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Rezensionen verfasst von
David Beck (Igersheim)
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Pans Labyrinth
Pans Labyrinth
DVD ~ Sergi Lopez
Preis: EUR 5,97

24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weiß nicht was ich davon halten soll..., 10. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Pans Labyrinth (DVD)
Pans Labyrinth. Ich hatte den Film oft in der Hand, war mir aber nie sicher ob ich wirklich ansehen soll, was vor allem an der Darstellung der Fantasiewesen lag, die mir nachwievor nicht gefällt. Nun habe ich ihn gesehen und ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht was ich davon halten soll.

Ich denke ein Problem des Films ist seine, meiner Meinung nach fehlerhafte Klassifizierung. In der Regel wird Pans Labyrinth als "Fantasyfilm" oder "Märchen" vermarktet. Das ist auch grundsätzlich nicht falsch, denn schließlich zeigt der Film fantastische Welten aus der Sicht eines jungen Mädchens. Trotzdem wecken die Begriffe "Fantasy" und "Märchen" bei vielen Menschen eher Assoziationen, die wenig mit diesem Film zu tun haben: leichte, eher friedliche Unterhaltung, vielleicht auch dezenten Grusel, bisweilen gar Epik (wobei man denke ich hier eher nicht an epische Schlachten und strahlende Helden denken muss). Was Pans Labyrinth aber wirklich zeigt ist eher verstörend, nachdenklich stimmend und bisweilen gewollt abstoßend.

Der Gewaltgrad des Filmes ist erstaunlich hoch und durch die realisitische, nie ins Ironische gezogene oder überstilisierte Gewaltdarstellung hätte ich eine Einstufung ab 18 Jahren durchaus nachvollziehen können. Menschen die mit expliziter Gewaltdarstellung also Probleme haben sollten diesen Film definitiv meiden. Die Diskussion ob die hohe Gewaltdarstellung dem Film gerecht wird oder nicht halte ich für müßig, da sich hier schlicht die Geister scheiden. Meines Erachtens erfüllt sie zwar ihren Zweck, um die schiere Grausamkeit des Bürgerkrieges und die damit einhergehende Verrohung und Abstumpfung der Menschen überdeutlich zu machen. Dennoch denke ich dass dieser Effekt auch mit einer dezenteren, weniger direkten Brutalität ebenso hätte erzielt werden können. Der zweifellos vorhandene moralische Appell mag auf diese Art jedoch zumindest bei sensibleren Menschen nicht ankommen, die den Film, wie ja die Rezensionen hier zeigen, primär als roh, unmenschlich und gewalttätig ablehnen werden. Eine Reaktion die ich zumindest nachvollziehen kann. Ich bin mir lediglich nicht schlüßig, ob genau das im Sinne des Regisseurs war, oder ob er über sein Ziel hinaus schoss.

Das wirkliche Problem das ich mit Pans Labyrinth habe ist jedoch ein anderes: Der Film ist nichts halbes und nichts ganzes: Mir scheint, er will Antikriegsdrama und Studie über Realitätsflucht, sowie ein Märchen sein, ist in allen Aspekten jedoch eher halbherzig. Die "reale Welt" bleibt trotz allem stumpf und unwirklich (vermutlich ein gewollter Effekt), die Figuren sind einseitig und weisen keinerlei Entwicklung auf (vermutlich ebenfalls gewollt). Zugute halten muss man jedoch den Darstellern, dass sie diese Figuren auf ihre flache, limitierte Weise hervorragend spielen. Der Fantasy Aspekt des Filmes wirkt unfertig, wenig flüssig und bisweilen deplaziert. Es gibt in diesem sinne keine Konkrete Handlung die Platz für Spielraum oder Entwicklung lässt. Eine wirkliche Lehre lässt sich am Ende aus Ofelias Ausflügen in das Feenreich auch nicht ziehen (abgesehen von "Selbstaufopferung ist gut für dich!"). Auch das offen gelassene Ende hilft mir hier nicht wirklich weiter.

Unterm Strich bleibt für mich ein verwirrender, irgendwie unfertig wirkender Film zurück, den ich nicht recht einzuordnen weiß. Einerseits beeindrucken die Bilder (visuell ist der Film schlicht hervorragend) und die "sterile", abstoßende Ästhetik des Films. Andererseits wirkt er unvollkommen, teils zusammenhanglos und überfrachtet. Ich muss ganz erhlich sagen, ich weiß nicht ob mir der Film nun gefallen hat oder nicht und das allein kann vielleicht gar als Lob verstanden werden. In jedem Fall fand ich ihn in keinster Weise unterhaltsam, eher mühsam.

