgetaucht, weder tot noch lebendig. Entsprechend unabgeschlossen ist der Trauerprozess der Mutter. Doch die Sandale kann niemand anderem als Jan gehört haben und ihr mysteriöses Auftauchen treibt die unglückliche Mutter schließlich doch zurück auf die schwedische Insel Öland, von der sie nach der Katastrophe geflohen ist. Die Suche nach dem Absender des Briefes gestaltet sich allerdings recht schwierig, denn die Bewohner der Insel sind alles andere als mitteilungsfreudig. Selbst als es einen überraschenden Todesfall gibt, kommt die Handlung nur schwerfällig in Gang.
Zum Glück für den Leser hat der allwissende Autor aber noch eine andere Lebensgeschichte zu erzählen. Sie handelt von einem Großgrundbesitzerssohn, der mehrere Menschenleben auf dem Gewissen hatte und schon vor Jahrzehnten von der Insel fliehen musste. Angeblich ist er tot zurückgekommen. Aber war es wirklich seine Leiche, die damals in dem versiegelten Sarg lag? Und könnte er nicht trotzdem etwas mit dem verschwundenen Kind zu tun gehabt haben?
Langsam und bedächtig umkreist der Roman diese Fragen und ganz allmählich gerät der Leser in den Bann dieser groß angelegten epischen Erzählung. Und da der Autor zum Schluss nicht nur mit einem veritablen Show-Down aufwartet, sondern auch noch eine ebenso überraschende wie überzeugende Lösung des Falles präsentiert, verzeiht man den etwas schleppenden Anfang gern.
"Öland" ist ein stimmungsvoller, leicht melancholischer Kriminalroman für Schweden-Fans.


Das verlorene Symbol: Thriller
Das verlorene Symbol: Thriller
von Dan Brown
  Gebundene Ausgabe

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nein, das war nichts, 2. November 2009
Zugegeben, ich war noch nie ein überzeugter Dan-Brown-Fan. Aber die Bücher waren auf ihre Weise nicht schlecht, vollgepackt mit oberflächlich interessantem Halbwissen, dessen weite Bezüge man schon bald nach den Lesen nicht mehr so recht herstellen konnte, das aber doch zunächst gefesselt hatte und zu einigen Aha-Erlebnissen geführt hatte. Ordentliche Unterhaltung also. Leider ist das in dem neuen Robert-Langdon-Thriller nicht mehr der Fall. Allzu bekannt sind die Versatzstücke, allzu sinnfällig ist ihre Anordnung, allzu einfach macht es sich der Autor. Nichts Neues weit und breit, selbst die Figuren wirken, als habe Brown sie bei sich selbst entlehnt und ihnen nur neue Namen und eine veränderte Biografie gegeben. Auch der Spannungsbogen ist diesmal sehr flach und der "Show Down" am Ende nur noch lachhaft. Außerdem wird er durch die ellenlange pseudo-mystisch-religiöse Belehrung am Schluss vollkommen totgeschlagen.
Nein, das war nichts, Mr Brown.


Die letzte Spur
Die letzte Spur
von Charlotte Link
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sie kann es besser, 12. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Spur (Taschenbuch)
Rosanna Hamilton ist Journalistin und bekommt eine Reportage angeboten, in der sie nach verschwundenen Personen fahnden soll. Da vor fünf Jahren auch ihre Freundin Elaine dieses Schicksal teilte, interessiert Rosanna der Job.
Bei der Recherche kommt sie dem Anwalt Marc Reeve näher, das Ermittlerduo ist also komplett. Bald gibt es handfeste Indizien dafür, dass Elaine Dawson noch leben könnte. Netürlich geht die Suche nach der Freundin nicht ohne brenzlige Situationen ab, aber trotzdem bleibt die Spannung irgendwann auf der Strecke. Dem Roman geht einfach die Puste aus.
Um genau zu sein: Der Krimi ist nicht schlecht, er ist nur deutlich schlechter als viele andere Krimis dieser Autorin. Diesmal gelingt es ihr einfach nicht, die Handlungsstränge so zu verzahnen, dass die wirklich spannenden Bilder im Kopf des Lesers entstehen und sich zu einem Sog verdichten, der ihn zwingt, immer weiter zu lesen. Der Roman ist zwar gut geplotet, bleibt aber uninspiriert, irgendwie leblos.
Weil das Buch trotzdem noch besser ist, als vieles andere auf dem Markt, gibt es von mir vier Sterne, auch wenn es eher dreieinhalb wären.


