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Rezensionen verfasst von
Imperator Rex

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The Electric Age
The Electric Age
Preis: EUR 16,73

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pure Thrash Metal - Pure Overkill, 8. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: The Electric Age (Audio CD)
Nach einigen eher schwächeren Veröffentlichungen in den 2000er Jahren war es soweit: Overkill schufen mit dem 2010er Opus "Ironbound" eine Thrash Metal Granate, die den bisherigen Klassikern der Band ("The Years of Decay", "Horrorscope") in absolut nichts nachsteht - im Gegenteil. Und nun legt die Band mit "The Electric Age" ein Album nach das mindestens genau so gut zu überzeugen weiss.

"The Electric Age" ist nicht mehr so düster ausgefallen wie der Vorgänger, dafür gehen Overkill umso straighter, "rockiger" zu Werke. Hier wird Thrash Metal in Reinform zelebriert - Overkill bedienen sich keinerlei stilfremder Einflüsse (wie z.B. auf ihrem '97er Album "From the Underground and Below), was sie heutzutage fast zum Exoten macht. Die Soundqualität ist wieder sehr stark: Tonnenschwer wuchten sich die Riffs wie eine Lawine aus Stahl in die Gehörgänge des Hörers.
Das Album umfasst 10 Songs, darunter kein Lückenfüller. Anspieltipps für geneigte Hörer: Electric Rattlesnake, Black Daze, Drop the Hammer down, Good Night.
Das schon auf dem Vorgängeralbum bemerkenswerte Drumming von Ron Lipnicki findet hier seine Fortsetzung. So gute Schlagzeugarbeit hab ich bei Overkill schon lange nicht mehr vernommen. Für mich ist das insofern erwähnenswert, da das Schlagzeugspiel von Lipnicki nun genauso prägend und typisch für den klassischen Overkill Sound geworden ist wie Bobby "Blitz" Ellsworths Gesang oder das Bassspiel D.D.Vernis.

Das Digibook sieht edel aus, die Bonus DVD (ein kurzes "Making of" des Albums und Bobby "Blitz" Ellsworths Kommentare zur neuen Scheibe) ist aber eher dürftig ausgefallen.

Fazit: Overkill sind momentan in Bestform, vielleicht so gut wie noch nie.


Casio Edifice Herren-Armbanduhr Analog Quarz EF-125D-2AVEF
Casio Edifice Herren-Armbanduhr Analog Quarz EF-125D-2AVEF
Preis: EUR 49,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Preis/Leistung OK, 7. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Besitze diese Uhr nun gut eineinhalb Jahre, trage sie oft und bin recht zufrieden mit ihr. Mir gefällt das Design sehr gut und die Uhr sieht auf den ersten Blick recht hochwertig aus. Hier mein Eindruck im Detail:

Positiv:
+ das Glas hat noch keinen Kratzer obwohl die Uhr schon den einen oder anderen (kleinen) Schlag abbekommen hat
+ die Uhrzeit und das Datum lassen sich sehr deutlich ablesen (für mich mit ein Kaufgrund)
+ das Edelstahlarmband (mein erstes) trägt sich angenehm
+ das Preis/Leistungsverhältnis passt im Großen und Ganzen
+ die Ganggenauigkeit

Negativ:
- das Edelstahlarmband ist sehr anfällig für Kratzer
- die Leuchtkraft der Ziffern und Zeiger ist minimal
- die silbernen Streifen auf dem Ziffernblatt (auf Position 1,2,4,5,7,8,10 und 11) wirken wie "aufgeklebt" und lassen die Uhr auf den zweiten Blick optisch nicht mehr so hochwertig aussehen


Ich, Claudius, Kaiser und Gott
Ich, Claudius, Kaiser und Gott
von Robert Graves
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sternstunde des historischen Romans, 16. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich, Claudius, Kaiser und Gott (Taschenbuch)
Der Roman "Ich, Claudius..." von Ranke-Graves zählt zu den klassischen historischen Romanen, markiert aber bereits den Wendepunkt hin zum modernen Historienroman. Der Autor versucht nicht die Zeit der Handlung moralisch zu werten (wie es z.B. Sienkiewicz in "Quo vadis" mit seiner Idealisierung des Christentums getan hat) sondern ist darum bemüht mittels psychologischem Feingefühl und enormer historischer Sachkenntnis sowohl historische Gestalten als auch die Zeit selbst nachvollziehbar darzustellen.
Auch kommt der Roman bereits völlig ohne das triefende Pathos früherer Klassiker des Genres aus, ohne dabei jedoch auch nur eine Nuance an monumentaler Tragik einzubüßen. Bemerkenswert auch, dass der Roman praktisch keine "Längen" aufweist.

