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Beiträge von Niko Dörr
Top-Rezensenten Rang: 120.395
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Rezensionen verfasst von
Niko Dörr "Musikwissenschaftler" (Marburg)

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Schweigende Apfelblüten: Gedichte, Reflexionen (Thuringi Verlag)
Schweigende Apfelblüten: Gedichte, Reflexionen (Thuringi Verlag)
von Arno Schmidt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

5.0 von 5 Sternen Aus dem Leben - für das Leben, 30. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Schweigende Apfelblüten - ein Buch mit den kondensierten Erfahrungen eines bewegten Lebens.

Die Gedichte und Reflexionen von Arno Schmidt gewähren dem Leser einen kleinen Einblick in das bewegte Leben eines wahrhaftigen Philosophen und Pädagogen.
Die Texte sind eindrucksvolle Zeugnisse von der Existenz eines Mannes, der noch als Kind die Grausamkeiten des 2. Weltkrieges und dessen Ende miterleben musste, Zeugnisse eines Kampfes mit dem Leben danach. Die Texte, auch wenn sie manchmal sehr autobiographisch anmuten, zeigen Möglichkeiten auf, sich dem Leben immer wieder neu zu stellen.
Hinzu kommen die Bilder des Malers Hans Trimborn, welche die Wirkung der Texte nicht nur unterstützen, sondern gleichermaßen wiederspiegeln als auch neue Gedankengänge ermöglichen.
Ein kleines Buch mit einer großen Wirkung, wenn man diese Wirkung zulässt. Geschrieben von einem Autor, der sein Wirken ganz in den Dienst für die Bildung des Menschen zum Guten eingesetzt hat - mit Erfolg!
Ein empfehlenswertes Buch mit Texten und Bildern, die einem im Leben neue Gedanken eröffnen können und somit vielleicht ein Bisschen zum Gelingen beitragen können.


Goethes Faust Gesänge
Goethes Faust Gesänge
Preis: EUR 15,32

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faust mal anders..., 2. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Goethes Faust Gesänge (Audio CD)
... und zwar in musikalischer Gestalt. Dort, wo in Goethes Faust I gesungen und gefeiert wird, da hat Kreutzer seine Musik für komponiert. Mit Klavierbegleitung für Chor und Solisten, ganz so, wie man es bei Goethe lesen und dank Kreutzer auch hören kann. Hierbei zeigte sich auch, dass das Freiburger Vokalensemble ganze Arbeit geleistet hat. Sowohl das Ensemle als auch die Solisten bringen auf dieser wunderbaren CD die Musik Kreutzers zur vollen Geltung. Kreutzer selbst, als Zeitgenosse Goethes und dessen Musikgeschmack scheinbar kennend, hat seine Musik ganz und gar an den Klang der einzelnen Textpassagen angelegt. Ein wahres Meisterstück, denn die Musik wird nicht etwa spröde und langweilig. Sie behällt einen frischen und zugleich auch einfühlsamen Ton. Die einzelnen Stücke besitzen teilweise richtigen Ohrwurmcharakter und bereichern das Verständnis des Goehtschen Werkes. Ein wiederholtes Lesen des Textes mit Einspielung der Musik wird zu einem Genuss der Extraklasse. Und besonders die Leistung des Ensembles sei hier nochmal erwähnt. Mit seiner sauberen Intonation und Interpretationssicherheit gehört diese CD zu einem "Muss" für Freunde gepflegter Chormusik - dies soll natürlich die Leistungen der Solistne nicht schmälern, ganz im Gegenteil, auch diese zeigen sich als verständige Interpreten ihrer Partien und glänzen, ebenso wie das Ensemble, durch Textverständlichkeit gepaart mit Ausdruckskraft und Sicherheit.


