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Rezensionen verfasst von
Sarah Mehring (Media Mania)

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Luis Royo: Fantasies 2015
Luis Royo: Fantasies 2015
von Heye
  Kalender
Preis: EUR 36,00

5.0 von 5 Sternen Der Hingucker für 2015, 2. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Luis Royo: Fantasies 2015 (Kalender)
Geheimnisvoll, offensiv, betörend. Frauen, die verdient alle Blicke auf sich ziehen, das sind Royos Motive. Seine düsteren und gleichzeitig mit Erotik versehenden Kunstwerke weisen nicht nur einen unverkennbaren Stil auf, sondern üben auch eine ungemeine Faszination aus, derer sich der Betrachter nur schwer entziehen kann. Egal ob hüllenlos, leicht bekleidet oder in voller Kampfmontur, sie machen stets eine gute Figur; was mitunter ihren eindrucksvollen Körpern geschuldet ist. Diese werden nun, anders als sonst, nicht oder nur wenig von Tätowierungen und Piercings geschmückt. Auch Monster oder besiegte Kreaturen gibt es keine, die Frauen stehen für sich allein. Denn einsam und trostlos ist ihre Umwelt.

Die schwarze Grundfarbe dient der gelungen-düsteren Atmosphäre. Auf der rechten Seite befindet sich jeweils ein schmaler Monatsstreifen, auf dem die Wochen untereinander gliedert und nur die Sonntage rot hervorgehoben sind. Markierte Feiertage und Platz für Eintragungen sind hier bedeutungslos. Royos Werke stehen in wirkungsvoller Postergröße (50,0 x 70,0 cm) absolut im Vordergrund. Genauso soll es sein.
Ferner besteht das Kalendarium aus einem qualitativ hochwertigen und schönen Papier, das hinten von einem soliden Kartonblatt weiter stabilisiert wird. So können nach Jahresende die einzelnen Bilder herausgetrennt, und noch als Blickfang genutzt werden. Bis dahin werden die vierzehn Seiten durch eine praktische Ringbuchbindung zusammengehalten. Durch den mittig eingeschlossenen Metallhaken kann der Kalender leicht mit einem einfachen Nagel an der Wand befestigen werden.

Fazit: Wer sich für düster-erotische Heroic Fantasy begeistert, der wird von diesen Werken nicht mehr loskommen.


Rabbids: Band 3. Umgedreht
Rabbids: Band 3. Umgedreht
von Tithaume
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 11,95

4.0 von 5 Sternen Neue vergnügliche und sogar liebenswerte Ausrutscher der Rabbids, 26. September 2014
Ein neues Album, neue Gags. Nach "Invasion" vollführen die Rabbids in "Umgedreht" reichlich komische Einfälle und sorgen damit für ein Schmunzeln oder Lachen beim Leser. Entgegen dem Titel wird kaum eine der Geschichten über Kopf oder seitenverkehrt gelesen, nichtsdestotrotz haben sich Tithaume (Autor) und Romain Pujol (Illustrator) wieder einiges einfallen lassen, um für abwechslungsreiche Unterhaltung zu sorgen. So fällt direkt zu Beginn einem Rabbid ein kleines Gerät in die Hände, das er, wie für seine Spezies typisch, augenblicklich erprobt. Dieses teleportiert ihn nun zu verschiedenen Stellen im Album, was natürlich zu Verblüffung und Chaos in der jeweiligen Szenerie führt und letztendlich den unfreiwillig Teleportierten selbst in den Wahnsinn treibt. Ein verzweifelt-irrer Ausruf ist die Folge. Neben diesem urkomischen Ereignis gibt es selbstverständlich noch viel mehr zu entdecken, unter anderem eine anschauliche Begründung, warum die Schmähung "Esel" durch die des "Rabbids" ersetzt werden sollte und wie diese auch optisch dargestellt werden könnte. Oder etwa einen ausgeklügelten Zaubertrick, der den Leser rechnen und den Zauberer im Comic entsprechend viele kleine Unruhestifter aus seinem Zylinderhut zaubern lässt. Weiter gibt es eine Bedienungsanleitung, mit der es möglich ist, das von den Kaninchen verursachte Layoutchaos wieder in Ordnung zubringen. Doch Vorsicht! Auch hier treiben die Rabbids Schabernack und fügen unnötige Schritte hinzu.
Dennoch, im Großen und Ganzen spielen sie den Menschen in ihrer Umgebung keine Streiche - was sie diesmal so liebenswert macht -, sondern sie sind so fasziniert von unserer Welt, unseren Gegenständen und Tätigkeiten, dass sie diese selbst haben oder (ganz naiv) nachahmen wollen. Das muss natürlich stets schiefgehen; sorgt aber dafür für Freude beim Leser.
Wie üblich sind die einzelnen Anekdoten, bis auf diese mit dem durch die Seiten reisenden Rabbid, nicht zusammenhängend, sodass nach Lust und Laune kreuz und quer gelesen beziehungsweise geblättert werden kann. Denn viel Text ist nicht vorhanden, lediglich ein erfreutes, verspieltes, aufmerksames, verärgertes und oft verzweifeltes "Bwaaaah!" ist immer wieder zu vernehmen. Doch mehr bedarf es auch gar nicht, schließlich sprechen die sorgfältigen und farbenfrohen Zeichnungen ihre ganze eigene Sprache.

