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Rezensionen verfasst von
Miezekatze (München)

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Cry Baby - Scharfe Schnitte: Roman
Cry Baby - Scharfe Schnitte: Roman
von Gillian Flynn
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Beeindruckender Debütroman, hart und unnachgiebig, 2. Juli 2015
Gillian Flynns Debütroman "Sharp Objects" hat mich gefangen genommen. Camille ist eine wunderbar gebrochene Figur, eine Gefangene ihrer Kindheit mit einer grauenvollen Mutter. Ihr malträtierter Körper, beschrieben auf jedem freien Fleck, glühend einzelne Worte, einfach nur mitreißend. Camille hat mich von Anfang bis Ende überzeugt und nicht mehr losgelassen. Ihre Interaktionen mit Mutter Adora und Schwester Amma werden von Anfang an vom Unheimlichen durchzogen. Dafür Chapeau, Gillian Flynn!

Was mir weniger gefallen hat, waren die Zufälle, die Camille und ihre Familie ins Zentrum von allem stellen, von Camilles Entsendung nach Wind Gap durch eine Vaterfigur, die meint, es sei nötig für sie, bis hin zur Auflösung der Mordfälle. Auch wird das Tempo im letzten Viertel mitunter etwas schleppend; Camilles Drogenexperimente, ihre Erlebnisse und Gespräche mit Amma - hmmmm.

Fazit: Super Buch, hart und unnachgiebig, aber wegen der für mich zu großen Zufälle einen Stern Abzug.


Sharp Objects
Sharp Objects
von Gillian Flynn
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,87

4.0 von 5 Sternen Beeindruckender Debütroman, hart und unnachgiebig, 2. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sharp Objects (Taschenbuch)
Gillian Flynns Debütroman "Sharp Objects" hat mich gefangen genommen. Camille ist eine wunderbar gebrochene Figur, eine Gefangene ihrer Kindheit mit einer grauenvollen Mutter. Ihr malträtierter Körper, beschrieben auf jedem freien Fleck, glühend einzelne Worte, einfach nur mitreißend. Camille hat mich von Anfang bis Ende überzeugt und nicht mehr losgelassen. Ihre Interaktionen mit Mutter Adora und Schwester Amma werden von Anfang an vom Unheimlichen durchzogen. Dafür Chapeau, Gillian Flynn!

Was mir weniger gefallen hat, waren die Zufälle, die Camille und ihre Familie ins Zentrum von allem stellen, von Camilles Entsendung nach Wind Gap durch eine Vaterfigur, die meint, es sei nötig für sie, bis hin zur Auflösung der Mordfälle. Auch wird das Tempo im letzten Viertel mitunter etwas schleppend; Camilles Drogenexperimente, ihre Erlebnisse und Gespräche mit Amma - hmmmm.

Fazit: Super Buch, hart und unnachgiebig, aber wegen der für mich zu großen Zufälle einen Stern Abzug.


In einem anderen Buch: Roman
In einem anderen Buch: Roman
von Jasper Fforde
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1.0 von 5 Sternen Billiges Feuerwerk, 29. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: In einem anderen Buch: Roman (Taschenbuch)
Der zweite Teil von Thursday Next hat mich genauso enttäuscht wie der erste. Die Protagonisten bleiben gewohnt eindimensional, der Witz zündet nur an der Oberfläche, die Handlung ist ein billiges Feuerwerk, das man für Kinder zur Bettgehzeit an Silvester loslässt. Wer die Unterhaltsamkeit eines Buches am Einfallsreichtum der Namen misst, ist hier bestens aufgehoben; wir begegnen im englischen Original den Agenten Kannon und Phodder, Walken und Dedman, Lamme und Slorter, und zu Schitt gesellt sich Schitt-Hawse. Hahaha! Einmal gelacht, dann abgehakt.

