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Beiträge von Oliver
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Rezensionen verfasst von
Oliver "Wanderpfa.de-Team" (Pforzheim)

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Julius Payer. Die unerforschte Welt der Berge und des Eises: Bergpionier - Polarfahrer - Historienmaler
Julius Payer. Die unerforschte Welt der Berge und des Eises: Bergpionier - Polarfahrer - Historienmaler
von Frank Berger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

4.0 von 5 Sternen Umfassender Überblick über das Schaffens- u. Lebenswerk eines bedeutenden Mannes, 1. Juni 2016
In diesem umfassenden Werk über Julius Payer werden die verschiedensten Facetten dieses bedeutenden Alpinisten und Polarforschers ausführlich beleuchtet.

Wer Payer nur auf seine Rolle als Erstbesteiger von fast 60 Gipfeln im Adamello- und Presanellagebiet und in der Ortlergruppe reduziert, wird ihm sicherlich nicht gerecht. Für die Geschichte der Entdeckungen und Eroberungen wesentlich bedeutender sind seine Leistungen als Polarforscher und als Autor geografischer Werke. Daneben können sich auch seine Zeichnungen und Gemälde sehen lassen. Zahlreiche Abbildungen des Buches belegen diesen Eindruck.

Frank Berger gelingt es, einen allumfassenden Einblick in Leben und Tun Payers zu gewähren. Der Leser erfährt nahezu alles über die Familiengeschichte Payers, die Entstehung seines Entdeckerdranges, seine Militärlaufbahn und über den detaillierten Ablauf seiner Bergfahrten und Expeditionen nach Grönland und in die Regionen des Nordpolarmeers. Nebenbei erfährt man auch einige Anekdoten, etwa über die Namensgebung des Franz-Josef-Landes. Freilich: Der Autor ist Historiker. Einer, der sich viel mit der Thematik Polarkunde auseinandergesetzt hat; kenntnisreich und belesen. Man darf sich vor diesem Hintergrund allerdings keinen spannend geschriebenen Roman erwarten. Aber wer sich etwa in die Situation Payers während des Winters in Grönland hineinversetzen möchte, wer Tag für Tag über das mühevolle Vorwärtskommen berichtet haben will, der kann große Teile des Lebens Payers miterleben. Die Vielzahl der an akribisch zusammengetragenen Einzelheiten ist das sehr groß. Ob es aber wirklich notwendig ist, jeden einzelnen Regentag während der Erkundungen des Ortlergebietes zu schildern, mag jeder für sich beurteilen. Mir persönlich wird's da manches Mal des Guten etwas zu viel. Interessant ist jedenfalls auch der weitere Lebensweg Payers; seine Karriere als Künstler und sein Schicksal, das ihn die Sprache verlieren ließ.

Fazit:
Alles in allem ist das anlässlich des 100. Todestages Julius Payers erschienene Werk so vielfältig angelegt, dass es dem Schaffen dieses bedeutenden Mannes sicherlich mehr als nur gerecht wird. Es wäre ja auch schade, wenn er nur als Namensgeber einer bekannten Hütte an Südtirols höchstem Berg in Erinnerung bliebe.


Per Zeitmaschine durch die Geschichte: Vom Ausbruch des Vesuv bis zum Fall der Berliner Mauer
Per Zeitmaschine durch die Geschichte: Vom Ausbruch des Vesuv bis zum Fall der Berliner Mauer
von James Wyllie
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,00

5.0 von 5 Sternen Authentischer Reiseführer zu historischen Ausflugszielen mit Rückkehrgarantie, 25. Mai 2016
Das Buch "Per Zeitmaschine durch die Geschichte" von James Wyllie, Johnny Acton und David Goldblatt ist im Atlantik Verlag (Hoffmann & Campe) erschienen.

Klappentext:
Haben Sie sich schon einmal gefragt...
...von wo aus Sie den Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 am besten gesehen hätten?
...wie teuer der Eintritt zur ersten Weltausstellung 1851 in London war?
...wie die sanitären Anlagen zu Zeiten Kublai Khans in Xanadu beschaffen waren?
...wie der Undress-Code im Woodstock des Jahres 1969 aussah?
...wie die Stimmung bei der allerersten Premiere 1599 in Shakespeares Globe Theatre war?
...wie viel Alkohol täglich an Bord von Captain Cooks Endeavour floss?
Dieses Buch kennt die Antworten - und vieles mehr. Es hilft Ihnen bei der Organisation Ihrer nächsten Reisen zu den spektakulärsten Ereignissen der vergangenen 2000 Jahre. Vergessen Sie Museen und Geschichstbücher - erleben Sie Geschichte Live und in Farbe.
Die Zeitreisen OHG bringt Sie per Zeitmaschine zurück in die Vergangenheit. Erleben Sie vor Ort den Ausbruch des Vesuv, den Fall der Berliner Mauer oder das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo. Segeln Sie mit Captain Cook nach Tahiti und Australien, oder verbringen Sie ein paar Monate mit Marco Polo bei Kublai Khan. Neben Abenteuer- und Extremreisen finden Sie auch kulturelle und sportliche Mega-Events in unserem Programm, unter anderem die allererste Premiere in Shakespeares Globe Theatre oder den Rumble in the Jungle in Kinshasa. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Inklusive Tipps zu Unterbringung, Verpflegung, Währung und Kleiderordnung.

