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Rezensionen verfasst von
S. K. (Sauerland)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   

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Sherlock - Staffel 3 [Blu-ray]
Sherlock - Staffel 3 [Blu-ray]
DVD ~ Benedict Cumberbatch
Preis: EUR 19,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leicht formschwache Rückkehr, 20. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Sherlock - Staffel 3 [Blu-ray] (Blu-ray)
Helden wie Sherlock Holmes sterben nicht. Es muss nur der Begriff „Reichenbachfall“ genannt werden, um zu wissen dass nichts ist wonach es zunächst scheint. Sherlock ist im Finale der zweiten Staffel gezwungenermaßen in den Tod gesprungen, um das Leben jener zu retten, die ihm am meisten bedeuten. Aber eben nur scheinbar, das haben ja die letzten Sekunden vor den Credits gezeigt.
Und nun, nach zwei Jahren, in welchen es ihm gelang Moriartys kriminelle Organisation Stück für Stück im Ausland zu zerstören, taucht das Empathie-unfähige Ermittler-Genie mir nichts, dir nix wieder auf, nachdem „Bruderherz“ Mycroft ihn zurück nach England bestellt, weil Königin und Vaterland einer terroristischen Bedrohung gegenübersteht.
Also: Zurück ins Leben, zurück nach London, zurück zu den Freunden – die seinen gefakten Tod bis zu seiner Rückkehr nicht überwunden haben. Im Besonderen ist es John Watson, dem der gedachte Verlust seines Partners und besten Freundes am meisten zu schaffen gemacht und deutliche Spuren hinterlassen hat. Die unerwartete Wiedervereinigung des Duos gerät somit ausgesprochen emotional, allerdings ohne überglücklichen Empfang mit offenen Armen, wie man vielleicht erwarten würde.

Ich komme direkt auf die Stärke dieser dritten Season von „Sherlock“, die aber gleichzeitig einen direkt damit verbundenen Schwachpunkt in sich trägt.
Zwischen Sherlock und John wird so stark gemenschelt wie nie zuvor. Das ist schön. Das ist gut. Das verursacht zahlreiche berührende wie urkomische Momente, was mit dem von Sherlock frech eingeleitetem Wiedersehen seinen Anfang hat und einen Großteil der Handlungszeit dieser Staffel einnimmt. Vor allem ist es John, bei dem sich alle durch die Trauer aufgestauten Gefühle unkontrolliert entladen. Erst sprachlos und perplex, schmeisst er sich dann ruckartig auf Sherlock. Darauf folgt statt einer vor Freude überschäumenden Umarmung der Zwang, den Totgeglaubten eigenhändig zu erwürgen. Und was macht Holmes? Tut so, als sei sein langzeitiges Verschwinden eine einfache Lappalie, wofür er gleich die nächste Quittung in Form einer blutigen Nase kassiert.
Oh my dear, ich hab bei „Der leere Sarg“ Tränen gelacht, bis ich beinah auf dem Boden lag. *ggg*

Doch bei allem Humor, die ersten Töne werden ebenso vortrefflich übertragen.
Nie ausgesprochene, aber stets in der Luft liegende Worte fallen hier endgültig, und so bekommt Watson die Chance sich die Seele aus dem Leib zu sprechen, seine Gedanken- und Gefühlswelt zu offenbaren, zu zeigen, wie viel ihm Sherlock tatsächlich bedeutet… Die Wut und das Unverständnis, dass Sherlock ihm in den zwei Jahren nicht ein einziges, kleines Lebenszeichen zukommen ließ, ist so greifbar wie nix anderes.
Andersherum zeigt auch das Superhirn eine ganz neue Seite von sich. Obwohl weiterhin ein sozialer Trampel, bekundet er so offen wie nie die Selbstaufopferungsbereitschaft für seinen besten Freund, dessen anstehende Ehegattin Mary Morstan und alle anderen, die ihm lieb und teuer sind. Das gipfelt in einer Verzweiflungstat, die gleichermaßen überrascht wie schockiert.

Das Privatleben des detektivischen Duos bekommt demnach hier sehr viel mehr Raum als in den Staffeln zuvor. Jedoch auch mehr als die zu ermittelnden Fälle, die hier – mit Ausnahme der finalen Episode - fast schon zu einem nebensächlichen Element dieser Serie degradiert werden. Obwohl ich es jederzeit begrüße wenn sich Charaktere wie hier in „Sherlock“ ausgiebig entfalten dürfen, meine ich doch dass die Serienmacher hier ein klein wenig über das gewünschte Ziel hinausgeschossen sind. Die Auftaktfolge hätte vollkommen ausgereicht, die menschlichen Seiten der Charaktere intensiv auszuleuchten und die Wiederkehr Sherlocks in allen Zügen auszukosten. Leider zieht sich das Ganze noch weit in die mittlere Folge hinein, so dass „Der Leere Sarg“ und „Im Zeichen der Drei“ nur einen Bruchteil an Zeit für die Fall-Ermittlung zulassen. Gut, die Hochzeit der Watsons ist natürlich auch ein Anlass für ein entsprechendes Maß an Zwischenmenschlichem, doch so weit wie hier hat man sich vom alten „Sherlock“-Rezept noch nie entfernt. Einzig „Sein letzter Schwur“ besitzt das gewohnte wie gut funktionierende Gleichgewicht, so wie ich es seit Serienstart kennengelernt hab und seitdem bevorzuge. Ich kann nur hoffen, dass man sich bei der kommenden vierten Staffel wieder an die ersten Beiden orientiert, sonst verliert sich die Serie in mäßig spannenden Geschichten, in denen Sherlock und John kaum detektivische Arbeit zu leisten haben und Drama nebst Comedy die Oberhand gewinnen.

Und nun wieder die Episoden mit persönlicher Notenvergabe:

„Der leere Sarg“ – Ein urkomischer Beginn voller Situationskomik und Unmengen an Dialogwitz. Allein die Reaktionen von Lestrade, Mrs. Hudson und eben John Watson auf Sherlocks plötzliche Rückkehr – zum Niederknien. Dass der eigentliche Fall hier erst in der letzten halben Stunde richtig ins Rollen kommt, sei wegen der gewollten Fokussierung auf die Dramaturgie und den begleitenden Humor noch verziehen. Wie Sherlock seinen Tod nun wirklich vortäuschen konnte, darüber schweigen die Autoren. Vielleicht wussten sie ja selbst keine Antwort darauf. 4-5/5

„Im Zeichen der Drei“ – Ein sehr wildes Durcheinander aus banalen Späßen, sprunghaften Wechseln aus Anekdoten und „Mini-Fällen“, die von Trauzeuge Holmes während der Hochzeit von John und Mary vorgetragen werden, zu dem in den letzten 20 Minuten noch so eben der Blitzgedanke aufkommt:“Ach ja, es gibt ja noch einen Fall zu lösen“. Eine Episode, die bewusst aus dem Rahmen fallen will. Weiss nicht was ich von ihr halten soll, mir persönlich schmeckte ihre übermächtige Divergenz nicht besonders. 3/5

„Sein letzter Schwur“ – Wieder ein Finale, bei dem nahezu alles passt und in welchem Sherlock es mit einem Gegner zu tun bekommt, der selbst für ihn nicht zu knacken sein scheint. John hingegen wird mit einer Wahrheit konfrontiert, die sein frisches Eheglück bedroht. Herausragendes und überraschungsreiches Staffel-Ende, allerdings mit einem streitbaren, im Abspann eingeschobenen „Staffel 4“-Spoiler. 5/5

Fazit:
Amüsant, menschlich, dramatisch, verschroben – all das ist Staffel 3, ohne Frage. Nur bei Spannung und Kriminal-Fällen wurde hart auf die Bremse getreten, bedauerlicherweise. „Back to the roots, please“, das ist meine Bitte für die kommende Season.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 28, 2014 12:06 PM MEST


Tom und Jerry Theatricals Staffel 1
Tom und Jerry Theatricals Staffel 1

3.0 von 5 Sternen Episoden-Chaos und Ton-Aussetzer, 20. Juni 2014
Im Großen und Ganzen eine schöne Auswahl an Einzel-Episoden, allerdings muss Amazon hier noch einiges nachbessern, vor allem in Sachen Ordnung und Technik.

Folgende Punkte wären zu kritisieren:

- Diese "Staffel" ist mit vielen Fremd-Cartoons vermischt, die nix mit Kater Tom und Jerry-Maus zu tun haben. "Drops", "Barney Bär" und einiges Andere MGM-Zeichentrick-Kurzfilme tauchen hier versehentlich (?!) auf.
- Unter einer "ersten" Staffel verstehe ich persönlich etwas anderes. Anstatt hier die Anfänge der Serie zu behandeln, haut Amazon älteste wie jüngere "Katz-und-Maus"-Filmchen wild durcheinander. Mir fehlt da eine strukturierte Ordnung.
- Einer der "Amazon Instant Video"-Verantwortlichen sollte sich diese Staffel bitte noch mal genauer anschauen. An die 4 bis 5 Folgen haben entweder gar keinen Ton oder werden mittendrin "stumm". Sowas darf eigentlich nicht passieren.
- Unordentlich seitens Amazon ist auch die Auswahl der Cartoon-Quellen. Manche Episoden sind mal originale US-Versionen mit entsprechendem O-Ton und Vorspann, andere wurden einfach aus den alten ZDF-Zusammenschnitten herausgenommen. Da ergibt sich leider kein harmonisches Gesamtbild.

Was dagegen positiv stimmt:

- Bestimmte Folgen kann man gar im Cinemascope-Format bestaunen, so wie sie damals produziert wurden. Davon möchte man gerne mehr sehen.
- Soweit ich es beurteilen kann, ist der Großteil der hier verfügbaren Cartoons gänzlich ungeschnitten. Dafür gibt es einen nach oben gestreckten Daumen meinerseits.
- Allgemein eine sehr gute Bild- und Tonqualität (letzteres allerdings, wie bereits erwähnt, bei einzelnen Folgen nicht oder nur teilweise vorhanden)

Fazit:
Uralt, aber immer noch spaßig wie schön, dieser Kleinkrieg zwischen Pechkater Tom und Frechdachs Jerry, der mich auch nach 30 Jahren wieder an jene schöne Zeit zurückblicken lässt, in der man als junger Knirps regelmäßig das ZDF einschaltete und dem bunten Treiben begeistert zusah.
Wenn Amazon die Tonprobleme in den Griff bekommt und mehr Ordnung in diese Staffel schafft, lasse ich gerne noch 1-2 Sterne nachwachsen.


