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Rezensionen verfasst von
GBtR "gbtr"

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The Man Who Was Thursday (The Penguin English Library)
The Man Who Was Thursday (The Penguin English Library)
von Gilbert K. Chesterton
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,60

2.0 von 5 Sternen Unterirdisch, 11. Januar 2016
Wohl der am schlechtesten geschriebene Roman, den ich je gelesen habe. Zunächst habe ich die unerträglich gespreizt-prätentiöse Schreibe auf die ästhetischen Gepflogenheiten des Jahres 1908 geschoben. Das ist aber wenig überzeugend, da sich auch englische Literatur von Shakespeare bis de Quincey keinesfalls durch einen "mehr Soße als Fleisch"-Stil zu empfehlen pflegt. Obwohl sich die Erzählung mit ein paar gelungenen Überraschungen im ersten Drittel halbwegs über Wasser hält, ist sie schon konstruktiv offenkundig missraten: ein Anarchist führt einen Polizisten in innere Zirkel seiner Organisation ein und fühlt sich durch ein abgegebenes Ehrenwort gebunden, diesen seinen Gesinnungsgenossen nicht als Spion anzuzeigen - und das bei einer Vereinigung, die sich verschworen hat, alle Konventionen von den Tischsitten bis zum Leben selbst über Bord zu werfen und deren Figuren diese Ansichten auch seitenweise ausbreiten. Man sprenge die Menschheit in die Luft, aber das Ehrenwort hält. Entsprechend ist der Rest des Texts durchzogen von ähnlich lächerlichen Einfällen und Kunstgriffen: der Protagonist hält einen Attentäter auf, indem er ihn bei der Ehre packt (ihn an der Nase zieht; wörtlich) und "Genugtuung" fordert. Und die kriegt er! Von einem überzeugten Anarchisten, der sich verschworen hat, die althergebrachte Ordnung wegzusprengen. Der verpasst dann seinen Zug. Dazwischen vergehen Blöcke von je 20 Seiten, in denen schlecht geschriebenes moralistisches Geschwafel breitgetreten wird, bis wirklich nichts mehr geht.

Wer Franco Morettis Untersuchungen zum Schundroman des 19. Jahrhunderts gelesen hat, findet hier alles wieder, was dort dargestellt wurde zu den Gründen, warum die Masse davon aus dem Literaturkanon herausgefallen ist.


The Art of Non-Conformity: Set Your Own Rules, Live the Life You Want, and Change the World (Perigee Book.)
The Art of Non-Conformity: Set Your Own Rules, Live the Life You Want, and Change the World (Perigee Book.)
von Chris Guillebeau
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,15

31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Völlig inhaltslos, 5. November 2011
"AONC" ist leider nichts weiter als ein schwacher Abklatsch von "4 Hour Work Week": es behandelt den nahezu identischen Themenkreis, aber mit einer beispiellosen Oberflächlich- und Inhaltslosigkeit. Es ist tatsächlich in jedem einzelnen Punkt schwächer, und das ist milde ausgedrückt. Geschrieben ist es in der Art "wir werden X später ausführlich behandeln" - dann kommt 10 Seiten weiter (nach einer Menge unverbindlicher Anekdoten) ein Gemeinplatz über X, vorzugsweise mit Zitat von Stephen Covey oder irgend einem anderen Standardautor von Self-Help-Literatur - und dann noch einmal 10 Seiten weiter die Vergewisserung, "nach dem wir X ausführlich behandelt haben"... NICHTS in diesem Buch wird ausführlich behandelt und mit Nonkonformismus hat es nicht das Geringste zu tun.

Der Autor klopft sich selbst die ganze Zeit auf die Schulter, wie radikal seine Ideen seien - doch diese gehen nie darüber hinaus, Selbständigkeit gegenüber einer Festanstellung oder Vermeidung von Konsumentenkrediten anzupreisen (ohne je über Evidenzen hinauszukommen). Ein paar Tips (natürlich nichts konkretes), wie man sich statt der Uni seine Zeit in Afrika vertrieben kann - das wars. Selbst die "Travel Hacks" sind ein Witz: "Ich benutze meine Flugmeilen...". Von jemandem, der 100+ Länder bereist hat, könnte man besonders da wirklich mehr erwarten.

