Profil für Markus Pietraszek > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Markus Pietraszek
Top-Rezensenten Rang: 4.102.859
Hilfreiche Bewertungen: 31

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Markus Pietraszek "mpr4630" (Bochum)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2
pixel
Means to An End
Means to An End
Preis: EUR 11,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kings die, 30. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Means to An End (Audio CD)
Kings never die...der Titel eines der härtesten und brechendsten Songs auf "Means To An End" ist Programm auf der wohl letzten Scheibe von Biohazard.

Von den Kritikern ist die Scheibe durchaus ambivalent besprochen worden. Während eine Seite darin ein perfektes Ende einer Ära sieht, beklagt sich die Gegenpartei darüber, dass hier nur versucht wird, den Sound von "State Of The World Adress" in moderner Form des 21. Jahrhunderts noch einmal aufzugießen, ohne eine Entwicklung vorweisen zu können.

Das verkennt allerdings ein bisschen das, was Biohazard mit dieser Scheibe wahrscheinlich tun wollten: Ein Abschiedsalbum voll auf die 12. Ob das nun im Stil von State Of The World Adress steht oder nicht, ist gar nicht einmal so wichtig. Sicher, die Chronologie sollte vielleicht stimmig abgeschlossen werden, aber in Zeiten, in denen Hardcore zunehmend den Metalcore-Einflüssen weicht und der Einflussbereich sich von Punk und sogar HipHop (Biohazard zu Beginn ihrer Karriere und auch New Yorker HC generell) wegbewegt und eher metallischer wird, sollte man das Album als das annehmen, was es ist: als abschließendes Werk.

Wenn man "Means To An End" gehört hat, sollte man in der Lage sein, folgendes Resumee ziehen zu können:

Der "alte" Hardcore mag auf dem Rückzug sein, und vielleicht hat Metalcore ihm auch schon den Rang abgelaufen, aber wenn eine Band so einen Brecher nach über 20 Jahren Bandgeschichte auf den Markt schmeißen kann, dann muss da irgendwo noch ein Feuer brennen. Ein mächtig großes Feuer.

Die Namen der Songs sind Programm, und wenn sie nicht so verdammt hart wären, die Tracks, dann würde man vielleicht sogar in sentimentaler Stimmung die Zeit von Biohazard an sich vorbeiziehen lassen. Reflektion zu Mörder-Riffs, dem unverwchselbaren Gesang von Billie und Evan mit all seinen catchigen Shouts, einfach alles. Und wer in "Means To An End" Energie vermisst oder einen schwachen Aufguss vergangener Agressionen behauptet, hat die Platte halbherzig gehört. Neben dem eingangs erwähnten "Kings Never Die" bricht auch schon der Opener "My Life My Way" so über den Hörer herein, dass man sich in einem Hurrikan der Stufe 5 glaubt. Tempo-Wechsel, ein unglaublich griffiges Riff, Billy und Evan in bester Shout-Manier, dazu sogar als Gimmick noch die Luftalarm-Sirene...selten einen härteren, direkteren Einstieg in ein Album erlebt.

Das Album lebt ohnehin davon, dass hier zwar permanent Gas gegeben wird, dass aber auch durchaus Songs zwischen den Brechern landen, die etwas zäher sind. Hierzu können vor allem "Devotion" und "Killing To Be Free" gezählt werden. Gerade letzteres ist schon dermaßen dickflüssig, dass es nach Brechern wie "My Life My Way" und "The Fire Burns Inside" fast schon wehtut. Die Parts zwischen Evan und Billy tun ebenso weh. Billy schreit seine Verzweiflung laut und langgezogen in das Ohr des Hörers, während Evan seiner alten Rolle als Aggro-Shouter mit voller Wucht nachkommt. Dazu fast schon nervig lang ausgespielte Akkorde, die sich so lange ziehen, bis endlich "Filled With Hate" beginnt und die Spannung auflöst. Ein Song vom Format "Panzer". Die Riffs walzen einfach alles nieder, genug Ruhe in den Strophen, um zur Ruhe zu kommen, um dann im wohl geilsten und härtesten Refrain des Albums alles plattzuwalzen.

