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Rezensionen verfasst von
KalyanaMitrah (Wien)

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Wir fressen uns zu Tode: Das revolutionäre Konzept einer russischen Ärztin für ein langes Leben bei optimaler Gesundheit
Wir fressen uns zu Tode: Das revolutionäre Konzept einer russischen Ärztin für ein langes Leben bei optimaler Gesundheit
von Galina Schatalova
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Russische Revolution, 4. Januar 2012
Die Autorin räumt mit Mythen - im Sinne von Erzählungen, Glaubenssätzen, Vorurteilen - auf, denen die Wissenschaften der sogenannten Zivilisation heute immer noch anhängen. Den Vertretern der "ausgewogenen Ernährung" ist sie ein Dorn im Auge, weil sie sich mit der Kalorientheorie des Establishments anlegt.

Was mich an dem Buch beeindruckt hat, ist die starke Überzeugung, mit der Frau Schatalova für faktische statt praktische Gesundheit eintritt. Sie entlarvt die Fleisch konsumierenden Gewohnheiten als "schädlichste Leidenschaft" (S. 165) und setzt an die Stelle der herkömmlichen Erzählungen ihre eigenen persönlichen Erfahrungen und Experimente - jedoch leider ohne Angabe von Quellen, Beweisen oder Dokumentation, sodass es bei bloßen Behauptungen bleibt - mit der heilkräftigen Ernährung-Bewegung-Atmung-Abhärtungs-Praxis. Darüber hinaus ist erstaunlich, wie viele Erkenntnisse sie mit den LeserInnen teilt, Erkenntnisse, die jede und jeder von uns selbst nachvollziehen kann, wenn der nötige Wille vorhanden ist, um das von ihr vorgeschlagene Programm selbst durchzuziehen. Dabei handelt es sich nicht um ein fix vorgegebenes Programm, das wir einfach kopieren müssten. Vielmehr liegt die Entscheidung, den Schatalova-Weg zu wählen, bei jedem einzelnen Menschen, der sich an die von ihr gezeigten und gelebten Richtlinien hält. Ihr System der natürlichen Gesundung hängt nicht zuletzt eng mit der geistigen Einstellung zusammen. Die geistige Gesundheit steht bei ihr an erster Stelle, noch vor der psychischen und körperlichen Gesundheit. Sie bildet sozusagen die Grundlage, auf der die beiden anderen Säulen aufbauen. Vieles von dem, was sie behauptet, entspricht dem (in unserer Zeit verkümmerten und von Handelsketten instrumentalisierten) Common Sense, dem gesunden Menschenverstand: Früh aufstehen, Laufen, Yoga, Bauchatmung, artgerechte Ernährung, genügend Zeit lassen zwischen den Mahlzeiten, gut kauen...

Warum vergebe ich, zumal ich seit Jahren vegan lebe, nicht fünf Sterne? Hat mich das Buch denn nicht begeistert? Habe ich es nicht in einigen Tagen fertiggelesen? Doch. Aber mir fehlt wie oben bereits erwähnt z.B. für die von ihr durchgeführten Wüstendurchquerungen und betreuten LangstreckenläuferInnen die Möglichkeit, mehr über diese Happenings zu erfahren. Das ist nicht stimmig, da sie ja behauptet, streng wissenschaftlich zu arbeiten. Anfangs wollte ich drei Sterne vergeben, doch das erschien mir unangemessen angesichts der Tatsache, dass sie scheinbar schon so vielen Menschen mit ihrem revolutionären System geholfen hat und das Leben ihrer Mitmenschen auf so großartige Weise bereichert hat, ganz zu schweigen von den Entdeckungen zahlreicher Phänomene im Organismus, die bislang zusammen mit der natürlichen Lebensweise und Ernährung ignoriert oder verdrängt worden sind, z.B dass im Dickdarm jene essentiellen Aminosäuren gebildet werden, von denen die "Heizkesseltheoretiker" meinen, wir müssten sie mit der Nahrung aufnehmen. Ach, was red ich da noch lang: Klare Empfehlung! Wer das Buch liest, ist auf jeden Fall gut beraten. Diejenigen, die den Weg gewählt haben, werden ermutigt. Und jene, die in ihren Gewohnheiten befangen sind, werden furchtbar empört sein. Aber auch diese Reaktionsmuster spricht die Schatalova an...


