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Beiträge von Klaus Ferentschik
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Rezensionen verfasst von
Klaus Ferentschik

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Raoul Tranchirers Mitteilungen an Ratlose
Raoul Tranchirers Mitteilungen an Ratlose
von Ror Wolf
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schluss mit der Ratlosigkeit, 9. Januar 2015
Raoul Tranchirer ratschlägt in seinen Mitteilungen an Ratlose in gewohnt geschliffener Manier und souveräner Seriosität, wobei er, gewieft wie immer, auf Besonderheiten aufmerksam macht, die bisweilen kaum mehr wahrgenommen werden. Wie alles, was er gesamt als lexikalisches Werk, textlich und mittels Collagen illustriert, hinterlassen hat, handelt es sich auch hier um ein sprachliches wie bildnerisches Monument, das seinesgleichen nirgends finden wird.


Raoul Tranchirers Enzyklopädie für unerschrockene Leser in drei Bänden. Band II. Ror Wolf Werke.
Raoul Tranchirers Enzyklopädie für unerschrockene Leser in drei Bänden. Band II. Ror Wolf Werke.
von Ror Wolf
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 75,00

5.0 von 5 Sternen Enzyklopädie für unerschrockene Leser, 9. Januar 2015
Nicht nur in ihrer Gesamtheit, sondern auch jeder einzelne Band dieser Enzyklopädie für unerschrockene Leser gehört wohl zum Besten, was es in der deutschsprachigen Literatur gibt.


Zwei oder drei Jahre später. Neunundvierzig Ausschweifungen.
Zwei oder drei Jahre später. Neunundvierzig Ausschweifungen.
von Ror Wolf
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von der Notwendigkeit, anständig und feinfühlig auszuschweifen, 9. Januar 2015
Vor über zwanzig Jahren Jahren bereits empfahl Raoul Tranchirer, «gerade in dieser von falschen Empfehlungen strotzenden Zeit, mit Anstand und Feinfühligkeit auszuschweifen». An diesen Ratschlag knüpft nun sein Alter Ego, nämlich Ror Wolf, mit seinen «Neunundvierzig Ausschweifungen» an. So zumindest lautet der Untertitel seiner Sammlung von ebenso vielen Geschichten. Fast allen von ihnen ist eines gemein: unerwartete, oft gleichzeitig eintreffende Ereignisse, spontane Eskapaden, unverhoffte Begebenheiten. Mit geradezu teuflischer Unverdrossenheit scheinen die Missgeschicke einander abzulösen – je unangenehmer für die Betroffenen, desto amüsanter für die Leser. Dabei spielen weder Zeitpunkte, Hintergründe noch Örtlichkeiten eine Rolle, es geschieht dies ständig und weltweit, sei es in Schleiz, in Mainz, in Berlin, in Phoenix, irgendwo in Nevada, am Rande des Atlantischen Ozeans, sogar im Polargebiet des hohen Nordens. Da kippt unvermutet ein Mann vom Brückengeländer, während ein anderer, «Kenner und Liebhaber von Schwierigkeiten», tief unter der Erdoberfläche ausgeplündert und fast abgeschlachtet wird. Ein Dekorateur, der in der Auslage des Warenhauses seine Arbeit verrichtet, erleidet eine Herzattacke, stürzt auf ein Bett und bleibt dort tagelang liegen, weil die Leute glauben, es handle sich um eine Schaufensterpuppe. Oder es tauchen gänzlich unvermittelt mehrere Männer auf, um im selben Moment zu verschwinden, andere fallen plötzlich um, einfach so, oder verlieren jäh die Orientierung und kommen dabei ums Leben, während ein anderer Herr «in einer winzigen Unterbrechung der normalen Verhältnisse» in einem Wirtshaus ohne Anlass aufsteht und eine Stahltür aus ihrer Verankerung reißt.
Solche unerhörten Begebenheiten werden von Ror Wolf höchst feinsinnig geschildert, mit einer eigentümlichen Akkuratesse, die dafür sorgt, dass diese Missgeschicke den Leser erheitern. Wie sagt Raoul Tranchirer in seinen «Mitteilungen an Ratlose»? Er stellt fest, «dass selbst Begebenheiten unter traurigen Umständen zuweilen das einfache Lachen hervorrufen».


Die Vorzüge der Dunkelheit: Neunundzwanzig Versuche die Welt zu verschlingen. Horrorroman
Die Vorzüge der Dunkelheit: Neunundzwanzig Versuche die Welt zu verschlingen. Horrorroman
von Ror Wolf
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Virtuosität des Grauens, 17. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Natürlich sind „Die Vorzüge der Dunkelheit – Neunundzwanzig Versuche die Welt zu verschlingen“ von Ror Wolf ein „Horrorroman“ – und was für einer! Eine schaurig-schöne Abenteurreise durch die inneren wie äußeren Kontinente, ein (alp)traumartiger Trip, der keine Grenzen zwischen sogenannter Realität und Imagination kennt und alle Unterschiede zwischen den Zeiten aufhebt. Monströse Kreaturen, aufreizende Vamps mit raschelnden Rüschen, mehrere Männer mit Messern, mit Zigarren und Pfeifen, zu allen Schandtaten bereit - jäh auftauchend, verschwindend, abermals auftauchend -, bevölkern den Roman ebenso wie aufplatzende Böden, saugende Sümpfe oder Schlammlandschaften, düstere Hotelzimmer, Bahnhofskneipen und verzerrende Spiegel(bilder). Alles, aber auch augenscheinlich alles, agiert wie die Abgründe des Unterbewussten, in ständig bedrohlicher Wiederkehr, variantenreich und mitreißend. Dazu kommt, dass das Ganze in einem brillanten Stil dargeboten ist, der Ror Wolf einmal mal als außergewöhnlichen Sprachakrobat auszeichnet, als einzigartigen Wortjongleur, der mit seinen virtuosen Bildcollagen gleichzeitig der beste Illustrator seines Horrorromans ist.


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