Was bleibt von der Platte? Mich hat sie völlig überzeugt. Die Songtitel sind diesmal eindeutig wie nie auf Abschied ausgerichtet, dafür geben Biohazard aber noch einmal richtig Gas.

Und spielen die letzte Zugabe eines richtig langen Abends.


IV
IV
Preis: EUR 6,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen IV, 17. April 2006
Rezension bezieht sich auf: IV (Audio CD)
Auf "IV" können Godsmack ihrem Stil erneut neue Akzente verpassen, ohne sich jedoch in verweichlichte Mainstream-Bahnen zu begeben. Zwischen NuMetal-Riffs, die irgendwo zwischen KoRn ("No Rest For The Wicked") und Disturbed ("The Enemy" und vor allem "Temptation") einzuordnen sind, finden sich kraftvolle "Nur"-Rock-Gitarren vom Stile Nickelbacks oder Seether ("Bleeding Me"). Dazu gesellen sich ein scheppernder Bass, peitschende Drums und natürlich das Aushängeschild der Band, Frontmann Sully Erna. Mit seiner dunklen, latent agressiven und kraftvollen Stimme ist er ständig präsent und scheint die Kraft seines Organs nur selten zügeln zu können. Umso erstaunlicher, dass er in ruhigen Songs wie "Hollow" der Ballade eine erstaunliche Ruhe verpassen kann, ohne etwas von seiner Kraft zu verlieren. Auch in "One Rainy Day", das in seiner leicht psychodelischen Art an "Serenity" erinenrt, kontrolliert Erna den Song mittels seines ruhigen, aber kraftvollen Gesangs. Insgesamt ein sehr ausgeglichenes und homogenes Album, das alle Pole der Metal/Rock-Möglichkeiten geschickt ausloten kann, ohne konzeptlos zu wirken.


Spend the Night
Spend the Night
Wird angeboten von ___THE_BEST_ON_DVD___
Preis: EUR 14,71

