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Rezensionen verfasst von
Christine

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Sturm über dem Nil
Sturm über dem Nil
von Wilfried Westphal
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen ein Standardwerk zu den Ursprüngen des islamischen Fundamentalismus, 5. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Sturm über dem Nil (Gebundene Ausgabe)
Ein Band von erschreckender Aktualität vor dem Hintergrund jüngster Massaker islamischer Fundamentalisten nicht nur in Ägypten, dem Sudan, Algerien und Frankreich: Der 'Mahdi' Sinnbild des Aufbegehrens der farbigen Völker gegen den Weißen Mann. Zugleich aber auch Vorläufer des heutigen islamischen Fundamentalismus. Im Mahdi, der Ende des 19. Jahrhunderts gegen die Britten antrat, vereinen sich die Ideale eines Freiheitskämpfers mit dem unbeugsamen Fanatismus eines Glaubenskämpfers. Zugleich war der Mahdi einer der größten Sklavenhalter seiner Zeit: Eine widersprüchliche Persönlichkeit, deren Schicksal - wie auch der historische und kulturelle Kontext - minutiös nachgezeichnet wird, und zwar anhand der Berichte zeitgenössischer Augenzeugen, die ein ebenso anschauliches wie lebendiges Bild des Sudan am Vorabend der Moderne hinterlassen haben. So entsteht ein faszinierendes Panorama, das nicht nur den historisch Interessierten, sondern zugleich auch die Wagemutigeren unter den Globetrottern anspricht. Denn, es sollte nicht vergessen werden: Noch immer tobt im Sudan, dem größten Land Afrikas, ein Glaubenskrieg, der bislang über eine Million Tote gefordert hat, und selbst die Sklaverei - wie auch solch barbarische Unsitten wie die weibliche Beschneidung - besteht ungehindert weiter.


Bismarck
Bismarck
von Karl H. Strobl
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Bismarck aus der Sicht eines Zeitgenossen, 2. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Bismarck (Gebundene Ausgabe)
einst Klassiker und unvergessen - endlich in Neuauflage-

Strobl, Karl Hans, * 18. 1. 1877 Iglau (Jihlava, Tschechische Republik), † 10. 3. 1946 Perchtoldsdorf (Niederösterreich), Schriftsteller und Jurist. Bis 1913 im Staatsdienst in Iglau und Brünn, dann Zeitschriftenredakteur in Leipzig; Frontberichterstatter im 1. Weltkrieg, nach 1918 als Schriftsteller in Perchtoldsdorf, 1938 Landesleiter der Reichsschrifttumskammer Wien. Vielseitiger und einst viel gelesener Autor deutschnationaler Studenten- und historischer Romane ("Bismarck", 3 Bände, 1915-19); daneben phantastische ("Gespenster im Sumpf", 1920) und humoristische Dichtungen.


Der Lord von Barmbeck. Das Leben des berüchtigten Ein- und Ausbrechers Julius Adolf Petersen, von ihm selbst erzählt.
Der Lord von Barmbeck. Das Leben des berüchtigten Ein- und Ausbrechers Julius Adolf Petersen, von ihm selbst erzählt.
von Julius A. Petersen
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich konnte nicht aufhören zu lesen.... Catch me if you can der Jahrhundertwende, 29. Dezember 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Zunächst eine Anmerkung.... Es besteht kein Zweifel, dass die Aufzeichnungen authentisch sind. Sie wurden von Petersen selbst während der Inhaftierung geschrieben und vom Herausgeber des Buches im Anhang ausführlich kommentiert. Der Herausgeber war selbst Kriminalbeamter und belegt fachlich, zB durch Handschriftenvergleich mit Gerichtsbelegen, Petersen als Autor. Die Aufzeichnungen wurden vom Herausgeber in den Gefängnisakten, wo sie lange schlummerten aufgefunden. Auch inhaltlich konnte die Darstellung so belegt werden.

