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Rezensionen verfasst von
Caro

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Die Verratenen
Die Verratenen
von Ursula Poznanski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

3.0 von 5 Sternen Gutes Mittelfeld, 17. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Verratenen (Gebundene Ausgabe)
Erster Satz:
Ich weiß, dass etwas Furchbares passiert sein muss, als Tomma den Raum betritt.
Zum Inhalt:

Zum Buch:

Cover & Titel:
Das Cover von „Die Verratenen“ ist auf eine sehr einfache Weise wirklich gut gestaltet wurden. Auf der oberen Hälfte ist der Querschnitt eines Blattes zu sehen, auf der unteren sieht man den Autorennamen mitsamt Titel des Buches. Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob das Cover etwas mit der Geschichte gemeinsam hat - vielleicht die Anspielung auf Natur und Freiheit? -, aber der Titel passt auf jeden Fall und wird auch von einem der Charaktere ab und an verwendet.

Meine Meinung:
„Die Verratenen“ ist das erste Buch von Ursula Poznanski, an das ich mich getraut habe. Warum? Ich bin nicht unbedingt ein Thriller-Fan und die Leser unter euch, die diese Autorin kennen, wissen, dass „Erebos“ und „Saeculum“ Einzelbänder sind, die sich genau in diesem Genre herumtreiben. Bei diesem Buch hier ist es allerdings anders: „Die Verratenen“ ist eine mehrteilige Dystopie, deren Klappentext mich von Anfang an unheimlich neugierig gemacht hat. Es stand auch länger auf meiner Wunschliste, bis ich mich dann endlich gewagt habe und es mir in der Buchhandlung habe einpacken lassen.

Zugegeben, mit den vielen begeisterten Rezensionen waren meine Ansprüche ziemlich hoch und ich bin mir auch nach Beenden des Buches noch nicht ganz sicher, wie ich dieses Buch bewerten soll. Einerseits gibt es an Idee und Umsetzung der Geschichte nichts zu meckern. Die Charaktere sind alle auf ihre Weise einzigartig und auch tiefgründig, der Schreibstil ist weder zu niveaulos, noch zu hoch angesetzt und die allgemeine Stimmung stimmt auch. Aber - und hier kommt das Andererseits - ich muss sagen, dass mir etwas gefehlt hat. Ria, die Protagonistin, war mir an einigen Stellen einfach zu unsympathisch. Kann sein, dass es nur mir so ging, aber durch einzelne Gedanken machte sie auf mich manchmal einen naiven oder egoistischen Eindruck.

Schneewittchen hieß die Geschichte, und so vertraut mir Schnee von klein auf war, so merkwürdig, erschien mir das Wort Wittchen. Jahrelang habe ich mich gefragt, was es wohl bedeuten mochte. Als ich begann, Fremdsprachen zu lernen, fiel mir die Ähnlichkeit zum englischen witch, also Hexe, auf. Eine Schneehexe, vergiftet von denen, die es aufzog. [S. 106]

Um bei den Gedanken zu bleiben: Die sind auch so ein Thema für sich. In „Die Verratenen“ werden die Gedanken der Protagonistin nämlich bis aufs Kleinste durchgekaut und irgendwie findet sich trotzdem keine schlüssige Antwort. Ohne genauere Informationen ist das natürlich logisch, aber man hätte hier statt häufigen Wiederholungen meiner Meinung nach zum Beispiel mehr Spannung einbauen können. Manchmal hat genau die mir nämlich wirklich gefehlt.

Ab dem Punkt, an dem die Verratenen dann zu den Prims - also den Menschen außerhalb der Glaskuppeln - stoßen, stieg bei mir das Interesse an dem Buch mit einem Ruck an. Ihre Lebensweise unterscheidet sich drastisch von den Glaskuppelbewohnern: Sie müssen jeden Tag aufs Neue jagen, sammeln und in gewisser Weise auch immer um ihr Leben kämpfen. Jeder arbeitet und wird mit gleichen Anteilen wertgeschätzt.

Jeder Muskel schmerzt, als ich den rutschigen Hang nach oben gehe. Schnee liegt dünn hier und er muss frisch sein. Da, wo unsere Füße ihn niedertreten, zeigen sich die harten, dunklen Halme einer zähen Pflanze. [S. 229]

Das Ende ist mehr oder weniger vorhersehbar und lässt einen doch auf den zweiten Band wartend zurück. Viele Fragen sind noch offen. Manchen Charakteren fehlen bisher noch die passenden Motive für ihre Taten. Die Neugier wird somit bis zum letzten Satz auf einem hohen Level gehalten.

Fazit:
„Die Verratenen“ ist nicht unbedingt ein Lese-Highlight - dafür hat es mich nicht genügend überzeugen können. Trotzdem kann ich es mit gutem Gewissen empfehlen, weil Potenzial dahinter steckt, das hoffentlich im zweiten Teil ausgeschöpft werden kann.

6,5 / 10 Punkten

Hexenfluch: Roman
Hexenfluch: Roman
von Lynn Raven
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Must-Read, 5. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Hexenfluch: Roman (Taschenbuch)
Erster Satz:
»Wir waren nicht verabredet, Roland.«

Meine Meinung:

Die Geschichte:
Ella Thorens weiß nichts von ihrer Gabe, bis sie den jungen Hexer Christian Havreux an einem schicksalhaften Tag beinahe totgeprügelt vorfindet. Doch kaum berührt sie ihn, ist es, als verschwinden seine Wunden und übertragen sich auf Ella. Kurz nach ihrer Genesung trifft sie Christian wieder an, der sich in aller Form bei ihr bedanken möchte - und dabei noch ganz andere Gedanken im Hinterkopf hat. Seinen eigenen Plänen folgend, erzählt Christian Ella von ihren Fähigkeiten und öffnet ihr die Augen für eine andere Welt, in der es Hexen und Werwölfe nicht nur in Märchen gibt.

Ella weiß nicht, dass er einzig auf ihre Gabe als Puppenspielerin aus ist und nimmt sein Angebot, ihr die „Basics“ einer Hexe beizubringen, an. Doch schon bald wird ihr klar, dass Christian nicht der ist, der er vorzugeben scheint. Ist es möglich, dass er vielleicht sogar ein Feind ist? Aber egal wie sehr Ella auch versucht, auf Abstand zu gehen - immer wieder zieht es sie zu dem geheimnisvollen jungen Mann; und auch Christian geht es nicht anders. Beide versuchen sie, gegen ihre Gefühle anzukämpfen. Was wird wohl am Ende siegen? Die Liebe oder das Verlangen nach dunkler, unendlicher Macht?