Buchvorstellung:
Das Buch ist in Form und Inhalt einem herkömmlichen Reiseführer nachempfunden. Ein paar einleitende Worte des Reiseveranstalters "Zeitreisen OHG" geben Einblick in die Funktion der Zeitmaschine und legen ganz nebenbei noch ein paar Reisebedingungen fest. Es folgt eine kurze Einweisung in die Handhabung der ergänzenden Hinweise zur richtigen Bekleidung, zum richtigen Verhalten vor Ort, zu möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen usw., die zu Beginn jeder Reise nochmals separat aufgeführt werden. Ein weiterer Punkt sind Hinweise des Veranstalters auf mögliche Auswirkungen auf das "Raum-Zeit-Kontiuum" durch Eingriffe in das Geschehen vor Ort. Durch Kontakte zu Personen vor Ort könnte es hierbei zu leichten Verschiebungen der eigenen Identität kommen. Die Idee der Reisen mit der "Zeitmaschine" wird von den Buchautoren von Beginn an konsequent durchgezogen.
Die "Zeitreisen" sind thematisch sortiert nach Teil 1: Ausstellungen und Festivals, Teil 2: Historischen Momenten, Teil 3: Kulturelle und sportliche Großereignisse, Teil 4: Die großen Entdeckerfahrten und Teil 5: Extremereignisse. Zu den Reiseunterlagen gehören - sofern vorhanden - Kartenmaterial und historische Aufnahmen. Ergänzende Hinweise zu Verpflegungsmöglichkeiten, Unterkünften, Tipps zu Kleidung und unauffälligem Verhalten in der Öffentlichkeit gehören ebenso zu jedem Ausflug wie originelle Hinweise zu Verhalten in Notlagen.
Ein minutiös geplanter Reiseablauf gibt die wichtigsten Stationen vor und legt auch gleich den genauen Zeitpunkt der Rückreise fest. Hinweise zu den besten Aussichtspunkten auf das Geschehen vervollständigen die Reisebeschreibung.

Fazit:
Zu Verschiebungen im "Raum-Zeit-Kontiuum" oder der eigenen Identität ist es zum Glück nicht gekommen. Zumindest ist mir nichts diesbezügliches aufgefallen. Trotzdem habe ich das gelesene Buch mit einer Schärfung meines Bewusstseins aus der Hand gelegt. Unterwegs auf den Reisen war ich spürbar mit vielen neuen und ungewohnten Eindrücke beschäftigt; ein Beleg für ein authentisches Gefühl beim "virtuellen" Besuch der historischen Momente. Einen Nachweis über die Authentizität der genauen zeitlichen Abfolge sowie der beteiligten Personen lässt das Buch dagegen offen, was aber den Lesespass nicht mindert. Die hinter dem Buch steckende Idee hat mich vom Beginn an begeistert und abschließend lässt sich für mich festhalten, dass ich auf den unternommenen Reisen von Anfang bis zum Schluss gefesselt war.

Für meinen Geschmack handelt es sich um eine gute Auswahl der historischen Ereignisse. Ich hätte die unterschiedlichen Reiseziele aber gerne in chronologischer Reihenfolge besucht. Nach meinem Aufenthalt beim Woodstock-Festival 1969 geht es nämlich erst wieder zurück nach 1789 zum Zug der Frauen nach Versailles. Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 unternimmt man die Fahrt zu den Olympischen Spielen 161 n.Chr.

Eine kräftige Portion Vorstellungskraft und Phantasie sollte jeder Leser mitbringen, denn sonst besteht die Gefahr, schnell die Lust an den geschichtlichen "Zeitreisen" zu verlieren.


Stubai. Die Berge und das Tal
Stubai. Die Berge und das Tal
von Heinz Zak
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

5.0 von 5 Sternen Ein wirklich rundum gelungener Bildband!, 18. April 2016
Beim Namen "Stubai" denken die meisten entweder an bekannte Gipfel wie Serles, Habicht, Zuckerhütl und Kalkkögel oder an die Skigebiete "Schlick 2000" und "Stubaier Gletscher". Dass das Stubaital, jenes 35 Kilometer lange Seitental des Wipptales südwestlich von Innsbruck, mehr zu bieten hat als Modegipfel und Skitourismus, beweist Heinz Zak in seinem Buch "Stubai – Die Berge und das Tal". Der frühere Hauptschullehrer Heinz Zak, Jahrgang 1958, wohnt in Scharnitz und ist als Extremkletterer mit den Stubaier Alpen sehr vertraut.

"Stubai – Die Berge und das Tal" ist in erster Linie ein Bildband. Das Buch zeigt überwiegend große, teilweise auch doppelseitige Landschaftsaufnahmen aus den Bergen rund ums Stubaital. Alle Aufnahmen werden ausführlich beschrieben. Ergänzt werden die Fotos jedoch von rund zwei Dutzend kurzen Texten. Darin beschreibt der Autor unter anderem den Stubaier Höhenweg sowie von ihm unternommene Kletter- und Skitouren. Je weiter man in dem Buch beim Lesen voranschreitet, desto eindrucksvoller, aber auch waghalsiger werden die Unternehmungen, die Heinz Zak beschreibt. So erzählt er davon, wie er eine Vollmondnacht im November auf dem Gipfel des Wilden Pfaffs in 3456 Metern Höhe verbracht hat, dann berichtet er von seinen Erstbegehungen in den Kalkkögeln und schließlich vom Slacklining zwischen dem 150 Meter hohen Ilmturm und der Westwand der Ilmspitze. Selbstverständlich werden all diese Aktionen mit Bildern untermalt.

Fazit: Nicht nur für Freunde des Stubaitals, sondern für alle anderen Bergbegeisterten ist das Buch "Stubai – Die Berge und das Tal" absolut empfehlenswert. Die Landschaftsaufnahmen sind äußerst eindrucksvoll und machen richtig Lust, die Stubaier Berge auf eigenen Sohlen kennen zu lernen. Die als Text verfassten Bergerlebnisse des Autors, die überwiegend in der Ich-Perspektive geschrieben sind, wirken sehr lebendig und erwecken beim Leser den Eindruck, selbst bei der Tour dabei gewesen zu sein. Die Anordnung der Texte hat Heinz Zak sehr klug gewählt, da die Spannung beim Lesen immer mehr zunimmt, weshalb man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ein wirklich rundum gelungener Bildband!

Klappentext: Von der weiten hochalpinen Gletscherwelt um Zuckerhütl und Wilden Freiger oder den dolomitenartigen Felszinnen der Kalkkögel über die erlebbare Urkraft des Wassers an den zahlreichen Seen, Wildbächen und Wasserfällen bis hin zu einzigartigen talnahen Kraftplätzen in der Natur: Das Stubaital und seine Berge sind zu allen Jahreszeiten ein Paradies für Wanderer und Bergsteiger. Heinz Zak zeigt in atemberaubenden Perspektiven und einzigartigen Bildern die ganze Größe und Schönheit dieser Bergwelt und stellt die schönsten Wander- und Tourenziele vor: eine Hymne an die Freude, selbst in den Bergen unterwegs zu sein, und ein Fest für die Sinne.