Natürlich rechtfertigt Petersen seine Motivlage, nicht er sondern seine luxusorientierte Ehefrau habe ihn zu immer neuen Einbrüchen getrieben. Dabei verschweigt er auch die Summen die er erbeutet, angelegt oder ùber seinen Bruder nach Amerika verschoben hat. Dennoch lebte er zwar kultiviert, aber bescheiden. So müssen Abenteuerlust und die in Ganovenkreisen erfahrene Anerkennung seine Triebfeder gewesen sein und ja natürlich seine Herzensdame mit einer Juwelenkette zu behängen.....Dennoch beschreibt er sein Leben vermutlich leichter und voller an abenteuerlicher Komik... als es tatsächlich verlaufen ist.

In den Ursprungstext wurde laut Herausgeber kaum eingegriffen. Das ist aber auch nicht notwendig. Es begegnet uns nicht nur ein, auf die Distanz der Jahre gesehen muss ich es leider sagen, sympathischer Ganove, sondern auch ein brillianter Autor und nicht zuletzt ein romantischer Schürzenjäger, der einen Hang zu sehr kultivierten Damen hat und sogar das Herz einer Komtesse erobern kann. Nun klar, verwerflich, was er ihr damit angetan hat.... Aber eben -wie catch me if you can - dennoch nicht ohne Charm.... Dazu und ganz nebenbei bekommt man einen guten Einblick in die Lebenswelt der Jahrhundertwende, die bittere Armut, die Kriminalität als Ausweg verständlich werden lässt, aber, da Petersen nicht nur in Arbeiter- und Ganovenkreisen verkehrt auch in die Welt anderer Schichten ...Prädikat unbedingt lesenswert ...


Ronald Biggs: Meine Flucht
Ronald Biggs: Meine Flucht

5.0 von 5 Sternen Biografie des legenderen Posträubers, 22. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Ronald Biggs: Meine Flucht (Taschenbuch)
Der Autor stand mit Zeitzeugen, unter anderem mit der damals Nochehefrau von Ronald Biggs in engem Kontakt. Wo mòglich kommen die Betroffenen in Briefzitaten selbst zu Wort. ....

FAZ: Der legendäre britische Posträuber Ronald Biggs machte aus seinem Räuberleben eine Legende. Am 18.12.2013 ist der Brite im Alter von 84 Jahren gestorben. Üble Verbrecher nennt man gemeinhin beim vollen Namen. Ronald Arthur Biggs war „Ronnie“. Seit dem spektakulären Überfall eines Geldtransports, bei dem er 1963 mit mehreren Komplizen 2,6 Millionen Pfund erbeutet hatte, verfolgten die meisten Briten den Räuber als eine Art unwiderstehlichen Kumpel, der sich in seinem Leben einfach mehr getraut hat als sie selbst. Amüsiert-respektvoll lasen sich die ersten Nachrufe, die seinem Tod am frühen Mittwochmorgen folgten.

Schon seine Mutter habe in ihm die Veranlagung zu etwas Großem gesehen, und das habe er ja wohl auch erreicht, sagte Biggs einmal. Auf geradem Wege waren ihm Höhepunkte nicht vergönnt. Aufgewachsen im ärmlichen Londoner Süden, arbeitete er nur drei Jahre, bis er sich auf kleinere und mittlere Einbrüche verlegte und neun Mal verurteilt wurde.

Der 8. August 1963 begründete dann seinen Ruhm – und schuf zugleich seinen einzigen Moment des „Bedauerns“. Nachdem der Postzug auf dem Weg von Glasgow nach London mit Hilfe eines manipulierten Signals zum Stehen gebracht worden war, hatte Biggs den Lokführer mit einer Eisenstange niedergeschlagen. Der litt noch jahrelang unter dem Hieb und starb vermutlich an dessen Spätfolgen.

. Acht Monate später wurde Biggs mit acht seiner Komplizen gefasst und zu 30 Jahren Haft verurteilt. Aber im Juli 1965 gelang ihm seine zweite filmreife Aktion: Über die Mauer des Londoner Wandsworth Prison seilte er sich in einen wartenden Möbelwagen ab. Danach floh er nach Paris, wo er sich einen falschen Pass besorgte und von einem Chirurgen das Gesicht verändern ließ. Es folgte Australien, und ab 1970 Brasilien.

