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Rezensionen verfasst von
Martin Wiest

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Unendlich (Limited Deluxe Version im Digipack)
Unendlich (Limited Deluxe Version im Digipack)

5.0 von 5 Sternen Endlich ein unmissverständliches Statement, 23. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Natürlich, allen Recht machen kann man es nie. Bei Subway to Sally und Saltatio Mortis beschweren sich viele alte Fans, dass sie sich musikalisch zu sehr von ihren Wurzeln entfernt haben, bei Schandmaul beschweren sich dagegen viele, dass sich die Band "kaum weiterentwickelt", allenfalls "etwas poppiger" rüberkommt als früher.
Das stimmt auch und jeder muss sich natürlich selbst entscheiden, ob ihm das gefällt. Jedenfalls hört man diesem Album sofort an, dass es von Schandmaul ist. Verwechslung ausgeschlossen. Fast alle Lieder sind in genau dem Stil, den man von Schandmaul gewohnt ist.
Ein paar Neuheiten gibt es trotzdem:
Nachdem praktisch allen Folk-Rock-Bands (zum Beispiel in den Kommentaren unter ihren Youtube-Videos) ständig (unsinnigerweise) vorgeworfen wurde, sie seien "rechts", weil sie (mit dem Mittelalter) "eine Zeit glorifizieren, in der Minderheiten massiv unterdrückt und verfolgt wurden", kommt auf diesem Album mit dem Stück "bunt und nicht braun" endlich ein Bekenntnis gegen rechts, das selbst der größte Idiot unter den Youtube-Kommentatoren kaum falsch interpretieren kann. Natürlich, wer sich auch nur kurz ernsthaft mit den wichtigsten deutschen Bands des Genres befasst hat, wusste schon immer, dass die Vorwürfe Unsinn waren, aber jetzt hat man endlich etwas an der Hand, worauf man die Unbelehrbaren verweisen kann.
Auch sehr schön ist "Euch zum geleit". Das Stück ist doch mal sehr untypisch für die Band, die nicht viele echte Balladen macht, aber die Geschichte hinter dem Lied und das Lied selbst sind erfrischend ehrlich und emotional.
Der Rest der Stücke ist genau das, was man von jedem anderen Schandmaul-Album auch erwarten kann. "Saphira" und "Märchenmond" verraten schon im Titel ihre Inspirations-Quelle, "Mittsommer" liefert Musik für einen weiteren festiven Anlass neben der "Walpurgisnacht" von früheren Alben und "In deinem Namen" formuliert wieder Kritik an Praktiken der Kirche im Mittelalter. Mit insgesamt 15 Stücken ist das Album auch von der Länge her sein Geld wert.

In der Limited Deluxe Version wird das ganze ergänzt durch eine zweite CD, auf der nochmal 12 Stücke des Albums in einer alternativen, akustischen Version geliefert werden, die sich schon beim ersten Zuhören deutlich von der Musik des Haupt-Albums unterscheidet, teilweise sogar im Text. Ein schöner Bonus, auch wenn man sich vielleicht überlegen kann, ob das Stück "Kaspar" ohne den breiten bayrischen Dialekt des Gastmusikers Stefan Dettl nicht deutlich besser klingen würde.
Und dann ist da natürlich auch noch eine DVD...


Blackstone Chronicles
Blackstone Chronicles

4.0 von 5 Sternen Ein lehrreicher Klassiker mit Kompatiblitätsproblemen, 23. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Blackstone Chronicles (Computerspiel)
Blackstone Chroniken ist in erster Linie ein schöner Klassiker des Point&Click-Genres. Es vermittelt eine düstere, leicht unheimliche Atmosphäre. Die Geister, denen man im Heim begegnet, sind glaubhaft umgesetzt, die Vermittlung von Wissen über die Geschichte der Psychiatrie mittels Infotafeln im Krankenhaus und durch die Erzählungen der Geister der Insassen und Angestellten ist gut gemacht, wenn auch natürlich nur ein Nebenprodukt. Tatsächlich entspricht fast alles den Tatsachen, wenn es auch stellenweise etwas für Laien vereinfacht wurde und (allein schon aufgrund des Alters des Spiels) nicht mehr ganz auf dem aktuellsten Stand.