Fazit: kurz und vergnüglich - wie immer.


Ardalén
Ardalén
von Miguelanxo Prado
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine absolute Leseempfehlung, 11. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ardalén (Gebundene Ausgabe)
Wundervoll, außergewöhnlich, philosophisch, ein wenig schwermütig und voller Fantasie. Dass alles zugleich ist Miguelanxo Prados fantastisch visualisierte Graphic Novel "Ardalén", eine ruhige, sich sanft entwickelnde Geschichte über das Erinnern. Sie beschäftigt sich damit, was uns ausmacht, wie stark unsere Erinnerungen mit unserer Persönlichkeit verknüpft sind, und fragt, was geschieht, wenn diese fehlen, wirr sind oder sich mit unseren Wünschen und Fantasien vermischen.
Mit dieser Thematik setzten sich speziell die Protagonisten der Handlung auseinander: Sabela, auf der Suche nach ihrer Abstammung, und Fidel, der immerzu mit seinen und fremden Gedanken allein ist. Denn er gehört zu jenen Menschen, die (selbst ungewollt) Erinnerungen Verstorbener absorbieren.

"Es gibt Winde, die Nostalgie mit sich führen, die eine Narbe in der Seele zurücklassen ...
Andere scheinen das Leben zu reinigen, und nachdem sie vorbeigeweht sind, bleibt der Tag heller und strahlender zurück.
Und dieser Wind, der Ardalén, der von der anderen Seite des Ozeans kommt, ist voller Erinnerungen anderer Leben ...
... anderer Tode."

Verantwortlich dafür ist der Ardalén, ein besonderer (fiktiver) Wind, der Fidels Kopf mit fernen, exotischen Lebensbildern füllt und diese mit seinen eigenen vermischt. So, dass er unter anderem glaubt, einst zur See gefahren zu sein, obwohl er sein Heimatdorf in Wirklichkeit nie verlassen hat. Übersinnlich ist die Handlung deswegen nicht, ebenso wenig finden sich darin übernatürlichen Wesen wieder. Ist sie traumhaft, surreal? Ohne Zweifel! Immerhin entführt sie in Fidels selbst geschaffene Welt aus schönen und tröstlichen, aber auch tieftraurigen und gehässigen Erinnerungen, die in genauso magischen Illustrationen lebendig werden. Genau genommen gleichen Prados zarte, aber farbenprächtige Kreide- und Farbstiftstriche, die in keine auffällig schwarzen Konturen gezwängt sind, viel mehr kleinen Kunstwerken. Denn die Menschen sind lebendig und die Details in ihren Gesichtern, wie etwa die Spuren des Alters, sind einfach genial. Dabei ist die Verschmelzung von Realität und Erinnerung so außergewöhnlich gut gelungen, dass der Betrachter immer wieder innehält, bevor er weiter blättert. Durch die wirklich großartigen Bilder, die stets im Einklang mit dieser poetischen Geschichte stehen, hat auch er an Fidels besonderer Erinnerungswelt teil.

Immer, wenn dieser sich erinnert, ist das Meer ganz nah. Ein blau-grünliches Licht beginnt sein Haus zu füllen, begleitet von Fischen und Quallen, die nun Personen ankündigen: ein enger Freund, eine verlorene Liebe, möglicherweise selbst Fancisco Lamas ...
Doch was davon gehört zu seiner Vergangenheit und was bringt der Ardalén? Wie für den Leser ist auch für Fidel nicht immer klar, was wahr oder erdacht ist. Daher tut ihm Sabelas Gesellschaft sehr gut, die zeitweise seine (imaginären) Gespräche mit den Verstorbenen unterbricht, die ihm zumal bei seinen allmählich aufkeimenden Fragen nicht weiterhelfen können. Ist er das, woran er sich erinnert? Machen die fremden Erinnerungen einen anderen aus ihm? Wer ist er wirklich?
Darüber hinaus erinnern sich weitere Personen, sowohl an die eigene als auch an Fidels Vergangenheit. Durch diese Rückblenden ergibt sich nach und nach ein Gesamtbild.
Trotz der ganzen fantastischen Gedanken und eindrucksvollen Erscheinungen, wie den fliegenden Walen, die zunächst nur Fidel wahrnimmt, bleibt die Erzählung realistisch und die verschiedenen Personen und deren Motivationen sind glaubwürdig. Ferner verleihen die immer wieder eingefügten (fiktiven) Dokumente, wie etwa medizinische Gutachten und Auszüge aus scheinbaren Sachtexten, dem ganzen einen Anschein von Authentizität.