Abschließend weiß ich auch nicht ob ich eine Kaufempfehlung aussprechen soll. Der Film ist nichts für schwache Nerven und sicherlich kein Film für zwischendurch. Freunde von "Kunstfilmen" und einem gewissen Anspruch können definitiv einen Blick riskieren. Freunde surrealer Merkwürdigkeit SOLLTEN vermutlich einen Blick riskieren.
Wer ein unterhaltsames Märchen oder am Ende gar einen Film für Kidner sucht und/oder hohe Gewaltdarstellung in Filmen grundsätzlich ablehnt sollte in jedem Fall die Finger davon lassen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 13, 2012 3:39 AM CET


StarCraft II: Wings of Liberty - [PC/Mac]
StarCraft II: Wings of Liberty - [PC/Mac]
Preis: EUR 14,99

25 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wird hier das Spiel oder die Firmenpolitik bewertet?!, 30. Juli 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Bevor ich mit meiner Rezension des SPIELES (!!) beginne, zunächst einmal ein paar Worte zum leidigen Thema der Blizzardschen firmenpolitik.

1. Das Spiel muss online registriert werden (unter Angabe diverser persönlicher Daten).
2. Zum spielen ist eine Anmeldung beim eigenen Batlle.net Account erforderlich, d.h. Onlinezugang ist zwingend erforderlich. Nach der Registrierung kann man die Singleplaye Kampagne mit kleinen Einschränkungen auch offline spielen.
3. Das Spiel wird an eben jenen Account gekoppelt. Jeder CD Key ist daher nur in Verbindung mit dem Account nutzbar. Weiterverkauf wird daher schwierig.
4. Ein LAN Modus fehlt (bisher... wer weiß...).
5. Das Spiel bietet NUR DIE TERRANER Kampagne. Es ist von Grund auf als Trilogie ausgelegt.

Soo. Das sind die gängigen Kritikpunkte der 1-Sterne Bewertungen. Wer mit diesen Fakten massive Probleme hat, muss die Finger vom Spiel lassen, ist leider so. Meiner Meinung nach wird hier wieder viel Lärm um wenig gemacht. Online Registrierung ist mittlerweile sehr weit verbreitet. Blizzard übertreibt es bei der Dateneinsammlung (Koppelung mit Facebook etc.) allerdings wirklich. Andererseits läufte heute jeder 2. mit zig Kundenkarten irgendwelcher Kaufhäuser herum und selbst die Deutsche Post sammelt Daten - willkommen in der mdoernen Welt. Schön ist das zweifelsohne nicht, damit leben muss man, fürchte ich so oder so. Wer all das nicht noch weiter unterstützen möchte: Finger weg von Starcraft 2!

Nun aber zum Spiel:

Das Spiel ist primär auf den Multiplayermodus ausgelegt und so konzipiert, dass eher kurzweilige, turnierfreundliche, schnelle Partien zustande kommen. Wer auf stundelange Bunkerschlachten steht, sollte besser auf Supreme Commander (1) zurückgreifen. Das Gameplay von Starcraft 2 ist allerdings bisher die Krone der RTS Schöpfung. Das Balancing ist schon jetzt beeindruckend gut, die taktische Tiefe ist enorm, und vor allen Dingen die Spielbarkeit und Bedienbarkeit des Spieles setzen meiner Meinung nach die neue Messlatte für die Konkurrenz. Es spielt sich einfach ungeheuer "flüssig" und das war auch schon der große, große Pluspunkt des Vorgängers. Im online Modus sind sowohl Spiele gegen automatisch gewählte Gegner (innerhalb der gleichen ladder) möglich, die auch gewertet werden und den Spieler so in der Rangliste platzieren, als auch eigens erstellte Spiele gegen ausgesuchte (oder willkürlich beitretende) Gegner die nicht für die Rangliste gewertet werden.
Chatrooms fehlen leider, wobei ich meine in einem Interview gelesen zu haben, dass diese nachgereicht werden sollen. Außerdem bietet das Spiel natürlich auch die Möglichkeit mit mehrern Spielern in Kooperation gegen die KI anzutreten.