Cover & Titel:
Ist das Cover nun etwas Besonderes oder doch nicht? Seit ich das Buch das erste Mal gesehen habe, frage ich mich das. Darauf zu sehen ist eine junge Frau, die einem den Rücken zugewendet hat. Sie trägt ein rotes Kleid, dass sie an der rechten Seite mit der Hand leicht anhebt. Sie steht vermutlich auf einem hohen Gebäude und blickt auf die Stadt herunter. Klar ist jedenfalls, dass der Titel passend gewählt ist. Daran gibt es nichts zu streiten. Aber das Cover ... Je länger ich es mir ansehe, desto interessanter wirkt es auf mich. Also doch Top.

Meine Meinung:
Auch in „Hexenfluch“ kann man wieder Lynn Ravens gewohnten Schreibstil bewundern. Ich habe von ihr bisher zwar abgesehen von diesem Buch nur „Blutbraut“ gelesen, aber in beiden ist mir aufgefallen, dass die Autorin oft auf kurze, abgehackte Sätze - wenn nicht sogar nur einzelne Wörter - setzt. Das Gute daran? Er hat Wiedererkennungswert, und die Autorin kann auch mit wenigen Worten für eine Atmosphäre sorgen, die manch anderer auf einer ganzen Seite nicht zustande bekommen würden.

Er würde ihr weh tun. So weh, dass sie ihn hasste. Dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Nein, er würde Ella nicht noch mehr in Gefahr bringen. Er hatte schon genug angerichtet. Er musste es beenden. Aber nicht heute. Noch nicht. Nur einmal noch wollte er dieses Gefühl empfinden, wenn er in ihrer Nähe war. Nur einmal noch wollte er diesen Frieden spüren. [S.250]

Ella Thorens als Protagonistin ist stark, selbstständig und keineswegs blauäugig. Sie ist eine Frau mit Mut, die vor keinem Hindernis umdreht, um den leichteren Weg zu wählen - im Gegenteil. Sie weiß was sie will und tut alles, um das zu bekommen. In keiner Situation wirkte sie auf mich wie das unterlegene Mädchen, das sich von den großen bösen Kerlen (und teilweise auch Frauen) einschüchtern lässt.
Mir hat ihre Art zu handeln und zu denken wirklich gut gefallen. Es war durchweg leicht, ihre Beweggründe zu verstehen und diese auch nachvollziehen zu können. Natürlich hat auch sie Fehler gemacht - aber so etwas ist menschlich und hat sie in meinen Augen nur noch sympathischer gemacht, als sie es ohnehin schon war. Zugegeben: An einigen Stellen wirkte sie beinahe zu perfekt. Das hat die Autorin aber mit „ein paar Handgriffen“ gekonnt wett gemacht, sodass ich mir in diesem Buch niemanden sonst als Hauptcharakter hätte vorstellen können.

Und jetzt zu Christian Havreux ... Ich meine Kristen Havebeeg. Im ersten Moment wirkt er wie der perfekte Bösewicht; ohne Schwächen, die ihn verwundbar machen könnten oder anderen Dingen, die man gegen ihn verwenden kann. Jeder hat Angst vor ihm, und wehe dem, der ihm zu nahe kommt! Wenn man dann aber weiter liest, bemerkt man, dass hinter dieser harten Schale, die er in ca. 800 Jahren aufgebaut hat, ein weicher Kern steckt. Er ist nicht annähernd so perfekt, wie es den Anschein hat - und auch nicht so stark. Als Ella in sein Leben tritt, fängt dieses harte Äußere langsam an zu bröckeln.
Kristen ist wirklich ein außergewöhnlicher Charakter, der mir trotz seines Verhaltens vom ersten Augenblick an zugesagt hat. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass ich diese typischen harte-Schale-weicher-Kern Kerle sowieso mag. Ich glaube, es liegt daran, dass ich es wirklich unglaublich finde, wie die Liebe einen verändern kann - sowohl auf positive als auch negative Weise.

Aber auch die Nebenfiguren sind nicht zu unterschätzen. Die einen auf der guten, die anderen auf der bösen Seite - und alle sind sie beim Vorankommen der Geschichte wichtige Punkte, die dem Ganzen vor allem auch die Spannung verleihen, die von Anfang bis Ende beinahe unentwegt vorhanden ist.

Fazit:
Lynn Raven überzeugt mit „Hexenfluch“ auf ganzer Linie. Große Gefühle, viele actionreiche Sequenzen und realistische Nebencharaktere runden das Ganze ab, und machen es in meinen Augen zu einem Must-Read und daher gleichzeitig zu einer klaren Leseempfehlung.

8 / 10 Punkten

Anna im blutroten Kleid: Roman
Anna im blutroten Kleid: Roman
von Kendare Blake
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Romance mit Gruselfaktor?, 5. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Anna im blutroten Kleid: Roman (Taschenbuch)
Erster Satz:
Die Pomade im Haar ist ein todsicherer Hinweis, und das ist hier nicht als Wortspiel gemeint.

Zum Buch:

Cover & Titel:
Darauf zu sehen ist natürlich Anna in ihrem „von Blut getränkten Kleid“. Mir ist bewusst, dass nur der untere Rand rot gefärbt ist, aber wer dieses Buch schon gelesen hat, wird merken, dass es so nicht ganz stimmt. Trotzdem bin ich davon wirklich begeistert! Das Cover ist mit Liebe zum Detail gestaltet worden: Im Hintergrund kann man das Haus erkennen, in dem Anna spukt. Ihre Haare wehen im Wind und es wirkt, als wäre um sie herum eine Aura und schaut man genau hin, kann man sogar über dem rechten Schulterblatt Adern erkennen. Der Titel ist eben so super gewählt. Es passt perfekt zum Inhalt, ohne zu viel davon wieder zu geben.

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, ich war im ersten Moment überrascht. Ehrlich gesagt, hatte ich mir das Cover nicht genau angesehen, um jede Einzelheit zu erkennen - und die Inhaltsangabe habe ich auch nur überflogen, weil ich nicht zu viel davon wissen wollte. Man wird zu Beginn sofort ins eiskalte Wasser geschmissen. Cas ist auf Geisterjagd und die Spannung lässt keineswegs auf sich warten: Sie ist vom ersten Moment an da und lässt auch mit der Zeit nicht nach, sondern steigert sich eher immer weiter.

Die erste Begegnung mit Anna war etwas schockierend. Diese sieht nämlich ungefähr so aus:

Mike hat keine Zeit mehr zu schreien, weil sie ihm die Hände in die Brust stößt und Haut und Muskeln zerfetzt. Sie zieht die Arme auseinander, als wollte sie sich durch eine sich schließende Tür zwängen, und zerlegt Mike Andover in zwei Hälften. Beide Teile fallen vor ihr auf die Knie und zucken und beben wie abgerissene Insektenbeine. [S. 93]

Die doch schon sehr offensichtliche Brutalität, die man in einzelnen Szenen finden kann, war für mich überraschend. Da ich ein Buch, das in Richtung Horror gehen würde, nicht erwartet hatte, war ich im ersten Moment etwas erstaunt. Allerdings ist vermutlich genau das der Grund, weshalb mir die Geschichte so gut gefallen hat. Ich bin ein absoluter Horror-Fan, und dieses Buch war weder zart noch blumig. Es war brutal und sehr real geschrieben - man hatte das Gefühl, als wäre man selbst ein Teil der Geschehnisse.

