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Rezensionen verfasst von
Schnatterfratze "Rockfreak" (Halver)

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The Origins of Ruin
The Origins of Ruin
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 19,16

5.0 von 5 Sternen Progressive-Metal in allererster Güteklasse!, 3. September 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Origins of Ruin (Audio CD)
Progressive-Metal wird landläufig in erster Linie mit Namen wie Dream Theater, Threshold oder auch Symphony X in Verbindung gebracht, allenfalls fällt bisweilen noch der Name Fates Warning, wobei hier eher die Bezeichnung "Alternativ-Progressive-Metal" passen würde - wenn es sie denn gäbe. Was hat das mit Redemption zu tun? Ganz einfach: Jeder, der mit den vorgenannten Namen etwas anfangen kann und diese Bands kennt und vor allem mag, ja, der MUSS Redemption LIEBEN! Bereits das Vorgängeralbum "The Fullness of Time" der Allstar-"Feierabendtruppe" um Bandboss Nicolas van Dyk (ergänzt u. a. durch Fates-Warning Götterstimme Ray Alder) ließ erahnen, welches Potential in dieser Formation steckt, "The Origins of Ruin" bietet eine konsequente Weiterentwicklung, ohne auf die Trademarks des Vorgängers zu verzichten. Redemption spielen Progressive-Metal, ohne Wenn- und Aber: Hart, melodiös, verfrickelt, virtuos und kompromisslos! "TOoR" wirkt wahnsinnig relaxt und spielt die Konkurrenz, so namhaft sie auch sei, schlicht und ergreifend an die Wand! Hier wird Musik zelebriert und man nimmt vom Hörer unmittelbar in Kauf, dass dieser sich die CD mindestens 3 x zu Gemüte führt, nur um bei jedem Durchlauf Neues zu entdecken. Hierbei versuchen Redemption nicht etwa, den Progressive-Metal neu zu erfinden (ein Eindruck, den man bei DT schon mal ab und an gewinnen kann), sondern sie spielen einfach alle Stärken einer absolut unterbewerteten Musikrichtung aus. "TOoR" ist das, was "Painkiller" zu Beginn der 90er für den klassischen Heavy-Metal war: ein klares Ausrufezeichen hinter der Aussage, dass eine oftmals totgesagte Musikrichtung bei Weitem noch nicht ausgereizt ist, sondern durch starkes Songwriting und die hiermit verbundene musikalische Umsetzung durchaus mehr als lebensfähig ist. Das I-Tüpfelchen bilden die intelligent verfaßten Texte van Dyks, die sich stets mit zwischenmenschlichen und alltäglichen Dingen auseinandersetzen und hierbei im Konsens mit der Musik schlicht und ergreifend eine Aussage produzieren mit der sich ein jeder identifizieren kann - ganz stark!


Princess Alice and the Broken Arrow
Princess Alice and the Broken Arrow
Preis: EUR 12,24

