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Rezensionen verfasst von
Matti "Elgarath"

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Voodoo Vibes
Voodoo Vibes
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 30,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die einzige Gurke im Backkatalog, 12. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Voodoo Vibes (Audio CD)
1997 lag die Hardrockwelt immer noch weitgehend am Boden und litt unter den Nachwirkungen der Grunge- und Alternativerockwelle.

Ich habe dieser CD, dem fünften Album der Band, seit ihrem Erscheinen unzählige Versuche gegeben. Manche Platten reifen, man mag sie möglicherweise erst Jahre später und lernt sie erst dann zu schätzen und zu lieben. Bei dieser CD ist es genau umgekehrt: Je mehr Jahre ins Land gehen, umso mehr hört man auch, wie orientierungslos und verzweifelt die Band hier agiert und sich damit schlicht nicht wohl fühlt. In der Produktbeschreibung steht, dass Axxis „schraddeln, schreddern und schreien“. Genau das ist auch mein Eindruck. Daraus resultiert aber noch lange kein „Haufen Hits“, wie ihn Jan Jaedike hier ausgemacht haben will.
Zweifellos sind 2-3 Anspieltipps dabei („World Of Mystery“, „A Life For A Life“, der Text von „Sarajevo“), aber das alles wirkt, wie gesagt, insgesamt eher wie verzweifeltes und orientierungsloses Gewimmer.

Vielleicht sollte man „Voodoo Vibes" in der Rückbetrachtung als den gut gemeinten Versuch werten, der die alten Fans halten und eine neue Generation hinzugewinnen sollte. Allerdings hatten sich Axxis meiner Meinung nach nicht weiterentwickelt, sondern sich im Gegenteil einen komplett anderen, zeitgeistorientierten Stil zugelegt, mit dem viele Altfans der ehemaligen Melodichardrockband absolut nichts anfangen konnten. Und neue Fans ließen sich damit auch nicht rekrutieren. Konsequenterweise hatte sich dann auch die Zusammenarbeit mit dem Majorlabel "EMI" nach dieser Platte erledigt.

In der Folge erlebte ich die Band zusammen mit Pink Cream 69, die mit ihren Alben „Change“ und „Food For Thought“ ebenfalls in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden drohten, in einer halbleeren, kleinen Turnhalle. Ein bejammernswerter Zustand, der sich erst mit dem drei Jahre später erschienenen Nachfolger „Back To The Kingdom“ allmählich wieder änderte. Denn zum Glück besannen sich Axxis auf ihre alten Stärken und kehrten zu dem zurück, womit sie Spaß verbreiten und die Hallen wieder füllen konnten: Kraftvollen, vor Melodien nur so strotzenden und exzellent gespielten Hardrock.

Wie schon für das „Food For Thought“- Album von Pink Cream 69 würde ich gerne auf eine Option für zwei bis zweieinhalb Sterne klicken wollen, da ich die nunmehr drei vergebenen Sterne als viel zu viel erachte. Drei Sterne würden "nicht schlecht" bedeuten, mir gefällt die Platte aber wirklich nicht. Also gut, mit beiden Augen zugedrückt. Zumal „Voodoo Vibes“ auch schon der einzige Totalausfall in der inzwischen 25-jährigen Karriere dieser Klasseband ist.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 14, 2014 8:33 PM CET


Mick Jones
Mick Jones
Wird angeboten von music_fun
Preis: EUR 11,94

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ideenlos und Ausgebrannt, 11. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Mick Jones (Audio CD)
Nach dem letzten gemeinsamen Album mit Foreigner gingen die beiden Hauptsongwriter, Lou Gramm und Mick Jones, aufgrund von Streitereien um die weitere musikalische Ausrichtung der Band vorläufig getrennte Wege und versuchten mehr oder weniger erfolgreich ihre Solokarrieren aufzubauen. Während Lou Gramm mit „Ready Or Not“ und „Long Hard Look“ zwei sehr empfehlenswerte Alben veröffentlichte, blieb Mick Jones mit seiner ersten und letzten eigenen Platte 1989 als Verlierer auf der Strecke.