Buchbesprechung vom 17.04.16 © Chris vom (...)


Schafe in Tirol: Ein fotografisches Porträt von Thomas Stoffaneller mit einem Essay von Susanne Schaber
Schafe in Tirol: Ein fotografisches Porträt von Thomas Stoffaneller mit einem Essay von Susanne Schaber
von Susanne Schaber
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

5.0 von 5 Sternen Inhalte in eindringlichen, sensiblen Worten und Bildern, 12. Februar 2016
"Schafe in Tirol"
ein fotografisches Portrait von Thomas Stoffaneller. Mit einem Essay von Susanne Schaber
Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2016, ISBN 978-3-7022-3493-5 , 39.95 EUR

Thomas Schaber ist Fotograf aus Innsbruck . Für die Bilder dieses Buches nahm er sich 3  Jahre Zeit. Sie entstanden analog in Schwarz-Weiß-Technik. Ihm erschien diese Technik angemessen zur Thematik des Buches, die traditionelle und fast archaische Schafzucht in Tirol zu dokumentieren.

So handwerklich und individuell wie der Umgang mit den Tieren stellte sich für ihn der Umgang mit der Kamera dar, „...die Haptik, den Geruch, das Gefühl, den fertigen Abzug in den Händen zu halten...“ im Gegensatz zur eher unemotionalen Computertechnik.
Die Einfachheit der Reduktion auf Licht und den Moment drückt somit das archaische Leben der Schafe wie auch der Menschen auf den gebirgigen Hochweiden in Tirol aus.

Den Fotografien voran geht ein Essay der Innsbruckerin Susanne Schaber.
Sie schildert die Bedeutsamkeit der Schafherden für die Besiedelung des alpinen Raumes, die Inanspruchnahme des Grundes, der durch das Beweiden entdeckt und erschlossen wurde. Die ersten Siedler wanderten mit den Tieren und errichteten jahreszeitliche Aufenthaltsorte.
Die Schafe und ihre Besitzer wechselten selbstverständlich über Grenzen, die für sie nur theoretisch existieren. In heute noch gültigen Weiderechten von 1415 wurde das immerwährende Weiderecht Südtiroler Schafe auf Tirols Weiden festgelegt. Alljährlich wechseln die Tiere mit ihren Schäfern Anfang Juni vom Schnalstal über Niederjoch und Hochjoch in die Venter Weidegebiete und im September wieder zurück. Über 40 km legen sie dabei zurück und überwinden Schneefelder und felsiges Gelände bis zur 3000m-Grenze. Seit vielen hundert Jahren hat sich diese Art der Reise nicht verändert, Zeugnis einer lebendigen Tradition.

Mehrere Rassen sind schon ausgestorben, das weiße Bergschaf ist das häufigste, die Zucht des robusten, eigenwilligen vor dem Aussterben bedrohen Tiroler Steinschafes wird in letzter Zeit wieder gefördert. Das Schaf als Lieferant eines wieder geschätzten Produktes wird wertgeschätzt. Nicht für die Masse, eher für den Liebhaber des Besonderen. Gutes Lammfleisch, würziger Käse und Molkereiprodukte und auch die ökologisch wertvolle Wolle begeistern Einheimische und Touristen. Nachhaltigkeit ist hier kein Schlagwort, sondern Realität. Es steckt viel Arbeit in der Aufzucht der Tiere und der Herstellung der Endprodukte, doch ist dies auch ein Weg für die Gebirgsanwohner, Leben und Lebensunterhalt sinnvoll miteinander zu verbinden und in der Heimat bleiben zu können.

Essayistin und Fotograf schildern diese Inhalte in eindringlichen, sensiblen Worten und Bildern.
Auf den Fotos von Thomas Stoffaneller wird die einzigartige archaische Atmosphäre durch die Schwarzweißtechnik sichtbar. Knappe kurze Sätze beschreiben Inhalt der Bilder für jeweils mehrere Seiten. Man erlebt die schöne Verbindung von Mensch und Tier, die soziale Gemeinschaft der Schafe untereinander, die Tiere als Teil der Landschaft. Mit einem Blick für die Feinheiten und das Wesentliche gelingt es dem Fotografen, die Einfachheit, aber auch das raue, beschwerliche Element abzubilden.
Der Bildband ist sehr grafisch gestaltet, eine klare Schrift unterstützt das schlichte Layout. Der Einband vermittelt sehr haptisch das Thema durch einen weißwollenen Umschlag.

Eine gelungene Publikation für kulturell Interessierte des alpinen Raumes speziell in Tirol.

Buchbesprechung vom 11.02.16 © Alpineblau vom Alpic.net/forum


Almen in Österreich: Von Menschen und Tieren, vom Gestern und Heute
Almen in Österreich: Von Menschen und Tieren, vom Gestern und Heute
von Susanne Schaber
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

4.0 von 5 Sternen Eindrucksvolle Dokumentation über das Leben auf einer Alm, 12. Januar 2016
Wanderer betrachten Almen oft nur als Einkehrmöglichkeit bei einer Bergtour oder als schönen Vordergrund für Bergfotos mit felsigen Gipfeln als Kulisse dahinter. Dabei gelten Almen seit Menschengedenken als alpine Kulturlandschaft, als Naturraum, als Wirtschaftsbetrieb und nicht zuletzt als Lebensraum sowohl für das Vieh als auch für Menschen. Heutzutage gibt es in Österreich rund 8.700 Almen, die je nach Region auch Alpe, Schwaig, Kaser, Aste oder Vorsäß heißen. Susanne Schaber und Herbert Raffalt thematisieren in ihrem Buch „Almen in Österreich“ das Leben auf der Alm „von Menschen und Tieren, vom Gestern und Heute“. Die Literaturkritikerin Susanne Schaber, Jahrgang 1961, stammt aus Innsbruck und lebt heute in Wien. Herbert Raffalt, Jahrgang 1964, ist staatlich geprüfter Bergführer und Fotograf. Er leitet die Alpinschule in Schladming.