Vier Jahre später schien ihn sein Flüchtlingsglück verlassen zu haben. Er hatte in Rio ein Interview mit der Zeitung „Daily Express“ zugesagt, die wiederum mit Scotland Yard zusammenarbeitete. Kurz darauf flog ein Kommissar mit dem Namen Jack Slipper nach Rio, stellte ihn mit den berühmt gewordenen Worten: „Lange nicht gesehen“ – und musste wenig später unverrichteter Dinge heimkehren. Weil Biggs Geliebte Raimunda de Castro, eine brasilianische Striptänzerin, ein Kind von ihm erwartete, verweigerten die Behörden die Auslieferung. Biggs war nun ein offiziell registrierter, gleichwohl staatlich geschützter Verbrecher, und machte aus seinem Status ein Geschäft, das über die Jahre mal besser, mal schlechter lief.

Er warb für Alarmanlagen, verkaufte T-Shirts und Kaffeebecher mit seinem Konterfei und erzählte seine Räubergeschichten für Geld. Touristen durften für 50 Euro zum Grillen vorbeikommen und seinen Erinnerungen lauschen. Eine höhere Gage wird Biggs erhalten haben, als er 1992 die Teilnehmer des Erdgipfels offiziell darüber unterrichtete, wie sie sich in Rio am besten vor Gewalt schützen.

Ein selbsternanntes Kommando von Soldaten außer Dienst hatte ihn nach Barbados entführt und sich dort – nicht ohne der britischen Boulevardpresse Fotos und Informationen anzubieten – für seine Auslieferung an Großbritannien stark gemacht. Doch das Gesetz meinte es abermals gut mit dem Posträuber. Weil er auf unrechtmäßigem Wege ins Land gebracht worden war, verfügte der Inselstaat Biggs’ Rückkehr nach Rio.
Im Im Jahr 1993 reiste Kommissar Slipper ein weiteres mal nach Rio, dieses Mal, um Biggs von den Vorzügen einer freiwilligen Rückkehr zu überzeugen. Aber der prominent gewordene Räuber hatte besseres zu tun: Ein Jahr später wurden seine Memoiren veröffentlicht, und auch noch fünf Jahre später wies wenig auf Heimweh hin. 1999 feierte er in Rio seinen 70. Geburtstag, zu dem sogar Bruce Reynolds, der Drahtzieher des Postzugüberfalls, angereist war.

Schatten sollte sich erst kurz danach über ihn legen. Eine Reihe von Schlaganfällen setzte ihm so zu, dass er versuchte, sich das Leben zu nehmen. Im Jahr 2001 stellte er sich den britischen Behörden. Als er in London landete, nahmen ihn nicht weniger als 60 Polizisten ihn Empfang.

Seine Strafe saß Ronnie Biggs nicht mehr ab. Nach weiteren gesundheitlichen Schlägen wurde er in ein Krankenhaus verlegt. Eine Begnadigung lehnte der damalige Innenminister Jack Straw zunächst mit den Worten ab, Biggs habe „keine Reue für seine Verbrechen und keinen Respekt für seine Strafe“ gezeigt. Vor vier Jahren durfte er das Krankenhaus dann doch verlassen, als Pflegefall.

Im Jahr vor seiner Rückkehr aus Rio war Biggs von einem BBC-Reporter gefragt worden, wie lange er von seiner Beute habe zehren können. Schon nach drei Monaten sei alles verprasst gewesen, antwortete er stolz. „Seither lebe ich allein von meinem Namen.“ Der Reporter setzte nach: Ob er das Urteil des Richters eigentlich teile, dass sein Leben von „gewaltiger Gier“ motiviert sei. „Ich fürchte“, sagte Biggs fröhlich, „dass ich der gewaltigen Gier vollkommen verfallen bin.“