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die beste Magnum seit "Wings of Heaven"!, 3. September 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was gab es im Vorfeld für Spekulationen und was hat man sich die Köpfe heißgeredet: "Princess..." sei die moderne Fortsetzung des Kultalbums "Storyteller's Night" stand da bisweilen in der Fachpresse zu lesen, nicht zuletzt wurde dieses Statement auch aus dem Bandumfeld selbst nicht dementiert, sondern eher forciert. Vorweg: Natürlich ist das Album NICHT auf dem Niveau des Geschichtenerzählers, aber es repräsentiert die britische Ausnahme-Hardrockformation endlich wieder einmal so, wie sich die Fans das wünschen! Bereits der Opener "When we were younger" ist definitiv die stärkste Nummer aus der Feder von Bandboss und Alleinsongschreiber Tony Clarkin seit "Wild Swan" bzw. "Don't wake the Lion" - und die standen anno 1989 auf "Wings of Heaven". Hat man die Gänsehaut dieses Über-Openers erstmal überstanden geht es Schlag auf Schlag: zwar knüpfen "Eyes wide open" und "Like Brothers we stand" nicht unmittelbar an das überirdische Niveau ihres Vorläufers an, doch stellen sie klar unter Beweis, dass Magnum - wenn sie denn wollen - weiterhin in der Lage sind, klassisch-zeitlose Hardrock-Perlen zu kreieren, die neben einem immensen Ohrwurmcharakter einen gehobenen Anspruch erfüllen und die Kitschlatte höchstens streifen, sie jedoch nie überspringen. Von "Out of the Shadows" bis hin zu "Thank you for the Day" bleibt man diesem Stil treu und auf der sicheren Seite, ehe man mit "Your Lies" wieder einmal einen echten Hammer aufs Parkett schwingt: hier stimmt einfach alles, ein kompakter, eingängiger Rocksong, den einfach nur ein Tony Clarkin schreiben kann! Mit "Desperate Times" und vor allem "You'll never sleep" (erstaunlich hart für Magnum-Verhältnisse) hebt man sich dann die absoluten Sahnestücke neben dem Opener noch für den Schluss auf. Fazit: Magnum bleiben in ihrer eigenen Liga für melodischen Hardrock, nach dem bereits guten, aber doch mit einigen Füllern zuviel versehenen "Brand New Morning" ist "Princess..." eine konsequente Weiterentwicklung zurück zu den Wurzeln und gleichzeitig ein mutiger Schritt nach vorn, denn diese Art Musik ist alles andere als "angesagt" und somit nur für den erlesenen Fankreis melodischer Rockmusik interessant. Unverzichtbar für alle Freunde anspruchsvoller Musik ist das aktuelle Magnum-Werk in jedem Fall und wer weiß, womit uns der Nachfolger noch überraschen könnte...


Presets
Presets
Preis: EUR 17,70

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bittersüße Edelpopsongs mit progressivem Einschlag, 10. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Presets (Audio CD)
"Presets" sollte lt. Aussage der Band das Gegenstück zum äußerst progressiven, fast schon verstörenden Meisterwerk "Posthumous Silence" darstellen und "leichte", eingängige Popsongs bieten, die gut im Ohr hängen bleiben - eine Herausforderung für die Hamburger, standen doch die bisherigen Sylvan-Werke eher in der Tradition zwischen mehr oder weniger verfrickeltem Progrock klassischer bis moderner Prägung. Um so gespannter konnte man sein, als man "Presets" nun in den Player schob - und eigentlich die kommenden 2 Wochen nicht mehr aus selbigem entfernte! Das Album ist ein Sammelsurium an bittersüßen Melodien, überwiegend gepaart mit den für Sylvan - zumindest seit Album Nr. 2 - typischen, melancholischen Texten. Trotz der Kompaktheit der Songs (die bisweilen tatsächlich eher "Pop" als "Prog" sind - so weit man mit ersterem Begriff nicht den üblichen, tagtäglichen Radiosoundbrei assoziiert) entdeckt man bei jedem CD-Durchlauf neue Feinheiten, die jeden Track immer wieder aufs neue zu einer kleinen Erlebnisreise werden lassen. Das ganze Album umgibt eine melancholisch-träumerische Atmosphäre, in die man sich nur zu gerne fallen läßt und die letztendlich im progressivsten Stück (dem Titeltrack am Ende) ein furioses Finale findet. Ganz, ganz großes Kino und unverzichtbar für alle Fans von (modernen) Marillion und Liebhaber der ruhigen Seite von Porcupine Tree, Fans der britischen IQ sollten ohnehin jede Sylvan-Scheiblette ihr Eigen nennen.