Eigentlich gehts mit „Just Wanna Hold“ ganz vielversprechend los, allerdings wird der Refrain nach jeder vierten Zeile so oft wiederholt, dass mir der ganze Song nach dem dritten Hören gehörigst auf die Nerven ging. Als „Special Guest“ ist hier Billy Joel angegeben, ob der allerdings Background singt, Klavier spielt oder auf einem Schellenkranz herumhaut, entzieht sich meiner Kenntnis.
In Ordnung gehen für meinen Geschmack zwei Lieder: „Save Me Tonight“ ist ein nettes Gitarrenpoprockliedchen, mitverfasst von der damals allgegenwärtigen Diane Warren. Dieser Song eignet sich ganz gut für einen selbstgebastelten Sampler mit AOR – Musik: Als kleines Schmankerl ist im Hintergrund Joe Lynn Turner zu hören.
Ebenfalls gut ist noch das vierte Lied „Wrong Side Of The Law“, ein kleiner Lichtblick, der auf einem Foreigneralbum tatsächlich nicht die schlechteste Figur abgeben würde. Der Rest ist im günstigsten Fall Meterware ("Four Wheels Turning"), meistens allerdings eher zum Davonlaufen:

„Everything That Comes Around“ ist so ein Song, der ohne Probleme in die ZDF-Hitparade mit Victor Worms gepasst hätte. Leise blubbert der Drumcomputer, darüber klimpert das Keyboard zwei, drei Töne, die Gitarre bleibt brav in der Ecke stehen. Ein Schlager in englischer Sprache halt. Das Hemd bis zum Bauchnabel aufgeknöpft schleicht Jones durch eine in künstlichen Nebel getauchte Showtür die Treppe hinab und hebt langsam das Mikro, um zum Playback halb debil, halb schmachtend in Kamera 3 zu starren. Ab der Hälfte kommt dann noch irgendeine Gospeltante dazu, die den Refrain mit Zweitstimme zerkreischt. Lied fertig, kommen wir nun zur TED-Abstimmung.

Das gleiche gilt für das fürchterlich kitschige „Danielle“, ein Song, den Peter Maffay aus seinen Schlagerjahren in den Siebzigern übriggelassen haben könnte. Dieses Gegniedel vom selben Mann, der Welthits wie „Urgent“, und „I Want To Know What Love Is“ im Alleingang geschrieben hatte und für die Musik von „Juke Box Hero“ und „Cold As Ice“ verantwortlich war? Mein Gott, im Prinzip kann man die gesamte Seite 2 vergessen: Alles Paradebeispiele für die Musik einer völlig ausgebrannten und orientierungslosen Rocklegende, die offenbar noch einen Plattenvertrag erfüllen musste und hierzu keine Lust hatte.

Dieses Soloalbum hier wäre absolut verzichtbar gewesen, hat es doch mit Foreigner und Rockmusik im Allgemeinen herzlich wenig zu tun. Mir ist das eigentlich selbst als Popalbum viel zu seicht. Der Klang geht allerdings in Ordnung und nur deshalb kommt die Platte mit ihren gerade mal zwei Anspieltipps mit zwei Sternen noch gut weg.

Dem geneigten Foreignerfan bieten sich gleich mehrere Alternativen:
Greifen Sie besser zu den beiden oben erwähnten Lou-Gramm-Alben. Mit seiner 1991 gegründeten neuen Band „Shadow King“ sowie der zu Unrecht gefloppten Foreigner-CD „Unusual Heat“ bekommen Sie gleich vier wesentlich gelungenere Platten.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 9, 2013 5:36 PM CET