Das Herz der Vollendung: Unterweisungen eines westlichen Zen-Meisters
Das Herz der Vollendung: Unterweisungen eines westlichen Zen-Meisters
von Bernard Glassman
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Loslassen. Loslassen! Loslassen!!, 1. Januar 2012
Der Autor, Zen-Lehrer und Gründer des Peacemaker Ordens (seit 1996) beschreibt mit Worten, was mit Worten nicht zu beschreiben ist: Einheit und zugleich Mannigfaltigkeit, Vielfalt und zugleich Harmonie des Ganzen. Begriffe wie prajna, sutra, maha, buddha, shunyata, skandha, zen usw. werden auf der absoluten Ebene so erklärt und miteinander verflochten, sodass sie schließlich alles/nichts bedeuten und somit als Synonyme fungieren könnten oder noch genauer: als bloße Konzepte des menschlichen Verstandes, die der Erfahrung des So-Seins im Wege stehen. Die drei Texte, die er in diesem Buch erläutert, sind das Herzsutra, das Sandokai und die Bodhisattva-Gelübde. Wo Worte nicht mehr ausreichen, benutzt Bernie Glassman Bilder, Gleichnisse, Allegorien, Anekdorten, Mondos, Koans, um seine Interpretation dessen zu vermitteln, was Dogen Zenji, Sekito Kisen, Hui-neng, Bodhidharma geäußert bzw. gelehrt haben. Der Stil, in dem das passiert, ist meines Erachtens geprägt von Unterscheidungsfähigkeit und der Entschiedenheit, dass wir alle der Eine Körper sind. Wir sind bereits alle Buddha, können das jedoch noch nicht erkennen, und wir üben Zazen nicht um, sondern weil wir erleuchtet sind!

Am Ende der Lektüre wird der eine oder die andere vielleicht etwas besser verstehen, was Mönche und Nonnen dazu bewegt, ständig zu putzen. Was ich gut fand, ist die Tatsache, dass er am Schluss auch die notwendige Frage stellt, ob moralische Verhaltensregeln für die Zen-Praxis festgelegt werden können, wenn doch in absoluter Perspektive "nichts" passiert, wenn eine Atombombe explodiert, Kinder verhungern, Bettler erfrieren. Schließlich spricht er sich aus für heilsames Handeln im Nicht-Handeln (wu wei), das Vertrautwerden mit und Nicht-Getrenntsein von der gegebenen Situation - die direkte Aktion als spontaner Ausdruck einer Situation selbst. Und klarerweise das drastische Bild eines sich (womöglich in Santa Barbara) vor den Zug werfenden Menschen, dem wir ohne zu überlegen zu Hilfe eilen. Empfohlen sei das Buch allen, die nicht nach Wissen streben. Denn nicht nur macht sich das "Herz des Sutra der Vollendeten Großen Weisheit" selbst weg. Es gibt tatsächlich keinen Zugewinn an Wissenstückchen hier zu holen. Alles was im besten Fall passieren kann, ist das Loslassen von Überzeugungen und konzeptuellen Überlegungen, vielleicht steigen einige mit ein paar Ideen weniger aus, weil sie im Laufe der Lektüre abgelegt werden. Meine Lieblingssätze aus dieser grundsätzlich leeren Schatztruhe:

"Wie es keinen Großen Tod ohne Große Wiedergeburt gibt, so gibt es auch keine Prajna-Weisheit ohne Mitgefühl, denn Mitgefühl ist nichts anderes als das Wirken der Weisheit." (S. 46)
"Fürsorge und Pflege, die dem Leben zuteil werden, schließen immer wieder das Vernichten von Leben mit ein. Mitgefühl weist uns auf diesen offenkundigen Widerspruch hin." (S. 157)
"Indem wir beständig verwirklichen, was und wer wir sind, reagieren wir mit Angemessenheit. Vollständig werden wir dies erst dann tun können, wenn wir von allen Vorstellungen der Angemessenheit und der Nichtangemessenheit frei geworden sind." (S. 166)


Weisheit: Über das, was uns fehlt
Weisheit: Über das, was uns fehlt
von Gert Scobel
  Gebundene Ausgabe