Sherlock - Staffel 2 [Blu-ray]
Sherlock - Staffel 2 [Blu-ray]
DVD ~ Benedict Cumberbatch
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Das Spiel beginnt von Neuem, 11. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Sherlock - Staffel 2 [Blu-ray] (Blu-ray)
Was für ein hohes Level die erste Staffel von "Sherlock" doch gesetzt hat. Die derzeit beste UK-Serie ist Futter für Augen, Ohren und Hirn zugleich. Die beiden Haupt-Charaktere? Der Humor? Die Inszenierung? Die Dialoge? Von einzigartiger Klasse, topmodern gestaltet, fürs TV-Programm beinahe schon überqualifiziert. Wenn wundert's da, dass durch dieses TV-Highlight die Akteure Cumberbatch und Freeman blitzschnell auf der Hollywood-Agenda landeten und nun auch in großen Kino-Blockbustern wie "Star Trek", "Der Hobbit" und Co. ihre darstellerischen Fertigkeiten bestätigen dürfen. Für uns "Sherlock"-Fans hat das natürlich den dummen Nebeneffekt, dass die Pausen zwischen den Staffeln nun größer ausfallen als von uns gewollt. Tja, was soll man machen, so läuft nun einmal das Filmgeschäft. Aber solange der Benedict und Kollege Martin weiterhin für ihre Kultrollen zur Verfügung stehen (sowie sich die Zeit dafür bietet), kann es mir auch recht sein.

Wie schlägt sich nun die zweite Season, die noch im Folgejahr der Ersten erschien?

Ich würde sagen: Auf fast unverändertem Niveau. Business as usual, würde ich fast behaupten, weil ziemlich routiniert. Mit einer Ausnahme: Antagonist Moriarty bekommt endlich DIE Mattenscheiben-Präsenz die ihm in der Debüt-Staffel noch vorenthalten wurde und darf dem Seher in der Final-Episode einen unvergesslichen Angesicht-zu-Angesicht-Moment mit seinem geistig auf Augenhöhe liegenden Rivalen Sherlock bieten. Ein Konfrontationstreffen zweier Genies, die einiges gemeinsam haben und doch auf grundverschiedenen Seiten stehen.
Zudem wird auch eine weitere, sehr bekannte Figur endlich eingeführt: Irene Adler. Die gewitzte wie betörend schöne Kriminelle setzt die Reize und Waffen einer Frau so gekonnt ein, dass sie selbst den (eigentlich) für "Liebe" unempfänglichen Sherlock um seinen funktional-brillanten Verstand bringt. Die vielleicht einzige Person, die auf den "Belstaff Milford Coat"-Träger eine besondere Faszination ausübt, weil er sie (anders als alle anderen Menschen denen er begegnet) nicht auf den ersten Blick "abscannen", quasi wie ein Buch lesen kann. Sie ist das große, nicht völlig durchschaubare Fragezeichen, auf das er keine klare Antwort findet, und genau das macht sie für ihn besonders "attraktiv".
Ansonsten prägt diese Staffel die intensivierte Holmes-Watson-Beziehung. Die Freundschaft der Beiden und die allgemeinen Spannungen, die sich immer wieder zwischen ihnen auftun, erfahren hier einen höheren Stellenwert. Sherlock wirkt in seltenen Augenblicken fast schon „menschlich“, während John gerade zum Staffelende für die emotionalsten Szenen sorgt und dank Martin Freemans grandiosem Spiel so richtig aus sich herauskommt. Ich glaube, ich habe in ihn meinen Lieblingscharakter dieser Serie gefunden.

Wie schon in Staffel 1, hier meine persönliche (!) Notenvergabe:

„Ein Skandal in Belgravia“ - Beste Folge dieser Staffel und für mich überhaupt die wohl Beste der ersten beiden Staffeln. Höchster Humor-Grad, tolle Neu-Interpretation der Irene Adler, äußerst wendungsreich erzählt. Und der besondere Handy-Klingelton ist jetzt schon ein kultverdächtiger Insider-Gag. ^^ 5/5

„Die Hunde von Baskerville“ – Ist das eine Serien-Krankheit oder kommt es nur mir so vor?! Wie schon in Staffel 1 bildet das Mittelstück wieder (!) die schwächste aller drei Season-Folgen. Hat mich nicht ganz so sehr mitgerissen, wohl auch weil diese unerwartet vorhersehbar war, der Fall an sich wirkte bei weitem nicht so ausgeklügelt wie der davor bzw. danach. Insgesamt noch ausreichend unterhaltsam, und erstmals zeigt der gute Sherlock sowas wie Nerven. 3-4/5

„Der Reichenbach-Fall“ - Bis auf die Einleitung geizt das Staffel-Finale fast völlig auf humorige Einlagen. Empfand die üblichen 90 Minuten hier etwas zu knapp bemessen, die Nachvollziehbarkeit der Ereignisse leidet unter der mitunter heftigen Beschleunigung ein wenig. Das finale Psycho-Spiel zwischen Sherlock und Moriarty hab ich offen gesagt auch nicht so recht verstanden ("Ich bin Sie"), saß mit Beginn der Credits etwas ratlos da. Dennoch eine gute Episode, weil der Darsteller von Sherlocks Erzfeind ne echte Granate ist bzw. war (???). Ich hoffe inständig, dass Staffel 3 offene/wichtige Fragen klärt, die hier (vorerst) unbeantwortet bleiben. 4-5/5

Fazit:
Insgesamt betrachtet eine gelungene und würdige Staffel, welche die Klasse ihrer Vorgängerin gut halten, wenn auch nicht übertreffen kann. Bin gespannt was in Staffel 3 auf uns zukommt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 13, 2014 6:47 PM MEST


Pflanzen gegen Zombies - Game of the Year - Edition [Software Pyramide] - [PC/Mac]
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Wird angeboten von Gameshop66
Preis: EUR 5,95

5.0 von 5 Sternen „Auf die Plätze, fertig, PFLANZEN !!!“, 10. Juni 2014
Unter den abertausenden Tower-Defense-Klonen der wahrscheinlich Ungewöhnlichste wie auch Witzigste. Allein auf diese verrückte Idee, mit Blumen, Pilzen und anderem Grünzeugs sein Eigenheim vor Zombie-Wellen schützen zu müssen, muss einer erst mal kommen.

Selbst jedem noch so unerfahrenen TD-Spieler (wie mir beispielsweise) sind anfängliche Erfolge garantiert, dank des kinderleichten wie verständlichen Einstiegs:
Von rechts kommen die Zombies angekrochen, links wird die Verteidigung aufgebaut. Mit zunehmender Spielzeit häufen sich dann die verschiedenen Zombie-Arten, die es mit entsprechender „Pflanzen-Taktik“ abzuwehren gilt. Da ist eine überlegte Auswahl an Gewächsen vonnöten – deren Liste vergrößert sich mit jedem gemeisterten Level, und so muss man für jede neue Runde einen passenden Mix aus diversen Offensiv-, Defensiv- und Energiespender-Varianten zusammensetzen. Reaktionsschnelligkeit, gute Pflanzen-Kombinationen und etwas Glück entscheiden am Ende über Sieg oder Niederlage, während der Schwierigkeitsgrad mit jeder Stufe immer weiter zunimmt. Sehr herausfordernd, nie frustrierend, in der Regel schaffbar. Ein grüner Daumen ist hierbei keine Pflichtvoraussetzung. ;)
Für ein wenig Auflockerung sorgen viele eingebaute Mini-Spiele, in denen man u.a. die schlurfenden Untoten mit Wall(!)-Nüssen wegbowlt, ihnen mit nem Hammer eins überzieht oder ein abgewandelte „Bejeweled“-Match bestreitet, was den Comic-Humor des Spiels zusätzlich unterstreicht.

Technisch besticht „Pflanzen gegen Zombies“ durch konsequente Schlichtheit. Die bonbon-bunte Grafik und der schräge Zeichenstil punkten mit optischen Gags und weichen Animationen, besondere Effekte finden sich nicht, werden aber auch nicht vermisst. Allenfalls die begrenzte Auflösung von 640 x 480 Pixel wirkt aus heutiger Sicht recht grobkörnig, dennoch sollte der Spielspaß deswegen nicht leiden.
Der Sound fällt ebenfalls bewusst minimalistisch aus. Ein Bisschen Fantasiesprache, wenige Zombie-Sprüche und kleinere, unspektakuläre Geräuscheffekte, dafür nette Hintergrund-Musikstücke, die trotz früher oder später einsetzender Wiederholung nicht nerven.

Größter Vorteil der Low-End-Optik ist wohl der, dass „Pflanzen gegen Zombies“ selbst auf den ältesten Office-Rechnern butterweich laufen müsste. Habs probeweise auf dem kleinen Netbook meiner Frau getestet. Kein Stocken, kein Stottern oder sonstwas Negatives zu berichten.

Hinweis an NVIDIA-Graka-Besitzer:
Neuerdings musste ich feststellen, dass sich das Spiel in Sachen Treiber-Versionen scheinbar sehr wählerisches gibt. Vor wenigen Tagen zog ich mir den Stand 337.80 runter, und direkt nach der Installation eben diesen Treibers verweigerte „Pflanzen gegen Zombies“ plötzlich seinen Dienst komplett. Hatte schon diverse Vermutungen für die Ursache durchgekaut, bis ich mich an das Treiber-Update erinnerte. Glücklicherweise hatte ich noch die nicht mehr ganz frische 335.23 auf der Platte, und siehe, nach Neu-Installation des Alt-Treibers konnte der Vorgarten-Krieg wieder fortgesetzt werden.
Also, falls Andere auch mit Absturz- oder Start-Problemen zu kämpfen und zufällig einen 3D-Beschleuniger aus dem Hause NVIDIA im heimischen Rechner haben, ruhig mal mit den Treibern experimentieren. Vielleicht hilft’s ja.

Fazit:
Simples Spielprinzip, humorvoll verpackt, mit hohem Suchtfaktor und dank vieler Spielmodi ein langlebiger Zeitfresser.
Ein Tipp in eigener Sache: Über EAs eigenem Spiele-Client Origin kann man „Pflanzen gegen Zombies“ kostenlos abstauben. Wer kein sturer Origin-Hasser ist, sollte zugreifen, solange es noch für lau angeboten wird.