Der Singleplayer Modus:
Der Einzelspielermodus bietet zum einen Gefechte auf Multiplayerkarten gegen KI, und zum anderen die Wings of Liberty Kampagne (und nur diese). Sie umfasst 26 (?) Missionen der Terraner, wobei vier davon als Protoss gespielt werden. Zwischen den einzelnen Missionen kann das Flagschiff des Spielers erforscht werden. Man kann mit verschiedenen Characteren reden und so die Story vertiefen, neue Technologien erforschen oder upgrades kaufen (mit Hilfe der in den Missionen gewonnenen credits und Forschungspunkte), oder schlicht und ergreifend ein ulkigs Arcade Spiel am Spielautomaten daddeln. Die Story ist wie von Blizzard gewohnt hervorragend erzählt und geht für ein RTS ungewöhlich stark in die Tiefe. Das Missionsdesign selbst ist hervorragend und ungeheuer vielseitig. Keine Mission gleicht der anderen. Mal werden Mineralien in Lavafeldern abgebaut, mal Züge überfallen, mal Zivilisten beschüttzt, mal Gefangene befreit etc. Zudem gibt es ein "achievement System", das für bestimmte Vorgehensweisen innerhalb der Missionen zusätzliche Trophäen verleiht, was durchaus den Sammelreiz weckt und damit auch einen gewissen Wiederspielwert vergangener Missionen mit sich bringt. Die KI ist, je nach gewählter Schwierigkeit durchaus nicht zu verachten. Ich habe das Spiel auf der zweithöchsten Schwierigkeit durchgespielt und es als anspruchsvoll, aber nicht frustrierend erlebt.
Unterm Strich haben wir es hier mit einer der stärksten Kampagnen zu tun, die das RTS Genre jemals angeboten hat.

Manche Leute mockieren sich über das fehlen der beiden weiteren Kampagnen. Die vorhandene ist dafür drei mal so lang. Davon abgesehen ist eine Addon Politik ja schon seit Jahren gängig. Frech wäre es allerdings, wenn Blizzard die beiden Folgeteilen zum Vollpreis auf den Markt bringen würde. Wir werden sehen.

Zuletzt ein paar Worte zum Thema Innovation:
Das Spiel ist Starcraft 1 in neuer (und das ist gut so). Wer etwas völlig neuartiges erwartet wird enttäuscht sein. Die Einheiten sind teils wohlbekannt, teils neu. Das Spielprinzip ist das gleiche geblieben und auch das Spielgefühl ist nahezu identisch. All das mag man als negativ, oder (so wie ich) positiv bewerten. Starcraft: Broodwar war bis vor kurzem das beste RTS aller Zeiten. Daran unnötig rumzudoktorn hätte ich für einen Frevel gehalten.

Technisch ist das Spiel in Ordnung. Die Grafik ist nicht up to date (auch das kennt man von Blizzard), meiner Meinung nach aber enorm zweckdienlich und übersichtlich und auch durchaus schick anzuschaun. Mein System (2 Ghz Intel Dual Core, Nvidia 8800, 2 GB Arbeitsspeicher) kann das Spiel auf maximalen Details in hoher Auflösung völlig flüssig darstellen. Allenfalls die Ladezeiten zwischen den Missionen sind relativ lang.

Fazit:
Die Firmenpolitik des Herstellers außenvorgelassen bleibt meiner Meinung nach das beste RTS seit langer, langer Zeit. Dieses Spiel ist für mich klar der Klassenprimus und der Maßstab für kommende Konkurrenzprodukte. Die Kampagne ist großartig und die Spielbarkeit ist einfach überragend. Esport Freunde (denn an die richtet sich Starcraft 2 primär) sollten das Spiel ohnehin auf ihrer Rechnung haben.

Ob die Anfangs genannten Punkte außreichen um das Spiel nicht zu kaufen muss letztlich jeder selbst entscheiden. Fakt ist, dass sie an der Klasse des Spiels meiner Meinung nach nichts ändern.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 1, 2010 10:25 AM MEST


Disciples III: Renaissance - [PC]
Disciples III: Renaissance - [PC]
Wird angeboten von ToBi`s Computer (DER LADEN MIT DEN FAIREN PREISEN!)
Preis: EUR 3,33

32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was hat man sich dabei gedacht?, 13. Juli 2010
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Ich habe Disciples 2 wirklich gerne gespielt (zu Teil 1 kann ich mich nicht äußern), da das Spiel einfach einen sehr eigenen charme besaß und vor allem der ureigene Stil mir sehr gut gefallen hat. Nun ist also der Nachfolger endlich auch in unseren Gefilden erschienen und ich bin doch ziemlich enttäuscht.

