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Saul Len "ostendfaxpost"
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Nie wieder Kommunismus?: Zur linken Kritik am Stalinismus und Realsozialismus
Nie wieder Kommunismus?: Zur linken Kritik am Stalinismus und Realsozialismus
von INEX
  Broschiert
Preis: EUR 14,80

1 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kommunismusdebatte, 2. August 2012
Im Zusammenhang mit der Extremismusdebatte erschien im Unrast Verlag der Sammelband "Nie wieder Kommunismus," in dem etliche Autoren und Autorinnen sich zum Thema äußern. Warum müssen wir uns damit befassen? Wenn nicht wir, dann überlassen wir das Thema der den Schreibern, die sich vorwiegend damit beschäftigen, um nachzuweisen, das der Kommunismus ein Irrweg war und die Verlierer dieses Systems gefälligst besser den Mund halten und Lohndumping, Hartz 4, Börsengezocke und explodierende Profite klaglos hinnehmen sollten, weil am Ende der Auflehnung nur der Gulag stehen kann. Dies ist genauso Ideologie wie sich gezeigt hat und die Realität der letzten Jahre hat solche Auffassungen mehr als relativiert.

Das Buch richtet sich an die Linke (womit nicht die Partei gemeint ist, sicher aber auch breite Teile deren Mitglieder), an wen sonst? Schließlich ist es nach wie vor die Linke, die nach Alternativen und Lösungen sucht, jedenfalls die Linke, die nicht auf alle Fragen bereits die Antwort kennt und die meint linke Geschichte nur gegen antikommunistische Hetze verteidigen zu müssen. Die Absicht ist jedenfalls klar, wer nach Lösungen sucht muß sich der linken Geschichte stellen und da es macht weder Sinn, sie abzustreiten oder sich selbst als integer und unbeteiligt darzustellen denn eine Linke die nicht zu ihrer ganzen Geschichte steht und sich weigert Verantwortung zu übernehmen kann nicht glaubhaft für eine bessere Welt stehen, denn gute Absichten allein reichen nicht. Der ganze Ostblock war schließlich auf gut gemeinten Absichten aufgebaut.

In der Einleitung wird die Textsammlung bereits zusammenfassend vorgestellt und der Hintergrund dieses Buchprojekts. Die Einleitung ist pc gegendert- ein Tribut an den linken Zeitgeist, der mir zwar nicht behagt, na gut, das ist nur meine persönliche Meinung. Sonst sind die Texte mit Fußnoten versehen, die man freilich nicht anklicken kann :-)) ist eben ein Buch und kein Wikieintrag. Böswillige könnten anmerken, hier werden Klassikerzitate aus dem Zusammenhang gerissen um dies und jenes zu belegen, klar kann man mit Leninzitaten vieles belegen und Gegenbelege finden, hat halt viel Text hinterlassen.

Es geht um den Extremismusbegriff, der undifferenziert den Kommunismus unter extreme Politik einordnet und all seine Absichten entwertet. Soll heißen, linksextrem und rechtsextrem und dazwischen die Demokratie und freie Marktwirtschaft, also die beste aller möglichen Walten. Schlicht und ergreifend Ideologie, die durch den Zusammenbruch des Kommunismus scheinbar legitimiert wurde. Wie sich in der letzten Zeit durch Krise, Hartz 4 und Rückkehr bereits überwunden geglaubter Ausbeutungsformen gezeigt hat, der Kapitalismus als die beste alles möglichen Welten, erklärte sich etwas vorschnell zum Sieger der Geschichte. Doch wo ist die Alternative? Wer nach Alternativen sucht, kommt nicht daran vorbei, sich wieder einmal mit der Geschichte des Kommunismus zu befassen und die Leser erfahren hier sicher Bekanntes, für manche dürfte es auch weniger bekannt sein, je nachdem wie viel Vorwissen man bereits Zum Thema mitbringt.
Zum Begriff des real existierenden Sozialismus (wie sich die DDR selbst bezeichnete) lesen wir dafür Bemerkenswertes. Es handelt sich um eine eigentlich lachhafte Verdopplung, denn was existiert ist ja wohl real. Darauf muß man erstmal kommen, bei einen so gängigen Begriff, das man schon nicht mehr drüber nachdenkt. Schon dafür haben sich die ersten Seiten gelohnt. Daher wird hier der passendere Begriff Realsozialismus verwendet,
Es geht freilich nicht nur um die Abhandlung der tatsächlich verlaufenden Geschichte, auch die theoretische Basis wird auf Grundirrtümer untersucht, ein Grundfehler war es zweifelsohne, linke Theorie als quasi religiöse Schrift zu behandeln und damit jede kritische Auseinandersetzung als Blasphemie zu behandeln. Soll heißen, Kommunismus wäre als Aufgabe zu verstehen, an der gearbeitet werden muß und nicht als abgeschlossene Gebrauchsanweisung die nur noch von einer Partei umzusetzen wäre. Auch ein Grund, warum linke Theorie zur linken Theologie versteinerte.

Christoph Jünke
Schädelstätte des Sozialismus
Stalinistischer Terror revisited

Dies ist fraglos der wichtigste Teil des Buches und etlichen im www rumtobenden Neustalinisten empfehle ich diesen zweimal zu lesen, damit auch was hängenbleibt. Der Titel ist unschwer erkennbar von den "killing fields" Kambodschas abgeleitet, doch es geht natürlich um die SU. Der Autor hat sich die Mühe gemacht, nicht nur den stalinistischen Terror zu skizzieren, auch der subjektive Faktor kommt zur Geltung. Namen werden genannt, viele davon vergessen, Schicksale werden sichtbar. Dies ist besonders deswegen zu bemerken, weil bei trockenen Klassikerzitaten die Einzelschicksale hinter wenigen Zeilen verschwinden. Es bleibt nicht bei der Darstellung, es wird versucht dieses Phänomen irgenwie zu erklären.
Zitiert wird u.a. Schlögel, klar, einer der Renegaten, was kann da schon kommen? Im Denken versteinerte Stalinisten werden sich auch davon nicht überzeugen lassen. Zitate von Trotzki dürfen auch nicht fehlen, womit der Beweis erbracht wäre und sich der Text grad in die Schublade stecken lässt. Wußten wir es doch, Trotzkist.
Sorry werte Genossen und linker ideologischer Restmüll, da machen wir es uns etwas zu einfach. Nicht jeder der den Stalinterror kritisiert ist deswegen zwangsläufig Trotzkist, zumal auch Trotzki alles andere als eine Heiligenfigur war.
Recht ausführlich wird beschrieben, wie der Terror funktionierte, wie versucht wurde Menschen zu brechen, aber auch, das es viele gab, die sich nicht brechen ließen. Die nicht die lachhaften Vorwürfe gestanden und etliche Formen zivilen Ungehorsams wie Hungerstreik. Nach Öffnung der Archive kam einiges zum Vorschein, was von der offiziellen Propaganda jahrzehntelang totgeschwiegen wurde.
Zur Vorbereitung des Terrors wurden bürokratisch Listen erstellt, der Aufwand stand dem der späteren Stasi offenbar in nichts nach.
Der Terror wurde nicht nur intern geführt, die Massen wurden mobilisiert und mußten auf Demos ihren Abscheu gegen die genannten Personen kundtun, natürlich machten sie gute Mine zum bösen Spiel und gleichzeitig konnte man so Angst erzeugen. Mit dieser landesweiten Propaganda wurden die Schauprozesse untermalt und so die Parteiführung ausgetauscht. Am Ende hatte die KPDSU nicht mehr viel mit der alten Partei zu tun, welche die Revolution durchgeführt hatte. Der Schaden der angerichtet wurde war größer als allein durch Opferzahlen zu beziffern. Es traf nicht nur verdiente und überzeugte Genossen, es traf Intellektuelle und der Enthauptungsschlag gegen die Armee war mit ein Grund für die Katastrophe von 1941.
Die Schauprozesse stellten nicht nur die Vernichtung jeder Opposition dar, sie waren auch ein Mittel der Schockstrategie, um alle zu disziplinieren, die den Erfahrungen der Schock Industrialisierung mit Unwillen und Widerstand begegneten, so ein Erklärungsversuch.
Ein weiterer Versuch dies einzuordnen wäre danach die Situation innerhalb der SU Wirtschaft, in der Bauern in die Städte gezwungen wurden, unausgebildet in die Fabrik kamen und natürlich klappte nichts so wie es sollte. Diese Umbrüche, Entwurzelungen und der stete Mangel förderten Unmut und Widerstand. Den galt es irgendwie zu brechen und am besten mit einen Apparat, der schon bei Lenin in der Tschecka angelegt war und der jede Macht bekam um Terror auszuüben.
Weiter heißt es, unter Stalin hatte sich eine Bürokraten und Karrieristenschicht breitgemacht, die Angst um ihre Vorrechte hatte und auf deren Interessen Stalin bauen konnte.
Oder war es einfach die Wahnidee vom "Neuen Menschen?" Wenn der alte Mensch nicht für die neue Gesellschaft taugt, dann muß der Mensch der zum System passt erst geschaffen werden und das kann nur die nächste Generation sein, die nichts mehr von der alten Welt weiß. Die Generation welche die alte Welt und den Umbruch noch miterlebt hat, ist verdächtig, man kann ihnen nicht restlos trauen, deswegen muß diese so gut es eben geht verschwinden. Und selbstverständlich alles Wissen aus deren Zeit muß beseitigt und von der Partei gefiltert werden. Orwell hat dies in 1984 beschrieben und seine Romanfigur arbeitet ja auch passenderweise im Wahrheitsministerium.
Die Zeit des Stalinterrors scheint aber auch wesentliche Züge der Irrationalität aufzuweisen, so wie spätere Neuauflagen, ob die proletarische Kulturrevolution oder Kambodscha. Das macht es schwer für solche Vorgänge rationale Erklärungsmuster zu finden. So sehr man auch sucht, es bleibt ein Rest von Unbegreiflichem zurück.
Im Ausland fand die große Säuberung entsprechend Beachtung auch unter linken Intelektuellen und Kommunisten. Trotzki versuchte aus dem Exil die Russische Revolution vor Stalin in Schutz zu nehmen, andere Linke meinten, Stalin und die GPU habe nichts mehr mit Sozialismus zu tun. Nicht wenige dagegen verbogen ihre Gehirngänge und versuchten es irgenwie zu legitimieren, schon angesichts der Machtverhältnisse, sahen sie die SU als letzes Gegengewicht zum aufkommenden Faschismus.
"Es gab und gibt der Apologeten des Stalinismus viele: dass an den Anklagen gegen die alten Bolschewiki wirklich etwas dran gewesen sei; das die Umwandlung vom Agrarland in ein Industrieland eben mit solchen Kollateralschäden verbunden sei; dass man all das tun musste, weil man sich gegen den deutschen Faschismus rüsten musste und so weiter und so fort."
Was sich durch diese Apologien zieht, ist der Glaube, das es im Sinne der guten Sache wohl notwendig war und das die zukünftige bessere Gesellschaft auch solche Opfer rechtfertige.
Die meisten trösteten sich mit mit einen kommunistischen Glauben über diesen Irrsinn hinweg, der deutlich religiöse Züge aufwies genährt von Propaganda und Personenkult.
Finden wir auch bei Orwell. Zwei und Zwei ist Vier. Und wenn die Partei sagt es sind Fünf? Verstehst du nicht? Aber wer hat recht? Willst du klüger sein als die Partei? Wir verstehen nicht was in Moskau vorgeht, na dann sollten wir der Partei vertrauen, die werden es doch besser wissen. Hier finden wir eine der Ursachen, warum eine politische Theorie zur Theologie versteinerte und der Kommunismus zu einer säkularen Ersatzreligion werden konnte.
Eine abgeschlossene Geschichte ist das noch nicht, denn wie sich dank www bewundern lässt, es gibt nach wie vor Irrläufer, die den Geschichtsmüll der Vergangenheit auf ihren Webspace der Netzgemeinde frisch und unverbraucht präsentieren.
[...]