Crucial CT240M500SSD1 interne SSD 240GB (6,4 cm (2,5 Zoll), 256MB Cache, SATA III) schwarz
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Wird angeboten von mediaprofi24
Preis: EUR 103,90

5.0 von 5 Sternen Marken-Turbo zum Kampfpreis, 6. Juni 2014
Endlich hab ich mich dazu durchgerungen und mir eine SSD zugelegt.
Obwohl meine SATAs alle noch einwandfrei laufen, wollte ich mich von dem enormen Geschwindigkeitsboost (von denen viele andere, mir bekannte Anwender so schwärmten) selbst überzeugen. Und mein lieber Scholli, das ist in der Tat ein Tempo-Unterschied.
Mein neu aufgesetztes Windows 7 Professionel (64-Bit) (inklusive aller aktuellen Updates, Sicherheitsprogramme und notwendigsten Tools die man so nutzt) bootet in Rekordzeit, schon nach 10 Sekunden steht das OS bereit. Da musste ich erst mal meine runtergefallene Kinnlade wiederfinden. *ggg*

Und wenn man bedenkt, dass diese Crucial M500 eher im "Mittelfeld" der leistungsstärksten SSDs liegen soll, kann man angesichts des Preis-Leistungsverhältnisses überhaupt nicht meckern. 90 Euro für eine 240 GB-Platte, dazu noch von bekanntem Namen... Da können selbst Noname-Produkte nicht mithalten.

Die Ausstattung ist bei dem verlangten Preis natürlich etwas dürftig, denn mehr als die SSD und ein Infoblättchen birgt die Verpackung in sich nicht. Die passende Nutz-Software muss man sich aus dem Netz ziehen und einen passenden 3,5"-Rahmen dazukaufen, letzteres bekommt man aber schon für nen Fünfer hinterhergeschmissen, von daher: Geht in Ordnung.

Fazit:
Eine flotte 240 GB-SSD zum besten Preisangebot. Mehr Worte muss man darüber nicht verlieren.


Sherlock - Staffel 1 [Blu-ray]
Sherlock - Staffel 1 [Blu-ray]
DVD ~ Benedict Cumberbatch
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues aus der Baker Street, 30. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Sherlock - Staffel 1 [Blu-ray] (Blu-ray)
Schande über mich! Da vergehen glatt drei Jahre, ehe ich die Serien-Sensation “Sherlock” überhaupt auf dem Schirm hatte. Wie konnte das ausgerechnet mir als passionierten Film- und (!) Serien-Junkie passieren?!

Ein Erklärungsversuch:
Wir hatten ja vor dem Start dieser Serie schon einen Holmes, der mit mittlerweile zwei erfolgreichen Kinoabenteuern stark von sich reden machte. In denen ließ man die britische Spürnase in seinem ursprünglichen Jahrhundert, pushte aber seine Geschichten vor allem optisch kräftig an und baute nicht wenig physische Hochglanz-Action hinein. Das Darsteller-Gespann Robert Downey jr. und Jude Law erwies sich zuguterletzt als perfektes Dreamteam. Es hatte Witz, es hatte Biss, es brachte Kino-Vergnügen pur.
Und nun kommt die gleiche Figur als modern-stylischer Frischling in Serie, ausgestattet mit den Werkzeugen und Spielereien unserer heutigen Digital-Ära. Ist da nicht ein Holmes zuviel?

Of course not !!! Trotz deutlicher Gemeinsamkeiten könnten Kino- und Serien-Holmes unterschiedlicher nicht sein, zumal sich die frisierte Version von Arthur Conan Doyles Kult-Schnüfflers zuweilen wohltuend von seinem klassischen Bild (welches bestimmt die meisten Menschen durch die Romane und alten Basil Rathbone-Filme haben) abgrenzt.
Der „Neue“, famos von Benedict Cumberbatch gespielt, ist ein sonderbarer Soziopath, den man trotz oder gerade wegen seiner unverblümten Schroffheit und Arroganz einfach lieben muss. Ein Genie ohne Taktgefühl, ohne Verständnis für die menschliche Natur, der seine geistige Überlegenheit immer ungefragt zum Besten gibt, sein Umfeld mit seinem Benehmen stets auf die Palme bringt und schnell austickt, wenn sein unermüdlicher Verstand nicht mit einem richtig schweren Fall gefordert wird. Die feine englische Art, die schert ihn nicht, des Rätsels Lösung bzw. die Wahrheit dahinter, nur das zählt für den Consulting Detective. Eine Job-Bezeichnung, die er selbst erfunden hat.

Sherlock ist das Hirn. Und sein Partner John Watson ? Das Gegenstück, quasi das „Herz“ dieses Duos, nicht minder genial von Martin Freeman verkörpert. Der aus dem Dienst geschiedene, traumatisierte Militär-Arzt spielt viele Male den Retter der Situation, bremst seinen exzentrischen Freund wo er es für richtig erachtet und ist der wohl einzige Vertraute Holmes, der Stück für Stück in ihn durchdringt, den Menschen hinter diesen harten Panzer aus Emotionskälte und Rücksichtslosigkeit zu erkennen vermag. Wie alle anderen hat auch er unablässig mit Sherlocks Eigenheiten zu kämpfen, gleichzeitig fasziniert ihn aber dessen Einzigartigkeit und die Schnelligkeit seiner Auffassungsgabe. Trotz der vorhandenen Ungleichheit dieser beiden Persönlichkeiten ist ihre besondere Freundschaft auf gegenseitigen Respekt und unerschütterlichem Urvertrauen gebaut. Sie arbeiten miteinander, sie streiten miteinander, sie lachen miteinander. Kurzum: Ein fantastisches Paar!

Den engeren Kreis um Holmes und Watson schließt man ebenso augenblicklich ins Herz. Die mütterliche Vermieterin Mrs. Hudson, die sympathische, etwas unbeholfene Pathologin Molly Hooper, der integre Inspector Lestrade, Sherlocks phlegmatischer Bruder Mycroft… Auch hier zeigen die Serien-Macher das richtige Gespür bei Besetzung und Interpretation. Und des Meisterdetektivs ärgster Widersacher James Moriarty ist, obwohl er in dieser Staffel noch begrenzt mitmischt, ein ganz eigenes Highlight.

Schade, dass jede Staffel auf nur 3 Episoden beschränkt ist, da tröstet die 90-minütige Laufzeit pro Folge wenig darüber hinweg. Man möchte einfach mehr von diesem süchtig machenden Mix aus pointierten Dialogen, extremst amüsanten Humor und irrwitzigen wie toll fotografierten Hatz nach Spuren und Beweisen. Die Chance, als Zuschauer bei den Fällen selbst eigene Schlüsse und Lösungsansätze ziehen zu dürfen, gewähren die Drehbuch-Autoren einem nicht, was wohl auch so gewollt ist, dafür ist das Erzähltempo schlicht zu hoch, aber sei’s drum, am Ende bleibt es bei einer Krimi-Serie von ungeahnt hohem Niveau.

Wenn ich bei der überschaubaren Anzahl an Episoden Noten zu vergeben hätte, wäre meine Wertung folgende:

„Ein Fall von Pink“ – Ein schöner Auftakt, der frühzeitig die humoristische Seite dieser Serie deutlich macht und beiden Hauptfiguren eine gelungene Erstvorstellung einräumt. Der Kriminalfall überzeugt durch Cleverness und Überraschungen. 5/5

„Der blinde Bänker“ – Aus meiner Sicht die schwächste aller drei Folgen, weil das zu lösende Verbrechen konventioneller geraten ist und auffallend viel Action als Lückenfüller für vorhandene Leerlaufphasen eingesetzt wird. Trotzdem sehr unterhaltsam. 4/5

„Das große Spiel“ – Eindeutig die Krönung dieser Staffel. Humor, Thrill, Charakterzeichnung und Wendungen bis zum Anschlag. 5/5

Fazit:
„Sherlock“ ist ein Must-See für jeden, der auf moderne und intelligente Serien-Formate schwört.„Offenkundig.“ - um den jungen Holmes hier zu zitieren.
Zum Schluss noch ein Gruß an die Herrschaften der ARD: Hochklassige TV-Kost wie diese gehört in die Prime-Time und nicht ins Nachtprogramm abgeschoben. *schimpfend mit dem Zeigefinger wedelt*
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 2, 2014 3:43 PM MEST


Far Cry 3 - Limited Edition inkl. The Lost Expeditions [Download]
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Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Vaas geht ab, 29. Mai 2014
Über 9 Millionen verkaufte Einheiten eines Shooters, der nicht (!) den Namen „Call of Duty“ (=CoD) trägt. Gibt es gar nicht?! Wie man am Beispiel von Far Cry 3 (= FC3) sehen kann, scheinbar doch. Und das, wo man noch dachte dass nur Pathos-triefendes Ami-Militär-Geballer von schnurgerader Linearität und lachhafter Kurzdauer-Spielzeit die Kassen klingeln lassen. Warum auch immer. Eine höchst erfreuliche Trendwende – und für mich selbst die lang erhoffte Genugtuung -, die Spielergemeinde scheint endlich die Klasse und Vielfalt von Shootern mit weitflächigen Welten und freien Handlungsmöglichkeiten erkannt zu haben. Und davon gibt es nun wahrlich nicht viele.
Denn mal ehrlich: Was FC3 als Gesamtpaket bietet, ist ein ziemlich dicker Hammer. Es zeigt technisch wie inszenatorisch keine Blöße, hat einen in diesem Genre unüblich gigantischen Umfang, lässt keine Spielweise zu kurz kommen… Und Irokesen-Träger Vaas Montenegro zählt schon jetzt zu den wohl erinnerungswürdigsten Spiele-Antagonisten der letzten Jahre. Mehr Spiel wie hier kann man für Geld gar nicht kriegen. Ein Open-World-Shooter, ganz nach meinem Geschmack.