2
2
Preis: EUR 20,17

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Projekt zur Band?, 29. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: 2 (Audio CD)
Schon ein Jahr nach dem bemerkenswerten Debüt und dem erfolgreichen Auftritt beim diesjährigen Firefest in Nottingham erscheint bereits Lionvilles zweite CD. Erstaunlicherweise immer noch in der weitestgehend gleichen Stammbesetzung mit den beiden Italienern Stefano Lionetti und Alessandro Del Vecchio sowie Gastmusikern von Eclipse, Eden's Course und Shining Line. Auch Work-Of-Art-Sänger Lars Säfsund ist wieder mit an Bord. Wenn sich daraus schließen lasst, dass sich aus dem Projekt allmählich eine feste Band herauskristallisiert, wäre das ein begrüßenswerter Schritt.

Ganz so ruhig wie auf dem Debüt geht es nun nicht mehr zu, dennoch ist der Stil grundsätzlich der gleiche geblieben. Lionville sind also immer noch meilenweit davon entfernt, krachenden Hardrock zu produzieren. Stattdessen enthält "2" erneut 12 sehr eingängige und recht softe AOR-Stücke, die wie Überbleibsel aus den Spätachtzigern klingen. Allerdings wurden die Toto-Anleihen, von denen das Debüt durchzogen war, diesmal zurückgefahren und sind eigentlich nur noch im Chorus des Openers „All We Need“ auszumachen. Auch eine Coverversion ist wieder mit dabei, zu der noch einige Worte gesagt werden müssen:

Während man sich auf dem Vorgänger John Farnhams „Thunder in Your Heart“ vornahm, welches sich perfekt in den Fluss des Albums einfügte, ist es diesmal der Boy-Meets-Girl- Radiohit „Waiting For A Star To Fall“ aus dem Jahr 1987. Dabei bleibt Lars Säfsund so dicht an den Originalgesangslinien, dass ich verwundert ins Booklet schaute, ob da nicht doch der ursprüngliche Sänger George Merrill als Gast dabei ist. Ist er nicht, aber die beiden klingen derart ähnlich, dass der Song mehr als Remix des Originals denn als eigenständige Coverversion erscheint. Zumal eigentlich auch nur Gitarrenspuren hinzugefügt wurden und das Ende nun ein bisschen improvisierter wirkt.

Insgesamt hat man nach wie vor das tolle Gefühl, ein AOR - Album aus den Spätachtzigern gekauft zu haben, dass regelrecht nach der Dauerrotation im Radio schreit, aber vermutlich wie so vieles aus dem Genre wieder einmal ungehört verhallen dürfte. Stattdessen wird man weiterhin immer die gleichen ausgenudelten „Hits der Achtziger“ vorgesetzt bekommen, ohne dass mal die tollen Alternativen vorgestellt werden, welche Harry Hess (Harem Scarem, First Signal), Work of Art und eben Lionville definitiv sind. Da es diesmal keinen ernsthaften Ausfall nach unten gibt und mir lediglich der Mehrwert von "Waiting.." verborgen bleibt, reiche ich nochmals 4 Sterne ein und freue mich auf Lionville 3.


Blue Tears
Blue Tears

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Beste aus vier bekannten Platten - Rock Galore!, 4. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Blue Tears (Audio CD)
Der Tipp eines Forenkollegen und letztlich auch das weitere Stöbern auf Youtube ließ mich auf diesen Rockdiamanten stoßen, der mir auf Anhieb ein Dauergrinsen ins Gesicht meißelte.

Bei 'Blue Tears' handelt es sich das 1990 veröffentlichte Debüt einer recht kurzlebigen Rockband aus Tennessee. Diese bekam auch mit dem hier enthaltenen 'Innocent Kiss' ein wenig Radioairplay in den Staaten, wurde allerdings noch vor dem großen Durchbruch und einem bereits geplanten zweiten Album vom Grunge hinweggespült und geriet dadurch auch gleich wieder in Vergessenheit. Und das ist wieder einmal schade, zumal dieses Album wirklich grandios ist und die sommerlichen Grillparties förmlich herbeischreit.