Auch eine Liebesgeschichte ist in „Anna im blutroten Kleid“ zu finden. Leider muss ich jedoch sagen, dass mich genau die in dem Buch am wenigsten überzeugt hat. Sie erschien mir an vielen Stellen einfach zu gekünstelt und passte nicht wirklich zum großen Ganzen. Horror und Romantik sind meiner Meinung nach nur bedingt kompatibel, und ich hoffe sehr, dass sich dieser Punkt im zweiten Band noch verbessern wird.

Auf ihrer bleichen Haut zeichnen sich dicke, purpurfarbene Venen ab. Ihr Haar ist nachtschwarz und schwebt, als befände es sich unter Wasser. Es wallt um ihren Kopf herum wie Tangstränge und ist das Einzige an ihr, das lebendig wirkt. [S. 91]

Die Autorin setzt sehr viel auf Beschreibungen und einzelne Gedankengänge. Das ist insofern angenehm, als dass man nicht zu große Mühe hat, die Taten des Protagonisten nachzuvollziehen. Dabei ist es nicht so, dass Kendare Blake unnatürlich lange Sätze oder Abschnitte für besagte Gedankengänge einnimmt, sondern gekonnt die richtigen Worte trifft und mit diesen die vorliegende Situation beschreibt.

Das Ende ist meiner Meinung nach teils Cliffhanger, aber nicht unbedingt so aussagekräftig und/oder offen, dass ich sagen würde, ich fiebere regelrecht auf den Folgeband hin (welcher in Englisch übrigens schon erschienen ist). Es ist gelungen und lässt genug Spielraum für den zweiten Teil.

Fazit:
Ein sehr spannendes Buch, dass ich einem Horror-Film womöglich sogar vorziehen würde. Glaubhafte Charaktere und interessante Wendungen lassen die Spannung niemals abfallen und sorgen für eine durchgehend gute Unterhaltung.

7,5 / 10 Punkten

In dieser ganz besonderen Nacht
In dieser ganz besonderen Nacht
von Nicole C. Vosseler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein schönes Cover ist nicht immer alles, 4. April 2013
Erster Satz:
Wenn man stirbt, so heißt es, zieht das ganze Leben an einem vorbei.

Zum Buch:

Cover & Titel:
Eigentlich war es das Cover von Frau Vosselers Buch, das mich dazu gebracht hat, dieses Buch zu lesen. Die Silhouetten von zwei Figuren vor dem Mond, die sich an den Händen halten, und auch die Farben an sich sind sehr stimmig. Während des Lesens ist klar geworden, worauf sich der Titel bezieht und im Nachhinein muss ich sagen, dass man vielleicht auch andere Farben hätte verwenden können - welche, die sich besser auf den Inhalt beziehen. Wobei das vermutlich auch jeder anders sieht.

Meine Meinung:
Ich bin enttäuscht.
So in der Art war mein erster Gedanke, nach dem Beenden des Buches. Dabei ist es nicht einmal so, dass mir die Idee nicht gefallen hätte. Auch die ganze Kulisse war gut gewählt, aber ich konnte mich einfach nicht richtig in das Buch finden.

Das Ganze beginnt mit Ambers Erinnerung an die Beerdigung ihrer verstorbenen Mutter. Man lernt die Protagonistin kennen und wird mit ihrer Umgebung bekannt gemacht. Ich hatte schon auf den ersten Seiten so meine Mühe, die Protagonistin sympathisch zu finden und ihr eine gute Seite abzugewinnen. Leider änderte sich dieses Gefühl auch mit der Zeit nicht. Amber ist für mich als Hauptcharakter viel zu oberflächlich und, ja, teilweise ist sie mir wirklich auf die Nerven gegangen. Die Trauer um ihre Mutter ist verständlich, aber als es dann an die Begegnung mit Nathaniel geht, ist es, als bestünde ihre Welt aus nichts anderem mehr. Sie denkt nur noch an ihn und geht (übertrieben ausgedrückt) jedes Risiko ein, um bei ihm zu sein.

Da war diese Stimme in meinem Kopf, die mir zuzischte, ich solle machen, dass ich fortkomme, ob mit meinem Kram oder ohne. Ich witterte Gefahr, aber auch noch etwas anderes. Und dieses andere, das ich nicht einordnen konnte, ließ mir wohlig warm werden und sorgte dafür, dass meine Sneaker wie auf dem Holzboden festgetackert waren. [S. 125]

Ambers Persönlichkeit war meiner Meinung nach an einigen Stellen einfach übertrieben. Nachdem sie Nathaniel kennengelernt hat, drehen sich ihre Gedanken um kaum etwas anderes, als sich selbst und der Frage, wie sie denn mit ihm zusammen sein könnte - wo er doch ein Geist ist. Auf mich wirkte sie egoistisch und wie das arme, arme, hübsche Mädchen vom Lande, auf das jeder Kerl steht. Sie hat ja ihre Mutter verloren und nun einen Geist als Freund, und muss deswegen natürlich bemitleidet werde.

Um mal von diesem einen Charakter wegzukommen, muss ich sagen, dass mir auch der Schreibstil der Autorin nicht wirklich gefallen hat. Dieser Punkt ist natürlich Ansichtssache, aber ich bin kein Fan von ewig langen Sätzen, die einen ganzen Abschnitt nur für sich beanspruchen. Meine Gedanken ziehen dann immer in eine ganz andere Richtung und ich kann mich nicht sonderlich gut auf das eigentliche Geschehen konzentrieren. Ich mag es lieber kurz und knapp, was hier leider nicht der Fall war und mir das Lesen auch erschwert hat.

Sein Lächeln verlosch und ging in einen verwirrten, fast ungläubige Ausdruck über. Forschend wanderten seine Augen über mein Gesicht, und während er mich weiter in seinem Arm hielt, strichen die Finger seiner anderen Hand behutsam über meine Wange und spielten dann mit einzelnen Strähnen meiner kurzen Haare. Sein Blick wurde weich [...]. [S. 475]

Trotz aller schlechten Dinge, habe ich auch noch ein, zwei Gute, die ich loswerden möchte. Die Idee der Geschichte ist wirklich nicht schlecht! Sieht man mal von Amber ab, sind auch die Charaktere jeder für sich gut ausgearbeitet und das Lesen wert - und auch das Ende hat mir sehr gefallen.