Ranke-Graves hat sich entschlossen den Roman im Stil einer fiktiven Autobiographie des Kaisers Claudius zu schreiben. Nicht nur literarisch hat er mit der Umsetzung dieses kühnen Planes seine Meisterschaft unter Beweis gestellt. Gerade zum besseren Verständnis der römischen Antike trägt dieser subjektive Bericht des Idealisten Claudius enorm viel bei.
Bei aller Genialität habe ich dennoch einen Kritikpunkt aufzuzeigen, der den ausgezeichneten Gesamteindruck aber nicht schmälert: Um es dem Leser zu erleichtern sich in der antiken Welt zurecht zu finden hat Ranke-Graves einige Begriffe "modernisiert". So wird z.B. aus einer Legion ein Regiment, Germanien heisst Deutschland und die Germanen sind die Deutschen etc. Auf jeden Fall entlockt das dem heutigen Leser historischer Romane bestenfalls ein Schmunzeln.

Für mich bleibt "Ich, Claudius..." von Ranke-Graves objektiv gesehen der beste Historienroman überhaupt.


Wenger  Herrenuhr Swiss Military 72903
Wenger Herrenuhr Swiss Military 72903
Wird angeboten von Halona
Preis: EUR 112,95

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sportlich, schnörkellos, robust, 23. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wenger Herrenuhr Swiss Military 72903 (Uhr)
Schon seit längerer Zeit war ich auf der Suche nach einer sportlichen Uhr für den Alltag die nicht zu protzig daherkommt, sich durch gute Ablesbarkeit auszeichnet und darüber hinaus angenehm zu tragen ist. Ich entschloss mich für die Wenger "Swiss Military 72903" - und wurde nicht enttäuscht.
Leider gab es auf Amazon keine Abbildung der Uhr, weshalb ich sie googelte um mir ein Bild von ihr zu machen. Generell habe ich bei Uhren die Erfahrung gemacht, dass diese in natura oft wesentlich schlechter verarbeitet sind als sich auf irgendwelchen Abbildungen erkennen lässt. Nicht so bei dieser Wenger: Nichts an ihr wirkt, trotz ihrer Schlichtheit, irgendwie billig oder 08/15; im Gegenteil war ich ob der sehr guten Verarbeitung der Uhr angenehm überrascht.

Die Leuchtziffern und Leuchtzeiger auf dem schwarzen Ziffernblatt garantieren eine ausgezeichnete Ablesbarkeit, die Datumsanzeige auf Drei Uhr ist ebenso klar abzulesen. Der rote Sekundenzeiger hebt sich ebenfalls angenehm vom Ziffernblatt ab. Auf der Zwölf befindet sich das Logo der Firma Wenger, ansonsten punktet die Uhr mit ihrer Schnörkellosigkeit.
Das Gehäuse aus Edelstahl verleiht der Uhr fast schon einen Hauch von zeitloser Eleganz, auch das kratzfeste Mineralglas hat sich bis jetzt (ich besitze die Uhr seit ca. zwei Monaten) bewährt.
Der Durchmesser sowie die Höhe des Gehäuses (37,5mm bzw. 9mm) ist gering, was der Uhr einen gewissen Tragekomfort verleiht und sie auch für etwas dünnere Handgelenke empfiehlt. Das schwarze Nylon-Leder Armband hat mich ob seiner Qualität ebenfalls überzeugt.

Insgesamt ist die Wenger "Swiss Military 72903" ihr Geld wert. Wem es auf gute Ablesbarkeit, Tragekomfort und Robustheit ankommt, dem kann ich diese Uhr getrost empfehlen.