Der von Spaß, Alk und Extrem-Sport erfüllte Urlaub in den Tropen endet für Altet Ego Jason Brody, seine Brüder und Freunde, als sie von brutalen Piraten – angeführt vom wahnsinnigen Vaas Montenegro - gekidnappt werden. Nach geglückter Flucht findet Jason Schutz bei den einheimischen Inselbewohnern, die ihm bedingungslose Unterstützung versprechen, wenn er ihre Insel aus den Fängen der Piraten befreit. Und so bekommt er es nicht nur mit Vaas‘ Gefolgschaft, sondern auch mit Menschenhändlern, Drogenmischern, Söldnern und anderen gemeingefährlichen Typen zu tun, die sich ihm auf der Suche nach seinen Leuten in den Weg stellen…

Was die Yerli-Brüder mit ihrem allerersten FC präsentierten, war anno 2004 nicht nur eine technische Meisterleistung, sondern auch spielerisch wegweisend. Okay, die Story war saudumm, die später auftauchenden Mutanten hätte man besser gestrichen, und auf der an sich hübsch gestalteten Insel ging es ähnlich lebhaft zu wie auf einem Friedhof. Aber: Mit der riesigen, frei erkundbaren Welt, einer verteufelt cleveren Gegner-KI die einem nix schenkte und allerlei Fortbewegungsmitteln befand sich die Spiel-Motivation stets auf einer ungeahnten Höhe. Cryteks Erstling bewies, dass Ego-Shooter anspruchsvoll und nonliniear sein können, wenn man nur weiss wie man es macht.
Die FC-Marke ging darauf (wohl nach nem guten Deal für Crytek) an Ubisoft über. Während sich die Yerlis auf ihren nächsten Meilenstein „Crysis 1“ (= C1) konzentrierten, werkelten die Franzosen am FC-Sequel. Statt tödliches Inselparadies war in FC2 nun heisse Afrika-Savanne angesagt. Noch mehr virtuelle Quadratkilometer, optionale Nebenmissionen und erstmals die Möglichkeit, große Landschaftsflächen in Brand stecken zu können. Weniger überzeugend war leider wieder die Story-Grundlage, die KI steckte voller Fehler, die Welt wirkte mit dazugewonnener Größe noch leerer, und respawnende Gegner-Massen gehörten zu den entscheidensten Kritikpunkten. Viel Potential lag in der Marke, sie wurde aber nicht genügend ausgeschöpft.

Dieses Versäumnis holt Ubisoft mit FC3 nun nach, der Plot allein lässt die der erzählerisch schwachen Vorgänger ohne Mühe hinter sich. Welchen undurchsichtigen wie verrückten/exzentrischen Gestalten man während dieses Abenteuers begegnet, ist schon ein Erlebnis für sich. Jason Brodys Rettungsmission wird im Laufe der Spieldauer immer bizarrer, bei zunehmender Einnahme gewisser Rauschmittel auch surrealer, und irgendwann findet sich der Spieler in einer endgültigen Situation wieder, wo nur noch Chaos, Wahnsinn und Alpträume die Spielewelt (und einen selbst) regieren. Der Wahnsinn hat hier viele Namen und Gesichter, der gestört-aggressive Vaas ist nur einer unter diesen. „Do you know the definiton of madness ?“ – mehr als ein kleiner Fingerzeig auf die seelischen wie psychischen Abgründe, in die Jason nach und nach unaufhaltsam hineinstürzt.
Ein betont extrem gehaltenes und damit nicht zwingend realistisches, dennoch höchst atmosphärisches wie innovatives Szenario, das bewusst aus dem Rahmen fallen will und teilweise an Alex Garlands „The Beach“ erinnert. Definitiv eine der besseren Spiele-Stories im FPS-Genre.

Wieder ist sie groß geraten, die Insel, auf der man entweder Kilometer um Kilometer abreisst bis die Hacken qualmen oder gleich sofort Gummi gibt. Für Mobilität ist dank Fahrzeuge, Boote und Gleiter gesorgt - findet man praktisch an (fast) jeder Ecke -, und wer von Natur aus lauffaul ist oder sich nicht hinters Steuer klemmen mag, an den wurde ebenfalls gedacht: Per Schnell-Reise wechselt man fix zu einem der vielen verstreuten Basis-Standorten, sofern die „Vorbesitzer“ mehr oder weniger freiwillig die Hausschlüssel abgegeben haben. ;)
Um diverse Beschäftigungsmaßnahmen war man hier sichtlich bemüht, Möglichkeiten ganz frei Schnauze die Spielzeit (abseits der Hauptmissionen) tot zu schlagen sind zur genüge vorhanden. Dass in FC3 diverse Elemente aus Ubisofts Eigenmarken "Assassins Creed" und "Splinter Cell" stecken, dürfte dem geschulten Spielerauge schwer entgehen. Das bereits angesprochene Erobern feindlicher Basen, das Plündern von Truhen, das Erklimmen von Funktürmen zur Aufdeckung der Landkarte, diverse Mini-Spiele (Zielschießen, Pokern, Wettrennen und anderer Kram) und gut versteckte Reliquien aufsammeln, das ist ganz die Handschrift der Meuchelmörder-Serie. Das Aufrüsten und Verbessern des nutzbaren Waffenarsenals, das lautlose Abmurksen von hinten sowie der sich einblendende Sichtkreis bei aufmerksam gewordenen Gegnern - ohne Zweifel aus den jüngsten Sam Fisher-Kapiteln entnommene Funktionen.
Dazu kommt ein dreigeteilter Talente-Baum ganz nach Rollenspiel-Art, der mit wachsenden Erfahrungspunkten viele nützliche Fertigkeiten freischaltet. Auf Stealth-Taktik geschulte Spieler profitieren am meisten davon. Abschließend wäre da noch das Crafting, bei dem man sich der Natur bedienen muss, um seine Ausrüstung (Waffen-Gurt, Geldbörse, Taschen etc.) aufzuwerten. Dazu gehört (leider) auch, dem einen oder anderen Pelzträger das Fell bzw. Leder über die Ohren zu ziehen. Hat schon bei Tierfreunden (!) unter Zockern für hitzige Diskussionen gesorgt, dieses Feature. Mit Verlaub, das ist lächerlich. Das sind Viecher aus Polygonen !!! Menschenskinder, wenn man sonst keine Sorgen hat… *rolleyes*

Denn: Oftmals lassen einem gerade die gut bezahnten Raubtiere keine andere Wahl, da muss man aus reiner Notwehr zur Waffe greifen. Ubisoft hat es geschafft, der Tierwelt so eine Art „Eigenleben“ einzuhauchen. Ob nun Bären, Tiger, Wildhunde oder Warane, alles was in die "Fleischfresser"-Kategorie fällt durchstreift die Insel und ist einen Moment mit der Jagd beschäftigt, wenig später kann es einen selbst völlig überraschend attackieren, während man noch im Gebüsch hockt und mit dem Feldstecher das Feingebiet sondiert. Die Gefahr in animalischer Form sollte nie unterschätzt werden, sonst endet man früher oder später selbst als Chappi.
Andersherum kann diese aber auch sehr nützlich sein. Nicht selten habe ich es erlebt, wie ein streunende Bär oder was-auch-immer einen Piraten-Stützpunkt ohne mein Zutun "gesäubert" oder mindestens für genug Ablenkung gesorgt hat, um mir einen deutlichen Vorteil zu verschaffen. Diese Lebendigkeit und Unberechenbarkeit gehört zu den großen Stärken von FC3.

So oder so, genug zu tun gibt es, das Schöne an und in FC3 aber ist: Jeder kann, niemand muss. Wem die Nebenbeschäftigungen nicht zusagen, lässt sie einfach links liegen. Hab meiner einer auch getan, denn außer die Basen, Funktürme und etwas Crafting habe ich jede andere optionale Tätigkeit ausgelassen, zu knapp kam ich dabei nicht. Mein Steam-Zähler von knapp 50 Stunden (!) spricht für sich. Und das - nur zur Erinnerung - bei einem Ego-Shooter !

Es gibt nicht viel, was ich an FC3 arg kritisieren könnte. Allenfalls:
- dass es tendenziell zu leicht ist, selbst in der höchsten Schwierigkeitsstufe. Die KI reagiert in der Regel recht vernünftig und sorgt für schöne dynamische Kämpfe, doch könnte sie eine Spur hartnäckiger und taktisch cleverer agieren. Im ersten FC bzw. C1 war sie um einiges ausgefuchster.
- dass die meisten Nebenmissionen zu der "Schnell-Dahingeklatscht"-Sorte gehören. "Eliminiere Person X", "Töte dieses und jenes Tier", "Sammle so und soviel bestimmte Gegenstände"... Da bleibt man lieber bei der Hauptquest und der Stück-für-Stück-Befreiung der Insel.

Bei einem FC verhält es sich in etwa wie bei "Crysis": Der Name setzt technische Referenzqualität voraus, sonst schieben enttäuschte Grafikhuren und Serien-Fans sofort lautstarken Frust. Es sei hier gesagt, dass FC3 im DX11-Modus nicht nur verteufelt gut aussieht, es frisst auch Hardware wie ein Kaninchen Löwenzahn. Die enorm hohe Weitsicht, Tages- und Wetterwechsel, dichte Dschungel-Vegetation und sehr schön designte NPCs nebst Tierwelt können auch 1 1/2 Jahren seit der Veröffentlichung entzücken. Besonders chice Effekte setzt Ubisoft immer dann passend in Szene wenn es die jeweilige Spiel-Situation zusätzlich unterstützt, vermeidet es aber automatische Script-Ketten permanent einzusetzen. Dauerhafte Explosionsgewitter a la CoD hat FC3 sowieso nicht nötig, die direkte Action fetzt auch so und macht gerade dann am meisten Spaß, wenn sie nicht passiv vonstatten läuft. Zerstörbare Umgebungen gibt es nicht, schade, aber man kann sie wenigstens begrenzt abfackeln.
Nun zum Sound. Ubisoft, der einzige Entwickler weltweit der ein Sound-Studio zur Herstellung eigener Ton-Effekte betreibt, wird auch hier wieder seinen hohen Qualitäts-Ansprüchen mehr als gerecht. Ein fiebernder und sehr eigenständiger Score, eine Soundkulisse von imposanter Aggressivität und eine Lokalisation wie sie besser nicht sein könnte. Wieder hat man weder Kosten und Mühen gescheut, um einige der populärsten Synchronsprecher unseres Landes zu werben. Die deutschen Stimmen von Leonardo Di Caprio, Matt Damon, Jamie Foxx, Tommy Lee Jones, Gary Oldman/Kevin Bacon, Sean Bean u.a. machen FC3 zu einem (akustisch) besonderen Spielerlebnis.
Bei aller Schwärmerei für den Sound, einen Rüffel kassieren die französischen Entwickler am Ende doch noch: Warum im Spielegottes Namen lassen sich Sprachausgabe, Sounds und Musik nicht getrennt regeln??? Ehrlich gesagt weiss ich nicht was Ubisoft geritten hat uns solche Standard-Funktionen vorzuenthalten. Die Sprachverständlichkeit ist im Stereo-Modus glücklicherweise noch gegeben, bei Surround-Einstellungen dagegen würde ich für nix garantieren.