Im inneren Kreis. Erinnerungen einer Kommunistin in Deutschland 1920 - 1933
Im inneren Kreis. Erinnerungen einer Kommunistin in Deutschland 1920 - 1933
von Hermann Weber
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Kommunismus aus erster Hand, 1. August 2012
Rosa Meyer Leviné, verheiratet mit Ernst Meyer, bis 28 Mitglied der Zentrale der KPD, bis 22 Parteiführer gehörte damit zum inneren Kreis der KPD. In dem Buch Erinnerungen einer Kommunistin in Deutschland, sind ihre Aufzeichnungen und Erinnerungen über diese Zeit zusammengestellt. Auf die Parteizeitung und die Propagandameldungen der Roten Fahne war sie daher nicht angewiesen, sie hatte direkte Informationen was in der Partei vorging.
Dies ist sicher weder eine objektive noch neutrale Darstellung, die sie abliefert. Zudem war sie stets überzeugte Kommunistin, was daher von Bedeutung ist, wenn es um Kritik an der Parteipolitik und dem Stalinismus geht. Sicher ist sie parteiisch, vor allem wenn es um Ernst Meyer geht, über dessen Entmachtung einiges zu erfahren ist , ebenso über die Abwesenheit der Partei bei seiner Beerdigung, freilich ließen es sich ca Sechstausend einfache Genossen nicht nehmen, ihren Vorsitzenden die letzte Ehre zu erweisen.
Wenn von der KPD gesprochen wird, dann heißt es zumeist die Thälmann KPD. Hier erfahren wir aber, ohne Ernst Meyer hätte es die KPD in dieser Form gar nicht gegeben und Thälmann war als Vorsitzender intelektuell überfordert und überließ zweckmäßigerweise gleich Stalin das Denken.
Verständlicherweise hat aus ihrer Sicht Ernst Meyer eine größere Bedeutung für die KPD, als die KPD ihn nach seinen Tod zugestehen wollte. Hier geht es um seinen Verdienst, nach der Niederlage des Spartakusaufstandes einschließlich der Ermordung ihrer Führer, die KPD zu einer ernstzunehmenden Organisation reorganisiert zu haben.
Es ist einiges über die Auseinandersetzungen innerhalb der Partei mit den sog. Versöhnlern zu lesen. Meyer zählte zu diesen und es ging um die Frage, sich mit den organisierten Arbeitern in der SPD bzw. Gewerkschaften zu einigen um diese zu gewinnen. Für andere in der Partei war die SPD der Hauptfeind und mit Thälmann setzte sich diese Richtung schließlich durch, mit etwas Nachhilfe Stalins.
Hier wird vieles spezifisch und die Auseinandersetzungen nachzuvollziehen setzt etwas Hintergrundwissen voraus und da viele Namen nicht allen Lesern geläufig sein dürften, gibt es ein Namensverzeichnis mit den Basisdaten zu den einzelnen Personen. Es geht um Personen und Vorgänge die in den 20er Jahren von Bedeutung waren, sowohl in Deutschland als auch in der SU. Teils subjektiv werden Personen wie Bucharin oder Münzenberg aus persönlichen Begegnungen vorgestellt, einschließlich ihr oft undankbares Ende.
Über die Partei und ihre Reisen in die SU erfahren wir also aus dem Blick einer Kommunistin und wenn Kommunisten seinerzeit Kritik an der SU äußerten, dann mußten die Mißstände schon sehr offensichtlich sein. Schließlich waren Kommunisten schon aus ideologischen Gründen bereit, über vieles solidarisch hinwegzusehen.
So stieß sie bereits unter Lenin der Prozeß gegen sogenannte Saboteure recht bitter auf, die gespenstische Szene war eben etwas, das nicht mit rechen Dingen zu zugehen schien. Dabei war das noch harmlos zu dem was noch folgen sollte.
Weiterhin wird die Parteipolitik beschrieben. Die KPD erwies sich zu oft als inkonsequent und unzuverlässig, so als wussten ihre Führer selbst nicht, was sie eigentlich wollten. Die gewaltsame Machtübernahme vorbereiten und dann alles absagen, dann die "Sozialfaschisten" bekämpfen und dazu wenn es half, auch mit den Nazis zusammenarbeiten, Hauptsache man konnte den Sozialdemokraten schaden, nicht verwunderlich, wenn am Ende viele Genossen zu den Nazis überliefen. Hier geht es um ihre Sicht auf die innere Zerstörung der KPD, die in diesem Zustand zu ernsthaften Widerstand gegen die Machtübernahme der Nazis freilich nicht mehr fähig war.
Inzwischen schien ihre Lage in Deutschland derart bedrückend zu werden, das sie ihren Aufenthalt in der SU als Erholung empfand, trotz Stalins Politik gab es an der Basis ja noch viel Idealismus und Einsatz, was einen Ausblick gab, wie eine kommunistische Gesellschaft aussehen könnte.
Hier geht es um Geschichten, die keinen Eingang in die offizielle Parteigeschichte fanden, wie sie später in der DDR vorgestellt wurde, bzw kleingeredet, wenn nicht gleich verschwiegen wurden.
Im Zusammenhang mit der Änderung der Parteilinie, der Ausrichtung an Stalins Anweisungen wird die Veränderung an den Beteiligten beschrieben, die vielfach von eigenständig denkenden Genossen zu Befehlsempfängern wurden. Das liest sich wie folgt:
"Ich erinnere mich an Ernsts Worte, als er von Bucharins erster Kapitulation im November 1929 erfuhr. Wenn die Kommunistische Partei nur noch für zerstörte Persönlichkeiten Platz hat, dann hat die Geschichte keinen Platz mehr für die Kommunistische Partei."
Den Mechanismus der kritisch denkende Genossen aus Parteigehorsam den eigenen Verstand abschalten und jede eigenen Bedenken vergessen lässt, wird wie folgt, durchaus treffend beschrieben.
"Die Abhängigkeit des Parteiarbeiters bringt es mit sich, das er aufhört, alles zu sagen, was er denkt. Im Anfang unterdrückt er seine Kritik aus Solidarität mit der Bewegung, aber nach und nach werden die Grenzen des duldsamen Hinnehmens immer weiter hinausgeschoben. Er schweigt, kommt aber dadurch in Konflikt mit sich selbst und ist schließlich, wenn ihm die Kraft zum Bruch mit der kommunistischen Bewegung mangelt, ein Gefangener der Partei oder des Kominternapparates. Wenn er dann noch in die Mühle der Kritik und Selbstkritik, der sogenannten Durcharbeitung durch die Komintern, gerät und gegen seine Überzeugung angebliche politische Fehler öffentlich bekennen muß, ist sein seelisches Rückgrad sehr bald gebrochen."


