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Regina Károlyi (Media-Mania)
(TOP 500 REZENSENT)   

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Deutschland überall: Eine Suche auf fünf Kontinenten
Deutschland überall: Eine Suche auf fünf Kontinenten
von Manuel Möglich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen Eine fesselnde Weltreise unter einer ungewöhnlichen Prämisse, 7. Mai 2015
Wenn ein Fernsehreporter ein Buch schreibt, darf man gespannt sein, denn das Medium Buch fordert doch ganz andere Prioritäten als eine TV-Sendung und nicht zuletzt ein beträchtliches Durchhaltevermögen, damit die Spannung nicht ins Straucheln gerät. Natürlich verlangte dieser "etwas andere" Reisebericht eine intensive Recherche, allerdings kommt es auch darauf an, die gewonnenen Erkenntnisse durchgehend fesselnd darzustellen.
Manuel Möglich ist das gelungen, selbst an Orten, an denen das Deutsche, vor allem jenes aus der Kolonialzeit, nur noch in feinen Spuren existiert, etwa in Tsingtao, wo es sich nur mehr erahnen lässt anhand von wenig Architektur; in der Kultur ist die Kolonialzeit, ohnehin recht kurz, untergegangen. Ganz anders präsentiert sich Siebenbürgen mit seiner Prägung durch die deutschstämmige Minderheit. Die anderen Orte liegen irgendwo dazwischen, jeder auf seine Weise.
Möglich fängt zum einen geschickt die Atmosphäre in den jeweiligen Städten und Regionen ein, das Ursprüngliche, Nichtdeutsche und, so weit erkennbar, die deutschen Einflüsse, ob authentisch wie teilweise noch in Tschechien oder gekünstelt folkloristisch wie in Brasilien. Als sehr interessant erweisen sich die Gespräche mit unterschiedlichen Menschen, teils Abkömmlingen von Siedlern, teils später Eingewanderte, teils Angehörige lokaler Minderheiten. Diese haben sehr bunte, bisweilen irritierende, oft auch anrührende Bilder und Meinungen von Deutschland, die den Leser zur Selbstreflexion nötigen, teilweise ein Schmunzeln und noch öfter Nachdenklichkeit hervorrufen. Was ist Deutschland, was bedeutet "deutsch" eigentlich – für andere, für uns selbst? Eine faszinierende Frage, die letztlich der Leser selbst beantworten muss mittels der Mosaiksteinchen, die das Buch zur Verfügung stellt, und eigener Erfahrungen.
Auch wenn in Nambia mancherorts recht romantisch mit Kaiser und Hitler umgegangen wird, so fehlt diesem Buch jegliche Brauntönung; leider erweist sich eine solche Anmerkung in Bezug auf ein Buch, das sich im weitesten Sinne mit Patriotismus befasst, als notwendig. Möglich schildert seine Erlebnisse und Interviews differenziert, mit dem nötigen Abstand und so anschaulich und unterhaltsam, dass sich der Leser regelrecht mitgenommen fühlt auf diese spannende Entdeckungsreise. Ein Fotoblock ergänzt die Texte und zeigt einige der wesentlichen Personen und Orte.
Eine fesselnde Weltreise unter einer ungewöhnlichen Prämisse, die nachdenklich macht und zur Auseinandersetzung mit dem Begriff "deutsch" einlädt.


Götter am Nil: Ägyptische Mythologie für Einsteiger
Götter am Nil: Ägyptische Mythologie für Einsteiger
von Garry J. Shaw
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