Ich habe das Buch von Anfang bis Ende gelesen, weil ich mich vergewissern wollte, dass es wirklich möglich ist, mit einem so dreist inhaltslosen Werk tatsächlich gedruckt zu werden und von bekannten Autoren (z.B. Seth Godin) Testimonials einzukaufen, die auf dem Cover das Werk über den grünen Klee loben. Völlig irre, dass Guillebeau mit so etwas durchgekommen ist.


The Ligeti Project
The Ligeti Project

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragende Werksammlung, 10. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: The Ligeti Project (Audio CD)
Zusammen mit der "Works" 9CD Box von Sony Classical hat man die komplette "Edition Ligeti", wie sie vom Künstler selbst konzipiert und umgesetzt wurde. Top-Einspielungen und Aufnahmen. Dabei entfallen auf die Teldec-Box hier die wohl spannenderen Stücke. Aufgrund von Qualität, Vollständigkeit und Preis kann man aber beide uneingeschränkt empfehlen. Einige wenige Stücke liegen in wohl besseren Interpretationen, z.B. durch Pierre Boulez, in der 4CD Sammlung "Clear or cloudy" vor. Dort fehlen aber zahlreiche Schlüsselwerke, die hier lückenlos vorhanden und von Ligeti selbst wundervoll kommentiert sind. Für "Neulinge" ist "Clear and cloudy" oder diese 5CD box hier der wohl beste Einstieg. Bei gefallen kann man sich dann noch "Works" dazuholen.


György Ligeti Works (9 CDs)
György Ligeti Works (9 CDs)
Preis: EUR 21,99

38 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unschlagbar - nicht vom Preis täuschen lassen, 10. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: György Ligeti Works (9 CDs) (Audio CD)
Die Box enthält die von Ligeti selbst begonnene und betreute Komplett-Einspielung seiner Werke durch herausragende Interpreten (Arditti Quartet, Aimard, Chojnacka, Salonen, Tabea Zimmermann...). Dazu gibt es ein Booklet mit hervorragenden Begleittexten von Ligeti selbst. Vergleicht man den CD-Einzelpreis von früher, ist die Box das ultimative Schnäppchen. Sie enthält neben Schlüsselwerken für Kammerensembles, Streichquartetten, Vokal- und Klavierstücken die phantastische CD "Mechanische Musik" für Walzenklavier, Drehorgel etc. Und natürlich die Oper "Le Grand Macabre". Die von Sony begonnene Serie wurde später von Teldec/Warner fortgesetzt - dort gibt es auch eine Box zum Budgetpreis, nämlich "Ligeti Project" (5 CDs). Die beiden Ausgaben ergänzen sich - keine Wiederholungen! Letztlich enthält die Teldec-Box die für mich persönlich interessanteren Stücke, aber man muss das Ganze wirklich als Einheit sehen. Mit 60,- Investition für beide hat man einfach mit 14 CDs das Gesamtwerk eines der interessantesten Künstler überhaupt in Top-Einspielungen zur Hand. Etwas anderes braucht man fast nicht. (Für Fortgeschrittene kann man dann mit der Deutsche Grammophon 4fach CD "Clear or cloudy" noch die herausragenden Pierre Boulez / Claudio Abbado Einspielungen u.a. der Konzerte für Klavier, Geige und Cello / Lontano usw erwerben). Aber die zwei Boxen sind uneingeschränkt empfehlenswert!


Investment Punk: Warum ihr schuftet und wir reich werden
Investment Punk: Warum ihr schuftet und wir reich werden
von Gerald B. Hörhan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

171 von 195 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lustiger als geplant, 28. März 2010
Schön, die üblichen Weisheiten noch einmal neu verpackt zu bekommen. Es ist ja nichts falsch, nur geht das Programm über eine Schwabenfibel wie "Das Lexikon der Finanzirrtümer" nicht hinaus. Und da steht es detaillierter erklärt.

