earlybirdhw2015 Hier klicken Jetzt Mitglied werden lagercrantz Cloud Drive Photos Professionelle Fotografie2 Learn More praktisch UrlaubundReise Fire HD 6 Shop Kindle Sparpaket Autorip SummerSale
Profil für recensore > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von recensore
Top-Rezensenten Rang: 76.995
Hilfreiche Bewertungen: 361

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
recensore (Bayern)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4
pixel
Das Weltall: Aufbau, Geschichte, Rätsel (Beck'sche Reihe)
Das Weltall: Aufbau, Geschichte, Rätsel (Beck'sche Reihe)
von Dieter B. Herrmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vor dem Jahr 1609 - und danach, 26. September 2014
Das Jahr 1609 markiert mit der Erfindung des Fernrohrs eine Zeitenwende in der Astronomie. In seinem Buch "Das Weltall: Aufbau, Geschichte, Rätsel" zoomt der Astrophysiker Dieter B. Herrmann sich mit uns an Raum und Zeit heran - oder sollte man sagen: an Räume und Zeiten? Aber wir bleiben hier der Einfachheit halber bei der Einzahl. Denn einfach sind auch die Fragen, die Herrmann stellt, will heißen: die Vergrößerungsstufen des Fernrohrs, das er verwendet.

Auf Stufe 1 kommen unser Sonnensystem und seine Planeten zum Vorschein. So verbleibt etwa unserer Sonne noch Energie für rund fünf Milliarden Jahre, bevor sie sich bis zur Marsbahn ausdehnt. Doch noch ganz andere Details werden deutlich: Um den Planeten Uranus ausfindig zu machen, hat es schon der Technik bedurft; Uranus seinerseits hat aber wiederum geholfen, einen weiteren Planeten "hervorzuholen". Aber Fragen gibt's auch "unter der Sonne" noch: Warum zum Beispiel dreht sich die Venus anders als alle anderen Planeten?

Weitere Fragen treten zu Tage, wenn Herrmann das Fernrohr auf Stufe 2 dreht: Geht es um die Herkunft des Alls, fällt jedem natürlich sofort der Urknall ein, dessen Widerhall zwar noch heute zu hören ist, der sich aber etwas unnahbar gibt - kommt man an ihn doch nie so ganz heran. Wie "laut" der Knall damals wirklich gewesen ist, lässt sich also nur erahnen.

Auf Stufe 3 des Fernrohrs wiederum erahnt man, was "weiter draußen" im All passiert - und sei es nur jenseits des Zentrums unserer Milchstraße. Für den Blick "nach draußen", den Blick in die mögliche Zukunft des Universums muss Radiotechnologie eingesetzt werden. Oder wäre man sonst zu der Entdeckung gelangt, dass die größten Konstruktionsteile des Kosmos' aussehen wie das Innere eines Bienenstocks? Hätte man zu denken gewagt, dass sich das Universum derzeit mit unvorstellbarer Geschwindigkeit ausdehnt, dabei gar so etwas wie dunkle Energie am Werk gesehen?

Dunkel sind die Blicke durch die Linse des Fernrohrs nun ganz und garnicht, die Herrmanns Buch gewährt. Sie leuchten Raum und Zeit aus, sie bringen den Stand und die Regeln der Sternenkunst großartig zu Papier und verdeutlichen, dass einige der ganz großen Fragen - wie schon im Jahr 1609 - nach wie vor der Klärung harren, vielleicht am Ende gar gänzlich ohne Lösung bleiben werden.


Gebrauchsanweisung für Brasilien
Gebrauchsanweisung für Brasilien
von Peter Burghardt
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mindestens ein 3:0!, 5. September 2014
Wäre Peter Bughardts Buch "Gebrauchsanweisung für Brasilien" eine Fußballmannschaft, sie würde jedes Match mindestens mit 3:0 gewinnen.

