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NieOhneBuch (Unna)

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Royal Flash: 4. Hannover-Krimi mit Marike Kalenberger
Royal Flash: 4. Hannover-Krimi mit Marike Kalenberger
von Günter von Lonski
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4.0 von 5 Sternen frech, flott, ungewöhnlich und immer für überraschende Lacher gut, 21. Juni 2014
Günter von Lonski gehen die Ideen auch im mittlerweile vierten Hannover-Krimi mit der Hauptkommissarin Marike Kalenberger nicht aus.

Dieses Mal spielt der Adel in und um Hannover eine tragende Rolle, der durch weitere Infotexte innerhalb des Krimis auch für Nichtkenner der Welfenfamilie verständlich wird.

Wie gewohnt flott, frech und knackig beschreibt von Lonski die Ermittlungen seiner Hauptkommissarin Marike Kalenberger, die trotz privater Probleme weiterhin alles für ihre Arbeit gibt. Unterhaltsam waren wieder einmal die Neckereien mit ihrem Kollegen Obanczek, die an den unmöglichsten Stellen für Lacher sorgten und so die Stimmung im Buch immer wieder umschwenken konnten.

Etwas zu kurz kamen mir die privaten Sorgen von Marike, die, zwar angedeutet und damit verständlich erschienen, nicht weiter ausgestaltet wurden. Ihre Beziehung, die im vorherigen Buch begann, steckt in einer Krise und als Leser fühlte ich mich eher wie ein Zuschauer, der zwar etwas aufschnappen konnte, aber ansonsten eher außen vor blieb.
Aber dies ist auch typisch für den Autor, denn private Angelegenheiten haben in den Büchern, die ich bisher von ihm las, nie den Hauptaspekt ausgemacht, sondern der Fokus liegt klar darauf, dem Leser eine gelungene und stimmige Krimihandlung zu bieten.

Ansonsten gibt es auch in diesem Krimi keine nennenswerten Kritikpunkte.Von Lonski lässt sich für seine Leser immer wieder neue, ungewöhnliche Mordmethoden einfallen, verknüpft sie mit real geschehenen Verbrechen und sorgt so für gute Unterhaltung und wahre Knobelspiele, wer am Ende der Täter sein könnte und vor allem, welches Motiv dieses Mal dahinter steckt. Verzwickt, aber immer nachvollziehbar und glaubwürdig, wenn man das Buch beendet hat.

Fazit:
frech, flott, ungewöhnlich und immer für überraschende Lacher gut – auch der vierte Hannover-Krimi von Günter von Lonski konnte mich gut unterhalten und für einige Stunden in Niedersachsens gar nicht langweilige Hauptstadt entführen. Gerne mehr davon!


Herzensglut (Liebe I Mystery): Stern der Macht 1
Herzensglut (Liebe I Mystery): Stern der Macht 1
Preis: EUR 2,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine zauberhafte Liebesgeschichte, die das Romantikerherz höher schlagen lässt..., 8. April 2014
Elvira Zeißler macht den Leser mit diesem ersten Teil der „Stern der Macht“-Trilogie sehr neugierig.

Geschickt entwirft sie das Szenario einer jungen, zarten Liebe zwischen Daniel und Erin, die auf eine harte Probe gestellt wird. Ein wenig wie Romeo und Julia wirken die beiden, indem sie bis zum Äußersten für ihre Liebe kämpfen müssen.

Mir als eigentlicher Fantasymuffel kamen die wohldosierten Einschübe phantastischer Elemente sehr gelegen. Sie waren nachvollziehbar, mit ein bisschen Vorstellungskraft gar nicht so abwegig und für meinen Geschmack auch für Leser geeignet, die wie ich eher in der Kategorie der knochentrockenen Realisten angesiedelt sind.

Erin ermöglichte mir einen Einblick in ihre Gedanken, die sich mit meinen decken würden. Auch sie ist eher Realistin, sie zweifelt vieles an und hinterfragt noch mehr. Elvira Zeißler kommt somit meinen Fragen zuvor, die ich mir auch selbst gestellt hätte, aber durch Erin eine Antwort darauf erhalten konnte. Auch ihr trockener Humor und die Art, das Geheimnis um die Amulette eher nicht ernst zu nehmen – ja, wahrscheinlich wäre es auch meine Art, mir Unerklärliches selbst schönzureden.