Zunächst einmal die positiven Aspekte des Spiels:

+Die Grafik. Die Grafik des Spiels ist wirklich hübsch geworden und der düstere, irgendwie unheimliche Stil des Vorgängers wurde weitestgehend beibehalten (auch wenn man sich nun etwas näher am Realismus orientiert. 5 Kilometer große Schwerter gehören (leider) weitestgehend der Vergangenheit an).
+Die Musik ist durchweg sehr gut gelungen.
+Das Resourcenmanagement wurde durch die Kontrollpunkte die auch mit statischen WÄchtern versehen werden durchaus erleichtert. Kein nerviges Rod setzen/zerstören mehr.
+automatische Städteupgrades. Eine kleine aber feine und sinnvolle erleichterung der Bedienung.
+Differenziertere Heldengestaltung durch eigensinnigen Skilltree und größere Itemvielfalt

Soo. Nun aber zu den Ursachen meiner Enttäuschung.

-Das Spiel bietet außer der dreiteiligen Kampagne bisher nahezu keinen Content. 2 Singleplayer Szenarios (von denen eines das Tutorial ist) und lausige 4 HotSeat maps (noch dazu sehr kleine)? Davon nur eine einzige für drei Spieler? Das ist entschieden zu wenig! Hoffentlich wird hier per patch ordentlich nachgeliefert!

-Damit zusammen hängt die Heldengestaltung in der Kampagne. Das Spiel bietet 4 verschiedene Heldentypen: Kämpfer, Schütze, Magier und Dieb. WARUM wird einem in ALLEN DREI Kampagnen ein KÄMPFERHELD als Hauptheld aufgedrängt, wenn das Spiel abgesehen von der Kampagne ohnehin keinen Content bietet? Es ist natürlich möglich weitere Helden zu rekrutieren und diese auch in späteren Missionen als Veteranen wieder anzuheuern (zu horenden Preisen), aber die maps bieten schlichtweg zu wenig und zu unausgewogene Gegnergruppen um 2 Helden+Party sinnvoll zu leveln. Ein ganz grober Schnitzer. Hier hätte man durchaus mitdenken können und in drei Kampagnenteilen auch drei verschiedenen Hauptheldenklassen anbieten können. So wird das alles sehr eintönig.

-Die Spielsounds sind nicht besonders gelungen (Haben die Heilerinnen des Empire Schluckauf, wenn sie einen Spruch wirken?!). Zudem sind sounds von Masseneffekten (Heilung oder Schadenszauber) viel zu laut. Eine Sprachausgabe der Dialogfenster fehlt leider auch.

-Das BALANCING (bzw. das Nichtvorhandensein). Wohl mein Hauptkritikpunkt. In der ersten Mission der ersten Kampagne dachte ich noch wir haben es hier mit einem wirklich knackigen Schwierigkeitsgrad (ich wählte direkt den höchstmöglichen) zu tun, da die Kämpfe für eine Stufe 1 Party wirklich schwierig zu bestehen sind (trifft im übrigen auch auf die HotSeat Karten zu). Im weiteren Verlauf wird das spiel jedoch lächerlich einfach. Dies hat vor allem drei Gründe:
1. Der Held wird absolut übermächtig. Tränke die Attribute permanent erhöhen sind (im gegensatz zum Vorgänger) beliebig oft anwendbar. Da nahezu jeder Alchemist pro map so ziemlich jeden dieser Tränke vorrätig hat... Nunja. Am Ende der Empire Kampagne hätte mein Held locker 180% Rüstung (sprich 180% Reduktion von physischem Schaden) vorweisen können. Was aber dumm wäre, da er dann nicht mehr hätte tanken können.
2. Die KI. Die Gegner KI ist auch auf der höchsten Schwierigkeitsstufe schlicht und ergreifend erbärmlich. Nahkämpfer greifen schlicht stehts die nächststehende Einheit an und wechseln NIEMALS ihr Ziel, es sei denn ein Verstärkungsfeld befindet sich in nutzbarer Reichweite. Schützen bevorzugen Heiler und Magier als Ziele (an sich nicht dumm, in manchen Fällen wäre aber der Wechsel auf ein stark angeschlagenes Nahkämpferziel durchaus sinnvoll) etc. Ab der zweiten Mission sind eigentlich nahezu alle Kämpfe durch einen simplen Klick auf den Schnellkampfknopf ohne Probleme gelöst.
3. Schlecht ausbalancierte Fähigkeiten. Manche Einheiten sind schlicht zu stark (2 AoE Heiler des Imperiums kontern fast jeden Schaden der gegnerischen Monstergruppen). Andere sind vollkommen sinnlos, bzw. werden von der KI sinnlos oder gar nicht genutzt.
Aber immerhin. Im Endkampf der ersten Kampagne musste ich immerhin einen Zauber und zwei Tränke benutzen, um zu bestehen!