Das 1:0 ist nämlich schon damit geschafft, dass der Journalist Burghardt über den "Papst" unter den Schönheitschirurgen berichtet, der ja so mancherlei Menschen unters Messer nimmt, der aber nicht nur bei makellosen Models auch mal den Mut hat, schlicht und einfach Nein zu sagen zum Modellieren.

A propos Nein sagen - da ist schon das 2:0, die kleine Sprachschule, die das Buch bietet. Nein zu sagen ist auch auf Brasilianisch leicht. Da heißt es einfach: Não. Wie aber würden wir antworten, wenn uns jemand fragt: Tudo bem? Also: Geht's gut? Da gibt's nur eins: Tudo bem. Ja sagen ist also für Deutsche hier schwieriger, aber wohl gemerkt: die einzig mögliche Antwort.

Mehrere mögliche Antworten dagegen sehen erfolgreiche Brasilianer heute, wenn es um die Frage geht: Wie lässt sich Geld verdienen? Gold, Zuckerrohr, Weidewirtschaft. Vielen, sehr vielen im größten Land Südamerikas aber ist der Weg zum Wohlstand von vornherein versperrt. Die Schere zwischen Arm und Reich ist schon weit geöffnet, wie wir in dem Buch erkennen, es gibt Tycoons, es gibt aber auch Tausende, die Tag für Tag um ihr Auskommen bangen. Ohnehin auf des Messers Schneide steht der Umweltschutz am Amazonas, und das trotz großer Anstrengungen seitens des Staates und vieler Privater. Weil wir mit dem Buch auch so tief in die Wirtschaftswelt Brasiliens eintauchen, die für uns Europäer so voll von Widersprüchen ist, steht es also nun 3:0!

Und das ganz ohne Fußball! Nähmen wir den noch mit dazu - Burghardt bringt etwa Biografien der wichtigsten Ballkünstler -, so könnte das Spiel gut und gerne 4:0 oder 5:0 ausgehen, wohl gemerkt: ohne Gegentor. Wir sehen: Burghardts Buch ist nicht nur was für Fußballfans, sondern wird jeden, der Südamerika mag, für "Brasil" begeistern.


Grundriss der deutschen Rechtsgeschichte
Grundriss der deutschen Rechtsgeschichte
von Rudolf Gmür
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiger Gebäudeplan, 6. Oktober 2013
Die "Architekten" des Werks, der verstorbene Rudolf Gmür und Andreas Roth, sind zwei Professoren des rechtshistorischen Fachs und haben ihrem "Grundriss der deutschen Rechtsgeschichte" eine Vorlesung zum Fundament gegeben.

Aus besagtem Fundament treten die Säulen hervor, die das Gebäude der Rechtsgeschichte in Deutschland tragen, Säulen, zu denen etwa der Föderalismus gehört, ein Institut, dessen Grund bereits im Mittelalter gelegt wurde und in der frühen Neuzeit.

Das Mittelalter meißelt an der Säule des Föderalismus schon mit den ursprünglich sieben Kurfürsten und ihren Erzämtern; viel klarer noch beginnt die Epoche die Konturen des Föderalismus zu formen mit dem "Leihezwang" (Rn. 104), der die Struktur des mittelalterlichen Reiches prägt, andernorts in Europa aber nicht ins Bild der Zeit gehört.

Am Anfang der Neuzeit stehen sodann vor allem der Augsburger Religionsfriede von 1555 auf dem Bauplan und auch der Grundsatz "cuius regio eius religio" (Rn. 250), die abermals bereits den Charakter des heutigen Föderalismus als tragende Säule im Gebäude der deutschen Rechtsgeschichte aufscheinen lassen.

Aber nicht nur der Föderalismus tritt beim Ansehen des Werkes deutlich hervor, auch andere grundlegende und über die Jahrhunderte gewachsene Säulen des deutschen Rechts, zum Beispiel das Werden der Grundrechte - und das, obwohl die Gliederung des Buches ganz klassisch Zeitspannen und nicht etwa Themenkreisen folgt.