Klasse, Körper, Kopfarbeit. Lexikon linker Gemeinplätze.
Klasse, Körper, Kopfarbeit. Lexikon linker Gemeinplätze.
von Heiner Boehncke
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Szenesprache, 18. August 2011
In diesem Buch geht es um linke Gemeinplätze. Veröffentlicht 1983 als Sammlung mehrerer Autoren die alle irgendwo innerhalb der linken Diskussion oder Zusammenhängen beteiligt waren, bezieht es sich auf die Zeit der 70er bis zum Anfang der 80er und stellt die seinerzeit gängigen Schlagworte vor, die seinerzeit die linken Debatten bestimmten. Vieles dieser Schlagworte ist mittlerweile in Vergessenheit geraten oder von der Zeit überholt.
Es sind unterschiedliche Autoren die keine einheitlichen Ansichten vertreten und die Texte bewegen sich von ernsthaft über lockeren Schreibstil bis zum Sarkasmus.
Oder so, Begriffe entstehen im Zusammenhang mit aktuellen Vorgängen, mit gesellschaftlichen Auseinander- setzungen und erhalten hier ihre Bedeutung. Sie können aber auch ein gespenstisches Eigenleben führen, wenn der alte Zusammenhang längst auseinander gebrochen ist und dann besteht oft die Gefahr, das sie zu Dogmen versteinern. Oft von der nächsten Generation benutzt, die die Entstehungsgeschichte nicht miterlebt haben und meinen, diese Begriffe, Sprachcodes als Zeichen ihrer Zugehörigkeit verwenden zu müssen. Dann kann man diesen Begriffen eher wünschen, das sie einfach vergessen werden.
Es geht auch um Modewörter, die eine Zeit lang in sind und irgendwann nicht mehr verstanden werden, oder auch völlig mißverstanden. Wie sich die politischen Themen eben so ändern. War in den 70ern die Terminologie von Reformismus, Revisionismus bis Diversanten allgemein geläufig, das man ohne diese Begriffe zu kennen und zu verwenden, nicht ernst genommen wurde und zudem die diversen Abkürzungen der diversen Befreiungsbewegungen auswendig zu kennen hatte, kamen mit der Alternativbewegung (siehe alternativ) wieder andere Begriffe auf, die etwas zu oft benutzt wurden, bis man sie nicht mehr hören konnte. Wer pflegt heute noch eine Beziehung? Wer hat eine Beziehungskiste, bzw. was soll das sein? Kann man sowas im Baumarkt kaufen? Und was sagt deine WG dazu? Wie bitte?
Feeling? Verstehen viele nicht mehr wie es damals gemeint war, oder was das überhaupt soll. Was haben wir uns unter Verkehrsformen vorzustellen? Den Luftverkehr oder den Satellitenverkehr im erdnahen Orbit? Begriffe wie diese werden teils humorvoll hinterfragt, lesen macht durchaus Laune und ist auch heute noch verständlich. Wenn auch vieles aus dieser Denkweise etwas unverständlich wirkt, sogar für ehemals Beteiligte, die seinerzeit von diesen Gemeinplätzen irgendwann nicht weniger genervt waren.
Über Vernetzung steht auch was und das liest sich heute wirklich seltsam. Wende ist auch etwas aus ferner Vergangenheit, müssen etliche Zeitgenossen heute eher im Netz suchen, wofür dieser Begriff mal stand.
Hier findet sich u.a. ein Gedicht.
"Hier wendet sich der Gast mit Grausen: So kann ich hier nicht ferner hausen." (Friedrich Schiller)
Demo ist auch heute noch geläufig. Abk. (siehe Abkürzungswahn) für Demonstration sollte man meinen. Hier liest sich das wie folgt.
"Frankfurts Metzger schlachten ein Schwein auf der Fressgass! Demo gegen die sich verschlechternden Arbeitsbedingungen!"
Den Fleischern geht s schlecht. Deshalb machen sie eine Demo - was soll das nur heißen, was in der Schlagzeile der Abendpest - Nachtausgabe steht? "Demo" - meint das mehr Demo-kratie? Oder aber Demonstration der handwerklichen Geschicklichkeit beim Schlachten von Schweinen?........
Gleichwohl: Meine Bezugsperson von Staatsschutz hat mir vertraulich mitgeteilt, hinter der ganzen Demo stecke eigentlich ein Drahtzieher aus dem Osten, der an der Lomonossow - Universität ein schlechtes Deutschexamen hinter sich habe, der ständig a und o verwechsle und deshalb annehme, "Demo" sei die Abkürzung für "Demagogie."
Links rechts ist bis heute aus der Politik der Linken! nicht wegzudenken und zu diesem Gemeinplatz erfährt man sogar Interessantes.
In Kluges unvermeidlichem Etymologischen Wörterbuch finden wir etwas äußerst Aktuelles:"links" = "die günstigere Seite bei Opfer und Vogelflug". Damit passt dann wieder gut zusammen, was im Wörterbuch der beiden Grimms steht: "Zur linken Hand geht der gesellschaftlich weniger Geltende". Links, wo es sowieso weniger zu holen gibt, werden die besseren Opfer gebracht.
Wer kennt noch den Begriff, sich verankern? Früher war die revolutionäre Linke, bzw. die sich dafür hielt, stets irgendwo verankert, im Betrieb, im Viertel, an der Uni oder wer weiß wo sonst noch. Allerdings waren sie in Fragen der Nautik eher unbedarft.
Dazu lesen wie auch ein nettes Gedicht.
Wer die Inseln nicht zu erobern glaubt, dem ist Ankerwerfen wohl erlaubt.
Arbeitet der Kopf? Oder arbeitet man mit dem Kopf? Gibt es Kopfarbeit? Das war mal ein wichtiger Begriff und dazu lesen wir u.a. was Marx über die Verbindung von Hand und Kopfarbeit sagte. Und genau da gibt es ein Problem.
Karl Marx sah in der dem Kapitalismus eigenen strukturellen Trennung von Kopf- und Handarbeit eins
der Grundübel dieser menschenfeindlichen Gesellschaftsordnung. Nach Marx konnte diese Trennung jedoch erst im Kommunismus, dem höchsten Stadium der gesellschaftlichen Entwicklung, vollständig beseitigt werden: "Morgends zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben...." An sich mag diese sehr praktische Formulierung einer theoretischen Utopie Hand und Fuß haben, an und für sich wendete sie sich jedoch alsbald gegen die Sache des Kommunismus selber. Auf der einen Seite machte sie alle passionierten Angler und Sportfischer aus Angst vor dem zu befürchtenden allabendlichen Gedränge an ihren bislang so stillen, obwohl flachen Gewässern zu fanatischen Antikommunisten, andererseits führte diese Prophezeiung aufgrund mangelnder Durchführungsbestimmungen innerhalb der vulgärmarxistischen Auslegung der historisch materialistischen Gesellschaftstheorie zu einigen folgenreichen Mißverständnissen. Eines davon hat nicht nur das Lebensgefühl einer ganzen Intellektuellen- generation geprägt, sondern diese Generation erst geschaffen.......
Anders gesagt, man wollte mit der praktischen Umsetzung dieser theoretischen Utopie nicht bis zu dem nach endlosen Diskussionen für den St Nimmerleinstag angesetzten Kommunismus warten, sondern Hand und Kopfarbeit schon hier und jetzt verbinden; die Generation der theoretischen Praktiker und der praktischen Theoretiker war geboren: Fortan wurde in den theoretischen Zirkeln der studentischen Kreise nicht nur abstrakt gedacht, sondern da wurde ganz praktisch an Gedanken gefeilt, da wurden großartige Gedankengebäude erbaut, Pläne geschmiedet oder zumindest an der richtigen Linie gezeichnet.Auch im Bereiche der Liebe ging man zur Verbindung von Hand und Kopf über und brachte seine kopflastigen Gefühle ganz einfach in handliche Beziehungskisten unter.
Vor diesem Hintergrund kann man sich den Niedergang der Studentenbewegung etwa so vorstellen: Die einen feilten so lange, bis von ihren Gedanken nurmehr ein Häuflein feinster Späne übriggeblieben war, die Gedankengebäude stürzten auf Grund der Verschärfung der statischen Gesetze bald ein ...... und lösten sich in die statisch eh unberechenbaren Luftschlösser auf; und die, die am eifrigsten die heißen Pläne geschmiedet hatten, und die, die stets unverzagt auf der richtigen Linie gegangen waren, verloren ebenfalls bald den Spaß an ihrer geistig-körperlichen Tätigkeit; zu oft hatten die Daumen unter den teilweise recht schmerzhaften Fehlschlägen gelitten, denn nicht immer trafen die in der Handarbeit ungeübten Kopfarbeiter mit ihren Ratschlägen den Nagel auf den Kopf (daher die geballte Faust mit den nach innen gebogenen [geschwollenen] Daumen als neues Durchhaltesymbol der revolutionären Kopfarbeiter- bewegung.
Die Mischung aus ernsthafter Hinterfragung und Heiterkeit macht die Würze aus. Keine staubtrockene Wortanalyse, eher Nachdenklichkeit über Worthülsen die inflationär gebraucht wurden, sich dabei abnutzen und irgendwann inhaltsleer wurden.
Nach bald dreißig Jahren könnte man eine Neuauflage erstellen.
Was durchaus bemerkenswert ist, ist das schon so lange her? Und noch bemerkenswerter scheint, wie wenig sich verändert hat, genug Zeit aus den alten Dummheiten zu lernen war ja da.
Viele der alten Schlagworte sind verschwunden, dafür entstanden andere und aktuell schwirren eine ganze Menge davon im Netz rum, über deren Sinn man heute mal nachdenken darf. Begriffen? Genau, begreifen, kapieren. Bei manchen linken Kreisen muß man immer was begriffen haben und wer nicht allen Vorurteilen zustimmt, der hat eben nichts begriffen und ist damit nicht ernstzunehmen.
Das müsste mal genauer definiert werden? Doch wer hat die Macht zu definieren? Eben, Definitionsmacht, auch so ein Schlagwort, das auf linken Seiten rumspukt und sein Unwesen treibt. Wie man also sieht, das Thema ist nach wie vor aktuell.