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wahre Perle... und ein echtes Lesevergnügen dazu!, 15. Dezember 2011
In diesem Buch werden LeserInnen erfahren, was Weisheit ausmacht: welche Art von Unterscheidungsvermögen, Erkenntnis und Erfahrung mit dem "Sehen" des weisen Menschen gemeint ist. Und es wird offenbar, wie eng Weisheit mit Wahrnehmung von Komplexität und Nondualität, Nichtlinearität und Selbstorganisation zusammenhängt. Ich vergebe fünf Sterne, und könnte ich mehr vergeben, würde ich das ohne zu zögern tun. Ich habe mir einige Monate genommen, um das Buch fertig zu lesen. Ich begründe das so, dass es sich hier wirklich lohnt, langsam vorzugehen... ganz so wie wir einen guten, lange gereiften Rotwein genießen...

Der Autor schafft es auf einzigartige Weise, komplexe Sachverhalte mit leichter Feder zu Papier zu bringen, dass es nur so eine Freude ist! Er schreibt mit sveltezza: einem Wesenszug des weisen Verhaltens: geschmeidig, gewandt, aufmerksam und voller Elan. Er plädiert für einen dialektischen Umgang mit den Phänomenen der heutigen Welt und trägt somit dazu bei, unsere Fähigkeit zu entwickeln und zu erweitern, die Unsicherheit und Veränderlichkeit des Lebens anzuerkennen und damit umzugehen. Er geht auf die Psychologie des Weisen ein (Kap. 3) und beleuchtet eingehend die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse (Kap. 5) und lässt im Zuge dessen Wolf Singer, Thomas Metzinger, Eric Kandel, Niklas Luhmann, Ken Wilber und andere namhafte Forscher auf diesem Gebiet zu Wort kommen. Ein ganzes Kapitel ist der Erleuchtungserfahrung des Ehrwürdigen Buddha Sakyamuni gewidmet, zugleich ist es ein Ausflug in die Erfahrungswelt des Meisters Dogen Zenji aus dem 13. Jahrhundert. (Kap. 4)

Was mich an diesem Buch fasziniert, ist der Mut des Unterfangens und der klare Geist, mit dem der Autor (er ist unverkennbar praktizierender Zentriker) es schafft, das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und zu untersuchen. Angefangen von Versuchen, einen Weisheitsrat ins Leben zu rufen, um Politiker zu beraten (Kap. 1)... über Gehirnforschung und Versuche, Weisheit zu messen... über Glück, Schulbildung, Bewusstseinspolitik, positive Psychologie und Drogen... bis hin zu Gehirnforschung, dem Zusammenfall der Gegensätze bei Nikolaus von Kues (1401-1464) und der transzendentalen, nondualen Erfahrung des Einsseins mit sich selbst, dem Universum und dem ganzen Rest... kein einziges Mal gleitet Gert Scobel ab ins rein Spekulative, zumindest nicht, ohne sich dessen vollkommen bewusst zu sein. Der Kontakt zum Herzen, zu den Mitlebewesen, zur Erde, d.h. der pragmatische Bezug zum Leben, das wir alle täglich erleben (oder das uns widerfährt? oder das wir kontinuierlich mit-konstruieren?) bleibt ebenso bewahrt wie die nicht-missionarische und un-guruhafte Geisteshaltung, die der Autor zu vermitteln imstande ist... und das ist das Wunderbare und Faszinierende für mich. Solche Bücher lese ich immer wieder gern :)


Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens
Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens
von Marshall B. Rosenberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir sind alle Baby-Giraffen, 21. November 2011
Ich möchte die Bewertung von fünf Sternen eine deutliche Sprache sprechen lassen und hier berichten, was ich bisher erleben durfte. Zunächst hat sich durch die Beschäftigung mit der einfühlsamen Kommunikation die geistige Einstellung verändert, mit der ich an Gespräche herangehe. Zugegeben, das Übungsfeld beschränkt sich bisher auf die Beziehungen zu Familie und Freundeskreis. Hier kann ich mir meistens die nötige Zeit nehmen.

