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Rezensionen verfasst von
Peter Müller "meoda" (Frankfurt am Main)
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Abgehauen
Abgehauen
von Manfred Krug
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,00

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Biographie aber ein saugutes Zeitdokument, 4. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Abgehauen (Gebundene Ausgabe)
Manfred Krug, Schauspieler und Sänger beschreibt in "Abgehauen" die Umstände seiner "Freiwilligen" Ausbürgerung aus der DDR im Jahr 1977.

Dabei handelt es sich hierbei keineswegs um eine Klassische Biographische Lebensabschnittsbeschreibung sondern um ein in drei Teile separiertes Stück DDR Zeitgeschichte.

So beginnt das vorliegende Buch mit dem abgeschriebenen Tonbandmitschnitt einer Diskussionsrunde einiger Zeitgenössischer DDR Schauspieler und Schriftsteller sowie 3 hoher Parteifunktionäre. Gegenstand dieser Unterhaltung ist Wolf Biermanns "Rauswurf" aus der DDR und ein dazu verfasstes und veröffentlichtes Protestschreiben der bei dieser Diskussion anwesenden Kulturschaffenden.

Der zweite Teil des Buches enthält die Tagebucheeinträge Manfred Krugs aus der anschließenden Zeit in welcher sein Ausreiseantrag lief bis zur Übersiedlung nach Westdeutschland.

Der dritte Teil ist ein Protokoll (unter anderem über Krugs Abschiedsfeier) eines Nachbarn welcher für die Staatssicherheit als informeller Mitarbeiter tätig war und offensichtlich die Aufgabe hatte Staatsfeindliches verhalten zu dokumentieren.

Da Krug bei der mitgeschnittenen Diskussion, seiner Tagebuchveröffentlichung und dem Protokoll des Informanten auf jegliche Erläuterungen oder Stilmittel verzichtet, ergibt sich ein Authentisches und durch die Zeitgenössische Wortwahl teilweise sogar witziges Dokument damaliger Argumentation, sowohl auf Seiten der Parteiangehörigen als auch bei Kritikern oder Mitläufern.

Dabei wären allerdings einige kurze Erklärungen zu Personen und Umständen als Einleitung speziell für Leser die diese Zeit nicht miterlebten sicherlich hilfreich gewesen. So braucht man eine weile bis die zusammenhänge erkennbar sind, hat dann aber eine wirklich originelle und sehr lebensnahe Schilderung einer Konfrontation vor sich wie sie für diese Zeit in der DDR wohl typisch war.

-- Peter Paul Müller --


Von der Gugel bis zur Zehe
Von der Gugel bis zur Zehe
von Bernd Rauschenbach
  Audio CD

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Expressionismus für die Ohren!, 21. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Von der Gugel bis zur Zehe (Audio CD)
Wer sich mit der 1917 in Zürich entstandenen Kunstrichtung DADA beschäftigt,
gelangt zwangsläufig früher oder später auf den bildenden Künstler, Dichter,
Aktions- und Vortragskünstler, Werbegrafiker, Publizisten und Dadaisten
Kurt Schwitters.
Vorleser, Erzähler und Rezitator Bernd Rauschenbach liest, oder besser
gesagt spricht, singt, knurrt, brummt und summt Texte von Kurt Schwitters
aus der Zeit von 1913 bis 1946, wobei sich die beiden CD's inhaltlich
unterscheiden.
Auf CD1 befinden sich Gedichte und Prosatexte in gesamt 35 Tracks mit
z.B. Titeln wie "Anna Blume", "Jedenfalls Wurm" oder "Die Radaistenmaschine".
Auf CD 2 gibt Bernd Rauschenbach seine Interpretation der "Ursonate" wieder,
ein Lautgedicht bei welchem die Bedeutung völlig hinter die Klangqualität
des Sprachmaterials zurücktritt.
Natürlich sind dadaistische texte und ganz besonders die hier immer wieder
vorkommende Lautsprache nicht jedermanns Sache. In diesem speziellen fall
aber ist die gelungene Kombination aus witzigen Prosagedichten und deren
bezug auf das bürgerliche Spießertum, sowie die als "Expressionismus für die
Ohren" zu bezeichnenden Lautsprachetexte so wunderbar ausdrucksvoll und
überzeugend vorgetragen das sich selbst für den "nichtDADAisten" eine
Welt voller gesprochener Klänge und klingender Wörter mit Sinn im Unsinn
offenbart.
-- Peter Mueller --