Der Meister des Siebten Siegels: Roman
Der Meister des Siebten Siegels: Roman
von Wolfram zu Mondfeld
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Passabler Historienroman, reich an Schauplätzen und technischen Details, 26. Juni 2010
Mit "Der Meister des siebten Siegels" hat das Autorengespann Soyener und Mondfeld einen recht passablen Historienroman geschaffen, der sich hinter anderen historischen Romanen neueren Datums nicht zu verstecken braucht.
Die Handlung des Romans spielt im 16.Jahrhundert und beginnt zunächst in Tirol, damals ein wichtiges Zentrum des Bergbaues und eine Hochburg der Geschützgießerkunst. Hier versteht es Adam Dreyling, der Protagonist der Handlung, seinem Meister geschickt die streng gehüteten Geheimnisse der tiroler Geschützgießerkunst, der technologisch fortgeschrittensten in ganz Europa, abspenstig zu machen. Ausgerüstet mit diesem Wissen ist Dreyling zu einem Mann von außerordentlichem Interesse für die verschiedensten Mächte Europas geworden. Nach seiner abenteuerlichen Flucht aus Tirol entscheidet sich Dreyling schließlich in den Dienst der Königin Elizabeth von England zu treten. Dort gibt es für einen Geschützgießer viel zu tun: Die spanische Armada steht kurz davor eine Invasion in England durchzuführen...
Das Buch ist in einer durchweg einfach gehaltenen Sprache geschrieben und entbehrt (leider) einer gewissen dichterischen Finesse. Bei einigen Szenen habe ich diese poetische Kargheit als unbefriedigend empfunden. Lediglich bei den Schilderungen der amourösen Abenteuer des Hauptcharakters bemühen sich die Autoren um eine "dichterische Ausgestaltung". So wäre der Roman an sich leichte Kost, wenn nicht immer wieder technische Details des Bergbaues, der Geschützgießerkunst und des Schiffbaues eingeflochten wären. Diese sind teilweise interessant zu lesen und sicher aufs gründlichste recherchiert, sprengen aber meiner Meinung den Rahmen eines historischen Romans. Oft hat man dann den Eindruck ein Sachbuch zu lesen.
Die verschiedenen Charaktere der Handlung, seien es fiktive oder historisch belegte, sind sehr plastisch gezeichnet und ein großer Pluspunkt des Romans. Auch einige Massenszenen werden gut in Szene gesetzt und schaffen einen Hauch frühneuzeitlicher Atmosphäre.
Hat mich der Roman "Der Meister des siebten Siegels" auch nicht hundertprozentig überzeugt, im Großen und Ganzen ist das Werk recht gelungen, zweihundert Seiten weniger würden dem Buch aber sicher nicht schaden!


Der Name der Rose
Der Name der Rose
von Umberto Eco
  Sondereinband
Preis: EUR 9,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hochmittelalterliche Geistesgeschichte spannend verpackt, 20. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Name der Rose (Sondereinband)
Hat mich bisher der Weltbestsellerstatus von Ecos "Der Name der Rose" eher davon abgehalten das Werk zu lesen, wurde ich nun doch bei der Lektüre desselben angenehm überrascht. Speziell bei historischen Romanen die im Mittelalter angesiedelt sind versagen so manche Schriftsteller bei der Erschaffung authentischer Charaktere. Oft hat man dann den Eindruck einen Fantasy Roman zu lesen, weil es ja genügt, eine Person in schimmernder Rüstung, bewehrt mit Schwert und Schild, vor das geistige Auge des Lesers treten zu lassen um dem Mittelalter Leben einzuhauchen.

Doch dann gibt es glücklicherweise Autoren wie Umberto Eco, die dank ausgezeichneter mediävistischer Kenntnisse imstande sind, das Mittelalter nicht nur glaubhaft darzustellen (so das überhaupt irgendwie möglich ist), sondern auch dem Leser ein Gefühl für die Zeit zu vermitteln, ihre Beweggründe dem Laien begreiflich zu machen.
Auch die Rahmenhandlung des Romans, eine Kriminalgeschichte im mönchischen Milieu des 14. Jahrhunderts, ist durchweg spannend und mit typisch ecoscher Brillianz erzählt.

Einen Kritikpunkt habe ich aber doch anzubringen: Wenn Eco im Roman von der politischen Situation beziehungsweise den theologisch/philosophischen Richtungen der Zeit berichten will, so tut er das meist in Form von sehr langen Dialogen. Das habe ich als störend für den Aufbau der Handlung empfunden und hat manchmal wie ein regelrechter Bruch gewirkt. So ist bei mir der Eindruck entstanden, Eco wollte eigentlich eine reine Geistesgeschichte des Hochmittelalters schreiben, hat von diesem Vorhaben abgelassen und verwertet nun das Stückwerk seiner ursprünglichen Intention in Form eines Romans.

Dennoch hat mich das Werk im Großen und Ganzen überzeugt. "Der Name der Rose" ragt deutlich über das Mittelmaß hinaus und ist eine echte Bereicherung für das Genre des historischen Romans.

Zum vollen Genuss des Romans schadet es sicherlich nicht wenn man mit Namen wie Roger Bacon, Wilhelm von Ockham bzw. den Scholastikern im allgemeinen etwas anzufangen weiß, im Großen und Ganzen sind Vorkenntnisse aber nicht zwingend notwendig.