Früher handelte es sich beim Sprechen um etwas, das ich unternahm, um etwas zu erreichen oder um das Verhalten anderer zu meinen Gunsten zu beeinflussen, zu verändern oder in meinem Sinne zu verbessern. Das Hauptaugenmerk hat sich nun auf die körperlichen Empfindungen sowie die gefühlsmäßigen Regungen verlegt, die ich während der Kommunikation spüre, und schließlich auf die Emotionen, mit denen ich gewohnt bin, auf diese Empfindungen und Gefühle zu reagieren. Das bedeutet, ich bin mir der normalen/genormten emotionalen Verhaltensmuster bewusster, wenn z.B. mein Bruder mich nicht so sieht, wie ich gerne gesehen werden möchte oder eine Bekannte mir überhaupt nicht zuhört oder mein Arbeitgeber mich zurechtweist, weil er seine Autorität in Frage gestellt sieht oder eine Freundin sich entschuldigt, ein Freund mich lobt oder kritisiert. Mir fällt es um vieles leichter, meine Bedürfnisse auszudrücken, ohne die andere Person dafür verantwortlich zu machen, dass ich unerfüllte Bedürfnisse habe. Oft drängt sich die Schakalsprache dann wieder hervor - vor allem unter Zeitdruck - und nötigt mich andere zu beschuldigen und zu belasten. Doch dieses Verhalten fühlt sich nicht mehr ganz so stimmig an, nicht weil ich mich dafür verurteile, sondern eher weil die innere und äußere Atmosphäre von Dialogen immer mehr in den Vordergrund rückt und das Gesprächs-Erlebnis viel wichtiger wird als das Gesprächs-Ergebnis. Und das verdanke ich dem, was ich in dem Buch vorgefunden habe.

Ich schätze die Einfachheit von Rosenbergs Methode - sie ist nicht wirklich neu, sie ist gut durchdacht und auf den Punkt gebracht. Und wie so vieles, das einfach ist (Meditation...) ist es gar nicht so leicht umzusetzen. Simple, but not easy. Ich schätze auch seine Intention sehr. Sie wird u.a. in der Äußerung deutlich, dass wir Mut brauchen und Ausdauer, um den Prozess der GfK in unsere Sprache zu integrieren, damit sie natürlich, nicht gekünstelt und aufgesetzt, wirkt. Er betont, dass jemand, der die GfK verwendet, nicht "nice guy" spielen soll, weil: wenn du niemanden verletzen willst, dann müsstest du eine "nice dead person" sein, denn wenn jemand mit Schakalohren hört, dann kannst du Sodbrennen haben und er wird sagen, das tue ihm weh. D.h. zum Thema "ich muss immer klebrig süß und nett sein": Ich sehe es ganeu konträr: da ist jemand, der auf die eigenen Bedürfnisse ebenso achtgibt wie auf die seiner Mitmenschen. Da lebt und atmet ein Mensch, der ein offenes Ohr hat für beide Seiten, der in sich ruht und Platz für alle Bedürfnisse und Gefühle hat, die da auftauchen und der weder im Egotrip noch im Helfersyndrom unterwegs ist. Das trifft sich gut mit meinem Vorhaben, tagtäglich sowohl Mitgefühl als auch Weisheit zu kultivieren und die beiden Herzensqualitäten zu kombinieren.

Ich bin erstaunt und wohl auch etwas betrübt, weil ich eben Kommentare las, in denen Herr Rosenberg für das Scheitern der Methode verantwortlich zu machen versucht wird. Das funktioniert so doch gar nicht. Klar ist das Ziel, mit Hilfe der Methode die Bedürfnisse aller Beteiligten zu erfüllen - aber der Weg dorthin, der Weg, mein lieber Freund! Somit finde ich, es wäre hilfreicher "ich bin etwas frustriert, weil ich bisher nicht schaffe umzusetzen, was ich mir vornehme. Bitte komm, zeige mir, was ich anders machen kann..." als "...du kannst nicht sagen, das sei eine universelle Methode, weil bei mir funktioniert das nicht...". Das gibt auch anderen LeserInnen das Signal, dass da jemand schreibt, der nicht von seinem einmalig gescheiterten Versuch mit dem Nachbarn auf die Unbrauchbarkeit der Methode sowie auf die Notwendigkeit von Heuchelei bei der Anwendung schließt.