4.0 von 5 Sternen Nachvollziehbare Darstellung des altägyptischen "Pantheons", 7. Mai 2015
Beim alten Ägypten handelt es sich nicht um ein klar definierbares politisches und religiöses Konstrukt, sondern um eine hochkomplexe Kultur mit vielen regionalen Eigenheiten. Dementsprechend gibt es auch viele Varianten der verbreiteten Mythen, selbst die Abstammung einiger "prominenter" Götter wird je nach Stadt und Landesteil unterschiedlich gehandhabt. So hat sich der Ägyptologe Garry J. Shaw keine leichte Aufgabe gestellt.
Doch das Resultat kann sich sehen lassen. Denn es ist dem Autor gelungen, eine Fülle an Informationen in unterhaltsam präsentierten Texten zu verpacken und dabei den roten Faden beizubehalten, was angesichts dieses Themas mit Sicherheit eine Meisterleistung darstellt. Die Beurteilung und Auswertung der vielen parallelen Varianten von Mythen und darin enthaltenen Götterfiguren und -rollen wirkt ausgewogen und ergibt ein schlüssiges Bild.
Die drei großen Themenkreise wurden geschickt konzipiert: So führt der erste Teil in die Welt der altägyptischen Götter ein und macht den Leser mit den wesentlichen Akteuren vertraut. Im zweiten Teil zeigt sich der Einfluss der Mythen auf das tägliche Leben, im dritten der Umgang mit jener anderen Welt, die für die Ägypter von ähnlich großer, vielleicht sogar größerer Bedeutung war als ihre gewohnte: dem Tod und der Unterwelt.
Für Laien bestens nachvollziehbar und durchaus unterhaltsam beschreibt und kommentiert der Autor die wesentlichen Mythen und Götterfiguren im jeweiligen Kontext, und allmählich entsteht im Leser das Gefühl, "durchzublicken" und nicht nur einen konkreten Eindruck von der altgriechischen Götterschaft zu haben, sondern auch die Menschen jener Kultur ein Stück weit zu verstehen und zu begreifen, was genau an ihrer Weltsicht so faszinierend ist.
Zahlreiche Illustrationen ergänzen die Texte und beantworten bisweilen offen gebliebene Fragen.
Wer noch keine Ahnung von altägyptischer Mythologie, aber beträchtliches Interesse daran hat, mag mit diesem Buch ein wenig überfordert sein. Es setzt die ein oder andere Kenntnis voraus, nicht aufdringlich, doch merklich. Am besten eignet es sich für Menschen, die sich bereits aufmerksam mit dem Thema befasst haben und ihre Kenntnisse erweitern oder vertiefen möchten. Hierfür scheint es wie geschaffen.


Europa in Wien: Der Wiener Kongress 1814/15
Europa in Wien: Der Wiener Kongress 1814/15
von Sabine Grabner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 45,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausstellungskatalog mit Enzyklopädie-Qualitäten, 3. Mai 2015
Im Geschichtsunterricht erscheint der Wiener Kongress häufig als eine vertane Chance zu einer umfassenden Modernisierung der politischen und sozialen Ordnung, denn letztlich kehrte Europa in vielerlei Hinsicht zurück zu eigentlich überkommenen Strukturen des 17. Jahrhunderts. Buch und Ausstellung zeichnen ein differenzierteres Bild, ohne die verpassten Gelegenheiten zu leugnen.
Der erste Teil mit dem Rückblick auf den Kongress einschließlich seiner Vorgeschichte, sprich: die Napoleonischen Kriege, führt den Leser in die damalige Welt ein. Zahlreiche Porträts der Akteure, Bilder von Kriegsszenen und vom Kongress selbst veranschaulichen die gehaltvollen und gut verständlich verfassten Texte.
So ist es natürlich auch interessant, vor diesem Hintergrund die Künstlerpersönlichkeiten, Stile und Einflüsse kennen zu lernen, die um 1800 in Wien und den anderen europäischen Machtzentren "en vogue" waren - Möbel, Kleidung, Geschirr und andere Gegenstände des Alltags eingeschlossen. Den Schwerpunkt des zweiten Teils bilden, wenig erstaunlich, die Porträtmaler. Ihr Schaffen, ihre Kunden und ihre Beziehungen untereinander werden intensiv beleuchtet.
Wie sich Wien der gewaltigen Anzahl der Gäste in den Monaten des Kongresses stellte, was natürlich eine Erweiterung und Modernisierung der Infrastruktur erforderte, wie die Zeitungen trotz Zensur liberaler wurden, welche Zerstreuungen den Gästen zugutekamen und viele andere Themen beherrschen den dritten Teil, in dem unter anderem Beethoven zu den zentralen Persönlichkeiten gehört.
Auch unabhängig von einem Ausstellungsbesuch hat dieser Katalog somit sehr viel zu bieten. Der enorme Themenbogen erinnert regelrecht an eine Enzyklopädie, zumal die einzelnen Kapitel sorgfältig und umfassend ausgearbeitet wurden und eine Fülle an Informationen liefern. Gerade jedoch die Verflechtungen von Politik, Kunst und Kultur allgemein findet man in anderen Werken selten.
Layout und Druckqualität überzeugen, wie man es vom Verlag gewohnt ist. Das großzügige Format ermöglicht eine Abbildungsgröße, die den Exponaten gerecht wird. Somit handelt es sich in jeder Hinsicht um ein ausgesprochen empfehlenswertes Werk mit einem durchaus erfreulichen Preis-Leistungs-Verhältnis.