Chang und Eng
Chang und Eng
von Darin Strauss
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen autobiografischer Roman über den "siamesischen Zwilling", 29. November 2013
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Rezension bezieht sich auf: Chang und Eng (Gebundene Ausgabe)
Antike Skulpturen und Höhlenzeichnungen zeigen, dass es siamesische Zwillinge seit jeher gegeben hat. Die Bezeichnung entstand aber erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als ein Fall aus Thailand – dem damaligen Siam – weltbekannt wurde. Am 11. Mai 1811 brachte eine Chinesin in Mae-Klong, etwa 60 Kilometer westlich von Bangkok, Zwillinge zur Welt. Die Geburt der beiden Jungen war eine kleine Sensation: Sie waren vom Brustbein bis zum Bauchnabel miteinander verwachsen. Die Dorfbewohner betrachteten das Monster argwöhnisch – die seltsamen Zwillinge galten vielen als Omen für den Weltuntergang. Organe teilten sie sich nicht, aber ihre Blutkreisläufe waren über die Lebern miteinander verbunden. Heute könnte man sie mit einer Operation leicht trennen, damals jedoch hätte ein so massiver Eingriff für einen von beiden den Tod bedeutet.

Eine fast normale Kindheit

Chang und Eng wuchsen wie normale Kinder auf. Durch tägliches Training gelang es ihnen, die Knorpel-Hautbrücke zu dehnen, die sie verband, so dass sie nebeneinander stehen, laufen, rennen und sogar schwimmen konnten. Als die beiden 13 Jahre alt waren, wurden sie von dem englischen Händler Robert Hunter und seinem amerikanischen Geschäftsfreund Abel Coffin entdeckt. Die beiden überzeugten die Mutter davon, dass die Zukunft der Zwillinge außerhalb Siams lag – die Summe von 3000 Dollar soll dabei die Überzeugungsfähigkeit von Hunter und Coffin gesteigert haben.

Die Behinderung als Kapital

Mit Auftritten in Barnums Zirkus, damals dem größten der Welt, wurden Chang und Eng weltberühmt
Am 1. April 1829 verließen Chang und Eng Siam und kehrten nie zurück. In Amerika waren sie sehr erfolgreich: Viele bezeichneten sie als das achte Weltwunder. Für 50 Cent Eintritt konnte das Publikum sie beim Laufen und Rennen beobachten und ihnen Fragen stellen. Später erweiterten die beiden ihr Programm durch Rückwärtssalti und Kraftübungen, bei denen sie zum Beispiel den schwersten Zuschauer auf der Bühne umher trugen. So wurden die Brüder als die "Siamesischen Zwillinge" weltberühmt. Da sie in jeder Stadt von Ärzten untersucht wurden, erfreuten sie sich bester Gesundheit. Diese Untersuchungen dienten aber weniger der Vorsorge, vielmehr sollten sie die Verbindung der beiden bestätigen und die Auftritte der siamesischen Zwillinge glaubwürdiger machen. Mehrere Stunden täglich verbrachten Chang und Eng auf der Bühne – gerade einmal 10 Dollar plus Spesen verdienten sie im Monat, während die Shows durchschnittlich 1000 Dollar im Monat einbrachten. Mit 21 beendeten Chang und Eng die Geschäftsbeziehung zu Coffin, der sich schon Jahre zuvor von Hunter getrennt hatte. Stattdessen gingen die Zwillinge mit Phineas Taylor Barnum, dem berühmten amerikanischen Zirkusdirektor, auf Tournee. Mit ihm tingelten sie noch sieben weitere Jahre durch Amerika.

Hochzeit im Doppelpack

Nach zehn Jahren in der Öffentlichkeit wollten sich die Männer schließlich zur Ruhe setzen. Inzwischen hatten sie ein kleines Vermögen angehäuft. 1839 ließen sich Chang und Eng in Wilkesboro in North Carolina nieder, nahmen den Nachnamen Bunker an und kauften eine Tabakplantage. Auf der Hochzeit eines Freundes lernten sie die Schwestern Adelaide und Sally Yates kennen und lieben – was in Wilkesboro auf wenig Gegenliebe stieß. Zu bizarr schien sogar engen Freunden die Vorstellung, dass die Paare ein normales Familienleben führen könnten. Chang und Eng fuhren heimlich nach Philadelphia - sie wollten sich dort operieren lassen, um die Schwestern heiraten zu können. Das konnten die beiden Bräute im letzten Moment verhindern, und damit ihren Männern das Leben retten. So fand am 15. April 1843 im Haus der Eltern von Sally und Adelaide eine Doppel-Hochzeit im kleinen Kreis statt. Nur ein Jahr später bekamen Sally und Adelaide je eine Tochter, im Abstand von sechs Tagen. Auch die zweiten Kinder kamen mit nur acht Tagen Abstand auf die Welt. Wie genau diese Kinder gezeugt wurden, darüber schwiegen sich die Familien aus. Sicher ist aber, dass es im gesamten Haus nur ein einziges Ehebett für alle vier gegeben hat.