Die Rätsel des Spiels sind recht logisch Das Horror-Moment des Spiels wird durch die Atmosphäre und die Geschichte aufgebaut und verwendet stellenweise etwas überraschende Video-Sequenzen, verzichtet aber auf billige Jump-Scares, was durchaus positiv zu sehen ist. Am Ende fragt man sich, ob man nun das Spiel an sich gruseliger fand, oder die tatsache, das praktisch alle gezeigten "Behandlungsmethoden" für "psychische Krankheiten" tatsächlich angewendet wurden. Einige aus heutiger Sicht sehr barbarische Varianten sogar noch bis vor wenigen Jahrzehnten in den Industrienationen und in manchen anderen Staaten bis heute.

Nachteil: Das Spiel verwendet QuickTime von Apple und war für Windows 98 ausgelegt. Auf neueren Betriebssystemen wie Windows 7 oder 8 kann es zu massiven Kompatibilitätsproblemen kommen und selbst die neueste QuickTime-Version ist nur bedingt kompatibel zu modernen Windows-Systemen. Ich habe eine halbe Stunde gebraucht, das Spiel auf Windows 8 zum Laufen zu bekommen und selbst dann waren die Video-Sequenzen, von denen es im Spiel reichlich gibt (Jede Vorwärts-Bewegung ist als Videoseqeunz angelegt), nicht erträglich ansehbar. Natürlich kann man diese alle überspringen, indem man sich mit Rechtsklicks statt mit Linksklicks durchs Spiel bewegt, aber das beeinträchtigt die Atmosphäre und das Spielgefühl schon wesentlich. Für den reinen Retro-Effekt habe ich es trotzdem nochmal durchgespielt, aber für Leute, die keine Lust haben, sich mit dem Programm auseinanderzusetzen, um es zum Laufen zu bekommen, kann das sehr frustrierend sein.

Fazit: Wenn sie noch irgendwo ein Windows 98 am Laufen haben, empfehle ich das Spiel ohne Einschränkungen. Für Nutzer modernerer Betriebssysteme macht das Spiel leider evtl. viel Arbeit, bis es läuft und hat dann evtl. viel weniger Atmosphäre (Habe allerdings auch von leuten gelesen, bei denen es ohne Probleme lief nach ein paar Arbeitsschritten). Ich rate durchaus dazu, sich darüber Gedanken zu machen, ob man das Experiment wagen will.


Disney: Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden: Die Biografie von Don Rosa
Disney: Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden: Die Biografie von Don Rosa
von Don Rosa
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch wenn Don Rosa sich da bescheidener ausdrückt: Das IST die Biographie von Dagobert. Die einzig wahre., 26. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Don Rosa schrieb jene Comics in diesem Buch in Anlehnung an alles, was er in Carl Barks Comics über Dagobert erfahren konnte. Nahezu jedes noch so kleine Detail wurde beachtet und eingebaut. In der vorliegenden Ausgabe mit Annotationen von Don Rosa selbst wird sogar genau erklärt, was er wo eingebaut hat. So viel Detail-Verliebtheit trifft man bei Comic-Zeichnern selten. (Den neuen Asterix-Autoren hätte ich zum Beispiel auch nur einen Bruchteil dieser Hingabe und Detail-Verliebtheit gewünscht, dann wäre der neue Asterix-Comic auch mehr als lächerlicher Klamauk...)