Nicht nur dort, aber vor allem im Anspieltipp 'Crush' klingt der vor drei Jahren leider verstorbene Sänger Greg Fulkerson in den Strophen einem gewissen Jon Bon Jovi zum Verwechseln ähnlich, während die Band im Chorus Def-Leppard- Hintergrundchöre schmettert, die diese auch mit 'Mutt' Lange nicht anders arrangiert hätten.

Und auch im weiteren Verlauf verwenden 'Blue Tears' gekonnt Einflüsse von 'Slippery When Wet', 'Hysteria', Alice Coopers 'Trash' und auch Wingers 'In the Heart Of The Young'. Die Band wirft die vier Alben in einen Topf, rührt kräftig um und serviert aus diesem Gebräu zehn neue Hits, die auch in produktionstechnischer Hinsicht den ungleich berühmteren Millionensellern in nichts nachstehen: Einen besseren Schlußtrack als 'Thunder In The Night' bot 'Slippery When Wet' auch nicht.

Klar, 'Slippery When Wet', 'Hysteria', 'In The Heart Of The Young' und auch 'Trash' verkauften sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Blue-Tears-Albums 1990 immer noch wie geschnittenes Brot. Wer also, zum Henker, brauchte da auch noch diese Platte? Zumal sie doch eigentlich nichts bietet, was man so nicht schon mal gehört hätte - Ja, und?

Ein Blick darauf lohnt sich für all diejenigen, die die genannten Platten heute noch regelmäßig hören, gerne mal auf die alten Zeiten zurückblicken und ihre Sammlung ergänzen wollen. Das kann man hier getrost und so gibt's rein vom spielerischen Können und auch in klanglicher Hinsicht ohne mit der Wimper zu zucken die vollen fünf Sterne - auch für den enormen Spaß, den das Album eine Dreiviertelstunde lang macht.
Wollte man boshaft sein, so müßte man natürlich einen Stern wieder abziehen, weil den Vorbildern nun wirklich überdeutlich nachgeeifert wird und die eigene Note nahezu völlig fehlt. Mache ich diesmal aber nicht, dafür ist die Platte einfach zu gut.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 10, 2012 9:50 AM MEST


Right here (1991)
Right here (1991)
Wird angeboten von DISCO91
Preis: EUR 9,40

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sträflich missachtetes Fünf-Sterne-Werk, 16. Mai 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Right here (1991) (Audio CD)
Die Meisten scheinen Eddie Money leider nur noch durch seinen heute noch gelegentlich gespielten Hit "Take Me Home Tonight" von 1986 zu kennen. Was sehr schade ist, denn gerade auf diesem, seinem achten Album aus dem Jahr 1991, tummeln sich zehn Gitarrenpop-/Rockkracher, die einen näheren Blick verdient gehabt hätten.

Gleich der Opener scheint direkt von der "Waking Up The Neighbours"-Platte von Bryan Adams (ebenfalls aus 1991) heruntergefallen zu sein. Ein Vergleich, der sich mit dem Blick aufs Cover bestätigt: Tatsächlich stammt der Song aus der Feder des Def Leppard/Bryan-Adams-Produzenten Robert John "Mutt" Lange, wird diesmal jedoch von Keith Olsen (Scorpions, Magnum) soundtechnisch veredelt.

Ein weiterer Höhepunkt ist das bombastische "Run Right Back", treffsicher von Diane Warren in einen absoluten Hit verwandelt: Dieselbe Dame, die mitunter auch für die Aerosmith-Ballade "I Don't Want To Miss A Thing" verantwortlich ist.

Damit ist das Pulver noch lange nicht verschossen - es folgt weiterhin Großartiges: das Tempo wird mit den beiden Rockern "Things Are Much Better Today'" und "'Prove It Every Night" nochmals angezogen, ehe mit der nachdenklichen Ballade "I'll Get By" nach leider recht kurzen 35 Minuten schon der Schluss eingeleitet wird.