So ist es denn auch gerade besagtes Hervortreten von Säulen der Rechtsgeschichte, welches das Buch zu einem Gewinn macht, für Studenten ebenso wie für Praktiker und sonst Interessierte. Wir können den beiden "Architekten" also nur danken für ihren großartigen Gebäudeplan der Rechtsgeschichte, den sie uns hier vorlegen.


Ein geniales Studium: Schneller lesen, aktiv lernen, Ziele erreichen
Ein geniales Studium: Schneller lesen, aktiv lernen, Ziele erreichen
Preis: EUR 4,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Macht Überfliegen zum Überflieger?, 3. November 2012
Vielleicht gehe ich von völlig falschen Voraussetzungen aus, wenn ich die Frage stelle, ob Überfliegen zum Überflieger macht. Sie drängt sich aber doch auf. Denn der Startflughafen in dem Buch „Ein geniales Studium: Schneller lesen, aktiv lernen, Ziele erreichen“ von Nikolaus Cortolezis, einem Mediziner, sind die Schnelllesetechniken, etwa das Diagonallesen oder auch das Schleifenlesen. Das sind Methoden, mit denen der Leser seine Geschwindigkeit mindestens verdoppeln kann, so verspricht Cortolezis – offen bleibt, ob’s tatsächlich für Mach 2 reichen wird, ob man sich dann also einen Überflieger nennen darf, wie man es zumindest anfangs annehmen mag.

Während des Fluges macht Cortolezis aber deutlich, dass es gar nicht darum geht, als Überflieger am Ziel anzukommen. Das Flugziel ist vielmehr, Spaß zu haben an dem, was man studiert, sich in seinem Studium und seinem Leben wohlzufühlen. Auf der Route zum Zielflughafen liegen denn auch noch Lerntechniken, die zum Beispiel das altbekannte Mindmapping im Gepäck haben. Und der Flug macht den Studenten damit bekannt, wie er sich entspannen, wie er sich fit halten kann. Wie er sich Ziele setzt, lernt er in der Luft ohnehin ganz nebenbei.

Fazit am Zielflughafen: Mit dem Buch wird man kein Überflieger. Aber man startet zu einem Flug, für den es sich in jedem Fall lohnt, ein Ticket zu lösen, ein Flug, der einen zwar nicht in die Karibik bringt, aber doch an einen Ort, an dem man glücklicher und zufriedener ist als zuvor – und das bei weitem nicht nur als Studentin oder Student.


Mann mit Grill sucht Frau mit Kohle: Ein Selbstversuch in 100 Kontaktanzeigen
Mann mit Grill sucht Frau mit Kohle: Ein Selbstversuch in 100 Kontaktanzeigen
Preis: EUR 5,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Menschen, Mathematik - und von der Straßenbahn, 7. September 2012
Wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand findet, wenn ich eine Kontaktanzeige schalte? Ist auf die Mathematik auch da Verlass? Lässt sich also sagen, dass sich so etwas rentiert? So habe ich mich gefragt, bevor ich dieses Buch gelesen habe. Die beiden Journalisten Alexandra Kilian und Milosz Matuschek rechnen nicht, sondern wollen’s face to face erfahren. Ihr Buch „Mann mit Grill sucht Frau mit Kohle“ macht klar: Die Liebe per Kontaktanzeige ist etwas ganz besonders Leidvolles, ob nun online oder offline, in der virtuellen oder in der wirklichen Welt... . Single-Annoncen in Berlin führen zwar in die schicksten Restaurants und die angesagtesten Bars der Stadt, auf Megapartys, in Privatgemächer, manchmal sogar zu ein bisschen Fernweh... . Und Kontaktinserate führen eben zu spannenden Menschen verschiedenster Couleur. Aber Vorsicht: Mögen sich vereinzelt auch tolle „Suchergebnisse“ auftun - für Mann wie Frau wird in der Hauptsache doch Eines gelten, etwas Englisches nämlich: Stay cool, calm and collected. Denn die allermeisten Fälle werden keine Volltreffer sein, sondern Fehlschläge; und so kann man meine Fragen von oben nur bei viel Wohlwollen beantworten. Fängt man aber das Rechnen an, wird’s düster... . Die Wahrscheinlichkeit ist also wohl gleich wie viel...? Ach, egal! Aussichtsreicher Alternativvorschlag: Man fahre einfach Straßenbahn und lächle, am besten mit dem Buch hier in der Hand... .


