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Rezensionen verfasst von
KalyanaMitrah (Wien)

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Basis Bibliothek Philosophie: Hundert klassische Werke (Reclam Taschenbuch)
Basis Bibliothek Philosophie: Hundert klassische Werke (Reclam Taschenbuch)
von Robert Zimmer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Philosophiegeschichte in klarer Sprache, 20. November 2012
Dieses Buch macht definitiv Lust auf mehr! Ich empfehle es sowohl jenen, die im Bereich des Staunens noch neu sind wie auch langjährigen Liebhabern der Weisheit. Robert Zimmer bietet mit dieser Basis-Bibliothek einen Überblick über 100 verschiedene Werke der abendländischen Philosophie. Zwei bis drei Seiten umfasst die Darstellung von Argumentation, Inhalt und Rezeption des jeweiligen Werkes. Von 100 Werken zählte ich dabei zwei von Frauen verfasste: Simone de Beauvoirs "Das andere Geschlecht" sowie Hannah Arendts "Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft".

Was mir am meisten gefiel, war die klare, gut verständliche Sprache, in der der Autor einen Querschnitt durch etwa 2500 Jahre ideengeschichtlicher Entwicklung zieht und dabei gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische und philosophische Aspekte miteinander verflechtet. So eine gelungene Aufarbeitung hätte ich mir zu Beginn meines Philosophiestudiums gewünscht. Oder bereits in der Schule, noch besser! Im Laufe der Reise durch die Jahrhunderte wird einsichtig, welcher Zeitgeist herrschte bzw. welche Paradigmen in Frage gestellt wurden. Es wird klarer, wodurch und auf welche Weise neue Diskurse eröffnet wurden. Der Autor macht deutlich, wie bestimmte Veränderungen Philosophen und ihre Systeme auf den Plan gerufen haben und wie die Philosophen sich untereinander befruchteten, kritisierten, ergänzten.

Einige Beispiele dazu: Wie können wir bestimmte Themenfelder von Aristoteles über Thomas von Aquin bis zu Mr. Whitehead verstehen? Auf welche Weise sind Hobbes, Locke, Berkeley und Hume miteinander verbunden? Wie inspirierten die Theorien von Marx, Darwin und Freud den Philosophen Max Scheler? Ich finde es einfach spannend, Vico als Antwort auf Descartes oder Popper in Reaktion auf Carnap zu begreifen. Samuel Beckett könnte z.B. zusammen mit der Lektüre französischer Existenzialisten wie Camus und Sartre mehr Sinn machen. Oder auch die Geschichte eines Begriffes wie Substanz, der sich von den Ansätzen Aristoteles', Descartes', Spinozas und Leibniz' bis hin zu Whiteheads Auffassung in "Prozess und Realität" entfaltet. Oder die Linie, die sich verfolgen lässt von Hume zu Kant zu Husserl, Cassirer und Heidegger oder oder oder...


Die Enzyklopädie der Faulheit: Ein Anleitungsbuch
Die Enzyklopädie der Faulheit: Ein Anleitungsbuch
von Wolfgang Schneider
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Weisheit aus drei Jahrtausenden gegen ein entwürdigendes Sklavendasein in der Maschinenwelt, 11. November 2012
Dieses beruhigende und zum bedachten Lesen einladende Werk des 2003 verstorbenen Autors Wolfgang Schneider versammelt Weisheit aus drei Jahrtausenden. Ziel ist es zu zeigen, dass bewusster Müßiggang nicht gleichzusetzen ist mit dumpfer Untätigkeit. Anekdotenhafte Erzählungen werden umrahmt von Zitaten bekannter Persönlichkeiten (Philosophen, Schriftsteller, Dichter usw.). In drei Kapiteln (mit je drei Aspekten) werden bedeutsame Auszüge aus vielen vielen Büchern und schier unzähligen Presseveröffentlichungen und Ausstellungsarbeiten uns Staunenden näher gebracht. Ich hatte wirklich den Eindruck, nicht ein einzelnes Buch zu lesen, sondern eine Enzyklopädie, ein Kompendium, das mit unglaublicher Vielfalt und Sorgfalt aufbereitet wurde, um die Lektüre zu einem echten Genuss zu machen. Und als ich fertig war, gab es keinen Grund, nicht wieder von vorne zu beginnen. Natürlich erst nach einer Pause :)