Lustiger fand ich die Bemühung des Autors, sich auf eine vermeintliche Gewinnerseite zu positionieren, deren Definition für unfreiwillige Komik sorgt. Er träfe die tollsten Frauen, fahre die heißesten Schlitten und tanze in den besten Clubs der Welt. Das mit den Autos - geschenkt, aber beim Rest kommt dann eine retortige bis kleinbürgerlich-biedere Auffassung von Lebensqualität durch, dass man schnell merkt: der ahnt noch nicht mal, dass es noch ganz andere Frauen gibt als gestriegelte BWLerinnen mit gescheiterten Modellambitionen. Irgendeine Edel-Klitsche auf Bali ist sicherlich auch ein netter Trost, wenn man ins Berliner Berghain weder auf Liste noch durch Anstehen hereinkommt (wahrscheinlich hängt der aber meistens im P1 ab). Und in Wien ausgerechnet am Stephansplatz wohnen zu wollen... also: nein, echt jetzt. Mehr als die vollkommene Unfähigkeit, sich mit Geld auch nur ansatzweise aus seinem Schulzeit-Eckenstehertum zu lösen, gibt das einfach nicht her.
Das vielzitierte Hamsterrad hat er entgegen seiner eigenen Annahme nie verlassen. Was ist bitte daran Punk, den ganzen langen Tag in Buchführungsunterlagen herumzublättern? Um Mißverständnisse zu vermeiden: Ich habe gar nichts gegen einen Überfluss an Geld, ganz im Gegenteil. Es ist nur insofern witzig, dass "Investment Punk" (schöner Titel eigentlich - schade, dass er für so wenig verheizt wurde) zeigt, wie wenig Geld als Selbstzweck hergibt, wenn einem die Kultur des Ausgebens vollkommen abgeht. Null Fantasie der Mann.

Wie erfrischend war dagegen die "Vier-Stunden-Woche" von Tim Ferriss? Und selbst der sah irgendwie öde aus auf seinen Facebook Fotos. Aber Aston Martin fahren ohne über 16-Stunden-Tage zu jammern (über die Bande Leistungsstolz - an irgendwas muss man sich ja festhalten) ist irgendwie souveräner.

PS. Das "Punk"-Foto von dem Typen auf dem Innencover ist fast noch besser als der Text.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2010 5:15 PM MEST


GEMA, GVL & KSK: Die Praxishilfe für Musiker und Musikverwerter. Mit Ausfüllhilfen, Rechenbeispielen und Checklisten zum optimalen Ergebnis
GEMA, GVL & KSK: Die Praxishilfe für Musiker und Musikverwerter. Mit Ausfüllhilfen, Rechenbeispielen und Checklisten zum optimalen Ergebnis
von Lothar Scholz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,00

28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es ginge auch anders, 7. November 2009
Was in dem Buch steht ist korrekt, sorgfältig und übersichtlich. Ärgerlich ist allerdings, das geradezu nichts drin steht, was nicht auch in den Standardinformationen der drei beschriebenen Institutionen erläutert ist - und die kosten nicht 28 Euro, sondern sind gratis zu beziehen. Dass das Buch zur Hälfte aus Nachdrucken von unausgefüllten (!) Originalformularen besteht, ist nicht nur ökologisch bedenklich. Das vorliegende Buch taugt also nur für diejenigen, die diese Materialen in gebundener Form haben möchten.

Es ist geradezu unverschämt, wie wenig spezifisches Wissen verarbeitet wurde. Alle Fragen die für Künstler wirklich interessant werden, wenn sie erstmal den benannten Organisationen beigetreten sind, werden nicht mal angeschnitten. Für die Interessen von Konzertveranstaltern und Tonträgerherstellern ist das Buch NOCH unergiebiger!

Nur ein paar Anregungen:
- Was muss ich bei Vertragsgestaltungen beachten, damit maximale GVL-Erträge erzielt werden? (Stichwort Abzug für Produzenten, Anteile Dritter usw.)
- Wie kriege ich GVL-Ausschüttungen für Einnahmen aus Staaten, für die es keine Gegenseitigkeitsvereinbarungen mit der GVL gibt, z.B. USA?

