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Rezensionen verfasst von
Beccaris

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Der Feind im Schatten: Roman
Der Feind im Schatten: Roman
von Henning Mankell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Abschied einer charismatischen Romanfigur, 7. Juni 2010
Nur wenige zeitgenössische Autoren haben es bisher geschafft, eine Romanfigur wie Kurt Wallander zu erfinden, der die Leserschaft dermassen bewegt hat. Er ist uns ans Herz gewachsen, wir haben mit ihm recherchiert, ermittelt, gehofft, gelitten, uns manchmal mit ihm geärgert und nun hat er sich verabschiedet. Eigentlich schade, aber doch nachvollziehbar.

Wie schon von den Vorrezensenten mehrfach erwähnt, schliesse ich mich der Meinung an, dass der letzte Wallander-Krimi nicht der spannendste von allen ist. Doch eines ist schon beachtenswert: Henning Mankell versteht es die Lesenden immer wieder in Bann zu ziehen und selbst bei Themen, die einem sonst fremd sind, ein bestimmtes Interesse zu wecken.

Ganz allgemein, haben mich die Wallander-Romane begeistert, waren sie doch nie einfach nur brutal und sinnlos, sondern immer mit dem nötigen psychologischen Hintergrund geschrieben.


Christine Kaufmann und ich: Mein Doppelleben
Christine Kaufmann und ich: Mein Doppelleben
von Christine Kaufmann
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aussergewöhnliches Leben einer faszinierenden Frau, 26. April 2010
Diese Autobiographie von Christine Kaufmann zieht den Leser von der ersten Seite an in Bann. Mit grosser Intensität und sehr persönlich erzählt die Autorin ihr Leben. Bereits in sehr jungen Jahren, als Kinderstar, wird sie mit einer Erwachsenenwelt konfrontiert, die nicht ihrem Alter entspricht. Die Wahrnehmung von Schein und Sein sind ein zentrales Thema im Buch und man spürt, dass die Autorin in erster Linie "Mensch" und eine ausserordentlich interessante, bodenständige und feinfühlige Mutter, Grossmutter und Frau ist.

Spannend zu lesen, sind die vielen, unterschiedlichen Lebensabschnitte, verbunden mit den zahlreichen Ortswechseln. Der eher schwierige Umgang mit ihrer eigenen Mutter, die unzähligen Lieb- und vielen Freundschaften und der liebevolle Umgang mit ihren Kindern und Enkeln, machen die Erzählung sehr persönlich und berührend. Ihre Beschreibungen zu den Menschen in verschiedenen Ländern, in denen sie gelebt hat (sie selber bezeichnet sich als Nomadin), zeugen von Toleranz und viel Herzenswärme.

Ich kenne Christine Kaufmann als Schauspielerin nur dem Namen nach und kann ihr diesbezügliches Talent nicht beurteilen. Doch hat sie mit der klugen und ausserordentlich ansprechenden Schreibweise ihrer Autobiografie eine grosse Fähigkeit bewiesen.


Ein perfekter Kellner: Roman
Ein perfekter Kellner: Roman
von Alain Claude Sulzer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tragische Liebesgeschichte, 8. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Ein perfekter Kellner: Roman (Taschenbuch)
Es wird die unglückliche Liebesgeschichte von 3 Männern erzählt. Da ist einerseits Erneste, der als sehr professioneller Kellner in einem Schweizer Grandhotel von seinen Gästen geschätzt und geachtet wird, jedoch privat keinerlei anderweite Kontakte zu Mitmenschen pflegt. In seiner Einsamkeit findet er Kontakt zu Jakob, einem schönen, jungen Lernenden, den er ebenfalls zum "perfekten Kellner" ausbilden möchte. Schon bald beginnt eine leidenschaftliche Liebesgeschichte und Erneste gerät in völlige Abhängigkeit zu Jakob, der seine Liebe zwar gleichermassen erwidert, sich aber bereits nach kurzer Zeit emotional so stark distanziert, dass Erneste befürchten muss, hintergangen zu werden.

Jakob beginnt ein Verhältnis mit dem weltberühmten und viel älteren Schriftsteller Julius Klinger, der zu dieser Zeit mit seiner Frau und den Kindern im Grandhotel Giessbach weilt. Aber dies ist nicht die einzige Affäre Jakobs, wie wir als Leser erst später erfahren. Auch die Beziehung zwischen Jakob und Klinger erweist sich als unerfüllt und einseitig. Es bleibt auch hier das Hauptthema die unerfüllte Liebe.

Die überaus feinsinnige Erzählkunst dieses Autors hat mir gut gefallen. Sehr eindrucksvoll, unaufgeregt aber trotzdem ausserordentlich atmosphärisch, erzählt er uns diese Novelle, die durchaus Parallelen zum Leben des Thomas Mann aufweist.