Fazit:
Eigentlich ist es schade um das schöne Cover, aber ich kann das Buch leider nicht mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Die meiste Zeit des Lesens verbringt man an der Seite einer unsympathischen, schwachen Protagonistin, über die auch die ganze Schönheit San Franciscos nicht hinweg helfen kann.

4 / 10 Punkten

Die Tiefen deines Herzens
Die Tiefen deines Herzens
von Antje Szillat
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen!, 4. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Tiefen deines Herzens (Gebundene Ausgabe)
Erster Satz:

Die Hecke war dicht und schien mir undurchdringlich.

Zum Buch:

Cover & Titel:
Ich LIEBE dieses Cover! Die zwei Personen darauf sollen vermutlich Marc und Leni darstellen - so kurz davor, endlich zusammen sein zu können, und trotzdem von irgendetwas getrennt. Es ist eigentlich nichtssagend und trotzdem wirklich schön und passend. Auch der Titel ist super gewählt! Er deutet mit „Die Tiefen deines Herzens“ vermutlich auf die Allgemeinheit hin, kann aber ebenso gut ein Hinweis auf die Protagonisten dieses Buches sein.

Meine Meinung:
Ich war anfangs eher skeptisch dem Buch gegenüber. „Solange du schläfst“ hatte mir weniger gefallen, deswegen bin ich an dieses Exemplar mit heruntergeschraubten Erwartungen herangegangen - und wurde dafür reichlich belohnt!

Aber erstmal ein wenig zur Geschichte. Diese wird nämlich aus der Sicht der 17-jährigen Leni erzählt, die ein unglaublich sympathischer Charakter ist. Schon auf den ersten Seiten lernt man, sie zu lieben und sich in gewisser Weise mit ihr zu identifizieren. Ich bin mir allerdings jetzt nach dem Lesen nicht sicher, ob sie in einigen Szenen des Buches nicht vielleicht doch nicht etwas zu oberflächlich oder überschwänglich war. Während des Lesens kommen solche Bedenken aber gar nicht erst auf. Man wird vom ersten Moment an regelrecht in die Geschichte gesogen und verliert sich dann im Geschehen, als wäre man selbst Teil dessen.

»Aus der Ferne betrachtet, mögen Frauen toll sein, und es kommt einem faszinierend vor, sich auf sie einzulassen. Aber von Nahem erkennt man ihr wahres Gesicht und ist verloren, wenn man ihnen glaubt.« [S. 12]

Sowohl Protagonisten, als auch Nebencharaktere sind in „Die Tiefen deines Herzens“ originell und keineswegs flach. Sie haben alle ihren eigenen Kopf und ihre besondere Note, welche sie unverwechselbar und vor allem einzigartig machen. Felix und Marc sind die beiden männlichen Hauptdarsteller, die in Lenis Umfeld am meisten herumgeistern und für die größte Verwirrung sorgen. Sie sind unterschiedlich wie Tag und Nacht, könnten sich nicht weniger ähnlich sein - und trotzdem muss man beide einfach mögen.

Von dem ganzen Freund/Freundin-Gehabe mal abgesehen, geht es in dieser Geschichte um viel mehr, als nur die Anziehung zwischen zwei Personen. Während Seite um Seite vorbei flog, stellte sich mir immer wieder die Frage, welchen Dämonen ein Mensch denn unterliegen muss, dass er sich selbst nicht mehr unter Kontrolle hat. Zwischen Leni und Marc wird in „Die Tiefen deines Herzens“ eine Abhängigkeit dargestellt, die anfangs mit großer Wahrscheinlichkeit abschreckend auf den Leser wirkt. So ging es mir jedenfalls. Besitzergreifende Züge erschienen mit dem Vergehen der Zeit in Marcs Person immer häufiger. Im Gegenzug wird allerdings auch auf seine recht harte Vergangenheit hingedeutet, die ihn zu der Person gemacht hat, die er dann letztendlich ist.

»Wie bin ich, Leni?« [...] - »Wenn du willst, dann kannst du der wunderbarste Mensch sein, den ich jemals kennengelernt habe. Wenn du willst, dann lächelst du so zärtlich, dass es einem ganz warm ums Herz wird.« [...] - »Und wenn ich nicht will?« [...] - »Dann habe ich Angst vor dir. Dann sperrst du mich ein. Dann ist dein Blick so kalt, sind deine Worte so brutal. Dann will ich einfach nur noch weg von dir ...« [S. 254-255]

Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin vielleicht ein wenig mehr auf Marc eingegangen wäre. Natürlich wurden vereinzelt Dinge geschildert, die sein Verhalten erklären sollten - aber im Großen und Ganzen wurde nur an seiner äußerlich harten Schale gekratzt, was es dem Leser schwer macht, richtiges Verständnis für seine Taten aufzubringen.

Fazit:
„Die Tiefen deines Herzens“ ist kein gewöhnliches Jugendbuch. Man wird hier mit Hass und Liebe gleichzeitig konfrontiert und Antje Szillat zeigt deutlich, wie dünn der Grad zwischen diesen beiden Emotionen ist. Sie lässt ihre Leser mit einem ausdrucksstarken Schreibstil eine Achterbahn der Gefühle fahren - mit allen Höhen und Tiefen -, und schafft es, einen in ihrer selbst geschaffenen Welt gefangen zu nehmen.

9,5 / 10 Punkten

Evernight 1
Evernight 1
von Claudia Gray
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2.0 von 5 Sternen Das geht auch besser, 4. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Evernight 1 (Taschenbuch)
Erster Satz:

Der brennende Pfeil bohrte sich in die Wand.

Zum Inhalt:
Eine Liebe auf Leben und Tod

An jedem Ort wäre Bianca lieber als an diesem: Das Evernight-Internat ist eine Eliteschule, und die anderen Schüler sind einfach zu perfekt – zu clever, zu schön, zu rücksichtslos. Bianca weiß, dass sie niemals dazugehören wird, und reißt aus. Doch sie soll nicht weit kommen. Noch auf dem Gelände der Schule läuft sie Lucas in die Arme. Der junge Mann ist ebenso ein Einzelgänger wie sie, und er ist anscheinend fest entschlossen, das auch zu bleiben. Bianca merkt sehr schnell, dass es eine besondere Verbindung zwischen ihr und Lucas gibt, eine Anziehungskraft, die jedes normale Maß übersteigt. Doch sie muss auch erkennen, dass Lucas von dunklen Geheimnissen umgeben ist. Von Geheimnissen, die alles in Frage stellen, woran Bianca jemals geglaubt hat …

Zum Buch:

Cover & Titel:
*seufz* Eigentlich hätte es mir ja schon hier auffallen sollen ...
Das Cover ist rot, darauf ein Gesicht. Ja, Kreativität ist was anderes, denn auf jedem zweiten Cover sieht man das mittlerweile - und ganz ehrlich? So langsam habe ich Gesichter satt.
Der Titel an sich ist gut gewählt, und trifft auf das Buch und den Inhalt zu.