- Wie kann ich aktiv darauf hinwirken, dass ich bei der GEMA die Wertung "E" erhalte?
- Wie werde ich ordentliches Mitglied der GEMA, wenn ich voraussichtlich nicht ohne weiteres auf den erforderlichen Umsatz komme?
- Wie komme ich an Gelder aus den sogenannten "Töpfen" der GEMA?

- Was für Fördermöglichkeiten bieten GEMA und GVL? Was genau leisten die Sozialfonds der beiden?
- Gibt es internationale Alternativen? Also z.B. statt GEMA zur SACEM?
- Wie kann ich als Komponist nur bestimmte Nutzungen durch die GEMA vertreten lassen und z.B. die Sparte mechanische Vervielfältigung ausklammern?
- Ein Kapitel "Verlagsverträge" und deren Auswirkung auf die eigenen GEMA-Bezüge wäre ja auch toll, aber ich verlange zu viel, anscheinend.

und und und......

Dazu gibt es NICHTS. Der Untertitel "... zum optimalen Ergebnis" suggeriert ja eigentlich genau, dass die oben aufgeworfenen Fragen beantwortet werden! "Optimales Ergebnis" heißt aber bei Scholz anscheinend überhaupt Mitglied werden.

Das entscheidende Problem ist letztlich die Praxisferne des Autors, der sich darauf beschränkt, einfach nur Verwaltungsvorgänge zu beschreiben, ohne Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen (ja ja, Musik-Journalist und -Funktionär ist er, aber weder professioneller Musiker noch Jurist noch im Musikmanagement - da fehlt einfach das einschlägige Expertenwissen).

Also: besser das Geld gespart und einfach die Infomaterialien direkt von GEMA, GVL und KSK bezogen. Ausfüllhilfe - auch telefonisch - bieten die nun wirklich alle!


Le Sacre du Printemps-Stefan Goldmann Edit
Le Sacre du Printemps-Stefan Goldmann Edit
Preis: EUR 20,53

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Expedition in das Reich der Konzertsaalakustik, 6. Mai 2009
Der Berliner Produzent und DJ Stefan Goldmann überreicht uns mit seinem Edit die Eintrittskarte in den schillernden Zauberwald der Klassik. Igor Stravinskys abwechslungsreiches, elektrisierendes Werk "Le Sacre Du Printemps" zählt wohl zu den bedeutendsten der klassischen Musik und ist schlicht und ergreifend überwältigend.

Goldmann nimmt bei seinem Arrangement keinen Einfluss auf die Komposition selbst, sondern teilt viel mehr Dutzende verschiedene Aufnahmen aus unterschiedlichen Sälen in 146 Segmente und fügt diese so zusammen, dass ein neues innovatives Hörerlebnis entsteht. Die Intention Stravinskys sollte dabei zu keiner Zeit verloren gehen. Man begibt sich mit dieser Interpretation eines Meisterwerks auf eine Reise durch die Konzerthallen dieser Welt, ohne dabei auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen.

So kriegt man nicht nur eine Rundreise durch die Feinheiten der Interpretation (die Aufnahmen werden von verschiedenen Orchestern und Dirigenten gespielt), sondern auch ein elektroakustisches Erlebnis dank verschiedener Mikrophonierungen und Klangmischungen. Letztlich ein Avantgarde-Werk, das sich gar nicht mit Krach aufdrängt, sondern die Feinheiten feiert.

Für Freunde der Klassik, aber auch für diejenigen, die diesem Genre nicht so zugeneigt sind, eine klare Bereicherung des Musikportfolios.


Apostoloff
Apostoloff
von Sibylle Lewitscharoff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,80

10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Apostoloff., 13. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Apostoloff (Gebundene Ausgabe)
Gleich vorab: Ich bereue die Lektüre nicht. Sprachlich oft über die Grenzen des Erträglichen hinaus überkandidelt, eine dünne Handlung, drastische Ungleichgewichtungen in der Herausarbeitung der Charaktere (Titelmensch Apostoloff bleibt vollkommen flach), dürftige Kenntnis der Materie "Bulgarien" - Mängel hat das Werk durchaus.