Fazit:
Fast hätte FC3 das Unmögliche geschafft, nämlich meinen Genre-Liebling "Crysis" vom Thron zu schubsen. Dies gelingt ihm zwar wegen der schwächeren KI und anderen Kleinigkeiten nicht, es reicht aber um mit Crytek's Edel-Shooter das oberste Plätzchen zu teilen. Es ist der momentan beste Shooter der jüngsten Zeit, der reichlich "Beinfreiheit", viele Aufgaben, eine sehr schöne Inselwelt und unglaublich viel Spielzeit bietet. FC4, du darfst kommen!


Far Cry 3 - Digital Deluxe Edition [PC Download]
Far Cry 3 - Digital Deluxe Edition [PC Download]
Preis: EUR 29,95

5.0 von 5 Sternen Vaas geht ab, 29. Mai 2014
Über 9 Millionen verkaufte Einheiten eines Shooters, der nicht (!) den Namen „Call of Duty“ (=CoD) trägt. Gibt es gar nicht?! Wie man am Beispiel von Far Cry 3 (= FC3) sehen kann, scheinbar doch. Und das, wo man noch dachte dass nur Pathos-triefendes Ami-Militär-Geballer von schnurgerader Linearität und lachhafter Kurzdauer-Spielzeit die Kassen klingeln lassen. Warum auch immer. Eine höchst erfreuliche Trendwende – und für mich selbst die lang erhoffte Genugtuung -, die Spielergemeinde scheint endlich die Klasse und Vielfalt von Shootern mit weitflächigen Welten und freien Handlungsmöglichkeiten erkannt zu haben. Und davon gibt es nun wahrlich nicht viele.
Denn mal ehrlich: Was FC3 als Gesamtpaket bietet, ist ein ziemlich dicker Hammer. Es zeigt technisch wie inszenatorisch keine Blöße, hat einen in diesem Genre unüblich gigantischen Umfang, lässt keine Spielweise zu kurz kommen… Und Irokesen-Träger Vaas Montenegro zählt schon jetzt zu den wohl erinnerungswürdigsten Spiele-Antagonisten der letzten Jahre. Mehr Spiel wie hier kann man für Geld gar nicht kriegen. Ein Open-World-Shooter, ganz nach meinem Geschmack.

Der von Spaß, Alk und Extrem-Sport erfüllte Urlaub in den Tropen endet für Altet Ego Jason Brody, seine Brüder und Freunde, als sie von brutalen Piraten – angeführt vom wahnsinnigen Vaas Montenegro - gekidnappt werden. Nach geglückter Flucht findet Jason Schutz bei den einheimischen Inselbewohnern, die ihm bedingungslose Unterstützung versprechen, wenn er ihre Insel aus den Fängen der Piraten befreit. Und so bekommt er es nicht nur mit Vaas‘ Gefolgschaft, sondern auch mit Menschenhändlern, Drogenmischern, Söldnern und anderen gemeingefährlichen Typen zu tun, die sich ihm auf der Suche nach seinen Leuten in den Weg stellen…

Was die Yerli-Brüder mit ihrem allerersten FC präsentierten, war anno 2004 nicht nur eine technische Meisterleistung, sondern auch spielerisch wegweisend. Okay, die Story war saudumm, die später auftauchenden Mutanten hätte man besser gestrichen, und auf der an sich hübsch gestalteten Insel ging es ähnlich lebhaft zu wie auf einem Friedhof. Aber: Mit der riesigen, frei erkundbaren Welt, einer verteufelt cleveren Gegner-KI die einem nix schenkte und allerlei Fortbewegungsmitteln befand sich die Spiel-Motivation stets auf einer ungeahnten Höhe. Cryteks Erstling bewies, dass Ego-Shooter anspruchsvoll und nonliniear sein können, wenn man nur weiss wie man es macht.
Die FC-Marke ging darauf (wohl nach nem guten Deal für Crytek) an Ubisoft über. Während sich die Yerlis auf ihren nächsten Meilenstein „Crysis 1“ (= C1) konzentrierten, werkelten die Franzosen am FC-Sequel. Statt tödliches Inselparadies war in FC2 nun heisse Afrika-Savanne angesagt. Noch mehr virtuelle Quadratkilometer, optionale Nebenmissionen und erstmals die Möglichkeit, große Landschaftsflächen in Brand stecken zu können. Weniger überzeugend war leider wieder die Story-Grundlage, die KI steckte voller Fehler, die Welt wirkte mit dazugewonnener Größe noch leerer, und respawnende Gegner-Massen gehörten zu den entscheidensten Kritikpunkten. Viel Potential lag in der Marke, sie wurde aber nicht genügend ausgeschöpft.

Dieses Versäumnis holt Ubisoft mit FC3 nun nach, der Plot allein lässt die der erzählerisch schwachen Vorgänger ohne Mühe hinter sich. Welchen undurchsichtigen wie verrückten/exzentrischen Gestalten man während dieses Abenteuers begegnet, ist schon ein Erlebnis für sich. Jason Brodys Rettungsmission wird im Laufe der Spieldauer immer bizarrer, bei zunehmender Einnahme gewisser Rauschmittel auch surrealer, und irgendwann findet sich der Spieler in einer endgültigen Situation wieder, wo nur noch Chaos, Wahnsinn und Alpträume die Spielewelt (und einen selbst) regieren. Der Wahnsinn hat hier viele Namen und Gesichter, der gestört-aggressive Vaas ist nur einer unter diesen. „Do you know the definiton of madness ?“ – mehr als ein kleiner Fingerzeig auf die seelischen wie psychischen Abgründe, in die Jason nach und nach unaufhaltsam hineinstürzt.
Ein betont extrem gehaltenes und damit nicht zwingend realistisches, dennoch höchst atmosphärisches wie innovatives Szenario, das bewusst aus dem Rahmen fallen will und teilweise an Alex Garlands „The Beach“ erinnert. Definitiv eine der besseren Spiele-Stories im FPS-Genre.

Wieder ist sie groß geraten, die Insel, auf der man entweder Kilometer um Kilometer abreisst bis die Hacken qualmen oder gleich sofort Gummi gibt. Für Mobilität ist dank Fahrzeuge, Boote und Gleiter gesorgt - findet man praktisch an (fast) jeder Ecke -, und wer von Natur aus lauffaul ist oder sich nicht hinters Steuer klemmen mag, an den wurde ebenfalls gedacht: Per Schnell-Reise wechselt man fix zu einem der vielen verstreuten Basis-Standorten, sofern die „Vorbesitzer“ mehr oder weniger freiwillig die Hausschlüssel abgegeben haben. ;)
Um diverse Beschäftigungsmaßnahmen war man hier sichtlich bemüht, Möglichkeiten ganz frei Schnauze die Spielzeit (abseits der Hauptmissionen) tot zu schlagen sind zur genüge vorhanden. Dass in FC3 diverse Elemente aus Ubisofts Eigenmarken "Assassins Creed" und "Splinter Cell" stecken, dürfte dem geschulten Spielerauge schwer entgehen. Das bereits angesprochene Erobern feindlicher Basen, das Plündern von Truhen, das Erklimmen von Funktürmen zur Aufdeckung der Landkarte, diverse Mini-Spiele (Zielschießen, Pokern, Wettrennen und anderer Kram) und gut versteckte Reliquien aufsammeln, das ist ganz die Handschrift der Meuchelmörder-Serie. Das Aufrüsten und Verbessern des nutzbaren Waffenarsenals, das lautlose Abmurksen von hinten sowie der sich einblendende Sichtkreis bei aufmerksam gewordenen Gegnern - ohne Zweifel aus den jüngsten Sam Fisher-Kapiteln entnommene Funktionen.
Dazu kommt ein dreigeteilter Talente-Baum ganz nach Rollenspiel-Art, der mit wachsenden Erfahrungspunkten viele nützliche Fertigkeiten freischaltet. Auf Stealth-Taktik geschulte Spieler profitieren am meisten davon. Abschließend wäre da noch das Crafting, bei dem man sich der Natur bedienen muss, um seine Ausrüstung (Waffen-Gurt, Geldbörse, Taschen etc.) aufzuwerten. Dazu gehört (leider) auch, dem einen oder anderen Pelzträger das Fell bzw. Leder über die Ohren zu ziehen. Hat schon bei Tierfreunden (!) unter Zockern für hitzige Diskussionen gesorgt, dieses Feature. Mit Verlaub, das ist lächerlich. Das sind Viecher aus Polygonen !!! Menschenskinder, wenn man sonst keine Sorgen hat… *rolleyes*

Denn: Oftmals lassen einem gerade die gut bezahnten Raubtiere keine andere Wahl, da muss man aus reiner Notwehr zur Waffe greifen. Ubisoft hat es geschafft, der Tierwelt so eine Art „Eigenleben“ einzuhauchen. Ob nun Bären, Tiger, Wildhunde oder Warane, alles was in die "Fleischfresser"-Kategorie fällt durchstreift die Insel und ist einen Moment mit der Jagd beschäftigt, wenig später kann es einen selbst völlig überraschend attackieren, während man noch im Gebüsch hockt und mit dem Feldstecher das Feingebiet sondiert. Die Gefahr in animalischer Form sollte nie unterschätzt werden, sonst endet man früher oder später selbst als Chappi.
Andersherum kann diese aber auch sehr nützlich sein. Nicht selten habe ich es erlebt, wie ein streunende Bär oder was-auch-immer einen Piraten-Stützpunkt ohne mein Zutun "gesäubert" oder mindestens für genug Ablenkung gesorgt hat, um mir einen deutlichen Vorteil zu verschaffen. Diese Lebendigkeit und Unberechenbarkeit gehört zu den großen Stärken von FC3.