Das Buch „Almen in Österreich“ ist in zwei Teile gegliedert. Zum ersten Abschnitt passt bestens der Buchuntertitel „Von Menschen und Tieren, vom Gestern und heute“, denn hier werden Almen in ganz Österreich und die zu ihnen gehörenden Menschen präsentiert. So lernt der Leser beispielweise Susanne Türtscher kennen, die als „Kräuterhexe“ auf der Alpe Klesenza in Vorarlberg in Seminaren ihr Wissen über Heilpflanzen an Interessierte weitergibt. Oder Hans-Jörg Aschbacher, der im Kärtner Karlbad, einem alten Bauernbad, Kurgäste auf der Alm empfängt. Insgesamt werden in diesem Teil auf über 100 Seiten sieben Almen und „ihre Menschen“ vorgestellt. Abgerundet werden die einzelnen Kapitel mit teilweise doppelseitigen Fotos. Der zweite Teil „Hundert Almtipps, oder: Die Qual der Wahl“ stellt Kurzinformationen über Almen in den einzelnen österreichischen Bundesländern dar. Knapp werden Besonderheiten der jeweiligen Almen, deren Lage und Erreichbarkeit beschrieben. Einige Alminformationen sind ausführlicher auf Doppelseiten dargestellt, wobei die Texte mit Bildern bereichert werden.

Fazit:
Das Buch „Almen in Österreich“ stellt eindrucksvoll das Leben auf Almen dar. Es handelt sich dabei um kein Wanderbuch. Vielmehr stehen die Almen, ihre Menschen, deren Zusammenleben mit der Natur sowie die dazugehörigen Geschichten im Vordergrund. Da die Texte äußerst lebendig geschrieben sind, kann man sich als Leser sehr gut in die Almbewohner, ihre Lebensweise und ihre Traditionen hineinversetzen. Einen großen Beitrag dazu leisten auch die äußerst gelungenen Fotos, welche die Kapitel hervorragend ergänzen. Dabei dreht es sich nicht nur um die Alm als Landschaft, sondern der Fotograph thematisiert genauso wie die Texte häufig die Menschen auf den Almen.

Klappentext:
Prall grüne Bergwiesen voller saftiger Kräuter, das Bimmeln der Kuhglocken, die mit Holzschindeln gedeckte Hütte: Almen sind Sehnsuchtsorte. Die Unbeschwertheit unter freiem Himmel, das einmütige Zusammenleben mit den Tieren, die selbstproduzierten Nahrungsmittel und das langsamere Dahinziehen der Zeit – all das gehört zu den Wunschträumen unserer Tage. Herbert Raffalt und Susanne Schaber haben sich auf die Suche gemacht nach dem wirklichen Leben auf der Alm, haben dabei Hirten, Almbauern und Volkskundler getroffen und das Wesen des Almlebens von heute erkundet. Ihre Bilder und Texte spiegeln die Vielfalt der Regionen und Kulturen und erzählen vom Reichtum der Traditionen und von einem historischen Erbe, das es zu bewahren gilt.

Buchbesprechung vom 11.01.16 © Chris vom Alpic.net/forum


Wie viel wiegt ein Berg?: Wissenschaft über der Baumgrenze
Wie viel wiegt ein Berg?: Wissenschaft über der Baumgrenze
von Jacopo Pasotti
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die perfekte Bedienungsanleitung zur Entstehungsgeschichte der Erde und weitere Antworten..., 18. Dezember 2015
Über den Autor:
Jacopo Pasotti arbeitet als Autor und Fotograf u. a. für National Geographic und Die Zeit und hat an Exkursionen nach Nepal, in die Arktis und in die Antarktis teilgenommen. Seine bereits seit der Schulzeit bestehende Liebe zum Klettern, Bergsteigen und Skifahren veranlassten Ihn zum Studium der Geologie. Die Geologie gab Ihm nach seinen Worten die beste Möglichkeit, sich in den Bergen herumzutreiben.
Mit der Zeit entdeckte Jacopo sein Interesse für Themen, die Ihn eher in eine Bibliothek oder ins Labor verbannten. Die Vielfalt der Natur und die Fähigkeit der Wissenschaft, eine Ordnung in die Komplexität der Natur zu bringen beschäftigen Ihn bis heute. Mit seinem Buch möchte er die Neugier wecken und geht dabei den kuriosen Aspekte der Berge wissenschaftlich auf den Grund.

Zum Inhalt:
Das Buch ist inhaltlich sehr durchdacht aufgebaut. Der Autor folgt dabei immer konsequent dem Blick auf die Berge. Die Kapitel sind unterteilt nach "Berge von Unten", "Berge von Innen", "Berge von Aussen" und schliesslich noch "Berge von oben". In dem ergänzenden Kapitel "Zusatzinformationen und Wissenswertes" findet der Rest an Informationen Platz, die nicht den vorherigen Kapiteln zugeordnet werden konnten.

Das 1. Kapitel beginnt mit der Beantwortung der Frage nach der Entstehung der Gebirge. Die Zusammenhänge der Plattentektonik werden vom Autor ausführlich und wissenschaftlich fundiert beleuchtet. Durch begleitende Farbabbildungen werden die theoretisch vermittelten Hintergründe bildlich vor das Auge des Lesers geführt. Mit Bildern lassen sich komplexe Themen für mich persönlich einfach besser und verständlicher erklären und nachvollziehen. Es ist schon sehr interessant, was man vom Autor über die sich bewegenden Platten und die damit verbundenen Auswirkungen über den gesamten Planeten erfährt. Sicher, das eine oder andere hat man früher schonmal im Erdkundeunterricht gehört; wenn man damals nur etwas besser aufgepasst hätte. Oder hättet Ihr noch gewusst, dass der Alpidische Gürtel ein gewaltiger Gebirgszug ist, der die Alpen mit den Karpaten verbindet und sich von dort weiter über den Kaukasus schließlich bis in den Himalaja erstreckt? Dafür verantwortlich ist eine Kollision der Eurasischen Kontinentalplatte mit der Afrikanischen, Arabischen, Indischen und Australischen Platte. Der Zusammenstoß hat vor 60 Millionen Jahre begonnen und ist heute noch im vollen Gange.
Die Geburt der Alpen wird ebenfalls ausführlich besprochen. Wer weiss schon, dass das Matterhorn eigentlich ein Stück Afrika ist, das sich auf den eurasischen Kontinent geschoben hat. Die obersten Tausend Meter seiner Felspyramide sind aus afrikanischem Stein, das härter ist als das darunterliegende Gestein.
Die Anfälligkeit der verschiedenen Schichten gegenüber der Erosion hat die markante Gestalt des Berges mitgeprägt. Die unterschiedlichen Gesteinsschichten die man auch oft auf Wanderungen sehen kann, erscheinen so in einem ganz anderen Licht. Schließlich lässt sich daraus mit den richtigen Hintergrundinformationen eine ganze Menge herauslesen.