Das Verbrechen - Kommissarin Lunds 3. Fall
Das Verbrechen - Kommissarin Lunds 3. Fall
von David Hewson
  MP3 CD
Preis: EUR 22,99

4.0 von 5 Sternen Spannung pur, ein Aufeinandertreffen eigenwilliger Charaktere und eine exzellente Sprecherin, 3. Mai 2015
Wer die ersten beiden Folgen der Serie um Kommissarin Lund kennt, ist "Neueinsteigern" gegenüber im Vorteil, denn viele Anspielungen und Rückblenden, die sich im hier besprochenen dritten Teil finden, erschließen sich nur aus den Vorgängerbänden. Dennoch lässt sich diese Folge auch ohne Vorkenntnisse nachvollziehen, handelt es sich doch um einen in sich abgeschlossenen Fall.
Wie gewohnt erweist sich Lund als rau und eigenwillig, sie tut sich schwer mit dem eifrigen jungen Asbjørn Juncker, ihrem Chef zusammenzuarbeiten und erst recht mit Mathias Borch, mittlerweile verheiratet und Vater, der ihr unverhohlen Avancen macht. Dennoch wirkt sie auf ihre Weise sympathisch und macht eine Entwicklung durch. Ihre privaten Probleme und Herausforderungen spielen im Krimi keine unwesentliche Rolle. Dieser ist komplex gestaltet, es gibt eine Fülle an Personen, dennoch kann der Hörer den Überblick behalten.
Erstaunlicherweise lässt sich auch die Spannung über fast 17 Stunden erfolgreich halten, zumindest weitestgehend; ein paar Längen waren wohl unvermeidlich, werden aber durch viel atemlose Spannung und packende Szenen hinter den Kulissen der Politik und Wirtschaft kompensiert. Der Fall erscheint logisch, die Handlung geschickt konstruiert, und auch als die Identitäten des Entführers und des Mörders des erwähnten Mädchens bekannt sind, kommt es noch zu einem gewaltigen Showdown.
Anneke Kim Sarnau, die Sprecherin, trägt ihren Teil zu der gelungenen Hörbuchproduktion bei. Sie versteht es, die Spannungsbögen aufzunehmen, sich in die Charaktere hineinzuversetzen und auch den erwähnten Längen Leben einzuhauchen, sodass der Krimi zu einem echten Erlebnis wird.

Fazit: Zwar lohnt es sich, die dritte Folge als Fortsetzung der beiden ersten zu hören, doch auch wer diese nicht kennt, erhält Spannung pur, ein Aufeinandertreffen eigenwilliger Charaktere und eine exzellente Sprecherin.

Geliefert wird das Hörbuch als ansprechend und informativ gestaltetes Karton-"Leporello" mit Steckfächern für die drei mp3-CDs.


Von Poussin bis Monet: Die Farben Frankreichs
Von Poussin bis Monet: Die Farben Frankreichs
von Arp Museum Bahnhof Rolandseck
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