Ein weiterer Einwand, den ich gelesen habe, war, dass die Lektüre mit unrealistischen Beispielen gespickt wäre. Ich habe im Internet einen Vortrag angesehen, und da sprach er viele ähnliche Beispiele an wie in diesem Buch. Ich bin überzeugt davon, dass er diese Anekdoten aus der eigenen Erfahrung speist.Doch zuerst müssen die wechselseitigen Bedürfnisse klar erkannt werden und vom anderen wiederholt werden. Erwachsene Menschen können sich dieser Methode bedienen. Gleichzeitig wachsen wir mit dem geduldigen Versuch, auf einfühlsame Weise miteinander zu reden, zu wirklich freien und integren Menschen heran.


Tao Te Puh. Das Buch vom Tao und von Puh dem Bären
Tao Te Puh. Das Buch vom Tao und von Puh dem Bären
von Benjamin Hoff
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Winnie-Puh singt, Chuang-tse lächelt, 21. November 2011
Puh, der Bär & Tao, der Weg. Der Autor unterhält sich mit seinem P'u (dem unbehauenen Klotz) über das Leben im Tao, über Weichherzigkeit und Freude am einfachen So-Sein. Wer das Buch gelesen hat, weiß nachher vielleicht nicht alles über Taoismus, stimmt schon. Ist auch gar nicht nötig. Hier ist wohl weniger wirklich mehr. Soll heißen, je weniger wir wissen oder zu wissen glauben, umso entspannter, umso gelassener, umso einfacher und klarer können wir den gegenwärtigen Moment erleben und erkennen, was jetzt gerade gebraucht wird. Ungehindert durch die Vorstellungen und Konzepte, Pläne und Sorgen, die wir Filztun-Balzrücks (eine witzige Bezeichnung an der Pforte der professoralen Eule für jene, die stets beschäftigt und selten vollkommen anwesend sind) im Kopf mit herumschleppen und die uns so oft von hier nach dort und dann wieder zurück an den Start hetzen, lernen wir durch allerlei Geschichten von Puh und seinen lieben Freunden sowie von chinesischen Meistern und deren Anekdoten und Aphorismen, wie wir tanzend durch das Leben schweben.

Drei Punkte bloß gebe ich, da mir zuweilen die Kritik an den Gelehrten allzu überschwänglich erschien. Das wäre nicht notwendig gewesen und nimmt der Lektüre etwas die Leichtigkeit. Also alles in allem, nicht schlecht. Für Kinder genial.


Buddha Mind, Buddha Body: Walking Toward Enlightenment: Walking Towards Enlightenment
Buddha Mind, Buddha Body: Walking Toward Enlightenment: Walking Towards Enlightenment
von Thich Nhat Hanh
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,30

5.0 von 5 Sternen Looking deeply and breathing deeply in the here and the now, 21. November 2011
In this profound book Thay reminds us that we inter-are, that in reality all things are interconnected, that our sense of being individual selves mainly stems from our identification with mind consciousness, i.e. one of the eight consciousnesses each and every one of us baby buddhas is able to experience. Thay describes how manifestations take place always as double manifestations - subject and object come into being simultaneously. He also speaks of how store consciousness and sense consciousness can work together in order to make life easier and more peaceful and enjoyable for everybody.

He writes about positive and negative seeds that lie dormant in our store consciousness and that we should remember to water the former and recognize the suffering which the latter bring to ourselves and those around us so that we let go of these tendencies naturally. All in all, we learn a lot about how the mind works. Of course, every one of us has to do the work by herself/himself. Step by step, the author of this wonderful book guides us and helps us to develop clarity of vision by liberating the tangled mind from its preconceptions and preoccupations, asking the reader to cognize what is really there instead of just habitually re-cognizing our own mental constructions, meaning that which 'we already know'.

In terms of buddhist philosophical thought, Thich Nhat Hanh also covers a lot of terrain. He talks about day-to-day-meditation-practice, about triple karma and our chance for free will through mindfulness. He also gives information about about the process of perception, four reflective inquiries, the three characteristics of existence, the six paramita, the four elements of love, the fifty-one mental states, the eight consciousnesses, sangha (community) building, and in the end he offers useful exercises to cultivate the habit of happiness and to nourish a buddha mind/buddha body so that we can start to walk with enlightened/lighter/soft feet and cherish the Pure Land, the Kingdom of God right here in this present moment, this wonderful moment.