Fazit:
"Ardalén" ist ein herausragendes Werk mit beeindruckend künstlerischen Illustrationen und einer tiefgründigen Geschichte. Hier handelt es sich definitiv um Literatur, die nachwirkt. Eine unbedingte Leseempfehlung!


Holmes 02 (1854/+1891?): Der Schatten des Zweifels
Holmes 02 (1854/+1891?): Der Schatten des Zweifels
von Luc Brunschwig
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keine Lösung, trotzdem extrem spannend, 4. Mai 2014
Nach dem spannenden Serienauftakt "Abschied von der Baker Street", der Holmes' vermeintlichen Tod und dessen mysteriöse Vergangenheit thematisiert, folgt nun mit "Der Schatten des Zweifels" die mitreißende Fortsetzung, die allerdings einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Denn wer hier auf eine erstaunliche Auflösung der Rätsel des ersten Bandes (dieser enthält immerhin die zwei französischen Ausgaben "L’Adieu à Baker Street" und "Les Liens du sang") oder gar auf einen Abschluss von Luc Brunschwigs und Cecils Geschichte hofft, der wird enttäuscht. Nein, eine Lösung des Ganzen ist nicht in Sicht. Tatsächlich handelt es sich viel mehr um eine weitere Episode aus Watsons und Wiggins Ermittlungen zu Holmes' letzten Lebensstunden und dessen unergründlicher Familie. Anstatt im weiteren Verlauf alte Fragen aufzuklären, werden nur neue Andeutungen und Geheimnisse präsentiert - doch dafür sind diese äußerst spannend!
Damit ist der Leser zwischen Enttäuschung und Hochspannung hin- und hergerissen.

Ergänzt wird dieser Band durch ein Making-of, das von dem Arbeitsaufwand zeugt, der nötig gewesen ist, diese neue Episode entstehen zu lassen. Ganze vier Jahre vergingen zwischen dem französischen "Tome 2" und "Tome 3"!
Neben vereinzelten großen und kleinen Skizzen, unter anderem als Bleistift- oder Tuschezeichnung, die sich in unterschiedlichen Entstehungsstufen befinden, werden auch vollendet kolorierte Ergebnisse präsentiert, um die Frage der Bildabfolge zu klären. Einige Panels mussten immer wieder ausgetauscht werden oder Szenen komplett entfallen - die es hier zu entdecken gibt -, damit die Dynamik des Erzählflusses gewährleistet ist. Deutlich wird vor allem die aufwendige Recherche, selbst für ganz alltägliche Dinge, wie etwa sich verändernde Falten im Hosenstoff bei Bewegungsabläufen. Ferner finden sich zu den einzelnen Rohzeichnungen Erklärungen der Macher sowie Anmerkungen der Herausgeber der deutschen Ausgabe.

Fazit:
Die Bewertung von "Der Schatten des Zweifels" fällt nicht ganz leicht und wird wohl jeweils stark von den persönlichen Vorlieben abhängen. Denn, was bleibt, ist ein Übergangsband mit einer dürftigen Entwicklung, aber mit enorm spannenden Ansätzen, fantastischen Illustrationen und einem ausführlichen Making-of. Wohin das alles führt, muss sich erst noch zeigen.


Der Zauberer von Oz: Dorothy und der Zauberer in Oz
Der Zauberer von Oz: Dorothy und der Zauberer in Oz
von L. Frank Baum
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

4.0 von 5 Sternen Abenteuerlich, abwechslungsreich, aber wenig clever, 9. April 2014
Aufregend und abwechslungsreich gestaltet sich Eric Shanowers (Autor) und Scottie Youngs (Illustrator) Adaption des vierten Buches aus Lyman Frank Baums Oz-Reihe, denn gleich zu Beginn stürzen Dorothy, ihr Großcousin Zeb, das Pferd Jim und die Katze Eureka buchstäblich in ihr nächstes Abenteuer. Doch zum Glück sind sie nicht lange allein. Der ehemalige Zauberer von Oz wird ebenfalls von den Auswirkungen des Erdbebens erfasst und stößt zu ihnen. So kann er seinen Gefährten mit all seinen Tricks und Schwindeleien beistehen, was dieses Mal auch bitter nötig ist. Schließlich landen sie zunächst ausgerechnet in einem Land kaltherziger Gemüsewesen - genannt Mangabus -, die in einer fantastischen Stadt aus Glas leben und alle Lebewesen aus Fleisch zerstören wollen. Und das rettende Oz ist vorerst in weiter Ferne, da es von der unpassierbaren, todbringenden Wüste umgeben ist. Nun steht ihnen ein weiter und gefährlicher Weg bevor, wenn sie ihre eigene Welt jemals wieder sehen wollen.