Die geschichtlichen Zusammenhänge werden am Eingang zu jedem Kapitel gekonnt zusammengefasst. Warum - und seit wann - wurden die Ruhelosen mehr und mehr als die Guten angesehen, während die Ruhenden als die Schmarotzer der Gesellschaft gebrandtmarkt wurden? Was sagen Lao-Tse und Aristoteles, Marc Aurel und Cicero, Aquin, Descartes und Montaigne, Shakespeare, Rimbaud, Lafargue, Gandhi, Wedekind, Einstein, Twain, Kant, Schopenhauer und Nietzsche, Neruda, Kästner, Busch, Wilde und Miller und all die andere großen Geister dazu? Wie kam es dazu, dass das Recht auf Arbeit als revolutionäres Prinzip bzw. die Reduktion auf 12 Stunden Fabrikarbeit im Jahr 1848 als revolutionäre Errungenschaft angesehen werden konnte? Wo führt uns die Religion der Arbeit, die selbstauferlegte Zwangshaft im Hamsterrad hin?

Aus dem Inhalt:

"Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich." (Anatole France)
"Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann." (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)
"Und während wir jene unendlichen, ineinander verflochtenen, seltsamen Fabeln und Geschichten lesen, werden wir selber merkwürdig geduldig und wünschen kein Ende herbei, denn wir sind für Augenblicke dem großen Zauber verfallen - die Gottheit des Müßiggangs hat uns mit ihrem wundertätigen Stabe berührt." (Hermann Hesse)

Allein die Desiderata am Ende machen das Buch zu einem ganz wunderbaren Geschenk. Danke, Wolfgang, dass du die Arbeit auf dich genommen hast, das alles zu recherchieren und in ein Buch zu verpacken, das für mich mehr Wert hat als alles Gold der Welt! Mögest du in Frieden ruhen.


Psychoanalyse und Religion
Psychoanalyse und Religion
von Erich Fromm
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Seelsorger und Seelenarzt: Beide streben die optimale Entfaltung menschlicher Möglichkeiten an, 4. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Psychoanalyse und Religion (Taschenbuch)
Wie die anderen Bücher von Erich Fromm bescherte mir auch dieses 1950 erschienene Buch großes Vergnügen und Einsicht. "Psychoanalyse und Religion" ist als Fortsetzung von "Man for Himself" zu verstehen, einer Untersuchung über die Schnittstellen von Psychologie und Ethik. Er macht gleich zu Beginn klar, was er mit dem Buch erreichen möchte: "Ich möchte zeigen, wie falsch es ist, wenn behauptet wird, wir müssten auf die Beschäftigung mit der Seele verzichten, wenn wir nicht die Lehrsätze der Religion akzeptierten... Der Psychoanalytiker ... kommt zu dem Schluss, dass es nicht darum geht, ob der Mensch zur Religion zurückkehrt und an Gott glaubt, sondern ob er die Liebe lebt und die Wahrheit denkt." (S.15f.)

Im ersten Teil stellt Fromm den Zusammenhang mit Freuds "Die Zukunft einer Illusion" (1937) sowie Jungs "Psychologie und Religion" (1937) dar und erläutert, inwiefern diese beiden Werke für sein eigenes Thema relevant sind. Im Grunde zeigt Fromm, wie Freud und Jung zum Phänomen der Religion gestanden haben und wie sie sie definiert/begrenzt haben. Er versucht, der gängigen Meinung, ersterer sei "gegen" und zweiterer "für" Religion gewesen, eine differenziertere sichtweise gegenüberzustellen. Danach analysiert er verschiedene Typen religiöser Erfahrung in der westlichen Gesellschaft: Ahnenkult, Totemismus, Reinlichkeitskult etc. Schließlich geht er auf die Unterscheidung von autoritärer Religion bzw. inzestuöser Fixierung einerseits und humanistischer Religion andererseits ein und stellt fest, dass erstere Gehorsam und Ohnmacht verlangt und Angst gebiert, während die zweite Orientierung viel mehr Tugend und Stärke ausbilden und vorwiegend von Freude geprägt ist.