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nice Girl Rock, 28. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Spend the Night (Audio CD)
All-Girl-Bands sind gar nicht einmal so selten, und so rechtfertigt das Fehlen männlicher Musiker erst einmal auch keinen besonders hohen Vorschuss an positiver Kritik. "Spend The Night" aus dem Jahre 2002 wartet aber mit erstaunlich frischem und frechem Rock auf, den man angesichts der Mischung aus Girlie- und Glamour-Image nicht unbedingt erwarten würde.
Brett Anderson's Gesang kommt erstaunlich frech und keck rüber und wird durch den kalifornischen lässigen Akzent auf die Spitze getrieben. Allein ihre coole Aussprache des Satzes "Forget the application" im Kracher "Take It Off" lässt nicht nur männliche Musikherzen schmelzen. Speziell dieser Song vereint recht hartes grooviges Riffing und Mitwipp-Melodie im Refrain zu einem der zahlreichen Ohrwürmer auf dem Album. Auch wenn die Songstruktur wie bei vielen Songs bekannten Vorgaben folgt und auch auf das obligatorische Gitarrensolo der hinreißenden Allison Robertson nicht verzichten kann, wirkt "Take It Off" nicht dahingschludert, sondern ernsthaft und engagiert ausgedrückt und mit dem nötigen Druck ausgestattet, um ernst genommen zu werden.
Um den Gesamtsound des Albums beschreiben und einfangen zu können, reicht eigentlich ein Blick auf einige ausgewählte Songs. "5 o'clock in the morning" beispielsweise lässt Gitarristin Allison viel Platz, um Passagen einzubauen, die irgendwo zwischen AC/DC, Guns'n'Roses und Bon Jovi einzuordnen wären. Der Gitarrenklang ist gut abgemischt und entspricht einfach typischem Rock'n'Roll-Sound, ohne übermäßig hart oder gar hingerotzt zu klingen. Vielleicht ist auch das Attribut "poppig" in Bezug auf den Sound nicht ganz abwägig, aber insgesamt sind die Donnas nicht so zahm, wie der Rückschluss aus "poppig" schließen lassen würde.
Auch wenn die Grundstimmung auf "Spend The Night" durchaus positiv und freundlich klingt, packen die 4 Mädels eine deutliche Portion Rockstar-Attitüde in Songs wie "Too Bad About Your Girl" oder "Please Don't Tease". Versuche, den Stil mit "Girl Punk" oder ähnlichem zu beschreiben, gehen daher ins Leere. Die Donnas sind nämlich weniger agressiv und offensiv als viel mehr "solide" und bodenständig. Könnte man als langweilig und wenig innovativ bezeichnen, geht aber am Ziel vorbei. Wer "Please Don't Tease" oder "Who Invited You?" mehrmals hört, bekommt schnell mit, welche Portion an echtem schnörkellosen Rock enthalten sind. Der weibliche Gesang lässt die Songs zum einen frecher und cooler klingen, zum anderen ermöglicht er auch eine unbefangenere Annährungsweise an den Stil der Donnas. Bei männlichem Gesang würden einem die AC/DC-Riffs und Bon Jovi-Solos gleich negativ ausgelegt worden, die Donnas dagegen kopieren nicht, sondern spielen mit den Elementen verschiedener Rockbands. "Nur-Rock" verfügt eh nur über eine limitierte Anzahl von Stilmitteln, und so kann man den Donnas auch verzeihen, dass die Solo-Passagen allesamt recht ähnlich und wiederholend aufgebaut sind.
Es kommt auch nicht auf die Vergleichbarkeit der 14 Songs an, sondern auf die Gesamtbetrachtung eines Albums, das erfreulich frisch und selbstbewusst rüberkommt. "Spend The Night" macht einfach Spaß und ermöglicht dem Liebhaber von guter Rockmusik, sich einfach mal fallen zu lassen und zu staunen, mit welcher natürlichen Lockerheit man mit Musik umgehen kann. Highlights sind sicherlich "Who Invited You?" mit grandiosem treibenden Gitarren-Intro und groovigen Riffs, dazu "5 O'clock In The Morning", das selbstsichere "Take Me To The Backseat" und energiegeladene "You Wanna Get Me High".
Wer hier musikalischen Tiefgang erwartet, wird natürlich enttäuscht, denn Experimente oder Songs jenseits der 3:30-Minuten-Grenze sind die Ausnahme. Wer dagegen frechen Girl-Rock mit selbstsicherem coolen Gesang und souveränen Rock-Riffs hören will, ist bei "Spend The Night" garantiert richtig. Man könnte es fast schon "Old School" nennen.