Herr Lehmann
Herr Lehmann

22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intependent-Nostalgie für fortgeschrittene!, 10. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann (Audio CD)
Konsequent wie "Herr Lehmann" im Film seiner Alkoholgeschwängerten
Individualphilosophie treu bleibt setzt der Filmsoundtrack fast durchgängig
auf Independent Tracks der späten Achtziger.
Obwohl die Stilrichtung überwiegend als Gitarrenlastiger Britpop bezeichnet
werden kann, haben sich dennoch Darkwave-Eletro Perlen wie "Collapsing
New People" von Fad Gadget, oder Elektronik-Pop Schmankerl wie "Nervous
and Blue" von Element Of Crime eingeschlichen. Andererseits "eingeschlichen"
wäre an dieser Stelle wohl nicht ganz korrekt, immerhin ist Element Of Crime
die Band von Sven Regener welcher die Buchvorlage zu diesem Film schrieb.
Nichtsdestotrotz ist die Song Zusammenstellung absolut gelungen und spiegelt
im wesentlichen den leicht melancholischen Unterton des Films hervorragend
wieder, auch wenn Gitarrenstücke wie Blister In The Sun von den Violent Femmes,
oder Cake's Interpretation von Gloria Gaynor's "I Will Survive"
stimmungstechnisch fast schon fröhlich anmuten, werden doch spätesten durch
Nick Cave's Version von "Something's Gotten Hold Of My Heart" (im
Original von Marc Almond ex. Soft Cell) oder den tragisch vorgetragenen
Mord des Bruders "Buenas Tardes Amigo" von Ween, wieder sehr viel
düstere töne angeschlagen.
Zusammengefasst ein toller Film-Soundtrack, der einen wunderbaren
Kurzquerschnitt durch die Independent-Gitarren-Szene der späten 80iger
zieht.
-- Peter Mueller --
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Mein langer Lauf zu mir selbst
Mein langer Lauf zu mir selbst
von Joschka Fischer
  Taschenbuch

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Außenminister lernt laufen!, 31. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Mein langer Lauf zu mir selbst (Taschenbuch)
Um es gleich vorwegzunehmen, Joschka Fischers Buch "Mein langer Lauf zu mir selbst" ist genaugenommen eine Sportbiographie, mit Trainingsanleitungen, Lauftabellen und Streckenbeschreibungen. Wer hier eine Autobiographie des Politischen Joschka Fischer erwartet wird ganz sicher enttäuscht werden. Dafür ist es aber bestens geeignet für all jene die sich überlegen mit Laufsport und eventueller Ernährungsumstellung ein paar Kilo zu verlieren.
Bei "Der lange Lauf zu mir selbst" handelt es sich ausschließlich um Fischer's körperlichen "Umbau", wie er es selbst nennt, zwischen 1996 und 1998.
Fischer beschreibt ziemlich detailliert die Zeit von seiner körperlich schlimmsten Phase (Herbst 1996, 112 kg, bei 181 cm Körpergröße) bis zu seinem ersten Marathonlauf (Frühjahr 1998, 75 kg).
In chronologischer Reihenfolge erzählt Fischer von seiner persönlichen Situation 1996, der eigenen Unzufriedenheit, über die Trennung von seiner damaligen Frau, welche er als Grund für den Einstieg in seine körperlichen Veränderungen angibt, sowie den Verlauf seiner Trainingserfolge. Besonders angenehm fallen hierbei die lockere Erzählweise ganz normaler Alltagserlebnisse eines Läufers auf, wobei er auch immer wieder die besondere Situation seiner Popularität erwähnt.
Alles in allem ist dieses Buch eine exzellente Motivationunterstützung in Sachen Überwindung des inneren Schweinehundes, welches sich hervorragend eignet eigene "Abnehmversuche" bzw. regelmäßiges Lauftraining voranzutreiben. Ganz sicher ist dabei auch die Tatsache eine große Hilfe, dass Fischer eben kein junger Mann mit vorangegangener leistungssportlicher Karriere ist.
Ich kann dieses Buch allen wärmstens empfehlen, die sich für Lauf bzw. Marathontraining interessieren, Freude an außergewöhnlichen Geschichten populärer Persönlichkeiten haben, und nicht jede Entschuldigung der Umstände im Leben des Autors für bare Münze nehmen.
-- Peter Müller --


Das wilde Fest, 1 Audio-CD
Das wilde Fest, 1 Audio-CD
von Joseph Moncure March
  Audio CD

