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Rezensionen verfasst von
Maria Pruckner
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Wir bleiben Kaiser: Die Monarchie in uns
Wir bleiben Kaiser: Die Monarchie in uns
von Rudi Roubinek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krankenakt einer Diagnose. Mit Prognose., 8. November 2010
Krankenakte lesen sich niemals so aufregend wie ihre Ergebnisse, die Diagnosen. Man versteht ihre Befunde oft gar nicht. Aber jeder versteht, wenn man ihm sagt, dass er gesund oder krank ist, dass er nur Angina oder leider, leider Kehlkopfkrebs hat.

Wer von diesem Buch erwartet, "Wir SIND Kaiser" in Buchform in Händen zu halten, wird fürchterlich enttäuscht sein. Abgesehen davon, dass Buchstaben grundsätzlich nie bessere Schauspieler sein können als die eigene Phantasie, können sie gewiss niemals gegen die leibhaftigen und komplexen Erscheinungs- und Ausdruckformen eines Roubinek und Palfrader an. Das Buch liest sich nicht so dynamisch, pointiert und amüsant wie die ORF-Produktion über den Bildschirm kommt, in der über die aktuelle Lage der Nation eine hieb- und stichfeste Problemdiagnose nach der anderen abgefeuert wird. Das liegt aber nur am Medium.

Hinter treffsicheren Diagnosen stecken allerdings immer präzise Untersuchungen. "Wir BLEIBEN Kaiser" bietet sozusagen Einblick in den Krankenakt der Nation. Es ist eine historisch von der Monarchie bis ins Heute angelegte Befundsammlung zur Diagnose, dass Österreich immer noch wie eine Monarchie tickt, welche die Prognose untermauert, dass sich das aufgrund der aktuellesten Befunde vermutlich nicht allzuschnell ändern wird.

5 Sterne dafür, dass man den Österreicher nicht für dümmer hält, als er ist, zumal man ihm zutraut, nicht nur seine Diagnose, sondern auch seine Krankengeschichte zu begreifen. 5 Sterne für den Humor im TV-Programm UND Buch, als die bekanntlich beste Medizin. 5 Sterne für die Mühe und den Mut, diese Krankengeschichte herausgegeben zu haben, obwohl sie nicht so lustig ist wie ihre Diagnose. 5 Sterne für Quellenangaben, welche man heute in so manchem Sach- und Fachbuch vergeblich sucht. 5 Sterne dafür, dass die Angabe am hinteren Buchdeckel nichts anderes verkauft, als man im Buch findet. Macht zusammen 25.


Krebs. Eine Nacherzählung
Krebs. Eine Nacherzählung
von Werner Schneyder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

46 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Damit vom Wahnsinn nur noch der Sinn bleibt, 31. Januar 2008
Was in diesem Buch steht, weigere ich mich zu beschreiben und zu bewerten, aus Achtung vor dem, was man selbst erlebt haben muss, um es zu begreifen und aus Respekt vor denen, die es erlebt haben oder gerade erleben.

Aber ich darf mit meinem Einblick in Gesundheitssysteme das Folgende zu diesem Buch sagen. In einer TV-Talk-Show hörte ich Werner Schneyder vor Kurzem sinngemäß sagen, er hätte dieses Buch schreiben müssen, um nicht wahnsinnig zu werden. Mit seinem Buch bewahrt er aber auch viele andere Betroffene vor dem Wahnsinn: vor Wahrnehmungen, die sonst niemand zu haben, zu teilen scheint(!), weil niemand über sie spricht, aus Überforderung, Angst oder weil schlichtweg die Worte dafür fehlen.

Gesundheitssysteme lassen sich aufgrund ihrer Natur nicht von innen heraus reformieren, und es geht in ihnen letztlich immer nur um Gefühle. Gesundheitseinrichtungen sind dazu da, um aus unangenehmen Gefühlen erträgliche, wenn nicht angenehme zu machen. Das ist ihr Zweck und Gefühle treten nun einmal dort in den Vordergrund, wo uns die Sprache nur allzuschnell fehlt, die Ratio auf der Strecke bleibt. Reformen in der Medizin brauchen daher Menschen mit der Ausdrucksstärke, ja Sprachgewalt eines Außenstehenden wie Werner Schneyder,

Nur Patienten, aber aufgrund ihrer oft restlosen Abhängigkeit mehr noch ihre Angehörigen, können antreiben, was verändert werden muss. Experten können ihnen dazu nur den "Sprengstoff" liefern, die "Zündungen" können nur von Menschen kommen, denen der Zweck von Heil- und Pflegeinstitutionen gewidmet ist: von den Kranken und für sie von ihren Lieben.