A World Requiem
A World Requiem
Preis: EUR 39,34

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein, in deutschland bisher fast unbekanntes, Meisterwerk der Musik, 2. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: A World Requiem (Audio CD)
Der Komponist John Foulds (1880–1939) ist vielen bis heute kein Begriff, noch nicht einmal die neue Musik in Geschichte und Gegenwart hat einen Artikel zu ihm. Trotz eines fehlenden Studiums verdingte sich Foulds schon früh als professioneller Musiker und kam so mit vielen bekannten Größen seiner Zeit in Kontakt. Nach Kompositionen von Klavier- und Kammermusik widmete Foulds sich seiner ersten Oper nach Dantes Göttlicher Komödie. Zwischen 1919 und 1921 komponierte er dann eines seiner Hauptwerke, A World Requiem. Es wurde regelmäßig zur „Armistice Night“ (11. November) in der Royal Albert Hall aufgeführt und steht ganz im Zeichen des Ersten Weltkrieges. Mit seinen zweimal zehn Sätzen, der großen Besetzung mit Soli, zwei Chören, großem Orchester und Orgel soll es die ganze Welt der Musik zu einem Requiem für die Toten des Ersten Weltkrieges aufrufen. Der Text ist eine Mischung aus dem lateinischen Text der Totenmesse und englischsprachigen Texten, die teilweise an Bibeltexte angelehnt sind. Höhepunkt des ersten Teiles ist die Anrufung der Menschen in allen vier Himmelsrichtungen durch den Baritonsolisten. Als Antwort erschallt aus jeder Richtung eine Bläserfanfare. Die deutschen Erstaufführung des Werks am 2. November 2014 im Wetzlarer Dom ist besonders gut umgesetzt worden, da sich die Solisten auf den Altarstufen in der Vierung befanden. In jeder der vier Himmelsrichtungen war eine Bläsergruppe platziert, die auf die Rufe des Solisten antwortete – eine einkomponierte Klangregie. Der zweite Teil vereinigt dann alle Musizierenden zu einem großen Ganzen. Waren zuvor der Junge Chor mit kleinem Orchester, die vier Bläsergruppen in den vier Himmelsrichtungen von dem großen Chor und dem Hauptorchester getrennt, finden sich alle zum zweiten Teil zu einer klanglichen Einheit zusammen. Hier kann ebenfalls von einer einkomponierten Regie gesprochen werden – die Vereinigung der Welt zu einer großen Gemeinschaft.
Der zweite Teil wird durch endzeitliche Texte bestimmt, welche die Erlösung der Toten im Jüngsten Gericht in den Vordergrund stellt. Mit teils sphärischen Klängen, hier besonders durch Vibraphon, aber auch durch sehr enge Chromatik in den Streichern bewegt sich das Werk auf seinen letzten Höhepunkt, die Vereinigung aller Beteiligten in einen voll tönenden Schlussabschnitt hin. A World Requiem verliert mit seinem appellativen Charakter auch heute nicht an Bedeutung und Wirkung. Wenn auch ursprünglich für die Opfer des Ersten Weltkrieges komponiert, ist es doch heute ohne Probleme universal für alle Opfer von Kriegen als mahnende Erinnerung zu verstehen. Ein durchaus spätromantisches Werk, welches aber bereits durch spezielle Rhythmusbehandlung und auch durch auffällige Harmonik deutlich Stellung zur Moderne nimmt. Foulds schafft es, seine Experimentierfreudigkeit im Bereich von Rhythmus und Tonalität so einzukomponieren, dass der Hörer einen Eindruck von fortschreitenden Harmonien und abwechslungsreichen Rhythmen bekommt. Dieses Requiem kann als wichtiges Bindeglied zwischen den Werken Vaughan-Williams', Elgar und dem späteren War-Requiem von Britten gesehen werden.


Die Tonarten in mehrstimmigen Messen: von Ockeghem bis Palestrina
Die Tonarten in mehrstimmigen Messen: von Ockeghem bis Palestrina
von Siegfried Gissel
  Broschiert
Preis: EUR 70,00