Fear of a Blank Planet
Fear of a Blank Planet
Preis: EUR 12,98

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas zu sehr "Deadwing"..., 27. Juli 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fear of a Blank Planet (Audio CD)
"Nur" 4 Sterne für ein PT-Album? Wie gibt's denn sowas (außer für das ein- oder andere recht sperrige Frühwerk)? Faktisch und nach vielen Durchläufen beurteilt: "FoabP" ist ein tolles Album, muss sich aber mit den Meilenstein-Vorgängern "In Absentia" und "Deadwing" messen und da ist einfach ein Qualitätsabfall. Was bei den Vorgängern noch aufregend und neu in den PT-Sound einfloss wirkt auf dem aktuellen Album wie stellenweise schon einmal gehört (so erinnert sowohl das Titeltstück, als auch der Longtrack "Anesthetize" irgendwie elementar an den "Deadwing"-Überkracher "Arriving somewhere")oder gar kopiert. Des Weiteren verzettelt sich Mastermind Wilson speziell bei "Anesthetize" zum Ende des Stückes: die letzten 3 Minuten plätschern einfach dahin, ohne eine weitreichende Wirkung zu entfachen - die 3 Minuten weniger hätten der Albumspielzeit nicht geschadet, den Song an sich aber aufgewertet. "My Ashes" wirkt wie ein "Das-wird-von-PT-erwartet"-Song, kann es aber zu keiner Zeit mit ähnlich gelagerten Referenzwerken wie z.B. "Lazarus" (ebenfalls "Deadwing") aufnehmen. Ab "Sentimental" tauchen dann schlussendlich ein paar neue, zugegeben brillant eingebaute, neue Soundtupfer auf, die nach den eher abklatschartigen Songs 1-3 versöhnlich stimmen und untermauern, dass Wilson sein kompositorisches Talent bei Weitem noch nicht ausgeschöpft hat. Auch wenn "Sentimental" und "Way out of here" ein ganz klein wenig darauf schließen lassen, dass die Chartstürmer von Coldplay hier mächtig Eindruck hinterlassen haben, so bleiben sie doch äußerst vorzeigbare, wunderschöne Songs, irgendwo zwischen Alternative- und Progressive-Rock und mit dem typischen Schuss PT. Den Abschluss bildet mit "Sleep together" ein extrem düsterer Song, der offenbar auf Anhieb gar nicht gemocht werden will, nach einigen Durchläufen aber tatsächlich gefällt und dann den Ohrwurmqualitäten seiner beiden Vorgänger in nichts nachsteht. Für dieses Jahr müssen sich PT mit der Broncemedaille für Progrock/Metal begnügen, denn die Plätze 1 und 2 gehen klar an die Kollegen von Dream Theater und vor allem Pain of Salvation. Einsteiger, die Zugang zu der komplexen Welt von Steven Wilson suchen sind in jedem Fall mit den oben erwähnten Werken entschieden besser bedient.


Systematic Chaos ( CD+DVD)
Systematic Chaos ( CD+DVD)
Wird angeboten von 101Trading
Preis: EUR 9,22

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie sollte es anders sein?, 9. Juni 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Systematic Chaos ( CD+DVD) (Audio CD)
Mike Portnoy hatte im Vorfeld der Veröffentlichung von "Systematic Chaos" angekündigt, das Album werde keinen DT-Fan enttäuschen - womit er absolut Recht hatte! "SC" wirkt wie ein Streifzug durch 25 Jahre Bandgeschichte und eint alle Trademarks, die die New Yorker bekannt und beliebt gemacht haben: Der Doppeldecker "In the Presence of Enemies", über 2 Teile am Anfang und am Ende des Albums platziert, bietet Episches im Stile von "Scenes from a Memory" und schafft Raum für Instrumentalisten und Sänger, sich so richtig auszutoben. "Forsaken" ist eine Ballade, die gottlob nicht ganz so kitschig ausgefallen ist und irgendwo zwischen "Images and Words" und "Awake" zu finden sein könnte. Trotz vorhandener Stärken ist dieser Track allerdings der schwächste des gesamten Albums, der Refrain ist ein wenig zu platt geraten, wobei man allerdings die hohen Maßstäbe ansetzt, die man eben an eine Ausnahmeband wie Dream Theater stellt. "Constant Motion" ist ein harter Thrasher, der gut auf "Train of Thought" gepaßt hätte und durchaus auch Metallica zu ihren besten Tagen gut zu Gesicht gestanden hätte. Für mich persönlich herausragend, die Tatsache, dass man sehr offensichtlich mit klassischen Metal-Zutaten arbeitet (neben Metallica finden sich hier auch klare Metal Church- und Iron Maiden Zitate) schmälert die Qualität des Stückes in keinster Weise, bringen doch die eigentlichen Protagonisten dieses Genres derzeit doch eher Durchschnittsware. "The Dark eternal Night" schlägt in die gleiche Kerbe, die verzerrten Vocals sind etwas gewöhnungsbedürftig und man braucht einige Durchläufe, um hier warm zu werden; das Ganze mutet ein wenig wie eine Ausbaustufe aus "Six Degrees of Inner Turbulence"-Tagen an, cleane Vocals oder einfache Shouts hätten nach meinem Dafürhalten eher gepaßt und für etwas mehr Zugang gesorgt, zumal James LaBrie spätestens seit "Octavarium" (bzw. "Score" - Wahnsinn!) bestens bei Stimme ist und hier sozusagen gezwungen ist, seine Qualitäten der Technik unterzuordnen. "Repentance" klingt nach Pink Floyd, ohne Wenn und Aber, wobei die Verbeugung vor den großen alten Herren des Progressive/Psychedelic Rock hervorragend gelingt. Allenfalls die eingesampelten Texte (seit "Six Degrees..." ein fester Bestandteil aller DT-Alben) schmälern ein wenig den Hörgenuss und letztlich ist der Track, aller spielerischen Kabinettstückchen zum Trotz, ein wenig zu lang geraten. Von vielen als "Muse"-Kopie gescholten halte ich "Prophets of War" (genau wie das bereits auf "Octavarium" veröffentlichte "Never enough", das als Vergleich bestens paßt) für äußerst gelungen, darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, dass auch Muse letztlich ihren Sound aus Versatzstücken der Beatles und Queen zusammenbauen, wenn auch äußerst gekonnt."The Ministry of Souls" bedient sich wieder ein wenig bei "Scenes..." bzw. "Images and Words", letztlich aber ist dem Traumtheater ein brillantes Stück Musik gelungen, das von Durchgang zu Durchgang Neues zu entdecken bietet und wunderschöne Gitarrensoli beinhaltet. Fazit: Vielseitig und spannend, "Systematic Chaos" dürfte in der Tat niemanden enttäuschen, der das bisherige Schaffen von New Yorks Finest mochte/mag. Kritiker werden sich nach wie vor an den Anlehnungen genreähnlicher Vertreter stören, doch sind wir ehrlich: wer schafft dies schon so gekonnt wie das Traumtheater und versieht dennoch jede "Kopie" mit einer derart eigenen Note, dass man einfach sofort sagt: "Das sind Dream Theater"!