Aus Daniel wurde ich zunächst gar nicht schlau. Mal verhält er sich so, dann wieder völlig anders und ähnlich wie Erin war ich erst verwirrt, dann genervt und etwas später hingerissen. Ob ich ihn letztendlich durchschaut und richtig verstanden habe, werde ich erst in den nächsten beiden Bänden herausfinden und genau das macht auch so neugierig.

Das Spiel zwischen Gut und Böse, die verschwimmenden Grenzen zwischen beidem machte den besonderen Reiz aus. Als Leser kann man sich nicht sicher sein, sich gedanklich auf die richtige Seite geschlagen zu haben. Ganz im Gegenteil, es wurde ordentlich Misstrauen geschürt und Zweifel gesäht, die mehr Fragen aufwarfen als Antworten lieferten. Für die folgenden Teile der Trilogie eine wunderbare Grundlage, die einige Möglichkeiten offenlässt und mich natürlich zum mitknobeln animierte.

Fazit: Mit Herzensglut als Auftakt der Stern der Macht Trilogie hat Elvira Zeißler alles richtig gemacht. Gute Grundlagen, viele offene Fragen und eine zauberhafte Liebesgeschichte, die das Romantikerherz höher schlagen lässt. Der Schreibstil eignet sich für Jung und Alt gleichermaßen.


Zone C
Zone C
von Sebastian Caspar
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Konsequenzen des Scheiterns, obwohl man selbst darauf nicht immer Einfluss hat, trägt man dennoch ganz alleine..., 15. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Zone C (Broschiert)
Zone C, ein Hoffnungsroman ohne Hoffnung.

Sten ist 19 und hat sein Leben noch vor sich. Theoretisch. Praktisch besteht sein Alltag daraus, seine Ex-Freundin zu vermissen, mit Kumpels abzuhängen, seine *Piep*-Beziehung gelegentlich zu treffen und sich verschiedene Drogen reinzupfeifen. Wie er den Konsum bezahlt? – gute Frage, denn einen Job hat Sten nicht.

Sebastian Caspar versucht gar nicht erst, ansatzweise positive Dinge aufzuzählen, die in Stens Leben vorkommen. Es gibt keine.
Seine Umgebung ist trist und verlassen, seine Mutter am Ende und er selbst richtet sich Stück für Stück zu Grunde und findet dies normal. Normal, weil sein Leben ohne Perspektive vor sich hin dümpelt und er in den Tag hinein lebt. Das letzte bisschen Glück ging mit seiner Ex-Freundin, die sich selbst aus dem Drogensumpf befreien musste und ihm den Rücken kehrte.

Mein ständiger Begleiter im Studium, der Soziologe Ulrich Beck, würde vermutlich sagen (vgl. „Risikogesellschaft“), dies sind die Folgen der Individualisierung: Die bisherigen Zwänge, in die Fußstapfen der Eltern zu treten, sind weggebrochen. Jeder hat theoretisch alle Möglichkeiten, sich nach seinen Wünschen zu entfalten. Die Konsequenzen des Scheiterns, obwohl man selbst darauf nicht immer Einfluss hat, trägt man dennoch ganz alleine.
Warum mir ausgerechnet diese Sätze wieder durch den Kopf gingen?
Weil sie zutreffen. Sten lebt in einer Umgebung, die von Verfall, Vereinsamung und Strukturschwäche gekennzeichnet ist. Irgendwo im Osten, einem Fleck in Deutschland, dem die Bewohner weggelaufen sind, weil sich woanders bessere Chancen auf ein besseres Leben bieten. Wer geblieben ist, gehört zu den Verlierern. Verdammt, das beste aus der Situation zu machen. Einer Situation, in der das beste bereits das Überleben des Alltags ist. Was liegt da näher, als sich jede verfügbare Droge reinzuziehen, um dem Alltag für kurze Zeit zu entkommen?

Es ist schwierig, zu Sten eine Beziehung aufzubauen, während man seinen Schilderungen folgt und sich permanent fragt, wie man ihm helfen könnte, damit er noch die Kurve kriegt. Auf diese Frage habe ich bis zum Ende keine Antwort finden können.
Es ist auch nicht so, als ob Sten zu dumm wäre, um nicht selbst zu begreifen, was bei ihm schief läuft. Viele, teils auch sehr tiefgründige, Gedanken teilt er mit dem Leser und lässt sich so tief in die Seele blicken.