Das Foucaultsche Pendel: Roman
Das Foucaultsche Pendel: Roman
von Umberto Eco
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Apotheose okkulter Weltverschwörungstheorien, 3. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Foucaultsche Pendel: Roman (Taschenbuch)
... ich sage noch mehr, ein wahres compendium magnum für Diaboliker und alle an der Schwelle zur Initiation stehenden.

Da staunen die drei Mailänder Verlagslektoren Casaubon, Belbo und Diotallevi nicht schlecht, als sie zum ersten Mal von einem Freizeitmystiker, einem Oberst in Ruhestand, mit der wirren Theorie eines Weltverschwörungsplanes der Tempelritter konfrontiert werden. Auch ein mysteriöses Dokument der Tempelritter aus dem 14. Jahrhundert zieht der diabolische Oberst plötzlich hervor, das, richtig interpretiert, den Schlüssel zum weltumspannenden Plan der Templer liefern soll.
Für die drei Lektoren steht sofort fest: Man hat es hier offensichtlich mit einer Art esoterischem Spinner zu tun. Kurz darauf überschlagen sich jedoch die Ereignisse, und eine Kette von Zufällen (?) zwingt die drei, sich doch noch einmal mit den Theorien des Oberst zu befassen...

Eco lässt im Foucaultschen Pendel wirklich (fast) keine "Geheimorganisation" oder irgendwelche hermetischen Hirngespinste aus, die mittels okkulter Wahrheiten vorgeben eine viel wahrhaftigere Alternative zur "degenerierten modernen Wissenschaft" zu sein. Vom unterirdischen Reich Agartha bis herauf zur Hohlwelttheorie ist alles dabei, die kühnsten Schlüsse okkulter Welterklärungstheorien werden gezogen, hermetische Axiome in den Raum gestellt etc. Dabei wird einem umso deutlicher klar "wenn man Zusammenhänge finden will, findet man immer welche ... die Welt explodiert zu einem wirbelnden Netz von Verwandtschaften, in dem alles auf alles verweist und alles alles erklärt...".

Dabei ist "Das Foucaultsche Pendel" bei weitem nicht nur eine Aufzählung irgendwelcher Geheimgesellschaften, sondern ein überdurchschnittlich gutes Stück Literatur. Bei aller Komplexität kommt auch das Spannungsmoment sowie der herrliche Humor Ecos nicht zu kurz, was "Das Foucaultsche Pendel" zu einem Roman macht, der auch nach mehrmaligem lesen nichts von seiner Faszination verliert.


Der Glöckner von Notre-Dame: Roman
Der Glöckner von Notre-Dame: Roman
von Victor Hugo
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvergesslich plastisches Bild des spätmittelalterlichen Paris, 28. Januar 2010
Victor Hugo hat einmal an seinen Verleger Gosselin geschrieben, dass sein Roman "Der Glöckner von Notre Dame" keinerlei historischen Anspruch erhebt. Doch gerade als historischer Roman gelesen weiß dieses Buch zu fesseln wie wenige andere dieses Genres. Mögen auch noch so viele geschichtliche Einzelheiten sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben; das Bild des Spätmittelalters in seiner ganzen Derbheit, seines ständischen Charakters und seines religiösen Aberglaubens an der Wende zur Neuzeit ist wohl selten mit kräftigeren Farben gezeichnet worden. Dies hat mich insofern überrascht, da der Roman ja literaturgeschichtlich der Romantik angehört, und ich nicht mit einer derartig "realistischen" Schilderung des Mittelalters gerechnet habe, wie sie meines Erachtens erst wieder in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erreicht worden ist.
Aber nicht allein die Schilderung der Epoche, auch die mit enormem psychologischen Feingefühl gezeichneten Charaktere rechtfertigen den Klassikerstatus dieses Werkes. Es war meiner Meinung nach eine der großen Schwächen der Schriftsteller zur Anfangszeit des historischen Romans keine authentischen Charaktere hervorgebracht zu haben, mag die jeweilige Epoche auch noch so brilliant dargestellt worden sein. Hugos "Der Glöckner von Notre Dame" stellt da eine rühmliche Ausnahme dar.
Auch dem Volk von Paris setzt Hugo in verschiedenen Massenszenen ein Denkmal. Die Schilderung dieser proletarischen, ständig auf Unterhaltung oder Zerstörung erpichten Masse hat mich an die Darstellung der Bürger des antiken Roms in so manchem später erschienen historischen Roman gemahnt.
Wie genau Hugo für diesen Roman recherchiert hat, merkt man den hin und wieder eingestreuten Kapiteln über die Beschaffenheit von Paris im Jahre 1482 deutlich an. Für jemanden der, wie ich, Paris nicht kennt, eine beeindruckende aber auch ermüdende Aufzählung von Gassen, Straßen, Plätzen und Vierteln. Gefesselt haben mich da mehr Hugos Ausführungen über die Baukunst, die in klassischer Schönheit zu belehren wissen.
Die dtv Ausgabe ist absolut zu empfehlen, sie ist mit den Text erläuternden Fußnoten sowie einem Nachwort zur Entstehungsgeschichte des Werkes ausgestattet.