Insofern ist es prädestiniert, Erwartungen zu enttäuschen. Es ist weder das große Bulgarien-Schmähbuch, das nach der Presse vorab zu erwarten war, noch eine "ironische Ost-West-Geschichte": Es ist ein schwäbischer Stream-of-Consciousness-Text, der nie den Kopf einer Giftnudel verlässt, die ein überlebensgroßes, vollkommen im Dunkeln bleibendes Vaterproblem mit sich herumträgt. Wer also irgendetwas mit fremden Kulturen erwartet, ist hier falsch - Stuttgarter Vorortleben ausgenommen.

Nach dem Unsinn, den die Autorin in Interviews zum Thema Bulgarien von sich gegeben hatte, war Schlimmes zu erwarten. Im Buch löst sich das aber alles ganz gut auf. Das Balkan-Bashing geht zwar auf Seite 2 los, offenbart sich aber schnell als persönliche Transferhandlung der Ich-Erzählerin, die darin ihren Vaterkomplex geographisch ausweitet. Und siehe da, ist einmal diese Pathologie klar, sortiert sich alles in feine Ironie, die die großen Brocken Stuss umfließt.

Belohnt wird man mit stark gelungenen Rückblicken ins deutsche Provinzleben, geisterhaft skizzierten Verwandten (von einer Tante meint man nur die überschminkten Lippen und die Truhe voller Liebesbriefen zahlloser Männer zu sehen) und einer vorzüglichen Darstellung der Sinnlosigkeit von einwöchigen Tour-de-force-Besichtigungen fremder Länder: Eine gewisse Komik entwickelt das Engagement Apostoloffs, seinen Gästen im Schnelldurchlauf Kulturdenkmäler zu präsentieren, im Zusammenspiel mit deren völliger Unfähigkeit, sich geistig aus Stuttgart-Degerloch (oder: Berlin) zu lösen - zwei höchst inadäquate Verhaltensweisen treffen aufeinander und darum spinnt sich dann der Rest.

Obwohl manches unschlüssig/unüberzeugend wirkt und der Bulgarien-Trip bis auf 3-4 Klischees praktisch genau so gut auch nach Belgien hätte führen können, ohne dass das Buch etwas gewinnen oder verlieren würde (da wurde also einiges vertan), gelingen der Autorin doch teilweise fast schon Arno-Schmidt-hafte Textpassagen. Aus der Perspektive von Menschen, die ihre Aversion gegen Schwaben pflegen wollen: Erstklassiges und aufregend anderes Material! Man muss nur gegen den Strich bürsten.


The Transitory State
The Transitory State
Preis: EUR 21,13

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Transitory State, 19. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: The Transitory State (Audio CD)
CD übertrifft das, worauf alle Welt hier gewartet hat: Goldmanns Clubtracks am laufenden Band - ein Album, dass praktisch ohne Lückenfüller auskommt und dieses Jahr sicherlich mit zum Besten gehört, was es im ganzen Bereich Minimal/House/Techno überhaupt gibt. Sleepy Hollow, Lunatic Fringe, The Bribe - alles dabei. Angenehmer Weise wurde auf Downtempoausflüge und ähnlichen Unsinn verzichtet, der im Albumformat gerne eingeschoben wird.
Wie schon in der Besprechung unten zu sehen ist, findet sich die wirklich harte Kost auf der zweiten CD. Wer auf harmonischen Ambient gehofft hatte wird hier komplett vor den Kopf gestoßen. Bis auf wenige Momente kommen Harmonien eigentlich überhaupt nicht vor (von Beats ganz zu schweigen). Wenn man sich daran aber erstmal gewöhnt hat, merkt man dass eine ganz eigene Schönheit auf einer ganz anderen Ebene rüberkommt. Mir zumindest fällt nichts ein, was auch nur annähernd ähnlich ist. Die Stücke spannen sehr schlüssige Bögen, sind sehr zart in ihrer Konsistenz und ergeben ein ziemlich einnehmendes Gesamtbild. Auch wenn zu erwarten ist, dass er dafür jede Menge Prügel von der Technofraktion beziehen wird, ist zu bewundern, dass sich hier einer mal wirklich etwas getraut hat.
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