“Der Punkt, an dem ich mich jetzt befinde, war vorherbestimmt. Ich hatte nie eine andere Wahl.” (S.63)

Zwischendurch sind es Zeilen wie diese hier, die einem einen Kloß in den Hals treiben. Resignation pur.
Und dennoch, oder gerade deshalb, hat mich diese Untätig- und Gleichgültigkeit, was das eigene Leben und die eigene Zukunft betrifft, sehr bewegt.

Danke Sebastian Caspar, für diesen ungewöhnlich offenen, ungeschönten Einblick in ein Leben mitten in der Generation Hoffnungslos.
Ich möchte gar nicht wertend über diesen Roman entscheiden, aber ich hoffe sehr, viele Leser mögen den Blick aus ihrer eigenen Komfortzone wagen und sich über dieses Buch ihre eigenen Gedanken machen. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dieses Buch im Rahmen eines Schulprojekts zu lesen – auch um die verheerende Wirkung von Drogen in einem realistischen Szenario miterleben zu können.


Der Fotokurs für junge Fotografen
Der Fotokurs für junge Fotografen
von Günter Hauschild
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

5.0 von 5 Sternen Lehrreich und fordernd, aber nicht überfordernd, 13. Februar 2014
Ausgangslage: Günter Hauschild hat für seinen Enkel eine Anleitung geschrieben, wie man ansprechende Fotos knipsen kann. Dies merkt man dem Buch auch an, es liest sich in der Tat wie ein Gespräch unter Opa und Enkel, bei dem der Erfahrene sein Wissen weitergibt und der Enkel, in dem Fall der Leser, aufmerksam lauschen und Gehörtes, bzw. Gelesenes sofort umsetzen kann. Das Buch ist insgesamt in drei aufeinander aufbauende Teile gegliedert:

So funktioniert deine Digitalkamera (bis S. 70)
Fotos gestalten und Motive entdecken (S. 71-118)
Deine Fotos bearbeiten und zeigen (S. 119-177)
Anhang (ab S.178)

Das komplette Inhaltsverzeichnis mit allen Unterpunkten solltet ihr euch hier anschauen, so erhaltet ihr einen guten Überblick, was alles im Detail erläutert wird.

Wenn ich eins nicht mag, dann ist es ein belehrender Ton, der dem Leser permanent aufzeigt, was er alles nicht weiß. Günter Hauschild geht den umgekehrten Weg, nimmt den jungen Leser und Fotografen an die Hand, erklärt kurz und knackig die Grundlagen, zeigt ansprechende Beispielbilder und ermuntert mit kleinen Projekten, das Gelesene direkt umzusetzen. Genau so muss ein praxisorientierter Ratgeber sein – fordernd, aber nicht überfordernd!

Im ersten Teil:

…werden die nötigen Grundlagen der Kamerabedienung und -funktionen ausreichend erklärt und lassen sich auf handelsübliche Digitalkameras übertragen, die für kleines Geld solide Ergebnisse liefern. Ungeduldigen Lesern, die gleich loslegen möchten, empfehle ich trotzdem, sich die Zeit für den ersten Teil zu nehmen.
Vergleicht es einfach mit dem Fahren eines Autos: Fahren macht zwar Spaß, aber wenn ihr Gas und Bremse nicht auseinander halten könnt, stoßt ihr schnell an eure Grenzen. Ähnlich verhält es sich mit der Kamera – die Grundlagen schaden keinesfalls und erleichtern euch später die Arbeit ungemein.

Im zweiten Teil:

…erwarten den Leser wunderschöne Bilder und viele Anregungen, um aus einem durchschnittlichen Bild mit wenig Aufwand ein handwerklich ordentliches Foto hinzubekommen. Viele kleine Kniffe (zum Beispiel die Wirkung einer Taschenlampe) kannte ich noch nicht und werde ich in Zukunft häufiger nutzen.

Im dritten Teil:

…erfährt man, wie man mit Hilfsmitteln (in diesem Fall überwiegend Adobe Elements) und ohne Vorkenntnisse noch mehr aus seinen Fotos herausholen kann. Mir persönlich war dieses Kapitel zu ausführlich und ich denke, gerade die jüngeren Leser sind mit dem PC vertraut und experimentieren mit den Softwaremöglichkeiten eigenständig. Dennoch: der Vollständigkeit halber gehört es dazu und beschreibt nachvollziehbar die Gestaltungs- und Einsatzmöglichkeiten von schönen Digitalbildern.