Die drei Musketiere: Roman
Die drei Musketiere: Roman
von Alexandre Dumas
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioser Abenteuerroman aus der Feder eines Meisters, 11. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die drei Musketiere: Roman (Taschenbuch)
Wer schon eine der Verfilmungen des Romans "Die drei Musketiere" von Alexandre Dumas gesehen hat und sich nun von dem Buch eine platte Handlung gespickt mit eindimensional gezeichneten Vorzeigehelden und Superbösewichten erwartet, den kann ich getrost beruhigen: Dumas "Die drei Musketiere" gilt absolut berechtigt als ein Klassiker der Weltliteratur.

Weit entfernt von allem Filmkitsch und aller Eindimensionalität, versteht es Dumas seinen Charakteren plastische Züge zu verleihen und diese, dank seines außerordentlichen psychologischen Feingefühls, zu authentischen Figuren zu formen, mit denen sich der Leser zuweilen sehr gerne identifiziert.

Die Handlung ist durchwegs spannend erzählt (immerhin 740 Seiten in dieser Ausgabe!), was vielleicht auch daran liegt dass der Roman ursprünglich in einer Zeitung in 82 Fortsetzungen erschienen ist. So war Dumas natürlich daran gelegen, zu Ende eines jeden Teiles ein Spannungsmoment zu schaffen um den Leser bei der Stange zu halten.
Lediglich bei der Schilderung von Szenen, die man im Film schon x mal gesehen hat (z.B. das erste Aufeinandertreffen von d'Artagnan mit den drei Musketieren etc.) kommt Langeweile auf. Diese halten sich aber sehr in Grenzen und trüben den Lesegenuss nicht wirklich.
Sprachlich wirkt der Roman nach über 150 Jahren so frisch, humorvoll, so voller Esprit, dass es eine Freude ist. Noch nie habe ich einen Roman gelesen, dem man sein hohes Alter so wenig anmerkt.

Fazit: Ich kann Alexandre Dumas "Die drei Musketiere" nur jedem als unbedingt lesenswertes Paradebeispiel für einen Abenteuerroman weiterempfehlen. Ich für meinen Teil habe sicherlich nicht das letzte Werk aus der Feder Dumas gelesen.


Quo vadis?: Roman
Quo vadis?: Roman
von Henryk Sienkiewicz
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassisches monumentales Epos, 24. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Quo vadis?: Roman (Taschenbuch)
Eines gleich vorweg: Auf die mangelhaften Ausgaben von "Quo vadis" (Setzfehler etc.), die von einigen Rezensenten zu Recht kritisiert worden sind, ist man dank dieser dtv Ausgabe nicht mehr angewiesen.

Der Roman "Quo vadis" hat bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen, wobei der positive Eindruck letzten Endes doch überwogen hat. Die Stärken dieses Romans liegen in der Fähigkeit des Autors Charaktere von unvergesslicher Plastizität zu zeichnen (Petronius, Nero und seine Höflinge, Chilon...) sowie in den großartig geschilderten Massenszenen wie z.B. dem Gastmahl Neros, dem Brand Roms etc. Außerdem steht einem Lesegenuss auch in sprachlicher Hinsicht nichts im Wege, der gelungenen deutschen Übersetzung sei Dank.

Sienkiewicz will in seinem Werk vor allen Dingen aufzeigen, dass die "verrohte und menschenverachtende" Welt des ersten nachchristlichen Jahrhunderts das Christentum als einzig mögliche Alternative zu einer besseren Gesellschaftsordnung besitzt. Und das ist meiner Ansicht nach auch der Schwachpunkt des Romans. Für meinen Geschmack idealisiert Sienkiewicz die Christen zu sehr; alles blasse, eindimensional-tugendhafte Charaktere. Daraus resultiert auch so manche Schwäche des Buches.

Insgesamt hebt sich der Roman "Quo vadis" deutlich vom Mittelmaß ab, wenngleich er sicher nicht der ultimative historische Roman ist, wie oft behauptet wird.


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