Meine Meinung:
Vorab sei gesagt: Es könnte durchaus passieren, dass ich an einigen Stellen ein paar Spoiler einfüge, die dazu dienen, meine Meinung zu begründen. Wer dieses Buch noch lesen und sich die Leselust vorab nicht nehmen lassen will, sollte deswegen sofort die Seite schließen, oder lediglich das Fazit lesen.

Das Buch beginnt mit Biancas überstürzter Flucht von ihren Eltern und der Evernight Academy. Man ist dabei, während sie Hals über Kopf flieht und sich im Wald wiederfindet. Dort trifft sie auch prompt auf Lucas, der natürlich super attraktiv ist und ihr die ganzen nächsten Tage nicht mehr aus dem Kopf geht. Bis hierher klingt das noch wie eine 08/15-Liebesgeschichte, nicht? Nimmt man dann allerdings den Namen „Evernight“, die ganzen wunderschönen Schüler, die dort ein- und ausgehen und den Punkt, dass überall tote Eichhörnchen rumliegen, könnte man stutzig werden.

Ich weiß, was ihr an dieser Stelle denkt, und ihr denkt richtig. Das Buch handelt von Vampiren, was im Großen und Ganzen für mich auch nach dem Twilight-Hype kein Problem ist. Solange man dieses Thema gut umsetzt. Und genau hier liegt das Problem. Vampire werden einmal kurz am Anfang erwähnt, danach muss man sich das Ganze selbst zusammenreimen.

Die Geschichte tröpfelt also weiter so vor sich hin, Bianca schwärmt immer mehr für Lucas - und plötzlich der große Knall! Das Ereignis, dass alles verändern sollte. Biancas Welt müsste Kopf stehen ... Ich meine, schließlich hat sie gerade erfahren, dass Vampire in dieser Welt existieren! Aber nein. Haha, weit gefehlt. Denn natürlich wusste sie das schon die ganze Zeit! Ihre Eltern sind Vampire, sie ist als Fast-Vampir geboren (was natürlich äußerst selten ist), trinkt zu jeder Mahlzeit ein Glas Blut vom Schlachter nebenan etc. etc.

Meine Eltern hatten mir erzählt, dass in jedem Jahrhundert nur eine Hand voll Vampirbabys zur Welt kommen; sie waren schon beinahe 350 Jahre lang zusammen gewesen, als Mum sie beide damit verblüffte, dass sie mit mir schwanger wurde.

Nichts für Ungut, aber HÄ?! Also entweder habe ich während des Lesens einen ganz wichtigen Punkt übersehen, oder die Tatsache, dass Bianca von den Vampiren wusste und selbst einer ist (also, zumindest fast), blieb bis zu dem Ereignis verschwiegen. Und das ist eine Tatsache, die das Buch für mich ungläubig gemacht hat. Es wäre auch ohne dieses plumpe Wendung alles andere als mein Buchhighlight schlechthin gewesen, aber ab dem Zeitpunkt hatte ich wirklich nur noch Fragezeichen über dem Kopf.

Der Schreibstil ist in Ordnung. Man kommt schnell durch die Seiten und wenn man sich dann mal mit diesem völlig abstrusen Einfall abgefunden hat, bleiben - bis auf ein paar Kleinigkeiten - die merkwürdigen Ideen der Autorin aus. Na ja ... zumindest einigermaßen. Kurz vor dem Ende gibt es da nämlich noch mal den Versuch, die Spannung etwas nach oben zu pushen - was für mich eigenartigerweise sogar hier und da funktioniert hat.

Fazit:
Ein lachendes und ein weinendes Auge - so oder so ähnlich ging es mir nach Beenden des Buches. Mal von dieser komischen Wendung abgesehen, war es eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Ich wüsste auch gerne, wie es mit Lucas und Bianca weitergeht, werde mir die Nachfolger allerdings auch nur zulegen, sollte ich mal „ein bisschen Geld übrig haben“.

3 / 10 Punkten

Night School 01. Du darfst keinem trauen
Night School 01. Du darfst keinem trauen
von Carolin Liepins
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

5.0 von 5 Sternen Academy-Buch der Extraklasse, 4. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Erster Satz:

»Beeil dich!«

Zum Inhalt:
Wenn nichts ist, wie es scheint, wem kannst du dann vertrauen?

Das spurlose Verschwinden ihres Bruders hat Allie aus dem Gleichgewicht gebracht. Sie rebelliert, und ihre Eltern schicken sie auf das Internat Cimmeria, wo nicht einmal Handys erlaubt sind. Schon bald findet sie Zugang zu einer Clique und wird von zwei Jungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, umworben. Auf Cimmeria häufen sich eigenartige Vorfälle, und als ein Mord geschieht, gerät Allie selbst unter Verdacht. Auf der Suche nach dem wahren Mörder stößt sie zufällig auf eine mysteriöse Verbindung ihrer Mutter zur Schule und gerät selbst in Lebensgefahr. Kann sie überhaupt noch irgendjemandem trauen?

Zum Buch:

Cover & Titel:
Auffallend darauf ist das weiße Gesicht, das im unteren Teil des Cover zu sehen ist. Der Ausdruck darin wirkt streng, vielleicht auch angespannt. Die Person selbst ist höchstwahrscheinlich Allie - die Protagonistin in diesem Buch. Des Weiteren kann man noch einen Schlüssel darauf erkennen, der vermutlich auf die vielen Geheimnisse der Cimmeria Academy hinweisen könnte. Die verschnörkelten Ranken, die das Cover einrahmen, machen das Ganze etwas mysteriöser.
Der Titel ist hier gut gewählt. Er hat einen sehr großen Bezug zu Geschichte. Auch der Untertitel trifft die Geschehnisse des Buches sehr gut und gibt dieses Gefühl der Trostlosigkeit und des Alleinseins wider.

Meine Meinung:
Mir hat das Buchs schon vom ersten Moment an gefallen. Es beginnt damit, dass die bereits vorbestrafte Alyson Sheridan von der Polizei festgenommen wird, nachdem sie in ihrer Schule randaliert hat. Man merkt sofort, dass die Protagonistin sich unverstanden fühlt und gar kein so großer Raudi ist, für den ihre Eltern sie halten. Während des Lesens wächst sie einem sehr ans Herze mit ihrer manchmal etwas großspurigen, aber im Prinzip vor allem freundlichen und liebevollen Art. Sie steht mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen und scheut sich nicht, Dinge zu hinterfragen, die sie interessieren.

