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indieandmore.com (austria)

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UVEX Erwachsene Sonnenbrille Sportstyle 204, Smoke, One size, 5305252110
UVEX Erwachsene Sonnenbrille Sportstyle 204, Smoke, One size, 5305252110
Wird angeboten von Firma RiSki, Inhaber Andreas Rieger
Preis: EUR 16,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super geeignet für Beachvolleyball, 22. Mai 2013
Die meisten Rezensenten hier kommen ja aus der Radecke. Deshalb möchte das Produkt mal einer anderen Sportlergruppe ans Herz legen.
Meine Partnerin und ich haben uns 2 dieser Uvex SGL 204 zugelegt und konnten sie jetzt einige Tage lang ausgiebig testen.
Pluspunkte:
- super Sitz, auch wenn wir 2 verschiedene Kopfformen haben, da drückt und zwackt nichts, auch bei längerer Tragzeit. Manchmal hab ich echt vergessen, dass ich die Brille trage.
- super Sehfeld. Durch die Größe der Gläser gibt es keine Einschränkungen des Gesichtsfelds.
- in der Smoke Ausführung angenehme Abdunkelung und bei Sonnenschein optimaler Kontrast.

Aufgrund des attraktiven Preises kann ich / können wir diese Sonnenbrille vorbehaltlos weiterempfehlen!


Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee: Die Pop-Tagebücher
Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee: Die Pop-Tagebücher
von Eric Pfeil
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen Die Erwartung ganz klar übertroffen, 6. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was Eric Pfeil mit seinen Pop-Tagebüchern abliefert sind fast 400 Seiten an popkulturellen Überlegungen, Berichten zu Konzertbesuchen und privaten Anekdoten. Das mag trocken klingen, ist aber sehr oft so humorvoll geschrieben, dass ich mich oft beim lauten Lachen ertappt habe. Ich wollte dem Autor auch schon schreiben, dass er sich verantwortlich fühlen sollte für den einen oder anderen Haarriss in meiner Zwerchfellmuskulatur.

Herr Pfeil lässt aber auch immer wieder mal durschscheinen, welche Interpreten oder Bands er nicht so toll findet (interessanterweise sind das oft meine Favoriten), aber er macht das auf eine sehr angenehme Art und Weise, gewissermaßen lässt er sie 'leben'. Ich finde das für einen Musikkritiker erstaunlich sympathisch. Ein Glanzpunkt ist die Episode mit seiner James Blunt vernarrten Nachbarin, das hab ich 3 Mal gelesen. Schade, dass es für das Buch keine Leseprobe gibt. Schon das Register mit den Musikern, um die es geht, wäre es wert.

Wenn man also die eine oder andere Band kennt und sich ein wenig für zeitgenössische Popkultur interessiert, ist dieses Buch mehr als lohnenswert und höchst unterhaltsam.

Ich werde - angeregt durch dieses Buch - auch immer wieder gerne einen Blick auf seinen FAZ Blog werfen.


Philips NP3900/12 Internetradio (WiFi/WLAN, Fernbedienung & Smartphone-App, FLAC, MP3, Spotify) schwarz/silber
Philips NP3900/12 Internetradio (WiFi/WLAN, Fernbedienung & Smartphone-App, FLAC, MP3, Spotify) schwarz/silber

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr zufrieden mit dem Gerät, jedoch gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten, 26. Februar 2012
Da ich schon sehr lange mit dem Gedanken spielte, mir ein Internetradio zuzulegen und die Entscheidungsfindung nicht gerade einfach war, möchte ich hier eine kleine Erfahrungsgeschichte schreiben.

Angetan vom Äußeren des Philips Streamium 3900, andererseits auch ein wenig abgeschreckt von doch zahlreichen negativen Rezensionen, habe ich mir gedacht: probier ich es einfach mal. Und ich muss gestehen, das hat sich ausgezahlt.