Der Autor beschäftigt sich auch mit dem Aufbau des Erdkerns und den Temperaturen im Inneren. Die Welt der Vulkane nimmt dabei förmlich Gestalt an. Nicht so einfach lässt sich dagegen die Frage nach dem höchsten Berg beantworten. Wo befindet sich der älteste Berg der Welt und noch vieles mehr. Doch nicht nur die Entstehung der Berge, sondern auch der natürliche Prozess der Zersetzung und des Verfalls sind Thema verschiedener Geschichten im Buch.

Die Kapitel sind alle so aufgebaut, dass vom Autor aufgeworfene Fragen in verständlicher Art und Weise erklärt und beantwortet werden. Das letzte Kapitel widmet sich dabei nochmals mit allen möglichen Fragen quer durchs Gebirge: Warum frieren Gebirgsseen nicht zu oder was bringt der Klimawandel? Weniger Eis, mehr Gletscher?

Fazit:
Dem Autor ist es gelungen, die komplette Erdgeschichte in einem handlichen Taschenbuch zu verpacken. In unterhaltsamen Episoden werden die Zusammenhänge verständlich und informativ erklärt. Die sehr wissenschaftliche Betrachtensweise mag den geologisch interessierten Leser vielleicht mehr ansprechen, wie den naturverbundenen Wanderer, der sich letztlich an der Natur erfreut ohne weitere Fragen zu stellen.

Das "Lesen" der Berge in denen man selbst unterwegs ist, dürfte nach dem Studium der Lektüre deutlich einfacher werden. Mit dem Wissen, dass die Geschichte der Menschheit in der gesamten Erdgeschichte nur den Bruchteil weniger Sekunden einnimmt, lässt das Wunder "Natur" in einem noch größeren Licht erscheinen. Jacopo liefert mit seinem Buch die entsprechende Bedienungsanleitung.

Ich persönlich kann das Buch nur empfehlen...nicht einfach zu lesen, aber sehr unterhaltsam und informativ.


Die Rote Wand
Die Rote Wand
von David Pfeifer
  Audio CD
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als Hörbuch rundum gelungen, 14. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Rote Wand (Audio CD)
Viele die heute in die Dolomiten fahren, erfreuen sich an einem touristisch erschlossenen Gebirgszug mit komfortablen Unterkunftshütten, sowie über gut ausgebaute Klettersteige die dann von mehr oder weniger geübten Bergtouristen absolviert werden.

Abends möchte man sich, nach einer langen und anstrengenden Tour, nicht nur an einem Glas "Roten", sondern auch an der beeindruckenden Landschaft mit ihren eindrucksvollen Gipfeln berauschen lassen. So, wie man sich Urlaub und Entspannung eben vorstellt.

Der Autor und Redakteur der Süddeutschen Zeitung, David Pfeifer, lässt mit seinem Buch "Die rote Wand" ein anderes Bild von dieser Landschaft, den schroffen Gipfelreihen, den Schluchten, Felswänden und Graten vor dem inneren Auge entstehen. Dargestellt als eine atemberaubende, aber doch lebensfeindliche Kulisse für einen absurden Kriegsschauplatz: die Gebirgsfront des 1. Weltkrieges in den Dolomiten.

Ein wild zusammengewürfelter Haufen von oft mehr schlecht als recht ausgebildeten Militärs und Standschützen, welche aus allen Ecken des österreich-ungarischen Vielvölkerstaates zusammengetrommelt wurden, stehen sich auf Gipfeln und Graten den italienischen Alpini gegenüber. Tagein, tagaus wird Dienst versehen in Felslöchern, Schneegräben, in Felswänden. Patroullien in diesem Gelände werden zur Herausforderung. Wilde Schufterei beim Aufstellen von Geschützen, immer die Angst im Nacken von einer Kugel der Gegenseite niedergestreckt zu werden.

Aber nicht von der Gegenseite geht die größte Gefahr aus, sondern letztlich nimmt sich die Natur die meisten Leben. Lawinen, Steinschlag, Kälte und Hunger sind die größte Bedrohung für die Kriegsteilnehmer jener Zeit. Auf beiden Seiten.

Mitten in diesem Wahnsinn ein 15-jähriges Mädchen, welches auf der Suche nach seinem Vater einen extremen Schritt wagt. Sie schneidet sich die Haare ab, trägt Männerkleidung und gibt sich als einen 17-jährigen Jungen namens Richard aus. Ohne nahestehende Verwandte in Meran hinter sich zu lassen, begibt sie sich ins Frontgebiet und gerät immer weiter in den Sog des Krieges. Meldet sich als Standschütze und wird, weil sie beim Vater einst das Schießen, Skifahren und Klettern gelernt hat, an der Gebirgsfront eingesetzt. Es wird jeder gebraucht, denn Österreich-Ungarn befindet sich schon lange im Krieg und hat schon eine gehörige Menge seiner menschlichen Ressourcen auf dem Feld gelassen.

Was so unwahrscheinlich klingt, hat aber einen realen Hintergrund. Die Hauptfigur des Romanes lehnt sich an das "Heldenmädchen von den Drei Zinnen", der ursprünglich aus Bad Reichenhall stammenden Viktoria Savs, an. Auch wenn die Person im Buch nicht biografisch nach seiner historischen "Vorlage" nachgezeichnet wurde.

Auf dieser Grundlage schildert der Autor aus Sicht des Mädchens den Alltag an der Dolomitenfront. Es werden nur wenige Personen genauer beleuchtet, somit fällt es dem Hörer leicht der Handlung zu folgen. Der Schreibstil ist klar und präzise, die unaufgeregte Art des Sprechers Philipp Schepmann angenehm und der Handlung in vollem Umfang angemessen. Die Tragik kommt so noch besser zur Geltung und das "Kopfkino" hat einen ordentlichen Spielraum für die eigene Interpretation.