Bei vielen Beispielen habe ich mir direkt meine Digitalkamera geschnappt (Canon Powershot SX110IS; älteres Modell, genügt aber völlig) und an den möglichen Einstellung herumgetüftelt, bis das gewünschte Ergebnis halbwegs getroffen wurde. Manchmal scheiterte es an fehlenden Motiven (die wunderschönen Landschaften aus dem Buch habe ich in näherer Umgebung nicht, dafür lohnen sich kleinere Tagestouren), aber dies finde ich gar nicht schlimm – es geht ohnehin viel mehr darum, Neugierde zu wecken und den interessierten Fotografen daran zu erinnern, mit offenen Augen für schöne und auch ungewöhnliche Motive durch die Umwelt zu streifen.
Normalerweise nutze ich die mitgelieferten Programme der Kamera, die für jede Situation die passenden Voreinstellungen liefern. Nach dem Lesen des Buches werde ich häufiger den manuellen Modus nutzen, ohne Angst vor schlechten Fotos haben zu müssen.

Fazit: Lehrreich und fordernd, aber nicht überfordernd. Günter Hauschild holt den jungen, unbedarften Hobbyfotografen ganz am Anfang ab, macht ihm dieses wunderbare Hobby schmackhaft und animiert konstant, das Gelesene direkt umzusetzen. Nicht nur für junge Leser eine Fundgrube an guten Ratschlägen und Wissen – sehr gelungen, optisch und inhaltlich!


Elend
Elend
von Günter von Lonski
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4.0 von 5 Sternen brisantes Thema, gut umgesetzt. Auch für Quereinsteiger der Reihe geeignet, 31. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Elend (Taschenbuch)
Günter von Lonski greift in diesem Krimi ein heikles Thema auf: amtliche Betreuer, die nicht im Sinne ihrer Schützlinge handeln. Schockierend legt er dar, wie ausgeliefert man ist, wenn man an den falschen Betreuer gerät und wie wenig Möglichkeiten Angehörige haben, dagegen überhaupt vorzugehen. Dieses Thema wird im Nachwort noch einmal aufgegriffen und ich finde es wichtig, auf diese Missstände hinzuweisen. Warum also nicht verpackt in einem spannenden Krimi?

Marike Kalenberger ermittelt in ihrem mittlerweile dritten Krimi bei der Mordkommission Hannover. Da ich die beiden Vorgänger noch nicht gelesen habe, fürchtete ich die bekannten Wissenslücken, die bei Reihen gerne mal auftreten. Hier war dies glücklicherweise nicht der Fall, die wenigen Andeutungen auf die Vorgänger reichten mir aus, um Marikes Zustand verstehen zu können.
Imponiert hat mir die Art, mit der sie ermittelt. Alles andere als draufgängerisch, viel mehr durchdacht, strukturiert und mit einem feinen Spürsinn für Details, die die entscheidenden Puzzleteile sein könnten.
Interessant ist in diesem Fall auch ihr Privatleben, denn ihre neue Beziehung ist anders und ungewöhnlich. Gefühlvoll beschreibt der Autor ihr neues Glück, lässt Spielräume für Selbstzweifel und kritische Blicke von Außen, die von ihren Kollegen aber überraschenderweise ausblieben.

Besonders gut gefallen hat mir Günter von Lonskis furztrockener Humor, der oft für Lacher sorgte. Definitiv Geschmackssache, aber ich schätze Krimis, in denen man auch mal herzhaft Lachen kann und darf.
Kombiniert wird das Ganze mit knackigen, schlichten Sätzen, die ohne großes Drumherum die nötigen Inhalte vermitteln. So auf den Punkt zu schreiben, ohne das Gefühl aufkommen zu lassen, es würde an etwas fehlen, muss man auch erst einmal können!

Fazit:
Der dritte Hannover-Krimi von Günter von Lonski ist zwar mein erster, aber definitiv nicht mein letzter.
Hinterhältige aber unblutige Verbrechen treffen auf realistische, akribische Ermittlungsarbeit, die den Leser hautnah teilhaben lassen.
Wer zusätzlich auf interessante Persönlichkeiten und angenehmen Lokalkolorit steht, dürfte mit diesem Buch genau richtig liegen.