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lyrik meets Jazz, 7. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Das wilde Fest, 1 Audio-CD (Audio CD)
Quenie und Burrs, ein New Yorker Pärchen in den 20er Jahren, feiern eine Party.
Es ist die Zeit Al Capones, der Grammophone und des großen Börsenkrachs. Trotz Prohibition ist Alkohol reichlich vorhanden und in Verwendung, Moral und
Zurückhaltung dafür um so weniger.
Otto Sander ("Das Boot", "Comedian Harmonists") liest die von Joseph Moncure March 1926 in Versform verfaßte Erzählung einer Party mit der Ihm eigen bekannt-rauchigen Stimme so Eindrucksvoll, das man sich unvermittelt in der Zeit der Handlung wiederzufinden glaubt.
Unterlegt ist das recht ungewöhnliche, knapp 70 Minuten lange Hörstück mit Jazzklängen des Dresdner Schlagzeugers und Komponisten Günther "Baby" Sommer.
Eine wirklich gelungene Symbiose aus Lyrik, Jazz und Lesekunst, die einzig dadurch ein wenig getrübt scheint das einige Verspassagen durch die Übersetzung aus dem englischen etwas albern klingen und sich nur mit viel wohlwollen im deutschen noch als Reim bezeichnen lassen. Dennoch schafft Otto Sander den Spagat zwischen Kunst und Kitsch, und zwar so überzeugend das man den Eindruck gewinnt die im deutschen teilweise etwas ungelenk klingenden Reime gehören in diese Zeit und sind sogar beabsichtigt.
"Das Wilde Fest", direkt nach erscheinen 1928 in den USA auf dem Index gelandet, ist ein Hörbuchdrama das durch seine "Erotisch verbotene Geschichte" einen ganz speziellen Hörgenuß darstellt und somit jedem zum empfehlen der mit den
20iger Jahren in den USA und der dazugehörigen Jazzmusik etwas anzufangen weiß.
-Peter Müller-


O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi Odyssee
O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi Odyssee
Preis: EUR 6,99

54 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gänsehaut Soul auf einem Country Sampler, 13. März 2002
Von klassischem Violinen getragenen Südstaaten Country über Balladen Gospel, zu tiefschwarzem Acapella Blues, der "O Brother, Where Art Thou?" Film Soundtrack ist ein Country Sampler der besonderen Art.
Abwechslungsreich und in verschiedenen Stilrichtungen präsentieren sich 19 Musiktitel wie sie unterschiedlicher, überraschender und unterhaltsamer nicht sein können.
Handelt es sich hierbei nun um den Country Song der Soggy Bottom Boys "I Am A Man Of Constant Sorrow (selten so eine virtuose Blues Guitar gehört), welcher gleich in 4 völlig unterschiedlichen Versionen vorliegt (wobei hier sogar die beiden Instrumentalversionen ein Genuß sind), oder aber der vielstimmige Gospel "Down To The River To Pray" der einem einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagt.
Die absoluten Knaller sind allerdings "Hard Time Killing Floor Blues" von Chris Thomas King und „O Death" von Ralph Stanley. Letzterer ein tiefschwarzer Solo Acapella der das Prädikat Soul Song mehr als verdient und einen das leiden des Interpreten förmlich spüren läßt.
Alles in allem ein wunderbares Soul, Blues, Gospel, Country Album welches 100% Glaubwürdig nach Südstaaten Musik der "einfachen Leute" in den 30er Jahren klingt.
Das besondere hierbei im Gegensatz zu sonst üblichen Aufnahmen ist, das auf dem "O Brother, Where Art Thou?" Sampler, die schwarze Musik der unteren Gesellschaftsschicht ebenso vertreten ist wie die Country Musik des "einfachen Weißen", der mit "Negermusik" eigentlich nichts zu tun haben wollte.
Wer genau hinhört wird sich wundern wie nahe sich die Stilrichtungen eigentlich sind, obwohl an Gesellschaftlichen Berührungspunkten dieser Zeit wohl kaum etwas vorhanden war.
Noch ein kleiner Tipp zum Schluß: Achten Sie mal auf das Instrument im Hintergrund des vermeintlichen "Acapellas" Didn't Leave Nobody But The Babe". Und dann soll noch mal einer sagen mit einer "Singende Säge" kann man keine Musik machen ;-)
Für mich eines der empfehlenswertesten Alben der letzten Zeit!
-- Peter Mueller --


Mojo Club Vol. 10 (Love Power) (Limited Edition + Bonustracks)
Mojo Club Vol. 10 (Love Power) (Limited Edition + Bonustracks)
Wird angeboten von die_schallplatte-hsk Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 99,98

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen MOJO Club schweift ab!!!, 2. März 2002
Mal wieder ein Sampler und schon wieder Hits.
Eigentlich kein Problem, aber Titel die man schon vor Jahren für ne Mark auf ner Single kaufen konnte, in nem Sampler zusammenzufassen finde ich schon unverschämt.
Nichts desto trotz „love power" ist schön anzuhören, auch wenn es klingt wie ein „Radio Ausschnitt" aus den frühen 80igern.
Dabei fällt mir noch ein, was hat „House of Bamoboo" mit Jazz zu tun???
Fazit: Einfallsloses Gemisch von teilweise wirklich schönen Jazz , Blues und Pop-Grove Hit’s (Einfallslos weils sogar subjektiv nicht's mit dem Thema zu tun hat).
Ich hab’ mir mehr von so nem JAZZ Sampler versprochen!!!


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