Hypnotize
Hypnotize
Preis: EUR 25,81

5.0 von 5 Sternen If you die, I wanna die with you..., 7. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Hypnotize (Audio CD)
Hypnotize heißt das neue Werk, erschienen im November als zweiter Teil des als "Doppel-Album" gedachten Paars Mezmerize-Hypnotize. Und war Mezmerize schon sehr frisch und gewohnt unverkrampft, so kann Hypnotize tatsächlich noch einen draufsetzen. Mittlerweile bekomme ich Angst, weil SOAD anscheinend frei von jeden Zwängen jedes Album toppen können bzw. zumindest nicht absacken.
Im aktuellen Werk fällt auf, dass die 4 US-Armenier sich deutlich darauf konzentrieren, nicht zu viele Fremdeinflüsse in die Scheibe einfließen zu lassen. Kennt man aus vorhergehenden Alben noch Akkordeon, Polka-Klänge und andere vermeintliche Störelemente, so lassen es SOAD dieses Mal einfach nur in einer Souveränität krachen, die sich sehen lassen kann.
...was man angesichts der ersten Single-Auskopplung "Hypnotize" nicht unbedingt erwarten konnte. Zwar im gewohnten Wechsel aus Clear-Spiel von Daron Malakian an der Gitarre und MidTempo-Gesang von Sänger Serj, aber irgendwo doch recht lahm und getragen. Kommt nicht richtig aus dem Quark.
Spielt man jedoch Tracks wie Stealing Society, Tentative oder Attack an, werden einem die Ohren weggeblasen. Ein einziges Gehämmer aus Gitarre, Bass und wütenden Drums löst die gewohnt ruhigen Passagen ab. Der gewisse Anteil an wohltuendem "Groove" ist in den Songs allgegenwärtig, Daron hämmert gewohnt brutal und präzise seine Akkorde über das Bass-Gewitter, Serj brüllt und kreischt sich die Seele aus dem Leib, und irgendwo ist es wohltuend, dass so viele Songs in gewisser Weise mit den Metal-Grundelementen auskommen. Sicher, im Laufe der Jahre hat sich die Qualität von Riffs und Bassläufen deutlich verbessert, aber man vermag auch 7 Jahre nach dem Debutalbum so etwas wie den Ur-Spirit herauszuhören. Das ist für eine Band, die den Mainstream erobern konnte, eine verdammt gute Leistung (wobei Mainstream entgegen dem Unterbewusstsein nicht zwingend einen Qualitätsverlust mit sich bringen muss).
Ich habe auch den Eindruck, auf Hypnotize sind System Of A Down wieder ein wenig gelöster, freier und offener. Man spürt die Freiheit in Songs wie Dreaming und vor allem Vicinity of Obscenity, die einfach erfrischend unangepasst und sogar ein wenig schief sind, sowohl in Bezug auf die Akkorde als auch auf Rhythmus und Sprechgesang. Grad letzterer Song lässt den Hörer verzückt an die "irren" Anfangssongs wie z.B. Sugar denken.
Deutlich fällt auf, dass System Of A Down durchgängig verstärkt auf Doppel-Gesang setzen, nicht nur als Backing Vocals, sondern streckenweise während ganzer Strophen (Holy Mountains). Daron und Serj konnten immer schon bezüglich ihres zweistimmigen Gesangs überzeugen, aber diesmal haben sie sich noch einmal einen Schritt weitergetraut. Neben Holy Mountains überzeugt vor allem Kill Rock'n'Roll in dieser Hinsicht. Überhaupt kommt dieser Song mit einer gehörigen Portion Energie um die Ecke und lebt vor allem vom getriebenen Refrain.
Insgesamt kann man auch den Aufbau des Albums nur loben. Mit Ausnahme von Hypnotize ein krachender Beginn und Mittelteil, der alles vergessen lässt und einen in Begeisterung versetzt. Zum Abschluss dann eher ruhigere Töne, nach Holy Mountains (tolles Clear-Spiel von Daron in den Strophen!) und Lonely Day (Halb-Ballade mit melancholischem Einschlag und hervorrangendem Gesang von beiden Sängern: "If you go, I wanna go with you. If you die, I wanna die with you") bietet "Soldier Side" sowohl den Abschluss des Albums als auch des Mezmerize/Hypnotize-Projekts. Der aufmerksame Hörer erinnert sich, dass Soldier Side auf Mezmerize das (kurze) Intro war, hier kommt es nun als kompletter Track als Outro


The Unquestionable Truth (Part 1) (Limited Digipak)
The Unquestionable Truth (Part 1) (Limited Digipak)
Wird angeboten von DISCO91
Preis: EUR 9,68