Kaiser Friedrich II. (Beck'sche Reihe)
Kaiser Friedrich II. (Beck'sche Reihe)
von Olaf B. Rader
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sizilianer oder Europäer? Oder beides?, 7. September 2012
Von Friedrich II. hören wir ja immer, er sei Sizilianer. Denken wir aber an die Ein-Cent-Münze aus Italien, so erinnern wir uns, dass sie das berühmteste Bauwerk Friedrichs II. zeigt (vgl. S. 57). So viel Sizilianer er auch gewesen ist: er hat Europa „miterrichtet“, wie wir es in den Worten seiner Zeit wohl zu lesen bekämen (vgl. S. 51). Einer der Bausteine Europas, die der Kaiser mitgeprägt hat, ist sicherlich das Recht, ein anderer ist die Kunst, zu der er, wie die Nachwelt bestätigt, einen bedeutenden Beitrag geliefert hat.

Am Recht Europas hat Friedrich II. vor allem durch seine Konstitutionen von Melfi mitgebaut, eine Gesetzessammlung, in der er seiner Gerichtsbarkeit sogar Strafsachen aus dem Kirchenrecht unterzieht, sei es den Ehebruch, sei es die Gotteslästerung (S. 49). Im Nordteil des Reiches ist es der so genannte Mainzer Landfriede, der Fernwirkung zeigt, hat er doch das Fehderecht Regeln unterworfen (S. 51) und so einen wichtigen Schritt dahin getan, die Selbstjustiz abzuschaffen.

Fernwirkung zeigen auch die Spuren Friedrichs II., die er in der Kunst hinterlassen hat, vor allem durch die vielen Dichter, die an seinem Hof weilen und mit dem Sonett sogar eine der Grundfesten der Lyrik aus der Taufe heben (S. 64). Schon damals, nicht erst mit Dante, nimmt die italienische Literatur ihren Ausgang – und das sagt kein Geringerer als Dante selbst (siehe ebd.). Die Kunst hat Friedrich II. letztlich aber auch bereichert durch seine Augustalen, Goldmünzen mit seinem Porträt, die auch er prägen lässt, um seine Macht zu demonstrieren – wie es vor ihm schon der römische Kaiser Augustus getan hat (S. 53 ff.).

Das sehr empfehlenswerte Buch „Kaiser Friedrich II.“ des Geschichtsprofessors Olaf B. Rader führt also vor Augen: Sizilianer ist Friedrich II. allemal – er ist aber auch Europäer, das ist weniger zu erkennen an der Lage seines Herrschaftsgebiets, sondern vielmehr an alledem, was er zum Recht und auch zur Kunst in Europa beigesteuert hat - die Ein-Cent-Münze Italiens ist dabei eben nur ein Beleg von vielen.


Das Völkerrecht: Geschichte, Institutionen, Perspektiven
Das Völkerrecht: Geschichte, Institutionen, Perspektiven
Preis: EUR 7,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ferne Völkerrecht?, 2. Juni 2012
Liegt das Völkerrecht wirklich fern? Dass dem nicht so ist, zeigt Angelika Nußberger, Professorin für öffentliches Recht und jetzt Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), in ihrem Büchlein "Das Völkerrecht. Geschichte - Institutionen - Perspektiven", einem Büchlein, das die bedeutenden Fragen stellt, hervorragende Antworten gibt und so gemeinsam mit dem Leser den Weg zum Völkerrecht beschreitet.