»Und keiner sagt hier, was wirklich passiert ist. Alle lügen einen hier nur an.« Sie machte eine ausladende Armbewegung und deutete auf Allie. »Und du weißt von nichts. Alle lassen dich im Dunkeln, weil sie nicht wissen, warum du hier bist. Oder wer du bist. Wer bist du, Allie Sheridan?«

Kaum an der Cimmeria angekommen, wird Allie schnell klar, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Was ist die Night School? Warum bevorzugt Isabell sie? Und vor allem: Warum ist ausgerechnet sie an dieser Schule? Denn an der Cimmeria laufen ausschließlich Schüler ein und aus, deren Eltern und Großeltern die Schule auch schon besucht haben.
Neugierig beginnt sie, die Geschehnisse in der Cimmeria zu hinterfragen - natürlich nicht allein. Eine Clique, die ihr beisteht und hilft, ist in dieser Sache natürlich nicht wegzudenken.

Doch als ein Mord geschieht und auf einmal alles drunter und drüber geht, ist Allie eine der Verdächtigen. Sie hat das tote Mädchen zuletzt gesehen und wird plötzlich von den meisten Schülern der Cimmeria gemieden. Verzweifelt versucht sie, ihre Unschuld zu beweisen und stößt dabei auf Geheimnisse, die sie bei ihrer Ankunft in der Academy nie erwartet hätte.

»Das ist lächerlich. Niemand meldet Ansprüche auf irgendwen an. Sylvain ist einfach nur nett zu mir gewesen. Ich finde ihn nett.«
»Sylvain und nett?«, sagte Carter höhnisch. »Das möchte ich doch stark bezweifeln.«

„Night School“ ist ganz anders, als ich es im ersten Moment erwartet hätte. Ich hatte mit einer Fantasygeschichte gerechnet. Mit Vampiren, Werwölfen - Nachtwesen, die an einer Schule namens Night School über ihre Fähigkeiten (o.ä.) aufgeklärt werden. Für die Mangaleser unter euch: Ich hatte bei dem Begriff Night School sofort an „Vampire Knight“ denken müssen. Deswegen vermutlich auch diese - wie sich erwiesen hat - völlig falsche Erwartung. Denn in „Night School“ gibt es weder Vampire noch Feen oder sonst irgendwelche magischen Geschöpfe. Niemand zaubert wie in Harry Potter und keiner glitzert im Sonnenlicht (huhu, Edward *wink*). Und das sehe ich durchaus als positiven Punkt, denn vermutlich hätte mich das Buch ansonsten nicht so begeistern können.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach und macht das Lesen dementsprechend nicht anstrengend. Den meisten könnte ich es guten Herzens als Buch für zwischendurch empfehlen, da man nicht großartig mitdenken muss und sich einfach von der Story berieseln lassen kann.
Der einzige Makel hierbei ist für mich, dass sich ab und zu Sätze wiederholt haben. Will man etwas betonen, oder besonders hervorheben, dann ist das ein gutes Mittel, aber hier kam es mir eher versehentlich vor, weswegen ich an diesen Stellen auf eine Besserung in Band 2 hoffe!

Fazit:
Die Leser, die von Academygeschichten genauso wenig die Finger lassen können, wie ich, sind bei „Night School“ ganz richtig. Ich vermute, dass sich auch hier (ebenso wie bei HoN) die Geister scheiden, und es genauso viele gute wie schlechte Kritiken zu den Büchern gibt. Natürlich ist auch eine Liebesgeschichte vorhanden. Deswegen sei euch gesagt: Wer von vornherein weiß, dass er darauf keine Lust hat, sollte dieses Buch vielleicht nicht erst zur Hand nehmen.

8,5 / 10 Punkten

Full Moon Wo Sagashite 01
Full Moon Wo Sagashite 01
von Arina Tanemura
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,00

5.0 von 5 Sternen Was will man mehr?, 11. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Full Moon Wo Sagashite 01 (Taschenbuch)
Fullmoon wo Sagashite-Reihe:

7 Bände, abgeschlossen

Zum Inhalt:
Mitsuki Koyama ist zwölf Jahre alt. Ständig in Gedanken bei ihrem Schwarm Eichi, der in den USA studiert, träumt sie von ihrem Versprechen an ihn, Sängerin zu werden.
Aber leider wird daraus wohl nichts - sie hat einen bösartigen Tumor im Hals. Die möglicherweise rettende Operation lehnt sie jedoch ab, weil sie befürchtet, dabei ihre Stimme zu verlieren. Schon stehen die beiden Todesgötter Meroko und Takuto bei ihr auf der Matte [...]
(Quelle: EMA)

Meine Meinung:

Cover & Titel:
Darauf zu sehen ist Mitsuki. Sie schaut den Betrachter direkt an und hält die Hände verschränkt, als würde sie beten. Im Hintergrund sieht man die Ansätze von Flügeln über ihre Schultern ragen und das Blau, das zwischendurch immer mal hindurch scheint, ist weiß gesprenkelt und wirkt wie ein Sternenhimmel.
Hat man die Geschichte gelesen, kann man das Cover auf unterschiedliche Weisen interpretieren. Ich sehe Mitsuki, die eine unbekannte Person (vielleicht Gott?) um Hilfe bittet. Sie möchte gesund werden und ihren Traum - und damit ihr Versprechen - erfüllen, eine berühmte Sängerin zu werden. Auch der Titel der Reihe ist auf den Inhalt abgestimmt. „Fullmoon wo Sagashite“ heißt so viel wie „Auf der Suche nach dem Vollmond“ (o.ä.), und ist für mich das Versprechen gegenüber Eichi und auch der Weg, den sie gehen muss, um zu ihrem Glück zu finden.

Anfänge und Charaktere:
Liebe Manga- und Animefans,
ich bitte euch: Lest umgehend diesen Manga! Ob ihr ihn euch nun kauft (zu empfehlen!) oder ob ihr ihn im Internet zu Gemüte führt, ist euch dabei überlassen. Solltet ihr meine Bitte hier einfach links liegen lassen und nicht weiter beachten, dann lasst euch gesagt sein: Ihr verpasst etwas. Ihr verpasst einen Manga mit einzigartigen und liebevoll ausgearbeiteten Charakteren, die man sofort ins Herz schließt und dort nie wieder heraus lässt. „Fullmoon wo Sagashite“ ist ein Manga, der einen nicht mehr los lässt und von der ersten bis zur letzten Seite zum Träumen anregt. Bevor ich überhaupt wusste, dass es einen Manga dazu gibt, habe ich den kompletten Anime angeschaut - und selbst der ist schon außergewöhnlich gut.

Während des Lesens werden einem mehrere Dinge beigebracht: Es ist wichtig, dass man seine Träume nie aus den Augen verliert. Natürlich bekommt man das immer wieder von allen Seiten gesagt, oder liest es irgendwo. Aber nach diesem Mangas war mir wirklich klar, dass es sich immer lohnt, zu kämpfen. Egal, um was es geht oder was auf dem Spiel steht. Auch das Motto, man solle immer wieder aufstehen, wenn man einmal fällt, hat die Mangaka während des Mangas überzeugend umgesetzt.