Warball
Warball
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverfälschter Metal at it's Best!, 9. Juni 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Warball (Audio CD)
Ganz ehrlich: alle Alben nach dem Tod von Götterbarde Carl Albert (also alles nach dem kleinen Geniestreich "Word of Mouth") konnte die Anhängerschar um die VC nicht zufrieden stellen. Zu modernes Riffing, Experimente mit Grunge- und Nu-Metal Zutaten verprellten eher, als das sie überzeugten oder gar begeistern konnten. VC verspielten den Status als lupenreine US-Metal-Band mit Garantie für tolle Songs von Album zu Album mehr. Umso überraschender ist "Warball": mit neuem Sänger (Underground-Ikone James Rivera, der bereits Klassiker von Helstar und Destiny's End veredelte) kehrt man kompromisslos zu den eigenen US-Metal-Wurzeln zurück und bietet ein Old-School-Brett im modernen Produktionsgewand, dass es nur so knallt. Der Opener "Sonic Rebellion" ist schneller US-Power-Metal in bester, alter VC-Tradition und geht locker als kurzes, schnörkelloses Pendant zu Priest's "Painkiller" durch. Zeit zum Luftholen bleibt kaum, denn "Mr. Miracle" schaltet zwar geschwindigkeitstechnisch ein wenig zurück, bleibt aber voll auf der Metal-Linie und bietet alles, was das Metaller-Herz begehrt. Natürlich dürfen die typischen, schweren Stampfer (hier sei "Warball" als Paradebeispiel benannt) nicht fehlen und auch hier denkt man nicht ansatzweise daran, zu schwächeln. "Warball" setzt exakt dort auf, wo die VC nach "Word of Mouth" hätten weiter machen müssen und dies ohne Wenn und Aber. Selten gelingt es einer Band, nach nahezu 12 Jahren ein derart hochwertiges Quasi-Comeback zu veröffentlichen, das sich noch dazu nahtlos in die Reihe der bandeigenen Klassiker ("Vicious Rumors", "Welcome to the Ball") einreiht. Allen Fans der alten VC sei dieses Werk bedingungslos ans Herz gelegt, zwischenzeitlich ist seit der Veröffentlichung des Albums fast ein Jahr vergangen und bislang ließ sich innerhalb der Metal-Sparte nichts finden, was an Neuveröffentlichungen dem "Warball" das Wasser hätte reichen können - ganz großes Kino!