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen THE TRUTH?, 14. Juni 2005
Vedammt dunkel und grau, was Limp Bizkit da abliefern. Und die Vermutung, eine Abkehr vom grellen Hollywood-Sound, vom Proll-NuMetal, könnte bei einer kommerziell so erfolgreichen Band nicht funktionieren, geht ins Leere. Es funktioniert nämlich doch. Was zunächst wie Downset und Konsorten klingt, erweist sich als ausgeklügeltes neues Riffing von Wes Borland, verlorenem Sohn der Band. Komplexer, schwieriger, schmerzhafter. Kantige und kraftvolle Riffs werden von im Ohr schmerzenden kleinen Licks überlagert, und Fred Durst ist endlich die Treppe runtergestiegen und singt nicht mehr über, sondern in der Musik. Eine eigentümliche Probenraum-Atmosphäre zieht sich durch das Album, ergänzt durch eine fast schon unheimliche, nervenaufreibende Grundstimmung. Limp Bizkit spielen mit den Erwartungen des Hörers, nehmen das Tempo an den unmöglichsten Stellen raus, werden hart und derbe wie eh und je und schrauben dann wieder 3 Einheiten zurück. Dieses Aggro-Spiel, perfekt in "The Priest" dargestellt, erinnert dabei stark an die White Pony-Songs der Deftones. Insgesamt ein in sich schlüssig aufgebautes Album, das erfreulicherweise seine Energie aus den ruhigeren Passagen bezieht und die Refrains nicht zu simpel gestaltet. Ein Wandel, den man Limp Bizkit durchaus abnehmen kann.


Tomorrow Come Today
Tomorrow Come Today

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Protest Is Patriotism, 7. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Tomorrow Come Today (Audio CD)
Tomorrow Come Today ist oftmals als Mainstream-Werk verrissen worden, ist es bei genauem Hören aber nicht.
Nur weil alles ein wenig runder, einheitlicher und noch einen Tick melodischer als auf After The Eulogy klingt, haben die 5 Jungs von der Ostküste noch keinesfalls ihre Seele verkauft. Auch auf TCT können BoySetsFire den Spagat zwischen fiesen Riffs und im Stile von "After The Eulogy" vorgetragenen HC-Shouts auf der einen Seite und feinem, perlenartigen Clear-Gitarrenspiel auf der anderen Seite vollziehen. Sänger Nathan Gray schafft es beständig, beide Ufer des Begriffs "Emo-Core" abzugrasen, ohne zu sehr in die jeweilige Extreme zu geraten, und das in allen 12 Songs. "Eviction Article", in welchem er wunderschöne Clear-Passagen im Refrain in das Ohr des Hörers hämmert, oder "Last Year's Nest" wirken wie auf seinen Gesang zugeschnitten. Von den Backing Vocals seiner Gitarristen dezent, aber nachdrücklich unterstützt, wirkt Nathans Gesang noch intensiver und ehrlicher als je zuvor. Und wenn in "Last Year's Nest" sogar ein Klavier seine Worte untermalt, kommt so etwas wie Gänsehaut-Garantie auf. Wütendes Metalcore-Gehämmer hört man ebenso wenig wie weichgespültes, schmalziges Emo-Gejammer. Vielmehr errreichen BoySetsFire genau das, was so viele Bands nicht vorbringen können: Eine homogene Mischung, die mit "White Wedding Dress" eher die rockende Ecke vertritt, und mit Songs wie "Last Year`s Nest" und vor allem "Foundations To Burn" ruhigere Emo-Klänge hervorbringt. Sowohl der intensive Gesang, als auch das facettenreiche Gitarrenspiel mit seinen zahlreichen greifbaren Licks sind die absoluten Stützen auf TCT, dazu Bass-Solo-Läufe, die man noch von "Rookie" zu gut kennt.
Auf der Bonus-DVD finden sich 60 Minuten Konzertaussschnitte eines Auftritts von Januar 2003 sowie zahlreiche Kommentare von BoySetsFire über ihre Songs und ihre Ansichten und Anliegen. Absolut empfehlenswert, zumal die Band äußerst sympatisch rüberkommt und den Hörer in ihren Bann ziehen kann.
Insgesamt bleiben BoySetsFire ihrer Linie treu, übertreiben weder die (kurzen) Schreipassagen noch die intensiven Emo-Parts, die bei so vielen anderen Bands zugeschmalzt sind. Im Vergleich zu After The Eulogy ist TCT reifer, geschliffener und ein wenig mehr "basic", was aber keinen Nachteil darstellen soll.