5.0 von 5 Sternen Ein so informatives wie prachtvolles Werk, 3. Mai 2015
Zwei Jahrhunderte Kunst, zwei Jahrhunderte einer überwiegenden Orientierung an den Idealen der Académie - bis die Impressionisten kamen und diese Ideale nachhaltig hinterfragten und schließlich ablösten. Dass aber auch vor den Impressionisten eine durchaus beeindruckende Geschichte der französischen Kunst liegt, zeigt dieser Band auf umfassende und abwechslungsreiche Weise.
Die gehaltvollen Essays informieren gründlich, ohne den fachunkundigen Leser zu überfordern oder zu langweilen. Zahlreiche Abbildungen von Kunstwerken veranschaulichen die Texte oder dienen als Aufhänger für Betrachtungen. Bevor der eigentliche Katalog beginnt, erhält der Leser somit bereits einen breit gefächerten Eindruck von dem, was ihn in der Ausstellung (oder im Katalog) erwartet, und reichlich Grundlagenwissen zu einem komplexen Abschnitt der Kunstgeschichte.
Doch auch zu den einzelnen Teilen der Ausstellungen beziehungsweise des Katalogs werden eingangs Einführungen angeboten, kürzer als die Essays; sie gehen gezielt auf den jeweils im Ausstellungsteil behandelten Aspekt ein und sind ebenfalls illustriert.
Die Abbildungen der einzelnen Exponate entsprechen von der Qualität wie auch der Präsentation her dem hohen Anspruch des Verlags. Hochwertiges, reflexionsarmes Papier und einwandfreier Druck sowie ein gelungenes Layout sorgen für eine komfortable Betrachtung und Freude an den Bildern. Im Allgemeinen erhält jedes Gemälde eine Seite für sich, solche mit vielen kleinen Details beanspruchen bisweilen eine Doppelseite, und nur manchmal teilen sich mehrere Bilder eine Seite. Neben der Exponate-Nummer werden hier Name und Lebens-Eckdaten des Malers, Titel und Entstehungsjahr des Werks angegeben. Alle weiteren interessierenden Daten enthält das Verzeichnis der ausgestellten Werke.

Dank der gelungenen Auswahl der Werke lässt sich der kunsthistorische Bogen von zweihundert Jahren sehr gut nachvollziehen. Zusammen mit den Texten ergibt sich so ein informatives wie prachtvolles Werk, das begeistert und dem Leser zahlreiche neue Eindrücke verschafft, ob er die Ausstellung besucht (hat) oder nicht.


Das Rätsel der Königin von Saba: Geschichte und Mythos
Das Rätsel der Königin von Saba: Geschichte und Mythos
von Ulfrid Kleinert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein spannender Beitrag zum Verständnis einer der rätselhaftesten Persönlichkeiten der Bibel!, 16. April 2015
Wer das Porträt einer frühantiken Persönlichkeit à la Nofretete oder Hatschepsut erwartet, wird enttäuscht sein: existieren doch praktisch keine Belege für die Existenz jener Königin von Saba, die dem König Salomo ihre Aufwartung machte, ihn reich beschenkte und ihm Rätselfragen stellte, die er zu beantworten wusste. Die Legende sagt ihnen einen gemeinsamen Sohn nach, den das bis in unsere Zeit existierende äthiopische Herrscherhaus als Ahnherrn beanspruchte, ebenso, wie es behauptete, die jüdische Bundeslade zu beherbergen. Definitiv hat diese uralte Geschichte einen enormen, kulturübergreifenden Reiz, dem sich auch der westliche Leser nicht entziehen kann.
Dem Autor gelingt es, die spärlichen Fakten mit den späteren Ausschmückungen zu verbinden und doch beides zu trennen, sodass dem Leser stets bewusst bleibt, dass der Großteil dieser spannenden Episode Legende ist, ausgeschmückt nach den ethischen, moralischen und religiösen Vorgaben der jeweiligen Zeit, abhängig von der Rolle der Frau in der Gesellschaft und dem Maß an Respekt vor anderen Gemeinschaften. Saba, jenes geheimnisvolle Land am Beginn der seinerzeit so wichtigen Weihrauchstraße, forderte den späteren Erzählern natürlich einiges an Fantasie ab.
Zahlreiche Abbildungen zum einen von sabäischen Tempelanlagen, zum anderen von künstlerischen Auseinandersetzungen mit der Geschichte von Salomon und der Königin von Saba, ergänzen die so sachlich wie fesselnd geschriebenen Texte und vermögen es, auch den nicht fachkundigen Leser in ihren Bann zu ziehen und für eine eher selten thematisierte Epoche und geografische "Nische" zu interessieren. Dass der Untertitel "Geschichte und Mythos" unerfüllbare Erwartungen in Bezug auf die Faktenlage zu wecken vermag, klang bereits im Inhaltsabriss an. Letztlich bietet der Autor jedoch eine ausgewogene Darstellung und nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit, die von der frühen Antike bis ins ausgehende Mittelalter reicht und nicht zuletzt aufzuzeigen weiß, wie historische Figuren benutzt werden, wenn es gilt, aktuelle Botschaften und religiös-kulturell-politische Inhalte zu vermitteln.
Ein spannender Beitrag zum Verständnis einer der rätselhaftesten Persönlichkeiten der Bibel!