Dies sind die Dagobert-Comics, mit denen ich aufgewachsen bin und über die ich Dagobert wirklich kennen gelernt habe. Tatsächlich finde ich Dagobert in den meisten Comics, die weder von Barks, noch von Rosa gezeichnet wurden, einfach nciht authentisch und vor allem nicht besonders "stetig". Klar, geizig ist er in allen. Aber der Barks'sche und Rosa'sche Dagobert ist ein Selfmade-Mann, der für jeden einzelnen Kreuzer hart gekämpft hat und der nur ein einziges Mal in seinem Leben ein Verbrechen begangen hat. In Comics anderer Zeichner wendet sich zwar am Ende meistens auch alles zum Guten, aber meistens nur durch Eingreifen von Tick, Trick und Track. Das ist etwas, dass der Rosa'sche Dagobert eigentlich nicht nötig hat. Außerdem hasst der Rosa'sche Dagobert es, wenn man seine "Nummer Eins" als "Glückszehner" bezeichnet und würde das Geld in seinem Geldspeicher niemals ausgeben, weil er im Geldspeicher nur das Geld lagert, dass er selbst von Hand verdient hat und von dem er die Geschichte jeder einzelnen Münze kennt. Andere Autoren sind da deutlich freigiebiger...

Fazit: Über Dagobert geschrieben wurde viel. Aber nur das hier ist die (inoffizielle) offizielle Biographie des "letzten aus dem Hause der McDucks". Rosa hat diesen Anspruch nie für sich erhoben, aber nach Veröffentlichung dieses Werks hat sich kein anderer Zeichner mehr an dieses Thema herangetraut und das spricht für sich. Man muss den Zeichenstil auch nicht mögen (ich tue es), aber kein anderer konnte je so emotional aus Dagoberts Leben berichten...
Wer immer noch glaubt, der Inhalt von Dagoberts Geldspeicher oder Dagoberts "Nummer eins" seien sein wertvollster Besitz, dem sei dringend geraten, dieses Buch zu lesen.

Um die Dagobert-Erfahrung ganz abzurunden, empfehle ich übrigens den Soundtrack des finnischen Musikers Tuomas Holopainen zusätzlich zu diesem Buch, der selbst ein großer Fan von Rosa ist und wieder einmal beweist, dass er auch außerhalb des Metal-Genres großartige Musik fabrizieren kann...


The Life and Times of Scrooge
The Life and Times of Scrooge
Preis: EUR 17,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Album, 26. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Life and Times of Scrooge (Audio CD)
Natürlich, dieses Album ist ganz offensichtlich kein Metal, sondern ein Soundtrack. Ein epischer Soundtrack zu einem epischen "Buch" (das ich auf jeden Fall zusammen mit der CD bestellen würde, sollte man noch nicht alle Episoden aus Dagoberts Leben von Don Rosa gelesen haben!)

Die Lieder dieses Albums treffen sehr gut die verschiedenen Lebensphasen von Dagobert. Seine Kindheit als armer Junge in Schottland, sein Auswandern in die USA im Alter von 13 Jahren, seine Zeit als Cowboy, die Didgeridoo-Klänge aus Australien, seine Zeit am Klondike (die wichtigste Zeit seines Lebens), sein Abschied von seinem Vater zurück in Schottland, das Erreichen seines größten (offiziellen) Ziels und dann sein Alter und sein Rückzug in Einsamkeit, gefangen in Erinnerungen und Trauer, bevor sein Neffe und seine Großneffen ihn ins Leben zurückholen...

Ganz besonders gefällt mir "The Last Sled". Hier fängt Tuomas einen der emotionalsten Momente im Leben von Dagobert perfekt ein. Dieses Lied, und die zugehöriges Hintergrundgeschichte, der Anfang von "Der letzte Schlitten nach Dawson" sind zusammen ein Kunstwerk, das seines gleichen sucht. Dieses Lied wird auf jeden Fall für eine ganze Weile mein Lieblings-Stück bleiben.

Einzig der Sinn der zweiten CD, dem Instrumental-Version, erschließt sich mir noch nicht ganz. Drei Stücke des Haupt-Albums sind schon von sich aus Instrumental, drei weitere enthalten kaum Text. Aber einen Bonus nehme ich natürlich gerne mit.