Fazit: Für mich ist David Pfeifers Roman "Die rote Wand" als Hörbuch rundum gelungen. Man kann sich gut in die Szenen hineinversetzen, auch wenn man wohl nicht im Stande ist sich die Tragweite der Gräuel des Krieges im Detail auszumalen, wenn man nicht selbst solche Situationen miterlebt hat. Trotzdem kann man sich dieser teils beklemmenden Atmosphäre annähern und gewinnt eine Vorstellung von dem, was sich dort oben abgespielt haben könnte.

Buchbesprechung vom 13.10.15 © kalle vom Alpic.net/forum


Magisches Tirol: Wanderungen zu Orten der Kraft
Magisches Tirol: Wanderungen zu Orten der Kraft
von Astrid Süssmuth
  Broschiert
Preis: EUR 22,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Symbiose eines Wanderführers mit Natur-Mythologie, 11. August 2015
Es fällt mir nicht leicht, das Buch einfach aus der Hand zu legen und eine nüchterne Buchbesprechung zu verfassen. Zumal es sich um keinen Wander- bzw. Bergführer im herkömmlichen Sinn handelt. Die Autorin selbst verwendet in den Dankesworten am Ende Ihre Buches den Begriff vom "Eintauchen in die Naturmythologie Tirols". Ich möchte diese Einordnung gerne dem Leser meiner Rezension überlassen.

Auf das Nüchterne reduziert, beinhaltet das Buch 36 Vorschläge von Wanderungen zu besonderen Orten der Kraft zwischen Tiroler Oberland und Osttirol, zwischen Innufer und Gletscherrand. Die Touren von Astrid Süßmuth wurden nach sorgfältigen kulturhistorischen Recherchen ausgewählt, die oftmals auf stillen Pfaden durch die Welt der Tiroler Berge führen. Nur selten kreuzt man dabei die Ausläufer der hektischen Zivilisation. Der Wegverlauf der Touren ist jeweils in kleinen Kartenausschnitten skizziert. Eine einführende Beschreibung gibt Aufschluss über Anforderungen, Länge und Dauer der Tour. Ausgangspunkt, Routenverlauf, markante Wegpunkte, Einkehr- bzw. Übernachtungsmöglichkeiten und gibt auch eine Empfehlung zum passenden Kartenmaterial (falls erforderlich). Tipps und weitere Hinweise, wie z. B zu Öffnungszeiten oder den Betrieb von Bergbahnen, sind dabei sinnvolle Ergänzungen.

Die einleitenden Kapitel führen den Leser behutsam an das Besondere des Buches heran. Die Seele der Landschaft wird vorgestellt, die man auf eigenen Wanderungen vielleicht nie so richtig wahrgenommen hat. Der Blick auf die Schönheit der Natur kann viele Facetten haben. Das Spektrum dürfte von "Ach ja, ist ja richtig nett hier!" bis zum "Baumeln lassen der Seele" reichen, abhängig von der persönlichen Verfassung, einer grundsätzlichen Lebenseinstellung, von den äußeren Einflüssen und bestimmt auch von den Erwartungen.

Der Leser wird ermutigt, sich von verkrusteten Ansichten zu lösen, sich von seinem Alltags-Kettenhemd zu befreien und sich einfach mal die Frage zu stellen: Wo ist eigentlich mein Platz im Universum? Und damit ist nicht der persönliche Mikro-Kosmos gemeint. Neben der Schöpfung der Natur erscheinen wir winzig und klein. Alles um uns herum besteht schon seit Urzeiten und wird noch lange nach unserer Millisekunde Leben Bestand haben. Unsere Vorfahren wussten noch etwas über geologische, geografische bzw. jahreszeitlichen Zusammenhänge von Kraftorten. Und ein kleiner Teil des überlieferten Wissens wird hier im Buch aufbewahrt und mit kleinen Randgeschichten zu den einzelnen Touren vorgestellt.

Stellvertretend möchte ich eine Tour etwas genauer vorstellen: Zum Frauensee bei Reutte. Von Reutte herkommend liegt der Frauensee eingerahmt zwischen Säuling und Gehrenspitze. Die Autorin geht nach einer kurzen Wegbeschreibung näher auf die zum Säuling bekannten Überlieferungen als Hexenberg ein. Weiter beschreibt Sie das Schauspiel, wenn sich nach einem mittäglichen Gewitter die Silhouette des Säuling durch die Wolken abzeichnet und dieser dabei die Gestalt des sog. "Brocken-Gespenst" annimmt. Die Gratlinie des Säuling, der Brunstgrat, zieht tief hinunter ins Lechtal und scheint dabei die Kraft des Berges auf den Frauensee auszubreiten. Die Tour wird aufgewertet durch einen Besuch des auf dem Weg liegenden St. Mange-Sessele. Dass es sich dabei um eine alte Römerstraße handelt, der "Via Claudia Augusta" erfährt der Leser genauso, wie zwei Überlieferungen zur Bedeutung des Sessele und dem Drachen vom Urisee, der in manchen Vollmondnächten dem Frauensee einen Besuch abstattet. Und schließlich taucht der Leser noch ein in die Geschichte über das im smaragdgrünen Wasser des Frauensees versunkene Schloss.

Mit diesem Wissen, erreicht man den Frauensee und genießt schließlich die Ruhe. Man kann dem ausgelassenen Spiel der Schmetterlinge an den Blütenköpfen der Sterndolde folgen und sich dabei von der magischen Atmosphäre dieses Ortes in Bann ziehen lassen und einfach den Augenblick genießen. Um dabei die von diesem Ort ausgehende Kraft zu spüren, bedarf es nach der Autorin keiner paranormalen Fähigkeiten, sondern nur das Innehalten für einen Moment. Man stellt sich dabei vor, mit dem Untergrund verbunden zu sein und nimmt dabei die Umwelt, Pflanzen, Tiere und die Atmosphäre besonders intensiv wahr.