Kalk: Kriminalroman (Kriminalromane im GMEINER-Verlag)
Kalk: Kriminalroman (Kriminalromane im GMEINER-Verlag)
Preis: EUR 5,99

5.0 von 5 Sternen Eindeutige Leseempfehlung für Liebhaber nicht zu brutaler, aber komplexer Unterhaltung, 14. Januar 2014
Ilias Karlmann ist nach dem Mauerfall nach Schweden geflohen und lebt dort seitdem wie ein Einsiedler und in ständiger Angst, entdeckt zu werden. Die wenigen Kontakte, die er pflegt, sind zu Frauen, die er auch nicht nah genug an sich heranlässt, um ihm gefährlich zu werden. Seinen wahren Namen kennt niemand, ansonsten würde er zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr leben.
Dies zieht sich systematisch durch das Ebook – Ilias ist und bleibt ein Phantom, welches der Leser nur sehr zögerlich und gering enttarnen kann. Nicht alle Fragen werden abschließend beantwortet, aber ich finde, dies gehört zu einem Mensch, der die letzten Jahrzehnte durch Zurück- und Geheimhaltung überleben konnte, irgendwie auch dazu.

Ungewöhnlich ist die ermittelnde Person in diesem Ebook. Wer hier die üblichen Ermittler erwartet, könnte enttäuscht sein, denn drei Damen, die sich zufällig zusammenfinden, übernehmen die Hauptarbeit. Das Trio besteht aus Britta, Ilias’ Nachbarin, Laura, seine Tochter die er nie kennenlernen konnte und sie ihn deshalb sucht, und Marina, die selbst aus der Ukraine floh und in Schweden bisher in Ruhe und Frieden leben konnte.
Allen voran ermittelt Marina auf eigene Faust, sie kann blitzschnell Situationen einschätzen und daraus ihre Schlüsse ziehen. Auch die richtige Portion Mut fehlt ihr nicht, es mit ausgewiesenen Fachkräften für Mord und Folter aufzunehmen.

Jan Akebäck schreibt unglaublich eindringlich.
Nicht brutalste Gewalt dominiert, diese wird nur sparsam eingesetzt und sorgt daher für regelrechte Leidensmomente. Nein, perfide Bedrohungsstimmung sorgt für Gänsehaut, die sich so schnell nicht vertreiben lässt.

Auch die historisch wahren Gegebenheiten der DDR werden gekonnt eingearbeitet, so dass der Leser schnell Parallelen zu ihm bekannten Informationen herstellen kann.
Ich war zu Beginn skeptisch, ob dieses Ebook wirklich das Richtige für mich ist. Die Mauer fiel als ich noch ein Kind war, eigene Eindrücke aus dieser Zeit habe ich nicht und musste mich daher auf Überlieferungen und eigene Recherche verlassen. Dies war zu keinem Zeitpunkt ein Problem, da dieses Thema zwar die Grundlage für diesen Krimi darstellt, aber nicht so sehr dominiert, dass ein unkundiger Leser an diesem Plot verzweifeln müsste.

Fazit: Jan Akebäck inszeniert ein rasantes Katz- und Mausspiel, bei dem man zu keinem Zeitpunkt weiß, wem man trauen kann. Das Böse scheint immer einen Schritt voraus zu sein und schlägt unbarmherzig zu.

Eindeutige Leseempfehlung für Liebhaber nicht zu brutaler, aber komplexer Unterhaltung.


Auf und weg!
Auf und weg!
Preis: EUR 2,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen warmherzig, gefühlvoll und kindgerecht, 14. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Auf und weg! (Kindle Edition)
Kurz nach einem Streit der Eltern, den Emma denkt verschuldet zu haben, ist der Papa verschwunden und Mama will Emma bei der Oma unterbringen. Für die kleine Emma ist schnell klar, sie hat Schuld an dem Streit und damit ist auch sie Schuld, dass ihr Papa gegangen ist. Zusammen mit ihrem Stoffpferdchen Floh, der lautstark protestiert und Heinz genannt werden möchte, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Papa.