Wir warn die stärkste der Partein. Erfahrungsberichte aus der Welt der K- Gruppen
Wir warn die stärkste der Partein. Erfahrungsberichte aus der Welt der K- Gruppen
von Autorenkollektiv
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Aussteigerberichte aus der Welt der K-Gruppen, 5. August 2011
Mittlerweile gibt es etliche Veröffentlichungen über das Phänomen der sog. K-Gruppen der 70er Jahre, großteils von ehemals an führender Position Beteiligten. Sie sind aus einem zeitlichen Abstand von zum Teil mehr als zwanzig Jahren geschrieben und befassen sich großteils mit der Politik dieser Gruppen anhand ihres gedruckten Nachlasses und zum Teil auch mit der Beschreibung der eigenen Tätigkeit. Entsprechend seitenstark sind sie ausgefallen. Das Buch um das es hier geht, kommt mit weniger Text aus.
Als dieses Buch über die Innenwelt der K-Gruppen 77 erschien, waren diese noch Bestandteil der linken Politiklandschaft und quicklebendig.
Erstmals meldeten sich ehemalige Mitglieder zu Wort und berichteten subjektiv über ihre Motive, ihren Hintergrund der sie in diese Gruppen führte und wie es da zuging. Davor gab es zwar auch schon Aussteiger oder Ausgeschlossene, doch wenn sie sich überhaupt zu Wort meldeten, dann veröffentlichten sie ihre Gründe in der Zeitung einer konkurrierenden Organisation und dies in einer für Außenstehende unverständlichen Sprache, in der es um die politische Linie ging, die Argumentation bewegte sich nach wie vor in der Theologensprache des Marxismus Leninismus. Wer nicht mit dieser Ideologie vertraut war, konnte die Motive kaum nachvollziehen und wurde selten schlau daraus.
Die in dem Buch vorliegenden Texte sind dagegen selbst heute noch verständlich, auch wenn sich vieles auf die damalige Zeit bezieht. Vieles an Abkürzungen und Vorgängen die seinerzeit aktuell waren, sind heute nicht mehr jedem verständlich, doch dankenswerterweise gibt es ja Wikipedia.
Im Vorwort wird dies wie folgt beschrieben:
"Die meisten derjenigen Genossinnen und Genossen, die am Ende der Studentenbewegung in die neuen Parteien und Zirkel geströmt sind, haben heute diesen Organisationen den Rücken gekehrt. Die anfängliche Euphorie, nun endlich "das todsichere Rezept" zur Gesellschaftsveränderung gefunden zu haben, erwies sich als frommer Wunsch und der hektische Aufbruch der vielen endete oft im Katzenjammer der einzelnen. Wer nach zwei, drei, vier oder auch sieben Jahren politischer Tätigkeit "absprang", hatte nicht selten mit massiven psychischen Konflikten, persönlicher Ratlosigkeit, Resignation und Zweifel über Sinn und Zweck politischer Arbeit überhaupt zu kämpfen.
Doch ganz im Gegensatz zum propagandistischen Getöse der K-Gruppen drangen die Erfahrungen der ehemaligen Mitglieder nicht an die Öffentlichkeit, waren nicht Bestandteil des politischen Lernprozesses innerhalb der Linken."
Es war eben noch die Zeit des gedruckten Papiers und nicht jeder konnte so einfach veröffentlichen wie heute im Internet. Innerhalb der Parteipresse war das ohnehin nicht denkbar, hier wurden nur positive Meldungen gedruckt, interne Kritik war unerwünscht. Nach außen wollte jeder Verein ein geschlossenes Bild bieten, in dem es stetig voran ging, ein Prinzip, das bis heute für solche autoritär/hierarchische Kleinsekten gilt.
Weiter heißt es:
"Unsere Vergangenheitsbewältigung ist nicht unser Privatproblem, sondern Teil der Kritik an jenem falschen Poltikverständnis, das auch heute noch in der Linken mächtig ist: Nicht nur, weil die K-Gruppen aus ihren Fehlern nichts gelernt haben, sondern vor allein, weil die gesellschaftlichen Grundlagen weiterbestehen, die solche Politikauffassung fördern."
Diese Aussage gilt immer noch, auch wenn diese Vereine längst Geschichte sind. Ein Blick ins Netz zeigt, das es nach wie vor solche seltsamen Gruppen gibt, die meinen auf dieser Basis politisch was bewegen zu können.
Hier haben wir ein Stichwort, das noch danach die Auseinandersetzungen bestimmte. Das Politikverständnis auf deren Grundlage sich solche Sekten überhaupt bilden konnten, bestand aus Theoriegläubigkeit, Glaube an die sog. Klassikertexte und der Mißachtung eigener Erfahrungen. Die vormals kritische Beschäftigung mit der vergessenen Geschichte der Arbeiterbewegung, führte zu einer Geschichtsblindheit, die Propaganda für Wahrheit hielt, einen Kollektivmythos verbreitete, der die Beteiligten glauben machte, man sei Teil eines globalen Aufbruchs und Befreiungskampfes, bei gleichzeitiger Ignoranz der beschränkten Möglichkeiten im eigenen Umfeld. Zu diesem Kollektivmythos wäre noch anzumerken, er erzeugte die Ansicht, der Einzelne ist nichts, kleine Gruppen können ohnehin nichts bewegen, es geht nur mit der Arbeiterklasse, vertreten durch die richtige Partei. Wer in solchen Gruppen hinein geriet, glaubte an die Richtigkeit der Parteitexte und das sie nur noch verbreitet werden müßten. Jahre danach sträubten sich sogar bei ehemals Beteiligten die Nackenhaare wenn sie dies noch mal zu lesen bekamen. Man konnte zwar die Mitglieder seiner Gruppe abzählen, aber glaubte trotzdem, an einer Sache mit Zukunft beteiligt zu sein.
Zudem wird hier beschrieben, wie man sich mit der Organisation identifiziert und selbst bei unverständlichen Richtungsänderungen gegen die eigene Überzeugung die Klappe hält, man will ja nicht den Zusammenhalt gefährden. Ebenso wie es intern zuging, welche persönlichen Opfer verlangt wurden, damit die Parteiarbeit von den wenigen Leuten in dem Außmaß überhaupt aufrechterhalten werden konnte, oder wie es um Mitsprache in solchen Gruppen stand. Weil man meinte an einen großen Projekt beteiligt zu sein, brachte man auch persönliche Opfer, für die man aber weder bei der zu befreienden Zielgruppe, noch innerhalb der Linken Anerkennung bekam. Innerhalb des Vereins wurde dies als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Um so größer war oft hinterher die Enttäuschung, wenn sich herausstellte, das alle Mühen offensichtlich umsonst waren und nichts bewirkt haben.
Zwei Phänomene führten zudem zum damaligen Erfolg dieser Parteigründungen. Der innerhalb der Linken allgemein verbreitete Glaube an die "heiligen Texte," illustriert im Kopfbanner der Zeitungen, bestehend aus der Reihe von Marx, Engels, Lenin, Stalin bis Mao plus dem Glauben, die aktuelle Realität anhand dieser Bücher begreifen zu können und damit zu wissen, wie man die Gesellschaft auf den Kopf stellen und alle Menschheitsprobleme lösen kann.
Dazu kam ein schlechtes Gewissen, das Schülern und Studenten eingeredet wurde, in der Form, du hast ja noch gar nichts zu sagen, geh erstmal arbeiten, du lebst ja selbst auf Kosten anderer. Dieses schlechte Gewissen, besonders bei Studenten, konnte von diesen Parteien in der Form des Mao Zitats, "Dem Volke dienen" kanalisiert werden und das liest sich dann so:
"Durch die "Linie" des KSV "dem Volke dienen" entstand insbesondere bei vielen Genossen ein schlechtes Gewissen, was ihre studentische Herkunft betraf. Eine blinde Verehrung für das "Proletariat" als "revolutionäre Klasse" und dieses schlechte Gewissen waren der Boden für eine handfeste Ausbeutung der Studenten durch die Partei."
Nur war von dieser revolutionären Arbeiterklasse weder was zu sehen, noch hatten sie die Ansicht ihre vorgebliche Mission zu erfüllen, sie wollten einfach nur mehr Geld und pfiffen auf linke Agitatoren. Gerade diese ständige Erfolglosigkeit führte einerseits zu einer Abschottung der Mitglieder von der Realität, andererseits bei denen, die noch etwas Restvernunft besassen, das sie diese Politikform zu hinterfragen begannen und den Ausstieg schafften.
Es lässt sich auch wie folgt ausdrücken:
"Ideologisch begründet wird diese Beschlagnahme der ganzen Person in der Forderung nach Umerziehung. Umerziehung bedeutet für den KSV, daß der Student, der Kleinbürger und Intellektuelle, sich nach dem Vorbild der Arbeiterklasse umzuformen hatte, genauso wie die revolutionäre Arbeiterklasse denken und handeln sollte. Das Problem liegt aber darin, daß diese revolutionäre Arbeiterklasse nur ein abstrakt konstruierter Begriff ist, daß es sie politisch greifbar und erkennbar gar nicht gibt. Deshalb bedeutet die Umerziehung für die Mitglieder des KSV, sich dem konstruierten Willen der Arbeiterklasse unterzuordnen, der sich angeblich in der Partei verkörpert."
Zu diesem Punkt wäre noch anzuführen, der Hass gegen geistige Arbeit, ausgerechnet von Vereinen, die zum größten Teil aus Studenten bestanden, wurde von Maos Kulturrevolution übernommen.
Einerseits ein Intellektuellenhass, andererseits eine Heroisierung der körperlichen Arbeit. In diesem Fall äußerte sich das in der Form, das Studenten in den Betrieben als Hilfsarbeiter (die konnte man ja an keine Werkzeugmaschine stellen) ihre kleinbürgerliche Herkunft ablegen sollten und in einen bekloppten Proletenkult, das verstand man unter Umerziehung.
Reale Macht hatten diese Gruppen ja nicht, im Gegensatz zu China, wo der Intellektuellenhass ganz andere Außmaße annahm bis hin zur mörderischen Wut in Kambodscha.
Die Heroisierung der körperlichen Arbeit hatte ihren Ursprung in der Sowjetunion, wurde markanterweise von den Nazis und den Faschisten in Italien übernommen und in der Propaganda verherrlicht. Die entsprechende Grafik lässt sich bis heute bewundern.
Historisch gesehen ist sie älter und war eigentlich anders gemeint. Es ging um den Stellenwert der einfachen Arbeiter und Handwerker, deren Arbeit nichts galt (im Wortsinn) und darum. das ohne sie ja nichts ging. Ihre Tätigkeit sollte eben nicht länger gesellschaftlich ohne Wert sein und daraus leiteten sich ja auch die Forderung nach Teilhabe und besseren Arbeitsbedingungen ab.
Die Kommunisten machten daraus einen Kult der Arbeit, der in der SU eher die Realität propagandistisch vernebelte. Die ML Vereine übernahmen diese Sicht vom Helden der Arbeit, ohne ihre Zielgruppe zu kennen. Die Malocher waren weder begeistert das sie Arbeiter waren, noch fühlten sie sich als Helden, sie wollten nichts weiter, als das ihre Gewerkschaft ein paar Mark mehr rausverhandelte.
Der Witz an dieser Geschichte ist, das diese Gruppen ein Arbeiterbild pflegten, das mit der Arbeitswelt der 70er Jahre nur noch wenig zu tun hatte. Die harte Knochenarbeit war längst von Maschinen abgelöst und war gar nicht mehr bezahlbar, oder fand nur noch an Arbeitsplätzen statt, wo Arbeiter stets schwerere Teile der Maschine zuführten. Daher wurde in der Graphik auf Bilder aus der Arbeitswelt der Weimarer Zeit zurückgegriffen. Selbst im Bergbau war der Hauer mit Schlagbohrer ein Auslaufmodell. Das Arbeitsbild der K-Gruppen würde man nach heutigen Sprachgebrauch als voll retro bezeichnen.
Das lässt sich aus so ausdrücken. Das Signum Hammer und Sichel. In der Landwirtschaft kam schon lange mehr kein Sichel zum Einsatz bzw. die Sense war ein Werkzeug der Vergangenheit. Der Hammer war zwar nach wie vor ein Universalwerkzeug, doch es gab genug Arbeitsplätze an denen kein Arbeiter einen Hammer benutzte.
Dafür gibt es auch Humorvolles zu lesen, etwa in dem Abschnitt der Parteibeamte:
"Nicht nur, daß sich Unmengen beschriebenen Papiers durch die Instanzen der Organisation wälzten, auch der Ausstoß nach außen war enorm. Es war durchaus keine Seltenheit, wenn ein Tagestrupp fünf oder mehr Flugblätter zu verteilen hatte. Kein Wunder, daß sich riesige Stapel nicht verteilter Aufrufe in den Räumen des KSV häuften. Dazwischen bewegten sich die Sekretäre und leitenden Kader, die man als Personen schon gar nicht mehr wahrnahm, so sehr waren sie bereits zum Inventar geworden. Einige Genossen schienen aus ihren Kunstlichträumen überhaupt nicht mehr herauszukommen, ihre Gesichtsfarbe war grau wie ihr Beamtenalltag. Für einfache Kader war das Betreten solcher Räumlichkeiten immer ein gewagtes Unternehmen: ständig mußte man gewärtig sein, von einem plötzlich aus einer Tapetentür tretenden Oberfunktionär zu irgendeinem Zusatzdienst verdonnert zu werden."
Wem das an deutsche Behördenbürokratie erinnern sollte, sicher kein Zufall.
Zwar geht es in den Berichten um die KPD/AO und den KBW, doch es dürfte auch für weite Teile der Politlandschaft zutreffen, da ging es auch nicht besser zu. Im Bericht über den KBW lesen wir einiges über das Innenleben und über den Sprachcode, der in solchen Gruppen üblich war.
"Mit der Zeit wurde der Sprachcode zur Umgangssprache jedes Mitglieds. Es verlernte, so zu sprechen, daß Nicht-Mitglieder es noch verstanden. Und es verlernte, von anderen Menschen geäußerte, nicht im Code gehaltene Aussagen zu verstehen. Alles was nicht Code war wurde von ihm als falsch oder "bürgerlich" abgelehnt. Wenn man mit anderen nicht mehr diskutieren kann, diskutiert man nicht mehr mit ihnen. Weil man sich nicht mehr mit anderen auseinandersetzt, verliert man den Bezug zur Realität."
Bemerkenswert, so war es 1977 zu lesen. Ein recht aktuelles Thema, wenn man heute die diversen Seiten, auch der vorgeblich undogmatischen Linken besucht, da stellt man schnell fest, die haben nach wie vor ihren eigenen Sprachcode der zeigt, wer dazugehört und wer nicht. Sicher hat sich der Code verändert, der Sprachgebrauch aus der K-Gruppenwelt ist nur noch wenigen vertraut, bereits die Akronyme wären ohne Wikipedia unverständlich. Der heutige Sprachcode treibt umso mehr sein Unwesen. Man sieht daran, das Buch ist alles andere als veraltet.
Folgende Aussage kann hier als Schlußwort gelten:
"Heute meinen wir, daß diese Organisationen nicht etwa an sich richtige theoretische Vorstellungen in falscher Weise praktisch umsetzen. Ihre Praxis ist vielmehr die Umsetzung des Marxismus-Leninismus. In diesem Sinne können wir sagen, daß die Erfahrungen in der KHG uns vom Marxismus-Leninismus abgebracht haben. Wir suchen nach gangbaren Alternativen einer sozialistischen Theorie und einer sozialistischen Organisierung."
Dies ist wohl eine der schwerwiegendsten Kritiken an diesen Politikformen, die nur in historisch instabilen Zeiten politische Bedeutung erlangen konnten bzw. nur in einem Machtvakuum zur Macht gelangten. In Westeuropa dagegen hatten sie nie auch nur annähernd diese Möglichkeit, damit konnten solche Versuche nur im Sektierertum enden.
Es lässt sich auch auf den Realsozialismus, der ja mittlerweile Geschichte ist, übertragen. Der Sozialismus in den Ostblockstaaten war die Umsetzung der Theorie in die Praxis und das was man als real existierenden Sozialismus bezeichnete, war eben das Ergebnis. Das sollte man wissen, wenn wieder einige Nachzügler ihre obskuren Theorien vom Verrat an der reinen Lehre, von Opportunismus, Revisionismus und Restauration des Kapitalismus auf ihren Seiten der Netzwelt als absolute Wahrheit verkünden. Nicht alle sind lernfähig.


Partei kaputt. Das Scheitern der KPD und die Krise der Linken
Partei kaputt. Das Scheitern der KPD und die Krise der Linken
von Karl Schlögel
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rückschau auf ein Parteiprojekt, 6. Januar 2011
Als dieses Buch 81 erschien, bewegte sich einiges in der Politlandschaft. Ob Startbahn, Hausbesetzung oder außer Kontrolle geratene Demos, es war eine für viele unruhige Zeit und sicher auch für nicht wenige, ihre ersten Erfahrungen in der Politik. Für andere dagegen, war eine lange politische Phase beendet. Eben die K Gruppenphase der 70iger Jahre und deren Organisationsformen aufgelöst oder zerfallen. Eine davon war die KPD/AO plus Nebenorganisationen. In diesem Buch äußern sich nicht einfache Mitglieder dieses Vereins, sondern die Hauptverantwortlichen, wenn man so will. Diejenigen, die an führender Stelle dieses Vereins standen und nach der Auflösung selbstkritisch Auskunft über ihrer politische Arbeit geben. Der politische Hintergrund ist auf die 70iger Jahre zeitbezogen, daher nicht einfach nachzuvollziehen, dafür ein beachtliches Zeitdokument, in dem ehemalige Sektierer selbst über ihre Politik und den Veränderungen im Denken Auskunft geben, das schließlich zur Parteiauflösung führte. Das Buch enthält Aussagen, die seinerzeit zum Parteiausschluß geführt hätten oder in der SU zur Zeit Stalins lebensbedrohend gewesen wären.
Das Buch besteht aus Aufsätzen der Beteiligten und der Wiedergabe einer Diskussion zum Thema.