Tatsächlich sind die Freunde seit ihrer Ankunft nur in Bewegung und der Aufenthalt in Oz selbst fällt diesmal eher kurz aus. Das bedeutet hingegen jede Menge inhaltliche und grafische Abwechslung: Den Mangabus entkommen, durchqueren sie das Tal von Voe und treffen dort auf interessante Bewohner, deren Aussehen der Vorstellungskraft des Lesers überlassen bleibt. Denn dank spezieller Früchte sind diese unsichtbar, um sich gegen gefährliche Bären zu schützen - fatalerweise nutzen jene genauso die Wirkung, um reichlich Beute zu machen ... Nichts wie weiter! So werden fast unendlich viele Stufen und hohe Berge erklimmt, den Holzgargoyles werden in einer ulkigen Darbietung die Flügel entwendet und Drachenbabys die Stirn geboten, um letztendlich in der Smaragdstadt nicht nur auf alte Freunde zu treffen, sondern auch noch betroffen an Eurekas Gerichtsverfahren teilzunehmen. An Einfallsreichtum mangelt es der Geschichte jedenfalls nicht! Dennoch weißt dieser Teil einige Makel auf.

Dorothy und ihre Freunde gehen zuweilen recht naiv durch dieses Abenteuer. Obwohl die Reise von Anfang an schwierig und gefährlich ist, sind sie nicht nur Fremden gegenüber sehr vertrauensvoll, sondern sie legen sich sogar - ohne einen vorherigen Fluchtversuch zu unternehmen - gemütlich schlafen, auch wenn sie wissen, dass man ihnen etwas Böses will. Ihre Gegenspieler plaudern nämlich sehr viel, was schon ein bisschen lächerlich ist. Dabei ist die Drachenhöhle nur ein Beispiel von vielen, als die Jungtiere über ihre Reichweite Auskunft geben: "Wenn du näher kommst, verschlingen wir dich mit einem Happs, aber ansonsten bist du eigentlich ziemlich sicher. [...] Ihr könnt also entkommen, es sei denn, ihr kommt uns zu nah, aber das werdet ihr vermutlich nicht." Insgesamt finden sich hier diverse unwichtige, manchmal unfreiwillig komische Dialoge.

Ferner gibt es diesmal mehrere Ungereimtheiten bei den Illustrationen. Beispielsweise: Als die Gefährten von den Mangabus in den Berg getrieben werden, wird die Kutsche nicht von Jim gezogen, trotzdem steht sie auf einmal in der Höhle zur Verfügung. Auch sieht es häufig so aus, als würden sie sich mit ihren weit aufgerissen Mündern und Mäulern anschreien, das ist aber nicht immer der Fall. Die Mimik ist also einige Male überzogen. Doch im Großen und Ganzen ist das schnell vergessen und der Leser erfreut sich an den Illustrationen wie bisher: Viele große, abwechslungsreiche Panels präsentieren niedliche und kuriose Charaktere, fantastische, verspielte Szenerien in einer - durch Jean-Francois Beaulieu - kräftig und herrlich bunten Farbgebung. Oz-Fans sind, obgleich der Ausrutscher begeistert.

Alles in allem punktet "Dorothy und der Zauberer in Oz" mit Abwechslungsreichtum. Es werden zahlreiche Orte, Gefahren und jede Menge skurrile Fabelwesen geboten. Natürlich stehen Dorothy auch wieder neue und alte Freunde zur Seite. Zwar ist dieser Band nicht perfekt, trotzdem ist er eine schöne Ergänzung für die Sammlung.


Der Zauberer von Oz: Das zauberhafte Land Oz
Der Zauberer von Oz: Das zauberhafte Land Oz
von Eric Shadower
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Beste Unterhaltung! Ein unverzichtbarer Teil für Oz-Sammlung, 30. März 2014
Nach den Veröffentlichungen "Der Zauberer von Oz", "Ozma von Oz", und "Dorothy und der Zauberer in Oz" folgt nun an vierter Stelle der zweite Band aus der Oz-Reihe von Lyman Frank Baum (1856-1919). Dieser trägt den Titel "Das zauberhafte Land Oz" und schließt an die Ereignisse des ersten Buches an; kurz, nachdem Dorothy das Land Oz verlassen und ihre Heimat Kansas wieder erreicht hat. Wie es unter anderem ihren treuen Freunden der Vogelscheuche und dem Blechmann bis zu ihrem nächsten Wiedersehen ergeht, erfährt man hier.
In alter Tradition haben sich erneut Autor Eric Shanower und Illustrator Scottie Young der Adaption gewidmet, die wieder einmal vollauf gelungen ist.