Pebby Art hat eine wunderbare und mitreißende Geschichte geschaffen, die Emma nach und nach die Augen öffnet und ihr anschließend zeigt, dass ihre Eltern immer für sie da sind, auch wenn sie sich selbst nur noch streiten. Auch zeigt sich anschaulich, dass Probleme gleich aus der Welt geschafft werden sollten, indem man darüber spricht und nicht alles in sich hinein frisst und damit kleinere Schwierigkeiten unnötig dramatisiert.

Die Sprache ist kindgerecht, fantasievoll und bildhaft. Emmas Abenteuer im Wald beschreibt die Autorin so greifbar, als wäre man mit ihr und ihrem sprechenden Stoffpferdchen durch Büsche und Felder gestreift. Genau so müssen Bücher für den Lesenachwuchs sein. Durch die Länge würde ich das Buch durchaus auch zum Vorlesen empfehlen – für Kinder in der gleichen Situation kann dieses Buch wie ein kleiner Mutmacher wirken.

Fazit: Warmherzig, gefühlvoll und kindgerecht werden Verlustängste und falsche Schuldgefühle von Trennungskindern thematisiert. Aufgewertet wird die Geschichte durch ansprechende Zeichnungen, die auch auf meinem Kindle ohne Farbdisplay gut zu erkennen waren.


Sonne, Mond und Männer
Sonne, Mond und Männer
Preis: EUR 2,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen heitere, lockere Unterhaltung, 1. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Sonne, Mond und Männer (Kindle Edition)
In flotter Tagebuchform beschreibt Mona Frick das turbulente Singleleben von Jasmina Masari.

„Manchmal kann ich selbst nicht glauben, dass wir drei einfach nicht den richtigen Mann finden. Wir sind alle recht hübsch, super nett natürlich und nicht auf den Mund gefallen. Ob es wohl daran liegt?“ (Pos. 127)

Dieser Ansatz zieht sich durch das gesamte Buch: Jasmina und ihre Freundinnen sind eigentlich perfekt für die Männerwelt, aber es will einfach nicht so recht klappen. Da helfen Jasminas angesetzte Dates auch nicht viel, sie entpuppen sich schnell als unpassende Kandidaten für den Posten des Traummanns und werden abgehakt.

Diese Art ist ein ganz schmaler Grat zwischen Heiterkeit und Oberflächlichkeit. Einerseits unterhält die muntere Kennenlernphase, andererseits ist es auch etwas schade, wie schnell die einzelnen Männer durch das Anspruchsraster fielen.
Vor allem, weil Jasmina im Grunde wie die nette Freundin von Nebenan wirkt. Trotz ihres Modelljobs hat sie die Bodenhaftung nicht verloren, träumt von einer soliden Partnerschaft und wäre am liebsten einfach nur zu zweit glücklich. Mit Sicherheit teilen viele Leserinnen den gleichen Wunsch und kennen ebenfalls die Schwierigkeit, den richtigen Mann fürs Leben zu finden.

Ansprechend ist der Aufbau des Ebooks: Einzelne Episoden werden durch eine passende Überschrift angekündigt, es folgen kurze Erzählungen, die mit einer Zusammenfassung in einem „Stimmungstagebuch“ enden, in dem Jasmina ihre aktuelle Stimmung und den Grund dafür benennt.

Insgesamt ist „Sonne, Mond und Männer“ ein heiteres, lockeres Ebook, welches das unfreiwillige Singleleben thematisiert und auf humorvolle Weise erzählt. Die Protagonistin Jasmina ist trotz ihres Jobs sehr bodenständig und bietet den Leserinnen dadurch großes Identifikationspotential.
Angenehme Unterhaltung, durch die Gestaltung auch als „Häppchenlektüre“ für Bus- und Bahnfahrten oder zwischendurch prima geeignet.


Perlenregen
Perlenregen
Preis: EUR 0,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ...und es hat Zoom gemacht!, 1. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Perlenregen (Kindle Edition)
Nein, wir sind nicht bei der Klaus Lage Band und ihrem Ohrwurm „1000 mal berührt“ gelandet, sondern beim neuen Ebook von Kirstie Papers.

Zoom macht es aber auch in diesem Ebook, ganz ohne 1000 Berührungen. Zwischen Kirstie Papers’ Protagonisten sprühen so sehr die Funken, dass sie ihre Umgebung für eine Weile komplett stilllegen. Ja, natürlich, tooootal unrealistisch. Na und? Angeblich fühlt sich doch genau SO dieser magische Moment an, wenn man den Partner fürs Leben entdeckt. Zoom, die Zeit steht still, alles um einen herum erscheint wie ausgeblendet und man hat nur Augen für ihn oder sie. Also gar nicht so abwegig, was sich Kirstie Papers hier ausgedacht hat.