So oder so, genug zu tun gibt es, das Schöne an und in FC3 aber ist: Jeder kann, niemand muss. Wem die Nebenbeschäftigungen nicht zusagen, lässt sie einfach links liegen. Hab meiner einer auch getan, denn außer die Basen, Funktürme und etwas Crafting habe ich jede andere optionale Tätigkeit ausgelassen, zu knapp kam ich dabei nicht. Mein Steam-Zähler von knapp 50 Stunden (!) spricht für sich. Und das - nur zur Erinnerung - bei einem Ego-Shooter !

Es gibt nicht viel, was ich an FC3 arg kritisieren könnte. Allenfalls:
- dass es tendenziell zu leicht ist, selbst in der höchsten Schwierigkeitsstufe. Die KI reagiert in der Regel recht vernünftig und sorgt für schöne dynamische Kämpfe, doch könnte sie eine Spur hartnäckiger und taktisch cleverer agieren. Im ersten FC bzw. C1 war sie um einiges ausgefuchster.
- dass die meisten Nebenmissionen zu der "Schnell-Dahingeklatscht"-Sorte gehören. "Eliminiere Person X", "Töte dieses und jenes Tier", "Sammle so und soviel bestimmte Gegenstände"... Da bleibt man lieber bei der Hauptquest und der Stück-für-Stück-Befreiung der Insel.

Bei einem FC verhält es sich in etwa wie bei "Crysis": Der Name setzt technische Referenzqualität voraus, sonst schieben enttäuschte Grafikhuren und Serien-Fans sofort lautstarken Frust. Es sei hier gesagt, dass FC3 im DX11-Modus nicht nur verteufelt gut aussieht, es frisst auch Hardware wie ein Kaninchen Löwenzahn. Die enorm hohe Weitsicht, Tages- und Wetterwechsel, dichte Dschungel-Vegetation und sehr schön designte NPCs nebst Tierwelt können auch 1 1/2 Jahren seit der Veröffentlichung entzücken. Besonders chice Effekte setzt Ubisoft immer dann passend in Szene wenn es die jeweilige Spiel-Situation zusätzlich unterstützt, vermeidet es aber automatische Script-Ketten permanent einzusetzen. Dauerhafte Explosionsgewitter a la CoD hat FC3 sowieso nicht nötig, die direkte Action fetzt auch so und macht gerade dann am meisten Spaß, wenn sie nicht passiv vonstatten läuft. Zerstörbare Umgebungen gibt es nicht, schade, aber man kann sie wenigstens begrenzt abfackeln.
Nun zum Sound. Ubisoft, der einzige Entwickler weltweit der ein Sound-Studio zur Herstellung eigener Ton-Effekte betreibt, wird auch hier wieder seinen hohen Qualitäts-Ansprüchen mehr als gerecht. Ein fiebernder und sehr eigenständiger Score, eine Soundkulisse von imposanter Aggressivität und eine Lokalisation wie sie besser nicht sein könnte. Wieder hat man weder Kosten und Mühen gescheut, um einige der populärsten Synchronsprecher unseres Landes zu werben. Die deutschen Stimmen von Leonardo Di Caprio, Matt Damon, Jamie Foxx, Tommy Lee Jones, Gary Oldman/Kevin Bacon, Sean Bean u.a. machen FC3 zu einem (akustisch) besonderen Spielerlebnis.
Bei aller Schwärmerei für den Sound, einen Rüffel kassieren die französischen Entwickler am Ende doch noch: Warum im Spielegottes Namen lassen sich Sprachausgabe, Sounds und Musik nicht getrennt regeln??? Ehrlich gesagt weiss ich nicht was Ubisoft geritten hat uns solche Standard-Funktionen vorzuenthalten. Die Sprachverständlichkeit ist im Stereo-Modus glücklicherweise noch gegeben, bei Surround-Einstellungen dagegen würde ich für nix garantieren.

Fazit:
Fast hätte FC3 das Unmögliche geschafft, nämlich meinen Genre-Liebling "Crysis" vom Thron zu schubsen. Dies gelingt ihm zwar wegen der schwächeren KI und anderen Kleinigkeiten nicht, es reicht aber um mit Crytek's Edel-Shooter das oberste Plätzchen zu teilen. Es ist der momentan beste Shooter der jüngsten Zeit, der reichlich "Beinfreiheit", viele Aufgaben, eine sehr schöne Inselwelt und unglaublich viel Spielzeit bietet. FC4, du darfst kommen!


Far Cry 3 - Limited Edition (100% uncut) - [PC]
Far Cry 3 - Limited Edition (100% uncut) - [PC]
Preis: EUR 19,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vaas geht ab, 29. Mai 2014
Über 9 Millionen verkaufte Einheiten eines Shooters, der nicht (!) den Namen „Call of Duty“ (=CoD) trägt. Gibt es gar nicht?! Wie man am Beispiel von Far Cry 3 (= FC3) sehen kann, scheinbar doch. Und das, wo man noch dachte dass nur Pathos-triefendes Ami-Militär-Geballer von schnurgerader Linearität und lachhafter Kurzdauer-Spielzeit die Kassen klingeln lassen. Warum auch immer. Eine höchst erfreuliche Trendwende – und für mich selbst die lang erhoffte Genugtuung -, die Spielergemeinde scheint endlich die Klasse und Vielfalt von Shootern mit weitflächigen Welten und freien Handlungsmöglichkeiten erkannt zu haben. Und davon gibt es nun wahrlich nicht viele.
Denn mal ehrlich: Was FC3 als Gesamtpaket bietet, ist ein ziemlich dicker Hammer. Es zeigt technisch wie inszenatorisch keine Blöße, hat einen in diesem Genre unüblich gigantischen Umfang, lässt keine Spielweise zu kurz kommen… Und Irokesen-Träger Vaas Montenegro zählt schon jetzt zu den wohl erinnerungswürdigsten Spiele-Antagonisten der letzten Jahre. Mehr Spiel wie hier kann man für Geld gar nicht kriegen. Ein Open-World-Shooter, ganz nach meinem Geschmack.

Der von Spaß, Alk und Extrem-Sport erfüllte Urlaub in den Tropen endet für Altet Ego Jason Brody, seine Brüder und Freunde, als sie von brutalen Piraten – angeführt vom wahnsinnigen Vaas Montenegro - gekidnappt werden. Nach geglückter Flucht findet Jason Schutz bei den einheimischen Inselbewohnern, die ihm bedingungslose Unterstützung versprechen, wenn er ihre Insel aus den Fängen der Piraten befreit. Und so bekommt er es nicht nur mit Vaas‘ Gefolgschaft, sondern auch mit Menschenhändlern, Drogenmischern, Söldnern und anderen gemeingefährlichen Typen zu tun, die sich ihm auf der Suche nach seinen Leuten in den Weg stellen…

Was die Yerli-Brüder mit ihrem allerersten FC präsentierten, war anno 2004 nicht nur eine technische Meisterleistung, sondern auch spielerisch wegweisend. Okay, die Story war saudumm, die später auftauchenden Mutanten hätte man besser gestrichen, und auf der an sich hübsch gestalteten Insel ging es ähnlich lebhaft zu wie auf einem Friedhof. Aber: Mit der riesigen, frei erkundbaren Welt, einer verteufelt cleveren Gegner-KI die einem nix schenkte und allerlei Fortbewegungsmitteln befand sich die Spiel-Motivation stets auf einer ungeahnten Höhe. Cryteks Erstling bewies, dass Ego-Shooter anspruchsvoll und nonliniear sein können, wenn man nur weiss wie man es macht.
Die FC-Marke ging darauf (wohl nach nem guten Deal für Crytek) an Ubisoft über. Während sich die Yerlis auf ihren nächsten Meilenstein „Crysis 1“ (= C1) konzentrierten, werkelten die Franzosen am FC-Sequel. Statt tödliches Inselparadies war in FC2 nun heisse Afrika-Savanne angesagt. Noch mehr virtuelle Quadratkilometer, optionale Nebenmissionen und erstmals die Möglichkeit, große Landschaftsflächen in Brand stecken zu können. Weniger überzeugend war leider wieder die Story-Grundlage, die KI steckte voller Fehler, die Welt wirkte mit dazugewonnener Größe noch leerer, und respawnende Gegner-Massen gehörten zu den entscheidensten Kritikpunkten. Viel Potential lag in der Marke, sie wurde aber nicht genügend ausgeschöpft.

Dieses Versäumnis holt Ubisoft mit FC3 nun nach, der Plot allein lässt die der erzählerisch schwachen Vorgänger ohne Mühe hinter sich. Welchen undurchsichtigen wie verrückten/exzentrischen Gestalten man während dieses Abenteuers begegnet, ist schon ein Erlebnis für sich. Jason Brodys Rettungsmission wird im Laufe der Spieldauer immer bizarrer, bei zunehmender Einnahme gewisser Rauschmittel auch surrealer, und irgendwann findet sich der Spieler in einer endgültigen Situation wieder, wo nur noch Chaos, Wahnsinn und Alpträume die Spielewelt (und einen selbst) regieren. Der Wahnsinn hat hier viele Namen und Gesichter, der gestört-aggressive Vaas ist nur einer unter diesen. „Do you know the definiton of madness ?“ – mehr als ein kleiner Fingerzeig auf die seelischen wie psychischen Abgründe, in die Jason nach und nach unaufhaltsam hineinstürzt.
Ein betont extrem gehaltenes und damit nicht zwingend realistisches, dennoch höchst atmosphärisches wie innovatives Szenario, das bewusst aus dem Rahmen fallen will und teilweise an Alex Garlands „The Beach“ erinnert. Definitiv eine der besseren Spiele-Stories im FPS-Genre.