Die Vielfalt religiöser Erfahrung: Eine Studie über die menschliche Natur (insel taschenbuch)
Die Vielfalt religiöser Erfahrung: Eine Studie über die menschliche Natur (insel taschenbuch)
von William James
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein zeitloses Werk, erschienen 1901/02, 24. Oktober 2011
Eine wirklich großangelegte Untersuchung des Vaters des (religions)philosophischen Pragmatismus, und doch streift er nach eigener Aussage nur am Rand des Phänomens "Religion". Es hat sich gelohnt, das Buch aufmerksam bis zum Ende zu lesen, weil dort, am Ende der zahlreichen Zitate, die uns von außergewöhnlich intensiven Erfahrungen berichten und vor denen das Buch nur so strotzt - sie sind es auch, die in meinen Augen das Werk so wertvoll machen, dass es mehr als ein Jahrhundert nach dem Erscheinen nichts an Aktualität eingebüßt hat -, legt der Autor seinen eigenen Über-Glauben dar und beschreibt, welche Bedeutung Gott, Leben und Universum für ihn haben. Im Großen und Ganzen gefällt mir das Buch deshalb so gut, weil William James in bescheidener Form und mit großer Toleranz die verschiedenen, teils pathologisch bewerteten Charaktere wie ein Naturforscher untersucht und sie auf ihren pragmatischen Gehalt hin überprüft.

In zwanzig Vorlesungen zeigt William James seine Klasse, was empirisch angelegtes und unvoreingenommenes Denken betrifft. Wie hängen Religion, Wertfragen und Neurologie zusammen? Was ist göttlich, was Religion und auf welche Arten kann die Philosophie der Religion nützlich sein? Was ist das Wesen der religiösen Erfahrung bzw. welchen gemeinsamen Kern haben alle Religionen? Was ist der Nutzen für die Gläubigen? Welche Auswirkungen zeitigen die Einheitserfahrungen mit Gott als dem übergeordneten Prinzip des gesamten Universums? Was zeichnet den gesunden Geist, was den kranken aus? Worin besteht die Spaltung des Selbst und was hatten Tolstoy, Bunyan u.a. zum Vereinigungsprozess zu sagen? Wie beschreiben verschiedene Menschen ihre Bekehrung? Was bedeutet Heiligkeit und worin besteht ihr Wert für die Welt? Was ist Mystik, Yoga, Sufismus und welche Rolle spielt dabei Musik? Oh, dieses Werk umfasst so unglaublich viele Fragen und bietet manchmal, ja meistens auch messerscharf-analytische Antworten dazu. Ob es nun das Unterbewusste betrifft, das Vedanta, den Buddhismus, das Christentum, den Islam: William James schöpft aus dem Vollen. Und wenn Mr. James - ich hätte ihn gern getroffen, bin aber leider ein Jahrhundert zu spät dran (die Gifford-Lectures fanden 1901/02 in Edinburgh statt) - mal etwas nicht genau weiß, dann gibt er seine Unkenntnis auch preis und beweist damit philosophische Einsicht, intellektuelle Redlichkeit, Integrität und im Grunde jene sokratische Weisheit, die wohl bemerkt, was sie weiß und was sie nicht weiß.

Das Buch ist sicherlich ein Muss und sollte nicht nur in der (Heim-)Bibliothek stehen, sondern auch gelesen werden. Es ist ein Muss nicht nur für ReligionswissenschaftlerInnen, sondern auch für all jene hinter das Offensichtliche blickenden Geister da draußen, die sich einer packenden Lektüre widmen möchten, einer Lektüre zumal, die eine so mit Bedeutung, Assoziation und Kontroverse aufgeladene Thematik wie Religion auf empirische Art und Weise, d.h. stets vom eigenen persönlichen Erleben her, vom individuellen Standort aus, zu ergründen sucht. Wir gewinnen Verständnis für die mangelhafte Sprache, wenn Menschen den Versuch wagen, ihre furchterregenden Visionen, lebensumwälzenden Bekehrungsprozesse, ekstatischen Zustände und das gewöhnliche Tagesbewusstsein Überschreitende zu beschreiben.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2014 12:05 PM MEST