Es ist mir absolut nicht verständlich, wieso dieses Album weder vom Publikum geschweige denn von den Radiostationen großartig wahrgenommen wurde.
Eddie Money liefert mit "Right Here" ein fulminantes, jederzeit Radiotaugliches Mainstream-Rockalbum ohne Ausfälle, das für mich sämtliche Anforderungen an ein Fünf-Sterne-Album mühelos erfüllt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 17, 2012 10:56 AM MEST


Trouble or nothing (1988/89)
Trouble or nothing (1988/89)

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die alte Fassung des AOR-Meilensteins, 16. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Trouble or nothing (1988/89) (Audio CD)
Was Produzent Desmond Child in den Achtzigern in die Hand nahm, wurde zu Gold. So feilte er an etlichen Hits für Kiss, schrieb Aerosmith 'What It Takes' auf den Leib, verhalf Bon Jovi zum Millionenseller 'Slippery When Wet' und hatte auch bei Alice Coopers Comebackalbum 'Trash' nicht nur das ein oder andere, sondern nahezu sämtliche Wörtchen mitgeredet.

Somit ist es fast schon selbstverständlich, dass auch 'Trouble Or Nothing' aus nicht weniger als zehn Volltreffern bestand. Zumindest "First Time", der Cola-Werbesong, müsste eigentlich immer noch jedem geläufig sein, der Ende der Achtziger vor lauter Spannung auch noch die Werbepausen von "Auf Achse" oder "Ein Colt für alle Fälle" mitguckte. Beziehungsweise länger als zehn Minuten das Radio eingeschaltet ließ: Diese Single, wochenlang auf Nummer Eins, wurde einfach überall gespielt.

Dabei waren viele der restlichen Songs noch nicht einmal neu und wurden auch nicht extra für Robin Beck geschrieben: Schon Mancher hatte sich bereits zuvor an einigen Songs versucht.
So gibt es beispielsweise eine Frühversion von 'Crazy World Like This' auf einem Soloalbum des späteren Mr.-Big-Sängers Eric Martin.
Auch existieren sogar gleich zwei unterschiedliche Fassungen des Openers 'Hide Your Heart'. Einmal ist das Lied auf dem 'Hot In The Shade'-Album von Kiss zu finden, gleichfalls aber auch bei Bonnie Tyler.
Apropos: Sie hatte sich zuvor auch schon an 'If You Were A Woman And I Was A Man' und auch an 'Save Up All Your Tears' versucht. Alle fünf Varianten sind sehr gut und natürlich ebenfalls empfehlenswert, gelangen aber erst in ihren Beckschen Umsetzungen zu perfekten Rocksongs.

Dazu mag auch die Prominenz beigetragen haben, die hier gleich Scharenweise angekarrt wird: So sind mitunter Paul Stanley (Kiss) und Terry Brock (Strangeways) im Hintergrund zu hören, während Steve Lukather von Toto gleich auf sieben Songs Gitarre spielt.

Dieses Songmaterial war dann auch nicht nur in kommerzieller Hinsicht ein Meilenstein, sondern auch richtungsweisend für ganze Heerscharen von Musikern, die ansatzweise etwas mit Rockmusik zu tun hatten. Von 'Trouble Or Nothing' sollten auch noch Cher und Jennifer Rush profitieren, die in den Folgejahren wiederum Lieder dieses Albums coverten. Natürlich erneut erfolgreich.

Fünf Sterne, ganz klar.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 11, 2013 8:34 AM MEST


Winter Rose
Winter Rose

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frühes Melodic-Rockprojekt des heutigen Dream Theater-Sängers, 31. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Winter Rose (Audio CD)
1988, also einige Jahre vor seinem Beitritt als Sänger von Dream Theater, tat sich James LaBrie mit dem jungen Produzenten Richard Chycki zusammen, um ein paar Demosongs aufzunehmen. Diese sollten dann an diverse Plattenfirmen verschickt werden.