The Renaissance
The Renaissance
Preis: EUR 14,39

3.0 von 5 Sternen Der fehlende rote Faden, 5. März 2005
Rezension bezieht sich auf: The Renaissance (Audio CD)
Mit "The Renaissance" liefern die hierzulande nur in eingeweihten Kreisen bekannten E-Town Concrete ein Werk ab, das verschiedenste Stil-Richtungen touchiert, aber nicht wirklich einen guten homogenen Gesamteindruck hinterlassen kann. Irgendwo zwischen Dog Eat Dog und dem typischen Ostküsten-Crossover-Sound und den neueren Metalcore-Sachen a la Hatebreed und KSE angesiedelt, fehlt dem Album etwas die klare Linie. 1 oder 2 Songs im reinen Crossover-Stil (z.B. "Mandibles"), dann das Metalcore-lastige "Baptist", und irgendwo dazwischen Songs wie "Punch The Walls", die zwar für sich betrachtet ziemlich gut sind und auch direkt ins Blut gehen (nicht zuletzt dank Support von hatebreed-Shouter Jamey Jasta und Ill Nino-Frontmann Cristian), aber sich eben nicht in die Linie des Albums einfügen. Das souveräne Gitarrenspiel weiß durchaus zu gefallen, auch die gesanglichen Wechsel zwischen Rap-Passagen, Shouts und Fast-Growls sorgen für zeitweise Begeisterung. Es hätte der Platte gutgetan, wenn E-Town Concrete die Zutaten der herausragenden Songs wie "Punch The Walls", "Battle Lines", "So Many Nights" (erinnert dank Akkustik-Dominanz teilweise schon an Everlast) und "Mandibles" nicht so stark getrennt hätten und 1 großen statt vieler kleiner Kuchen gebacken hätten.


The Dead and Dreaming
The Dead and Dreaming
Preis: EUR 12,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen SHOW THE LIGHT, 4. März 2005
Rezension bezieht sich auf: The Dead and Dreaming (Audio CD)
Mit "The Dead And Dreaming" liefern Dry Kill Logic ein souveränes Album hat, das nahtlos an den Vorgänger "The Darker Side Of Nonsense" anknüpfen kann und sogar noch darüber hinaus geht. Auch nach dem Wechsel von Gitarre- und Bassbesatzung liefern die 4 Jungs einen kompaktes und bretthartes Zusammenspiel aus Slipknot/Soulfly-Riffs und dem gewohnt wütenden und aggressiven, teilweise fast schon flehenden Gesang von Frontmann Cliff Rigano auf der einen Seite, und Clean-Parts auf der anderen Seite, die noch intensiver, emotionaler und tiefgehender sind als auf dem Vorgängerwerk. Allein beim Kracher "Paper Tiger", auch als Video ausgekoppelt, ist man angesichts des Spagats zwischen beiden Stilrichtungen begeistert, weil sie nahtlos ineinander übergehen und keine Wand zwischen ihnen steht. Neben dem melodischen Clean-Refrain überzeugt auch das Gitarrenspiel, das sich während des Songs entwickelt und peu a peu an kleinen Facetten und Verzierungen hinzugewinnt. Auch bei "With Deepest Regrets" und "Neither Here Nor Missed" kommt die eher ruhige Seite von Dry Kill Logic zum Tragen (letzeres erinnert dabei in seiner dichten Atmosphäre an Vermillion Pt2 von Slipknot), ohne jedoch ins Balladenhafte abzugleiten. Kompensiert wird das auf dem Album durch schwere Songs wie "Buckles", der sich mit growl-artigem bösen Gesang und gut dosierter Double-Bass durch das Album schleppt, als hätte man kiloweise Schlamm an den Stiefeln, oder auch "Living Witness", der im richtigen Moment den Ausbruch aus dem Riff-Gewitter und der ultra-schnellen Snare schafft und einige Zeiten Entspannung in der Phase des Clear-Gesangs schafft, ohne jedoch die Spannung absacken zu lassen. Straight to the point, das ganze Album, auch wenn es gegen Ende hin ein wenig schwer fallen mag, noch neue Eindrücke zu entdecken und man ein wenig müde wird. Insgesamt noch einmal eine Steigerung zu "The Darker Side Of Nonsense", was sowohl die harten als auch die ruhigeren, melodischen Parts betrifft.