Die Illustrationen sind super und das Case hat eine hohe Qualität, passt nur aufgrund seines Formates wohl nicht in jedes CD-Regal...

Fazit: Ein wunderbares und vielfältiges Album für jeden, der guten Soundtrack liebt, ein Fan von Don Rosas Dagobert-Reihe ist oder auch nur einfach der Meinung ist, dass Tuomas auch geniale Musik macht, wenn er gerade mal keinen Metal produziert.

Wer dagegen nicht in der Lage ist, die Beschreibung zu lesen und glaubt, es hier mit einem Metal-Album zu tun zu haben, sollte dagegen lieber die Finger davon lassen statt sich hinterher darüber zu beschweren, dass man selbst nicht lesen konnte/wollte...


Drachen. Mythologie - Symbolik - Geschichte
Drachen. Mythologie - Symbolik - Geschichte
von Karl P. N. Shuker
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Ein echter Shuker, 15. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch ist ein echter Shuker, und das merkt man auch.

Karl Shuker versteht sich darauf, Geschichten, Sagen und Erzählungen zusammenzutragen und thematisch sortiert aufzubereiten. Das ist ihm nicht nur bei seinem "Weltatlas der phantastischen Phänomene" gelungen, sondern auch hier - in deutlich kleinerem Maßstab - beim Thema Drachen.

Das Buch fasst die Vorstellungen von Drachen aus mehreren Kontinenten und aus mehreren Epochen gut zusammen. Wer also mit dem Thema befasst ist, für den kan dieses Buch eine nette Ergänzung sein.

Mehr allerdings auch nicht. Statt sich mit kultur-historischen Themen im Zusammenhang mit Drachen auseinanderzusetzen, wie es die meisten anderen "Drachenforscher" (Bandini, Schwerdt,...) tun, zieht Shuker lieber "kryptozoologische" Schlüsse. Im Prinzip suggeriert er, dass es sich bei den überlieferten Drachensichtungen wohl entweder um Sichtungen seltener und von der Wissenschaft bislang für ausgestorben gehaltene Spezies handelt, oder aber tatsächlich noch irgendwo auf der Erde versteckt und weitestgehend unentdeckt echte Drachen leben. Diesen Gedanken fände ich persönlich natürlich auch sehr verlockend. Andererseits ist das doch ein wenig fundierter und unwissenschaftlicher Ansatz.


Belkin Notebook-Rucksack für Notebooks bis zu 43,2 cm (17 Zoll) kohlenschwarz/weinrot
Belkin Notebook-Rucksack für Notebooks bis zu 43,2 cm (17 Zoll) kohlenschwarz/weinrot
Preis: EUR 36,95

4.0 von 5 Sternen Gutes Preis-Leistungsverhältnis, 15. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe den Rucksack jetzt schon eine ganze Weile. Tatsächlich sind die einzigen Kritikpunkte, die ich habe, die rutschenden Gurtbänder, so dass man die Gurtlänge häufig neu einstellen muss und eine Naht am Reisverschluss, die aufgegangen ist über eine Länge von etwa 2 cm.

Ansonsten ist alles prima. Die Aufteilung der Fächer ist in Ordnung, der Tragekomfort ist (bei meinem Körperbau) hoch und die mitgelieferte Kabeltasche eine gute Sache.

Platz haben in dem Rucksack nicht nur mein Laptop, mein Papierkram (Block und einige Unterlagen), zwei Stifte in Stift-Fächern, Kleinkrust in einem Fach mit Reisverschluss und mehreren kleinen Seitenfächern, sondern durchaus auch mehrere Bücher und auch meine Jacke und eine große PET-Flasche. Im Prinzip also vollkommen alltagstauglich, nicht nur für den Transport des Laptops.


