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Rezensionen verfasst von
Fetzer
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Die sizilianische Oper: Roman
Die sizilianische Oper: Roman
von Andrea Camilleri
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Genuß!, 9. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die sizilianische Oper: Roman (Taschenbuch)
Die Inhaltsangabe auf dem Vorsatzblatt der Ausgabe des Piper-Verlags beginnt mit dem Satz: "Ein Roman, so deftig, schwungvoll und stimmungsreich wie eine italienische Oper zu Zeiten, als Italien noch ein Königreich war". So ist es! Wir sind im Jahr 1874. Ein frischgebackener zugereister Präfekt an der Spitze der Provinz will die Eröffnung des Opernhauses in Vigata mit der Aufführung einer Oper feiern, die bei den Einwohnern überwiegend auf Ablehnung stößt - einige haben aber auch ihre eigenen Gründe, dem Präfekten gegenüber bei dessen Vorhaben zuzustimmen. Und so schlagen politische und finanzielle Interessen, Karrierewünsche, verwandtschaftliche Beziehungen und Vetternwirtschaft, Drohungen und Bestechungen, eheliche Beziehungen und sexuelle Taten einen bunten Bilderbogen auf. Schließlich scheitert das Opernprojekt des Präfekten am bürgerlich-rustikalen Widerstand, und die Aufklärung einer Brandstiftung geht unter, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Wer seine Lektüre von Andrea Camilleri auf die Montalbano-Krimis (die gewiss auch ein großes Vergnügen sind) beschränkte, würde hier etwas sehr Schönes versäumen. "Die sizilianische Oper" bietet mehr!
Freilich muss der Leser schon mehr mitdenken. Die Abfolge der Kapitel, die nicht dem chronologischen Erzählstrang folgen, und die Vielzahl der Personen mögen zunächst verwirren. Aber eine zweite Lektüre, der Einladung Camilleris folgend, der Leser möge sich seine eigene Reihenfolge der Kapitel ausdenken, lohnt sich. Und wie wundervoll sind die Personen oft mit wenigen Sätzen charakterisiert! Eine scheinbar liebevolle, wohlwollende Darstellung zeigt uns den Geschilderten unversehens als abgefeimten Schurken, ohne dass Camilleri von seinem freundlichen Ton, der freilich die Ironie nicht verbergen will, abweichen muss. Der meisterliche Umgang mit der Sprache geht auch in der Übersetzung nicht verloren.

Und gleichzeitig kann man in sizilianisches Lebensgefühl eintauchen. Auch die Geschichte der Insel wird in diesen Geschichten lebendig. Über viele Jahrhunderte hinweg hatte sie es ja immer wieder mit Fremdherrschern zu tun, die ihre eigenen Vorstellungen den Sizilianern überstülpen wollten, wie dieser Präfekt von Vigata, - aus dem Norden, aus der Toskana, der also Vigata und die Sizilianer nicht versteht und nach deren Überzeugung auch nie verstehen kann - der unbedingt eine Oper aufgeführt haben will, die die Vigatesi nicht mögen, nicht wollen und daher mit ihren Mitteln scheitern lassen. Auch heute noch soll es ja sizilianische Schwierigkeiten mit der im Norden sitzenden Regierung Italiens geben.


Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
von Haruki Murakami
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

28 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gehobener Lore-Roman, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die vielen begeisterten Rezensionen kann ich nicht nachvollziehen. Das war das erste Buch, das ich von Murakami gelesen habe, und es wird wohl auch das letzte bleiben.
Über Japan erfährt man nichts - die Geschichte könnte genau so gut in Rom, New York oder Madrid spielen.
Wenn sie überhaupt irgendwo spielen könnte. Zugegeben, ich kenne Japan nicht. Aber selbst in dieser Unkenntnis Japans finde ich die Geschichte konstruiert und unglaubwürdig - wo in aller Welt, und auch nicht in Japan, würde eine Vergewaltigung so verschwiegen unter Freunden gehalten und genutzt, um Spannungen unter fünf Freunden zu kaschieren.
Die Charaktere bleiben blass, nicht nur der farblose Herr Tazaki. Zwar wird - meist in der Rückschau - von Gefühlen geredet, aber spürbar werden sie nicht. Wie in einem Groschenroman.
Dazu noch die ständige Schleichwerbung mit der Nennung teurer Produkte von Lexus über TAG Heuer bis zu Whisky-Marken - man möchte meinen, Herr Murakami sei dafür bezahlt worden.
Möglicherweise ist ein Teil der Langeweile und des Ärgers, die ich bei der Lektüre empfunden habe, auf die Übersetzung zurückzuführen. Mangels Kenntnis der japanischen Sprache kann ich das nicht mit dem Original vergleichen. Aber Formulierungen wie "Allerdings beinhaltete die Zusammensetzung der Gruppe von Anfang an ein gewisses Spannungsverhältnis." (S. 11) sind Bürokratensprache, keine Literatur. Diese spröde Sprache zieht sich durch das ganze Buch. Ich mag nicht glauben, dass ein sonst so gelobter Autor derart hölzern schreibt.