Yeti Bubbles
Yeti Bubbles

2.0 von 5 Sternen Für eine Weile ein ganz netter Zeitvertreib, 16. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Yeti Bubbles (Computerspiel)
Nimm drei

Damit Kugeln entfernt werden können, muss der Spieler mit der beweglichen Kanone eine Kugel auf mindestens zwei einander benachbarte Kugeln derselben Farbe abfeuern. In der abgebildeten Situation wäre die Kanone also nach links zu schwenken und auf die beiden lila Kugeln auszurichten. Gelingt es, eine längere Kette zu durchtrennen, die als ausschließlicher Halt für andersfarbige Kugeln dient, so fallen diese herab und sind ebenfalls eliminiert. Dies ist erstrebenswert, leider gibt es keine Punkte dafür – jede klassisch abgeschossene Kugel hingegen ergibt drei Punkte. Angenehmerweise wird auch die Farbe der nachfolgenden Kugel an der Kanone stets angezeigt.
Höhere Level sorgen nicht nur für mehr Farben und somit einen schwierigeren Spielverlauf, sondern auch für hilfreiche Extras. Hier sind zwei davon zu erkennen: zum einen eine Art Präzisionsstrahl zum zielgenauen Schießen, zum anderen die "Vereisung", die für einige Momente ein weiteres Absenken der "Halterung" verhindert. Der Yeti zeigt sich an dieser Stelle erschrocken, weil links schon ein kritisches Stadium erreicht ist.

Bunte Mischung

Am Anfang ist es nicht besonders schwierig, die Level abzuschließen. Noch hält sich die Anzahl der Farben in Grenzen, es kommen jedoch schon nützliche Extras zum Einsatz. Diese mehren sich im Lauf des Spiels. Da gibt es Jokerkugeln, die für zwei Farben gelten, solche für erhöhte Punktzahl, die erwähnte "Vereisung", den Präzisionsstrahl; als praktisch erweist sich eine Kugel mit Pfeil nach oben, weil sie die "Halterung" für sehr kurze Zeit etwas nach oben verschiebt, und richtig Power hat die TNT-Kugel, die alle Blasen an der Aufprallstelle sprengt und bei gezieltem Einsatz nachhaltig aus der Bredouille helfen kann. Das tropfenförmige Extra färbt alle Kugeln einer Farbe an der Aufprallstelle in seine eigene Farbe um.
Der Yeti spielt hier zum erfolgreichen Level-Abschluss gerade einen Tusch.

Es muss schnell gehen

Wenn der Spieler mal nicht aufgepasst hat, kann der Level verdammt schnell zu Ende sein, denn Fehler rächen sich bei diesem Spiel sofort, zumal es gilt, sehr flott und gleichzeitig genau zu agieren. Hier kommt auch bereits erste Kritik ins Spiel: Gerade bei den höheren Leveln rächt sich jeder kleine Fehler "tödlich". Und es lassen sich keine Zwischenstände abspeichern, auch gibt es nicht mehrere Leben, sodass ein neuer Start beim ersten Level nötig wird, wenn die Kugeln die Wasseroberfläche berühren. Da ist nicht nur der Yeti sichtlich "not amused". Entsprechend verliert gerade ein Neueinsteiger in Sachen Action Puzzle schnell die Lust.