Das frühe Rockprojekt kursierte bis 1997 nur auf einigen Demokassetten in Bootlegform, da LaBrie und Chycki nach den Aufnahmen zwar kurz vor einem Plattenvertrag standen, aber letzten Endes doch keinen bekamen. James nennt das "sein großes Glück", da er sonst wohl nicht bei Dream Theater eingestiegen wäre. Er hatte eines der Demos zur Gesangsaudition mitgebracht und so wurden Dream Theater auf ihn aufmerksam.
1997 nahm sich Chycki die alten Aufnahmen noch einmal vor, remixte sie und endlich konnten die gesuchten Aufnahmen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.

Für Dream-Theater-Allessammler, die sich für die Frühgeschichte des LaBrieschen Schaffens interessieren, lohnt sich diese CD sicherlich. Wer hier allerdings irgendetwas Progressives oder Metal, geschweige denn Experimente in der Art der späteren Mullmuzzler-Platten oder des famosen "Elements Of Persuation"- Soloalbums erwartet, wird garantiert heftig enttäuscht sein. Es handelt es sich bei den Songs um reinen Melodic-Rock mit einigen extrem kitschigen Einlagen - hier ein wenig Europe ("I'll Never Fall In Love Again", "Dianna"), dazu noch etliche schmachtende Ohohoos und stellenweise passt auch der Gesang nicht so wirklich zu dieser Art von Musik.

Was um Himmels Willen nicht heißen soll, dass das Ganze mies oder gar grottenschlecht wäre. Im Gegenteil: Wenn die Erwartungshaltung stimmt, kann man gerade mit der zweiten Hälfte der CD mächtig Spaß haben ("One Last Time", "My Time"). Besonders der Schlusstrack "Thrill Of The Night" hat es mir angetan. Wirklich keine schlechte Arbeit, die mir dreieinhalb bis vier Sterne wert sein soll. Da das Ding aber nur noch zum äußerst heftigen Sammlerpreis erhältlich ist, sollte man sich die Investition gründlich überlegen. Der reine Progressive-Metal-Fan wird das Ganze sowieso furchtbar finden und zieht noch zwei Sterne ab, er ist aber auch - noch einmal - nicht die Zielgruppe.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 1, 2012 8:46 PM CET


First Signal
First Signal
Preis: EUR 12,22

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Melodic Rock-Traum, nur knapp am fünften Stern vorbei, 27. Januar 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: First Signal (Audio CD)
Nach dem Ende von Harem Scarem ist es schön, den kanadischen Sänger Harry Hess doch noch einmal zu hören. Auch wenn es sich bei "First Signal" leider noch nicht um eine gefestigte Band, sondern mehr um ein Studioprojekt handelt, das unter dem Frontiers-Records-Banner mal wieder mit hochklassigen Namen auffährt. Das Ganze ist aber mitnichten eine der vielen All-Star-Fließbandproduktionen, die man von diesem Label beinahe im Wochentakt kaufen kann und die sich dann gelegentlich als strunzlangweilig und überflüssig herausstellen- vielmehr sorgen hier die unterschiedlichen Songschreiber von Bands wie Signal über Work Of Art bis House Of Lords für Abwechslung, wodurch die CD eben nie zu Einheitsbrei verkommt.

Schon die beiden Eröffnungsnummern "This City" und "When You Believe" machen durch ihre Eingängigkeit Lust auf mehr und ehe man sichs versieht, hat man schon auf der Repeattaste herumgedrückt.

"Part Of Me" ließ mich verdutzt in Richtung Stereoanlage blicken: Im Verlauf der ersten Strophe ist der Song nichts anderes als lupenreiner Pop, bevor der Refrain dann doch in einen famosen Rocksong umkippt und die Rübe mitwackelt: Ein genial arrangierter Überraschungseffekt.