Mit Ausflügen in die englischen Romane des 19. Jahrhunderts beweist Fforde, dass er sich bestens in der Literatur auskennt. Thursday Next bekommt Miss Havisham aus "Great Expectations" an die Seite gestellt, und Miss Havisham darf sich bei Fforde als Autonärrin outen, ansonsten wird aus der tragischen Figur bei Dickens ein flacher Pappkamerad. So flach wie die Figuren, so oberflächlich die Handlung - sie hat mich weder ergriffen noch gefesselt, Landens Verschwinden, Thurdays Schwangerschaft, der drohende Untergang der Welt, gähn. Irgendwann hab ich die Seiten quer gelesen. Allein Ffordes Spiel mit Kafkas "Prozess" ist clever gelungen und amüsant, dafür einen wohlverdienten Stern.


Lost in a Good Book (Thursday Next)
Lost in a Good Book (Thursday Next)
von Jasper Fforde
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

1.0 von 5 Sternen Lost in a Boring Book, 28. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der zweite Teil von Thursday Next hat mich genauso enttäuscht wie der erste. Die Protagonisten bleiben gewohnt eindimensional, der Witz zündet nur an der Oberfläche, die Handlung ist ein billiges Feuerwerk, das man für Kinder zur Bettgehzeit an Silvester loslässt. Wer die Unterhaltsamkeit eines Buches am Einfallsreichtum der Namen misst, ist hier bestens aufgehoben; wir begegnen den Agenten Kannon und Phodder, Walken und Dedman, Lamme und Slorter, und zu Schitt gesellt sich Schitt-Hawse. Hahaha! Einmal gelacht, dann abgehakt.

Mit Ausflügen in die englischen Romane des 19. Jahrhunderts beweist Fforde, dass er sich bestens in der Literatur auskennt. Thursday Next bekommt Miss Havisham aus "Great Expectations" an die Seite gestellt, und Miss Havisham darf sich bei Fforde als Autonärrin outen, ansonsten wird aus der tragischen Figur bei Dickens ein flacher Pappkamerad. So flach wie die Figuren, so oberflächlich die Handlung - sie hat mich weder ergriffen noch gefesselt, Landens Verschwinden, Thurdays Schwangerschaft, der drohende Untergang der Welt, gähn. Irgendwann hab ich die Seiten quer gelesen. Allein Ffordes Spiel mit Kafkas "Prozess" ist clever gelungen und amüsant, dafür einen wohlverdienten Stern.


Arthur & George
Arthur & George
von Julian Barnes
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

2.0 von 5 Sternen Spannungsfrei und betulich, 27. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Arthur & George (Gebundene Ausgabe)
"Arthur und George" schildert die Lebensgeschichten von Arthur Conan Doyle und von George Edalji, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Der schottische Arzt Arthur wird durch seine Sherlock-Holmes-Geschichten weltberühmt, und George, Sohn eines parsischen Pastors in Mittelengland, wird schon in der Schule gemobbt. George flüchtet sich in die scheinbar objektive Welt der Juristerei, doch als Gräueltaten an Pferden verübt werden, gerät er sofort unter Verdacht. Trotz dünner Beweislage wird George verurteilt, und er wendet sich an den berühmten Schöpfer von Sherlock Holmes, dem jedermann die detektivischen Fähigkeiten seiner Kunstfigur unterstellt. Arthur Conan Doyle, auf der Höhe seiner Berühmtheit und privat in Depression, erforscht nun das Verbrechen, das George begangen haben soll...

Spoiler:

Julian Barnes hat hier ein faszinierendes und skandalöses Kapitel der englischen Justizgeschichte ausgegraben. Der Justizirrtum wird wunderbar dargestellt, und Doyles Einsatz für George Edalji ist bewundernswert. Allerdings fand ich den Roman arg betulich - sicher, wir lernen George sehr gut in seiner naiven, ja, fast autistischen Sicht auf die Welt kennen. Auch über den Lebensweg von Arthur Conan Doyle, der wie selbstverständlich von Erfolg zu Erfolg eilt, weiß ich nun mehr. Aber fand ich es spannend erzählt? Selten, zu selten. Sicher, die Biografien sind nett erzählt, aber besonders bei Doyle hat's mich nicht mitgerissen, selbst sein scheinheiliges Getue um quasi-Mätresse Jean nicht. Auch Georges Schicksal, fälschlich angeklagt zu werden, hat mich emotional nicht ergriffen. Zu sehr waren die Beweise getürkt, die Aussagen blöd und die Anklage unplausibel. Schade für George, dass er trotzdem verurteilt wurde, aber dass Doyle irgendwie alles richten würde, war mir von vorneherein (und damit viel zu schnell) klar. So bargen Doyles Rehabilitationsbemühungen für mich keine Spannung. Mittendrin fragte ich mich manchmal, ob nicht doch George der Täter sein könnte, nur weil's so unerwartet wäre, und so hatte ich mal einen Moment Spannung, der sich dann aber gleich wieder in Luft auflöste. George wird viel zu schnell aus jeder Ambivalenz rausgenommen; er ist nur Opfer einer Polizeiintrige und nicht potenzieller Täter, und das wird viel zu schnell klar. Schade schade. Ich hätte mir fast gewünscht, George wär's nun doch gewesen, nur damit ich irgendwo mal überrascht werde und aus dem in gerader Richtung fließenden Handlungsstrom in einen unerwarteten Strudel gezogen werde.

Ich bin ein großer Fan von Julian Barnes und liebe seine geschiffenen Romane, aber hier hat er ein potenziell spannendes Sujet mit zugegebenermaßen großer Eleganz spannungsfrei erzählt. Enttäuschend! Nur 2 Sterne, leider.


Arthur & George
Arthur & George
von Nigel Anthony
  Audio CD
Preis: EUR 16,12

2.0 von 5 Sternen Spannungsfrei und betulich, 27. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Arthur & George (Audio CD)
"Arthur and George" schildert die Lebensgeschichten von Arthur Conan Doyle und von George Edalji, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Der schottische Arzt Arthur wird durch seine Sherlock-Holmes-Geschichten weltberühmt, und George, Sohn eines parsischen Pastors in Mittelengland, wird schon in der Schule gemobbt. George flüchtet sich in die scheinbar objektive Welt der Juristerei, doch als Gräueltaten an Pferden verübt werden, gerät er sofort unter Verdacht. Trotz dünner Beweislage wird George verurteilt, und er wendet sich an den berühmten Schöpfer von Sherlock Holmes, dem jedermann die detektivischen Fähigkeiten seiner Kunstfigur unterstellt. Arthur Conan Doyle, auf der Höhe seiner Berühmtheit und privat in Depression, erforscht nun das Verbrechen, das George begangen haben soll...

Spoiler:

Julian Barnes hat hier ein faszinierendes und skandalöses Kapitel der englischen Justizgeschichte ausgegraben. Der Justizirrtum wird wunderbar dargestellt, und Doyles Einsatz für George Edalji ist bewundernswert. Allerdings fand ich den Roman arg betulich - sicher, wir lernen George sehr gut in seiner naiven, ja, fast autistischen Sicht auf die Welt kennen. Auch über den Lebensweg von Arthur Conan Doyle, der wie selbstverständlich von Erfolg zu Erfolg eilt, weiß ich nun mehr. Aber fand ich es spannend erzählt? Selten, zu selten. Sicher, die Biografien sind nett erzählt, aber besonders bei Doyle hat's mich nicht mitgerissen, selbst sein scheinheiliges Getue um quasi-Mätresse Jean nicht. Auch Georges Schicksal, fälschlich angeklagt zu werden, hat mich emotional nicht ergriffen. Zu sehr waren die Beweise getürkt, die Aussagen blöd und die Anklage unplausibel. Schade für George, dass er trotzdem verurteilt wurde, aber dass Doyle irgendwie alles richten würde, war mir von vorneherein (und damit viel zu schnell) klar. So bargen Doyles Rehabilitationsbemühungen für mich keine Spannung. Mittendrin fragte ich mich manchmal, ob nicht doch George der Täter sein könnte, nur weil's so unerwartet wäre, und so hatte ich mal einen Moment Spannung, der sich dann aber gleich wieder in Luft auflöste. George wird viel zu schnell aus jeder Ambivalenz rausgenommen; er ist nur Opfer einer Polizeiintrige und nicht potenzieller Täter, und das wird viel zu schnell klar. Schade schade. Ich hätte mir fast gewünscht, George wär's nun doch gewesen, nur damit ich irgendwo mal überrascht werde und aus dem in gerader Richtung fließenden Handlungsstrom in einen unerwarteten Strudel gezogen werde.