Zork - Der Großinquisitor
Zork - Der Großinquisitor
Wird angeboten von Rare-Games
Preis: EUR 29,95

4.0 von 5 Sternen Ein Klassiker, 15. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zork - Der Großinquisitor (Computerspiel)
Zork - Der Großinquisitor ist eindeutig das humorvollste Spiel der Zork-Reihe. Angefüllt mit Anspielungen und Satire jagt einen das Spiel durch die Untergrundwelt unter Zork. Immer auf der Suche nach einem Weg, den Großinquisitor und seine Schergen zu besiegen und das Magie-Verbot aufzuheben.

Viele Szenen in dem Spiel sind tatsächlich nicht animiert, sondern mit Schauspielern eingespielt. Natürlich, die Auflösung ist ziemlich niedrig und graphisch kann das Spiel mit den meisten modernen Spielen nicht mithalten. Inhaltlich aber durchaus.

An dieser Stelle sei gewarnt, dass der derbe humor nicht jedem gefallen muss. Um die Verfolgung der Magier und Zauberwesen durch die Truppen des Großinquisitors zu illustrieren wurden zum Beispiel Filmausschnitt verwendet, die entweder Original-Aufnahmen aus der Reichskristallnacht sind oder zumindest bewusst so aufgenommen wurden, um diesen Eindruck zu erwecken.

Außerdem braucht man eine gewisse Frust-Toleranz, insbesondere, wenn man dazu neigt, nicht oft genug zu speichern. In diesem Spiel kann man sterben. Und dann wird man nicht an den Anfang der Szene zurückgesetzt, sondern muss neu laden... Allerdings sind die Texte, die man je nach Todesart zu lesen bekommt, durchaus lesenswert. ;-)

Alles in allem ein recht kurzes, aber durchaus kurzweiliges, humorvolles Adventure, von dem sich viele der heutigen Produktionen durchaus noch etwas abschneiden könnten. Die Rätsel sind größtenteil stimmig, an mehreren Stellen kann man Rätsel auf verschiedene Weisen lösen (einfach oder kompliziert) und die Story ist zwar verrückt, aber nicht total daneben. Außerdem gibt es weder ätzendes Pixel-Hunting (klicke auf genau diesen Punkt, nicht auf den daneben) noch übertriebene Reaktions-Spiele (klicke genau in der Millisekunde, in der der Typ wegschaut). Damit fallen schonmal zwei der dämlichsten Dinge weg, die sich die Spiele-Industrie für Adventures ausgedacht hat...


Pegasus Spiele 17126G - Munchkinomicon Booster
Pegasus Spiele 17126G - Munchkinomicon Booster
Preis: EUR 3,99

5.0 von 5 Sternen Büchlein, Büchlein, du musst wandern..., 15. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es stimmt: Wenn man Munchkinomicon ins Spiel bringt, richtet sich tatsächlich viel nur an dem Buch aus, das sehr mächtig ist und sehr mächtige Zaubersprüche mit sich bringt.
Tatsächlich ist es aber das einzige Booster für Munchkin, das dem Spiel tatsächlich eine echte Variation bringt. Während die Karten der anderen Booster in die - bei Grundspiel und mittlerweile 7 Erweiterungen der Basis-Version -zuweilen doch riesigen Kartenstapel hineingemischt werden, bringt das Munchkinomicon einen eigenen zusätzlichen Kartenstapel ins Spiel, was dazu führt, dass man die Karten auch tatsächlich sicher im Spiel zu Gesicht bekommt. Außerdem ist es so mit jeder Munchkin-Variation verwendbar (auch wenn es thematisch nicht immer passt), ohne dass man Probleme damit bekommt, dass man die Karten schon an ihrer Kartenrückseite vor dem Ziehen erkennt. Sozusagen also universell einsetzbar.

Nachteil? Naja, der Kampf um das "Buch der Bücher" - zumindest für echte Munchkins - lässt einen vielleicht das eigentliche Ziel des Spiels etwas aus den Augen verlieren... Die Verlockung der Macht ist eben doch zu groß.