Wieder ist sie groß geraten, die Insel, auf der man entweder Kilometer um Kilometer abreisst bis die Hacken qualmen oder gleich sofort Gummi gibt. Für Mobilität ist dank Fahrzeuge, Boote und Gleiter gesorgt - findet man praktisch an (fast) jeder Ecke -, und wer von Natur aus lauffaul ist oder sich nicht hinters Steuer klemmen mag, an den wurde ebenfalls gedacht: Per Schnell-Reise wechselt man fix zu einem der vielen verstreuten Basis-Standorten, sofern die „Vorbesitzer“ mehr oder weniger freiwillig die Hausschlüssel abgegeben haben. ;)
Um diverse Beschäftigungsmaßnahmen war man hier sichtlich bemüht, Möglichkeiten ganz frei Schnauze die Spielzeit (abseits der Hauptmissionen) tot zu schlagen sind zur genüge vorhanden. Dass in FC3 diverse Elemente aus Ubisofts Eigenmarken "Assassins Creed" und "Splinter Cell" stecken, dürfte dem geschulten Spielerauge schwer entgehen. Das bereits angesprochene Erobern feindlicher Basen, das Plündern von Truhen, das Erklimmen von Funktürmen zur Aufdeckung der Landkarte, diverse Mini-Spiele (Zielschießen, Pokern, Wettrennen und anderer Kram) und gut versteckte Reliquien aufsammeln, das ist ganz die Handschrift der Meuchelmörder-Serie. Das Aufrüsten und Verbessern des nutzbaren Waffenarsenals, das lautlose Abmurksen von hinten sowie der sich einblendende Sichtkreis bei aufmerksam gewordenen Gegnern - ohne Zweifel aus den jüngsten Sam Fisher-Kapiteln entnommene Funktionen.
Dazu kommt ein dreigeteilter Talente-Baum ganz nach Rollenspiel-Art, der mit wachsenden Erfahrungspunkten viele nützliche Fertigkeiten freischaltet. Auf Stealth-Taktik geschulte Spieler profitieren am meisten davon. Abschließend wäre da noch das Crafting, bei dem man sich der Natur bedienen muss, um seine Ausrüstung (Waffen-Gurt, Geldbörse, Taschen etc.) aufzuwerten. Dazu gehört (leider) auch, dem einen oder anderen Pelzträger das Fell bzw. Leder über die Ohren zu ziehen. Hat schon bei Tierfreunden (!) unter Zockern für hitzige Diskussionen gesorgt, dieses Feature. Mit Verlaub, das ist lächerlich. Das sind Viecher aus Polygonen !!! Menschenskinder, wenn man sonst keine Sorgen hat… *rolleyes*

Denn: Oftmals lassen einem gerade die gut bezahnten Raubtiere keine andere Wahl, da muss man aus reiner Notwehr zur Waffe greifen. Ubisoft hat es geschafft, der Tierwelt so eine Art „Eigenleben“ einzuhauchen. Ob nun Bären, Tiger, Wildhunde oder Warane, alles was in die "Fleischfresser"-Kategorie fällt durchstreift die Insel und ist einen Moment mit der Jagd beschäftigt, wenig später kann es einen selbst völlig überraschend attackieren, während man noch im Gebüsch hockt und mit dem Feldstecher das Feingebiet sondiert. Die Gefahr in animalischer Form sollte nie unterschätzt werden, sonst endet man früher oder später selbst als Chappi.
Andersherum kann diese aber auch sehr nützlich sein. Nicht selten habe ich es erlebt, wie ein streunende Bär oder was-auch-immer einen Piraten-Stützpunkt ohne mein Zutun "gesäubert" oder mindestens für genug Ablenkung gesorgt hat, um mir einen deutlichen Vorteil zu verschaffen. Diese Lebendigkeit und Unberechenbarkeit gehört zu den großen Stärken von FC3.

So oder so, genug zu tun gibt es, das Schöne an und in FC3 aber ist: Jeder kann, niemand muss. Wem die Nebenbeschäftigungen nicht zusagen, lässt sie einfach links liegen. Hab meiner einer auch getan, denn außer die Basen, Funktürme und etwas Crafting habe ich jede andere optionale Tätigkeit ausgelassen, zu knapp kam ich dabei nicht. Mein Steam-Zähler von knapp 50 Stunden (!) spricht für sich. Und das - nur zur Erinnerung - bei einem Ego-Shooter !

Es gibt nicht viel, was ich an FC3 arg kritisieren könnte. Allenfalls:
- dass es tendenziell zu leicht ist, selbst in der höchsten Schwierigkeitsstufe. Die KI reagiert in der Regel recht vernünftig und sorgt für schöne dynamische Kämpfe, doch könnte sie eine Spur hartnäckiger und taktisch cleverer agieren. Im ersten FC bzw. C1 war sie um einiges ausgefuchster.
- dass die meisten Nebenmissionen zu der "Schnell-Dahingeklatscht"-Sorte gehören. "Eliminiere Person X", "Töte dieses und jenes Tier", "Sammle so und soviel bestimmte Gegenstände"... Da bleibt man lieber bei der Hauptquest und der Stück-für-Stück-Befreiung der Insel.

Bei einem FC verhält es sich in etwa wie bei "Crysis": Der Name setzt technische Referenzqualität voraus, sonst schieben enttäuschte Grafikhuren und Serien-Fans sofort lautstarken Frust. Es sei hier gesagt, dass FC3 im DX11-Modus nicht nur verteufelt gut aussieht, es frisst auch Hardware wie ein Kaninchen Löwenzahn. Die enorm hohe Weitsicht, Tages- und Wetterwechsel, dichte Dschungel-Vegetation und sehr schön designte NPCs nebst Tierwelt können auch 1 1/2 Jahren seit der Veröffentlichung entzücken. Besonders chice Effekte setzt Ubisoft immer dann passend in Szene wenn es die jeweilige Spiel-Situation zusätzlich unterstützt, vermeidet es aber automatische Script-Ketten permanent einzusetzen. Dauerhafte Explosionsgewitter a la CoD hat FC3 sowieso nicht nötig, die direkte Action fetzt auch so und macht gerade dann am meisten Spaß, wenn sie nicht passiv vonstatten läuft. Zerstörbare Umgebungen gibt es nicht, schade, aber man kann sie wenigstens begrenzt abfackeln.
Nun zum Sound. Ubisoft, der einzige Entwickler weltweit der ein Sound-Studio zur Herstellung eigener Ton-Effekte betreibt, wird auch hier wieder seinen hohen Qualitäts-Ansprüchen mehr als gerecht. Ein fiebernder und sehr eigenständiger Score, eine Soundkulisse von imposanter Aggressivität und eine Lokalisation wie sie besser nicht sein könnte. Wieder hat man weder Kosten und Mühen gescheut, um einige der populärsten Synchronsprecher unseres Landes zu werben. Die deutschen Stimmen von Leonardo Di Caprio, Matt Damon, Jamie Foxx, Tommy Lee Jones, Gary Oldman/Kevin Bacon, Sean Bean u.a. machen FC3 zu einem (akustisch) besonderen Spielerlebnis.
Bei aller Schwärmerei für den Sound, einen Rüffel kassieren die französischen Entwickler am Ende doch noch: Warum im Spielegottes Namen lassen sich Sprachausgabe, Sounds und Musik nicht getrennt regeln??? Ehrlich gesagt weiss ich nicht was Ubisoft geritten hat uns solche Standard-Funktionen vorzuenthalten. Die Sprachverständlichkeit ist im Stereo-Modus glücklicherweise noch gegeben, bei Surround-Einstellungen dagegen würde ich für nix garantieren.

Fazit:
Fast hätte FC3 das Unmögliche geschafft, nämlich meinen Genre-Liebling "Crysis" vom Thron zu schubsen. Dies gelingt ihm zwar wegen der schwächeren KI und anderen Kleinigkeiten nicht, es reicht aber um mit Crytek's Edel-Shooter das oberste Plätzchen zu teilen. Es ist der momentan beste Shooter der jüngsten Zeit, der reichlich "Beinfreiheit", viele Aufgaben, eine sehr schöne Inselwelt und unglaublich viel Spielzeit bietet. FC4, du darfst kommen!


Far Cry 3 - [PC]
Far Cry 3 - [PC]
Wird angeboten von Better Games Inc.
Preis: EUR 19,40

5.0 von 5 Sternen Vaas geht ab, 29. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Far Cry 3 - [PC] (Computerspiel)
Über 9 Millionen verkaufte Einheiten eines Shooters, der nicht (!) den Namen „Call of Duty“ (=CoD) trägt. Gibt es gar nicht?! Wie man am Beispiel von Far Cry 3 (= FC3) sehen kann, scheinbar doch. Und das, wo man noch dachte dass nur Pathos-triefendes Ami-Militär-Geballer von schnurgerader Linearität und lachhafter Kurzdauer-Spielzeit die Kassen klingeln lassen. Warum auch immer. Eine höchst erfreuliche Trendwende – und für mich selbst die lang erhoffte Genugtuung -, die Spielergemeinde scheint endlich die Klasse und Vielfalt von Shootern mit weitflächigen Welten und freien Handlungsmöglichkeiten erkannt zu haben. Und davon gibt es nun wahrlich nicht viele.
Denn mal ehrlich: Was FC3 als Gesamtpaket bietet, ist ein ziemlich dicker Hammer. Es zeigt technisch wie inszenatorisch keine Blöße, hat einen in diesem Genre unüblich gigantischen Umfang, lässt keine Spielweise zu kurz kommen… Und Irokesen-Träger Vaas Montenegro zählt schon jetzt zu den wohl erinnerungswürdigsten Spiele-Antagonist der letzten Jahre. Mehr Spiel wie hier kann man für Geld gar nicht kriegen. Ein Open-World-Shooter, ganz nach meinem Geschmack.

Der von Spaß, Alk und Extrem-Sport erfüllte Urlaub in den Tropen endet für Altet Ego Jason Brody, seine Brüder und Freunde, als sie von brutalen Piraten – angeführt vom wahnsinnigen Vaas Montenegro - gekidnappt werden. Nach geglückter Flucht findet Jason Schutz bei den einheimischen Inselbewohnern, die ihm bedingungslose Unterstützung versprechen, wenn er ihre Insel aus den Fängen der Piraten befreit. Und so bekommt er es nicht nur mit Vaas‘ Gefolgschaft, sondern auch mit Menschenhändlern, Drogenmischern, Söldnern und anderen gemeingefährlichen Typen zu tun, die sich ihm auf der Suche nach seinen Leuten in den Weg stellen…

Was die Yerli-Brüder mit ihrem allerersten FC präsentierten, war anno 2004 nicht nur eine technische Meisterleistung, sondern auch spielerisch wegweisend. Okay, die Story war saudumm, die später auftauchenden Mutanten hätte man besser gestrichen, und auf der an sich hübsch gestalteten Insel ging es ähnlich lebhaft zu wie auf einem Friedhof. Aber: Mit der riesigen, frei erkundbaren Welt, einer verteufelt cleveren Gegner-KI die einem nix schenkte und allerlei Fortbewegungsmittel befand sich die Spiel-Motivation stets auf einer ungeahnten Höhe. CryTeks Erstling bewies, dass Ego-Shooter anspruchsvoll und nonliniear sein können, wenn man nur weiss wie man es macht.
Die FC-Marke ging darauf (wohl für nach nem guten Deal) an Ubisoft über. Während sich die Yerlis auf ihren nächsten Meilenstein „Crysis 1“ (= C1) konzentrierten, werkelten die Franzosen am FC-Sequel. Statt tödliches Inselparadies war in FC2 nun heisse Afrika-Savanne angesagt. Noch mehr virtuelle Quadratkilometer, optionale Nebenmissionen und erstmals die Möglichkeit, große Landschaftsflächen in Brand stecken zu können. Weniger überzeugend war leider wie die Story-Grundlage, die KI steckte voller Fehler, die Welt wirkte mit dazugewonnener Größe noch leerer, und respawnende Gegner-Massen gehörten zu den entscheidensten Kritikpunkten. Viel Potential lag in der Marke, sie wurde aber nicht genügend ausgeschöpft.