Familienleben nach Zeitplan

Im Jahr 1843 heirateten die Bunker-Zwillinge. Insgesamt bekamen sie 21 Kinder
Die Familien wurden immer größer – und nach fast zehn Jahren unter einem Dach trennten sie sich 1852, Adelaide zog mit ihren Kindern aus. Eng und Sally hatten schon neun Kinder, Chang und Adelaide sieben. In den folgenden Jahren bekamen Chang und Adelaide noch drei weitere Kinder, Eng und Sally noch zwei. Der Grund für die Trennung: die Frauen hatten begonnen, sich zu streiten. Chang und Eng lebten von nun an nach einem strengen Zeitplan: immer drei Tage in einem und drei Tage im anderen Haus, wobei der "Gast-Bruder" nach Lust und Laune des "Hausherren-Bruders" leben musste.

Verbunden bis zum Ende

Am 16. Januar 1874 erwachte Eng neben seinem toten Bruder. Chang war mitten in der Nacht an einem Schlaganfall gestorben. Der eilends herbeigerufene Arzt, der die beiden nun doch noch trennen sollte, kam zu spät. Eng starb nur drei Stunden nach seinem Bruder. Woran er gestorben ist, blieb unklar, auch eine Autopsie konnte das nicht klären. Wahrscheinlich ist er dem Schock erlegen. So haben die siamesischen Zwillinge die Welt auf dieselbe Art verlassen, wie sie sie betreten haben: zusammen!


Beute-Kunst-Transfers: Eine andere Kunstgeschichte: Die andere Kunstgeschichte
Beute-Kunst-Transfers: Eine andere Kunstgeschichte: Die andere Kunstgeschichte
von Norbert Wolf
  Gebundene Ausgabe

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Kunstgeschichte, 21. November 2013
Geistliche lassen im Mittelalter Reliquien stehlen....Karl der Große holt Marmorsäulen aus Italien nach Aachen, ägyptische Obelisken werden Jahrhunderte lang zum Wahrzeichen Roms. Um 1800 verschifft man die Partheneon-Skulpturen aus Athen nach London und Napoleon plündert Europa aus, um in Paris ein Megamuseum zu schaffen. Kunsttrransfers verschiedenster Art bieten Stoff für spannende Geschichten. Das Buch ist reich bebildert und spannend zu lesen.

Der Autor Norbert Wolf (* 1949 in Regensburg) ist ein deutscher Kunsthistoriker.
Wolf studierte Kunstgeschichte, Linguistik und Mediävistik zunächst an der Universität Regensburg und dann an der Universität München. 1983 erfolgte seine Promotion im Fach Kunstgeschichte. Nach mehrfacher Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent an der Universität München habilitierte sich Wolf 1992 mit einer Arbeit über Schnitzretabel des 14. Jahrhunderts. Norbert Wolf war Mitarbeiter an dem von Wolfgang Braunfels geleiteten Forschungsprojekt Die Kunst im Heiligen Römischen Reich und Gastprofessor in Düsseldorf, Frankfurt am Main, Leipzig, Marburg, Nürnberg-Erlangen und Innsbruck.
Wolf hat zahlreiche kunsthistorische Sachbücher publiziert, mit Themen die von mittelalterlicher Buchmalerei bis zu Caspar David Friedrich und der erotischen Kunst des 20. Jahrhunderts reichen.