-Die Story ist nur mäßig interessant. Hierzu jedoch keine Ausführungen zwecks Spoilervermeidung.

-Das neue Kampfsystem hält nicht was es verspricht. Der Vorgänger hatte ein sehr simples, aber gut durchkalkulierbares und kurzweiliges Kampfsystem. Das neue System entspricht weitestgehend dem von HoMM 5, mit der Hinzunahme von Verstärkungsfeldern die Nahkampf, Fernkampf, oder Magieeffekte verdoppeln, wenn sich die entsprechende Einheit darauf befindet. Klingt an sich nicht schlecht, ist aber langweilig umgesetzt. Bewegung ist nicht zwingend nötig. Einbunkern und Beschuss/Heilung hilft genauso. Die Kämpfe sind relativ eintönig und werden recht bald langweilig (vermutlich auf Grund der mangelnden Herausforderung). Darüber hinaus können die zufallsgenerierte nSchlachtfelder enrom dämliche Ausmaße annehmen, beispielsweise zieht sich eine KOMPLETTE Blockade durch die Mitte des Feldes, so dass Nahkampfeinheiten vollkommen nutzlos werden.

Fazit:
Das Spiel birgt meiner Meinung nach durchaus ein großen Potential, vor allem dank des stimmigen Settings und der hübschen Grafik. Was müsste getan werden um es auch wirklich lohnenswert zu machen? Meiner Meinung nach sollte man den Schwerpunkt auf den Hot Seat Modus legen. Gerade das Spielen mit ein paar Freunden am gleichen PC hat Spiele wie Disciples oder HoMM für mich immer so reizvoll gemacht! Mehr und bessere Multiplayer maps müssen her!

Desweiteren muss DRINGEND das Balancing verbessert werden: "Permatränke" auf einmalige Anwendung beschränken. Einige Spezialfähigkeiten sinnvoll ändern etc. Eine Verbesserung der KI würde ihr Übriges tun.

Unterm Strich bleibt hier bisher also unr eine mäßige Kampagne die an einer durchschnittlichen story und fehlendem Abwechslungsreichtum kränkelt (DREI MAL DER SELBE HELDENTYP. GRAAAAHHH!!). Der übrige Content kann bisher schlicht getrost übersehen werden. Ach ja - zumindest eine weitere spielbare Rasse hätte dem Spiel gut getan. Da es allerdings scho neinen Haufen Untote/Zwergen Einheiten udn sogar deren Manaquellen (unknown Manasource o.O) gibt, kann man denke ich durchaus von einem Addon ausgehen. Wer weiß. Evtl. bringt ein solches noch ordentlich Multiplayer Content mit sich und ändert einiges am Balancing, dann könnte aus einem doch recht verkorksten Titel noch ein richtig gutes Spiel werden.

So überwiegt bisher die Enttäuschung und jeder muss selbst entscheiden, ob eine durchschnittliche Kampagne und die hübsche Grafik den Kaufpreis rechtfertigen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 29, 2010 1:48 PM MEST


The Obsidian Conspiracy (Ltd.Edt.)
The Obsidian Conspiracy (Ltd.Edt.)
Preis: EUR 13,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum darf ich nicht 4,9 Sterne geben?, 16. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: The Obsidian Conspiracy (Ltd.Edt.) (Audio CD)
Mein Gott was habe ich auf dieses Album gewartet. Ganze 5 Jahre lang hat es gedauert bis wir den Nachfolger zum absoluten Überalbum "This Godless Endeavor" geliefert bekommen. Und ich kann mich eigentlich dem Gros der Rezessionen hier nur anshcließen: Die "Obsidian Conspiracy" ist genial, kann dem Vorgänger aber nicht ganz das Wasser reichen.