Der Mensch rationalisiert seine irrationalen Leidenschaften, weil er laut Fromm ein Herdentier ist und sein Bedürfnis, anderen seinesgleichen nahe zu sein und sich an sie zu binden, die Orientierung mithilfe der Vernunft erschwert und allzu oft sein Bedürfnis nach Freiheit, Individualität und Unabhängigkeit unterwandert. Die Psychoanalyse kann nun als Versuch angesehen werden, entweder gesellschaftliche Anpassung oder Seelen-Kur zu sein. Je nachdem werden bloß die Symptome oder aber die Ursache des Unbehagens behandelt. Die Bemühung um das Seelenheil liegt jenen PsychoanalytikerInnen am Herzen, deren Weltanschauung es notwendig macht, dass die "optimale Entwicklung der Möglichkeiten eines Menschen und die Verwirklichung seiner Individualität" (S. 68) gefördert werden. Diese Geisteshaltung entspricht auch den Anliegen jedweder humanistischen Religion: Ausbildung des Gewissens als Wächter meiner Integrität (statt Angst, gegen Gott zu sündigen), Heranwachsen des Urteilsvermögens (statt Berufung auf Autoritäten), die Suche nach der Wahrheit im Inneren des Menschen (statt in Form von inzestuösen Fixierungen an Stamm, Familie, Nation, Rasse, Staat, politische Klassen und Parteien etc.), mit einem Wort: Es geht um eine Haltung, die den Erwerb oder Wiedergewinn der Liebesfähigkeit des Menschen befördert.


Exploring Karma & Rebirth
Exploring Karma & Rebirth
von Nagapriya
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,84

5.0 von 5 Sternen Deep insight into often misunderstood concepts, 4. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Exploring Karma & Rebirth (Taschenbuch)
This book reveals how the concepts of karma and rebirth can be understood so that we do not live in fear of being punished by eternal laws of retribution but rather live in a way that fosters an emotionally engaged life that really is in tune with how the world works. I highly recommend this imaginative reading because it gives rise to many questions: What is Karma not? What is it? Where did the idea come from? What was the intention? How did friend Gautama change the concept to fit into the Buddhist teachings of suffering and the cessation of suffering? How come bad people appear to do quite well while virtuous people appear to have a miserable life? If there is no self, then what is reborn? How can rebirth be understood as a psychological principle and what about Buddhist cosmology?

Nagapriya explores karma and rebirth, as the title suggests, and does not imply having all the answers ready. So what we get is no ready-made recipe but something much more valuable. We are led to explore these concepts ourselves in order to give meaning to them. As ideas are always culturally embedded, the author informs us about how the understanding of karma has originally developed in the ritualistic Vedic tradition and how it came to be established within the Buddhist context. Also, he connects karma with other concepts like interdependent co-origination (paticcasamuppada) and not-self (anatta) and finds humorous ways to deliver his message by anecdotes as well as references to popular culture.

We are encouraged as readers to resist blind faith or to accept something we don't grasp but to differentiate between what is useful for our development, find out what to make of karma and rebirth, why these concepts have come to be so popular in the West, how they influence the way we perceive ourselves and others in everyday life and finally, to be inspired to investigate further the teachings in order to see how they can not only inform, but transform our lives and contribute to our spiritual awakening.


Fue ayer y no me acuerdo (Coleccion Jaime Bayly)
Fue ayer y no me acuerdo (Coleccion Jaime Bayly)
von Jaime Bayly
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,49

2.0 von 5 Sternen Adicto a la cocaina en el Peru, 2. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die erste Information, die ich zu diesem Buch erhielt, war der Hinweis, dass sich darin eine authentische und spannende Schilderung eines Kokainsüchtigen findet. Das hat mich neugierig gemacht, weil ich für interessante Geschichten (z.B. Suters "Die dunkle Seite des Mondes") und psychedelische Erfahrungsberichte (z.B. Huxleys "Die Pforten der Wahrnehmung") offen bin. Was sich mir schließlich darbot, war ein grottenschlecht verfasstes, hingefetztes Machwerk. Jaime Bayly hat die Jahre 1986-89 kokainabhängig in Peru verbracht und seine Erfahrungen hier einfließen lassen. Schon in den ersten Kapiteln wird klargemacht, wie unsagbar beschissen Peru aus der Sicht Gabriels, des Hauptprotagonisten, doch ist. An dieser Wahrnehmungsweise ändert sich auch in den folgenden Kapiteln nichts mehr.

Ich habe den ganzen Wust jetzt gelesen und muss gestehen, dass ich weder den Stil des Autors fesselnd fand noch die Schilderungen des jugendlichen Gabriel im Buch, wie er seinen Körper dem muskulösen Matias anbietet, der ihn bloß ausnutzt und ständig Geld von ihm schnorrt. Auch die Passagen, die seine Einstellung zur Universität oder zu seinem Fernsehstudiojob näher beleuchten sollen, bleiben leider farblos und eindimensional. Ebenso konnte ich den Szenen, in denen er mit falschen Freunden um die Häuser zieht, Eier ins Stadion wirft oder sich am Klo ein paar lines reinzieht, nichts abgewinnen. Sie gehören definitiv nicht zu der Sorte Literatur, die man gelesen haben muss. Eher zu der Sorte, die durch ewige Wiederholungen der gleichen Szenarien zum Gähnen und Überblättern anregen und unter der Rubrik Altpapier bestens aufgehoben sind. Es gibt großartige Bücher im spanischen Original. Dieses gehört nicht dazu.