The Da Vinci Code - Sakrileg (Einzel-DVD)
The Da Vinci Code - Sakrileg (Einzel-DVD)
DVD ~ Tom Hanks
Preis: EUR 6,99

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Besser nicht ansehen, 5. Oktober 2009
Die Filmvorlage von Dan Brown ist zugegebenermaßen spannend, wenn auch von einer sprachlichen Schlichtheit, die ihresgleichen sucht. Die Verfilmung ist mit viel geld, Aufwand, und einem bemerkenswerten Staraufgebot in Szene gesetzt worden und unterläuft trotzdem die literarischen Vorlage in vielerlei Hinsicht. Die Schauspieler sind star und liegen neben ihren Rollen, als handle es sich um ein Laientheater. Und die Verkürzung der Handlung, unumgänglich in jedem Film, nimmt hier dem Plot alles Besondere und holt stattdessen die schon im Buch angelegten Unglaubwürdigkeiten gnadenlos ins Licht der Scheinwerfer. Besser nicht ansehen, vor allem dann nicht, wenn man Spaß an dem Buch hatte!


Problemski Hotel
Problemski Hotel
von Dimitri Verhulst
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sollte Schule machen, 5. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Problemski Hotel (Gebundene Ausgabe)
"Problemski Hotel" ist ein tolles Buch mit einem tollen Titel. Lakonisch, sarkastisch und immer mit feinem Humor unterlegt schildert der Autor das Leben ganz am Rand unserer Gesellschaft. Im Problemski Hotel, dem belgischen Heim für Asylbewerber begegnet der Leser gemeinsam mit dem Ich-Erzähler einer Reihe von Menschen, die sich in unsere Gesellschaft retten wollen - und noch nicht wissen, ob diese Rettung wohl gelingen wird, bzw. bereits ahnen, dass sie zum Opfer der Ausweisungsbehörden werden werden. Sie hängen gewissermaßen noch über der Klippe, der Absturz (d.i. die Ausweisung) droht jederzeit.
Dies ist ein schwieriges Thema, und die Gefahr des Sozialkitsches liegt sehr nahe. Aber hier wird alles, was auch nur im Entferntesten danach aussehen können, genial umschifft. Pointiert werden Alkohol, Langeweile und Verzweiflung, die drei Hauptfeinde der Asylbewerber, zum Motor des Romans gemacht. Nie ist die Schilderung des Alltags in diesen Heim Langweilig oder öde, immer findet der Autor Worte und Begriffe, die in ihrer trockenen Lakonie kaum zu übertreffen sind und uns Lesern jede Überheblichkeit austreiben.
Ein kurzes, aber wichtiges und sprachlich meisterhaftes Buch, das auch und gerade im Schulunterricht eingesetzt viel bewirken könnte.


Mit leerer Bluse spricht man nicht
Mit leerer Bluse spricht man nicht
von Katinka Buddenkotte
  Broschiert

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Witzig, spritzig, eigenwillig, 2. Oktober 2009
Man muss sich an den Sprachfluss gewöhnen, man muss sich überhaupt an diese Sprache gewöhnen, an diese Art, alles und jedes dem blubbernden Sprech einzuverleiben, man muss sich ..., ach was. Man sollte sich hinsetzen, sich ein bisschen Zeit nehmen und der Autorin ihre Chance geben. Der Rest flutscht dann schon. Witzig, spritzig, eigenwillig.


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