Nach der Parteiauflösung die Feststellung, das für die einen ein fixer Punkt aus ihrem Freund/Feind Weltbild verschwunden ist, für andere zeigte sich eine Selbstreflektion, die sie den Sektierern nicht mehr zugetraut hätten.
Zehn Jahre intensiver, opferreicher politischer Praxis umsonst? Diese Frage wird hier gestellt und dies ist eine Frage, die sich viele die an solchen Projekten beteiligt waren, stellen mußten. Was hat sich in dieser Zeit abgespielt? Etwa beim KSV, der Studentenorganisation dieser Partei? Darüber lesen wir, ...das sie als privilegierte, so wurde gemeinhin das Studium verstanden, jederzeit einsatzfähig zu sein hatten. Der KSV ein Ort permanenten schlechten Gewissens. Wo es keine proletarische Avantgarde gibt, brauchen Studenten sich auch nichts von ihr sagen zu lassen. Freilich war dieses Verhältnis der Unterordnung nicht erzwungen, sondern freiwillig eingegangen. Unsere Organisation kam durch freien Entschluß zustande, niemand wurde zu irgendwas gezwungen oder manipuliert, diejenigen die sich für sie entschieden, taten dies, weil sie darin ein gewisses Maß an Selbstverwirklichung im kollektiven Rahmen erwarteten, weil sie Formen der Mitsprache und Anerkennung suchten, die ihnen in der Gesellschaft oder in anderen Organisationsformen verwehrt waren, weil sie Solidarität erhofften. Nur deshalb bringt man auch Opfer.
Warum machen Menschen diese Politikform über Jahre mit? Hier haben wir einen Erklärungsversuch vorliegen.
Vom veränderten Politikverständnis ist vielfach die Rede, was sich hier wiedergeben lässt.
.....endgültige Verabschiedung von einer Gesellschaftskritik bzw. Revisionismuskritik, welche die osteuropäische Entwicklung als Verrat am wahren Marxismus zu fassen versucht hatte.
Hier haben wir von den Beteiligten selbst die Einsicht vorliegen, das die maoistischen ML Parteien ein (so würde man es heute nennen) fundamentalistisches Weltbild vertraten. Verrat an der reinen Lehre, dies war der Hauptinhalt des Maoismus, mit der die Kommunistische Kirchenspaltung von Mao begründet wurde und im Westen zur Neugründung von Maoistischen Parteien führte, von denen die KPD/AO nur eine war. Wer in dieser Weltsicht drinsteckte, brauchte lange, um sich von diesem Wahn zu lösen und zu begreifen, das dies auf alle Utopien (politisch oder religiös) zutrifft. Wenn es in der Praxis nicht wie gewünscht läuft, dann werden oft Verräter an den Grundlagen gesucht und für das Scheitern verantwortlich gemacht, das erspart die Einsicht, das Utopien zwar auf dem Papier bestens funktionieren, aber letztlich nicht von Büchern sondern von Menschen realisiert werden müssen und Menschen sind weder perfekt, noch lassen sich ihre Bedürfnisse in zwei Buchdeckeln pressen.

Gerade als gebranntes Kind sollte man darauf verzichten,sich eilig einem neuen unreifen Totalitätsanspruch gesamtgesellschaftlicher Krisenlösung zu unterwerfen, gleich aus welcher Richtung er kommt.
Dies als Hinweis auf viele Exmitglieder, die bei den Grünen eine neue Heimat fanden.
In der Rückschau geht es auch um das Verhältnis der Partei zu den Protesten gegen Atomkraft. Der Kontakt der Mitglieder mit der Anti AKW Bewegung hatte zwar zunächst die übliche Absicht, die Partei zu vergrößern, was aber nicht vorgesehen war, die Beteiligten lernten eine andere Protestkultur kennen und verließen erstmals den eigenen begrenzten Politikhorizont. Dies ist hier wie folgt zu lesen.
Als die KPD Führung im Rahmen ihrer Ausrichtung auf eine einseitige Politik gegen die Sowjetunion sogar die Anti AKW Bewegung darauf verpflichten wollte, "zur Stärkung der nationalen Unabhängigkeit," für das deutsch/brasilianische Atomgeschäft einzutreten, war dies eine Folge einer hausgamachten Logik und Äußerlichkeit gegenüber realen Bewegungen. Ist erstmal die "Verschärfung der Kämpfe" mit der Rolle der KPD gleichgesetzt, ergibt sich umgekehrt, das an Auseinandersetzungen die ohne die KPD oder zumindest nicht an den von ihr prognostizierten "Widersprüchen" ausbrechen, etwas faul sein muß.
....das nicht der unmittelbare Erfolg der verschiedenen Kämpfe, sondern einzig und allein, die Stärkung der höchsten Klassenorganisation des Proletariats, der Kommunistischen Partei, eigentlicher Sinn und Zweck aller Bemühungen zu sein habe.
Das war die Denkweise in solchen Organisationen und ist es heute noch, soweit solche Vereine überlebt haben. Wenn heute etwa die MLPD die Atomproteste notorisch als kleinbürgerlich diffamiert, dann zeigt sich, das dieses Buch selbst nach dreißig Jahren nicht veraltet ist.
Die KPD sah sich in ihrer ganzen Entwicklung mit der Tatsache konfrontiert, das ihre prognostischen Fähigkeiten gegenüber sozialen Bewegungen, stets neben der realen Entwicklung lagen. Während man auf der einen Seite versuchte durch eigenen Kraftanstrengungen neue Bewegungen zu schaffen, allzuoft in der Form säuberlich konstruierter "Massenorganisationen," stand man den tatsächlich vorhandenen Bewegungen skeptisch gegenüber.
Hier haben wir die typisch stalinistische Denkweise. Alles was die Partei nicht im Griff hat, ist verdächtig. Hier zeigen sich Kommunistische Parteien stets als Kopie des Staates und der Gesellschaft die sie vorgeblich umwälzen wollen. Autoritär und hierarchisch hat alles abzulaufen und was außerhalb dieses engen Rahmens abläuft, ist verdächtig, kleinbürgerlich, jedenfalls dient es weder den Parteizielen noch der Revolution. Solche Einstellungen haben bis heute bei einigen Kleingruppen überlebt und es ins Internet geschafft.

Zehn Jahre Parteigeschichte ist aber auch widersprüchlich. Die Partei plus Umfeld mag autoritär gewesen sein, doch offenbar flüchteten einige von einer Form der Autorität in die Nächste.
Was sich so liest. ....das viele innerhalb der KPD und vor allem im KSV für sich persönlich eine Emanzipation von den alten Autoritäten der APO gesehen haben. Es war ja nicht unbemerkt geblieben, das die SDS Veranstaltungen alles andere als antiautoritär waren. Mit Recht hat damals eine Reihe jüngerer Studenten eine innere Genugtuung empfunden, als sie mit Rückendeckung des KSV den 68ger Autoritäten auch mal das Wort entziehen konnten.
Es ist eben deprimierend festzustellen, wenn sich manche Beteiligte nur gegen autoritäre Anmaßung mit neuer autoritärer Organisationsform wehren können und dies auch noch als Fortschritt betrachten. Dies war eben eine Zeit, in der man ohne Organisation nicht ernst genommen wurde, in der Einzelmeinungen nichts galten und nur Gruppen die Möglichkeit hatten, sich öffentlich zu Wort zu melden. Es gab eben noch nicht die Möglichkeiten des Internets. Hier ist es sogar einer kleinen Gruppe von Usern, die sich nicht mal kennen müssen, verstreut leben und sich nie gesehen haben, möglich, eine Kleinpartei zur Weißglut zu reizen. Alles was sie dafür brauchten, war ein Rechner und ein zum Forum zweckentfremdetes Guestbook.

In der Schlußphase der Parteigeschichte wurde auch in der Parteizeitung die Debatte offener geführt. Es ließ sich nicht mehr intern abhandeln, zuviel hatte sich an Zweifeln und Kritik aufgestaut. Immer mehr Beteiligte begannen aus ihrer ideologischen Scheinwelt aufzuwachen. Dies liest sich dann so.
Interessant ist ja, das gegen Ende der Parteidiskussion - also im Laufe 79 -eine Situation eintrat, in der Dinge gesagt werden konnten, für die man vorher ausgeschlossen worden wäre. weil sie mit einem gewissen doktrinären Konsens nicht vereinbar waren. Es gibt kein Gesetz, demzufolge eine Avantgarde aufgebaut werden muß. Das wir uns angemaßt haben, die Führung der Arbeiterklasse sein zu wollen, dafür gibt es keine Logik.
Mit so einer Aussage stellt man die Basis des Marxismus Leninismus in Frage. Dafür wäre man aus jeder Kommunistischen Partei achtkantig rausgeflogen. Wenn diese Erkenntnis bei der Parteiführung selbst angekommen ist, dann ist die Beendigung des Projekts nur konsequent und war immer noch die bessere Alternative als dem langsamen Zerfall abzuwarten, was genau mit den Konkurrenzsekten passierte, die sich 80 zunächst schadenfroh die Hände rieben. So heißt es dann auch rückschauend über die Parteiauflösung, sie ist gesprengt worden und nicht verrottet, die Zeit stellt einen furchtbaren Umweg dar, aber von geraubten Leben zu sprechen, finde ich absurd und idealistisch.
Doch, es stimmt schon, viele in solchen Vereinen sahen diese Zeit als vergeudete Jahre ihres Lebens an, in der sie sich abgemüht hatten und davon politisch kein greifbares Ergebnis sahen und sich hinterher fragten, für was eigentlich die ganzen Anstrengungen.


Der schöne Vogel Phönix. Erinnerungen eines Dreißigjährigen.
Der schöne Vogel Phönix. Erinnerungen eines Dreißigjährigen.
von Jochen Schimmang
  Broschiert

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfahrungsbericht aus der Welt linker Gruppen., 24. Juli 2010
Zugegeben, der Text ist für eine Rezension etwas lang geraten. Dafür bezieht sich diese auf die entscheidenden Teile im Buch. Die Aussagen über die Welt der F Gruppen, machen es vor allem für jüngere politisch Interssierte lesenswert, die diese Zeit nicht mehr miterlebt haben.

In diesem Buch das 1979 erschien, beschreibt der Autor unter dem Namen Murnau, einige seiner Lebensstationen der Sechziger- und Siebzigerjahre in biographischer Form. Unter anderem die Jugend in Friesland und einige Freunde oder halbwegs gute Freunde werden dem Leser vorgestellt. Wie erlebt man mit Zwanzig das Jahr 1968 wenn man gerade irgendwo, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, beim Bund ist? Die alltägliche Situation dieser Zeit erscheint in ruhigen Texten und liest sich recht unspektakulär, teils auch etwas langweilig. Dafür auch etwas museal aus heutiger Sicht. Klar, die politischen Vorgänge wie Pariser Mai oder Prager Frühling sind nicht mehr jeden vertraut und es ist eine Welt, in der noch Briefe geschrieben wurden und das Telefon war das einzige elektronische Medium das dem Normalbürger zur Verfügung stand. Eingebettet darin nur einige politische Vorgänge dieser Zeit, frustrierende Liebesgeschichten und der Übergang von den 60gern zu den 70igern, was für viele mehr als ein Jahreswechsel darstellt, denn es geht einiges mehr zu Ende als ein Jahrzehnt.