5.0 von 5 Sternen Theorie und Praxis vereint, 2. Januar 2015
Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Ionisch, Mixolydisch, Aeolisch, etc. – Sie wissen doch genau, was gemeint ist – oder? Mit den Büchern „Wege zur alten Musik - "Die Tonarten der Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts" Bd. 1&2 sowie dem Doppelband (Text- + Notenband) „Die Tonarten in Mehrstimmigen Messen von Ockeghem bis Palestrina“ von Dr. Siegfried Gissel, alle erschienen im Verlag Florian Noetzel Wilhelmshafen, wird nach langen Jahren einmal deutlich Licht in den bisher eher dunklen Raum der alten Tonarten, der so genannten "Kirchentonarten" oder „Modi“ gebracht.
Nach intensiven Recherchen und einer ungeheuren Übersetzungsarbeit stellt Gissel die theoretiker der Zeit, unter ihnen berühmte Namen wie Heinrich Glarean, mit ihren Texten zu den einzelnen Tongeschlechtern neben die bis heute meist noch gültige Lehrmeinung und zeigt so, dass vieles einer gründlichen Überarbeitung bedarf.
Ein Umdenken wird nötig wenn man sich mit der Tonartentheorie der Zeit bis 1600 und darüber hinaus beschäftigen will. Die bisherige Lehrmeinung, die so genannten Kirchentonarten seien lediglich Frühformen oder ein hinarbeiten auf das heute bekannte Dur-Moll-tonale System wird mit diesen Büchern auf das deutlichste widerlegt. Die Tonarten der alten Musik sind absolut eigenständige Tongeschlechter in denen durch die Bank hindurch komponiert wurde. Selbst bis in der Zeit Johann Sebastian Bachs finden wir immer wieder Werke deren Grundlage auf die alten Tongeschlechter zurückzuführen sind. Die Aussage 'die neuen Tonarten mit Dur und Moll haben die alten Tonarten abgelöst' lässt sich also nicht halten und umgekehrt, Dur-Moll-tonale Strukturen bei Kompositionen vor 1600 sind eher, einfach gesprochen, zufälliges Auftreten von Akkorden die sich aus den alten Tongeschlechtern herleiten lassen, als eine wirkliche, auf die Kadenz der Dur-Molltonarten zurückzuführende Tatsache. Im o.g. Doppelband finden sich zu dem ausführliche Analysen von ausgewählten Messen der Zeit, die zeigen, wie die Theorie in der Praxis einen direkten Niederschlag fand. Die einzelnen Tonarten werden in Ihrer Verwendung und in ihrer Anwendungsvielfalt auf das genaueste dargestellt und erläutert - wie ist der Verlauf einer Tonart? Wie wird sie transponiert? Wie steht sie mit einer anderen Tonart in Verbindung? Alle diese Fragen werden beantwortet. Für den Praktiker bedeutet dieses einen viel direkteren Zugang zum Werk und dessen Struktur und somit kann auch die Aufführung der inneren Werkstruktur besser Folge leisten.
Es ist keine blasphemische Abrechnung mit der bisherigen Lehrmeinung, Gissel stellt die historischen Quellen in exakter Übersetzung neben die bisher im Bereich Musikwissenschaft und Musiklehre herrschende Lehrmeinung.
Nicht von "oben herab" sonder aus dem Werk selbst wird gezeigt, was es im 16. und 17. Jahrhundert hieß, zu komponieren und welche Tonarten zur Verfügung und Verwendung standen.
Was das Fachdidaktische angeht, merkt man Gissels langjährige Tätigkeit als Pädagoge im Fach Musik und dennoch bleiben die Bücher wissenschaftlich exakt und liefern die nötigen Quellen, die zum Beweis angeführt wurden.Diese beachtenswert diplomatische wie auch didaktisch wertvolle Art machen dieses Werk zu einem "must have" sowohl für alle, die sich beruflich oder privat mit alter Musik beschäftigen, sei es praktisch oder theoretisch, wie auch dem Musiklehrer, der seinen Schülern eine solide Grundlage zum Verständnis der alten Musik liefern möchte.


Filmpropaganda für den Holocaust?: Eine Studie anhand der Hetzfilme "Der ewige Jude" und "Jud Süß"
Filmpropaganda für den Holocaust?: Eine Studie anhand der Hetzfilme "Der ewige Jude" und "Jud Süß"
von Christian Hardinghaus
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

3.0 von 5 Sternen Teils-Teils, 2. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch bietet einen guten Einblick in den immernoch verbotenen Film "Der ewige Jude". Hierfür lag dem Verfasser auch der Film vor. Hintergründe und Vorgehensweisen der Filmemmacher sind gut recherchiert und verarbeitet. Bei seinen Ausführungen zum Film "Jud Süß" verlät sich der Autor hingegen nur auf Ausschnitte und nicht den ganzen Film, so wie er im Vorwort auch schreibt. Das halte ich für unzureichend und fragwürdig, ist auch dieser Film, der Rezensent hat beide Filme in voller verfügbaren Länge mehrfach gesehen, ein vielschichtiges Werk welches sich nicht einfach aus Ausschnitten heraus analysieren lässt. Dennoch bietet das Buch einen guten Eindruck von dem, was in der NS-Zeit mit solchen Filmen hat erreicht wurde.