Lesenswert.


Der Waschküchenschlüssel: Oder Was - wenn Gott Schweizer wäre
Der Waschküchenschlüssel: Oder Was - wenn Gott Schweizer wäre
von Hugo Loetscher
  Sondereinband
Preis: EUR 9,90

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend und nicht mehr zeitgenössisch, 16. März 2010
Viel mehr habe ich von diesem Autor erwartet. Zum Beispiel wurden für mich die Eigenheiten des Schweizer Völklis viel zu wenig differenziert betrachtet. Viel mehr ging es um Ausland-Schweizer und überhaupt um Begebenheiten, die in anderen Ländern irgendwann einmal stattfanden. Dies mag einen Zusammenhang mit Lötschers ausgedehnten Reisen haben, entspricht aber nicht dem auf der Rückseite angekündigten Inhalt des Buches.

Einzelne pointierte Aussagen verblassen gleich im nächsten Satz wieder, da nicht näher darauf eingegangen wird. Sehr oft werden unzusammenhängende Ausführungen gemacht, denen man als Leser rund 20 Jahre später kaum folgen kann. Gestört haben mich ausserdem Ausdrücke wie "Neger". Ich denke auch 1988 (Erscheinungsdatum) waren derlei entwürdigende Bezeichnungen schon nicht mehr angebracht.

Das Büchlein umfasst nur wenige Seiten und die kurzen Kapitel sind schnell gelesen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 15, 2012 7:54 AM MEST


Saturday: Roman
Saturday: Roman
von Ian McEwan
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Ein ereignisreicher Samstag, 6. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Saturday: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die grosse Frage, ob sich Ereignisse beeinflussen lassen oder ob das Leben vorbestimmt ist, spielt auch in diesem Roman von Ian McEwan eine zentrale Rolle. An einem normalen Samstag geschehen für die Familie Perowne die ungeheuerlichsten Dinge. Der Leser kann sich fast fragen, ob diese Konstellation der Geschichte überhaupt realistisch sein kann. Doch genau die Dichte aller Geschehnisse und die Zusammenhänge machen das Buch so lesenswert. Wie nebenbei werden unzählige weltanschauliche und gesellschaftspolitische Gedankengänge eingeflochten und Diskussionen - manchmal sehr heftige - darüber geführt. Gelungen erscheint mir auch, dass das Buch gleich endet wie es anfängt und der Kreis sich damit schliesst.

Ich freue mich auf weitere Bücher des Autors.


Töchter aus Shanghai: Roman
Töchter aus Shanghai: Roman
von Lisa See
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischen Orient und Okzident, 12. Februar 2010
Die Geschichte beginnt in Shanghai in den 20- und 30-er-Jahres des letzten Jahrhunderts. Die Millionenstadt galt zu dieser Zeit als Wirtschaftsmetropole und hochflorierende Hafenstadt. Zwei Töchter aus der Mittelschicht führen das unbeschwerte Leben einer jungen und fortschrittlichen Generation, die zwar noch immer an traditionelle und gesellschaftliche Normen gebunden ist, aber doch eigene Wege findet, um modern und westlich zu sein. Eine abrupte Wende ihres Glücks erfahren sie durch den wirtschaftlichen Ruin ihres Vaters und den damit verbundenen arragierten Ehen mit zwei Brüdern. Zeitgleich beginnt der japanisch-chinesische Krieg und sie fliehen zusammen mit ihrer Mutter, die die Flucht jedoch nicht überlebt. Die beiden jungen Frauen sind nun auf sich selbst gestellt und müssen unter den leidvollsten Umständen ihre Heimat verlassen.

Auf Angel Islands (zur damaligen Zeit Sammellager für Immigranten in den USA) erleben die beiden Frauen, was es heisst, den Schikanen der Einwanderungsbehörden ausgesetzt zu sein. Nach vielen Monaten finden sie dann zu ihren "arrangierten" Ehemännern, die bereits als sogenannte Papiersöhne in die USA eingereist sind. Sehr eindrücklich wird tiefe familiäre Verbundenheit erzählt, die trotz der nicht-verwandschaftlichen Verhältnisse, zwischen den Familienmitgliedern allmählich entsteht. Als Migranten in einem Land, in dem die Chinesen zu dieser Zeit dem Rassismus ausgesetzt waren und in ständiger Angst vor Denunziation lebten, versuchen die beiden Frauen, ihre Familie zusammenzuhalten und den Alltag so gut und unauffällig wie möglich zu meistern. Doch die Gefahr der politisch motivierten Verfolgung macht auch vor ihrer Haustür nicht halt.

Die Autorin hat geschickt fiktive und wahre Geschehnisse in ihrem neuen Buch verwoben. Dadurch gelingt ihr ein sehr glaubwürdiger Roman, der sowohl spannend und lehrreich ist und ausserdem genussvolle Lesestunden bereitet.