Dieser Teil birgt ein großes Geheimnis, das allerdings jedem Oz-Leser bekannt ist, der die Bände in der bisherigen Erscheinungsfolge von Panini gelesen hat. Weniger Spaß macht die Geschichte dadurch nicht, dennoch ist allen Neueinsteigern zu empfehlen, die Bücher in ihrer eigentlichen, chronologischen Reihenfolge zu lesen (was nun möglich ist).
In diesem Titel geht es um den sympathischen, lebensfrohen Jungen Tip, der der kaltherzigen Hexe Mombi davonläuft und von Jack Kürbiskopf begleitet wird, der ihn ganz süß "Lieber Papa" nennt. Schon bald finden sie ein Holzpferd, das Tip mit einem magischen Pulver zum Leben erweckt. Dieses niedliche Tier ist bereits aus "Ozma von Oz" bekannt und wohl den Meisten ans Herz gewachsen. Zusammen machen sie sich auf den Weg zur Smaragdstadt, um den derzeitigen Regenten - die Vogelscheuche - zu treffen. Dabei durchqueren sie Scottie Youngs umwerfend-schöne, fantasievolle Landschaften und Tip beantwortet währenddessen die vielen neugierigen und drolligen Fragen seiner gerade erst "geborenen" Begleiter. Sowohl das Holzpferd als auch Jack sind kindlich naiv und einfach liebenswert! Somit macht es wirklich Spaß an ihrer Reise teilzuhaben.

Im Gegensatz zu den anderen Geschichten teilt sich diesmal die Erzählung, da Tip von seinen Freunden getrennt wird. Daher springt die Handlung zwischen seinen Erlebnissen und denen seiner Freunde hin und her, bis sie endlich wieder vereint sind. Während Jack wie erhofft der Vogelscheuche begegnet und Mombi Tips Flucht nicht widerstandslos hinnehmen will, trifft dieser auf Generalin JinJur, die schon allein optisch ihre Lebensart "auf Krawall gebürstet" zur Schau stellt - genial gemacht! Sie plant gegenwärtig mit Hilfe ihres Regiments, das nur aus Frauen besteht, einen Putsch. Zum Vergnügen des Lesers sind diese dabei genau so clever wie sie selbst: "Bis zum Tod, danach kündige ich."
Generell wird im zweiten Band viel Abwechslung geboten, sowohl vom Handlungsverlauf als auch von den Illustrationen her - bizarre Formen und Szenerien, großartig dargestellte Charaktere; sprich humorvoll und kurzweilig wie bisher. Neben einem bedeutenden Geheimnis, einem Staatsstreich, Belagerungen, abenteuerlichen Fluchten, Gestaltwandlern und dem Wiedersehen alter Freunde, gibt es obendrein herrlich amüsante Dialoge. Ein gutes Beispiel dafür ist das erste Treffen zwischen der Vogelscheuche und Jack: Beide halten ein ausgiebiges Pläuschchen darüber, dass sie einander nicht verstehen können, da sie aus verschiedenen Regionen von Oz kommen. Das ist herrlich komisch und lässt einen sofort schmunzeln, vor allem, da noch eine Dolmetscherin hinzukommt, die absichtlich Verwirrung stiftet.

FAZIT: Dies und einiges mehr macht "Das zauberhafte Land Oz" so spannend und unverzichtbar für die anwachsende Oz-Sammlung. Auch ohne Dorothy ein absolutes Must-have! Unbedingt zugreifen!


The Cape: 1969
The Cape: 1969
von Joe Hill
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,24

4.0 von 5 Sternen Wie alles begann ..., 30. März 2014
Rezension bezieht sich auf: The Cape: 1969 (Gebundene Ausgabe)
Nach der erfolgreichen Comicadaption von Joe Hills düsterer Kurzgeschichte "Das Cape" folgt nun mit "Das Cape 1969" das Prequel, in dem das Geheimnis um die magische Eigenschaft, die das Cape seinem Träger verleiht, gelüftet wird. Für die Ausarbeitung der Geschichte zeigen sich wieder Autor Jason Ciaramella und Nelson Daniel, dieses Mal nicht nur als Colorist, sondern auch als Illustrator, verantwortlich. Erzählt wird hier von Gordon Chase, der im Jahr 1969 als Pilot eines Rettungshubschraubers im Vietnamkrieg dient, dort in Gefangenschaft gerät, ums nackte Überleben kämpfen muss, dabei auf okkulte Weise eine Fähigkeit erhält, die ihm nicht nur zur Flucht verhilft, sondern ihn ebenso schleichend zerstört - und wie letzten Endes Eric Chase, noch als glückliches Kind, in den Besitz seines magischen Capes kommt.