Ich bin ein großer Fan von Julian Barnes und liebe seine geschiffenen Romane, aber hier hat er ein potenziell spannendes Sujet mit zugegebenermaßen großer Eleganz spannungsfrei erzählt. Enttäuschend! Nur 2 Sterne, leider.


Black Box: Thriller
Black Box: Thriller
von Michael Connelly
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Aus alter Solidarität 2 Gnadensterne, 6. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Black Box: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Hieronymus Bosch war für mich der tollste Ermittler überhaupt - bis Connelly ihn zum Vollzeitvater machte! Jetzt sind Boschs herrliche Kanten glatt geschliffen, und sein kurzes Aufbäumen gegenüber dem gesichtslosen Bürokraten O'Toole lässt mich wehmütig an die blutigen Fehden mit Irving Irvin zurückerinnern. Stattdessen schenkt Connelly seinem domestizierten Ermittler eine 16-jährige Tochter, die als Nicht-Pubertierende unglaubwürdig ist, aber sich als neuer Stern am Himmel der Waffenlobbyisten qualifiziert. Boschs Beziehung zu Hannah bleibt verschwommen, aber objektiv betrachtet, passen die beiden null zusammen - außer Boschs Domestizierungsprogramm wird von Connelly im nächsten Band noch weiter vorangetrieben! Dass Bosch nun aufgrund von Mendenhalls Anmerkung Chu mit dem Vornamen anspricht, passt wie die Faust aufs Auge. Der 20-jährige Mordfall ist sicher von emotionaler Bedeutung in den USA (ein Schneewittchen kommt in den Rassenunruhen in L.A. um), ist aber erst nach mehr als der Hälfte des Buchs in Fahrt gekommen.

Die Mickey-Haller-Reihe ist inzwischen spannender - Connelly hat sich innerlich von seinem düsteren Bosch verabschiedet, melkt ihn aber noch für Cash aus. Interessieren tut er sich sehr viel mehr für Mickey Haller, das merkt man den Büchern an. Schade für Hieronymus. Aus alter Solidarität für Bosch noch 2 Sterne. Verdient hätte das Buch nur einen.


Die verlorenen Spuren: Roman
Die verlorenen Spuren: Roman
von Kate Morton
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Langatmig und zäh - und dann ein Twist am Schluss!, 29. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Die verlorenen Spuren: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch hat mich leider nur streckenweise in seinen Bann ziehen können; zu oft und zu lange gab's Durchhänger. Dabei ist die Geschichte nicht uninteressant, nur ist sie oft zu breit erzählt. Immer wieder fragte ich mich: warum soll mich das nun interessieren? Hat das eine Relevanz für die Handlung? Mir erschien, dass viele der Details um ihrer Selbst willen erzählt wurden und nicht mehr nur der Gestaltung der Atmosphäre dienten.

Am wenigsten konnte ich mich leider mit den Figuren anfreunden. Dolly wurde zunehmend unsympathisch, Vivian blieb ein Schatten bis ins letzte Viertel, und Laurel war ein netter Pappkamerad, aber keine dreidimensionale, reife Frau. Dass sie die erfolgreichste Schauspielerin Englands sein sollte, konnte ich zwar dem Buch entnehmen, aber gespürt hab ich's zu keinem Zeitpunkt. Laurel hätte genausogut Universitätsdozentin, Managerin im Ruhestand oder Hausfrau sein können. Wenigstens war Jimmy eine gut gezeichnete Figur, auch wenn die Autorin erst mal eine falsche Fährte legte, was seinen Charakter betraf.