Flute Sonatas
Flute Sonatas
Preis: EUR 17,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kammermusik des 20. Jahrhunderts in höchster Qualität, 2. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Flute Sonatas (Audio CD)
Mit einer enormen Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten, nicht nur der Flöte, schaffen es Anne-Chathérine Heinzmann und Thomas Hoppe, die Werke von Francis Poulenc, Paul Hindemith, Henri Dutilleux, Robert Muczynski und Frank Martin auf dieser einmaligen CD erklingen zu lassen. Mit feinster Präzision, die niemals zu Lasten des Ausdrucks nur für sich steht und genauestem Zusammenspiel werde hier Werke präsentiert, die für in der Kammermusik ihres Gleichen suchen. Aufreibende Allegros wechseln sich mit gefühlvollen Kantilenen und heiteren Scherzi. Die Flöte, lange Zeit in der Kammermusik unbeachtet, kehrt in die erst im 20. Jahrhundert merklich aus ihrer Nebenrolle zurück. Zunächst erlebte sie im 18. Jahrhundert für die Kammermusik einen Höhepunkt, geriet dann aber aus dem Blickfeld der Komponisten des 19. Jahrhunderts um dann schließlich im 20. Jahrhundert wiederentdeckt zu werden. Dabei ist sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kein Instrument, welches vor der Experimentierfreude halt macht und dennoch bleibt in dieser Musik etwas erstaunlich Angenehmes im Vergleich zur Orchester- oder reinen Klaviermusik. Immer wirkt es neu und doch gleichzeitig vertraut wenn die Flöte mit dem Klavier zusammen erklingt oder auch beide Instrumente gleichberechtigt miteinander oder auch partiell solistisch auftreten. Der angenehm warme und persönliche Klang im Flötenspiel Heinzmanns, mit einer herausragenden Atem- und Ausdruckstechnik mit allem, was das Instrument zur Verfügung stellt. Vom feinsten Pianospiel bis hin zu einem zackigen und kräftigen Fortissimo reicht das Spiel von Anne-Cathérine Heinzmann. Und der sich darauf hervorragend einstellende Klavierpart von Thomas Hoppe, der es schafft, sich allem was vorgegeben wird anzupassen, dennoch eigenständig im Zusammenspiel bleibt und sein Instrument ebenso brillant wie gefühlvoll beherrscht, machen diese CD zu einem wahren Ohrenschmaus für alle Liebhaber der Kammermusik. Aber auch für diejenigen, die bisher vor der Musik des 20. Jahrhunderts "Angst" hatten, bietet diese CD die Möglichkeiten, diese Ängste abzubauen und vielleicht loszuwerden. Vielleicht lässt sich dadurch erklären, dass eines der wohl ältesten Instrumente der Welt den Weg in die Moderne findet und somit eine Brücke schlägt. Niemals hat man das Gefühl, dass einer der Spieler sich über Gebühr hinaus in den Vordergrund spielen möchte oder dem anderen seinen Part missgönnt. Harmonie in der Moderne, so könnte man das bereits in den Kompositionen angestrebte Ziel hier in vollendeter Einspielung bezeichnen. Hinzu kommt eine hervorragende Aufnahmetechnik, die einen perfekten und durchhörbaren Klang ermöglicht, ohne eine Sterilität zu erzeugen. Aber auch die Auswahl der Werke spricht hier für sich.