Insgesamt nicht schlecht

Es gibt zwei Spielmodi, Arcade und Classic, reichlich Level und ganz nette Musik und Soundeffekte. Die Bedienung ist unkompliziert, alle Einstellungen sind leicht vorzunehmen. Auch eine Bestenliste mit zehn Plätzen fehlt nicht. Letztlich fehlt aber doch die Abwechslung, und schnell erscheint alles gleich, was gelegentlich zu Aufmerksamkeitseinbußen und folglich zu einem schnellen Ende des Spiels führen kann.

Fazit: "Yeti Bubbles" bietet für eine Weile einen ganz netten Zeitvertreib; "unbegrenzter Spielspass, sehr hoher Wiederspielwert", womit das Spiel beworben wird, sind aber keineswegs garantiert. Man kann das Spiel kaufen, muss aber nicht.


05: Der Aladin-Schachzug
05: Der Aladin-Schachzug
Preis: EUR 4,99

3.0 von 5 Sternen Auf die Fortsetzung darf man richtig neugierig sein!, 16. April 2015
Rezension bezieht sich auf: 05: Der Aladin-Schachzug (Audio CD)
Ach, Junge! Das Talent des in dieser Serie noch ganz jungen, später so erfolgreichen Raumfahrers Mark Brandis, sich in eine Bredouille nach der anderen zu bringen, dürfte dem notorischen Hörer der "Mark Brandis, Raumkadett"-Reihe mittlerweile bekannt sein. Hier geht es jedoch gründlich zur Sache: Mark zieht auch seine Freunde von der Astronautenschule mit hinein und verrät ihnen noch nicht einmal, dass es nicht um einen Spaßurlaub in Afrika, sondern um die Suche nach seinem Vater geht. Er lässt sich bedenkenlos auf eine ziemlich zweifelhafte Person ein und zieht sich einen Schuh an, der für ihn etliche Größen überdimensioniert ist. Was man halt so tut, wenn man jung, voller Ideale und auch ein Stück weit verzweifelt ist. Der Hörer muss Mark Brandis einfach mögen, sogar in solchen Situationen.
Folge 05 ist der Anfang eines Zweiteilers und, ehrlich gesagt, ein bisschen lahm. Die Höhepunkte werden offensichtlich für den zweiten Teil, also Folge 06, aufgespart. In diesem Hörspiel zieht sich alles, ein vermutlich fulminanter Showdown wird zwar vorbereitet und wirft seine Schatten voraus, die Story ist aber bis zum Ende dieses Hörbuchs vorhersehbar und hat nicht viel zu bieten im Vergleich zu den vorangegangenen Episoden. Einzig die bereits vertrauten, vorzüglichen Sprecher bringen Leben hinein, auch tragen die Sound-Effekte dazu bei, dass der Hörer nicht einnickt. So richtig zum Lachen reizt Marks Dialog mit einem Interface in einem Reisebüro: Das kennt man doch ebenso aus unseren Tagen! Ansonsten wirkt die Welt von Morgen wie in den vorangegangenen Episoden sehr authentisch.
Als Fazit drei Sterne, einer davon als "Serienbonus" - grundsätzlich gut gemacht bei fadem Inhalt, der aber für die Fortsetzung benötigt wird. Und auf die darf man so richtig neugierig sein.


Die Hörspiel-Edition: Tod eines Handlungsreisenden - Hexenjagd - Eine Art Liebe - Brennpunkt - Mister Peters' Verbindungen - Alle meine Söhne - Clara ... Handlungsreisenden (O-Ton Arthur Miller)
Die Hörspiel-Edition: Tod eines Handlungsreisenden - Hexenjagd - Eine Art Liebe - Brennpunkt - Mister Peters' Verbindungen - Alle meine Söhne - Clara ... Handlungsreisenden (O-Ton Arthur Miller)
von Arthur Miller
  Audio CD
Preis: EUR 39,99