Wieso dieses Buch derart hochgejubelt wir, bleibt mir ein Rätsel. Und es bestätigt sich wieder mal: Bücher, die auf der Bestseller-Liste oben stehen, sind gewöhnlich Zeitverschwendung.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 27, 2014 7:50 AM MEST


Shanghai fern von wo. Roman
Shanghai fern von wo. Roman
von Ursula Krechel
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewundernswertes Buch, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Shanghai fern von wo. Roman (Taschenbuch)
Angesichts der bereits vorhandenen Rezensionen ist eine weitere Inhaltsangabe nicht mehr nötig. Ich stimme allem Lob völlig zu und empfehle die Lektüre nicht nur dem literarisch, sondern auch dem historisch Interessierten: Denn bei aller literarischen Aufarbeitung geht es in diesem Buch um Personen, die tatsächlich gelebt haben. Ursula Krechel verwendet sogar deren Klarnamen. Und die berichteten Ereignisse haben tatsächlich so stattgefunden. Krechels Rechercheleistung kann man nur bewundern.

Ich empfehle, "Shanghai fern von wo" zusammen mit Ursula Krechels "Landgericht" zu lesen. Dessen Protagonist Richard Kornitzer hat sein Exil nämlich tatsächlich in Shanghai verbracht und wird in "Shanghai fern von wo" auf S. 468f. kurz unter seinem Klarnamen erwähnt. Die Lektüre beider Bücher zusammen ergibt einen großen zusätzlichen Gewinn.


Dometic WAECO MBR-100-12 PerfectBattery Battery Refresher
Dometic WAECO MBR-100-12 PerfectBattery Battery Refresher
Wird angeboten von allpart24
Preis: EUR 47,57

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gutes Gerät, empfehlenswert, 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die beiden Batterien meines Multivan sind schon was älter - genau weiß ich es nicht, aber acht Jahre haben sie sicher auf dem Buckel. Im vorigen Winter hatten sie schon etwas geschwächelt. Seit gut einem halben Jahr habe ich nun an jeder Batterie einen solchen Battery refresher dauerhaft angeschlossen. Die Batterien sind wieder springlebendig geworden und zeigen Messwerte fast wie eine neue.
Der Anschluss war mit den Ringösen völlig problemlos und in wenigen Minuten erledigt.


Pro User 16228 Kabellose Rückfahrkamera und Einparkhilfe APR035
Pro User 16228 Kabellose Rückfahrkamera und Einparkhilfe APR035

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nützlich und gut, 23. Oktober 2011
Nutze das Gerät seit einem halben Jahr, bin sehr zufrieden. Helles, gut erkennbares Bild, auch nachts. Dass mitunter auch Bilder von anderen Funk-Kameras auf dem Monitor auftauchen, ist lustig, stört aber nicht weiter, da bei Einlegen des Rückwärtsgangs immer das Bild der eigenen Kamera gezeigt wird. Man kann den Monitor ja auch mit einem Knopfdruck ausschalten, wenn man ihn nicht braucht.
Die Montage war bei meinem VW-Multivan naturgemäß etwas aufwendig, da ich die Kamera an der Heckklappe über dem Nummernschild montiert habe, die Stromversorgung der Kamera aber vom Rückfahrscheinwerfer kommt und dafür das Kabel von der beweglichen Heckklappe in die Karosserie geführt werden muss. Ist aber für geübte Bastler gut machbar. Bei einem Pkw natürlich viel einfacher.
Der Kamerawinkel reicht aus, um beim Multivan die gesamte Breite des Feldes hinter der Stoßstange zu sehen. Entfernungen zu Hindernissen können sehr gut abgeschätzt werden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 13, 2014 11:02 AM CET