Aber immer langsam. Generell haben Nevermore den Härtegrad nach den letzten beiden Alben wieder etwas zurückgefahren. Das Album ist etwas melodischer und lebt vor allem von Danes Gesangslinien. Hier merkt man deutlich einen Einfluss der letzten Soloscheibe des Fronters. Vor allem Emptiness Unobstructed und Without Morals könnten ohne Probleme auch auf "Praises to the War Machine" stehen. Ich persönlich habe besagtes Album ebenfalls abgefeiert, daher gefallen mir beide Stücke auch ausgenommen gut. Im Nevermore Kontext würden die Songs wahrscheinlich noch am besten auf die "Dead Heart" Scheibe passen.

The Blue Marble and the New Soul ist eine recht düster geradene Ballade, kann dem einigermaßen vergleichbaren Sentient 6 vom Vorgänger jedoch nicht ganz das Wasser reichen. Auch She Comes in Colors beginnt eher ruhig, schlägt nach dem ersten Drittel jedoch ordentlich zu, Bisher mein Lieblingssong auf der Platte. Der Titelsong ist ebenfalls sehr gut gelungen und auch Moonrise (geniale gesangslinie im Refrain) und Your Poison Throne (geniale Gesangslinie in der Strophe) sind hervorragende songs.Lediglich der knackige Opener, sowie die beiden mittelschnellen, brütenden songs And the Maiden Spoke, sowie The day you built the Wall würde ich "nur" als "gut" einstufen.

Musikalisch ist natürlich noch immer Jeff Loomis die dominierende Macht in der Band. Sein Spiel ist unverwechselbar, virtuos und präzise. Er hält gekonnt die Balance zwischen klinischer Aggression und organischer, "wabbernder" Härte. Dennoch hält er sich hauf deisem Album meiner Meinung nach vergleichsweise (!) etwas zurück und lässt Warrel Dane mehr Freiraum. So oder so ist die Gitarrenarbeit wieder dermaßen stark dass die meisten Hörer mit ihrer Kinnlade vermutlich Äcker pflügen könnten... Die Rhythmus Arbeit auf diesem Album ist wie immer bei Nevermore tadellos. Van Williams ist glaube ich einer der sträflichst unterschätztesten Drummer dieser Welt und Jims Bassläufe sind solide wie eh und jeh.

Die beiden Bonussongs der lmtd. edition sind sehr gelungen (v.a. das Doors Stück) und die Bonus DVD ist für Gitarristen ein echtes Schmankerl. Aufmachung und Covermotif sind ebenfalls Oberklasse (gilt im Übrigen auch für die Produktion der Scheibe).

Was bleibt uns also unterm Strich?
Nevermore legen hier den Schwerpunkt mehr auf Melodie denn Härte (v.a. im Vergleich zu den beiden Vorgängeralben), was aber nicht heißen soll dass hier weichgespült wird. Die Bezeichnung "Power Metal" wird auch dieser Scheibe nicht gerecht. Der Härtegrad ist immernoch amtlich hoch. Ich hätte mir lediglich stellenweise einen etwas zwingenderen Gesang von Mr. Dane gewünscht. Der erhöhte Härtegrad in seiner Stimme auf Enemies of Reality hatte mir sehr gut gefallen. Das hier ist etwas glatter. Des weiteren verdienen 2, 3 Nummern das prädikat "genial" leider nicht ganz, daher geht "This Godless Endeavor" mit einem Schritt Vorsprung über die Zielgerade.

Um mich nicht falsch zu verstehen: Dieses Album ist schlechtER als TGE. Dennoch würden 98% aller Metalbands vermutlich ihre Seele verkaufen um ein solches Album aufzunehmen. Nevermore Fans können bedenklos zugreifen, auch wenn bei den meisten eine KLEINE Enttäuschung zurückbleiben wird, das das Album eben nicht ganz an die unendlich hochgelegte Meßlatte des Vorgängers heranreicht.

Fazit: Trotz all der "kleinen" Kritik Album des Monats. Vielleicht sogar Album des Jahres, mal sehen. 4,9 Sterne (ich gebe daher 5).
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 19, 2010 10:26 AM MEST


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