Die "Sonata" von Poulenc verzaubert den Zuhörer mit brillanten Passagen in den Ecksätzen sowie einem träumerischen Mittelsatz. Sie ist vielleicht ein Paradestück für die Besetzung und ist auch im Werk Poulencs entscheidend für seine Auffassung von Kammermusik im Spannungsfeld zwischen geistvoller und zugleich unterhaltender Musik. Hindemiths "Sonata" gehört in den Bereich der Konzertmusik und stellt einen hohen Anspruch an die Interpreten. Sehr leicht könnte man hier einer Art mechanischer Interpretation verfallen, die aber im Gegensatz zu dem von Hindemith intendierten Balanceakt zu einer Mischung aus Präzision und Gefühl stünde. Hinzu kommt, dass es Hindemith auch schaffen wollte, den Spagat zwischen U- und E-Musik zu schaffen, was ihm mit Sicherheit auch hätte gelingen können, wenn die Zeiten (1933-45) dieses hätten zugelassen. Dutilleux's "Sonatine..." eröffnet in ihren gut zehn Minuten den ganzen Kosmos der musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten, ein wahrer Mikrokosmos in einem Werk. Von ernst bis heiter, von melancholisch bis hin zu überreicher Freude finden sich zusammengewirkt, wie in einem großen, eine ganze Historie erzählenden Wandteppich, in einem Werk ohne auch nur einmal den musikalischen Faden zu verlieren. In seiner "Sanata" bringt Muczynski die musikalischen Formen seiner Zeit in kurzen und prägnanten Sätzen zum Ausdruck. Dabei schafft er es in der Kürze einen weiten Raum von Möglichkeiten aufzustoßen und zeigt, was alles möglich ist. Prägnante Rhythmik wechselt ab mit sehr intimen Passagen oder auch fast liedhaften Momenten. Hinzu treten schon fast groteske Züge in der Gestaltung und dennoch hat man nicht das Gefühl, diese Musik sei Fremdartig. Wie der Rattenfänger von Hameln schafft es Mucynski, den Hörer zu packen und in seine musikalische Welt zu entführen. Frank Martin bildet auf dieser CD den Schlusspunkt. Mit seiner "Ballade..." stimmt Martin einen Erzählton an, ganz wie es auch die literarische Ballade tun würde. Eine Geschichtlichkeit ohne Worte, nur mit den Mitteln der Musik. Martin lässt dem Hörer die Möglichkeit, sich eigene Bilder zu machen, wobei es hier auch von schauerlichen, beängstigenden Momenten bis hin zu Momenten der Heiterkeit reicht. Dies erreicht Martin durch seine Mischung aus moderner Zwölftontechnik und dem traditionellen Tonartensystem in Dur und Moll. Ein Stück Musik, die versucht, den Weg der Moderne mit dem traditionellen gemeinsam zu gehen.
So ist diese CD vielleicht auch ein Stück weit ein Brückenschlag in die Moderne mit der Tradition an ihrer Seite wissend, dass alle Musik nicht nur für sich steht, sondern durchaus auch gefallen darf und soll.