Dead Reckoning
Dead Reckoning

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel zu gut für den Mainstream!, 19. Mai 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dead Reckoning (Audio CD)
Threshold sind ein Phänomen: allen Umbesetzungen seit Anbeginn der Band zum Trotz liefern die Briten einen Meilenstein nach dem anderen ab. Die Muse des Prog-Metal? Vielleicht. Ein untrügliches Gespür für perfekt inszenierte Melodien, eingebettet in ein rauhes, hartes Soundgewand auf spieltechnischem Höchstniveau - all'das bietet "Dead Reckoning", wie auch schon all' seine Vorgänger. Die Weiterentwicklung im Hause der Vorzeige-Melodic-Proggies indes geht langsam und nachvollziehbar voran: die Melodien werden mal ein wenig moderner, die Soli ein wenig schräger, der Grundsound ein wenig härter, hier mal ein paar sinnvoll eingesetzte Gast-Death-Metal-Grunts von Dan Swanö, aber stets verwenden Threshold die Basiszutaten, die sie seit dem Debutalbum vor 14(!) Jahren verwendet haben. Die Bratgitarre von Riffgott Karl Groom, verbunden mit den gleichsam filigran wie powervoll gespielten Drums von Joanne James und dem drückenden Bass von Steve Anderson verleihen dem Grundsound die nötige Härte, gefühlvolle Gitarrensoli, warme Keyboardharmonien und der stets erhabene Gesang von Sänger Mac bilden den unmittelbaren Kontrast, der Threshold so unverwechselbar macht. Gekrönt von unter die Haut gehenden Gesangslinien ("Pilot in the Sky of Dreams" - Gänsehaut pur!)ist hier ein weiteres Meisterwerk erschaffen worden, dass leider in einer Zeit, in der "Superstars" und Casting-Bands regieren, niemals die Beachtung bekommen wird, die es verdient hat - denn so eingängig "Dead Reckoning" auch auf den ersten Blick scheint, die wahre Qualität entfaltet sich erst nach einigen Durchläufen, wenn sich dem Hörer alle Feinheiten und somit die gesamte Klasse dieses Albums offenbart.


Cupido
Cupido
von Jilliane Hoffman
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Steilvorlage für Hollywood!, 19. Mai 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cupido (Taschenbuch)
Zugegeben: bei Büchern, die bereits im Vorfeld gnadenlos hochgejubelt werden (hier war von Vergleichen mit Thomas Harris' "Hannibal"-Trilogie die Rede) habe ich meist ein mulmiges Gefühl. Letztlich habe ich mir "Cupido" dann doch gekauft, bietet es doch vom Umschlagtext und der Kurzbeschreibung her ansprechende Unterhaltung - und viel mehr als das! Hoffman zeichnet ein Szenario des Grauens und leitet sowohl den Leser als auch die Protagonisten des Buches mehrfach in die Irre. Es empfiehlt sich, genau zwischen den Zeilen zu lesen, gerade vermeintliche Nebensächlichkeiten führen nämlich auf die Spur zum wahren Monster in dieser äußerst anschaulich geschriebenen Geschichte, die sehr kurzweilig zu lesen ist. Gut, ein paar Vorhersehbarkeiten sind vorhanden (dass beispielsweise der gute Cop und die erfolgreiche Staatsanwältin zum Paar werden dürfte bereits sehr schnell offenkundig werden), dennoch ist Hoffman hier weit vom einfallslosen Konstrukt ähnlicher Schriftsteller- und Schriftstellerinnen entfernt. Hierfür qualifiziert sie bereits ihr beruflicher Background als Anwältin, der es ermöglicht, viele kritische und fundierte Einwürfe zu den Themen "Umgang mit Vergewaltigungsopfern in den USA" und "Äußerst fragwürdiges Rechtssystem in den USA" zu platzieren. Ein etwas anderer Thriller, der kein absolutes Neuland beschreitet, stets aktuellen Stoff aber sowohl mit stilistischen als auch mit fachlichen Mitteln nahezu perfekt umsetzt. Fazit: eine spannende Umsetzung eines stets aktuellen Themas, das im Falle einer Verfilmung schon jetzt als Blockbuster feststehen dürfte. Mehr davon.