Doch da ist der Autor bereits in Berlin, dem Zentrum der Bewegung, die aber bereits Geschichte ist. Im Studentenwohnheim untergekommen, erfahren wir einiges über die Bewohner und die persönlichen Motive in der Stadt Anschluß zu finden. Aus dem Ghetto Schlachtensee herausfinden ist ein Grund und über persönliche Beziehungen findet man in dieser Zeit auch in die entstehenden Geheimzirkel, aus denen dann die Marxistisch Leninistischen Parteien entstanden. Genauer gesagt, nur auf diese Weise, denn diese Gruppen schotten sich zunächst ab und in den internen Kreis kommt nicht jeder so einfach rein. Da war die Grundlage zum Sektierertum bereits gelegt. Hier beschreibt der Autor seine persönlichen Motive sich in die damals in Mode gekommenen Bücher von Marx bis Stalinwerke einzupfeifen. Ein etwas spezifischer Grund, dadurch die eigene Überflüssigkeit beseitigen zu wollen und eine verkorkste Beziehung gehört wohl auch dazu, wenn auch nachvollziehbar. Es gab schließlich vielfältige Gründe damals die Bücher von Marx über Lenin bis Mao zu studieren, weil man ohne dieses Basiswissen in den 70igern nicht ernst genommen wurde.
Der Autor gerät also in diesen Parteizirkel und nun wird es wirklich interessant. Denn nun erfährt man subjektiv und aus unmittelbarer Nähe, wie diese Gruppen entstanden und wie es da zuging. Zunächst bekommt er Papiere dieses Zirkels, die er als noch Außenstehender nie hätte lesen dürfen, ja er hätte nicht mal von deren Existenz wissen dürfen. Zwar bestanden sie nur aus zusammengetippten, fast unlesbaren politischen Strategiedebatten, dafür war die Zeit der linken Geheimbünde angebrochen.
Das hört sich aus der Rückschau etwas seltsam an, doch auch wer erst Jahre später seine Erfahrungen mit linker Politik gemacht hat, dem wird das seltsam bekannt vorkommen. Wir befinden und zwar in einer Zeit, in der es weder Internet noch Handy gibt, doch sogar heute im Netzzeitalter kennt man dieses Verhalten. Je größer die eigene Bedeutungslosigkeit, um so mehr Geheimnistuerei um bedeutungsloses Zeug wird veranstaltet.
Murnau beschreibt die leninistische Wende und wie es dazu kam.
Die ratlos gewordene Linke sah sich auf einmal mit den Septemberstreiks konfrontiert und die selbst ernannte revolutionäre Intelligenz war darauf weder politisch noch organisatorisch vorbereitet. Doch das schien der Ausweg aus der zerfallenden Studentenbewegung zu sein und um hier den Zug nicht zu verpassen, brauchte man eine Organisation. Lenins "Was Tun" wurde für diesen Teil der Linken zur Patentlösung und so wurden wieder mal Marxistisch Leninistische Parteien gegründet.
Soweit zu den objektiven Grund, subjektiv beschrieben sieht es dann so aus. Die alten Zusammenhänge waren zerfallen, da boten die neuen Organisationen neue Zusammenhänge an. Solche Einschübe der allgemeinen politischen bzw. gesellschaftlichen Situation finden sich im Text, der dann wieder zu persönlichen Erfahrungen überleitet. Ebenso zur Feststellung, irgendwo zu spät gekommen zu sein. Eine Erfahrung die Murnau mit vielen aus dieser Zeit teilt, die nach der Studentenbewegung aktiv wurden. Die glaubten hier bewegt sich was um dann festzustellen, das die Party längst vorbei war und sie nur noch rechtzeitig da waren, um die leeren Flaschen aufzusammeln. Eine Erfahrung, die sich nicht auf 68 beschränkt, auch danach gab es stets die Nachzügler einer Bewegung, die erst glaubten, hier geht was ab um dann frustriert festzustellen, das hier nur noch die mit langer Leitung übrig geblieben sind, die nicht wissen, wann es Zeit ist ne Party zu verlassen.

In dem Fall steht Murnau stellvertretend für die Linke, die noch lange nach 68 über das Ende der Bewegung jammerten, aber erstmal selbst jede Erinnerung an diese auszulöschen versuchten, als sie Parteisekten gründeten und um diese zu legitimieren, eine Herkunft aus der Weimarer KPD konstruierten, die es nicht gab, bei gleichzeitigem Verdrängen der 68ziger Revolte, die ja nur kleinbürgerlich war.

Über die Zusammenarbeit mit einer Betriebsgruppe und Beziehungen gelangt Murnau schließlich zum Aufnahmegespräch, in dem es darum geht, warum jemand ohne proletarischer Herkunft in diese Organisation will. Er hatte sich immerhin nützlich gemacht und beschreibt hier das Aufnahmeritual, das dem Bewerbungsgespräch in einer Firma vergleichbar ist und wo man sich entsprechend gut darstellen muß. So lief das seinerzeit, da konnte man nicht einfach angeschissen kommen. Diese elitären Zirkel nahmen nicht jeden in den Kreis der Gründer auf. So war dann auch sichergestellt, das der Gründerkreis auch später die Linie bestimmte und trotz der Geschichte mit dem demokratischen Zentralismus der zur Grundausstattung der Kommunistischen Partei gehört, zu einer hierarschischen autoritären Sekte wurde. Was hier in einen Fall beschrieben wird, trifft auch für den Rest dieser Vereine zu.
Dazugehören ist was Besonderes, man kann sich elitär fühlen und wenn man in einer anderen Welt lebt, dann hat man alten Freunden immer weniger zu sagen. Jochen Schimmang hört sich mit alten Freunden von früher reden, als hätte er sie nie gekannt. Eine typische Verhaltensweise von Sektieretum. Man tritt nur noch als Werber seiner neuen Ideen auf und merkt nicht mehr, das man seine Freunde nur noch nervt. Auch etwas, das viele erlebt haben, in der Position des Autors oder auch in der Gegenposition, das man auf einmal feststellt, das jemand nicht wieder zuerkennen ist. Murnau hatte das Glück, das noch einige Freunde blieben, zu denen er von Zeit zu Zeit regelrecht flüchten mußte um noch eine andere Welt als die der Partei wahrzunehmen. Hier beschreibt er einige Reisen und die Örtlichkeiten recht präzise und ebenso präzise zum Nachvollziehen, das Berliner Szenario. Eine recht subjektive Darstellung von Westberlin in den frühen Siebzigern wie es sich im Bereich von Studenten und Post - 68ziger Linken darstellte und darin eingebettet, die Arbeit für die Partei.
Mitten in der Organisation, erfahren wir, wie es das so zuging. Texte produzieren, sich mit der Parteikonkurrenz prügeln, Flugblätter und Zeitungen produzieren und das alles mußte ja noch stets diskutiert werden. Eine Menge Arbeit, zeitraubend und stressig, dafür weiß man wo man hingehört. "Ein Tag ohne Termine bedeutete die Wiederkehr der immer gleichen Angst, überflüssig zu sein, nicht gebraucht zu werden."
Oder so: "So produzierten wir verbissen unsere Flugblätter und Zeitungen, trugen unsere Antipathien aus und warteten alle darauf, das sich irgendwann einmal etwas grundsätzlich ändern würde an diesen Verhältnissen, ohne uns genau vorstellen zu können, was das sein sollte. Die falsche Art, Politik zu machen, setzte sich hinter dem Rücken ihrer unmittelbaren Produzenten durch. Keiner der übermüdeten Gestalten an dem Tisch war noch anzusehen, das sie Produkte einer Bewegung waren, der einstmals (es war noch nicht lange her) Politik Spaß gemacht hatte, für die antikapitalistische Politik und subjektiver Emanzipationsprozeß Momente desselben Prozesses waren."
Nun gut, da wird 68 ein wenig idealisiert. Früher war eben alles besser, kennt man ja.
Gelegentliche Zusammenbrüche beschreibt der Autor auch und da war er sicher nicht der Einzige. Man kann s eben auch übertreiben.
Kommt einen doch recht vertraut vor. Je weniger sozialen Zusammenhalt man hat, desto länger hält man es in solchen Vereinen aus, die so zur sozialen Ersatzfamilie werden. Und das ist keineswegs eine ferne Vergangenheit, Sektierervereine, ob politisch, religiös oder esoterisch motiviert, gibt es ja nach wie vor.
Weiterhin beschreibt der Autor ein bemerkenswertes Phänomen, die Realitätsverweigerung. Und hier scheint der Text keineswegs von 78, es ist verdammt aktuell.
"Es blieb uns auch gar nichts anderes übrig, denn die Wirklichkeit außerhalb unserer Organisation bot ihrerseits keine Sicherheiten an. Unsere Sicherheiten mußten wir uns schon selbst schaffen. Sie gerieten trotzdem bei der kleinsten Gelegenheit, wo sie eine Überprüfung bestehen mußten, ins Zittern. Keine Arbeit tat ich weniger gern, als an den entsprechenden Tagen morgends vor den großen Berliner Fabriken unsere Flugblätter und Zeitungen zu verteilen."
Das kennen etliche, die mal dabei waren und spätestens hier sahen, das ihre mühsam erstellten Schriftstücke bei den Arbeitern auf angemessenes Desinteresse stießen. Bild las sich schon damals leichter in der Frühstückspause und außerdem hatten die linken Blätter keinen Sportteil. In den Einkaufszonen sah es auch nicht viel besser aus und um das durchzuhalten, blieb nur die Realitätsverweigerung. Einfach ignorieren, das die eigene politische Arbeit für die Mehrheit völlig belanglos ist. Zwar verschwand diese Form von Agit Prop mit dem Ende dieser Vereine von der Straße, überlebt hat dafür die Haltung, eine unangenehme Realität einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen und jedes zur Sprache bringen abzuwürgen, zu zensieren und diejenigen, die unangenehme Tatsachen die nicht in die Ideologie passen thematisieren, als Verräter anzugreifen. Diese Einstellung hat sich ins Internetzeitalter herübergerettet.
Wie kommt man aus dieser Ideologiefalle raus? Auch dies wird anschaulich beschrieben und naturgemäß fängt es mit kleinen Fragen und Widersprüchen an. Klar bleibt dies zunächst im ideologische Rahmen des Marxismus Leninismus und vieles davon liest sich heute etwas fremdartig, was daran liegt, das diese Ideologie schon lange nicht mehr zum bestimmenden Allgemeinwissen der Linken gehört , doch irgendwann lässt sich die Frage nicht mehr ignorieren, ob die Avantgarde wirklich eine ist, nur weil sie sich so nennt "und allein in Westberlin gab es mindestens drei selbsternannte Konkurrenzavantgarden." Die Auseinandersetzungen in dieser Gruppe werden in zusammengefasster Form beschrieben, ebenso die langsame Ablösung von der Parteiloyalität. Dazu zählt, über den engen Parteihorizont zu blicken und zu sehen, was andere schreiben. "Gemessen an dem, was ich da las, schienen mir die Ansprüche, die wir an unsere Arbeit und an uns selbst stellten, ein sehr gestörtes Verhältnis zur Realität auszudrücken. Erstmals kam ich auf den Gedanken, das nicht allein die geringe Anzahl der Genossen, sondern viel grundsätzlicher deren Verhältnis zur Wirklichkeit war, was uns auf der Stelle treten ließ. ....Die Lebensfähigkeit unserer Firma schien immer mehr nur dadurch aufrechtzuerhalten, das sie sich konsequent von der Wirklichkeit fernhielt, die sie eigentlich umwälzen wollte....Theoretisch mochten wir uns als entschiedene Materialisten äußern; praktisch waren wir gezwungen, uns als Idealisten zu verhalten, damit die Show weiterging."