Meine Eindrücke: die Inbetriebnahme des Geräts war so einfach, wie man sich das wünscht, WLAN Netzwerke werden angezeigt, meines ausgewählt und Schlüssel eingegeben und sofort hatte der Streamium Verbindung zum Internet. Nachdem ich seit ca. 6 Wochen selber Betreiber eines Internetsenders bin, war ich natürlich gespannt, ob ich den Sender auch finden werde und siehe da: treffsicher.
Zum Standort des Radios muss ich vielleicht etwas sagen, da ja der WLAN Empfang scheinbar für viele der große negative Kritikpunkt ist. Ich betreibe das Gerät in der Küche, eine Wand getrennt von meinem (übrigens ziemlich alten Linksys) Router. Aus Interesse habe ich auch einmal probiert im entferntesten Raum Radio zu hören, es gab nie eine Unterbrechung des Empfangs, außer einem Mal, aber da hat der Sender nicht mehr gestreamt. ;-)
Die Soundqualität ist für die Größe des Geräts überzeugend, es macht großen Spaß in der Küche nun Radio zu hören.
Ich verwende v.a. die Fernbedienung zur Steuerung des Geräts, da es etwas höher steht. Die etwas träge Reaktion des Displays kann ich bestätigen, jedoch muss auch klar sein, dass wir es nicht mit einem Smartphone zu tun haben. Aber vlt. gibt es ja irgendwann mal ein Nachfolgemodell mit Android-System ;-)

Was mir am Streamium jedoch fehlt ist die Band und Titelanzeige bei den Radiostreams, weiß nicht ob das eventuell mit einer Firmware zu lösen wäre. Wenn ich auch die Steuerung übers Smartphone nicht nutze, ich glaube nach einem kurzen Test, da gibt es auch Verbesserungspotential.

Fazit: 4,5 Punkte und da es das bei Amazon leider nicht gibt, ich aber echt happy mit dem Gerät bin, gebe ich 5 Sterne.

P.S.: ich habe die beiliegende Mediaserver-Software nicht installieren können, da mein CD-Laufwerk das Zeitliche gesegnet hat, anstatt dessen verwende ich den PS3 Mediaserver (ist Freeware) und das Streamen von MP3s zum Philips Streamium funktioniert fehlerfrei.


... und ich höre doch!. Ein technologisches Abenteuer zwischen Silicon Valley und den Alpen
... und ich höre doch!. Ein technologisches Abenteuer zwischen Silicon Valley und den Alpen
von Geoffrey Ball
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wissenschafts- und Wirtschaftstory aus autobiographischer Sicht, 27. Dezember 2011
Das ist die erste Autobiographie seit geraumer Zeit, die ich gelesen habe. Normalerweise bevorzuge ich belletristische Werke und halte nicht allzu viel von Lebensgeschichten, das hat vielleicht auch einiges mit Skepsis zu tun, die ich solchen Geschichten entgegen bringe. Aber der Titel des Buchs und ich höre doch!" und der Klappentext (Klappentexte sind ja bekanntlich große Schwindler unter der Sonne) haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht.

Geoffrey Ball erzählt seine Lebensgeschichte beginnend in den frühen 70ern, zuerst von seiner Hörbehinderung, Resultat immer wiederkehrender Ohrentzündungen und wie er als Junge unter dem Stigma des ,Behinderten` litt. Er erzählt das an einigen Stellen mit Augenzwinkern, unterhaltsam sind z.B. Besuche beim Ohrenarzt oder auch skurrile Szenen in der Schule.

Scheinbar lag in Silicon Valley der Erfindergeist in der Luft, denn da Balls Schwerhörigkeit mit Hörgeräten nicht ausreichend behandelt werden konnte (zwischen den Zeilen lässt sich auch lesen, dass er niemals Freund dieser Geräte war), wuchs in ihm der Wunsch, sich selbst zu helfen, indem er ein Implantat entwickeln wollte. Der Großteil des Buchs widmet sich dann diesem Weg bis zur Geburt eines Hörimplantats, eine Wissenschafts- und v.a. eine Wirtschaftsstory von einem relativ raschen Erfolgslaufs, aber auch von den vielen Faktoren, die ein Start-Up Unternehmen scheitern lassen können. Das ist sicherlich die spannende Komponente in diesem Buch, es gibt auch Seitenblicke auf andere Firmen, die zu jener Zeit im Silicon Valley groß geworden sind, z.B. Yahoo. Interessant ist dann auch die ,Rettung` von Balls Firma durch eine ,große` Frau.