Wie ich vorher bereits erwähnt hatte, sind die Charaktere sehr gut ausgearbeitet. Es fehlt ihnen nicht an Tiefe und jeder von ihnen hat seine eigene Art. Jeder von ihnen hegt ein spezielles Geheimnis, dass sie zu dem macht, was sie sind. Auch die Großmutter, die auf den ersten Blick vielleicht etwas unterkühlt wirkt, ist mir mit der Zeit immer sympathischer geworden. Meine beiden Lieblingscharaktere sind die Shinigamis (Todesgötter) Takuto und Meroko. Obwohl ihr Auftrag ganz klar Mitsukis Tod bedeutet, tun sie schon vom ersten Augenblick an alles, um Mitsuki zu helfen.

Zeichenstil:
Ganz klar Arina Tanemura. Ob nun „I*O*N“, „Jeanne, die Kamikazediebin“ oder nun
„Fullmoon wo Sagashite“; ihr Stil ist und bleibt etwas Wunderbares. Sie setzt hier auf viele kleine Details, die Umgebungen und Figuren zum Leben erwecken und einen näher bringen. Durch manchmal übertriebene Zeichnungen, nimmt sie dem Thema etwas den Ernst. Sie bringt einem die Geschichte mit dem passenden Humor bei, so dass man nicht stets und ständig ein melancholisches Gefühl hat.

Fazit:
Personen, die wundervoll einzigartige Geschichten mögen, werden sich in „Fullmoon wo Sagashite“ ebenso verlieben, wie ich es auch heute noch bin. Mit überzeugenden Charakteren und vielen liebevollen Kleinigkeiten hat die Mangaka etwas erschaffen, das ich hiermit ohne Zögern an jeden weiterempfehle.

10 / 10 Punkten

Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick
Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick
von Jennifer Smith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

5.0 von 5 Sternen Zum Träumen gemacht, 4. November 2012
Erster Satz:

Es hätte auch alles ganz anders kommen können.

Zum Inhalt:
Hadley könnte sich wirklich etwas Schöneres vorstellen, als auf der Hochzeit ihres Vaters Brautjungfer zu spielen. Dass sie dann allerdings ihr Flugzeug verpasst und erst einmal auf dem überfüllten New Yorker Flughafen festsitzt, hat sie dann doch nicht gewollt. Und genauso wenig hatte sie vor, sich ausgerechnet hier unsterblich zu verlieben: in den Jungen mit den verwuschelten Haaren und dem Puderzucker auf dem Hemd, der wie sie nach London muss. Hadley bleibt genau eine Fluglänge Zeit, um sein Herz zu gewinnen ...

Zum Buch:

Cover & Titel:
Mit einem Wort: passt! Auf dem Cover zu sehen ist Hadley, die am Fenster sitzt und ein Buch liest (vermutlich Charles Dickens’ „Unser gemeinsamer Freund“), das des Öfteren eine Rolle in der Geschichte spielt. Auf dem oberen Teil des Covers sind Wolken in den Vordergrund gerückt, welche nicht nur einmal Gesprächsthema zwischen Oliver und Hadley sind. Der Titel ist aus dem Englischen übersetzt und trifft den Inhalt des Buches auf den Punkt genau. Trotzdem finde ich, dass es nicht ganz mit seinem amerikanischen Gegenstück mithalten kann. (Was? Das kennt ihr nicht? Schaut mal *HIER!*) Es ist schön und mit Bezug auf die Geschichte, aber es fehlt das gewisse Etwas, das ein Buchcover für mich besonders macht.

Meine Meinung:
Die Geschichte geht damit los, dass Hadley ihren Flug verpasst.
Es gibt keine überschwängliche Einführung in das Buch, und um die Vorgeschichte wird vorerst ein ganz großer Bogen gemacht. Schon einmal ein guter Anfang, wie ich feststellen musste. Mich persönlich stören ewig lange Ausführungen von Problemen aller Art, wenn ich gerade erst dabei bin, die verschiedenen Charaktere kennenzulernen und mich in der Geschichte zurechtzufinden. Bei „Die statistische Wahrscheinlichkeit ...“ blieb dieser Teil vorerst aus und wurde später in kleineren Etappen in die Geschichte eingebaut. Dadurch kommt nicht das Gefühl auf, man würde mit Informationen überhäuft.

Hadley war mir vom ersten Moment an sympathisch. Sie ist ein aufgeschlossener, größtenteils lebensfroher Charakter, den man einfach ins Herz schließt, ob man nun will oder nicht. Sie hat vielleicht nicht immer eine positive Einstellung - aber wer hat das schon? Für mich wird sie dadurch nur noch authentischer.

- Seine Hand streift ihre, und Hadley spürt es wie einen Stromstoß, der ihr direkt ins Rückgrat fährt. Zu ihrer Überraschung zieht Oliver die Hand nicht weg: Stattdessen legt er seine Hand in ihre, als wollte er bei ihr andocken, und zieht dann sanft, holt sie näher heran. [S. 85]

„Die statistische Wahrscheinlichkeit ...“ ist ein Buch zum Träumen. Die Geschichte um Hadley und Oliver lässt einen einfach an die Liebe auf den ersten Blick glauben. Ich stehe solchen Dingen eher kritisch gegenüber, aber bei diesem Buch hat man im Prinzip keine andere Wahl, als zu denken: Oh Gott, wie süß. Und das nicht auf schnulzige, sondern vielmehr romantische und liebenswerte Weise. Auch die Tatsache, dass die beiden Hauptcharaktere Ecken und Kanten haben, vermindert dieses Gefühl nicht - eher verstärkt es das noch. Denn wer will schon von zwei perfekten Menschen lesen, die auf perfekte Art zusammentreffen und eine perfekte Beziehung führen? *gääääähn*

Die Autorin hat einen leichten Schreibstil, dessen Wirkung man trotz dessen aber nicht unterschätzen sollte. Man leidet, lacht und weint mit den handelnden Charakteren, weil es einfach nicht anders geht. Jennifer E. Smith hat ihren Figuren so viel Tiefe eingehaucht, dass sie beinahe real wirken. Man ist nicht einfach ein stummer Leser, der von einem Geschehen liest. Viel eher ist man Teil der Geschichte; und das macht das Lesen einzigartig.

- Hadley lässt sich seitlich gegen eine rote Telefonzelle sinken und krümmt sich vor Scham beim Gedanken daran, wie albern sie gewirkt haben muss, als sie ihn da im Garten gesucht hat. [S. 173]

In diesem Buch werden Themen wie Familie und damit verbunden Trauer, Wut, Glück etc. auf einfühlsame Weise angesprochen. Die Autorin hat alltägliche Probleme mit einer herzzerreißenden Liebesgeschichte verknüpft und eine Geschichte geschaffen, die unter die Haut geht - einfach, weil so vieles davon wahr ist, und einige sich bestimmt in Hadley wiederfinden werden. (Von dem verhängnisvollen Zusammentreffen am Flughafen vielleicht mal abgesehen.)