Dieses Versäumnis holt Ubisoft mit FC3 nun nach, der Plot allein lässt die der erzählerisch schwachen Vorgänger ohne Mühe hinter sich. Welchen undurchsichtigen wie verrückten/exzentrischen Gestalten man während dieses Abenteuers begegnet, ist schon ein Erlebnis für sich. Jason Brodys Rettungsmission wird im Laufe der Spieldauer immer bizarrer, bei zunehmender Einnahme gewisser Rauschmittel auch surrealer, und irgendwann findet sich der Spieler in einer endgültigen Situation wieder, wo nur noch Chaos, Wahnsinn und Alpträume die Spielewelt (und einen selbst) regieren. Der Wahnsinn hat hier viele Namen und Gesichter, der gestört-aggressive Vaas ist nur einer unter diesen. „Do you know the definiton of madness ?“ – mehr als ein kleiner Fingerzeig auf die seelischen wie psychischen Abgründe, in die Jason nach und nach unaufhaltsam hineinstürzt.
Ein betont extrem gehaltenes und damit nicht wirklich realistisches, dennoch höchst atmosphärisches wie innovatives Szenario, das bewusst aus dem Rahmen fallen will und teilweise an Alex Garlands „The Beach“ erinnert. Definitiv eine der besseren Spiele-Stories im FPS-Genre.

Wieder ist sie groß geraten, die Insel, auf der man entweder Kilometer um Kilometer abreisst bis die Hacken qualmen oder gleich sofort Gummi gibt. Für Mobilität ist dank Fahrzeuge, Boote und Gleiter gesorgt - findet man praktisch an (fast) jeder Ecke -, und wer von Natur aus lauffaul ist oder sich nicht hinters Steuer klemmen mag, an den wurde ebenfalls gedacht: Per Schnell-Reise wechselt man fix zu einem der vielen verstreuten Basis-Standorten, sofern die „Vorbesitzer“ mehr oder weniger freiwillig die Hausschlüssel abgegeben haben. ;)
Um diverse Beschäftigungsmaßnahmen war man hier sichtlich bemüht, Möglichkeiten ganz frei Schnauze die Spielzeit (abseits der Hauptmissionen) tot zu schlagen sind zur genüge vorhanden. Dass in FC3 diverse Elemente aus Ubisofts Eigenmarken AC und SC stecken, dürfte dem geschulten Spielerauge schwer entgehen. Das bereits angesprochene Erobern feindlicher Basen, das Plündern von Truhen, das Erklimmen von Funktürmen zur Aufdeckung der Landkarte, diverse Mini-Spiele (Zielschießen, Pokern, Wettrennen und anderer Kram) und gut versteckte Reliquien aufsammeln, das ist ganz die Handschrift der Meuchelmörder-Serie. Das Aufrüsten und Verbessern des nutzbaren Waffenarsenals, das lautlose Abmurksen von hinten sowie der sich einblendende Sichtkreis bei aufmerksam gewordenen Gegnern - ohne Zweifel aus den jüngsten Sam Fisher-Kapiteln entnommene Funktionen.
Dazu kommt einen dreigeteilten Talente-Baum ganz nach Rollenspiel-Art, der mit wachsenden Erfahrungspunkten viele nützliche Fertigkeiten freischaltet. Auf Stealth-Taktik geschulte Spieler profitieren am meisten davon. Abschließend wäre da noch das Crafting, bei dem man sich der Natur bedienen muss, um seine Ausrüstung (Waffen-Gurt, Geldbörse, Taschen etc.) aufzuwerten. Dazu gehört (leider) auch, dem einen oder anderen Pelzträger das Fell bzw. Leder über die Ohren zu ziehen. Hat schon bei Tierfreunden (!) unter Zockern für hitzige Diskussionen gesorgt, dieses Feature. Mit Verlaub, das ist lächerlich. Das sind Viecher aus Polygonen !!! Menschenskinder, wenn man sonst keine Sorgen hat… *rolleyes*

Denn: Oftmals lassen einem gerade die gut bezahnten Raubtiere keine andere Wahl, da muss man aus reiner Notwehr zur Waffe greifen. Ubisoft hat es geschafft, der Tierwelt so eine Art „Eigenleben“ einzuhauchen. Ob nun Bären, Tiger, Wildhunde oder Warane, alles was in die "Fleischfresser"-Kategorie fällt durchstreift die Insel und ist einen Moment mit der Jagd beschäftigt, wenig später kann es einen selbst völlig überraschend attackieren, während man noch im Gebüsch hockt und mit dem Feldstecher das Feingebiet sondiert. Die Gefahr in animalischer Form sollte nie unterschätzt werden, sonst endet man selbst als Chappi.
Andersherum kann diese aber auch sehr nützlich sein. Nicht selten habe ich es erlebt, wie ein streunende Bär oder was-auch-immer einen Piraten-Stützpunkt ohne mein Zutun "gesäubert" oder mindestens für genug Ablenkung gesorgt hat, um mir einen deutlichen Vorteil zu verschaffen. Diese Lebendigkeit und Unberechenbarkeit gehört zu den großen Stärken von FC3.

So oder so, genug zu tun gibt es, das Schöne an und in FC3 aber ist: Jeder kann, niemand muss. Wem die Nebenbeschäftigungen nicht zusagen, lässt sie einfach links liegen. Hab meiner einer auch getan, denn außer die Basen, Funktürme und etwas Crafting habe ich jede andere optionale Tätigkeit ausgelassen, zu knapp kam ich dabei nicht. Mein Steam-Zähler von knapp 50 Stunden (!) spricht für sich. Und das - nur zur Erinnerung - bei einem Ego-Shooter !

Es gibt nicht viel, was ich an FC3 arg kritisieren könnte. Allenfalls:
- dass es tendenziell zu leicht ist, selbst in der höchsten Schwierigkeitsstufe. Die KI reagiert in der Regel recht vernünftig und sorgt für schöne dynamische Kämpfe, doch könnte sie eine Spur hartnäckiger und taktisch cleverer agieren. Im ersten FC bzw. C1 war sie um einiges ausgefuchster.
- dass die meisten Nebenmissionen zu der "Schnell-Dahingeklatscht"-Sorte gehören. "Eliminiere Person X", "Töte dieses und jenes Tier", "Sammle so und soviel bestimmte Gegenstände"... Da bleibt man lieber bei der Hauptquest und der Stück-für-Stück-Befreiung der Insel.

Bei einem FC verhält es sich in etwa wie bei "Crysis": Der Name setzt technische Referenzqualität voraus, sonst schieben enttäuschte Grafikhuren und Serien-Fans sofort lautstarken Frust. Es sei hier gesagt, dass FC3 im DX11-Modus nicht nur verteufekt gut aussieht, es frisst auch Hardware wie ein Kaninchen Löwenzahn. Die enorm hohe Weitsicht, Tages- und Wetterwechsel, dichte Dschungel-Vegetation und sehr schön designte NPCs nebst Tierwelt können auch 1 1/2 Jahren seit der Veröffentlichung entzücken. Besonders chice Effekte setzt Ubisoft immer dann passend in Szene wenn es die jeweilige Spiel-Situation zusätzlich unterstützt, vermeidet es aber automatische Scripts-Ketten permanent einzusetzen. Dauerhafte Explosionsgewitter a la CoD hat FC3 sowieso nicht nötig, die direkte Action fetzt auch so und macht gerade dann am meisten Spaß, wenn sie nicht passiv vonstatten läuft. Zerstörbare Umgebungen gibt es nicht, schade, aber man kann sie wenigstens begrenzt abfackeln.
Nun zum Sound. Ubisoft, der einzige Entwickler weltweit der ein Sound-Studio zur Herstellung eigener Ton-Effekte betreibt, wird auch hier wieder seinen hohen Qualitäts-Ansprüchen mehr als gerecht. Ein fiebernder und sehr eigenständiger Score, eine Soundkulisse von imposanter Aggressivität und eine Lokalisation wie sie besser nicht sein könnte. Wieder hat man weder Kosten und Mühen gescheut, um einige der populärsten Synchronsprecher unseres Landes zu werben. Die deutschen Stimmen von Leonardo Di Caprio, Matt Damon, Jamie Foxx, Tommy Lee Jones, Gary Oldman/Kevin Bacon, Sean Bean u.a. machen FC3 zu einem (akustisch) besonderen Spielerlebnis.
Bei aller Schwärmerei für den Sound, einen Rüffel kassieren die französischen Entwickler am Ende doch noch: Warum im Spielegottes Namen lassen sich Sprachausgabe, Sounds und Musik nicht getrennt regeln??? Ehrlich gesagt weiss ich nicht was Ubisoft geritten hat uns solche Standard-Funktionen vorzuenthalten. Die Sprachverständlichkeit ist im Stereo-Modus glücklicherweise noch gegeben, bei Surround-Einstellungen dagegen würde ich für nix garantieren.

Fazit:
Fast hätte FC3 das Unmögliche geschafft, nämlich meinen Genre-Liebling "Crysis" vom Thron zu schubsen. Dies gelingt ihm zwar wegen der schwächeren KI und anderen Kleinigkeiten nicht, es reicht aber um mit Crytek's Edel-Shooter das oberste Plätzchen zu teilen. Es ist der momentan beste Shooter der jüngsten Zeit, der reichlich "Beinfreiheit", viele Aufgaben, eine sehr schöne Inselwelt und unglaublich viel Spielzeit bietet. FC4, du darfst kommen!


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