Dies ist doch eine recht anschauliche Beschreibung des Widerspruchs denen sich marxistisch leninistische Gruppen stets gegenüber sahen. Für Murnau endet die Parteikarriere zwar bereits etwa 72, doch bekanntlich legten andere zu dieser Zeit erst richtig los und nicht alle verschwanden in den 80igern. Einige haben als Überrest bis heute überlebt und es ins Internet geschafft.

"Für die Umsetzung all dieser Ansprüche in Wirklichkeit gab es aber nur eine einzige Basis: den guten Willen der Beteiligten und die Bereitschaft, dafür rund um die Uhr zu arbeiten. Je größer der gute Wille der Beteiligten war, desto größer mußte am Ende die Katastrophe werden."

Auch ein nettes Zitat, bekanntlich haben Sekten die Angewohnheit, bei mangelnden Erfolg ihre Ansprüche in die Höhe zu schrauben, damit keiner über die tatsächlichen Gründe nachdenkt und dabei möglicherweise auf dumme Gedanken kommt.
"Diese Organisation ist auf die Dauer nicht lebensfähig, von gutwilligem Voluntarismus getragene subjektive Anstrengungen, können ihr qualvolles Sterben nur verlängern, aber nicht verhindern. Seine Gründe findet das in den organisationsinternen Ansprüchen, in der Notwendigkeit des Konkurrenzkampfes mit anderen, in der Vorgeschichte und Herkunft der Organisation aus der Studentenbewegung bei gleichzeitigem Versuch, diese Herkunft zu verdrängen, und in der mangelhaften, objektiv bedingten Verankerung in dem, was man gesellschaftliche Realität nennt."

Solche Überlegungen muß Murnau freilich etwas in die damalige Parteiterminologie verpacken und legt sich nur dem Führungsgremium zur Diskussion vor. Die gutwilligen Genossen der unteren Hierarchieebene sollten nicht von solchen Ketzergedanken beunruhigt werden. Mag diese Partei nur ein Mikrokosmos gewesen sein, dafür findet sich im Kleinformat alles wieder, was eine autoritär hierarschiche Organisation ausmacht. Debatten bleiben innerhalb der Führung, das Parteivolk wird mit der Propaganda aus der Parteizeitung versorgt und soll nicht zuviel denken .
In der Partei selbst nahm die Zahl der Gutwilligen immer mehr ab, der Zerfall hatte auch so eingesetzt und in dieser Situation kann Murnau den letzten Schritt tun und dieser besteht in einer Abrechnung auch mit den proletarischen Verkleidungen und mit dem naiven und arroganten Verhältnis , "das unsere Firma und die Konkurrenzfirmen zur gesellschaftlichen Wirklichkeit pflegten." Dies freilich in einer dem damaligen ideologischen Sprachgebrauch verpackten Papier mit dem Titel: "Proletarische Bewegung und Organisation des Proletariats," das im Original sicher genau so sperrig lesbar wäre wie die damals üblichen Parteizirkulate. Es war eben eine andere (Sprach)Welt als heute. Man konnte nicht so frei drauflostippen und den Text grad mal so mir nichts dir nichts ins Netz stellen, das es ohnehin nicht gab. Um zu schreiben und in dieser Welt für voll genommen zu werden, mußte man erst die "Heiligen Texte" (MEW, Marx Engels Werke) studiert haben. Mindestens, und noch Lenin, Stalin und Mao gelesen haben. Und geschrieben wurde über die Erfahrungen der Arbeiterklasse wie sie von der Partei zu ewigen Wahrheiten verallgemeinert waren. Die eigene Erfahrung war subjektiv und irrelevant. Vor allem die subjektive Erfahrung im Deutschland der 70iger Jahre, in dem der Spruch; Geh doch rüber, zur Grundausstattung jeder Debatte mit der Mehrheitsbevölkerung gehörte.

Nach dem Ausstieg fällt Murnau vom ersten Glücksgefühl erstmal in das übliche Loch und es braucht einen Umzug, einige Freunde, um wieder Fuß zu fassen. Die soziale revolution ist keine Parteisache, diese Zeitung liegt schon länger bei ihm rum und erst nun kommt er dazu diese zu lesen und hier wird es noch einmal interessant, denn kaum jemand wird heute sowas in der Sammlung haben. Hier zitiert er einige Auszüge daraus.
"Was die revolutionären Organisationen auch unternehmen, sie können nicht aus eigener Kraft den von der Gesellschaft gesetzten Rahmen durchbrechen. Ihre revolutionären Hoffnungen reduzieren sich auf die praktischen Möglichkeiten der jeweils gerade stattfindenden Bewegung, und die radikale Phraseologie ändert nichts an der offenkundigen Machtlosigkeit."
"Niemand kann die Arbeiter zwingen, den Kapitalismus anzugreifen als der Kapitalismus selbst, und wenn sie nicht zu kämpfen bereit sind, so kann das niemand stellvertretend tun."
Die wichtigste Aussage ist diese: " ...In einer nicht-revolutionären Situation ist keine revolutionäre Politik möglich..."
Diese Aussage bestätigten noch Jahrzehnte danach die diversen Vereine, wenn auch unfreiwillig.
Für Murnau ist es der Freispruch vom schlechten Gewissen, das viele gelegentlich befiel, wenn sie sich aus dem Kampf davonstahlen. Ganz so bruchlos lassen sich alte Denkgewohnheiten nicht ablegen. Und vor allem nicht das schlechte Gewissen, von der christlichen Erziehung vielen eingeimpft, von dem viele Vereine profitieren konnten, weil die Beteiligten sich selbst nicht bewußt waren, warum sie sich eigentlich politisch einsetzen wollen. (In dieser Zeit wurden die hungernden Negerkinder von der armen ausgebeuteten Arbeiterklasse ersetzt, die selbst aber gar nicht gefragt wurde.) Oft genug nur, um das schlechte Gewissen zu betäuben das Linke in regelmäßigen Abständen wie die Sommergrippe zu befallen scheint und sie zu Zwangshandlungen treibt, dann haben sie etwas vorzuweisen und können sagen, wenigstens etwas gegen das Elend in der Welt getan zu haben. Bekanntlich gibt es viele Wege ein Problem zu lösen und so gehts auch. Mit der Zeit retteten sich nicht Wenige in die etwas resignative Haltung, wenn du es schaffst, das Elend nicht zu vermehren, dann ist das schon eine Menge. Andere haben es heute im Netzzeiten leichter. Wenn sie aus Gründen fortgeschrittenen Alters schon nichts tun können, dann können sie wenigstens schreiben und so ihren Nachweis liefern, das sie noch dazugehören.

Mittlerweile schreiben wir 72 und die RAF versucht umso mehr stellvertretend zu handeln. Das erlebt er selbst schon als Außenstehender mit, beschreibt aber noch, wie die K Gruppen darauf reagierten. Natürlich gingen sie ausgerüstet mit Lenins Aussagen vom Abenteurertum auf Distanz, doch auch die RAF hatte sich historisch verkleidet, was der selbsgewählte Name bewies. Für Murnau bedeutet der Parteiausstieg, das er zu dieser Geschichte nicht mehr gezwungenermaßen einen Standpunkt vorweisen muß. Erst recht keinen, der auf der marxistisch leninistischen Klassenanalyse basiert, das kann er nun den ML Parteien überlassen.
Soweit die entscheidenden politischen Erfahrungen, die auch heute noch von Interesse sind. Die Geschichte geht natürlich weiter, Murnau macht in Berlin, was man in Berlin in dieser Zeit so machen kann, findet netterweise auch für kurze Zeit seine Freundin, wenn auch nicht fürs Leben. Nun das Berliner Studentenleben besteht ja nicht nur aus Gespensterdemos wie die anlässlich der Erschießung Petra Schelms, die kurz angerissen wird. Jedenfalls wird es irgendwann Zeit sich von Berlin zu verabschieden und in einer Rüchschau lässt sich diese Zeit wie folgt zusammenfassen.
"Als ich vor über fünf Jahren nach Berlin kam, war ich noch gewissermaße Teil eines Aufbruchs, einer Bewegung, die aber schon beinahe das Stadium ihrer Ebbe erreicht hatte. Woran ich aktiv teilnahm, zum Teil unter großer Kraftanstrengung und unter Aufbietung aller verfügbaren Irrtümer, war allein die Ebbe, auch wenn ich sie lange Zeit für die Flut hielt."
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 30, 2010 2:46 AM CET


Und übrigens noch was ...
Und übrigens noch was ...
von Eoin Colfer
  Gebundene Ausgabe

9 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen War da noch was?, 12. November 2009
Die Fangemeinde dürfte sich ausgetobt haben, nun lässt sich die Fortsetzung etwas nüchterner betrachten. Darf man eine Fortsetzung schreiben? Offenbar ja. Kann man das und lohnt sich der Kauf? Für Leser die die Originalbände nicht kennen, lohnt sich das Buch weniger, sie verstehen vieles davon nicht.
Voraussetzung ist, wenigstens den fünften Band des Anhalters gelesen zu haben, dann aber freut man sich doch über ein nettes Wiedersehen mit bekannten Buchfiguren, die dem Anhalterfan schon recht vertraut geworden sind.
Was ist daran gut gelungen? Fraglos der nahtlose Handlungsanschluß zum letzten Band. Wieder einmal kommt es zum großen Knall und die Zerstörung der Erde wird keineswegs verhindert. Doch wie überleben unsere Helden das Desaster? Erstmal in einer virtuellen Welt, vom Anhalterpiepmatz erschaffen und hier sieht man, der Autor kennt die Matrix und hat einiges daraus gemopst, einschließlich die Szene mit der eingedrückten Wand. Zurück in der realen Welt die gerade den Bach runtergeht, werden unsere Freunde von einen alten Bekannten gerettet, wenn auch nur vorläufig. Die wirkliche Rettung erfolgt ebenfalls von einen alten Bekannten, das Universum des Anhalters ist doch verdammt klein, man läuft sich immer wieder über m Weg. Alle wieder vereint, Arthur natürlich, Ford, Zaphod, Random, Trillian und Wowbagger. Fenchurch bleibt dagegen verschollen, die bekommt Arthur nur als virtuelle Computersimulation geboten. Etwas mehr Glück hätte man diesem Pechvogel doch gegönnt. Die bekommt Arthur noch mal kurz auf einen Linienflug zu sehen und hier wird der Buchtitel ersichtlich.
Natürlich passieren dazwischen wieder eine Menge unwahrscheinlicher und groteske Dinge. Und das Anhalteruniversum ist etwas auf die heutige Zeit aktualisiert. Als der erste Band erschien, gab es noch kein E-Bay auf unseren kleinen mistigen Planeten und auch kein uBid in der Galaxis. Nun gut, das hätte Adams nicht anders gemacht, wäre er noch dazu gekommen, diesen Band selbst zu schreiben.
Was dafür fehlt, ist die bissige, in trockenen Humor verpackte Sozialkritik, wie man sie von Adams gewohnt war. Das hat Autor Colfer nicht so gut hinbekommen. Hier ist Adams wohl nicht so leicht zu kopieren. Abgesehen von einigen bissigen Abhandlungen über religiösen Wahnvorstellungen und deren Wert für die gesellschaftliche Hackordnung. Das ist recht lustig geschrieben.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 2, 2010 1:46 AM MEST


Emma und ihre Schwestern: Ausflüge in den real existierenden Feminismus
Emma und ihre Schwestern: Ausflüge in den real existierenden Feminismus
von Katharina Rutschky
  Gebundene Ausgabe