Für Leser, die sich eingehender mit Orten der Kraft beschäftigen möchten, wird im Anhang dann nochmal der Lebenszyklus als Jahreskreis vorgestellt. Die magischen Momente bei Sonnenauf- und Untergängen sind abhängig vom natürlichen Zyklus von Werden und Vergehen der Vegetation als auch des Werden und Vergehen des Lichts. Sonnenfeste, Mondfeste, Sommerwende oder Sommer- und Winterhalbmond sind uns zwar vom Namen her geläufig, dafür aber weniger die Zusammenhänge in Verbindung mit Orten der Kraft. Es sind auch einige Orte in Tirol genannt, die zu bestimmten Zeiten im Lebenszyklus besondere Kraft erfahren. Überwiegend sind es Wallfahrtsorte und auch überlieferte Kultstätten. Etwas muss also dran sein, wenn manche Orte etwas Geheimnisvolles, ja sogar Mystisches ausstrahlen. Ergänzt wird der Anhang mit Aufstellungen von Pflanzen,Tieren und besonderen Konstellationen (Baumkreise, Ahornboden), die auf einen solchen Ort hindeuten können.

Aber es gibt auch mit negativer Energie besetzte Orte: Orte mit düsterer Atmosphäre, wo man sich einfach unwohl fühlt und man diesen Ort eigentlich nur noch so schnell wie möglich verlassen möchte. Vielleicht waren diese Orte früher Opferstätten oder Plätze an denen Gefangene eingesperrt waren oder sogar Hinrichtungen stattfanden. Wer macht sich darüber bei einer Wanderung schon groß Gedanken? Für ganz Entschlossene gibt es auch Rezepte für Kräutermischungen, um die negativ besetzten Kraftorte zu reinigen.

Fazit:
Eine gelungene Anleitung zum Meditativen Gehen und Eintauchen in die Landschaft mit 36 kraftvollen Vorschlägen. Das intensive Durchstreifen der Natur kann den Zugang zu eigenen inneren Quellen öffnen und uns Visionen aus Vergangenheit und Zukunft enthüllen. Die Mythologie der Natur begleitet uns mit Naturwesen wie Nymphen, Zwerge oder Sylphen und wer sich etwas darauf einlässt, wird die Seele eines Ortes erspüren und vielleicht eines der Wesen aus dem Weltenreich hinter den Schleiern sehen dürfen.
Für mich ist das Buch von Astrid Süßmuth eine gelungene Mischung aus Wanderführer und Naturfabel. Nicht nur für Leser mit Hang zur Mythologie, die vermutlich einen leichteren Zugang zum Buch finden werden, kann sich dadurch auf zukünftigen Unternehmungen in der Natur ein ganz neuer Blickwinkel ergeben: Eine Sensibilisierung gegenüber unserer Umwelt und eine Selbstreflexion durch das Innehalten im täglich Treiben und Hineinhören in unsere eigene Mitte. Möge das Gleichgewicht und die Gute Seite der Macht immer mit uns sein.


Wandern in den Bayerischen Hausbergen: Wanderführer Bayerische Alpen - mit über 100 genussvollen Wanderungen, Hüttentouren und Klassikern wie Watzmann ... und Füssen (Erlebnis Bergsteigen)
Wandern in den Bayerischen Hausbergen: Wanderführer Bayerische Alpen - mit über 100 genussvollen Wanderungen, Hüttentouren und Klassikern wie Watzmann ... und Füssen (Erlebnis Bergsteigen)

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4.0 von 5 Sternen Anregungen für gänzlich neue Tourengebiete und Berge, 3. Juni 2015
Der Untertitel des Buches lautet: „100 Genusstouren zwischen Berchtesgaden und Füssen“ und wirbt für dieses Buch mit „+20 neue Touren. Der Klassiker – komplett überarbeitet und aktualisiert“. Da mir jedoch die vorhergehende(n) Ausgabe(n) nicht bekannt sind, kann ich hierzu nichts sagen. Wohl sind aber nahezu 20 Jahre seit Erscheinen des ersten Bandes vergangen.

Der erste Eindruck des Buches ist sehr schön, ich hab's sofort zur Hand genommen um darin zu schmökern. Zum Mitnehmen auf Tour eigentlich zu groß und schwer. Die 100 Touren sind aufgeteilt in 14 Touren der Kategorie blau (leicht), 19 Touren der Kategorie schwarz (schwer) sowie 67 Touren der Kategorie rot (mittel).

Wer (wie ich) eher ein Wanderbuch erwartet hatte, wird feststellen, dass z.B. mit den mir persönlich bekannten Touren auf den Geiselstein oder auf die Sonnenspitze in der schwarzen Kategorie durchaus auch Touren aufgezeigt werden, bei denen mehr oder wenig Klettereien zu meistern sind. Im Einleitungstext findet sich dazu folgendes: „Über drei Viertel der Touren sind für den durchschnittlichen Bergwanderer und Bergsteiger gedacht, und nur etwa ein Viertel richtet sich an den erfahrenen Bergsteiger, der neben Ausdauer, Orientierungssinn, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auch über eine gewisse Kletterfertigkeit verfügt.“

Mir persönlich gefällt gut an dem Buch, dass man dort Anregungen für gänzlich neue Tourengebiete und Berge bekommt – das Gebiet östlich vom Forumsgebiet fällt bei Tourenplanungen aus Sicht der Allgäuer oft hinten runter (oder ist das nur bei mir so?!). Dabei animieren wohlklingende Namen wie Kampenwand, Benediktenwand, Wendelstein, Ellmauer Halt, (ganz aktuell :-)) uvm. förmlich dazu, auch mal Touren in diesen Richtungen zu unternehmen.

Die Touren sind meist auf einer Doppelseite beschrieben, daher recht ausführlich, illustriert mit mehreren, jeweils sehr schönen Fotos sowie einem Kartenausschnitt. Daneben die für die Tourenplanung wichtigen Fakten zu Gipfel, Talort, Anfahrt (immer auch die öffentlichen Verkehrsmittel beschrieben), Gehzeiten (recht detailliert aufgeführt), Schwierigkeit (auch hier wird einigermaßen detailliert auf die Schwierigkeiten eingegangen), Hütten/Einkehr und Karten.

Im Einleitungstext wird der Bergsteiger noch mit einer eher überschaubaren Auflistung von Tipps zu Ausrüstung und Sicherheit beraten. Dieser kurze Absatz im Buch ist m. E. eher pseudomässig aufgeführt. Am Ende des Buches findet sich ein Hüttenregister über vier Seiten, in welchem alle Hütten der Touren aufgeführt sind, mit Informationen zu Schlafplätzen, Öffnungszeiten, Telefonnummer und individuellen Infos.
Im Text taucht auch auf: „Der bayerische Anteil an den Alpen ist zwar nur klein, doch er kann sich wirklich sehen lassen.“

Fazit:
Ich für meinen Teil werde diesen Sommer sicherlich die eine oder andere Tour in den bayerischen Alpen unternehmen, angeregt durch dieses schöne Buch – wohlwissend aber auch, sicherlich nicht allein am Gipfel zu stehen.