Alexis Sorbas: Roman
Alexis Sorbas: Roman
von Nikos Kazantzakis
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Düfte, Geschmäcker, Visionen, Phantasien, Melodien, Lieder und Gedichte, 21. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Alexis Sorbas: Roman (Taschenbuch)
Sicher eines der besten Bücher, um KOPF und HERZ zu vereinen. Dieses Buch kann müde Geister wieder zum Leben erwecken und zum Lachen bringen, Leidenschaft entfachen, Leiden bringen und das echte Leben mit Lust und Frust näherbringen. Die Erfahrung der existenziellen Frustration, als Mensch auf dieser Erde zu wandeln, wird durch den belesenen "Tintenkleckser und Federfuchser" (Ich-Erzähler) personifiziert, während der ruppige Sorbas seine Weisheit durch zahlreiche Enttäuschungen in Lieb- und Leidenschaften erreichte, einfach indem er Freud und Leid in ihrer vollen Wucht durchlebte und all die Güte und Grausamkeit der Menschheit am eigenen Leib erfuhr, statt sie durch ein "metaphysisches Sieb" (281) laufen zu lassen. Durch diese Gegenüberstellung - vita activa und vita contemplativa - gewinnt das Buch eine ungeheure Tiefe und liest sich wie eine Komposition wundervoll harmonischer Akkorde. Es handelt sich einfach um ein Buch, das ich so langsam wie möglich lese, weil ich nicht will, dass es zu Ende geht.

"Ich wusste, jeder Augenblick, der vergeht, ist Ewigkeit." (199)
"Als kleines Kind lief ich Gefahr, in den Brunnen zu fallen, als Erwachsener lief ich Gefahr, in das Wort 'Ewigkeit' zu stürzen, und noch in andere solcher Wörter wie 'Hoffnung', 'Liebe', 'Vaterland', 'Gott'. Jedes Jahr schien es mir, als sei ich einer Gefahr entronnen und einen Schritt vorwärtsgekommen. Aber das war nicht der Fall. Ich vertauschte nur das eine Wort mit einem anderen und nannte das Erlösung. Und jetzt, seit zwei Jahren, habe ich mich an das Wort 'Buddha' gehängt." (200)

Das alte Griechenland, wo die Muße noch mehr wert war als Gold, wo die freie Rede von der Leber weg noch mehr galt als das neoliberale Newspeak des Immer-Neuen, Effizienten, Profitablen. Wir erkennen während des Lesens, dass die erquicklichsten Stunden doch wieder in Unzufriedenheiten der menschlichen Seele münden und dass dies kein Grund sein muss, in Hoffnungslosigkeit und Trübsal zu verfallen. Wie unzulänglich materieller Wohlstand ist und wie Düfte, Geschmäcker, Visionen, Phantasien, Melodien, Lieder und Gedichte hier wachgerufen werden, wie die Höhen und Tiefen echter Freundschaft dargestellt werden und wie den Figuren Leben eingehaucht wird - wir glauben sie zu kennen und zu lieben - all das schafft Kazantzakis in diesem außergewöhnlichen Roman über den berühmten Alexis Sorbas, denlebenslustigen Grieche, der sich nach dem einfachen großen Glück im Leben sehnt: "Himmelsapperment noch mal, es komme, wie's gegeben! Sei lustig, wenn dir was gelingt, sei heiter, geht's daneben!" (206)


Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens
Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens
von Johann Ulrich
  Broschiert
Preis: EUR 29,95