Der kalte Blick der Rache: Maresciallo Bonanno sehnt sich nach Gerechtigkeit. Roman
Der kalte Blick der Rache: Maresciallo Bonanno sehnt sich nach Gerechtigkeit. Roman
von Roberto Mistretta
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Schuhe sind ihm zu groß, 25. Dezember 2008
Offensichtlich versucht Mistretta, in den Spuren von Andrea Camilleri zu wandeln. Aber diese Schuhe sind ihm viel zu groß.

Die Geschichte ist überkonstruiert. Die Hauptcharaktere sind wenig stimmig gezeichnet. Und nicht einmal die äußeren Beschreibungen der Personen passen. So hat hier beispielsweise ein albanisches Flüchtlingskind blonde Haare und hellblaue Augen. Von solchen handwerklichen Fehlern wimmelt es.

Eine fiktive sizilianische Carabinieri-Station in einem Krimi soll beileibe nicht den korrekten bürokratischen Polizei-Alltag darstellen, aber dass sie wie bei Mistretta nur von bizarren Typen bevölkert wird, die ständig per Gebrüll oder Drohung miteinander umgehen, ist auch für einen unterhaltsam sein sollenden Krimi etwas zu viel.

Der Versuch des Autors, die Aufklärung eines übermässig verschlungenen Verbrechens in Sizilien mit Kritik an den schrecklichen Vorgängen während des letzten Krieges auf dem Balkan zu verbinden, ist ehrenwert, aber danebengegangen. Zwei Handlungsstränge laufen unverbunden nebeneinander her. Erst ganz am Schluss gibt es eine schwache Verbindung, die aber für den Plot gar nicht nötig gewesen wäre.

Wie weit die hölzerne Sprache der Übersetzung geschuldet ist, kann der Leser natürlich nicht nachvollziehen. Aber die vielen Wiederholungen von eigentlich schon ausgelutschten Einfällen sind dem Autor schon zuzurechnen.

Das Ganze ist kein großes Lesevergnügen.

Da greife ich doch lieber gleich zu Camilleri.


Homecast T 8000 PVR Digitaler DVB-T Twin-Receiver mit 80 GB Festplatte silber/schwarz
Homecast T 8000 PVR Digitaler DVB-T Twin-Receiver mit 80 GB Festplatte silber/schwarz

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was für Techniker, 21. Dezember 2008
Den homecast T8000 PVR benutze ich nun seit einem Jahr. Im Wesentlichen macht er, was er soll: Ordentlicher Empfang mit gutem Bild und Ton. Selten Bildruckeln. So weit ok.
Aber die Fernbedienung und die Menüführung sind alles andere als intuitiv. Und die mitgelieferte deutschsprachige Bedienungsanleitung ist eine Katastrophe. Wesentliche Schritte des Menüs werden nicht erklärt oder ganz ausgelassen. Verwendete Begriffe werden nicht erklärt, oder in einer Techniker-Sprache, die mir jedenfalls nur Rätsel aufgibt. Ein Beispiel aus dem Glossar am Ende: "RS 232 - Genormte Schnittstelle für die serielle Kommunikation" - alles klar?
Es hat mich viele Stunden gekostet, durch Probieren, nach der "trial and error"-Methode wenigstens die wichtigsten Schritte herauszukriegen. Und heute noch kämpfe ich immer wieder lange mit dem Gerät und verfluche die Bedienung(sanleitung), wenn mal versehentlich ein falscher Knopf gedrückt wurde und damit irgendwas aktiviert wird, was ich nicht will.
Für Freaks und Techniker, die den ganzen Tag mit dem Fernseher rumspielen, mag das ok sein. Wenn man aber eigentlich was anderes zu tun hat, eher Gelegenheitsgucker ist, und auch nur gelegentlich mal was ohne großen Aufwand aufnehmen will, dann ist das hier nicht das richtige Gerät.


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