Mit Kenntnis des ersten Teils zeigen sich sowohl Ähnlichkeiten als auch Unterschiede zwischen Vater und Söhnen: Nick erweist sich als zielstrebig und tritt künftig in die Fußstapfen seines Vaters, während die Gemeinsamkeit zum Jüngsten eher optischer Natur ist. Denn im Gegensatz zu seinem rachsüchtigen Sohn Eric steht Gordon mit beiden Beinen fest im Leben; beruflich als Arzt (während des Krieges als Pilot), privat als liebender Ehemann und Vater. Doch mit der neuen Fähigkeit zu fliegen, geht auch eine Änderung seines Charakters einher, die ihn ins Verderben stürzt. Das legt den Verdacht nahe, dass Erics labile Psyche nicht allein der Grund für seine schrecklichen Taten wird, sondern das diese dunkle Macht seine seelische Imbalance und seine Aggressionen weiter verstärkt. Ein weiteres Zeichen dafür, wie unheilvoll, alles verzehrend diese Kraft ist, könnte Gordons düstere Vision sein, die sich Jahre später bewahrheiten soll.
Insgesamt wirken die Begebenheiten weniger traurig als im ersten Band, da hier nicht die einst geliebten Menschen zum Ziel der Angriffe werden - was die Geschichte aber keineswegs weniger spannend oder dramatisch macht. Schließlich werden die Schrecken sowie Grausamkeiten des Krieges gezeigt und offenbart, wozu Menschen fähig sind.

Obwohl nun Nelson Daniel die Handlung illustriert hat (zuvor Zach Howard) ist der Zeichenstil annähernd gleich geblieben: ausdrucksstark, realitätsnah und detailreich. Auch diesmal findet sich in den einzelnen Zeichnungen Rasterfolie (Punkte), was die Ähnlichkeit noch mehr verstärkt. Das ist insofern fantastisch, da schon die Bilder des Vorgängers optimal zur düsteren Geschichte gepasst haben - und nun erneut. Ferner liegt dieser eine abwechslungsreiche und interessante Panelstruktur mit immer wieder tollen Bild-im-Bild-Darstellungen sowie ganz- und doppelseitigen Illustrationen zugrunde, die das ganze Geschehen noch spannender machen. Dabei ist die Kolorierung, meist bestehend aus trostlos blassen Erd- und Grüntönen, dem Krieg und der restlichen Umgebung angepasst.
Unschön sind zwar einige leicht verschwommene / unscharfe Visualisierungen (die Texte sind davon nicht betroffen), die aber durch die mitreißenden Ereignisse schnell wieder vergessen sind.

FAZIT: "Das Cape 1969" bietet eine solide, lesenswerte und spannend in Szene gesetzte Vorgeschichte. Die darin enthaltenen Informationen über die Persönlichkeitsveränderung und den zerstörerischen Hass, lassen zudem neue Annahmen für die späteren Geschehnisse zu.


Stitched #2 - Das schwarze Fass (2013, Panini)
Stitched #2 - Das schwarze Fass (2013, Panini)
von Mike Wolfer
  Comic

1.0 von 5 Sternen Brutalität ohne Geschichte, 25. März 2014
Mit "Das schwarze Fass" geht Autor Mike Wolfer, nun zusammen mit Illustrator Fernando Furukawa (StarCraft: Ghost Academy), in die zweite Runde von "Stitched" - und diese ist mehr als kläglich. Was im ersten Teil noch neu und interessant war - unaufhaltsame, zerstörerische Tote, die durch spezielle Geräusche in Bewegung gesetzt werden - hat jetzt seinen Reiz verloren, zumal die Entwicklungen zu nichts führen. Wie zu erwarten überlebt kaum jemand und falls doch, so lässt dessen Schicksal den Leser kalt.

Doch von Anfang an:

Im Grunde dreht sich die Geschichte nur darum, die vom Vernichtungsschlag übrig gebliebenen Stitches - die ein gieriger Schmuggler irgendwie in die Finger bekommen hat - für ein kleines Vermögen zu verkaufen. Das ist inhaltlich nicht viel und natürlich wenig interessant, sodass dieses Geschehen noch etwas ausgeschmückt werden muss.
So beginnt die Handlung mit der Schiffsreise nach Sri Lanka, die gut ein Drittel des Buches einnimmt, aber im Prinzip für die restliche Geschichte irrelevant ist. Diese dient einfach nur für die ersten Gewaltszenen, die aus reichlich Messerattacken, einem blutigen Schusswechsel zwischen Soldaten und Schmugglern und natürlich aus dem Einsatz der Stitches bestehen, die wiederum mit Stichwaffen, Ketten oder ihren bloßen Händen auf bestialische Weise morden. Dieses Gemetzel ist einfach nur für Splatterfans bestimmt. Um eine Verbindung zum ersten Teil zu schlagen, wird der Mythos der Stitches aufgegriffen (gerade mal drei Seiten lang), der erklärt, warum sie sich mit splittgefüllten Dosen steuern lassen. Bloß gibt es keine Erklärung, warum sie sich nicht schon längst gegen ihre Erschaffer beziehungsweise ihre Befehlshaber gewendet haben, die das Rasseln verursachen.
Ein weiteres Manko sind die Charaktere, die praktisch alle nur einen kurzen Auftritt haben und dann wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Da die (zentralen) Akteure einer bestimmten Sorte Mensch angehören, sind sie auch keine Sympathieträger. In so einem Fall sollten sie zumindest interessant sein, ihre Handlungen sollten fesseln, aber hier ist nichts dergleichen.