Politische Schriften für und wider die Frauen
Politische Schriften für und wider die Frauen
von Ulrike Helmer
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Osterbriefe und Politische Schriften, 18. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Mit 214 Seiten umfasst der Band 2 Bücher Fanny Lewalds. Die Osterbriefe für die Frauen und " Für und wider die Frauen"

Die Schriften Fanny Lewalds präsentieren die frühe bürgerliche Bewegung in Forderungen, aber auch in Beschränkungen. Neben den Briefen gibt es eine Ausführliche erklärende Einleitung und einen Anerkungsteil.

Lewald war eine Vorkämpferin der Frauenemanzipation: Sie forderte das uneingeschränkte Recht der Frauen auf Bildung und auf gewerbliche Arbeit ebenso, wie sie sich gegen die Zwangsverheiratung junger Frauen einsetzte (sie selbst hatte sich in ihrer Jugend erfolgreich der Verheiratung mit einem ungeliebten Mann widersetzt). Auch gegen das Scheidungsverbot opponierte sie und sprach sich in ihrem dritten Roman Eine Lebensfrage für die Erleichterung der Ehescheidung aus. Soziale Fragen beschäftigten sie immer wieder.


Touristen und Traumtänzer: Ein Reisebuch
Touristen und Traumtänzer: Ein Reisebuch
von Gerhard Schweizer
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Stimmt heute mehr denn je, 18. November 2013
Tunesien... Sri Lanka.. Nepal... Bali....

Wer verreist hat ein Bild von seinem Ziel im Kopf. Dafür sorgt die Tourismuswerbung, die unsere vage Sehnsucht mit verlockenden Bildern und schönen Worten schürt. Die Krisen unserer Gesellschaft, die bedrohte Natur wollen wir ein paar Wochen vergessen. Wir suchen nach einer Gegenwelt in der Ferne, wo uns Menschen gastfreundlich Haus und Herz öffnen, wo wir noch Abenteuer erleben und Exotik hautnah erfahren können.

Die Realität ist anders. Tourismus wird zur Gefahr und verschärft die Probleme in fremden Kulturen, die ohne hin krisengeschüttelt sind. Zerstört Tourismus und bietet sanfter Tourismus eine Lösung?

Gerhard Schweizer ist als Weltreisender und Kulturwissenschaftler ein kritischer Beobachter.

Das Grundthema der meisten seiner Bücher ist der tief gehende Konflikt zwischen Abendland und außereuropäischen Kulturen. Den breitesten Raum nimmt das Thema Islam ein. Schweizer zeigt anhand persönlicher Eindrücke sowie vielfältiger Beispiele aus Geschichte und Gegenwart, weshalb die islamische und die abendländische Welt kulturell eng miteinander verflochten sind. Darüber hinaus analysiert er, weshalb die Kulturmacht Islam während des Mittelalters Europa an Toleranz und Fortschrittlichkeit weit übertraf, aber der Westen zu Beginn der Neuzeit den islamischen Kulturraum an Bedeutung rasch überholte. Zu einer zentralen Frage wird, weshalb bei den Muslimen ein tief gehender Affekt gegen den Westen entstanden ist und weshalb der islamische Fundamentalismus letztlich mehr an seinen inneren Widersprüchen als am Widerstand seiner Gegner scheitert. Und Schweizer ist überzeugt davon, dass eine Integration muslimischer Zuwanderer in Europa trotz bisher ungelöster Konflikte möglich ist.
Das zweite grundlegende Thema bildet die Auseinandersetzung mit Indien und China. Schweizer stellt die Frage, ob es Indien und China trotz vieler schwerwiegender innenpolitischer Spannungen gelingen kann, im 21. Jahrhundert tatsächlich zur großen Herausforderung für den Westen zu werden. Und er zeigt, dass es Europäern schwererfällt, die völlige Andersartigkeit Indiens und Chinas angemessen zu verstehen als die Kultur des Islam (die mit dem Westen geistig verwandt ist). Die intellektuelle Auseinandersetzung mit fremden Kulturen, so Schweizer, habe ihn dazu gebracht, die eigene Kultur mit anderen Augen zu sehen. Denn der vergleichende Blick ermögliche es, die Stärken und Schwächen des Westens neu einzuschätzen.