Und so wechseln sich weiterhin erstklassige Rocknummern mit durchaus poppigen Einflüssen ("First Signal", "Into The Night") und wirklich schönen Balladen ("When November Ends") ab und halten den Hörer bei Laune.
Ach, Apropos Ballade: Mit "Feels Like Love This Time" gibt es auch endlich mal wieder eine Rockballade, die ich in dieser Form von Bryan Adams (Gesanglich erinnert Hess hier stark an ihn, freilich ohne ihn zu kopieren) seit 20 Jahren nicht mehr gehört habe: Schön rauer Gesang, dazu krachende Gitarren und alles fernab von Schmalz, Gesäusel und Kitsch.

Dennis Ward, der in letzter Zeit als Produzent recht häufig in Erscheinung tretende Bassist von Pink Cream 69, verpasste der CD einen klaren und druckvollen Klang, der herrlich aus den Boxen knallt ohne dabei zu verzerren, was ja heutzutage sonst leider öfter üblich ist.

Wer das fantastische "Diamond Blue" - Album von Terry Brock oder die "Dream The Dream" von Genrekollegen Stan Bush bereits im Schrank stehen hat, schlägt auch hier zu und weiß um die Klasse dieses Albums, ohne auch nur einen Ton gehört zu haben.
Der Rest freut sich auf erstklassigen Melodicrock, der einfach nicht im Radio stattfindet, obwohl so ziemlich jeder Song dort laufen könnte und ohne weiteres in der Lage wäre, ein breiteres Publikum anzusprechen.

"First Signal" schrammt nur Haarscharf an den 5 Sternen vorbei, weil "Crazy" für meinen Geschmack doch etwas zu lahm daherkommt. Und vielleicht ist ja beim nächsten Mal noch die eine oder andere Uptemponummer dabei, die das Ganze noch mehr auflockert. Mit der Bitte um einen Nachfolger vergebe ich also ganz starke vier Sterne und eine unbedingte Kaufempfehlung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 27, 2012 2:45 PM CET


Lionville
Lionville
Preis: EUR 20,17

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ruhiger und entspannender AOR, 28. August 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lionville (Audio CD)
Offensichtlich sind nicht nur Frontiers Records in der Lage, tolle All-Star-Projekte aus der Taufe zu heben. In diesen Tagen wurde über das deutsche Label 'Avenue of Allies' mit 'Lionville' ein AOR-Projekt veröffentlicht, welches Bandmitglieder von Shining Line, Eden's Curse und Eclipse unter einem Dach vereint. Mit dem schwedischen Sänger Lars Säfsund (Work Of Art) wird die großartige Besetzung abgerundet.

Aus ihrer herauszuhörenden Vorliebe zu Toto machen die Musiker erst gar keinen Hehl und bedanken sich im Booklet artig bei Steve Lukather und Bobby Kimball für die Inspiration.

Abgesehen von einigen Melodic-Rocknummern (Here By My Side, Power Of My Dreams) wird hauptsächlich toller, zuweilen sogar durchaus poppiger AOR im besten Toto-Stil geboten, der irgendwo zwischen deren 'Fahrenheit'-Album (1986) und der 'Seventh-One'-Platte (1988) anzusiedeln ist. Mit dem herrlich - melodischen 'Thunder In Your Heart' befindet sich sogar ein Cover des damals äußerst populären John Farnham ('You're The Voice') auf der CD. Dieses passt so perfekt in den Fluss des Albums, dass es locker auch als eigene Nummer durchgehen könnte. Und siehe da, mit Richard Marx (Right Here Waiting, Angelia) steuerte sogar eine altbekannte AOR-Größe die Lyrics zur Ballade 'World Without Your Love' bei. Die Achtziger luken also nicht nur verstohlen um die Ecke, auf 'Lionville' wird ihnen ganz offen Tribut gezollt.