So auf den Geschmack gekommen lese ich vielleicht auch noch Steve Jobs Biographie ;-)


Die große Welt
Die große Welt
von Colum McCann
  Gebundene Ausgabe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Verlieren und Finden der Balance, 9. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die große Welt (Gebundene Ausgabe)
August 1974: zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers balanciert Philip Petit auf einem Seil. Doch dieser Drahtseilakt bildet nicht den Mittelpunkt des Romans von McCann, sondern es ist lediglich der rote Faden, der viele einzelne Geschichten verbindet. Und diese Episoden handeln von Menschen, die 400 Meter tiefer als Petit an ihrem ganz persönlichen 'Rand der großen Welt' leben.

Der erste Teil dieses literarischen New York Kaleidoskops beginnt ironischerweise in Dublin mit der Schilderung der Jugend von Corrigan. Schon in seiner Jugendzeit hat er ein Naheverhältnis mit dem vermeintlichen 'Abschaum' der Gesellschaft: zwielichtige Figuren, Prostituierte, Alkoholiker und Obdachlose. Als Priester kommt Corrigan dann nach New York, um sich an einem der 'Ränder der Welt' um eine Gruppe von Prostituierten in der Bronx zu kümmern. Hin und hergeworfen zwischen Corrigans Zweifel an Gott und Prügeleinheiten durch die Zuhälter entwickelt sich aber zwischen ihm und seinen Damen ein Vertrauensverhältnis.

In einer anderen Episode erhalten wir Einblick in das Leben des jüdischen Ehepaars Solomon und Claire Soderberg oder vielmehr, wie sie mit dem Tod ihres Sohnes umzugehen versuchen, der in Vietnam einem Bombenattentat zum Opfer gefallen ist. Solomon, der Richter, verarbeitet den Tod seines einzigen Sohnes mit Schweigen, Claire versucht es mit darüber sprechen in einer Gruppe von 5 Frauen, die ebenfalls ihre Söhne in Vietnam verloren habe. McCann vermag es in diesem Teil des Romans mit wunderbaren erzählerischen Mitteln das Leid der Soderbergs zu benennen. Der Sohn Joshua war als Computerexperte nach Vietnam gegangen, um das System zu verbessern, mit dem die Amerikaner die Anzahl der Gefallenen zu ermitteln versuchten. Als er in Vietnam stirbt lesen wir nur: 'Aus Joshua wurde ein Code.'

McCann bringt uns so noch eine große Anzahl von Lebensgeschichten näher, die sich wiederum an ihren Rändern immer wieder mit den anderen Geschichten überschneiden. Sie alle handeln von Menschen, die ihre Lebensbalance verlieren oder schon verloren haben, ganz im Gegensatz zum Seiltänzer Petit. McCann kleidet Beobachtungen in Sätze von erstaunlicher sprachlicher Präzision und seine Prosa bilderreich zu nennen wäre wohl eine Untertreibung. Für Wortungetüme ist kein Platz und die Dialoge sind von einer erfrischend knackigen Lebendigkeit. Das einzig vielleicht Negative ist der ansonsten gelungene Schluß, hier versucht McCann mit einer allzu großen Unwahrscheinlichkeit die erzählerische Klammer zu schließen. Eines steht jedoch fest: das Jahr 2009 wird für mich als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem ich 'Die große Welt' von Colum McCann gelesen habe.