Confusion Bay
Confusion Bay
Preis: EUR 18,27

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DANISH DYNAMITE, 4. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Confusion Bay (Audio CD)
Auch mit ihrer zweiten Platte CONFUSION BAY gelingt es den 5 Dänen wieder, den Spagat zwischen Melodiösität und Metal zu vollziehen, zwischen eingängigen Ohrwurm-Melodien und brechenden (Post-) Fear Factory-Riffs. Die Synthie-Klänge bei I GET WHAT I SEE, die dieses verdammt uhrwerk-artig präzise Spiel der Gitarren unterstützen, sorgen für gehobene Ohrwurmqualität, die sich spätestens im Refrain entfalten darf. Midtempo, klar, aber der kontrollierte, genial dosierte Bass Drum-Einsatz beißt sich sofort fest - Metal-Power und melodiöse Eingängigkeit vereint. Fast schon mit filigraner gesanglicher Kraft wird nicht das brachiale Spiel, sondern der kunstvolle, aber kraftvolle Angriff auf die Ohren gesucht und erfolgreich zum Abschluss gebracht. Auch in Songs wie SUMMER OF OVERLOAD brechen die Riffs wie eine Ostsee-Welle über einen herein, und bei INSANE wird alles Filigrane und Engmaschige über Bord geworfen, alles ist plötzlich dunkel, schnell und böse. Insane eben. Riffs rauf un d runter, Bass-Gewitter, nur kurze Pausen, und doch scheint die innere Struktur nie weggewesen zu sein. Der gleichnamige Song zum Album wartet mit verdammt eindringlichem Keyboard-Spiel auf und rundet die Scheibe mit seiner eher "milden" Art perfekt ab. Insgesamt ein sehr überzeugendes Werk, das eine völlig neue Stil-Richtung des Metal vorzugeben scheint, in denen auch Elemente aus Rock und ruhigere Solo-Passagen neben der stimmlichen Vielfalt von Sänger Lars für willkommene Abwechslung sorgen, so dass sich eine perfekte Mischung ergibt. Unbedingt anhören!


Exile in Oblivion
Exile in Oblivion
Preis: EUR 14,81

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WE ARE THE DYING, 4. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Exile in Oblivion (Audio CD)
Mit "Exile In Oblivion" legen Strung Out ihr wohl bestes Werk der Bandgeschichte vor. Waren die Vorgängerscheiben durchgehend von einer gewissen verklärten Dunkelheit und eigenwilliger monotoner Song-Strukturen geprägt, erwartet den Hörer auf der aktuellen Scheibe eine homogene Mischung aus Punkrock, Post-Hardcore und Emocore-Elementen. Die Gitarrenarbeit kann besonders herausstechen und überrascht mit ungewöhnlich hohen Akkorden, perlen-artigen Verzierungen und unglaublich treibenden Palm-Mutes, während die Drums geschickt einige Highlights auf dem Album verstecken, so z.B. die kleine Double-Bass-Passage in "Analog" oder ein herrlich tightes Spiel im absoluten Kracher "Katatonia". Die Song-Strukturen wirken nun endlich durchschaubarer als bei den Vorgängern und bewegen sich zwischen NuMetal-Einflüssen a la 36Crazyfists und (Post-)Emocore-Passagen im Stile von Boysetsfire, die besonders bei "Vampires" perfekt herauskommen. Auch wenn einige schwächere Füllsongs vertreten sind, sorgen auch in der 2. Albumhälfte Songs wie "Scarlet" für Dynamik. Geprägt von einer einzigartig harten Riffing verwischen hier die Grenzen zwischen Punkrock und härteren Stilrichtungen und sorgen für eine unverwechselbare Atmosphäre. Insgesamt ein präzises und gut durchdachtes Album, mit welchem Strung Out endlich aus dem Quark kommen.


Seite: 1 | 2