5.0 von 5 Sternen Gelungene Hörspielinszenierungen - Miller ganz authentisch, 5. April 2015
Als Hörspielfassungen entfalten die von Radiosendern produzierten Stücke eine starke Wirkung, zumal gerade jenen aus den 50ern anzumerken ist, dass damalige Hörer nicht mit Effekten überfüttert waren: Es braucht gar nicht viel, oft nur feine Nuancen der Stimmen und zum Beispiel sich entfernende Schritte, und schon entsteht im Hörer ein gewaltiges Kopfkino. Dieser sparsame und gezielte Umgang mit Geräuschen sorgt für eine intensive Einbindung der Fantasie des Hörers, der dadurch "bei der Stange bleibt" und nicht dazu kommt, sich mental auszuklinken.
Darüber hinaus findet man sehr viele Sprecher und Produzenten mit einem auch heute noch als groß wahrgenommenen Namen, so den legendären Peter Frankenfeld, Hans Quest, Otto Kurth, Volker Schlöndorff und Wilhelm Semmelroth.
Arthur Millers bestürzende Geschichten und massive Gesellschaftskritik können sich auf diese Weise intensiv entfalten und ziehen den Hörer in ihren Bann, ob er sie nun von früher her bereits kennt oder nicht. Die Schicksale seiner Protagonisten wirken zeitlos: All das könnte auch jetzt und immer wieder geschehen – und tut es in der ein oder anderen Form auch, selbst wenn die heutigen Protagonisten eher selten an Kriegserlebnissen kranken oder scheitern wie etliche Helden beziehungsweise Anti-Helden von Miller.
Auch das "Bonusmaterial" überzeugt, zum einen die CD mit der Originallesung des "Salesman" durch Miller selbst, zum anderen das recht dicke und sehr informative Booklet, in dem eingangs eine biografische Übersicht zum Autor zu finden ist, anschließend die "Hexenjagd" von Miller selbst erläutert wird und schließlich Angaben zu den einzelnen CDs und Stücken sowie den Regisseuren und jeweils wichtigsten Sprechern folgen. Die schlichte, schöne Aufmachung gefällt ebenfalls.

Zwar beträgt die Spielzeit über zehn Stunden, Langeweile kommt bei diesem Gehalt und der bestens gelungenen Hörspiel-Inszenierung indes nicht auf. Auch wenn die Schule schon lange zurückliegt, lohnt sich die Auseinandersetzung mit Millers immer schmerzlich aktuellen Themen und der Genuss der Produktionen.


Warum Grizzlybären immer Unterhosen tragen sollten
Warum Grizzlybären immer Unterhosen tragen sollten
von The Oatmeal
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Politisch unkorrekt, frech, gehässig - eben gut!, 5. April 2015
Allzu prüde darf The Oatmeals Leserschaft nicht sein – die Warnung "Nicht geeignet für Minderjährige und zart besaitete Gemüter" auf der Buchrückseite ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Freilich bezieht sich die zarte Besaitung doch eher auf US-Normen; der europäische Leser, dem Satire mit Missachtung der Gürtellinie vertraut ist, dürfte nicht unmittelbar in Ohnmacht fallen, wenn Geschlechtsteile fachlich korrekt oder etwas umgangssprachlicher benannt werden. "Schlimmer" wird's dann gar nicht.
Das Liebesleben von Mensch und Plattwurm (der Grizzlybär bleibt in dieser Hinsicht außen vor) ist jedoch nur eine von zahlreichen Irrungen und Wirrungen des Alltags, die der Zeichner gründlich durch den Kakao zieht: und zwar so, dass es wirklich etwas zu lachen gibt, sowohl wegen der Inhalte als auch der urkomisch gezeichneten Figuren. Um politische Korrektheit schert sich The Oatmeal nicht; das würde beim Versuch, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, auch enorm stören. Man darf sich auf ironisch ausgewalzte Klischees freuen und auf gehässige Auseinandersetzungen mit dem Sprachgebrauch. In diesem Zusammenhang sei die hochwertige Übersetzung erwähnt, die die vielen Wortwitze geschickt aufnimmt und vermittelt – kein leichtes Unterfangen.
Die Zeichnungen sind eher schlicht, haben jedoch einen hohen Wiedererkennungswert. Ohne viel Drumherum konzentrieren sie sich aufs Wesentliche. Dass sie farbig sind, erstaunt da beinahe. Texte und Bilder kommen stets auf den Punkt und bieten sowohl eine vielschichtige Gesellschaftskritik als auch ganz einfach jede Menge Vergnügen und reichlich zu lachen. Satire kann und soll eben auch Spaß machen.


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