Die Realität jeder Krankheit, der Ärzte und der Patienten haben nichts miteinander gemein. Das macht es so schwierig, medizinische Hilfe so anzulegen, dass sie auch oft genug tatsächlich hilft. Ab dem Tag, an dem Patienten in Hörsälen nicht mehr nur als Krankheit vorgeführt werden, sondern ab dem erfahrene Kranke und Angehörige als Gast-Dozenten in Pflichtvorlesungen an den Pulten stehen und den Medizinstudenten die Realität auf ihrer Seite schildern, ab dem Tag wird es für alle leichter und besser werden. Bücher wie dieses werden dann in der Liste der Pflichtliteratur stehen. Dann bleibt vom Wahnsinn, der den Autor zu diesem Buch bewegt hat, nur noch Sinn.

Werner Schneyder schrieb mit KREBS ein Buch, in dem der Autor mit sich selbst noch weniger schonungslos umgeht als mit dem System, das er kritisiert. Dadurch wird es besonders glaubwürdig und hilfreich. Es ist ein Buch, für das viele Danke sagen werden, ob in Leserbriefen oder ganz still.


Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners: Gespräche für Skeptiker
Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners: Gespräche für Skeptiker
von Heinz von Foerster
  Taschenbuch

18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Er wollte wissen, was ich denke...", 10. September 2006
Wer einen lebensnahen, praxisorientierten Einstieg in die Kybernetik und den Konstruktivismus sucht, kann kein besseres Buch finden als dieses. Heinz von Foerster hat über beide Gebiete nicht nur geredet, er hat ihre Ideen in jeder Sekunde vorgelebt. Bernhard Pörksen ist es mit seinen Fragen gelungen, das unübersehbar zwischen zwei Buchdeckel zu bringen.

Heinz von Foerster war für die Art, wie Bernhard Pörksen mit ihm über sein Denken gesprochen hat, sehr dankbar. Ich erinnere noch gut, was er mir damals unmittelbar nach dieser Arbeit darüber erzählte: "Der Bernhard Pörksen war ein besonderer Interviewer. Er wollte wissen, was ich denke, nicht mir erzählen, was er denkt. So hatte ich noch einmal eine großartige Gelegenheit, etwas über meine Ideen, Erinnerungen und Anliegen zu sagen."


Rot Weiß Tot: Roman
Rot Weiß Tot: Roman
von Bernhard Salomon
  Taschenbuch

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schärfe durch Unschärfe..., 18. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Rot Weiß Tot: Roman (Taschenbuch)
Die wahren Kunstwerke erklären sich von selbst, verbieten jedes Wort über sie. Rot Weiß Tot ist ein solches, mehr sollte man eigentlich nicht sagen.

Dieser Krimi liest sich wie Bilder, denen der Maler die nötige Unschärfe gelassen hat. Erst im Auge des Betrachters erscheinen sie gestochen scharf - sofern er bereit ist, hinzusehen und hineinzuschauen. Tut man es, wird das Buch zum Spiegel und es fällt einem Lichtenberg ein, der meinte, aus Büchern können keine Apostel herausblicken, wenn Affen hineinsehen.

Salomon ist ein großartiger Ver-Dichter. Er verbirgt seinen Schöngeist und macht ihn gerade erst dadurch sichtbar. In diesem Krimi hält er komplexeste Zusammenhänge unter Spannung, zieht dafür nur an wenigen Fäden: am Überleben, an der Zeit und an der Kunst. Bei ihm berühren sich die Extreme. Das irritiert nur naive Menschen. Das Buch ist genial.


Der zweite Mann
Der zweite Mann
von Bernhard Salomon
  Taschenbuch

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da bahnt sich etwas an..., 21. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Der zweite Mann (Taschenbuch)
Ich lese nie Krimis. Sein Titel hat mich angeregt, nachzusehen, ob dergleichen Dreistes auch zwischen den Buchdeckeln steckt. Es beginnt, für einen Krimi ziemlich ungewöhnlich, mit einem Prolog. Der ist zum Weinen schön und erregend klug. Ich habe das Buch sofort gekauft, nicht weil ich Krimis mag. Weil ich weiß, dass ich ein Buch eines Autoren in der Hand habe, von dem man eines Tages stolz eine Erstausgabe vorzeigen wird, weil sich hinter ihm ein großer Dichter versteckt, der erst im Laufe des 21. Jahrhunderts in seiner ganzen Fülle und Größe hervorbrechen kann.


Management
Management
von Fredmund Malik
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der erste Teil von Maliks Outing, 17. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Management (Gebundene Ausgabe)
Fredmund Malik ist so weit. Über dieses Buch muss man vor allem eines wissen: Es ist der erste Teil einer ganzen Buchreihe, mit dem er sein systemisch-kybernetisch basiertes General Management-System outet. Nicht überraschend, er ist in einem Alter, in dem Lebenswerke ins Finale gehen. Beurteilen wird man dieses Bich erst fair können, wenn man die gesamte Buchreihe kennt. Und: Es wäre falsch, sich nur Neues zu erwarten. Management tickt immer schon nach kybernetischen Naturgesetzen. Sie werden sich nicht ändern, auch wenn manche meinen, nur das Neue sei gut. Malik hat sie verstanden und in sein Managementdenken integriert.