Fern mag das Völkerrecht für Viele noch scheinen, wenn es um den Grund seiner Geltung geht. Folgt das Völkerrecht aus dem Naturrecht? Ist es also in einer festen Art und Weise vorgegeben? Gibt es eine Einigung, einen Konsens, auf den sich die Geltung des Völkerrechts gründet? Oder ist es an der Politik, ihr Ermessen einzusetzen und zu beurteilen, ob und wie das Völkerrecht Kraft entfalten soll? Angelika Nußberger macht deutlich, dass man im Laufe der Geschichte alle drei Ansätze angedacht hat, dass sich die Diskussion darüber immer noch im Fluss befindet.

Schon näher kommt das Völkerrecht, wenn die Darstellung seine Quellen beleuchtet. Eine der wichtigsten sind dabei Verträge - zweiseitige und immer mehr auch Verträge zwischen zahlreichen Beteiligten. Als Grundlage für Verträge soll die so genannte "Wiener Vertragsrechtskonvention" dienen: Dort sind Grundsätze wie "Verträge sind einzuhalten" ("pacta sunt servanda") für das Völkerrecht verbindlich verankert. Ferner ist gemäß der Konvention sogar Verfassungsrecht der Unterzeichnerstaaten unbeachtlich, das dem Völkerrecht entgegensteht. Bemerkenswert ist, dass die Konvention alle Sprachfassungen eines Abkommens für in gleicher Weise verbindlich hält, und auch die Tatsache, dass wichtige Vertreter der Staatengemeinschaft, wie die Vereinigten Staaten von Amerika und die Französische Republik, die Konvention noch nicht ratifiziert haben.

Dem Einzelnen am nächsten ist das Völkerrecht schließlich bei seinem Schutz der Menschenrechte. Dazu gehört als erstes Dokument die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" aus dem Jahr 1948, in Europa gehört dazu aber auch und vor allem der Schutz der Menschenrechte durch die "Europäische Menschenrechtskonvention" (EMRK), ein Schutz, der mit dem EGMR sogar seine eigene Institution installiert hat. An entschiedenen Einzelfällen zeigt das Bändchen einige der Probleme auf, die der EGMR bereits gelöst hat; wichtig dabei: Manchmal kann das Gericht zwar nicht direkt helfen, aber indirekt zu einer Lösung der Probleme in der Politik beitragen.

Fazit schon allein nach diesen drei Schlaglichtern: Angelika Nußberger legt hier ein Büchlein vor, dass jeder lesen sollte, dem das Völkerrecht fern vorkommt, jeder, der sich an das Thema heranarbeiten und dessen Grundfesten erkunden will. Der Leser wird sehen: Das Völkerrecht liegt nicht fern, es ist ganz nah, besonders für uns in Europa und für alle Menschen in unserer Zeit.


Mediation (Haufe TaschenGuide)
Mediation (Haufe TaschenGuide)
von Katja Ihde
  Broschiert
Preis: EUR 6,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Und sie sind doch eine Chance...!", 28. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Mediation (Haufe TaschenGuide) (Broschiert)
Die allermeisten Menschen begreifen Konflikte als Gefahr, als belastendes Moment, als etwas, das es möglichst zu vermeiden gilt. Das Büchlein "Mediation" von Katja Ihde hingegen hilft, ein Verständnis zu entwickeln, das Konflikte als Chance sieht.

Eine Chance sind Konflikte vor allem dann, wenn wir uns auf den Weg dazu machen, sie als konstruktiv, nicht, wie bisher, als destruktiv wahrzunehmen (vgl. S. 103 ff.). Wir sollten also sehen, dass Konflikte etwas Neues bauen, nicht nur etwas Altes zerstören können.

Freilich gibt es viele Verfahren zum Lösen von Konflikten. Geht es aber um Konflikte zwischen verschiedenen Personen, ist oftmals die Mediation das Mittel der Wahl, oftmals ist sie dann gar die Rakete in Richtung einer Lösung.