Die Illustrationen machen das Elend auch nicht besser. Obwohl viele für sich sprechen und daher wenig bis keinen Text benötigen, sind sie jedoch nicht so gut, dass sie die schwache Story wettmachen. Schließlich haben die vielen Personen häufig einen unfreiwillig eigenartigen Gesichtsausdruck oder wirken steif - und einige von ihnen sehen sich sehr ähnlich, was irritiert. Von einer abwechslungsreichen, dynamischen Anordnung der Panels kann ebenfalls keine Rede sein.
Zwar endet dieser Band mit der Aussicht auf einen dritten, doch selbst Splatterfans dürften eher unbeeindruckt sein. Denn irgendwie ist es immer dasselbe: zertrümmerte Gesichter, fliegende Extremitäten, Blut und Gedärme von völlig beliebigen und bedeutungslosen Figuren. Wer will das schon unentwegt sehen? Nein, ohne eine ausgeklügelte Handlung lockt das nicht.

Kurzum, das war wohl nichts. Die Handlung ist einfach nichtssagend, was anscheinend mit einigen Ekelszenen und sinnloser Gewalt kaschiert werden soll. Denn hier findet sich keine Brutalität in einer fesselnden - wenn auch abgedrehten - Geschichte, sondern nur plumpe Gewalt, um die ein dürftiges Geschehen herumgeschrieben wurde.


Unheimliche Geschichten
Unheimliche Geschichten
von Edgar Allan Poe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 32,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überwältigende Aufmachung, teilweise unglückliche Übersetzung, 20. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Unheimliche Geschichten (Gebundene Ausgabe)
Überwältigend! - ist der erste Gedanke, wenn man das Buch in Händen hält. Schon die äußere Gestaltung von "Unheimliche Geschichten" begeistert: ein stabiles und doch samtartiges Hardcover in Schwarz, geziert mit einer ansehnlich-stimmigen Spotlackierung in der Mitte, Ornamenten und vielen kleinen Poe- und Totenschädelprägungen auf der restlichen Fläche. Das Innere präsentiert sich nicht weniger künstlerisch oder stilvoll. Stets im Wechsel sind je eine Geschichte auf weißem und eine auf schwarzem Papier gedruckt, was die schaurig-bedrückende Stimmung unterstützt und zudem wirklich toll aussieht. Damit das auch so bleibt, ist Vorsicht angebracht: Gerade die schwarzen, glänzenden Seiten sind sehr anfällig für Fingerabdrücke. Hier gilt, kleine Schätze müssen behutsam behandelt werden.
Ganz besonders stechen natürlich Benjamin Lacombes fantastische Illustrationen ins Auge, denn diese repräsentieren Edgar Allan Poes finstere, morbide Erzählungen von Krankheit, Wahnsinn, Verfall (körperlich oder moralisch) und Tod perfekt. Zu sehen sind vor allem die bemitleidenswerten Charaktere, die entweder selbst dem Wahnsinn anheimfallen oder Zeuge jenes Unglücks werden und deren Schicksal meist kein gutes Ende nimmt. Genauso schmächtig, kränklich und deprimierend sind sie von Lacombe in kunstvollen Schwarz-Weiß-Zeichnungen oder kolorierten Bildnissen verkörpert, in denen die Farben Schwarz und Rot vorherrschen. Dunkle Schattierungen und unheimliche Szenerien erzeugen zusammen eine melancholisch stimmende Atmosphäre.

Übersetzt wurden die verschiedenen Erzählungen von Arno Schmidt (1914-1979) und Hans Wollschläger (1935-2007), die die Übersetzung von Poes Werken zu einem gemeinsamen Projekt machten und zwischen denen zu Lebzeiten auch ein Lehrer-Schüler-Verhältnis bestand. Damit entstammen die Fassungen einer Ära und weisen keine allzu großen Stilbrüche auf.
Da diese schaurigen (Kurz-)Geschichten aus dem (frühen) 19. Jahrhundert stammen und diesen generell eine anspruchsvollere Sprache zugrunde liegt, sollte die Lektüre konzentriert gelesen werden. Jedoch wird die Lesbarkeit der Texte durch viele Zwischensätze, -bemerkungen und Wortneuschöpfungen zusätzlich verkompliziert. Störend fällt vor allem in den von Schmidt bearbeiteten Texten auf, dass übermäßig oft das Wort "und" durch das "&"-Zeichen ersetzt wird. Zudem finden sich immer wieder (abgeschrägte) "=" vor einigen Wörtern oder als Verbindung dazwischen, was anfangs irritiert und den Lesefluss gelegentlich unterbricht.
Vielleicht wäre hier sogar der Originaltext besser gewesen, denn durch diese Schriften werden sich wohl nur wirkliche Liebhaber Poes durchbeißen. Zwar lässt sich darüber streiten, dennoch gilt es als unschön, Namen zu übersetzen - was beispielsweise im Falle von "Der Fall des Hauses Ascher" (im Englischen "Usher") gar nicht nötig gewesen wäre.
Das alles zusammengenommen wirft leider einen Schatten auf das ansonsten so außergewöhnlich tolle Werk.