Placebo: Roman
Placebo: Roman
von Jurga Ivanauskaitė
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltverschwörung im Kleinformat, 29. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Placebo: Roman (Taschenbuch)
Literatur aus dem baltischen Raum in deutscher Überetzung ist ja rar, aber zufällig entdeckte ich die 2007 verstorbene litauische Autorin Jurga Ivanauskaite, die mit "Placebo" (2003) einen utopisch angehauchten, thrillerhaften Gegenwartsroman aus Litauen geschrieben hat.
Ivanauskaite entwirft eine Geschichte rund um den merkwürdigen Tod der Wahrsagerin Julia, die aus der Sicht von mehreren Protagonisten erzählt wird. Das sind aber keineswegs 'normale' Erzähler, denn so kommen z.B. die bereits verstorbene Julia oder auch deren Katze zu Wort. Weiters wird die Geschichte von Julia aus der Sicht ihrer Freundin und Journalistin Rita beleuchtet und vom überdrehten Fernsehstar Maksas und dessen nonkonformistischen Bruder Tadas. Immer mehr wird dem Leser klar, dass Julia nicht Selbstmord begangen hat, sondern selber Instrument und am Ende auch Opfer einer verschwörerischen Gruppe namens Placebo wurde. Aber Ivanauskaite macht aus dieser Geschichte nicht einen Roman im Stile von Dan Brown, sondern lässt ein Kaleidoskop aus vielen Stimmen entstehen. Aber warum sollte eine globale Verschwörungsgruppe gerade Litauen als Spielwiese für neue Methoden der Beeinflussung und unterschwelliger Kontrolle auswählen? Das beschreibt Ivanauskaite auf sehr eindringliche Art und Weise: nach der Befreiung aus dem politischen Würgegriff der ehemaligen Sowjetunion war in Litauen (so wie in den anderen ehemaligen Staaten der Union) ein Vakuum entstanden, welches die westliche Lebensart in wenigen Jahren aufgesaugt hat.

So erfährt man aus der Sicht des namenlosen Kontaktmanns von Julia den Placebo-Plan:
'... eine Gesellschaft der Glücklichen, gegründet durch Aussiebung der unbrauchbaren Individuen und Ausfiltern jedes, auch des allerkleinsten Löffels Teer aus dem globalen Honigfass; Gedanken- und Gefühlskontrolle, totale Abhängigkeit der Bürger von Fernseher, Computer und anderen modernen Technologien; Informationsüberschuss, Dutzende unnötiger Fakten pro Minute und Diktatur der Werbung, so dass in meisterhafter Weise eine Ersatzrealität geschafft wurde, in der die Menschen ohne eigene Gedanken, Gefühle und sogar ohne eigenes Schicksal lebten.'

So wird Julia von diesem Kontaktmann ins Placebo-Netzwerk eingeführt und aufgrund der Tatsache, dass sie als Wahrsagerin in Kontakt mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft steht, darauf angesetzt, diese Personen auf eine raffiniert unterschwellige Art und Weise zu beeinflussen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie sagt: 'Schluss! Ich diene dem Placebo nicht länger!"


Herzort
Herzort
von Steinunn Sigurðardóttir
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literarische Perle aus dem Nordatlantik, 25. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Herzort (Taschenbuch)
Erstaunlicherweise gibt es Perlen im Nordatlantik, aber keine natürlich entstandenen, sondern literarische. Dazu gehört sicherlich der Roman 'Herzort' der isländischen Autorin Steinunn Sigurdardóttir.