Bevor wir aber in die Rakete einsteigen können, ist es unerlässlich, gewissen Regeln, gewissen Grundannahmen Raum zu geben, durch die das Verfahren der Mediation erst zur Mediation wird: Da ist zum Beispiel das Prinzip der "Freiwilligkeit" (S. 46). Oder könnten wir etwa mit jemand am Mediationstisch sitzen, der, wenn es nach ihm selbst ginge, gar nicht am Tisch säße? Da ist auch die "Eigenverantwortung und Autonomie der Medianden" (ebd.), sind es doch die Konfliktparteien selbst, die die Lösung in der Hand haben, während der Mediatior nur der Verfahrensexperte ist, derjenige, der uns hilft, auf dem Weg zur Lösung voranzukommen. Auch die "Neutralität und Allparteilichkeit des Mediatiors" (ebd.) gehört als Grundsatz hierher - eine dienende Haltung gewissermaßen, eine Hilfe für die Parteien auf dem Weg vom Gegeneinander zum Miteinander.

So hilft der Mediator den Parteien, das wahrzunehmen, worum es in der Mediation geht: Sicher nicht darum, seine eigene Position zu festigen, möglichst viele seiner eigenen Ansprüche und Ideen durchzusetzen. In der Mediation sollen die Parteien vielmehr Eines erkennen: Hinter jeder Position, die ein Mensch einnimmt, stecken auch Interessen. Sinn der Mediation ist es näherhin, die Interessen aller Beteiligten "freizulegen" und zu einem Ausgleich zu befördern, der allseitigen Nutzen bringt, von dem also alle profitieren. Wagen wir's! Eine Mediation führt oft zu Lösungen, die ganz anders und viel besser aussehen, als wir uns das je erträumt hätten.

Nach dem Lesen des kleinen Büchleins von Rechtsanwältin und Wirtschaftsmediatorin Katja Ihde, das ich jedem Einsteiger, überhaupt jedem Interessierten empfehle, wird in Sachen Konflikte denn auch Eines mit Händen greifbar: "Und sie sind doch eine Chance...!"


Coaching - erfrischend einfach
Coaching - erfrischend einfach
Preis: EUR 9,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Rahmenmachern - und Rahmensprengern, 29. Januar 2012
Für den neuen Berufsstand der Coaches steht ein altes Handwerk Pate: die Rahmenmacher. Das sind nicht diejenigen, die das Bild selber malen, sie bringen es nur zu seinem ganz speziellen Glanz. Übernimmt beim Coaching nun der Coach die Rolle des Rahmenmachers, so bedeutet das, dass er das Gespräch nur lenkt - durch sein Fragen, sein Zuhören, seinen Zuspruch. Breiten Raum nimmt dabei das Reden über das 'Futur Perfekt' (Pos. 498) ein, nicht etwa über Grammatik, sondern über Fragen wie: Was ist für uns als Coachee unser Idealzustand in der Zukunft? Was werden unsere Mitmenschen an uns bemerken, wenn wir diesen Zustand erreicht haben? Der Coachee lernt auch, dass das 'Futur Perfekt' (ebd.) schon in der Gegenwart seine Zeichen setzt, Zeichen, die die beiden Schweizer Coaches Meier und Szabó '(f)unktionierende Vorboten' (Pos. 505-506) nennen. Überlegen wir: Was gelingt uns in der Gegenwart bereits gut? Was erfreut uns schon jetzt?