Hirnforschung und Meditation : ein Dialog
Hirnforschung und Meditation : ein Dialog
von Wolf Singer
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mitgefühl trifft auf Fragezeichen, 26. September 2011
Dieses Büchlein bietet einen ersten Einblick in die Welt der Neurowissenschaften mit Bezug auf die Schulung des Geistes, hierzulande auch "Meditation" genannt. Ich finde, im Dialog zwischen den beiden Forschern Matthieu Ricard & Wolf Singer zeigt sich gut, wie verschieden die Herangehensweise an das Phänomen Bewusstsein/Geist/Gehirn im Osten und Westen aussieht. Ricard spricht in klaren Worten von Mitgefühl und Weisheit, Singer in teilweise unnötig hochtrabendem Vokabular von Information und Wissen. Ersterer fragt nach der Qualität und Was-ist-das?, Wozu-dient-das?, während Singer nach stets neuen Quantifizierungsmethoden Ausschau hält, um das Perpetuum mobile der Wissenschaft aufrecht zu erhalten. Gemeinsam haben die beiden m.E. den Forscher-Geist und die Freude am Kontakt mit Neuem. Das aufrichtige Interesse der beiden Autoren am Gegenstand des Gesprächspartners fand ich sehr erfrischend.

Erinnert hat mich dieser Dialog u.a. an jene Experimente, an denen Matthieu Ricard teilgenommen hat, um bei der Erforschung von Gehirnaktivitäten (bzw. bestimmten Arealen desselben) zu helfen. Außerdem an das Vater-Sohn Gespräch im Buch "Der Philosoph und der Mönch" (Matthieu Ricard und sein Vater Francois Revel). Es geht hier aber nicht bloß um Versuchsanordnungen im Labor, um Kernspintomographien und MRTs. Ebenso werden das Training in Achtsamkeit, die Arbeit mit Kindern und sozial engagierter Buddhismus und noch einige andere Themen in diesem Buch angesprochen.

Die Einsicht, die ich persönlich aus dem innerhalb von 2 Tagen gelesenen Büchlein mitnehme, würde ich so formulieren: Jeder Mensch kann als System betrachtet werden, das nur manches übersetzen kann, manches bleibt eben im blinden Fleck, und somit etwas, von dem wir nicht mal wissen, dass wir es nicht wissen. Und wenn wir das in Betracht ziehen, haben sich die beiden überraschend oft getroffen. Ich empfehle das Buch allen, die sich noch nicht mit der Thematik beschäftigt haben. Wer schon etwas über Buddhismus und Hirnforschung gelesen hat, wird, so fürchte ich, diese Lektüre nicht allzuviel Neuland eröffnen.


Zennis. Verbessern Sie Ihr Tennis-Spiel mit Zen.
Zennis. Verbessern Sie Ihr Tennis-Spiel mit Zen.
von Peter Spang
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Tennis und Meditation, 9. September 2011
Ich freue mich, dass es Bücher wie dieses gibt. Es bietet nicht nur anregende Anekdoten aus der persönlichen Erfahrung des Autors als Tennisspieler und -coach, sondern auch Vorschläge, wie eine Zennis-Gruppe ausschauen kann, also eine Gruppe, die sich trifft, um Spaß am Tennis mit der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit zu verbinden. Vom Ansatz her dreht sich das Buch letztendlich um Respekt, Liebe und Würde im Sport. Es geht darum, die Leserin/ den Leser zu ermutigen, sich selbst durch Bewegung zum Ausdruck zu bringen, die eigenen emotionalen Reaktionen als selbst gewählte Antworten auf eine Situation zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen für das, was mir im Leben und auf dem Court begegnet.