Pegasus Spiele 17240G - Munchkin Apocalypse
Pegasus Spiele 17240G - Munchkin Apocalypse
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen Wenn man mal keine 4 Stunden Zeit hat..., 15. Mai 2014
In erster Linie ist Munchkin Apokalypse natürlich ein Munchkin-Spiel. Destruktiv, lustig, unsinnig.
Der große Nachteil bei Munchkin-Spielen ist jedoch meistens, dass man sehr viel Zeit einplanen muss. Unter 30 Minuten pro Mitspieler fangen wir i.d.R. gar nicht mehr an.

Hier ist Munchkin Apokalypse anders. Durch den ständigen Druck der drohenden Apokalypse durch die gebrochenen Siegel bleibt der Schwung im Spiel und man kann sich fast sicher sein, dass das Spiel auch in endlicher Zeit zu einem Ende kommt.

Außerdem erscheint mir Munchkin Apokalypse ein Stückchen taktischer als andere Munchkin-Variationen. In erster Linie wirken die Siegel wie die "Dungeons in Munchkin 6: Durchgeknallte Dungeons" haben jedoch zusätzlich zum andauernden Effekt noch einen einmaligen beim 'brechen'. Allerdings muss man sich auch wirklich Gedanken machen, ob man das nächste Siegel öffnet, wenn einem das aktuelle nicht gefällt. Wird nämlich das siebte Siegel geöffnet, endet das Spiel und es gewinnt nicht etwa der Spieler mit der höchsten Stufe, sondern der mit dem höchsten Bonus durch Gegenstände. Das kann einen großen Unterschied ausmachen. Tatsächlich sollte man sich sogar überlegen, ob man überhaupt das sechste Siegel öffnet, wenn man nicht der mit den meisten gegenständen ist, schließlich könnte jemand anderes noch eine Katastrophe auslösen und...

Ein weiterer Unterschied in Munchkin Apokalypse ist das meiner Meinung nach bessere Balancing. Zieht man in einer "normalen" Munchkin-Runde einfach keine Monster niedriger Stufen am Anfang kommt man garantiert nicht vom Fleck. Erst recht nicht, wenn einen die anderen Spieler mit Flüchen und Monsterverstärkern bombardieren. In Munchkin Apokalypse gibt es ein Siegel, dass die stärksten Spieler dauerhaft schwächt und eines, das die schwächsten Spieler dauerhaft stärkt. Zudem ist am Ende möglicherweise dann ja gar nicht die erreichte Stufe von Bedeutung... Und wenn ein Spieler stirbt, dann wird ein weiteres Siegel geöffnet. Und das wollen die Spieler vielleicht gar nicht. Sprich: Auch Monsterverstärker & Co. werden deutlich taktischer eingesetzt...

Gibt es auch etwas Negatives? Ja. Die Klasse "Kind" finde ich völlig nutzlos. Kann nur Boni geben in Kämpfen, in denen es selbst nicht beteiligt ist und statt zu sterben (mit allen Konsequenzen, inklusive neuer Ausrüstung, einem geöffneten Siegel, etc.) verliert es eine Stufe. Damit negiert es den taktischen Vorteil des Zurückhaltens von Monsterverstärkern und macht sich zum perfekten Opfer...
Im Prinzip ist das Kind natürlich eh nur als kleines Homage an die alten Endzeit-Spiele wie Fallout etc. drin. Aber es bringt eben nix. Vor allem verglichen mit den anderen, wirklich sinnvollen Klassen.
Und natürlich gibt es wieder ein paar Fälle von "Lost in Translation", wenn man die deutsche Version spielt.

Fazit: Für Munchkin-Einsteiger vielleicht wegen der taktischen Tiefe tatsächlich nicht der beste Anfang, aber genau das Richtige für Spiele-Abende, an denen man nach Munchkin auch noch was anderes spielen will. So etwas völlig un-Nerdiges wie "Dungeon Fighter" zum Beispiel. ^^


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