Je weiter ich im Hörbuch kam, desto mehr fragte ich mich, weshalb ich mir diese ganzen nur halbinteressanten Geschichten anhören musste. Des Rätsels Lösung kam nach 95% des Buchs - ein Twist wie ein Paukenschlag. Stimmig und clever, auf jeden Fall, die letzten Meter des Romans rissen mich gekonnt aus der Lethargie, in die mich das Buch bis dahin versetzt hatte.

Eigentlich hätte "The Secret Keeper/Die verlorenen Spuren" höchstens zwei Sterne mangels Spannung verdient, aber mit dem gelungenen Ende kann ich mich zu einem dritten Stern durchringen.


The Secret Keeper
The Secret Keeper
von Kate Morton
  MP3 CD
Preis: EUR 15,34

3.0 von 5 Sternen Langatmig und zäh - bis kurz vor Schluss!, 29. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Secret Keeper (MP3 CD)
Dieses Buch hat mich leider nur streckenweise in seinen Bann ziehen können; zu oft und zu lange gab's Durchhänger. Dabei ist die Geschichte nicht uninteressant, nur ist sie oft zu breit erzählt. Immer wieder fragte ich mich: warum soll mich das nun interessieren? Hat das eine Relevanz für die Handlung? Mir erschien, dass viele der Details um ihrer Selbst willen erzählt wurden und nicht mehr nur der Gestaltung der Atmosphäre dienten.

Am wenigsten konnte ich mich leider mit den Figuren anfreunden. Dolly wurde zunehmend unsympathisch, Vivian blieb ein Schatten bis ins letzte Viertel, und Laurel war ein netter Pappkamerad, aber keine dreidimensionale, reife Frau. Dass sie die erfolgreichste Schauspielerin Englands sein sollte, konnte ich zwar dem Buch entnehmen, aber gespürt hab ich's zu keinem Zeitpunkt. Laurel hätte genausogut Universitätsdozentin, Managerin im Ruhestand oder Hausfrau sein können. Wenigstens war Jimmy eine gut gezeichnete Figur, auch wenn die Autorin erst mal eine falsche Fährte legte, was seinen Charakter betraf.

Je weiter ich im Hörbuch kam, desto mehr fragte ich mich, weshalb ich mir diese ganzen nur halbinteressanten Geschichten anhören musste. Des Rätsels Lösung kam nach 95% des Buchs - ein Twist wie ein Paukenschlag. Stimmig und clever, auf jeden Fall, die letzten Meter des Romans rissen mich gekonnt aus der Lethargie, in die mich das Buch bis dahin versetzt hatte.

Eigentlich hätte "The Secret Keeper" höchstens zwei Sterne mangels Spannung verdient, aber mit dem gelungenen Ende kann ich mich zu einem dritten Stern durchringen.


Der Fall Jane Eyre: Roman
Der Fall Jane Eyre: Roman
von Jasper Fforde
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2.0 von 5 Sternen Witz ohne Tiefgang, 23. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Jane Eyre: Roman (Taschenbuch)
Gewitzt und fantasievoll ist die "Eyre Affair" sicherlich; der Autor zündet ein Feuerwerk an irren Ideen, die jede Seite sprühen. Wenn man etwas mehr erwartet als Kracher hier und dort, dann hat das Buch für alle Freunde der englischen Literatur was zu bieten, besonders Referenzen auf die Literatur des 19. Jhs. und natürlich Shakespeare. Und warum hat mich das Buch trotzdem nicht überzeugt? Mir erschienen die Figuren wie Pappkameraden; die Handlung bleibt an der Oberfläche, und emotional nahm mich gar nichts mit. Der Wortwitz ist genauso oberflächlich wie die Figuren, die kreativen Namen der Protagonisten haben sich schnell totgelaufen. Fforde bastelt ein komplexes Universum, aber weshalb in dieser Welt Literatur einen derartigen Stellenwert genießt, erschließt sich mir nicht. Auch interessant, dass man Dodos klonen kann, aber der Jetantrieb noch der Entwicklung harrt. Alles irgendwo pfiffig, hinterließ bei mir aber einen schalen Nachgeschmack.
Fazit: Wer oberflächlichen Eskapismus mag, ist hier bestens aufgehoben. Für Witz ohne Tiefgang nur 2 Sterne.


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