So besteht denn auch das ganze Kurzeitcoaching aus einem Überlegen, einem Nach-vorne-Denken, einem gedanklichen Fallenlassen sämtlicher Probleme, und: bei alledem hilft auch ein bisschen Glaube, der Glaube an Wunder... . Wessen Sache Wunder nicht sind, der kann es ja mit Johann Wolfgang von Goethe halten, den Meier und Szabó zitieren:

'Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen. Vorboten dessen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft ausser uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausgreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches' (Pos. 749-752). In diesem Sinne setzt der Coach zwar den Rahmen, er vermittelt dem Kunden aber gerade ein ganz besonderes Vertrauen: Der Kunde ist imstande, diesen Rahmen von sich aus, aus eigener Kraft zu sprengen. So ist das Buch von der ersten Seite an ein im wahrsten Sinne "wundervolles" Buch, ein Buch das den Blick für das schärft, was jedem von uns möglich ist, ein Buch, das wunderbar "aus dem Rahmen fällt".


Die 101 wichtigsten Fragen - Amerikanische Geschichte (Beck'sche Reihe)
Die 101 wichtigsten Fragen - Amerikanische Geschichte (Beck'sche Reihe)
von Christof Mauch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anregendes, Allgegenwärtiges und Abseitiges aus Amerika, 9. September 2010
Glauben wir der Behauptung eines US-Präsidenten, so ist Ketchup tatsächlich Gemüse. Also gehört in der Tat auch Gemüse zu jeder Fast Food Mahlzeit. Dass aber die Frage nach Ketchup als Gemüse - wenn auch nur am Rande - zu den "101 wichtigsten Fragen Amerikanische Geschichte" gehört, hätten wir uns vor der Lektüre von Christof Mauchs Buch nicht ausgemalt.

Nehmen wir aber nun das ganze Buch des Professors für amerikanische Geschichte in München, welches Gemälde ergibt sich dann? Zu wissen wie hoch die Präsidentenporträts auf Mount Rushmore in South Dakota sind, gehört sicher, wenn wir so wollen, zu den etwas grellen Farbtönen des Gesamtgemäldes. Grell mutet es auch an, wenn Mauch das Programm einer amerikanischen Liebesromanze beleuchtet, denn: auch in Amerika dürfte sich bei einer Liebesromanze ebenso wenig programmieren lassen wie anderswo auf der Welt.

Zu den warmen Farbtönen des Gemäldes, also den Grundlagen amerikanischer Geschichte, gehört es ohne Zweifel, über die 1607 gegründete englische Kolonie Jamestown in Virginia zu berichten - nicht nur, weil man in der oft so genannten "Wiege Amerikas" (siehe S. 19) das common law und das englische Recht eingeführt hat. Der Rekordroman "Onkel Toms Hütte" und seine Rolle für den Bürgerkrieg gehört ebenfalls zu den "Musts" des Wissens um die Geschichte der USA, soll Präsident Abraham Lincoln doch über die Autorin Harriet Beecher Stowe gesagt haben: "Dies ist also die kleine Frau, die den großen Krieg begonnen hat.", (S. 45). Ein "Must" schließlich ist es auch, Ereignisse in Erinnerung zu behalten wie Woodstock, das gar nicht in Woodstock über die Bühne gegangen ist, Ereignisse wie den Meilenstein der Mondlandung 1969 - den die USA zunächst gesetzt haben, ohne Interesse am Weltraum an sich zu zeigen.

Eher blass wirkt das Gemälde, wenn vom Rasen und seiner Rolle in den amerikanischen Vorgärten die Rede ist, wenn Mauch Superman oder die "Fast Food-Tatsache" beleuchtet, dass das so genannte "steak cooked in the Hamburg style" (S. 169) und der heutige "Hamburger" allenfalls entfernte Verwandte sind (siehe ebd.) - und da sind wir nun fast wieder am Anfang unserer Geschichte: nämlich beim Fast Food.

Es ist also Zeit für ein Fazit: Ein gutes Gemälde über Annregendes, Allgegenwärtiges und Abseitiges aus Geschichte und Gegenwart Nordamerikas in Politik, Kultur und Gesellschaft, ein Gemälde, das - trotz vereinzelt fahler Farben - für jeden das Betrachten lohnt, nicht nur einen kurzen Blick.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4