Fazit:
Mit seinen 224 Seiten ist „Die statistische Wahrscheinlichkeit ...“ ein kurzes, aber lange nachwirkenden Lesevergnügen. Man klappt es nicht einfach zu und geht zu Tagesordnung über. Nein, denn das Ende lässt einigen Spielraum für die Fantasie des Lesers, und ist daher eine klare Leseempfehlung.

10 / 10 Punkten

Der Feuerstein: Roman
Der Feuerstein: Roman
von Rae Carson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Warten wir auf die Fortsetzung ..., 10. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Feuerstein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Erster Satz:

Gebetskerzen flackern in meinem Schlafzimmer.

Zum Inhalt:
Die beste Heldin aller Zeiten
Endlich wieder eine Heldin, die man lieben muss! Prinzessin Elisa, Trägerin des Feuersteins und kluge Königstochter, könnte alles sein für ihr Volk – Retterin und Auserwählte. Doch Elisa ist dick und von Selbstzweifeln geplagt, und weder ihr Vater noch ihre schöne Schwester oder ihr viel zu gut aussehender Bräutigam scheinen der schüchternen und mehr als rundlichen Sechzehnjährigen sonderlich viel zuzutrauen. Erst als Elisa entführt wird und nicht nur ihr Leben in Gefahr ist, zeigt sie, was in ihr steckt …
(Quelle: Amazon)

Zum Buch:

Cover & Titel:
Das Cover ist eines der Gründe, warum ich das Buch überhaupt lesen wollte. Schlicht und doch schön, sticht es sofort ins Auge - selbst im Regal mit zig anderen Gefährten. Es ist in Blautönen gehalten, wodurch das orangene Feuer stark hervorsticht. Weiterer Pluspunkt: Das Motiv ist ausgefallen. Man sieht es nicht auf bei jedem zweiten Buch; es hat den entsprechenden Wiedererkennungswert. Das Cover, wie auch der Buchtitel) sind sehr gut aufeinander abgestimmt und spiegeln den Inhalt der Geschichte wider.
Schon allein durch das Ansehen bekommt man Lust, es zu lesen.

Meine Meinung:
Ich weiß gar nicht genau, was ich von „Der Feuerstein“ halten soll. Ich bin mit sehr großen Erwartungen an das Buch herangegangen - wahrscheinlich konnte es mich deshalb auch nicht so recht überzeugen.

Man wird sofort in die Geschichte hineingeschmissen, befindet sich im Schlafzimmer der Protagonistin Elisa, aus deren Sicht das ganze Buch geschrieben ist. Schon nach den ersten Seiten wird klar, dass Prinzessin Elisa einen riesengroßen Komplex hat: ihr Gewicht. Ständig wird von irgendwoher angemerkt, dass sie nicht die Dünnste ist, sie zu nichts taugt etc. Dieses Verhalten ging mir schon nach 50 Seiten gehörig auf die Nerven. Ich meine, nicht jeder kann eine Bohnenstange sein! Ich persönlich fand es von der Autorin zwar eine gute Idee, die Protagonistin in ihrem Buch mit Fehlern und Mängeln dem Leser näher bringen zu wollen, allerdings hätte man das nicht so in den Vordergrund rücken sollen. Dadurch verging mir die Leselust und ich musste mich an einigen Stellen dazu aufraffen, überhaupt weiterzulesen.

Glücklicherweise bleibt dieses Verhalten Elisas (und Umgebung) nicht auf Dauer, sondern ebbt an einer bestimmten Stelle ab. So konnte ich mich näher mit ihrem Charakter befassen und muss zugeben, dass sie mir in einigen Punkten ähnlich oder zumindest sympathisch ist. Elisa ist ein starker Charakter, der sich durchzusetzen weiß. Sie kämpft für die, die sie liebt und nimmt es dafür auch mit den ganz Bösen auf. Eine Zeit lang war ich wirklich begeistert von dem Buch & habe mir schon vor Augen gemalt, wie die Rezension aussehen würde. Trotz anfänglicher Mängel 4 Punkte - aus denen aber ganz schnell 3 wurden. Ich bin mir nicht sicher, was die Autorin sich dabei gedacht hat, *SPOILER!!!* plötzlich einen nach dem anderen ‚abzuschlachten‘ - wortwörtlich. *Spoiler - Ende!!!* Vielleicht wollte sie den Leser zum Ende hin noch einmal fesseln. Auf mich hatte das eher den gegenteiligen Effekt. Es hat mich regelrecht abgeschreckt und teils auch wütend gemacht, weil vor allem auch die Charaktere dabei waren, die ich am meisten mochte. Natürlich war es auch traurig - ich würde lügen, würde ich behaupten, nicht wenigstens einmal Tränen in den Augen gehabt zu haben. Aber diese Trauer ist im Eifer des Gefechts irgendwie untergegangen.

Noch zu bemerken ist, dass mir die Protagonistin viel zu schnell damit abgeschlossen hat. Es ist passiert, es wurden kurz Tränen vergossen - und dann ging das Leben weiter. Bei mir ist bisher noch niemand gestorben, der mir sehr viel bedeutet, aber ich kann wirklich nicht glauben, dass man so etwas in ein paar Stunden einfach von sich schieben und dort weitermachen kann, wo man aufgehört hat.

Ich hatte einen Großteil der Zeit über das Gefühl, als wäre ich nur eine außenstehende Person. Jemand, dem die Geschichte zwar erzählt wird, der aber keinerlei emotionale Bindungen zu den Charakteren hat & deswegen auch nicht die entsprechenden Gefühle hervorbringen kann. Für mich ist es beim Lesen wichtig, dass ich so viel wie möglich selbst fühle. Bei den besten Bücher fühle ich mich so, als wäre ich wirklich ein Teil der Geschichte und nicht nur ein stummere Beobachter - dieser Punkt hat mir bei „Der Feuerstein“ leider etwas gefehlt.

Fazit:
Trotz vieler Mängel, bin ich zuversichtlich, dass der Folgeband mich womöglich doch überzeugen kann. Ich werde dieses Buch wahrscheinlich in nächster Zeit nicht wieder zu Hand nehmen & darin lesen, aber im Hinterkopf werde ich es trotzdem behalten. Ich könnte wetten, dass es auch hier einige Personen gibt, die über die Fehler hinwegsehen und sich Hals über Kopf in das Buch verlieben. Ich persönlich kann nur sagen, dass jeder seine eigene Meinung dazu bilden sollte.

6 / 10 Punkten

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