Je faszinierter man von einer Geschichte ist, umso schwerer lässt sich darüber schreiben, erst mit einer gewissen zeitlichen Distanz wird verständlich, was an einem Buch so mitreißend ist. Bei Herzort ist es v.a. die virtuose Sprache (die trotz oder gerade wegen der guten Übersetzung so gefällt) und der oft nicht einfache Aufbau des Romans. Lustig wirbelt Sigurdardóttir Erzählzeiten und -perspektiven durcheinander, dass die Lektüre sowohl anstrengend, als auch anregend ist.
Die Geschichte ist schnell erzählt: drei Frauen (Mutter, deren Freundin und die Tochter) machen sich auf die Reise von Rekjavik an das Ostende von Island. Grund für die Fahrt ist aber nicht die Sehnsucht nach Urlaub, sondern der Wunsch, die Tochter aus den Fängen einer äußerst drogenaffinen Jugendgruppe zu entreißen. Aber aus der Fluchtgeschichte der drei Frauen entwickelt sich im Laufe des Romans eher eine Reise in die Vergangenheit der noch jungen Mutter Harpa Eir, die sich in dieser schwierigen Phase ihres 'Tochtermonsters' Edda an ihre eigene Geschichte erinnert. Und diese ihre Geschichte ist vor allem durch ihr ganz und gar nicht isländisches Aussehen geprägt. Langsam kristallisiert sich die wahre Herkunft von Harpa heraus und derart macht auch sie mit dieser Fahrt durch Island eine Entdeckungsreise in das eigene Ich.
Was 'Herzort' noch als literarische Perle qualifiziert sind die eindrücklichen Landschaftsbeschreibungen, die den Roman zu einer wunderbaren Reise im Kopf durch diese wunderbare Insel im hohen Norden werden lässt.


Eureka Street, Belfast: Roman
Eureka Street, Belfast: Roman
von Robert McLiam Wilson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literarisches Johannisbeerkraut, 23. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Eureka Street, Belfast: Roman (Taschenbuch)
Manche Bücher sollten auch in Apotheken und Drogerien erhältlich sein, im Regal gleich neben den Johanniskrautkapseln und anderen Stimmungsaufhellern. Zu diesen Büchern gehört auch 'Eureka Street, Belfast' von Robert McLiam Wilson. In einem vom IRA Bombenterror und Armut gezeichneten Belfast beschreibt Wilson die mit humorvollen Episoden gespickte Geschichte einer Clique von Mitzwanzigern, die sich mit Geselligkeit, Alkohol (aber nicht exzessiv, wie man es von Iren vielleicht erwarten würde) und Gelegenheitsjobs durchs Leben schlagen.
Die zentrale Figur ist Chuckie, der aus einer 'promi'-süchtigen Familie stammt. Dieser Sucht entspringen auch die amüsantesten Stellen des Buches, wie z.B. der Besuch des Papstes in Belfast. Chuckie, einer der Protestanten der Clique - Wilson klärt den Leser auch auf, dass diese konfessionellen Unterschiede nur politisch von Bedeutung sind, nicht aber für das reale Zusammenleben der Belfaster - macht für den Papst eine "Ausnahme", der ja bekanntlich katholisch ist, aber doch so berühmt, dass Chuckie ein Auge zudrückt und sich den Katholiken-Event gibt. Was sich aus dieser Ausnahme und dem daraus resultierenden 'Chuckie gibt dem Papst die Hand'-Foto ergibt ist ausserordentlich witzig. Ein weiterer Höhepunkt ist der wirtschaftliche Erfolg, den Chuckie mit einem einzigen Riesendildo erzielt.

Trotz des Pulverfass-Szenarios 'Belfast' gelingt es dem Autor, dass man als Leser diese Stadt und ihre Bewohner ins Herz schließt. Das macht Wilson z.B. in der Bombenanschlag-Szene des Buches sehr einfühlsam und alles andere als effekthaschend.

Eine uneingeschränke Leseempfehlung für alle, die es auch mal gerne eine Portion deftiger mögen!


Der Traum meines Großvaters
Der Traum meines Großvaters
von Lianke Yan
  Gebundene Ausgabe

24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Träume, Blut und Totenehen, 12. September 2009
Was hätte man aus dieser Geschichte nicht alles machen können: einen Roman mit einem unangenehmen 'True Story'-Beigeschmack oder einen skandalheischenden Thriller nach 'Outbreak'-Stil. Aber nein: Yan Lianke hat auf dem Hintergrund des chinesischen AIDS-Skandals der vergangenen 90er Jahre ein poetisch kraftvolles, zugleich aber auch betroffen machendes Stück Literatur geschaffen.