Wie es sich für ein solches Album gehört, liefert sich Säfsund auf 'The Chosen Ones' noch ein schön rockiges Gesangsduett mit Arabella Vitanc von Alyson Avenue.
Lediglich die Abschlussballade 'Say Goodbye' ist ein kleiner Ausfall, der nun wirklich nicht nötig gewesen wäre. Hier wird es mit dem Kitschfaktor sowohl textlich als auch erst recht instrumental so schauderhaft übertrieben, dass man allen Ernstes einen Song von den Backstreet Boys zu hören vermeint. Hilfe!

Ansonsten aber wird Ihnen auf 'Lionville' nahezu perfekter AOR geboten, der ganz bewusst die Illusion hervorruft, dass Sie hier ein Album aus den Endachtzigern in den Händen halten. Modern oder Eigenständig ist das selbstverständlich nicht, aber Sie erhalten ein entspannendes, ruhigeres Rockalbum mit toller Musik, die traurigerweise längst aus dem Radio verschwunden ist. Wenn Sie mögen, dann hören Sie auch mal in das jüngst erschienene Work-Of-Art-Album 'In Progress' rein, wo ja Lars Säfsund ebenfalls am Mikrofon steht.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 29, 2011 12:31 PM MEST


Nightstreet
Nightstreet

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Übersehene Melodicrockperle vom fünften Kontinent, 25. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Nightstreet (Audio CD)
Nach dem drei Jahre zuvor veröffentlichten Debüt erschien mit `Nightstreet' 1992 das zweite und letzte Album der australischen Melodicrocktruppe um Sänger Juno Roxas. Und wiedermal hatten die Rockgötter trotz des enormen Talents der Band kein Einsehen. Statt in sämtlichen Radiostationen in Sydney auf Heavy Rotation zu laufen, verschwanden beide Platten irgendwo im Outback erfolglos in der Versenkung. Warum auch immer, schließlich droht das Album vor Hits und Melodien fast zu platzen.

Der Anspieltipp schlechthin ist der Opener 'Rock'N'Roll Nights' mit seiner unwiderstehlichen Keyboard-Hookline. Ich hatte den Song noch nicht fertig gehört, als ich bereits nach dem gesamten Album stöberte. Ich kaufte es also nahezu blind und wurde alles andere als enttäuscht.

Die Ballade 'This Time' enthält im Chorus einen guten Schuss Bon Jovi, während bei 'First Break Of The Heart' Survivor als deutliche Vorbilder herauszuhören sind.
Der Slowtrack 'Where Are You Now' hätte eine tolle Ergänzung für die damals sehr beliebte Metal-Ballads-Samplerreihe abgegeben - ein bisschen Kitsch, einige "I miss Yous", dazu exzellente Gitarrensoli und Schmachtgesang.. Hach, schön - Füllnummern gibt's hier eigentlich keine.

Die Band liefert also eine durchweg hervorragend arrangierte und abwechslungsreiche AOR/Melodic Rockperle, jedoch hört man der CD das Erscheinungsdatum inzwischen deutlich an. 'Nightstreet' ist mit viel Hall produziert, zugleich aber auch ein wenig dumpf und damit wirken die Aufnahmen nach heutigen Hörgewohnheiten nicht räumlich und gelegentlich wenig präsent. Klar - für eine aufwändigere Produktion dürfte wohl kaum das große Budget zur Verfügung gestanden haben, den fünften Stern kostet das aber leider dennoch. Schade, dass Produzent Mark Opitz (als Tontechniker immerhin verantwortlich für das 'Powerage' - Album von AC/DC sowie den Großteil der INXS-Platten) der Band keinen zeitloseren Sound zusammengezimmert hatte.

Für diese CD würde ich mir eine remasterte Neuveröffentlichung wünschen, 'Nightstreet' hätte sie mehr als verdient. Womöglich in Verbindung mit dem Debüt als Doppel-CD.. Aber genau hier liegt vermutlich der Hase im Pfeffer, denn so unbekannt, wie die Band leider ist, würden die Verkaufszahlen wohl weiterhin - vorsichtig ausgedrückt - überschaubar bleiben.


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