Scarsick
Scarsick
Preis: EUR 30,04

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was soll er machen..., 18. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Scarsick (Audio CD)
der Daniel Gildenlöw? Nach dem - zugegeben - schwer verdaulichen Sein-oder-Nichtsein-Werk "Be" konnte es nur 2 Möglichkeiten geben: auf dieser Schiene bleiben (oder gar noch Abgefahrenes versuchen) oder eine Rückbesinnung auf alte Tugenden, die "The perfect Element" oder "Remedy Lane" zu zeitlosen Klassikern machte. Irgendwo dazwischen setzt "Scarsick" denn auch auf (im Übrigen in der Tat der langerwartete 2. Teil des "perfekten Elements"): Der Opener "Scarsick" platziert sich mit seiner Mischung aus Faith-No-More-kompatiblen Riffs, aggressivem Sprechgesang und einem tollen Refrain exakt zwischen den zuvor angesprochenen Extremen, aber erst dann nimmt das Album richtig Fahrt auf. "Spitfall" lugt mit seinem genialen Refrain irgendwo zwischen Gothic-und Nu-Metal-Anleihen hervor und bleibt dabei gänzlich eigenständig, "Críbcaged" íst eine melancholische Powerballade erster Kajüte, wie nur Gildenlöw sie schreiben kann. So ließe sich zu jedem Track eine ganz eigene Darstellung schreiben, was aber an dieser Stelle zu weit führen würde - somit bleibt noch festzuhalten, dass das von einigen Vorrezensenten abgestrafte "Disco-Queen" (vor allem in Verbindung mit dem genial-ironischen Text des Stückes) zum Innovativsten und gleichzeitig Mutigsten gehört, was in den letzten Jahren veröffentlicht wurde und es schon von einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen zeugt, in "America" gleichzeitig Versatzstücke der "West Side Story" und der "Kids in America" in umarrangierter Form zu verschmelzen - seit Nevermore's "Sound of Silence" nicht mehr so gestaunt! Fazit: "Scarsick" ist wie alle PoS-Werke (okay, "Be" hat selbst für den hartgesottensten Fan so seine Geduldsproben) das Ergebnis eine Musikverrückten im positivsten Sinne und setzt wieder einmal Maßstäbe in allen Bereichen. Gildenlöw ist und bleibt neben Musikern wie Steven Wilson oder Mikael Akerfeldt sicherlich DER Innovator progressiver Musik, seine Kompositionen suchen ihresgleichen und dürften in absehbarer Zeit unerreicht bleiben.


Pitch Black Progress
Pitch Black Progress
Preis: EUR 16,04

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Referenzwerk!, 17. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Pitch Black Progress (Audio CD)
Death Metal treibt seit einigen Jahren immer interessantere Stilblüten in der Musikwelt: galten früher Alben von Referenzkapellen wie Obituary oder Unleashed als schwer verdauliche, wenn auch musikalisch perfekt inszenierte Knüppelorgien mit schwer verständlichem Röchelgesang, so begannen seit einigen Jahren Bands wie Children of Bodom, Soilwork oder Tristania dem Genre neue, bunte Farbtupfer hinzuzufügen: Melodie, weiblicher, oder auch cleaner männlicher Gesang machten diese Musiksparte auch Hörern zugänglich, die bisher mit dem eng gesteckten Spektrum des Death Metal nicht allzuviel anfangen konnten. Scar Symmetry perfektionieren auf ihrem 2. Album eine Vielzahl dieser Einflüsse: "PbP" ist weder sperrig, noch überfordert es durch übertriebene Härte oder absolut unnachvollziehbares Gefrickel. Tracks wie der Opener ("The Illusionist") dürften in jeder Rockdisco in die Heavy Rotation passen, epische Bombastrocker wie "The kaleidoscopic God" bedienen sich gerne auch im traditionellen Heavy- bzw. Progressive Metal und selbst die offensichtlich mit einem leichten Gothic-Touch versehenen Balladen ("Dreaming 24/7", "Oscillation Point") wissen ohne Kitsch zu überzeugen. Ein untrügliches Gespür der Schweden für Melodieführung und äußerst eingängige Refrains garantieren ein Album ohne Ausfälle, wobei die bemerkenswert variable Gesangsarbeit von Frontmann Christian Älvestam besonders hervorzuheben wäre. Ein Referenzwerk.


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