Der junge Erzähler Quiang Ding wird von der Bevölkerung eines kleinen Dorfes in der chinesischen Provinz Henan vergiftet, es ist eine Vergeltungsmaßnahme für die Taten seines Vaters, des 'Blutchefs'. Sein Großvater legt ihm zwei Wörterbücher mit ins Grab, damit der Junge für seine kommende Erzählung immer die richtigen Worte findet. Das ist der Beginn: er findet die richtigen Worte und breitet vor uns die Geschichte seines Dorfes aus, etwa zehn Jahre nach den Blutsammelaktionen. Das groß angelegte, bürokratisch durchorganisierte, aber medizinisch katastrophale Projekt der chinesischen Regierung, um der Bevölkerung in den rückständigen Provinzen zu ein wenig mehr Geld und Kaufkraft durch den Verkauf ihres Blutes zu verhelfen, hatte zur Folge, dass die Hälfte der Dorfbevölkerung am 'Fieber' erkrankt ist. Die Behörden stigmatisieren zunächst den Begriff AIDS, auch um die Schuld am hygienischen Desaster nicht direkt auf sich zu laden, denn Nadeln wurden für Hunderte Blutspender verwendet, das gesammelte und oft infizierte Blut wurde den Bauern 'zurückgeschenkt'.

Lianke lässt den Leser in eine Agrarwelt eintauchen, die von Figuren bevölkert ist, welche selbst in Zeiten des äußersten Elends den eigenen Vorteil auf Kosten der anderen suchen. Das Paradebeispiel ist der Vater des Erzählers, der als großer Organisator der Blutspenden zu Reichtum gekommen ist, aber an diesem Punkt keinerlei Reue für das Geschehene zeigt. Vielmehr macht er auch nach dem Ausbruch des Fiebers Geschäfte mit den Todgeweihten: jeder erkrankte Dorfbewohner hätte Anrecht auf einen Sarg, doch dieser Fakt wird vom 'Blutchef' verheimlicht und er verkauft die Särge in den Nachbardörfern. Auch hier ist noch nicht Schluss: als überaus tüchtiger Geschäftsmann vermittelt er zudem Ehen zwischen bereits ledig Verstorbenen, damit sie zumindest im Paradies einen Partner haben. Der Leser wird auf diese grässlichen Unternehmungen immer wieder vorbereitet, die wohl einzige integere Figur im Roman, der Großvater des Erzählers, träumt die bevorstehenden Vorkommnisse und meist sind dies Albträume, die aber von der Realität einge- und überholt werden.

Doch es gibt sie, die Lichtblicke: mitten im Elend entfaltet sich eine Liebesgeschichte zwischen zwei Erkrankten, die sich über die ruralen Wertevorstellungen (einer Paarung aus Skrupellosigkeit und Obrigkeitsdenken) hinwegsetzen, in den letzten Tagen noch ihr Glück suchen und dieses auch finden.

Wenn Yan Lianke sich im Nachwort für den der Leserin und dem Leser zugefügten Schmerz entschuldigt: am Ende bleibt das Gefühl, ein literarisches Werk gelesen zu haben, das auf leise Weise eigentlich unsagbar Tragisches in schöne Worte kleidet. Trotz der feinen literarischen Klinge und dem Kunstgriff des träumenden Großvaters fiel der Roman der chinesischen Zensur zum Opfer, er durfte nicht erscheinen.


Le Pop 4
Le Pop 4

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine schöne entdeckung, 14. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Le Pop 4 (Audio CD)
so etwas nennt man ein schönes geburtstagsgeschenk.
16 akkustische perlen auf einem sehr gelungenen sampler. wenn man auf eher chilligen sound (wie portishead, morcheeba oder bertrand burgalat oder vielleicht auch de-phazz) steht, kann man hier getrost zugreifen und die cd wird sicher keinen staub ansetzen, weil sie immer im player liegen bleibt :-)
mein lieblingssong auf der cd ist auf jeden fall "madrid" von holden


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