Bach
Bach
Preis: EUR 7,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bach-Arien aus der Kirchekantate in den Konzertsaal gebracht, 25. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Bach (Audio CD)
Die neue CD von Daniel Behle zeigt auf hervorragende Weise, wie man auch geistliche Arien aus Bachs Kirchen- und Kantatenwerk in den Konzertsaal oder das heimische Wohnzimmer überführen kann - ohne auf eine inhaltlich sinnvolle Zusammenstellung verzichten zu müssen.

Die Arien dieser CD scheinen ohne das ihnen zugedachte "Korsett" der Kantaten, Messen und Passionen beinahe befreit, zumindest was deren Interpretation angeht. Mit neuer Dramatik in der Interpretation, etwas schwungvolleren Tempi, der Entkopplung der einzelnen Arien angepasst und somit nachvollziehbar, und einer kraftvollen und zugleich einfühlsamen Stimme präsentieren sich die Arien in einem völlig neunen Gewand, dem Gewand eines Konzertabends mit Juwelen Bachs für Tenor und einer obligaten Flöte, hier meisterhaft gespielt von Anne-Cathérine Heinzmann. Wenn man sich die BWV-Nummern ansieht könnte man meinen, die Arien seinen wild durcheinander gewürfelt, doch das Gegenteil ist der Fall, stammen sie doch zumeist aus dem Jahr 1724, das zweite Jahr Bachs in Leipzig und der Zufall wollte es, dass er in diesem Jahr möglicherweise einen begnadeten Flötisten zur Verfügung hatte und somit solche Arien mit einer solch virtuosen Flötenbeleitung hat komponieren können. Daniel Behele und Anne-Cathérine Heinzmann haben sich dieser Werke nun angenommen und sie für die CD in eine stimmige Reihung gebracht - Das Leben des Menschen in seinen Stationen des Glaubens, von Freude bis Leiden, von Verzweiflung bis zur Erlösung und stets begleitet durch "engelischen Beistand" in Form der obligaten Flöte. Und dieser Engel hat am goldenen Schnitt ein Solo welches er in hervorragender Weise ausführt und zeigt, dass auch in der Schlichtheit eines einzelnen Instrumentes Bach in der Lage war, ein Meisterwerk innerer Kontrapunktik und stimmiger Melodik zu komponieren.
Dannach kommen beide, Daniel Behle und Anne-Cathérine Heinzmann, wieder zusammen und vollenden die musikalische Herrausvorderung erneut gemeinsam.
Besonders Daniel Behles wunderschöner, lyrischer Tenor, der zugleich Kraft aber auch Sanftheit besitzt und zudem auch hier wieder zeigt, dass Textverständnis und gesangliche Interpretation nicht im widerspruch stehen, und die perfekte Beherrschung der Flöte von Anne-Cathérine Heinzmann bilden im Zusammenspiel dieser CD eine Einheit wie sie schöner kaum sein könnte.


Wege zur alten Musik - Die Tonarten in der Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts, Band I
Wege zur alten Musik - Die Tonarten in der Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts, Band I
von Siegfried Gissel
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unerlässliches Werk für Freunde alter Musik, 27. Januar 2010
Dr. Siegfired Gissel

"Die Tonarten der Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts"
Wege zu alten Musik

Mit dem Buch "Die Tonarten der Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts" von Dr. Siegfried Gissel wird nach langen Jahren einmal deutlich Licht in den bisher eher dunklen Raum der alten Tonarten, der so genannten "Kirchentonarten" gebracht.
Nach intensiven Recherchen und einer ungeheuren Übersetzungsarbeit stellt Gissel die theoretiker der Zeit, unter ihnen berühmete Namen wie Heinrich Glarean1, mit ihren Texten zu den einzelnen Tongeschlechtern neben die bis heute noch gültige Lehrmeinung und zeigt so, dass vieles einer gründlichen Überarbeitung bedarf.
Ein Umdenken wird nötig wenn man sich mit der Tonartentheorie der Zeit bis 1600 und darüber hinaus beschäftigen will. Die bishereige Meinung, die so geannten Kirchentonarten seien lediglich ein hinarbeiten auf das heute bekannte Dur-Moll-tonale Systhem wird mit diesem Buch auf das deutlichste widerlegt. Die Tonarten der alten Musik sind absolut eigenständige Tongeschlechter in denen durch die Bank hindurch komponiert wurde. Selbst bis in dei Zeit Johann Seabstian Bachs finden wir immer wieder Werke deren Grundlage auf die alten Tongeschlechter zurückzuführen ist. Die Aussage 'die neuen Tonarten mit Dur und Moll haben diealten Tonarten abgelöst' lässt sich also nicht halten und umgekehrt, Dur-Moll-tonale Strukturen bei Kompositionen vor 1600 sind eher Zufall von Akkorden die sich aus den alten Tongeschlechtern herleiten lassen als eine wirkliche, auf die Kadenz der Dur-Molltonarten zuzrückzuführende Tatsache.
In seinem Buch analysiert Gissel nicht nur die einzelnen Tongeschlechter, er analysiert auch auf Basis der alten Theorien verschiedene Werke und Zeigt somit genau die Verwendung des jeweiligen Tongeschlechts auf.
Besonders hervorzuheben ist die Art und Weise in der Gissel seine Arbeit präsentiert. Es ist keine blasphemische Abrechnung mit der bisherign Lehrmeinung, nein, er stellt die historischen Quellen in genauer und wohlüberlegter Übersetzung neben die bisher im Bereich Musikwissenschaft und Musiklehre herrschende Lehrmeinung.
Diese baechtenswert diplomatische wie auch didaktisch wertvolle Art machen dieses Werk zu einem "must have" sowohl für alle die sich beruflich mit alter Musik beschäftigen wie auch dem Musiklehrer, der seinn Schülern eine Grundlage zum Verständnis der alten Musik liefern möchte.
Auch der Interessierte Musikliebhaber findet hier Wissenswertes und erstaunliches über Musik, die vielleicht wegen ihrer ungewöhnlichen Tongeschlechter auf uns so faszinierend wirkt. Ein zweites Buch mit den in diesem Buch nicht behandelten Tongeschlechtern ist in Arbeit und wird bald erscheinen.
Das Buch ist erschienen im Verlag "Noetzel" und kostet 35€ .
Es darf in keiner Bibliothek von Musikfreunden fehlen.