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Feministischer Kulturkampf, 15. August 2008
Rutschkis Buch ist fraglos eine Streitschrift und so zu lesen. Auch wenn seitdem einige Jahre vergangen sind, vieles trifft immer noch zu. Da ihr Buch noch in der Zeit vor der Ausbreitung des Internets entstand, fehlt der Kulturschock, den Feministen erleben durfte, als sie ins Netz gingen um da festzustellen, das man da schneller mit abweichenden Ansichten konfrontiert wird.
Trotzdem gibt es einiges von Interesse zu lesen. Als Frau darf sie natürlich die Frauenbewegung kritisieren und sie konterkariert selbst dieses Dogma. Steht das im Gesetzbuch oder gibt es eine Verordnung, das nur Frauen die Frauenbewegung kritisieren dürfen? Schon dafür hat sie sich bei einigen Vertreterinnen des Feminismus verhasst gemacht.
Dafür hat sie offenbar genauer nachgefragt und befasst sich mit dem Urknall der Frauenbewegung, den berühmten Tomatenwürfen auf Krahl. Hier wird es witzig, denn fast wäre diese Aktion böse daneben gegangen. Auf dem Podium saß auch eine SDS Frau und wenn diese die Tomate abbekommen hätte? Das wäre peinlich geworden. Zudem trafen die Geschosse den Falschen, da Krahl als Schwuler ja nicht frauenfeindlich sein konnte. Auch so ein Dogma, bei dem der Zusammenhang zwischen Frauenfeindlichkeit und Schwul beim besten Willen nicht zu erkennen ist. Doch Krahl als Mann war ja nicht ganz das falsche Ziel. Das ist der Grund, warum diese Geschichte weitergereicht wurde, hätte eine Frau das Fallobst abbekommen, wäre diese Aktion unter Peinlichkeiten und Blindgänger der Geschichte stillschweigend vergessen worden.
Dann beschreibt sie den weitern Werdegang der SDS Frauen, die meist nicht zu typischen Feministen wurden. Den Fanatismus überließen sie ihren Nachfolgerinnen. Für gestandene Feministen ist es ein politisch unkorrektes Buch, zudem erscheint es im Lagerdenken befangene Frauen, das ihnen hier eine Frau (ausgerechnet) in den Rücken fällt. Schon deswegen immer noch lesenswert.
Weiter geht es um diverse Strömungen in der Frauenbewegung und ihre Geschichtsbetrachtung verdichtet sich in zwei Aussagen. Die Frauenbewegung ist die letzte übrig gebliebene K-Gruppe und über die Frauenpäpstin hat sie folgendes zu sagen. Alice Schwarzer ist Alice Schwarzer und sonst gar nichts.
Jugendirrsinn ist ein weiteres Stichwort mit dem sie den vielfach verbreiteten Fanatismus in der Frauenbewegung beschreibt. Die ins fortgeschritten Alter mitgeschleppten Ängste aus der Pubertät vor der Penetration, daraus haben einige eben eine Ideologie und Politik gemacht und nennen es Feminismus. Zumindest kann man sich mit diesen Aspekt auseinandersetzen, wenn man nicht gerade seine einzigen sozialen Zusammenhänge in einer Unifrauengruppe hat, die über BinnenI wacht und ihr Refugium in Studierendenhaus umbenannt hat. Da könnte Frau (Männer haben da ja nichts zu suchen) schnell als Verräterin und Kameradenschwein dastehen.
In ihrer Darstellung übertriebener Kinderschutzbemühungen hat sie am meisten angeeckt und wurde dafür am heftigsten angegriffen. Dies sogar mal bis zur körperlichen Bedrohung. Hier ging es um selbsternannte Kinderschützer, die überall nur noch Kinderschänder am Werk sahen und das war noch vor der Zeit, als das Internet zum Tummelplatz für Kinderschänder wurde. Dafür wurde sie als Täterschützerin angegriffen, das sieht man mittlerweile differenzierter, zumal einige etwas zu gut gemeinte Aktionen Unschuldige trafen und etlichen Schaden anrichteten.
Fazit, wer was über Feminismus erfahren will, es schadet nicht eine abweichende Meinung einzuholen.


Die Abenteuer des kleinen Harald 1. Harald und das Zauberportal.
Die Abenteuer des kleinen Harald 1. Harald und das Zauberportal.
von Arnold Böhm
  Broschiert

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3.0 von 5 Sternen Comic für Potterfans und weniger gute Fans., 15. Dezember 2007
Harald und das Zauberportal.

Harald, ein etwas lernallergischer und verpennter Zauberschüler hat dem anderen Harald ähm Harry etwas voraus. Er hat einen lispelnden Drachen, der für Disziplin und Pünktlichkeit sorgen soll und ein Zauberportal. Eine Maschine mit der er als notorischer Langschläfer trotzdem pünktlich zum Unterricht erscheinen sollte. Wenn nicht grad der Drache unbeabsichtigt etwas dran rumgepfuscht hätte und so führt der Sprung die zwei statt in die Schule zunächst mal in die Kreidezeit, wo es echt fiese Drachen gibt. Da hilft nur, den hungrigen Raptoren einen Schnellkurs im Inlineskaten mitsamt Schuhen zu verpassen.
Der nächste Sprung führt Harald auf einen Eisberg der grad mal abbricht und dieses Teil mit Harald on the Rocks kracht mit einen Schiff zusammen. Na welches Schiff wohl? Nun wissen wir, wer am Untergang der Titanic schuld ist.
Und weiter geht die Reise in ein Naturparadies und ob die zwei Hippies wohl weiterhelfen können? Stellen sich an wie die ersten Menschen, ob die wohl Drogen nehmen? Harald scheint in einen Nudistencamp gelandet doch wenigstens Äpfel findet sein Drache, nur eine störende Schlange muß er unsanft aus den Ästen schmeißen. Also die wars nicht im Gegensatz zur landläufigen Meinung, hier muß die Schöpfungsgeschichte umgeschrieben werden. Nach dem ersten Biß kommts wie es kommen muß, der Kuttenträger mit dem brennenden Küchenmesser scheint es nicht nur ernst zu meinen, für lästige Zeugen wie Harald und Drache scheint er noch weniger Verständnis aufzubringen. Letzte Rettung bringt ein Käfigzauber der unseren Erzengel in arge Verlegenheit bringen dürfte. He, kommt zurück, wie soll ich das meinen Chef erklären?
Erst Titanic, dann noch Rauswurf von Adam und Eva aus dem botanischen Garten, tia, das kommt davon wenn man in der Vergangenheit rumhängt.
Doch nun geht es in die Zukunft und Harald trifft Spock auf der Enterprise. Na die sollten doch Harald grad mal in die Schule beamen können. Wenn sich nur der Drache nicht danebenbenehmen würde und Spock Hängeohren anzaubern würde. Das gibt Rache, mit eine neuen Zielprogrammierung die anschließend in die Erzminen führt, der schlimmsten Strafkolonie im Quadranten. Doch wen triffts? In der Schule angekommen trifft Harald den Streber aus der Parallelklasse Potter. Komm doch mal her und ja, genau hierher. Ob der nun genauso strebsam im Bergwerk die Spitzhacke schwingt entzieht sich unserer Kenntnis.
Und wie endet die Story? Archäologen finden die Raptorknochen mit Inlineschuhen. Da hilft nur, das Loch wieder zuschütten und Stillschweigen über einen Fund zu bewahren, der die ganze Forschung lächerlich machen würde.


Children of Men
Children of Men

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Welt ohne Kinder., 12. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Children of Men (DVD)
Eine Welt ohne Kinder? Das ist beizeiten eine Welt ohne Menschen und was treiben die Übriggebliebenen in der Zwischenzeit? Das bekommen wir hier zu sehen, überall zerfallen die Staaten, nur England hält die Ordnung aufrecht und verteidigt sie gegen die Fugies, abgeleitet von refugee, also Flüchtling. Doch auch hier ist die Welt aus den Fugen, die Bahnfenster sind vergittert und den Grund bekommen wir in scheinbar unmotivierten Steinwürfen zu sehen. Primitivgraffiti überall als Zeichen des Verfalls, das kennt man aus etlichen Filmen, wenn die Örtlichkeit besonders verkommen aussehen soll. Graffiti spielt auch in der Schlußszene eine Rolle, unten im Kanal, wo ein Boot gebraucht wird. Hier kritzelt unser Retter der ersten Mutter mit Holzkohle eine Bootkinderzeichnung an die Wand, da es Sprachprobleme gibt. In einer Welt in der man nicht mehr die gleiche Sprache spricht, bleibt nur noch die Bilderschrift wie man sie aus Steinzeithöhlen kennt.

Nebenbei wird kurz die Umweltverschmutzung gezeigt, hier läuft die Entwicklung umgekehrt. Soll heißen, in dieser Welt ohne Zukunft muß man den Kindern auch keine intakte Umwelt mehr hinterlassen, welchen Kindern denn?

Unser Antiheld im Film jedenfalls arbeitet in der Verwaltung und das ist von Bedeutung. Das kann man sich lebhaft vorstellen, die Bürokratie stirbt zuletzt. Der vorletzte Mensch wird noch den letzten Menschen zu verwalten haben. Hier läuft natürlich auch die Meldung pausenlos über die Bildschirme, vom gewaltsamen Tod des jüngsten Menschen und lässt die Tränen der etwas in die Jahre gekommenen Mitarbeiterinnen fließen. Kommt doch sehr vertraut vor, wenn man sich erinnert, wie das Schicksal völlig fremder Promis die Menschen heutzutage mehr berührt als das ihrer Bekannten. In einer beziehungsarmen Welt werden Medienpromis vertrauter als die eigenen Freunde.

Doch selbst diese Welt hat noch Skurriles zu bieten. Die Regierung verteilt Suizidpakete, aber Gras ist immer noch illegal. Hört sich nett an, von einen Althippie beim kiffen.

In dieser nicht allzu fernen Zukunft blüht wieder der religiöse Wahn, es bilden sich Büßer und Geisler und natürlich dürfen die Moslems nicht fehlen. In dem Getto demonstriert ein bewaffneter Märtyrerzug, Bilder die aus den heutigen Nachrichten durchaus vertraut sind. Man muß sich wohl selbst überlegen, wofür diese Gruppen eigentlich noch kämpfen und was sie erreichen wollen. Man meint, sie wissen es selbst nicht, ebenso wenig wie die Regierung, wofür sie die Ordnung verteidigt. Das freilich tun beide Seiten mit Feuereifer und am beeindruckendsten sind die Straßenkampfszenen. Wenn ein Panzer in die Häuser seine Granaten feuert, die Szenen sind bemerkenswert realistisch dargestellt, so etwa darf man sich das in Nah Ost, Stalingrad und Berlin vorstellen.

Natürlich können in den Filmminuten nicht alle Fragen abgehandelt werden. Manches darf weitergesponnen werden. Wir sehen zwar eine Szene die in einen verfallenen Kindergarten spielt und klar, da war schon lange niemand mehr zugange. Doch gibt es noch Jugendschutzgesetze wenn es keine Jugend mehr gibt? Das ganze Berufsgruppen arbeitslos geworden sind, kann man sich vorstellen, ebenso, das die Aktien für Kinderkleidung und Zubehör im Keller sind. Ob es noch Aktien gibt und werden sie noch gehandelt? Aber sicher, die Gier stirbt zuletzt, selbst wenn absehbar ist, das der Reichtum sich irgendwann in Luft auflösen wird.

Insoweit gesehen, ein Film zum Weiterdenken, jenseits der Äktionszenen.


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