Neben dem Inhaltsverzeichnis und den Geschichten gibt es einen Anhang, in dem sich "Glossar & Fussnoten" [sic] (enthalten nützliche Ergänzungen) sowie "Biographien & Bibliographien" [sic] von Edgar Allan Poe und Benjamin Lacombe befinden.

Insgesamt ist eine gute Auswahl an fantastischen Geschichten des Meisters getroffen worden, die aber leider durch die mitunter verkomplizierende Übersetzung getrübt wird. Nichtsdestotrotz machen auch hier Lacombes herrlich-düstere Illustrationen und die liebevolle Aufmachung des gesamten Werkes eben jene wett und sorgen für eine gute Bewertung.


Lisbeth, die kleine Hexe
Lisbeth, die kleine Hexe
von Benjamin Lacombe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Durchschnittliche Geschichte mit traumhaften Illustrationen, 2. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Lisbeth, die kleine Hexe (Gebundene Ausgabe)
"Lisbeth, die kleine Hexe" lautet der Titel des zauberhaften Werkes von Autor Sébastien Perez und Illustrator Benjamin Lacombe. Dabei ist hauptsächlich Lacombes unverkennbar künstlerische Darstellung der wirklich kurzen Handlung das Zauberhafte daran. Denn auf gerade mal 38 Seiten (Text und Illustrationen zusammengenommen) wird die zwar süße, aber ziemlich ruhige Geschichte von der kleinen Lisbeth erzählt, die mithilfe eines alten Buches herausfindet, dass sie und ihre Großmutter Hexen sind. So, wie es schon einige starke Frauen in ihrer Familien-Historie zuvor waren.
Wer nun jedoch mehr über Lisbeths Familie und das Hexenhandwerk erfahren möchte, über die Vererbung dieser Bestimmung oder außergewöhnliche Zaubersprüche erwartet, der wird enttäuscht, denn Erklärungen dazu gibt es keine. Zudem ist die Geschichte zu diesem Zeitpunkt schon fast vorbei. Lediglich Lisbeths Freund Edward, der auf dem Heimweg verschwindet, muss noch gefunden werden. Durch ihre (unspektakuläre) Magie geschieht dies sehr schnell. Viel Spannung kommt dadurch nicht auf.

Dafür entschädigen voll und ganz die atmosphärischen Illustrationen, die regelmäßig eine ganze Seite nur für sich einnehmen. Zu sehen sind vor allem Großdarstellungen der Charaktere - dann meist ohne ablenkende Details -, aber auch die Szenerien, durch die sie sich bewegen. Dabei wirken nicht nur die Kinder sanft und anmutig, sondern auch die Tiere, wie etwa ein üblicherweise unheimlicher Schwarm Raben oder der süße, schwarze Kater Sokrates, der die kleine Hexe auf Schritt und Tritt begleitet. Je nach Ort und Situation sind die Farbnuancen mal mehr, mal weniger satt, einzig die Farbe Rot ist stets intensiv; wie in Lacombes anderen Publikationen bisher ("Undine", "Schneewittchen").
Des Weiteren sind die Textstellen hin und wieder mit kleinen Zeichnungen verziert oder diese sogar in einigen Gemälden eingebettet, was wirklich großartig aussieht; genau wie das Format (30 x 23,4 cm). Schließlich gibt dieses den traumhaften, weichgezeichneten Bildnissen genügend Raum um zu wirken. Zu guter Letzt überzeugt noch das stabile, qualitativ hochwertige Papier.

Insgesamt ist "Lisbeth, die kleine Hexe" leider nur eine kurze (Kinder-)Geschichte ohne besondere Höhen und Tiefen, trotzdem machen Lacombes fantastische Bilder dieses Buch zu etwas Besonderem. Diese kleinen Kunstwerke bezaubern sogar so sehr, dass auch - oder gerade - Erwachsene Gefallen an diesem Werk finden.
Und nicht zu vergessen: Natürlich richtet sich diese Ausgabe wieder an alle Benjamin Lacombe Fans.


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