Strategie des Managements komplexer Systeme
Strategie des Managements komplexer Systeme
von Fredmund Malik
  Gebundene Ausgabe

53 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wen betreffen schon komplexe Systeme?, 6. April 2003
"Wen betreffen schon komplexe Systeme...". Das mag man vor mehreren Jahrzehnten noch viel öfter gedacht haben, als heute. Doch was in diesem Buch gesagt wird, hat immer schon gegolten. Schon wer nur einen Menschen zu managen hat, etwa seinen Chef oder einen Künstler, hat es mit einem ausgesprochen komplexen System zu tun. Dieses Buch zeigt nicht das Management von Sonderfällen auf, sondern das Management im Normalfall. Wo keine Komplexität zu nutzen und zu bewältigen ist, braucht man auch kein Management. Es zeigt vor allem auf, welch radikal andere Erkenntnisse und Handlungsweisen entstehen, wenn man sämtliche Faktoren eines Systems integriert, anstatt nur mit einigen operiert. Und es zeigt, WIE man sie integriert, während man bei den meisten anderen Autoren nur erfährt, WAS alles ein System komplex macht, ohne eine Antwort auf ihr Management zu finden.
Dieses Buch gibt einen umfassenden Einblick in das mit unendlicher Präzision ERARBEITETE Managementdenken im "europäischen Management-Mekka", wie der Wirkungsort von Fredmund Malik und der Entstehungsort des Managements komplexer Systeme - St. Gallen - genannt wird. An der Hochschule St. Gallen und am Management Zentrum St. Gallen steht seit Ende der 60er-Jahre das Problem der Komplexität im Management im Mittelpunkt. Malik und viele der von ihm zitierten Autoren, insbesondere Hans Ulrich und Stafford Beer, haben schon vor Jahrzehnten Antwort darauf gegeben, wie die Probleme in komplexen Systemen managable sind, während die meisten anderen Autoren und Berater noch heute von der "Unmöglichkeit des Führens in komplexen Systemen" sprechen und schreiben. Vielleicht, weil sie ihre zu engstirnige Sicht von Führen ignorieren. Vielleicht, weil es ihnen zu anstrengend ist, die tatsächlichen Anforderungen und Möglichkeiten des Managements komplexer Systeme auch nur anzudenken. Vielleicht, weil sie selbst nicht managen, sondern nur Bücher schreiben müssen. Vielleicht, weil sie nur an ihren Aussagen, aber nicht am Nutzen ihrer Aussagen gemessen werden.
Rezensionen erzählen in der Regel nur davon, was man in einem Buch gelesen hat. Dieses Buch ist alt genug, von mir schon lange und oft genug gelesen und genutzt, um auch darüber zu berichten, welchen Nutzen es mir für meine Arbeit gebracht hat. Mir ist dieses Buch - nach einer umfassenden Odysse durch Managementausbildungen und -literatur - schon vor vielen Jahren in die Hände gefallen. Ich verdanke ihm und den Quellen dahinter meinen systematischen Aufstieg, meinen laufenden Erfolg, ständig größer, komplexer und bedeutender werdende Aufgaben. Ich verdanke ihm noch mehr, dass meine Arbeit dabei aber nicht immer mehr und schwieriger, sondern relativ weniger und immer einfacher wird und sich die Erfolge und Wirkungen zunehmend schneller einstellen. Ich verdanke ihm ein Arbeitsleben mit immer wieder neuen, spannenden, anregenden und hochinteressanten Projekten, meine Sicherheit dabei, meinen guten Schlaf und mein entspannt arbeitendes Gehirn. Dieses Buch, insbesondere der Anfang, ist nicht einfach zu lesen. Aber es lohnt sich, es zu tun. Man kann es weglegen, wenn man auf einen Impuls gestossen ist, der einen wochen- und monatelang beschäftigt. Man kann es wieder in die Hand nehmen. Es wird erneut Orientierung und Antwort geben. Heute bin ich selbst sicher. Wenn ich früher nicht sicher war, habe ich in diesem Buch und seinen Quellen nachgelesen, was ich in komplexen Situationen beachten, beurteilen und glauben soll. Wer selbst genug Erfolg hat, vergönnt diesen auch allen anderen. Jedem, der ernsthaft und gut managen möchte, vergönne ich dieses Buch mit ganzem Herzen. Jedem, der in die Ge- oder Verlegenheit kommt, Fredmund Malik selbst managen zu müssen, empfehle ich dieses Buch dringend, und ebenso jenen, die den Diskurs über ihn oder mit ihm aufnehmen wollen.


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