Buchbesprechung vom 02.06.15 © flyaway2 vom Alpic.net/forum


Das große Rennradtouren-Buch Tirol: 100 Routen und die 16 wichtigsten Radrennen
Das große Rennradtouren-Buch Tirol: 100 Routen und die 16 wichtigsten Radrennen
von Willi Hofer
  Broschiert
Preis: EUR 24,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Handliches Taschenbuch für den ambitionierten Radsportler in Tirol, 7. April 2015
Tirol ist ein Land für Sportbegeisterte. In erster Linie kommen hier Bergsportler voll auf ihre Kosten. Egal ob wandern, bergsteigen oder klettern – für jeden ist etwas dabei. Aber auch für Radfahrer bietet diese Gegend viele Möglichkeiten. Für all diejenigen, welche die Landschaft zwischen Arlberg und Kitzbühel mit dem Rennrad erkunden möchten, stellt der Tiroler Extrem-Radfahrer Willi Hofer in seinem Buch "Das große Rennradtouren-Buch Tirol" über 100 Routen vor, die sich geographisch nicht nur auf Tirol beschränken, sondern auch in die angrenzenden Gegenden führen.

Das Buch beginnt mit einigen Listen: Zunächst mit einem Tourenverzeichnis, das chronologisch alle Routen kurz vorstellt. Es schließen sich eine alphabetisch geordnete Tourenliste, ein Pässeverzeichnis, eine Sortierung nach Schwierigkeitsgraden (von Anfänger bis Profis), eine Auflistung nach Fahrtzeit (von 1  Stunden bis 13 Stunden), eine topographische Sortierung (von flach bis sehr steil) und eine Non-Stop-Uphill-Übersicht (von 2181 m auf der Strecke von Meran zum Timmelsjoch bis 208 m auf der Strecke von Weißenbach am Lech zum Gaichtpass) an. Anschließend präsentiert der Autor mehrere Rennräder – auffälligerweise von nur einem Hersteller –, die seiner Meinung nach für die vorgestellten Touren hervorragend geeignet sind. Ferner gibt er Bekleidungs- und Ausrüstungstipps und stellt kurz einige touristische Informationen über Tirol dar. Die beschriebenen Rennradtouren sind in sechs Kapitel eingeteilt: Innsbruck-Süd, Innsbruck-West, Tirol West, Tirol-Ost (Hier ist nicht Osttirol gemeint!) und Rennrad-Rennen. Jede Tourenbeschreibungsseite beginnt oben mit Angaben zu Fahrtstrecke, Höhenmetern und Fahrtzeit. Am Seitenrand findet der Leser Hinweise zu Schwierigkeitsgrad, Ausgangsort und Etappen. Bei Touren, die nicht in Innsbruck starten, ist eine Wegbeschreibung für die Anfahrt mit dem Auto von der Tiroler Landeshauptstadt zum Ausgangsort angegeben. Die eigentliche Routenbeschreibung erfolgt stichwortartig, während der Mittelteil jeder Seite eher für die Motivation des Lesers gedacht ist, die jeweilige Tour zu unternehmen. Bei einigen Touren hat der Autor unter der Überschrift „Schlagzeile“ persönliche Erlebnisse zur jeweils beschriebenen Route eingebracht. Des Weiteren werden bei den meisten Touren Alternativstrecken aufgeführt. Im unteren Teil veranschaulicht ein Höhenprofil die Routenanforderungen. Schließlich sind Hinweise zur maximalen Steigung, zum maximalen Gefälle, zum höchsten und tiefsten Punkt der Tour, zum Verkehrsaufkommen auf den befahrenen Straßen (von sehr wenig Verkehr bis reges Verkehrsaufkommen), zur Schönheit der Tour und zu Raststationen ergänzt. Bei einigen Touren findet man Zusatzinformationen zu besonders empfehlenswerten Einkehrmöglichkeiten. Abgerundet wird jede Beschreibung durch eine Übersichtskarte und gelegentlich mit Fotos.

Fazit: "Das große Rennradtouren-Buch Tirol" bietet Radsportfreunden, die gerne in Tirol unterwegs sind, eine sehr große Auswahl an Strecken. Die meisten Routen sind Rundfahrten oder so gewählt, dass der Hinweg nicht exakt dem Rückweg entspricht, so dass die Touren sehr abwechslungsreich sind. Dazu tragen auch die zahlreichen zusätzlich beschriebenen Varianten bei. Osttirol, das ja politisch auch noch zum österreichischen Bundesland Tirol gehört, ist jedoch bis auf eine Rennrad-Rennen-Beschreibung vollkommen ausgeklammert. Die Tourenbeschreibungen sind übersichtlich, teilweise etwas knapp, aber immer mit allen notwendigen Hinweisen verfasst. Beim ersten Lesen verwirren die vielen Symbole etwas, die für die einzelnen Informationen stehen, aber zum Glück ist im Deckel des Buches eine praktische Legende, die alle Fragen schnell klärt. Die Kompaktheit der Tourenbeschreibungen führt dazu, dass Fotos teilweise keinen, in der Regel nur wenig Platz finden. Wer ein Freund großer Bildaufnahmen ist, ist mit diesem Buch falsch beraten. Dafür passt das handliche Taschenbuch in jeden Rucksack bzw. in die Rückentasche des Trikots. Sehr interessant ist, dass Willi Hofer im letzten Kapitel des Buches Strecken von Rennrad-Rennen beschreibt, die jeder ambitionierte Radsportler somit nachfahren kann. Wie sportbegeistert der Autor ist, demonstriert er dem Leser eindrucksvoll im Buchdeckel, wo er jeden Wettbewerb, an dem er in den letzten Jahren teilgenommen hat, inklusive der erreichten Platzierung auflistet.

Buchbesprechung vom 05.04.15 © Chris im Forum von Alpic.net


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