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Punk, Anarchie, 1980er und die Reise nach Italien, 21. Oktober 2012
Die Autorin brach 1984 kurzerhand in Richtung Italien auf. Anstelle von Plan, Geld und Ziel hatte sie ihre nymphomanische beste Punkfreundin mit. 25 Jahre danach scheint die Zeit gekommen zu sein, um ihre Reise von Wien nach Palermo mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Ich habe das Buch trotz des Umfangs innerhalb eines Tages gelesen. Das Ganze hat einen etwas fahlen Nachgeschmack. Frau Lust kann das punkige Lebensgefühl wirklich gut rüberbringen. Auch der Sprachstil passt wie die Faust aufs Aug. Sie begegnet auf ihrer Reise fast ständig notgeilen Männern, Machos und Mafiosi, sodass sich mit jedem Kapitel der Eindruck verstärkt: hier breitet eine Frau ihr Leid aus, das sie durch die schlechten Männer Italiens erlitten hat. Im Laufe der Reise trennen sich auch die Wege ihrer Freundin (die dem Heroin und den Männern, die ihr dieses bereitstellen, verfällt) und die Wege der damals 17-jährigen Ulli Lust.

Alles in allem vergebe ich drei Sterne für die Bemühungen. Ich finde Artwork/Panel-Schraffierungen nicht gelungen und auch der Plot selbst ist nicht wirklich packend. Es wurschtelt sich eben so dahin. Beendet wird die Story durch den Eingriff durch Exekutive und Eltern. Hauptsächlich getragen wird die Stimmung im Buch von den Themen Selbstbestimmung, Sex und Scheißdrauf-Mentalität. Ich finde, wer das Buch auslässt, versäumt nichts.


Ikkyu, Band 1
Ikkyu, Band 1
von Hisashi Sakaguchi
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Das Leben des Wandermönches Ikkyu (1394–1481), 21. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Ikkyu, Band 1 (Taschenbuch)
Durch dieses Buch habe ich Mangas lieben gelernt. Um dieses 4-bändige Meisterwerk - jeder Band zeichnet einen bestimmten Lebensabschnitt nach - zu schätzen, musst du aber kein Liebhaber dieses Genres sein. Was hier geboten wird, ist die Aufarbeitung japanischer Kulturgeschichte (15. Jh.) und ein tiefer Einblick in das Leben des Wandermönches Ikkyu. Ich habe alle vier Bände regelrecht verschlungen und bin dadurch der Welt der Graphic Novels begegnet, wofür ich heute sehr dankbar bin. Ich finde, hier sind wirklich Superlative angebracht. Ich empfehle das Buch nicht nur allen, die sich für Japan, Zen-Buddhismus oder Mangas interessieren. Ich lege die Lektüre auch all jenen ans Herz, die sich mit einem ganz außergewöhnlichen Menschen beschäftigen möchten, ein Mensch, der die Äbte und Priester in Frage gestellt hat, der ins Herz von Buddhas Lehre vorgedrungen ist und im Alltag das umsetzte, was durch die verknöcherten Strukturen und Traditionen japanischer Klöster verunmöglicht worden war. Einer, der auszog, das wahre Leben kennen zu lernen. Ein heller Geist.


Ein Porträt des Künstlers als junger Mann: Roman
Ein Porträt des Künstlers als junger Mann: Roman
von James Joyce
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Stift als Skalpell des Autors, 1. Oktober 2012
Erstmal: eine großartig gelungene Übersetzung von F. Rathjen und ein hilfreiches Nachwort von M. Beyer! Die Geschichte von Stephen zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt in Institutionen voller Dogmas, Verhaltensregeln und Meinungen und endet in der Freiheit, sich selbst in jedem Moment neu erfinden zu können.

"Es war seine Bestimmung, sozialen oder religiösen Ordnungen aus dem Weg zu gehen. Er war dazu bestimmt, sich seine eigene Weisheit zu erwerben, fern von anderen, oder die Weisheit anderer für sich selbst zu erwerben, indem er sich zwischen den Fallstricken der Welt hindurchschlängelte." (S. 199)

Welche Fallstricke sind es nun, die den Menschen daran hindern, zu sich selbst zu finden und frei zu sein? Fünfzig Seiten später finden wir eine mögliche Antwort darauf: "Wenn die Seele eines Menschen in diesem Land geboren wird, dann werden Netze nach ihr ausgeworfen, um sie daran zu hindern, zu entfliegen. Du erzählst mir was von Nationalität, Sprache, Religion. Ich werde versuchen, an diesen Netzen vorbeizufliegen." (S. 249)