20000 Meilen mit dem Hochrad um die Welt
20000 Meilen mit dem Hochrad um die Welt
von Thomas Stevens
  Stoffbilderbuch

5.0 von 5 Sternen Abenteuer pur aus einer Zeit als das Hochrad noch ganz neu war, 17. November 2013
Auf seiner Reise auf dem Fahrrad Richtung Osten wurde der Autor immer wieder von Menschenmengen bestaunt, die ihn aufforderten, Vorführungen mit dem Rad zu machen. Er nahm das mit Humor, auch wenn er davon sowie von ständigen Befragungen durch die Polizei mitunter genervt war. In Konstantinopel legte er eine Pause ein; bei der Weiterfahrt wurde er überfallen, konnte jedoch die Räuber mit seiner Pistole abschrecken. Den Winter verbrachte er in Teheran, um weiter nach Russland zu fahren, was ihm jedoch verwehrt wurde, so dass er trotz Warnungen eine Route durch Afghanistan und Indien wählte. Im afghanischen Farah wurde er jedoch inhaftiert und an der Weiterfahrt gehindert, so dass er mit dem Zug nach Konstantinopel zurückkehren und mit dem Schiff nach Indien reisen musste. Dort durchquerte er das Land über die Grand Trunk Road bis nach Hongkong. Wiederum schlug er Warnungen in den Wind und fuhr weiter nach China, das er jedoch nach wenigen Wochen wegen der feindseligen Einstellung der Bewohner wieder Richtung Shanghai verließ. Dort nahm er ein Dampfschiff nach Japan, das ihm wegen seiner freundlichen Bevölkerung und der guten Straßen gefiel. Am 17. Dezember 1886 erreichte Stevens Yokohama, das Ziel seiner Reise, nach einer Fahrt von 13.500 Meilen (22.000 Kilometer). Er reiste weiter nach San Francisco, verfasste ein zweibändiges, 1000 Seiten dickes Buch über seine Erlebnisse, wurde berühmt und reiste durch die USA zu Lesungen und Vorträgen


Harem : Erinnerungen der Prinzessin Djavidan Hanum, frühere Gemahlin des Khediven von Ägypten.
Harem : Erinnerungen der Prinzessin Djavidan Hanum, frühere Gemahlin des Khediven von Ägypten.

5.0 von 5 Sternen so lebte die Autorin in Tausendundeiner Nacht ...., 6. Oktober 2013
Was auf den ersten Blick anmutete wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, entpuppte sich bei näherer Betrachtung als ein Leben voll schroffer Gegensätze: Einerseits größter Reichtum und unendliche Prachtentfaltung, andererseits strengstes religiöses und höfisches Zeremoniell, wonach Frauen vom offiziellen Leben ausgeschlossen blieben. Es gilt als eines der großen Verdienste von Djavidan, dass sie in ihrem 1930 erschienenen Buch Harem mit vielen Vorurteilen und falschen Bildern von den „Häusern der Glückseligkeit“, wie die Haramliks, die Harems, auch bezeichnet wurden, abrechnete; dies war ihr nicht allein auf Grund eigener Anschauung, sondern vor allem infolge eifriger Islam-, Geschichts- und Sprachstudien möglich. Doch sosehr Djavidan sich auf ihr Leben am ägyptischen Hof auch vorbereitet hatte – im Kern war sie doch eine aufgeklärte und emanzipierte Europäerin geblieben. Als erschwerend mag hinzugekommen sein, dass die Ehe zwischen ihr und Abbas Hilmi kinderlos geblieben war; den letzten Anstoß zur Trennung dürfte Abbas Hilmis Liaison mit der Pariser Tänzerin Andrée de Lusange (Georgette Mesny) gegeben haben, welcher der ehemalige Getreue und Hilmi-Berater Clemens von Arvay später[3]die Schuld daran gab, dass Prinzessin Djavidan den Khediven verließ (...) und dass sich seine treuesten Freunde und ergebensten Angestellten von ihm abwandten.


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