Das Ganze kombiniert sie mit einem Schreibstil, der dem Genre angemessen ist. Gute Unterhaltung mit locker-frechem Mundwerk, eingängigem aber sehr trockenem Humor, witzige Einwürfe und ein bisschen Klischeepflege werden geliefert.
Nela spielt natürlich die üblichen Klischees aus, die in ChickLit-Romanen gerne verwendet werden: Shoppen und philosophieren mit der besten Freundin über die Welt im Allgemeinen und die unerreichbaren Traummänner im Speziellen. Aber das gestaltet sich in diesem Fall etwas komplizierter, denn mal unter uns: würdet ihr eurer besten Freundin so eine Geschichte abkaufen? Klingt doch eher wie ein zu tiefer Blick ins klischeehafte Gläschen Prosecco.

Fazit: Kirstie Papers macht das, was ich von einem guten Roman aus der Kategorie ChickLit erwarte: Sie unterhält gut, spielt mit Klischees, nervt mich aber nicht mit überdrehten Hühnern, mit denen ich mich niemals identifizieren könnte und wollte. Im Vergleich zu ihren beiden anderen Romanen, ist dieser Roman eher mit einem Augenzwinkern zu sehen. Für Romantikfans und Liebhaberinnen etwas verrückter Geschichten ist dieses Ebook genau das Richtige.


Im Dunkeln - Das Kellerzimmer Teil 4
Im Dunkeln - Das Kellerzimmer Teil 4
Preis: EUR 0,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Knaller-Finale, 6. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da ist er nun, der vierte und letzte Teil der Kellerzimmer-Serie rund um die leicht schräge Veilchengasse.

Lesley Marie Milton wirft den Leser auch dieses Mal wieder mitten ins Geschehen, blickt nur kurz zurück auf die vergangenen Episoden (man sollte sie daher als Leser kennen und die Reihenfolge einhalten) und überrascht wie gewohnt mit unvorhersehbaren Grausamkeiten.
In diesem vierten Teil spielt die physische Gewalt wieder nicht die größte Rolle, sondern die psychische Gewalt. Ingmar kehrt zu seiner Familie zurück und sie leben in ihrem Vorzeigehaus als Vorzeigefamilie in der vermeintlichen Spießerstraße, so als wäre nie etwas geschehen. Skurril, wirklich skurril. Aber der schöne Schein spielte ja bereits in der gesamten Serie eine große Rolle.

Auch dieses Mal konnte ich über Lisas seltsames Verhalten nur den Kopf schütteln und mich immer wieder fragen, wie viel Druck, Häme und Ablehnung ein Mensch überhaupt ertragen kann, bevor er die Reißleine zieht. Wer über Jahre oder gar Jahrzehnte mit dieser Art Mann zusammenlebt, ist wahrscheinlich zu sehr daran gewöhnt, um überhaupt noch zu wissen, wie schön es ohne ihn hätte sein können.

Lesley Marie Milton spielt sehr geschickt mit Elementen von Fernsehsoaps – stark fokussiert auf einen Handlungsort (die Veilchengasse) und beschränkt auf wenige, miteinander in Verbindung stehende Personen.
Immer, wenn eine Szene gerade in Fahrt kommt, wirft sie den Leser zur nächsten Szene mit anderer Personenkonstellation und hält so die Spannung hoch. Unweigerlich blättert, bzw. klickt man von Seite zu Seite, weil man unbedingt herausbekommen muss, wie es mit liebgewonnenen oder verhassten Personen weiter gehen wird.
Passend zum Serienfinale lässt die Autorin es noch einmal richtig krachen. Die Szenen überschlagen sich, Situationen geraten außer Kontrolle und die Nerven sind beim Lesen bis ans Äußerste gespannt. Und dann, ja dann ist die Serie auch leider schon beendet und lässt den Leser mit seinen Eindrücken zurück.

Fazit: Ein bisschen traurig bin ich schon, dass diese Serie ihr Ende gefunden hat. Lesley Marie Milton sorgt beim letzten Teil der Kellerzimmer-Serie noch einmal für spannende Unterhaltung und macht damit den Abschied besonders schwer.


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