Die Tonarten in der Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts, Bd. 2
Die Tonarten in der Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts, Bd. 2
von Siegfried Gissel
  Taschenbuch
Preis: EUR 48,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es wir ein Ganzes...., 27. Januar 2010
Die Tonarten in der Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts Band II

Im zweiten Band wird es endlich ein Ganzes.
Die im ersten Band nicht behandelten Tonarten, werden wie im ersten Band anhand von Beispielen sowohl von Theoretikern als auch von Praktikern abgehandelt und ausführlich beschreiben.
In gleicher didaktischer wie wissenschaftlicher Qualität schafft es der Autor Dr. Siegfried Gissel, dem Leser das schwierige Feld der historischen Tonarten zu bereiten.
Dabei sind es wieder die bekannten Theoretiker der Zeit, wie Glarean, die Gissel hier sprechen lässt. In detaillierter Übersetzung mit Hilfe modernster phillologischen Grundlagen werden auch diese Texte für den heutigen Leser Verständlich.
Zu dem findet sich ein breiter Notenanhang, der die bearbeiteten Tonarten auf das Anschaulichste verdeutlicht.
Man merkt auch in diesem Buch, den Gedanken des Autors, die alten Lehrmeinungen seiner Vorgänger nicht zu verunglimpfen, lediglich durch das Gegenüberstellen der Meinungen wird deutlich, was in der Geschichte an Irrtümern aufkamen da man sich nicht mit den historischen Quellen auseinandersetze.
Zu dem, was das Didaktische angeht, merkt man Gissels langjährige Tätigkeit als Pädagoge im Fach Musik.
Nicht von "oben herab" sonder aus dem Werk selbst wird hier gezeigt, was es im 16. und 17. Jahrhundert hieß, zu komponieren und welche Tonarten zur Verfügung und Verwendung standen.
Absolut lesenswert und als Ergänzung zu Band 1 ein absolutes Muß!
Es sollte in keiner Bibliothek von Musikliebhabern fehlen die sich insbesondere mit "alter Musik" beschäftigen.
Zu dem empfehle ich es in die Hände der heutigen Musikpädagogen, sollten doch die alten Meinungen von "Frühformen von Dur und Moll" und die wilden Spekulationen über Tonverhältnisse der Vergangenheit angehören und die heutigen Generationen von Musik-Interessierten sich mit dem historischen Material auseinandersetzen und es durch die Werke selbst begreifen lernen.


Große Symphonien Nr. 1-6
Große Symphonien Nr. 1-6
Preis: EUR 9,99

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sinfonisches Feuerwerk...., 15. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Große Symphonien Nr. 1-6 (Audio CD)
Die Einspielung der "Six Grandes Symphonies" von Franz Xaver Richter ist ein gelungener und überzeugender Beitrag zu Verbreitung der Sinfonie des 18.Jahrhunderts jenseits von Haydn und Mozart.
Die Sinfonien wurden mit Eleganz und Esprit aus ihrem Dornröschenschlaf geholt und unter eleganter Leitung von Aapo Häkkinen mit dem Helsinki Baroque Orchestra eingespielt.
Für Freunde der Sinfonie ein wahrer Genuß, den man sich nicht entgehen lassen sollte!


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