Vieles bleibt hingegen auch bewusst unbeantwortet. Das Buch ist voller Anspielungen auf die Bibel, auf Dichter (Shakespeare, Blake, Shelley...), Philosophen und Theologen (Platon, Thomas von Aquin, Newman, Loyola und Gonzaga...) sowie englischen und irischen Politikern und Widerstandskämpfern dieser Ära (Tone, Parnell, Healy, O'Connell...). Wer mit der Geschichte Irlands nicht vertraut ist, dem kann dieses Jahrhundertwerk des berühmten Autors schon einmal sachte die Augen öffnen. Doch nicht allein wegen der zahlreichen Referenzen und Informationen sei dieses Buch allen literaturaffinen Geistern ans Herz gelegt. Wenn ich an all die bloß angedeuteten Szenen denke, auf die Joyce im weiteren Verlauf Bezug nimmt und es dem Lesenden überlässt, die Lücken auszufüllen oder frei zu lassen, dann staune ich einfach angesichts solch feiner Klingen. Die ästhetischen Reflexionen, die wunderbar präzisen Definitionen von Mitgefühl, Furcht und Rhythmus und Kunst lassen dieses (Feuer)Werk immer wieder aufleuchten und die Klasse des Autors aufblitzen. "Von diesen Dingen zu sprechen und zu versuchen, ihre Natur zu verstehen, und, wenn wir die verstanden haben, langsam und genügsam und beharrlich zu versuchen, aus der grobschlächtigen Erde oder dem, was sie hervorbringt, aus Klang und Form und Farbe, die die Kerkertore unserer Seele sind, ein Bild der Schönheit, zu deren Verständnis wir gelangt sind, herauszupressen, sie auszudrücken - das ist Kunst." (S. 254)

Die Perspektive von Beobachter und Beobachtetem wechselt im Laufe des Buches. An manchen Stellen hatte ich allerdings den Eindruck, als wären manche (Ab-)Sätze um ein wunderliches Wort herum arrangiert worden und hätten, wäre es nicht um den Einsatz bestimmter Wortperlen gegangen, manche Sätze niemals Eingang in den Text gefunden. Wegen dieser teils holprigen Angelegenheiten und auch der Durststrecken wegen ein Stern Abzug.


Körpertypen. Vom Typentrauma zum Traumtypen
Körpertypen. Vom Typentrauma zum Traumtypen
von Roland Bäurle
  Broschiert
Preis: EUR 14,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Selbsterkenntnis und Empathie durch Kenntnis der fünf Charaktertypen und deren Weltanschauung, 1. Oktober 2012
Der Titel leitet meiner Ansicht nach fehl oder schafft falsche Erwartungen. Es werden eher Charakterstudien (schließlich dient als Basis u.a. Wilhelm Reichs Charakteranalyse) als Körpertypen vorgestellt. Statt Sanguiniker, Choleriker, Phlegmatiker und Melancholiker erfahren wir hier etwas über Rigide, Schizoide, Orale, Masos und Psychos. Zu Beginn gibt es die Möglichkeit, einen Selbsttest zu machen, um ein paar Züge von sich selbst in einer oder mehrerer dieser Kategorien wiederzufinden. Um den Inhalt rüberzubringen, übertreibt der Autor natürlich maßlos.

Das Buch ist am ehesten als Hilfe zur Selbstreflexion zu lesen. Es dient der Entwicklung von Selbsterkenntnis und Empathie. Vom Stil her fand ich es amüsant, irgendwie auf eine bemühte Art und Wiese mit Humor angereichert, vermutlich damit wir das alles nicht zu ernst nehmen. Was ich durch die Lektüre herausfand, waren jene Persönlichkeitsanteile, die in meinem Verhalten bisher unterdrückt wurden bzw. einfach zu kurz kamen. Während ich las, dachte ich auch immer wieder mal an Menschen in meiner Umgebung und ertappte mich dabei, wie ich sie in Schubladen zu stecken begann: Mein Chef der Psycho, meine Partnerin ziemlich maso veranlagt, der Bekannte ein Oraler wie er im Bäurle-Buch steht. Ich erinnerte mich beim Lesen auch an Mike Mandls Beziehungschinesisch-Ratgeber "Ich Yin, Du Yang", das ich auch lustig, jedoch nicht so plump fand wie Bäurles Zusammenfassung der Körpertypen. Mag sein, dass es so viele Formen des Glücks und Unglücks gibt wie Staturen. So finden sich alle glücklich wieder, wenn sie mit ihrer stets veränderlichen Statur im Frieden sind...

"Wie sich doch", wie es bei Alexis Sorbas heißt, "die menschliche Seele je nach dem Klima, dem Ruhebedürfnis, der Einsamkeit oder Geselligkeit verändert."

Wer ihm zustimmt, kann das Körpertypen-Buch getrost beiseite legen.


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