Authentisch sein ist das Um und Auf. Spielen mit Herz, Humor, Gefühl... Das lässt sich erreichen, indem wir meditieren, mit-dem-sind-was-ist, in unserer Mitte ruhen und die Dämonen (Perfektionismus, Selbstkritik, Langeweile und überzogene Erwartungshaltung) richtig gut kennen lernen und sie dadurch entschärfen bzw. in nützliche Kräfte transformieren. Im internationalen Tenniszirkus, den der Autor in seiner Jugend am eigenen Leib kennen lernen durfte, ging es in den 70er und 80er Jahren um Punkte, um Geld, um Stärken und Schwächen. Das nehmen sich viele Jugendliche so sehr zu Herzen (denn sie beziehen ihre Inspiration oft aus dem, was sie im Fernsehen geboten bekommen), dass sie die eleganten, inspirierenden und bewusstseinserweiternden Aspekte des Sports versäumen, weil sie sich bloß für körperlich und mental anstrengende Touren interessieren.

1987 traf sich Peter Spang mit Tim Gallwey (Autor von 'The inner game of tennis'), spielte Tennis mit ihm und unterhielt sich mit ihm über Methoden, das innere Potential des Menschen im Tennisspiel auszuschöpfen. Diese Begegnung trug Früchte, die wir in diesem Buch in Form einer frischen Perspektive auf diesen Sport erfahren dürfen. Wir sehen jetzt die ungeahnten Möglichkeiten - wunderbare Chancen, sich selbst zu erforschen und das Spielen so richtig genießen zu lernen. Mir hat das Buch in jedem Fall wertvolle Einsichten vermittelt, und dass das Ganze gespickt ist mit Zen-Geschichten, macht es noch einmal attraktiver. Es hat mich auch angesprochen, weil meine Jugendzeit genau in jene Phase fällt (etwa 1988-2000), in denen ich Meisterschaften spielte und auch Turniere im Fernsehen verfolgt habe und daher zu Agassi, Sampras, Connors, Ivanisevic, Muster, Kafelnikov, Becker, Graf, Stich etc. einen Bezug habe. Einen Punkt Abzug gibt es aus meiner (begrenzten) Sicht, da Herr Spang doch sehr die Vorzüge seiner Landsleute hervorhebt und z.B. Herrn Stich vier Seiten lang in den Himmel lobt und sich das Buch gefühlsmäßig irgendwie in die Länge zog.


Von der Liebe und anderen Dämonen
Von der Liebe und anderen Dämonen
von Gabriel García Márquez
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geheimnisvoll. Verrückt. Und wahr., 3. September 2011
Das waren die drei Worte, mit denen ein Freund mir den Inhalt des Buches beschrieben hat, bevor er es mir lieh. Ich hatte bisher nur 'Hundred Years of Solitude' gelesen, und werde mich wohl immer an dieses Buch erinnern: Fünf Minuten nach der letzten Seite bin ich immer noch wie hypnotisiert dagelegen, am Strand in Barca, während die Sonne brannte und das gerade im Kopf Erlebte nachhallte.

Die abgrundtiefe Einsamkeit der Seele ist auch Thema dieses Buches, denke ich. Nachdem ich mich an die Namen der Charaktere gewöhnt hatte, bekam das Buch einen eigenen Drive. Die Persönlichkeiten, deren Werdegang, Aussehen und Gemüt der Autor wirklich faszinierend beschreibt, erschienen mir mit jeder Seite eindrucksvoller. Ganz besonders die mysteriöse, mächtige, sanfte, wütende Sierva Maria de Todos los Angeles! Die Geschichte selbst ist in der Tat deprimierend und verstörend. Wir erleben die Engstirnigkeit der Inquisition und die Blindheit der Exorzismen. Wir gewahren den festgefahrenen Pomp des klerikalen 'Heiligen Offiziums' und die dahinsiechende Dekadenz des fürstlichen Standes. Und wir begreifen im Laufe des Buches irgendwie, dass alle Beteiligten sowohl Täter als auch Opfer sind.

Des Autors Stil ist und bleibt eine Klasse für sich. Er stellt die Liebe zum anderen Geschlecht und die Ehrfurcht vor Gott auf eine unnachahmliche Art und Weise dar. Ich kenne kaum einen Autor neben Marquez, der mir die Szenerien des stetigen Verfalls und allgegenwärtigen Elends der Herrscherklassen ebenso eindrücklich vor Augen führt wie die zugrunde liegenden Maskeraden dieser Menschenpuppen und deren anklammerndes Verhalten, wenn sie an sich selbst und ihrer Welt verzweifeln. Wer das Buch liest, bekommt in jedem Fall einen Einblick in die Ursachen vermeidbaren Leids.


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