Grenzgang: Roman
Grenzgang: Roman
von Stephan Thome
  Gebundene Ausgabe

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hohes Sprachniveau, 10. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Grenzgang: Roman (Gebundene Ausgabe)
Sehr wortgewandt erzählt der Autor das Leben zweier Mittvierziger in einer hessischen Provinzstadt. Dabei wählt er Ausschnitte aus mehreren Dekaden, man ist als Leser mehrmals in die Vergangenheit zurückversetzt und befindet sich dann wieder in der Gegenwart.

Leider kann ich nicht behaupten, dass mich die Geschichte sonderlich interessiert oder gar mitgerissen hätte. Wie schon von einigen Vorrezensenten erwähnt, habe auch ich mich streckenweise mit dem Buch gelangweilt. Es passiert eigentlich nicht viel und doch gewinnen einzelne Handlungen später wieder an Bedeutung. Auch frage ich mich, was der Autor dem Leser eigentlich sagen will. Möchte er den Spiegel vorhalten und zeigen, welch unspektakuläres Leben viele von uns führen ? Über soviel Banalität und das durchwegs freudlose Zusammenleben (ausser den Fröhlichkeiten der ausgelassenen, meist angetrunkenen Grenzgänger) zu lesen, machte mir nicht besonders viel Spass. Würde ich das Buch nicht in einem Lesezirkel besprechen, hätte ich es wahrscheinlich zur Seite gelegt.

Aber zu loben bleibt nach wie vor das hohe Sprachniveau.


Das Regenorchester: Roman
Das Regenorchester: Roman
von Hansjörg Schertenleib
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Feinfühlige und melancholische Erzählung, 7. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Regenorchester: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Erzählung - ob sie wohl autobiografisch eingefärbt ist ? - ist sehr berührend. Mit viel Feinfühligkeit sind die Dialoge zwischen dem ca. 50-jährigen von der Liebe enttäuschten Sean und der knapp 70-jährigen kranken Niamh geschrieben. Sowohl die Rahmenerzählung der beiden Protagonisten wie auch die Lebensgeschichte von Niamh nehmen einem sehr schnell gefangen. Der Autor hat eine gute Balance gefunden zwischen Spannung und Ruhe: auf der einen Seite drängt es einem weiterzulesen, um mehr zu erfahren, auf der anderen Seite möchte man noch eine Weile bei diesem Buch bleiben (es hat ja nur rund 250 Seiten).

Gefallen haben mir auch die philosophischen Gedankengänge und der wunderschön poetische Titel "Das Regenorchester". Welchen Bezug der Titel zur Geschichte hat, verrate ich an dieser Stelle aber nicht. Trotz der grossen Melancholie, wird das Buch nie zu traurig und enthält immer auch viel Hoffnung und Zuversicht.


Eigene Wege. Roman
Eigene Wege. Roman
von Kristin Steinsdottir
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbare Geschichte ..., 29. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Eigene Wege. Roman (Gebundene Ausgabe)
... die gerade in der Weihnachtszeit sehr schön zu lesen ist und einem wie ein Märchen vorkommt. In rund 130 Seiten verpackt die Autorin viel Ruhe, Sanftes, Besinnliches, ohne jemals kitschig zu werden. Schnörkellos wird die Geschichte einer einfachen Frau erzählt, die trotz einigen Schicksalsschlägen nie den Mut verliert und immer vorwärts schaut. Auf der Suche nach ihrer eigenen Herkunft macht sie manch wundersame Entdeckung und beginnt schliesslich eine Reise, die sie sich lange zuvor erträumt hat.

Lesenswert !


Beim Leben meiner Schwester: Roman
Beim Leben meiner Schwester: Roman
von Jodi Picoult
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen fesselnd, dramatisch, traurig, 16. November 2009
Ein Buch, das den Leser schnell gefangen nimmt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Diese sehr traurige Familienerzählung zeigt, dass es wie oftmals im Leben weder richtig noch falsch gibt. Es ist vielfach eine Frage des Standpunktes, wie eine Lebenssituation angegangen werden kann. Total überflüssig fand auch ich die nebenher erzählte Liebesgeschichte mit den vielen gehässigen Dialogen. Meiner Meinung nach ist es der Autorin recht gut gelungen, das Thema so zu behandeln, dass es ethisch nicht nur eine Seite beleuchtet, sondern jeweils aus der Perspektive aller beteiligten Personen die unterschiedlichen Überzeugungen, Gefühle, Gedanken wiedergibt.

Für meinen Geschmack kam die Story ein bisschen zu "amerikanisch" daher: viel Show und Unterhaltung selbst bei einem Thema, das keinen unterhaltsamen Wert besitzen sollte.


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